Ausgabe 
9.12.1903 Viertes Blatt
 
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QUAKE

di gerin in Dessau wird im Anschluß an unseren gestrigen Bericht noch folgendes geschrieben: Als bei der unglückseligen Vorstellung am Sonntag die Menageriebesitzerin Fischer einen ihrer Löwen, ein altes, mächtiges Tier, wegen einer Unart leicht züchtigte, sah er die Bändigerin zwar grimmig und heimtückisch an, machte aber zunächst kehrt und schlich nach Katzenart im Käfig umher. Plötzlich sprang die Bestie, als ihr die Dompteuse einmal den Rücken zuwandte, auf die un­glückliche Frau zu, die nur noch zurück" rufen konnte und im nächsten Augenblick schon leblos am Boden lag. Der Gatte der Getöteten, der in den Käfig zu den Löwen ein­drang, um seiner Frau beizustehen, mußte dem rasenden Tier mit einer Eisenstange mehr als 20 mal in Leib und Nachen stoßen, ehe es von seinem Opfer abließ. Das Publi­kum, das in dichten Scharen die Menagerie füllte, war auf das höchste erregt, und der Schrecken stieg noch, als man sah, daß Herr Fischer beim Betreten des Löwenkäffigs die Tür hinter sich offen gelassen hatte. Rasch aber schlossen einige beherzte Leute die Eisentür und verhinderten ein Ausbrechen der Tiere. Bei dem Drängen der Zuschauer nach den Aus­gängen wurden einige Personen, wenn auch unbedeutend, ver­letzt Die verstümmelte Leiche der Frau Fischer wurde noch am Sonntag in das Schauhaus übergeführt. Die Vor­stellungen in der Menagerie nahmen gestern ihren Fortgang.

* Feuersbrünste. In Brüssel brach in einem Holz­warengeschäft eine große Feuersbrunst aus, welche infolge des starken Sturmes rasch an Ausdehnung gewann. In kurzer Zeit waren 7 Gebäude vollständig in Asche gelegt. Der Schaden ist enorm. In Devonport brach im Vor- ratsranm des britischen KreuzersHermes" ein großer Brand aus. Die in nächster Nachbarschaft des Brandherdes belegen'e Granatenkammer wurde vorsichtshalber mit Wasser gefüllt. Man glaubt, es werde notwendig sein, das Schiff zur Löschung des Feuers unter Wasser zu setzen.

Vermischtes.

Berlin, 8. Dez. Heute wurde auf dem Spittel­markt durch den Revolver eines Mannes, der einen Selbst­mord-Versuch verübt hatte, beim Entladen der Waffe ein Unbeteiligter, dessen Persönlichkeit bisher noch nicht fest- gestellt wurde, tätlich verletzt.

* Dortmund, 7. Dez. Der Bahnhofsbau wird die städtischen Finanzen ganz bedeutend in An­spruch nehmen. Die Stadt zahlt zu den Kosten des Bahn­hofsumbaues an den Staat und eine Million Mark, muß aber ferner für Aenderung in den Straßenzügen, die der Bahn­hofsbau zur Folge hat, mindestens noch 1l1/, Millionen Mark auswerfen.

Zwickau, 8. Dez. Der Kassierer Coldiz der Gemeindesparkaffe in Niederplanitz wurde nach einer Unter­schlagung von 28 000 Mark nach Amerika flüchtig. Von der Staatsanwaltschaft ist ein Steckbrief hinter dem Defraudanten erlassen.

* Paris, 8. Dez. Der Hauptmann Banalcon der Kolonial-Infanterie, welcher in der allernächsten Zeit nach China abgehen sollte, durchschnitt sich in einem Anfalle von Wahnsinn die Kehle. Infolge heftiger Regengüsse ist ein Teil der Stadt Gijon vollständig unter Wasser gesetzt. Der Präfekt ist an Ort und Stelle eingetroffen und leitet die Rettungsarbeiten, an denen sich Truppen und Polizei beteiligen. Auch die Stadt Aviles ist teilweise überschwemmt. Eine Brücke ist eingestürzt.

Benevento, 8_. Dez. Gestern abend wurde hier eine heftige und eine weniger starke Erderschütterung verspürt.

