Ausgabe 
10.1.1903 Zweites Blatt
 
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Ratten u.M»Ioi

Zweites Blatt.

183. Jahrgang

Samstag 10. Januar 1908

Gießener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger

Amts- Md Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

Ubrefie für Deveschenr Anzeiger Gieße«.

Kkr'isv"Lanich!nßNr 51

eii**t*t tsgrich außer Sonntags.

Den, Giehener Anzeiger werden im Wechsel mit dem yesßschen Landwirt die Gießener Lamilien- blätter viermal in der Woche be,gelegt.

ÄolattonSbruc! u. Ver­lag der Brühl 'ichen Unwers.-Buch- u.Sletn- brudtret iPietsch Erben) IteMhton, Exredttto« und Druaerrt:

ve-««sprst»r

m o na l n ch 75 Pt^ viertel­jährlich Ml. 2.20; durH 4?k Abhole- u. Zweigstellen : ur monatlicf) PI.; durch i diePost Mk.2. viertel-

jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen iur die TageSnummer bt8 vormittag- 10 Uhr. Ze,lenvrets: lokal 12Pf, auswärts 20 Pjg.

Verantwortlich für den polit. u. allgem. Teil t.V.: Jr.Hannemannr für,Stadt u. Canb* unb, ,Gericht-jaal*: (tuet Plato; für den An­zeigenteil: Han» Bech

hat sich im Laufe der Zeit bedeutend stärker gezeigt, als ursprünglich erwartet war. Angesichts des notorischen Mangels an farbigen Arbeitern ist es an gezeigt die An­werbung fremder Arbeiter in größerem Umfange, als ur­sprünglich in Aussicht genommen war, amtlicyerseitS zu unterstützen, umsomehr, als hauptsächlich Pflanzer mit mitt­lerem und kleinerem Vermögen in Frage kommen.

Der Konflikt mit Dcnezuela.

In Washingtoner Regierungskreisen ist man der Ansicht, daß der Weg zur Regelung der venezolanischen Schwierig­keiten jetzt frei wird, denn eS zeigt sich, was bereits Depeschen auS Europa hätten annehmen lassen, daß eine ziemliche Aussicht besteht, die Angelegenheit, ohne daß man sich an das -Haager Schiedsgericht wendet, zum Austrag zu bringen. Castro bestellte Bowen endgiltig zu einem Kommissar und wenn ein paar Punkte hinsichtlich :er Bedingungen, die einer Konferenz voran gehen müssen, reundschaftlich erledigt werden können, wird erwartet, oaß England und Deutschland ihre Botschafter in Washington zu ihren Kommissaren ernennen werden. Wenn der Zu­sammentritt dieser Kommission erfolgt, wird dies mit Anweisungen an dieselbe geschehen, daß sie sich bemühe, den Streitfall endgiltig hier in Washington zu erledigen. Bowen scheint voll Zuversicht zu sein, daß er eine solche Beilegung wird zu stände bringen können.

Aus Caracas wird von Reuters Bureau gemeldet: Die Antwort der venezolanischen Regierung auf die letzte Note der fremden Mächte wurde heute vormittag dem amerikanischen Gesandten Bowen übergeben. Gestern wurden die Forderungen der Mächte nach zwei erregten Sitzungen des Kabinetts angenommen. In Ausführung eines vom Staatssekretär Hay erteilten Befehls begiebt sich Bowen am SamStag auf dem KriegsschiffCincinnati" nach Washington. Eine spätere Meldung versichert: Heute, Freitag, wurden hier auch die letzten Differenzen' be­seitigt. Die Regierung hat sich mit allen Forder­ungen der Mächte einverstanden erklärt. Der amerikanische Gesandte Bowen ist bereit, jeden Augenblick nach Washington abzureisen, sobald er von der venezolani­schen Regierung darum ersucht wird, um dort die end- giltigen Arrangements für die Abberufung des Haager Tribunals zu vereinbaren.

Votitische Tagesschau.

Der neue deutsche Geschäftsträger für Washington.

