♦ Leipzig, 8. Oft Heute früh erschoß in Left^rg- Eutritzsch der Zeichner Seifert, der wegen eines Nerven- leidens früher in einer Irrenanstalt war, seineMutter und Schwester und dann sich selbst Der Schuß /ruf einen herbeigeeilten Nuchibar ging fehl.
* Paris, 8. Okt. Gestern abend er schoß in der Nähe der Oper Frau Scheidecker ihren Gatten, einen bekannten Zeichner. Die Frau wollte sich von chrenr Manne scheiden lassen, weil er sie mißhandelte.
* Parisi, 8. Okt Der Mord in Aix les Bains hat jetzt zu einer Aufsehen erregenden Hausdurchsuchung Anlaß gegeben. Diese wurde auf Antrag der Polizei von Chambery im Pariser Terminus-Hotel bei dem russischen Untertanen Nurok, dem Schwager des ebenfalls m Paris weilenden russischen Ministerpräsidenten Witte, vorgenommen. Nurok hat sich zwar im vorigen Monat in Aix-les-Bains ausgehalten, war aber vier Tage vor der Ermordung der Fougere von dort abgereist. Er protestierte daher gegen die Hausdurchsuchung.
-Montevideo, 8. Okt Auf dem Kanonenboot Uruguays „General Rivera" explodierte die Pulverkammer. Der Kommandant und ein großer Teü der Besatzung wurden getötet Das Schiff ist gesunken.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
18. Son ntag nach Trinitatis, den 11. Oktober. Erntedankfest
Kollekte für die Armen. Gottesdienst In der Stadtkirche.
Vormittags 91/« Uhr: Pfarrer Schlosser.
Im Anschluß an den Hauptgottesdienst findet die feierliche Eröffnung des Konsirmandenunterrrchts der Matthäusgemeinde statt, wozu besonders die Eltern und Angehörigen der Konfirmanden eingeladen werden.
Vormittags 11V. Uhr: Kinderkirche Mr die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser.
Die Vorbereitung zur Kinderkirche findet Samstag, den K). Oktober, nachmittags 3 Uhr, im oberen Konfirrnandensaal statt.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrajsiftent Gaul.
Die Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Matthäusgemeinde findet stall Montag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, die der konfirmierten männlichen Jugend Sonntag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr, im oberen Konfirmandeusaat Die Mitglieder werden dazu herzlich eingeladen.
Irr der Johannes kirche.
Vormittags y/t Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Die Kircheu-Rechttttttgen für 1902/03: der Gesamt- Gemeinde (Pfarrhaus an der Südanlage), der Matthäus- gemeinde (Pharrhaus hinter der Kirche), der Markusgemeinde (Pfarrhaus cm der Südanlage), der Lukasgemeinde (Pfarrwohnung Alicestraße 13) und der Johannesgemeinde (Pfarrhaus an der Südanlage) liegen acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht an den vorbezeichneten Stellen öffentlich auf.
Gießen, den 9. Oktober 1903. 7605
Der Gesamt-Kirchenoorstand und die Kirchenvorstände der vier Einzelgemeinden.
Dr. Naumann. Schlosser. Euler.
Bekanntmachung»
Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn.
Montag bett 12. Oktober l. I., vormittags 10Vt Uhr, findet in der Wirtschaft von Ehristian Haubach an der Lahnbrücke zu Gießen die zweite ttttb letzte Versteigerung der Massegrmtdstncke in den Fluren 32 und 33, sowie Teilen der Fluren 28, 29 und 30 statt.
Friedberg, den 8. Oktober 1903.
Der Großherzogl. Feldbereinigungskommissär:
Spam er, Kreisamtmann. 7607
Betr.: Die Erbauung einer Quellwasserleitung zu Ulrichstein.
Verdingung.
