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10.1.1903 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

153. Jahrgang

Tmi§- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

ESEBK.-WS

5E33SET

Samstag 1V. Januar 1903

Slbrcfle für Depeschen: «nzetger Gießen.

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Nr. 8

9v|4eUt iügNch außer Sonntags.

Dem A,ebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen- blätter viermal In der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Umvers.-Buch- u.Stein- bruderei lB'etsch Erden) Redaktion, (hrpebtttoa uitb Drucker«!

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Arr östreich-ungarische Ausgleich

iu-

Aus Stadt und Land.

Gießen, 10. Januar 1903.

** Geben klage. Am 10. Januar 1729 wurde zu Skandiano der berühmte Naturforscher Lazaro Spalan-

ständigen; er versichere jedoch, daß die Gesetzentwürfe be­treffend bcn Ausgleich bet uns so lange nicht Gesetzeskraft er­langen, als nicht volle Garantie geboten ist, daß diese auch in Oesterreich Gesetzeskraft erlangen. (Lebhafter Beifall.)

habe die Verhandlungen beschleunigt, damit die Lage ge­klärt werde und ich im neuen Jahre dem Abgeordneteuhause entweder den Abschluß des Uebereinkommens mitteilen könne oder den Eintritt einer Lage, in der wir Krim selb­ständigen Zollgebiet übergehen können. (Zwischenruf: Welche Heuchelei! Ter Ministerpräsident schließt mit der Vcmer- hing, er halte für verfrüht, sich darüber zu äußern, in welcher Weise tott uuS mit Oesterreich in Betreff der parlamentarischen Verhandlung der Ausgleichsvorlagen ver-

wurdr gestern tn der ungarischen Kummer diskutiert. Dor Eintritt in die Tagesordnung ergriff Franz Ko MH das Wort und ersuchte den Ministerpräsidenten S»ell um Auf­schluß über die mit Oesterreich abgeschlossene Vereinbarung. Tie Negierung habe bfüglich des ÄuLglclchS die Grenzen der zulässigen Reserve Üvecschritten und beispiellose Gehemi- niökränierei getrieben. Kossuth fragt, welche Garantien der Ministerpräsident besitze, daß den jetzigen Vereinbarungen nicht ein aleiches Schicksal bereitet toerde, wie dem -tvischen Danssy und Baden! geschlossenen Uebercintommen. Kojsuth ersucht schließlich um Mitteilungen betreffend die Auf­nahme der Barzahlung, Ausschließung der ungarischen Pfandbriefe von der Steuerbefreiung und betreffend die anderen Punkre der Ausgleichsverhandlungen, die er, falls diele, verbreiteten Gerüchten zufolge, in der Weise abge­schlossen worden seien, wie dies in die Oeffentlichkeit ge­drungen sei, für nachteilig hält. (Beifall links.)