ES bestätigt sich, daß der bisherige deutsche Botschafter in Washington, v. Holleben, nicht auf seinen Posten zurück­kehren wird. Freiherr Speck von Sternburg, welcher Herrn von Holleben vertreten soll, weilt augenblicklich in Deutsch­land und wird alsbald nach Washington abreisen. Ganz unrichtig ist die Vermutung, wonach die Beurlaubung des Herrn von Holleben durch die Ablehnung des SchiedSrrchter- amteS seitens des Präsidenten Roosevelt in der Venezuela- Angelegenheit veranlaßt sein soll. Ein Wechsel auf dem Washingtoner Posten sei schon seit längerer Zeit erwartet worden.

Nach Meldungen auS London wird die Er­nennung Speck von Stern burg5 zum kaiserlichen Ge­schäftsträger in Washington einer Washingtoner Depesche des Daily Telegraph zufolge sehr beifällig in den Vereinigten Staaten ausgenommen. Er ist mit den amerikanischen Me­thoden vollständig vertraut und mit den hohen Beamten gut bekannt. Seine Ernennung wird auch im Staats-Departement als eine besonders glückliche angesehen. Er hat übrigens eine' Amerikanerin, Miß Lingham aus Kentucky, zur Frau.

Tie ESmarch.Feier in Kiel.

Zu Ehren des Geheimrats Esmarch fand gestern nach­mittag in der Seebadeanstalt in Düsternbrook bei Kiel ein Festmahl statt, an welchem außer dem Prinzen Heinrich und der Familie des Jubilars 120 Personen teilnahmen. Prinz Heinrich toastete auf den Kaiser, Professor Küster- Marburg feierte Professor Esmarch als den großen Chirurgen und Universitätslehrer. Der Gefeierte sprach in kurzen Worten seinen Dank für alle ihm zu teil gewordenen Ehrungen aus und schloß mit einem Hoch auf den Prinzen Heinrich. Graf o. Reoentlow weihte fein Glas der Gemahlin und treuen Lebensgefährtin deS Jubilars, der Prinzessin Henriette zu Schleswig-Holstein. Der Kaiser verlieh dem Professor o. Esmarch anläßlich seines 80. Geburtstages den Kronen­orden 1. Klasse und sandte folgendes Telegramm:Ich spreche zur heutigen Vollendung Ihres 80. Lebensjahres meinen wärmsten Glückwunsch aus. AttZge Ihnen durch Gottes Gnade noch ein langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein, verschönt durch das Bewußtsein, daß die Er­folge Ihres arbeitsreichen Lebens der leidenden Menschheit zum bleibenden Segen gereichen. Wilhelm." Eine große Anzahl von Abordnungen brachten als Vertreter von Be­hörden, wissenschaftlichen Korporationen, humanitären und militärischen Vereinen Glückwünsche, Ernennungen und Ge­schenke dar. Oberstabsarzt Dr. Duens-Leipzig überreichte namens des deutschen Samariterbundes die Esmarch-Medaille in Gold, namens des Samaritervereins Leipzig und der Stadtoertretung von Leipzig eine Ehrentafel. Tönning, die Geburtsstadt Esmarchs, übersandte dem Gefeierten ein Bild frineS Geburtshauses, bei besten Ueberreichung der Bürger­meister von Tönning eröffnete, daß der Fonds zur Errichtung eines Esmarch-Denkmals so angewachsen sei, daß ein Esmarch

würdiges Denkmal errichtet werden könne. Von bekannten Chirurgen ist u. a. Profestor v. Bergmann zur Beglück­wünschung erschienen. Lord Lister sandte ein Glückwunsch- Telegramm.

Aus AM und Kund.

Gießen, den 10. Januar 1903.

** Personalien. Arn 3. Januar 1903 wurde bet Kommerzienrat Karl B eismann in Mainz auf sein Nach- üchen von brr Stelle eines Handelsrichters an der bei )em Großh. Lande: .riebt brr Provinz Rheinhessen gebildeten

Ausland.

Wien, 9. Jan. DasVaterland veröffentlicht einen Bries des Kardinals Rampvlla an den Bischof Keppler, in welchem er letzterem mitteilt, daß der Papst über die von Keppler in Rothenburg gegen die Reformer gehaltene Rede außerordentlich erfreut ist und denselben auffordert, den Kampf gegen die Neuerer fortzusetzen.