* Prag, 8. Dez. Die amtlichePrager Ztg." ver­öffentlicht heute eine Erklärung des Korr. Bureaus, daß die im In- und Auslande verbreiteten Gerüchte über das Fürstenpaar von Windisch-Graetz völlig aus der Luft gegriffen seien.

Zu dem furchtbaren Tode einer Löwenbän-

Kunst und Wissenschaft.

Geestemünde, 8. Dez. Das Schiff der Südpolarervedition G a u ß" wird zur Zeit hier emlöscht und geht nach der Ent- lösebung nach Bremerhaven, wo es bei passender Gelegenheit ver­kauft werden soll.

London, 8. Dez. Ter Philosoph Herbert Spencer ist heute mittag gestorben. (Die Wissenschaft hat wieder einen ihrer großen, England einen seiner größten Männer verloren. Herbert Spencer war 1820 gebot en, begann nach Beendigung seiner Studien als Zivilingenieur, wurde Journalist und Mitarbeiter amEco- nomist", derWestminster Review" undEdinburgh Review", bis er später sieh ganz selbständigen schriststellerischeii Arbeiten widmete. Der Verstorbene galt als der bedeutendste englische Philosoph der Gegenwart; er ist der Begründer eines eigenen Systems, der Evolutions- oder Entwickelmigsphilosophie. Die erste bedeutende Schrift Spencers war eine Statistik der Gesellschaft unter dem TitelSocial Statics 1851 erschienen; im Jahre 1860 begann er nach dem Vorbild von Comte eine zusammenhängende Folge von philosophischen Werken, in welchen die Prinzipien der Biologie, Psychologie, Soziologie und Moral entwickelt wurden; diesesSystem of synthetic philosoph-< wurde 1896 abgeschlossen. Red.)

Nach einer Stockholmer Depesche stellen sich die Nobel» preise in diesem Jahre aui ze 141 357 Kronen 57 De re.

Eingesandt.

Weißt du, wo?

Weißt du, wo der Leiden Fülle Schon am Lebensntorgen plagt- Und aus schwacher Leibeshülle Kindermtmd ergreifend klagt? Hier! 200 kleine Wesen, Liebe Kindlein, auserlesen, Ach, verkrümmt, des Jammers Bild!

Weißt bu, wo die höchste Freude

Deine Hand bereiten kann?

Und dafür aus tiefstem Leide

Heißer Dank steigt himmelan?

Sieh! der Krüppel große Scharen Deiner milden Liebe harren Selig wer Erbarmen hat.

Unsere 200 verkrüppelte Kindlein, die von nah und fern hier ausgenommen, dem tiefsten Elend entrißen, ganz unentgeltlich verpflegt roerben, brauchen so dringend Winterkleider, Wäsche, neue Betten und besonders tröstende Weihuachtsfreude!Alle edlen, guten, milden Herzen, besonders Eltern, die gesunde Kinder haben, werden inständigst um Liebesgaben gebeten. Auch für die geringste Gabe wird fröhlich gedankt und Jahresbericht geschickt.

Angerburg Ostpr., Kinderkrüppelheim.

Braun, Superintendent.

Heranwachsende Kinder essen mit Vor­liebe Quaker Oats, und bleiben durch täg­lichen Genuss derselben gesund und kräftig. Für die Kleinen eignet sich speziell das, auf jedem Packet stehende, Rezept 61 Für den Frühstückstisch. Quaker Oats

halbes Jahr nach der alserlösende Tat" gepriesenen Ver­nichtung des letzten Obrenowitsch

Ein besonderes Interesse scheint Rußland an Ser­bien zu nehmen. Dies Interesse geht soweit, daß kürzlich erst den russischen Zeitungen, denen in der Erörterung der auswärtigen Politik sonst ziemlich bSpielraum gelassen wird, eine Verfügung der Zensurbehörde zuging, sich fortan jedes Angriffs gegen Serbien und insbesondere gegen König Peter zu enthalten. Im Fall der Zuwiderhandlung wurde den Redakteuren sogarStrafe" angedroht. Die An­griffe russischer Blätter gegen Deutschland, die jahraus jahrein wäbren und höchstens gelegentlich einer Kaiserzusammenkunft eine Unterbrechung erfahren, haben unseres Wissens keine ähnliche Verfügung der Zensur ver­anlaßt.

