Ausgabe 
9.10.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 237

Srschelst tSgttch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der

Woche deigelegt.

ÄotattonSbrud u. Ver­tag der Brüh lachen Untver^Buch- u.Stem- brudevet (Mersch Erben)

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Anzeiger Gieße».

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Erstes Blatt.

1,53. Jahrgang

Freitag L-. Oktober 1903

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

VezngSpretSr monallich75M^otertet- iährltch Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePoft Mk. 2.-viertel- jährl. auLschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnununer bis vormittag» 10 Uhr.

ZetlenpreiS: total 12 U

awBtodrt» 20 Mg. Beravtrvortiich für den poltt and aflgenu Teil, v. ötHto: für , Stabt und 8anb* und .GerichtesaalAugust Götz; für den An- -eiqentetl: Hand Beck.

Bekanntmachung.

Das Proviantamt in Hanau kauft gegen Barzahlung Roggen in Waggonladungen von 200 Zentnern, Hafer in großen und kleinen Posten,

Pferdeheu vom 1. Schnitt nach vorheriger Anfrage, weil die Unterbringungsräume zur Zeit knapp sind,

Roggen st roh, mit dem Flegel, wie mit der Maschine gedroschen.

Die Lieferungen haben frei Magazinhof Hanau auf Ge­fahr des Verkäufers zu erfolgen. Die Getreidearten muffen gesund, trocken, ohne Staub oder Sand, möglichst frei von Beisatz und gründlich gereinigt sein. Zur Beurteilung der Brauchbarkeit der Körnerfrucht ist die Einsendung von un- geschmeichelten Proben von reichlich x/4 Liter erforderlich. Wenn bei großer Entfernung die Lieferung mittelst Fuhre unmöglich ist, dann empfiehlt es sich, daß mehrere Landwirte sich zu einer gemeinsamen Lieferung per Waggon vereinigen und aus ihrer Mitte einen Vertrauensmann (Bevollmächtigten) wählen, der dann mit dem Proviantamt in Verhandlung tritt. Es ist vorteilhaft, wenn die Herren Bürgermeister selbst die Sache in die Hand nehmen und sich der kleinen Mühe im Interesse ihrer Landwirte unterziehen. Den Produzenten wird in jeder dienstlich zulässigen Weise entgegen gekommen; auf Wunsch werden Magazinsäcke zur Verfügung gestellt. Bei Bahnsendungen wird die Bahnftacht verauslagt, sowie die Abfuhr von der Bahn für Rechnung der Verkäufer über­nommen; letztere kostet 6 Pfg. pro Zentner Körner und 15 Pfg. pro Zentner Heu oder Stroh. Die Adresse für den Frachtbrief ist: Hanau Nord.

Auch hat der Ankauf von Hülsenfrüchten und Zwiebeln seitens der Konservenfabrik in Mainz begonnen. Etwaige Angebote sind an die genannte Fabrik oder an das Proviant­amt Hanau zu richten. Geschäftsleute wollen ihre Adresse bei dem Proviantamt niederlegen, damit dieses direkte Auf­forderungen übersenden kann.

Jede weitere Auskunft wird bereitwilligst von dem ge­nannten Amte mündlich wie schriftlich erteilt. Werden be­sondere Preisabmachungen nicht getroffen, dann gilt als Ver­gütung der jedesmalige Tagespreis des Proviantamts.

Gießen, den 8. Oktober 1903.

Großherzogliches Kreis amt Gießen- Dr. Breidert.

UoMische Tagrs schau.

Em Gesetzentwurf über Entschädigung unschuldig Verhafteter.

Die Forderung der Entschädigung unschuldig Verhaf­teter ist unzählig oft in den Parlamenten zur Sprache ge­bracht worden. Daß die Verhängung der Untersuchungshaft die zu Unrecht davon betroffenen Personen nickst nur in gesellschaftlicher Hinsicht schädigt, sonoern auch empfind­liche materielle Nachteile zur Folge haben kann, das ist üne zu alltägliche Erscheinung, als daß sie zu bestreiten n>äre. Bisher wurde aber immer die leidige Geldftage als das hauptsächlichste Hindernis einer solchen Reform ins Feld geführt. Das ist ein durchaus unzulänglicher Ein­wand. Die gesetzlichen Bestimmungen über die Haftpflicht eines Privatmannes für den Schaden, der einem andern auch nur durch ein fahrlässiges Verschulden erwächst, sind sehr streng, und es wird keineswegs darauf Rücksicht ge­nommen, ob dem Ersatzpflichtigen die Erstattung schwer fällt. Das kostbarste Gut des Bürgers ist die Freiheit. Es ist in der Ordnung, daß der Staat, toemt er aus irrtümlichen Voraussetzungen dies Gut einem Bürger für kürzere oder längere Zeit nimmt, ersatzpflichtig gemacht wird. Das kann nach Lage der Dinge zunächst in einer angemessenen Entschädigung geschehen; aber es läßt sich weiter noch daran denken, daß eine amtliche Erklärung in der meistgelesensten Zeitung des Ortes den Makel von dem Verhafteten nimmt, dessen volle Unschuld sich heraus- gestellt hat, ein Makel, der jetzt in vielen Fällen die be­dauernswerten Opfer eines Rechtsirrtums Jahre hindurch verfolgt. Daßetwas hängen bleibt", dafür sorgen ja nur zu geschäftig Böswilligkeit, Klatschsucht oder Neid.