Ministerpräsident Szell erwiderte, Kossuth habe richtig aesagt, da- Land habe ein Recht darauf, zu erfahren, was der Inhalt des Ausgleichs sei. Allein Redner habe auch, und -war ohne Kenntnis der Vereinbarungen, auf Grund unzuverlässiger Nachrichten eine voreilige Kritik geübt, die e r nicht berechtigt fntbc. Ter Ministerpräsident fügte hinzu, er könne sich nicht über die mit der östreichischen Regierung geschlossene Vereinbarung äußern, bevor das Nebereinkom- men nicht in aller Horm abgeschlossen, revidiert und unter­schrieben sei. (Zustimmung recht-.) Ties werde in den nächsten Tagen g-.schchen. Er werde die erste Gelegenheit benützen, um vor Einreichung der Gesetzentwürfe über oen Ausgleich im ganzen Umfange, mit allen Einzelheiten und tn voller Objektivität Ausschluß zu erteilen. Ich habe, fuhr er fort, im Sinne des Gesetzes gehandelt, indem ich die Verhandlungen behufs Abschlusses eines Zoll- und Hcmdels- bündnisseS eingeleitet habe. Tiefe Verhandlungen sind aus her ganzen Linie zum Abschluß gelangt und das Einver- nebrnen ist hergestellt (Zwischenrufe: Wenn bas Einver­nehmen hergestcllt ist, dann können Sie ja schon jetzt Mit­teilungen machen, aber Sie treiben Geheimniskrämereis) Ministerpräsident Szell fährt fort: Ich habe ja gesagt, daß ich in einigen Laßen Mitteilung machen werde. Tas ist nichts weniger als Geheimniskrämerei. Ter Abgeordnete Kossuth findet es eigentümlich, daß ich in den letzten Tagen der Verhandlungen die äußersten Anstrengungen behufs Z standekommen des Ausgleiches gemachf habe. (Zwischenruf: Komödie!) Wer von Komödie spricht, hat keinen blauen Tunst von der Sache. Tie Ansicht, daß, falls bis zum letzten Tag des Tezember das llebereinkonrrnen nicht zu stände gekommen wäre, der jetzige. Rechtszustand aufgehört haben würde, ist unrichtig; eS ist in dieser Ansicht weder Logik noch Gerechtigkett. Ich habe diese Meinung übrigens schon früher, und wie ich glaube, glänzend widerlegt. Ich

Volitijchc Tüijrsschau.

Kein Handelsabkommen mit Bulgarien.

,,Nordd. Allg. Ztg." schreibt offiziös: Turch die Presse ist vor kurzem die Nachricht gegangen, daß die bul­garische Regierung daS zwischen Bulgaren und verschie­denen Mächten, darunter auch Teutschland, bestehende Han­delsabkommen gekündigt hat. Tie Nachricht ist, soweit sie sich aus Teutschland bezieht, nicht korrekt, da ein Handels­abkommen fischen Deutschland und Bulgarien nicht besteht. Es bat 1897 zwischen den beiderseitigen Regierungen nur ein ^Notenwechsel stattgefunüeu. durch den Bulgarien der deutschen Einfuhr den Genuß der Vorteile aus der östreich­ungarisch-bulgarischen ^Handelskonvention vom 9. (21.) Te­zember 1896 in Gemäßheit der Meistbegünstigung zusichert, von Teutschland daaegeu der bulgarischen Einfuhr die Be­handlung auf dem Fuße der Meistbegünstigung zugestanden wird. Teutschland hat auf Grund der Kapitulationen mit der Türkei vom 23. März 1701, sowie nach Artikel 8 Absad 3 des Berliner Vertrags vom 13. Juli 1878 Anspruch auf meistbegünstiate Behandluug in Bulgarien. Daran wird selbstverständlich durch Kündigung und durch späteres Außerkrafttreten der handelspolicifchen Vereinbarungen Bul­gariens mit den anderen Mächten nichts geändert.

Abg. Basiermann über den Zolltarif.

Abgeordneter Bassermann hat dieser Tage in einer Ver­sammlung deö Mannheimer Nationalliberalen Vereins einen Vortrag über den Zolltarif gehalten. Redner schilderte da­bei nach einem Bericht des Mannheimer ,Gen.-Anz.", wie fld) gegen die Versuche sozialdemokratischer Vergewaltigung der Reichstag dennoch arbeitsfähig hielt, der Zolltarif ver­abschiedet und dadurch die Möglichkeit geschaffen werden konnte, die Vertragspolitik nicht nur von Jahr zu Jahr zu fristen, sondern auf längere Dauer sicher zu stellen. Abg. Basiermann berichtigte dann ferner die Mißverständnisse und Irrtümer, die durch die bekannte Veröffentlichung eines In­terviews verbreitet worden sind, und zerstörte endlich die Phantasie von dem ,reaktionären" Kartell und dem angeb­lichen Anschlag auf das Wahlrecht, richtete aber einen warmen Appell an das gesamte Bürgertum, bei den Stichwahlen gegen die gewalttätige, unduldsame und illiberale Sozialdemokratie sich zusammenzuschließen. Die Versammlung nahm ein­mütig eine Resolution dahingehend an, der NeichStagsfraktion und ihren Führern Anerkennung und Billigung und dem Abg. Bassermann gegenüber den tendenziösen Angriffen seiner Gegner vollstes Vertrauen auszusprechen.