Belgrad, 8. Dez. Ein Gerücht, nwhr"re Militär- chüler hätten den Besuch der Vorlesungen des Oberstleutnants Mischitsch verweigert, nimmt immer bestimmtere Formen nn. Gegen die renitenten Zög­linge ist Untersuchung eingeleitet.

Aus Serbien.

Tie Telegraphenbureaus melden heute aus Belgrad: Ter Finanzminister Radomonitsch suchte seine Entlassung nach, weil der Ministerrat seinen Antrag auf Ersparnisse im Budget nicht angenommen hat. Die durch diesen Rücktritt entstandene Ministerkrisis dürfte auch den Kriegsminister und den Hand els- minister als Opfer fordern.

Die Schwüle vor dem Sturm ist es, die über Serbien /agert. Daran kann nach den neuesten Meldungen kein Zweifel sein. Viele Wochen hindurch hat der interessante Balkanstaat nicht von sich reden gemacht. Tauchte einmal eine ungünstige Nachricht auf, dann setzte sofort, der ser­bische Tementierapparat ein. Die Ableugnung ist jedoch zu Unrecht erfolgt; die Verhältnisse in Serbien sind derart, daß zu jeder Stunde mit einer Katastrophe gerechnet werden muß, die nicht unblutig verlaufen dürfte.. Die Falken des serbischen Volkes", wie König Peter bei seinem Regierungsantritt die serbischen Offiziere schmeichelhafter Weise nannte, sind die Herren der Situation. Der König selbst ist m a ch t l o s und sozusagen der Gefangene der Mörder seines Vorgängers. Das Land steht völlig unter der Säbelherrschaft der Königsmörder, gegen die aber die Opposition der der Untat fernstehen­den Offiziere je länger je mehr wächst. Tie D e m i s s r o n des Ministeriums ßwuitsch, des den Wünschen der Mörder im Ofsiziersrock nicht Folge leisten will, würde die Erbitterung verschärfen und die Gefahr eines Zu- sammenstoßes zwischen den sich feindlich gegenüber­stehenden Offizieren, der natürlich auf die Armee zurück­wirken würde, in bedrohliche Nähe rücken. Wie dre Zu­kunft Serbiens sich gestalten wird, entzieht sich jeder Be­rechnung. Man empfindet nur das eine, daß es so nicht weiter gehen kann. So wenig fest wie die Dynastie Kara- georgewitsch hat die der Obrenowitsch denn doch nicht ge­standen: ein gewisses Maß von Autorität vorkörperte selbst der schwache König Alexander. Peter I. dagegen würde, auch wenn er abdankte, seinem Hause den Thron nicht sichern können. Denn es käme dann eine Regentschaft in Frage, bei der wiederum die K ö n i g s m ö r d e r das entscheidende Wort sprechen würden. Gefahr und Unheil auf allen Seiten so sieht es in Serbien aus ein

^duptverfammfung

desDeutschen Sparkassen-?? rßands 66

Berlin, 8. Tez.