Die hessische Regierung' nun erwirbt sich das hoch zu veranschlag ende Verdienst, den Anstoß zu der Inangriffnahme der R e s o rm zu g e b en. Die hessische Regierung soll bereits, wie man uns schreit, einen entsprechenden Gesetzentwurf imBundesrat e i n g e b r a ch r haben, und voraussichtlich werde der Bun­desrat in allernächster Zeit dazu Stellung nehmen. Es ist dringend zu wünschen, daß der Entwurf die Mehrheit im Bundesrat findet! Denn auch das kommt nicht zuletzt in Betracht, daß die Einführung der Entschädigung un- schuldig Verhafteter geeignet ist, ein sicherlich sehr wirk­sames Vorbeugungsmittel gegen gewisse übereilte und un­zureichend begründete Anordnungen zu bilden, wie sie zu wiederholten Malen die Oessentlichkeit und das Parlament beschäftigt haben. Die Prüfung der Frage, ob eine Ver- haslung vorzunehmen ist, wird im Hinblick auf die Ent- schädigungspflicht des Staates zweifellos mit verdoppelter Vorsicht und doppelt sorgfältiger Würdigung aller Um­stände erfolgen. Damit ist ebenso der Rechtspflege wie der Freiheit des Bürgers gedient.

Ein Attentat russischer Revolutionäre 7

Ein Eiserrbahnunfall ucy russischen Ministers des In­ner^ v. Plehwe, den dieser auf der Fahrt von Ufa nach Tscheljabinsk erlitt, wird von dem geheimen Organ der südrus fischen RevolutionsparteiIskra" (der Funre") als

ein Werk der Ufa-Revolutionäre bezeichnet, die den Mi­nister für die Grausanrkeiten bestrafen wollten, die er an­läßlich der vorjährigen Unruhen in Ufa an zahlreiche Päffonen verüben ließ. Anfänglich bestand die Absicht, den Zug, mit dem der Minister reiste, durchs das Aufreißen der Schienen zum Entgleisen zu bringen. Ein Mitglied des Revolutionskomitees machte sich! jedoch erbötig. Die Ent­gleisung des Zuges sicherer und unauffälliger dadurch be­werkstelligen zu lassen, daß unmittelbar vor chm eine Vieh­herde über das Geleise getrieben werde. Der Vorschlag wgrde angenommen und durchgeführt. DieIskra" be­hauptet, der Minister des Jmrern sei zwar mit dem Leben davon gekommen, habe jedoch schwere Kontusionen erhalten; auch mehrere Passagiere und fast alle Mitglieder des Zugpersonals hätten Verletzungen erlitten.

Deutsches Keich.

Berlin, 8. Okt. Die Stadtverordnetenversammlung beriet den sozialdemokratischen Antrag, den Magistrat um Auskunft zu ersuchen, ob und welche rechtlichen Vor­schriften bestehen, nach denen der Polizeipräsident von Berlin in der Lage sei, den städtischen Schwulen An- toeijungen über den Ausfall des Unterrichts zu erteilen. Oberbürgermeister Kirschner führte aus, daß die Schließ- ungderSchulen amParaoetag vomKaiserbe- fohlen worden sei. Der Polizeipräsident griff nicht aus eigenem Recht in den Schulbetrieb ein, er wurde nur vom Kultusminister mit/ Uebermittlung des allerhöchsten Befehls an die Schulen beauftragt.

Auf dem jüngst in Bonn abgehaltenen Deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftstag hat unser größter deutscher landwirtschaftlicher Genossenschafts- verbano, der über 10 200 Genossenschaften zählende All­gemeine Verband der deutschen landwirt­schaftlichen Genossenschaften in Darmstadt eine Aenderung seines Namens borgeiwntmen. Um einmal Verwechslungen mit dem ähnlich lautenden, städtischen, von Schultze-Delitzsch begründeten Genossenschastsverbande zu vermeiden, dann weiter der Wrmsch, eine kurze, prägnante, die Ausdehnung auf das gesamte Reichsgebiet bezeichnende Firma zu führen, haben ihn bestimmt, die von ihm geführte Bezeichnung abzuändern. Er hat demgemäß die neue Be­zeichnung:Reichsverband der deutschen land­wirtschaftlichen Genossenschaften" gewählt.