Anläßlich der 25. Wiederkehr deS Todestages Viktor Emanuels II. wallfahrteten heute viele Täusende auS Rom und ganz Italien jum Grabe desselben im Pantheon. Tie Straßen der Stadt, in denen reges Leben herrschte, sind mit auf Halbmast wehenden Fahnen geschmückt. Um neun llhr begaben sich der König und die Königin ins Pantheon, um der vom königlichen Lauskaplan Monsignore Lanza celebrierten Messe beizuwohnen. Tas Pantheon ist mit Trauerschmuck und Lorbeerguirlanden reich verziert, lieben dem Portal befindet sich ein dem Andenken deS Vaters des Vaterlandes gewidmete Inschrift, der Schmuck int In­nern der Kirche ist sehr einfach. Zu beiden Seiten des Grabes sind Altäre errichtet. Tie Wände sind mit Fahncn in den italienischen Farben bedeckt. Am Grabe versehen Veteranen den Ehrendienst. Unter ihnen befindet sich der ehemalige Flügeladjutant Viktor Emanuels, General Tuerr. Um 1 Uhr begab sich unter Führung des Generals Sonuaz eine große Anzahl von patriotische:! Vereinen, Vertretungen aus den Städten des Landes mit ihren Fahnen von der Piazza dell' Jndipendenza in feierlichem Zuge zum Pan­theon. Ihnen schlossen sich zahlreiche Senatoren, Depu­tierte und Abordnungen von italienischen Kolonien aus dem Auslande an. Dem Vorbeimarsch des von Musikkorps be­gleiteten Zuges, welcher mehrere Stunden dauerte, wohnte eine große Volksmenge bei, welche die Straßen anfüllte, oder von den Fenstern aus dem eindrucksvollen Schauspiele LU- sah. Im Pantheon defilierte der Zug vor dem Grabe deS Königs, worauf die Niederlegung von Kränzen erfolgte.

Madrid. 9. Jan. Nach einem Telegramm aus Me­lilla erlitt Bu Hamara in der Nähe von Fez eine Nieder­lage und zog sich auf Tazza zurück. Bu Hamara ist sehr mutlos. Viele Anhänger fielen von ihm ab. Ter Kabylen- stamm der Beninassen unterwarf sich. Nach einem Tele­gramm derHeraldo" aus Tanger geht am dortigen Hofe der Einfluß der Engländer zurück. Ter Einfluß der Fran­zosen wächst.

Deutsches Reich.

Berlin, 9. Jan. Zur Mgelegenheit der Kron« Prinzessin von Sachsen meldet derLok-Anz." aus Genf: Giron hatte geglaubt, er werde von Lausanne auS alle Tage nach Genf kommen können, um die Kronprinzessin zu sehen. Ader Rechtsanwalt Lachenal drang mit aller Entschiedenheit darauf, daß die Trennung deS Paaresj eine vollständige sei, damit in Wirklich kett die Kronprin­zessin ihre Entschlüsse ohne jeden Zwang fassen tonne, völlig frei von dem Einfluß, den Giron auf sie auSübt. Weiter wird aus Genf gemeldet, daß als Privatsekretär der Kronprinezssin für ihren Briefwechsel mit dem sächsi­schen Rechtsanwälte ihr Bruder Leopold Wölfling fungiert. Es handelt sich bei dem jetzigen Meinungsaustausch haupt­sächlich darum, die seitens des sächsischen HofeS angeblich schon von 30000 auf 50000 Mark erhöhte YVpauage noch höher zu steigern, sowie das künftige Domizil der Prin­zessin und die Termine für die Begegnung mit ihren Kin- oern festzustellen. Wahrscheinlich wird in Tirol oder Vorarl­berg ein Ort für diese Begegnungen als passend ausersehen werden. Nach einer Meldung aus Leipzig verbot die Polizei den Verkauf von Postkarten mit den Doppelbrust- bilderu der Kronprinzessin und Girons.

Der bisherige Berliner französische Botschafter Marquis de Noailles hat gestern abend Berlin ver­lassen und sich nach Paris begeben. Zur Verabschiedung war n. a. Staatssekretär Freiherr von Richthofen am Bahnhofe erschien eit.