zani geboren. Seine Entdeckungen, Versuche und Schriften über die Verdauungsfunktionen, den Kreislauf des Blutes und seine Beobachtungen über einen den Fledermäusen eigenen Sinn waren von hoher Wichtigkeit. Spalanzani unternahm größere Reisen nach Deutschland, der Schweiz und dem Orient und beschrieb die Merkwürdigkeiten dieser Gegenden. Er schloß am 11. Februar 1813 die Augen zum ewigen Schlummer.

** Wohltätigkeit. Von Herrn Fernie wurden dem katholischen Krankenhaus 100 Mk. überwiesen.

tz Butzbach, 9. Jan. Der hiesige Tierschutzverein läßt gegenwärtig in unserer Stadtschule eine große Anzahl Exemplare des hübsch auSgestatteten Berliner Tierschutz- Kalenders für 1903 als sinnreiche Neujahrsgeschenke der Schul­jugend. verteilen. Es soll hierdurch das Verständnis für die Tiere und die Barmherzigkeit gegen solche geweckt werden. Im Jahre 1903 finden zu Butzbach folgende Märkte statt: Am 19. Februar, 19. Mürz, 7. und 23. April, 14. und 28. Mai, 18. Juni, 16. Juli, 6. und 20. August, 24. Sep­tember, 8. und 29. Oktober, 23. und 24. November, 17. Dezember.

e. Von der mittleren Wetterau. Die Influenza nimmt hier einen beängstigenden Umfang an. Von einer großen Anzahl von Dörfern hört man Klagen über die Krankheit. Auch die Kinder haben sehr darunter zu leiden. Hie und da (Echzell) treten sogar Fälle von Dyphterie auf. Man schreibt das plötzliche Erscheinen der Krankheit allge­mein dem jähen Witterungsumschlag und dem feuchten Wetter zu. Bei der nassen Witterung erscheint Vorsicht doppelt geboten.

-v. Nidda, 7. Jan. Im Jahre 1902 wurden in der evangelischen Pfarrei Nidda (mit Kohden, Unter-Schmitten, Michelnau und Bad Salzhausen) 71 Kinder getauft (34 Knaben und 37 Mädchen), darunter 3 uneheliche. AuL Nidda waren 38 Kinder, Kohden 8, Unter-Schmitten 17, Michelnau 6, Bad Salzhausen 3. Konfirmiert wurden 45 Kinder (94 Knaben, 21 Mädchen). Aus Nidda 26, Kohden 7, Unter-Schmitten 8, Michelnau 1, Bad Salzhrmsen 2, von auswärts 1. Kirchlich beerdigt: 44 Personen (22 männlichen, 22 weiblichen Ge­schlechts), darunter 1 unter 6 Jahren. Aus Nidda 27, Kohden 7, Unter-Schmitten 9, auS Michelnau und Bad Salzhausen keine, eine Person von auswärts. Die unter 6 Jahren verstorbenen Kinder wurden im Hause eingesegnet. Getraut wurden 33 Paare. AuS Nidda 19, Unter- Schmitten 8, Kohden 4, Michelnau 2, Bad Salzhausen keine. Kommunikanten waren es 1004, darunter 13 Prioat- kommunionen.

Vermischtes.

Ein neuer Aerztestreik. Aus ähnlichen Grüw- den, wie vor zwei Jahren in Leipzig und München, hadert wie aus Gera geschrieben wird, dort sämtliche dem Aerrteverein angehörenden Aerzte der annähernd 9000 Mit­glieder zählenden Texti l-Betriebskrankenkasse tn der Nacht

Die Kortfchritte der Medizin im Jahre 1902.