Die zur Erbauung einer Quellwasserleitung zu Ulrichstein ersorderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege des schriftlichen Angebots verdungen werden und sind Angebote portofrei, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis
Montag ben 26. Oktober b. I., vormittags 10 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Ulrichstein, woselbst Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen zu Einsicht aufliegen, einzureichen. Die Verdingungsunterlagen sind gegen Erstattung der Selbstkosten von Großh. Bürgermeisterei Ulrichstein erhältlich. Die Eröffnung der Angebote findet in Gegenwart etwa erschienener Bieter statt. Zuschlagsfrist 14 Tage.
Ulrichstein, den 5. Oktober 1903.
Großh. Bürgermeisterei Ulrichstein.
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liiiäw. Ausstellung Giessen.
Nächsten Montag den 12. d. Mts., vormittags 9 Uhr, wird auf dem Ausstellungsplatz der Rest des von dem Abbruch der Hallen gewonnenen 7606
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sowie eine Partie alter Fenster gegen soforllge Bezahlung meist- bietend versteigert.
Der Bau- uud Platzausschutz.
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Gernchtssaal.
ke. Frankfurt a. 2)1, 8. Okt. Von der Strafkammer in Gießen s. Zt. zu 3 Jahren Zuchthaus wegen Sittlichkeitsverbrechens verurteilt darauf, vor zwei Jahren, in Frankfurt a. M. wegen desselben Delikts mll 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus bestraft, verging sich der Schuhmacher Ehristian Gold ha mm er aus Gunzenhausen wiederum an einem acht Jahre alten Kinde. 3 Jahre Zuchthaus werden dem Wüstling zudlltiert.
K o t t b u s, 8. Okt. Das Schwurgericht verhandelte heute gegen den Holzarbeiter Jaegel. welcher am 22. Mai bei Drebkau eine Schwelle auf die Schiene gelegt und dadurch eine Z u g - e n t g l e i s u n g verursacht hatte, durch die eine Person getötet und 'mehrere schwer verletzt wurden. Jaegel wurde wegen vorsätzlicher Gefährdung eines Eisenbahnzuges, wodurch der Tod eines Menschen herbeigefüyrt ist (Strafgesetzbuch § 315, 2), zu vierzehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Staatsanwalt Halle lebenslängliche Zuchthausstrafe beantragt.
Im Anschluß an den Gottesdienst Aufnahme der Konfirmanden aus der Johannesgemeinde. Die Eltern und Angehörigen der Konfirmanden werden hierzu besonders eingeladen.
Nachmittags 2 Uhr: Kindergollesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler.
Im Anschluß an den Gottesdienst Aufnahme der Konfirmanden aus der Lukas- und Militärgemeinde. Die Eltern und Angehörigen der Konfirmanden werden hierzu besonders eingeladen.
Die 4 Chorbilder der Johanneskirche sind vollendet, das Gerüst ist aus der Kirche entfernt, die Hülle vor den Bildern gefallen. Am nächsten Sonntag, Ernte-Dankfest, wird der Gemeinde ün Gottesdienst das ganze neu hergerichtete Chor nebst den Bildern zum ersten mal unverhüllt vor die Augen treten. Nach der an den Vormittags- und Nachmittagsgottesdienst unmittelbar sich anschließenden feierlichen Aufiiahme der Konfirmanden wird den Kirchenbesuchern Gelegenheit geboten sein, auch in der Nähe, durch Herantreten an den Altar, die schönen biblischen Bilder zu betrachten. t ,
Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbcsprechung im Konfirmandensaale der Johanneskirche.
Katholische Gemeinbe.
Samstag, den 10. Oktober 1903.
Nachmittags um b Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag, den 11. Oktober.
19. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6 7a Uhr an: Gelegenhell zur heil. Beicht.
um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
, um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.
, um 9 7, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmlltags um 27, Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz- Andacht mll Segen.
An den Werktagen ist abends um 6 7, Uhr Rosenkranzandacht mit Segen.
Submission.
Für die Großh. neuen Kliniken in Gießen soll die Lieferung nachbenannter Ver- zehrungsgegenstände auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden:
20 Ctr. Aepsel
600 , gute Speisekartoffeln
15 „ gelbe Mäuschenkartoffeln
10 w untererdige Kohlrabi 2 , obererdige Kohlrabi
10 „ Zwiebeln
2 , Roterüben
2 , Meerrettig
10 , Gelberüben
35 „ Weißkraut 150 Stück Rotkraut
400 , Wirsing
200 , Lauch 7224
350 , Sellerie.