Hannover, 9. Jan. Der Kaiser traf mit Gefolgt um 8.45 Uhr an der Kaiser^Mtee in Station Sau park ein, von wo er, ohne im Jagdschloß Aufenthalt zu nehmen, in das Revier Hallermundskopf-Burgberg weiterfuhr; dort findet eine Suche mit Findermeute auf 'Sauen statt. AN. der Jagd nehmen außer dem Gefolge der kommandierende General v. Stünzner, Fürst zu Inn- und Knyphausen, Graf Waldersee und Minister v. Poobielski teil, im ganzen 14 Schützen. Die vom herrlichsten Wetter begünstigte Jagd fand ihren Abschluß mit einem zweiten Treiben auf Sauen und Dammwild im Revier Hallerbrück. Nach Beendigung der Jagd besichtigte der Kaiser vor dem Jagdschloß die Strecke, während die Jägerei die Jagd abblieS. Um f Uhr trat der Kaiser von oer Station Kaiserallee die Rückreise nach Hannover an. Gegen 5 Uhr begab sich der Kaiser in die Wohnung des Grafen Waldersee, um das Diner ein- zunehnren. Außer den Herren der Umgebung waren geladen Minister v. Poobielski, Oberpräsident Dr. Wentzel, General v. Stünzner uni) Fürst zu Inn- und Kuyphausen.

3>le Heutige Kummer umfaßt 14 Seite«. ---- --------------- I

Aus dem Reichsyausyatts-ßiat.

Die Veröffentlichungen deS ReichShaushaltSetatS für 1903 werden von derNordd. Wllg. Ztg." fortgesetzt. Danach sind die Einnahmen des Auswärtigen Amts für 1903 auf 1 035 6G0 Mk berechnet. Die fortdauernden Ausgaben beziffern sich auf 14 832 749 Mk. Neu erscheinen u. a. die Funktionszunabme für zwei wettere mit der Wahrnehmung von Direktorialgeschäften beauftragten Vortragenden Räten und die Besoldung für zwei weitere ständige Hilfsarbeiter. Im KapitelGesandtschaften und Konsulate" erscheinen neu die Dotationen für die Ministerresidenturen in Havanna und Korea.

Im Konsulatsdienst werden neu gefordert: Die Stelle eines VizekonsulS beim Generalkonsulat in Barcelona und eines zweiten Vizekonsuls in Shanghai; das Konsularamt in Singapore wird ht ein Generalkonsulat um gewandelt. Zur Entsendung von Sachverständigen für Handelsange­legenheiten an weitere Plä'-e werden 20000 Mk. mehr ge­fordert. Die Kolonialverwaltung erfordert 831 261 Mark. Die einmaligen Ausgaben des Auswärtigen Amtes betragen 847000 Mk, die einmaligen Ausgaben der Kolonialver­waltung 18129 554 Mk, der Zuschuß für Deutsch-Ostafrika 5 614 800 Mk, für Kamerun 1582600 Mk., für Deutsch- Südwestafrika 6 260 020 Mk, für Neuguinea 882 500 ML, für Samoa 250000 Mk Für Togo wird ein Reichszuschuß nicht gefordert. Insgesamt betragen die einmaligen Aus­gaben in der Verwaltung des Auswärtigen Amtes 18 976 554 Mk.

Der für das kommende Rechnungsjahr erstmalig ge­gliedert aufgestellte Etat für die Expedition nach Ostasien setzt als Einnahmen an: Zweite Zinsrate der Entschädigung Chinas 1096 328 Mk, die rückstänoigen Zinsen aus der Zeit vor 1. Januar 1902 1834 436 Mk, zweite Tilgungsrate der Entschädigung 527 510 Mk. Wie die Er- Wuterungen mitteilen, ist der Anteil Deutschlands an den EntschädigungSzahlungen Chinas endgilttg auf 20,01567 Prozent festgesetzt. Die im Laufe des Rechnungsjahres 1903 zu erwartenden Entschädigungszahlungen Chinas an Deutschland berechnen sich auf 11513 838 Mk, wovon 10 986 328 Mk für ein Jahr Zinsen, 527 510 Mk für den deutschen Anteil an der zweiten Tilgungsrate. Die Ge­samtausgaben aller beteiligten VerwaltungSzweige sind auf 15 332 826 Mark (weniger 17 921 998 Mark veranschlagt, davon 11 762 606 Mk laufende Posten der Heeresverwal­tung. Unter den einmaligen Ausgaben beträgt die Forde­rung der Marine für Pensionen re. 574 000 Mk (mehr 424 000 Mk), Forderung des AUSWärttgen Amts (Rest Mk. 2100 000 Mk (weniger 9 404 824 Mk), ferner Entschädi­gung deutscher Privatpersonen und Gesellschaften für Ver­luste bei den Wirren. Eine Beilage gibt die Gesamtnach­weisung der Einnahmen und $}u9gaben anläßlich der Ex­pedition. Danach sind noch 34 772 344 Mk. verfügbar. Daraus sollen die neuen Posten 1903 gedeckt werden.