TerDeutsche Sparkassenverband" hielt dieser Tage hier seine Hauptversammlung ab. Als Vertreter des preuß. Ministers des Innern wohnte Geh. Ober-Reaierungsrat v. Knebel Döberitz den Verhandlungen bei. Nach dem von dem Geschäftsführer Direktor Drape Hannover erstatteten Geschäftsbericht gehören 1869 Sparkassen mit einem Ein­egerguthaben von 6201 Millionen Mark demDeutschen Sparkassen-Derband" an. Ter Haushaltsplan des Verbandes beträgt in Einnahme und Ausgabe 21 000 Mk., das Ver­mögen beziffert sich nunmehr auf 14 225 Mk. Die Ver- ämmlung stimmt einem Anträge des Vorstandes bei, die Mitgliederbeiträge versuchsweise a"f ein Jahr um Vs zu ermäßigen, lieberTie Verrechnung des Reserve­fonds der Sparkassen" referierten Svarkassen-Rendant Jlligens-Beckum und Stadtsyndikus Götting-Hildesheim. Beide Referenten vertraten den Standpunkt, daß die von der Staatsregierung zum Gegenstand einer Euan^te gemachte getrennte Verwaltung des Reservefonds der Sparkassen für )ie Sparkassen von keiner allzu großen Bedeutung sei, da bie Sicherheit und das Anwachsen des Reservefonds von der getrennten oder ungetrennten Verrechnung an sich kaum beeinflußt werde. In der Diskussion wurde von den Ver­tretern der Sparkassen nachdrücklich darauf hingewiesen, !> die getrennte Verwalutng des Reservefonds der Sparkassen lediglich eine verwaltungstechnische Frage sei, > dagegen die bezüglich der Höhe des anzu sammelnd en Reservefonds der Sparkassen, und insbesondere die bezüglich der Verwendung der Zinsen des Reservefonds in Preußen geltenden Bestimmungen zu weitgehend seien. Durch diese Bestimmungen würden ungeheuere Summen zur toten Hand angesammelt, die in dieser Höhe zur Sicherung der Sparer und der Sparkassen nicht notwendig seien; das wurde von dem anwesenden Negierungsvertreter bestritten. Schließ- lich nahm Die Versammlung mit allen gegen eine Stimme nachstehende von Justizrat Elze-Halle eingeb rächte Reso- ution an:

Tie Mitgliederversammlung desDeutschen Spar- kassen-Verbaudes" hält dafür, daß die getrennte Verrech-

wvhl den Ausfall beiden Eisenbahneinnahmen dB auch die ungedeckten M a tr i ku l a r b e i t r ä g e a u s g l e i ch e n zu können. Dcr Fonds wird vielmehr seinen Zweck in der Regel nur dann ganz erfüllen können, wenn demnächst die Bundesstaaten zur Deckung von Fehlbeträgen im Reichs haushalt nicht mehr berangezogen werden. Bereits bei der Beratung des Hauptvoranschlag? für 1902/03 war der Wunsch ausge­sprochen worden, die Verwendung der Lotterie-Ueber- schüsse zu Zwecken der allgemeinen Staatsverwaltung auf einen im voraus bestimmten Betrag (etwa 1 Million Mark) zu begrenzen, darüber hinausgehende lleberschüsse aber zum Ausgleich für etwaige Ausfälle anznsammelu oder zur außerordentlichen Schuldentilgung zu verwenden. Diese Absicht konnte seither wegen der ungünstigen Finanzlage des Staates nicht verwirklicht werden. Dem Gedanken soll aber nunmehr dadurch Rechnung getragen werden, daß die einen gewissen Betrag übersteigenden Netto-Ueber- schüsse der Eisenbahnen und der Lotterie dem Ausgleichsfonds zugeführt werden sollen. Eine Zusammen­stellung zeigt, welche Wirkung das im Entwurf vorliegende Gesetz gehabt hätte, wenn es bereits seit 1900/01 in Kraft gewesen wäre. Hieraus gebt insbesondere auch^hervor, daß nur in ganz besonders günstigen Jahren dem Fonds reich­lichere Mittel zugewendet werden können. Es ist nicht mög­lich, und wird oplch von der Regierung keineswegs beabsichtigt, durch den vorliegenden Gesetzentwurf etwa für alle Zeiten oder auchnur für eine längere Reihe von Jahren eine automatisch« Regel­ung des Staatshaushalts herbeizuführen. Ter Entwurf stellt vielmehr nur den Versuch einer teilweisen Regelung dieser Art für die nächste Zeit dar, und es wurde bei der Festsetzung der Aufgaben des Aus­gleichsfonds und bei der Bemessung der ihm zuzusührenden Mittel und seines Höchstbestandes mit der größten Vorsicht verfahren. Es kann keineswegs erwartet werden, daß nach Inkrafttreten dieses Gesetzes etwa alle finan­ziellen Schwierigkeiten des hessisch en Staa­tes dauernd beseitigt sein werden, es darf viel­mehr darin nur der erste Schrit t in den Bestrebungen zur" Erreichung dieses Zieles erblickt werden. Eine nähere Betrachtung der Verhältnisse des Rechnungs­jahres 1901/02 zeigt, daß in diesem Jahre ein Fehlbetrag im Staatshaushalt auch dann nicht hätte vermieden werden können, wenn der A'.'s-^leichfonds bereits damals bestanden hätte und mit reichlichen Mitteln versehen gewesen wäre. Tas Defizit in 1901/02 betrug nämlich 1142 000 Mark. Dem Aus^leichsfonds hätten aber nur entnommen werden dürfen 277 928 Mk. Es würde mithin immer noch ein ungedeckter Fehlbetrag von rund 864 072 Mk. verblieben sein