Cs ist selbstverständlich, daß selbst die Fortschritte nur eines JahreS in der Heilkunde von einem Einzelnen nicht mehr vollständig überschaut, geschweige denn geschildert wer­den können. Es kann sich immer nur um einen Hinweis aus die großen Gesichtspunkte handeln, die zurzeit für den Gang der Forschung maßgebend geworden sind, und um einen Hinweis auf die Richtungen, in denen sich der Fortschritt aus den einzelnen Feldern des weiten Gebietes zu vollziehen scheint.

Wenn eine derartige Schilderung mit einer Besprechung öer Tuberkulose und ihrer Behandlung begonnen wird, so bedarf das gewiß keiner Begründung. Wir sind jetzt endlich aufx dem Standpunkt augelangt, der einen all­seitigen und wirklich mit Tatkraft geführten Kämpf gegen Diese gefährlichste unserer endemischen Krankheiten bedeutet. Im Oktober hat die Internationale Tuberkulose-Konferenz in Berlin getagt. Ihr wahrscheinlich wichtigstes Ergebnis war die Bildung eines Internationalen Zentralausschusses für die Verhütung der Schwindsucht. Tiese Behörde eiitljäü durch die Wahl der Inferenz Vertreter Deutschlands, Eng­lands, Frankreichs, Tänemarls und Ungarns. Tie Gründung dieses Ausschusses ist als der erste Schritt zu einer gemein­samen Bekämpfung einer Krankheit auszufassen, der nur durch vereinigte Arbeit aller Völker ein merklicher Abbruch geschehen kann. England hat sich den bei uns schon länger eifrig betriebenen Maßnahmen jetzt auch mit mehr Energie angeschlossen. Im vergangenen Jahre kam dort ein Preis- ausschreioen über die Summe von 16 000 Mk. für die besten Entwürfe von Sanatorien zur Behandluug von Tu­berkulösen zum Austrag.

Bemerkenswert ist auch der Umstand, daß die Einsicht in die Notwendigkeit der ZwangLimpfung und Wieoer- impfung gegen die Pocken in England mehr und mehr Boden gewinnt, nachdem sich bei einer Reihe von Epide­mien herausgestellt hat, daß auch die Isolierung derKranken der Ausbreitung des Leidens nicht Einhalt zu tun vermag.

Mit Bezug auf den Typhus hat der Vortrag von Tr. Cherry auf dem internationalen medizinischen Kongreß oon Austral-Asien durch die gründliche Behandluug des Stoffes die Aufmerksamkeit erregt. Tiefer L-achverständige bezeichnet das Wasser zwar als das gewöhnliche Mittel

zur Uebertragung bcS Krankheitserregers, Betont aber das Vorhandensein noch anderer Quellen und verlangt dem­gemäß, daß nicht nur die Wasserversorgung einer Stadt oder eines Bezirks einwandftei sein muß, sondern auch die Verteilung der Abwässer und der organischen Abfälle jeder Art, weil der Typhusbazillus sich auch im Erdboden unter Umständen sehr lange lebend erhält. Im südafrikanischen Kriege sind Versuche mit einer Impfung gegen Typhus ge­macht worden, über deren Ergebnisse ein zusammeusassender Berrcht noch nicht erschienen ist. Immerhin ist so viel darüber in die Oeffentlichkeit gedrungen, daß man sagen kann, die Impfungen besitzen zweifellos eine vorbeugende Kraft. Bei den geimpften Soldateir sind nur halb so viel Erkrankungen zu verzcichneu gewesen wie bei. den nicht aeimptten, und außerdem zeigte sich bei den ersteren inner­halb der Erkrankungen eine ausfallend geringe Sterblich­keit.

Tie Forschungen über die Malaria haben in den neuerdings vorgezeichneten Richtungen ihren Fortgang ge­nommen, und namentlich muß immer wieder die Betrieb­samkeit der Schule für tropische Medizin in Liverpool und chrers Leiters Ronald Roß rühmend hervorgehoben werden; über die Verleihung deö Nobelpreises für Medizin an Letz­teren ist das anerkennende Urteil wohl einstimmig ge­wesen.