Der Etat der Reichsschuld beziffert sich in Ein­nahmen auf 13 400 Mk, in Ausgaben auf 99 750 920 Mk (mehr 6 696 760 Mk), davon für Verzinsung der Reichs­schuld 98935 000 Mk. (mehr 6160 000 Mk). Der Haupt- etat der Schutzgebiete schließt in Einnahme und Ausgabe mit 36 739 500 Mk. (gegen daS Vorjahr weniger 662 996). Die eigenen Einnahmen der Schutzgebiete betragen 9 350930 Mark (mehr 910034), sodaß an Reichszuschüssen erforderlich smd 27 388 570 Mk (weniger 15 730 030). DaS ostasrikanische Schutzgebiet erfordert an Reichszuschuß 5 614 800 Mk. (mehr 749 600). In Zugang kommen unter anderen die Stelle eines .Finanzdirektors und des Direktors des biologisch- landwirtschaftlichen Instituts in Ufambara. Zur Fort­führung der Eisenbahn Tanga-Muhesa-Korogwe bis Mombo wird eine erste Rate von 1000 000 Mk verlangt. Beigegeben ist unter anderem der in der Tagespresse schon erwähnte Vertrag, zwischen dem Reichskanzler uno der deutsch-ost- afrikanischen Gesellschaft vom 15. November 1902.

lieber den Kolonialetat wird weiter hervorgehoben: Im Etat für das südwestafrikanische Schutzgebiet werden unter anderem neu gefordert das Gehalt für einen Ober­lichter. Die Mehrforderung von 160 000 Mk soll teils zu intensiverer Förderung der rationellen Aufforstung, teils zur Bekämpfung der Reblauskrankheit und Heuschrecken­plage dienen. Unter den fortdauernden Ausgaben soll der Fonds von 40 000 Mk. zur Hebung der Viehzucht aufge- nommen werden. Der Hafen bei Swakopmund wird voraus­sichtlich mit Beginn des Rechnungsjahres 1903 dem Betrieb übergeben werden können. Beigegeben ist u. a. eine Denk- schnft, betreffend staatliche Förderung der Besiedelung des Schutzgebietes. Im Etat für Kamerun werden neu ge­fordert das Gehalt für einen Finanzdirektor und einen Oberrichter. Zur Forderung von 100 000 Mk. für Gmnd- vermessungen wird.bemerkt: Die Festlegung der Grenze von Pola bis zum Tschadsee hat durch eine gemischte deutsch­em glische Kommission zu erfolgen. Die Inangriffnahme der Arbeiten ließ sich nicht aufschieben und es war nicht zu vermeiden, schon im Rechnungsjahr 1902 Aufwendungen für diesen Zweck zu machen. Diese Ausgaben werden seiner­zeit als außeretatsmäfiiae zur Genehmigung gestellt. Der Etat für Togo, das einen Reichszuschuß nicht erfordert, balancierte mit 10 955 000 Mk. Im Etat der Karolinen, Palauen und Marianen werden für einmalige Ausgaben 142 500 Mk verlangt. Es soll ein Motorschuner beschafft werden, um den Beamten deS Jnselgebietes die dringendsten dienstlichen Reisen zu ermöglichen. Im Etat für Neu-Guinea betragen die einmaligen Ausgaben 109 500 Mk. (mehr Mk. 53000). Im Etat für Samoa wird bemerkt: In Aussicht genommen ist die Ueberführung von 300 Chinesen. Tas Interesse deutscher Kreise an der Ansiedelung in Samoa

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