Tie überraschende Steigerung der Ein­nahmen aus direktenSteuern selbst in einer Zeit wirtschaftlichen Niederganges zeigt aber auch, daß das Großherzogtum im Besitze reicher und sicherer Einnahmequellen ist. Ta auch die Ei se n- bahneinnahmen bereits wieder eine erhebliche Zunahme aufweisen, so darf damit gerechnet werden, daß die derzeitige ungünstige Periode bald über­wunden sein wird. Wenn diese erfreulichen Tatsachen auch nicht von der Verpflichtung entbinden können, auch weiterhin eine stetige Verbesserung der Staats­finanzen anzustreben, so hat doch die Regierung mit voller Absicht geglaubt, von weitergehenden, in die finanziellen Verhältnisse des Gvoßherzogtums tiefer ein­schneidenden Vorschlägen zur Zeit obsehen zu sollen, und sich zunächst mit diesem ersten Schritt. zur Regelung unserer Finanzwirtschaft beschieden. Es bleibt Vorbehalten, in späterer Zeit auf Grund der bis dahin gesammelten Erfahrungen diejenigen Aenderungen und Ergänzungen an dem Gesetz vorzunehmen, die durch die fortschreitende Entwickelung unserer Staatsfinanzen geboten erscheinen.

Eine neue Regierungsvorlage bringt den Ent­wurf eines Gesetzes, den Verkehr mit Fahrrädern und Automobilen auf öffentlichen Wegen, Straßen und Pläßen betreffend. Ter Entwurf enthält folgende ^drei Artikel: Artikel 1: Die polizeiliche Regelung des Verkehrs mit Fahrrädern und Automobilen auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen erfolgt im Wege der Verordnung. Artikel 2: Dieses Gesetz tritt am 2. April 1904 in Kraft. Mit dem gleichen Tage wird das Gesetz vom 8. März 1898, das Radfahren auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen betreffend, in der Fassung des Llbänderungsgesetzes vom 30. März 1900 aufgehoben. Artikel 3: Unser Ministerium des Innern ist mit dem Vollzüge dieses Gesetzes be- auftragt.

nnng und Verwaltung des Reservefonds von mehr neben» sächlicher Bedeutung ist und das eine oder andere Ber­ühren jeder Sparkasse überlassen werden kann. Sie gibt iber ihrer Meinung dahin Ausdruck, daß, wenn der Ne- ervefonds einer Sparkasse 5 Prozent des Einlagebestandes wch nicht erreicht hat, sämtliche Ueberschüsse dem Reserve- onds zuzuführen sind; datz aber, wenn diese 5 Prozent erreicht sind, es genügt, wenn die aus den Zinsen des Reservefonds und dem sonstigen Gewinn der Sparkasse sich ergebenden Ueberschüsse nur noch in Höhe von 50 Prozent dem Reservefonds zugeführt werden. Dieser Prozentsatz ver­mindert sich aus 403(> 20 und 10 Prozent, wenn der Reservefonds 678 und 9 Prozent des Einlagenbestandes erreicht hat."

Ueber ,chie Mitwirkung der kommunalen Sparkassen zur Förderung des bäuerlichen Kredits" hielt Re- gierung§rat v. Boddien-Schleswig einen Vortrag, der die Materie in eingehender Weise zur Darstellung brachte. Die von dem Reserenten vorgetrageneu Leitsätze fanden die Zustimmung der Versammlung, wobei aufy die landschast- ichen Pfandbriefe den Spartassen bei Ankäufen zur Be­rücksichtigung enrpfohlen wurden. Tie nächste Hauptver- ammlung desTeutschen Sparkassen-Verbanoes" soll wie- tzerum in Berlin stattsinden.

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