Die Lieferungsbedingungen können aus dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen nachmittags von 3—6 Uhr eingesehen werden.
Offerten unter Beischluß von Mustern sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zumEröffnungstermin Dienstag, 20. Okt. 1903, mittags 12 Uhr, auf dem oben erwähnten Bureau einzureichen.
Zuschlagsfrist bis zum 24. Oktober 1903.
Gießen, 25. Sept. 1903. Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken.
Samstag den 10. Oktbr. 1903, nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen von Louis Labroifse stehenden Grundstücke alt 32/73a, neu 15/102 = 900 qm
Wiese am Heegstrauch bei der Müllerwiese und
alt 32/79, neu 15/107 = 1075 qm Wiese am Heegstrauch bei dem Scheidgestriesch
einer einmaligen öffentlichen freiwilligen Versteigerung ausgesetzt Bei Erreichung der Taxationssumme wird der Zuschlag alsbald erteill werden.
Gießen, 5. Oktober 1903. Großh. Ortsgericht Gießen.
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Neueste Meldrtttgen.
Berlin, 9. Okt. Der frühere Herausgeber der „Bert. Montags-Ztg." und jetzige Chefredakteur der „N. Hamb. Börsenhalle", Dr. Max Wittenberg, wurde vom Schöffengericht wegen Beleidigung des antisemitischen Reichstags- Abgeordneten Pastor Krocsell, begangen in einem Artikel des erstgenannten Blattes, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt es, daß der Pastor tatsächlich antisemitische Reden über den Konitzer Fall gehalten habe und agitatorisch und hetzend tätig gewesen sei. Das sei unverträglich mit der Stellung eines Geistlichen. Die ganze Form des Artikels sei aber beleidigend und habe die beleidigende Absicht erkennen lassen. Der Pastor habe geradezu unmöglich gemacht werden sollen. Die Beweisaufnahme habe ergeben, daß der Pastor mit seiner Hausdame intimen Ver> kehr unterhalten habe.
Bayreuth, 9. Okt. In dem Prozeß gegen der» Hauslehrer Dippold sagte der Arzt, welcher kurz nach dem Tode des Heinz Koch gerufen wurde, aus, er hübe die Ueberzeugung gewonnen, daß der Knabe zu Tode geprügelt worden sei. Joachim Koch bekundete, Dippold habe ihn und seinen Bruder mehrfach unzüchtig berührt Die medizinischen Sachverständigen bezeichneten Dippold als hochmütig und gefühlsroh, als einen idealen Schurken und Sadisten, der ber seinen grausamen Mißhandlungen seine Wollust befriedigte. Alle Sachverständigen hielten Dippold für geistig zurechnungsfähig.
Sraßburg, 9. Okt. Der Reichstagsabg. Professor Frhr. v. Hertling hielt auf der Generalversammlung der Görres-Gesellschaft eine Aufsehen erregende Rede über das V er h ä l t u i s v o n Wi s s e u un d,G l au - ben. Hertling wandte sich mit Schärfe gegen die viel besprochene Rede, die Professor Ladenburg in Kussel h-ielt. Der Chemiker Laden-burg habe das Dasein eines persönlichen Gottes, Unsterblichkeit und Christentum geleugnet. Es sei unglaublich, daß Männer, die auf Bildung Anspruch machten, die jeder tieferen Sachkenntnis entbehrenden Behauptungen mit Beifall begleiteten.
Genf, 9. Okt. Beim Besteigen des Mont Blane sind zwei Touristen mit ihren beiden Führern, Geilet und Blanc, von einem schrecklichen Unwetter überrascht worden. Dem Führer Blanc gelang es, sich am nächsten Tage mit erfrorener Nase und erfrorenen Ohren ins Tal zu retten, während die drei übrigen verunglückt sind.
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