Auch fiir das Gelbe Fieber gilt jetzt die Ansteckung durch Mosntostiche als ausgemacht. Tie Amerikaner haben namentlich auf Kuba durch gründliche und kühne Versuche nicht nur die Klarstellung dieses Zusammenhangs erreicht, sondern auch eine hervorragende Gesundung durch einen Äoiegszug gegen die dort gefährlichen Stechmücken. Nament­lich hat fich der Gesundhettszustand in der Hauptstadt Havana geradezu glänzend gehoben.

Ein Geheimnis waltet dagegen noch immer über zwei gefährliche Krankheiten, die allerdings noch ferner liegen, nämlich der berüchttgten Schlafkrankheit der Afri­kaner, die sich auch in unseren Kolonien u melden beginnt, und der asiatischen Krankheit Berib ... Tie Heilkunde ver­wendet große Auftnerksamkeit au; Aufklärung dieser Leiden, einmal weil sie die Kolonie!. , sthrdcl r.nb sodann weil eine weitere Ausbreitung imm^.^n im Bereich der Möglichkeit liegt

'nterettanteste und erfolgreichste Gebiet derMedif^N

ist noch immer die Chirurgie. Im Mittelpuntt der Erörterung stand eine Zeit lang die AppendicittS und ihre Behandlung wegen der plötzlichen lebensbefährlichen Er­krankung des englischen Königs. Auch über diesen ein^ »einen Fall hinaus hat die lÄgründung dieser Krankheit ein vielseitiges Interesse, weil sie zusammen nttt bem KrebS zu denjenigen Selben gerechnet wirb, die sich in einer fort­gesetzten Ausbreitung zu besiudeu scheinen. Daß bie Appen- dicitis nicht als eine moderne Krankheit bezeichnet werden kann, wird immer klarer. Sie ist mindestens seit 1836 in der medizinischen Literatur bekannt, wahrscheinlich aber auch sehr viel früher beobachtet worden. Die wichtige Frage, inwieweit o as Eindringen von Fremdkörpern in den T<rrm- fortsatz mit dter Entstehung der Krankhett zusammenhängt, ist noch immer strittig, jedoch stimmen alle Sachverständigen dahin überein, daß in verhältnismäßig wenig Fällen bei der Operation ein eigentlicher Fremdkörper im Anhang des Tarms gesunden wird. Daß gewifteEiiigeweid-^würmer beiEr- zeugung des Leidens auch eine Rolle spielen, ist wahrschein­licher geworben.

Aus einem sehr hohen Stand ist die Operationötechnil der Magen-Krankheiten angelangt, sodaß jetzt auch solche Leiden mtt sehr befriedigendem Ergebnis operiert werden, wo es sich nicht gerade um Krebs handelt. Seit einigen Jahren ist auch die Herausnahme des ganzen Magens, wo eine solche zur Erhaltung des Lebens geboten erscheint, ausgeführt worden, und die Fälle des Gelingens stehen in einem achtungswerten Verhältnis zu denen des Mißlingens.

Ter Krebs wird noch immer gewöhnlich durch Ope­ration behandelt, und der Erfolg dieses Vorgehens ist als befriedigend zu bezeichnen, wenn die Krancheit nicht zu spät erkannt wird. Jedoch beginnt gerade mit Rücksicht auf diese meistgefürchtete Krankheit ein neues Morgenrot zu leuchten, nämlich die Benutzung der Rontgensttahlen. Ge­rade im vergangenen Jahre ist eine Reihe hochbedeutsamer Veröffentlichungen über diesen Gegenstand erschienen. All- settig ist die vorsichtige Zurückhaltung anerkannt worden, die trotz einigster Arbett seit vier Jahren von den beschäf­tigten Aerzten beobachtet worden ist. Es ist dadurch glücklich vermieden worden, bei den zahllosen Krebsleidenden, wie es leider so rft geschehen ist, eine neue starke Hoffnung ^yWrqtfrufeH, ehe Die Grundlage zu ihrer Erfüllung q?