, Der Bun desrat überwies in seiner heutigen Sitzung den Antrag Bremens wegen Abänderung der Aus- führungs'bestimmungen zu dem Gesetz betr. die Schlacht­vieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900 und die Fleischbeschau-Zollordnung dem zuständigen Ausschüsse, ebenso den Antrag Preußens auf späteres Inkrafttreten von Vorschriften des Gesetzes betr. weitere Abänderungen des Krankenversicherungsgefetzes vom 25. Mai 1903 für die preuß. Knappschaftskassen den zuständigen Ausschüssen. Ferner wurde denselben überwiesen: die all­gemeine Rechnung über den Landeshaushalt für Elsaß- Lothringen sür das Rechnungsjahr 1898, der Entwurf von Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetze betr. Bekämpf­ung gemeingefährlicher Krankheiten vom 30. Juni 1900 und der Entwurf betr. Ausprägung von 20 Mill. Mark in Kronen.

Die Breslauer So^ialdemokra ten ver­urteilten bei den Debatten über den Dresdener Partei­tag den Revisionismus als den Interessen der sozial­demokratischen Partei zuwiderlaufend, erklärten aber, daß keine Ursache vorliege, dem Reichstagsabg. für Breslau, Eduard Bernstein, das Vertrauen zu entziehen, nachdem dieser die Dresdener Beschlüsse öffentlich als bin­dend anerkannt hat.

Dresden, 8. Okt. Soweit bisher zu übersehen ist, setzt sich voraussichtlich der künftige Landtag aus 54 Konservativen, 22 Nationalliberalen, 2 Reformern, 2 Wil­den, 1 Freisinnigen, 1 Sozialdemokraten zusammen. Die Konservativen verlieren Dresden I, den zweiten städtischen Wahlkreis Bautzen, den 24. ländlichen Kreis, Dresden-Neu­stadt, Land und den 40. ländlichen Kreis Zwickau. Sie ge­winnen dagegen voraussichtlich Leipzig I, den 12. länd­lichen Kreis (Umgegend von Pirna). Die vckckionalliberalen verlieren den 23. städtischen Wahlkreis Plauen und Leip­zig I, sie gewinnen Dresden I, den 24. ländlichen Kreis und den zweiten städtischen Kreis. Die Reformer gewinnen 2 Kreise, die Freisinnigen einen Kreis (Plauen), die Sozial­demokraten einen Kreis (Zwickau-Land).

München, 8. Okt. (Kammer der Abgeordne­ten.) In Beantwortung der Interpellation über die Feuersicherheit der Warenhäuser erklärt Minister Freiherr von Feilitzsch, daß in den nächsten Tagen neue feuerpolizei­liche Anordnungen erscheinen würden, um eine möglichst große Feuersichjerheit der Warenhäuser zu ermöglichen. Beim Neubau von Warenhäusern und großen Geschäfts­häusern sei ein ausreicherrder Abstand von anderen Ge­bäuden einzuhalten. Bei Neuanlage von Warenhäusern sei die Einrichtung von Wohnungen, Werkstätten usw. über den Geschäftsräumen unzulässig, bei den bestehenden dürften nur solche Wohnungen belassen werden, für die feuer» sichere Trennung und eigene Treppen vorhanden seien. Weiter werde gefordert feuersicherer Mschluß der Ver­kaufsräume, feuersichere Trennung der Kellergeschosse, feuer- und rauchsichere Anlage der Treppen und Ausgänge, eine ebensolche Trennung der Lager-, Maschinen- und heizräume. Weitere Anweisungen beträfen die Heiz- und Beleuchtungsanlagen. Bei Neuanlagen werde unbedingt Zentralheizung gefordert, Petroleum- und Spiritusbeleuchr- ung würden nicht zu gelassen. Die Anordnungen enthielten auch Vorschriften über die Revision der Warenhäuser zwecks Aufrechterhaltung der Feuersicherheit

Keer und Alotte.

DieVoss. Ztg." hört, der neue Marine-Etats­voranschlag enthalte bei den Forderungen von großen Schiffsbauten, Linienschiffen und Panzerkreuzern keine Titel für Ersatzbauten, sondern nur solche für Vermehr­ungsbauten. Dagegen seien bei den Forderungen von kleinen Kreuzern zwei Ersatzbauten in Anrechnung gebracht worden.

Ausland.

London, 8. Okt. Die Bereinigung der Bergarbeiter Großbritanniens nahm in einer, in Glasgow abgehaltenen Versammlung mit 89 gegen 5 Stimmen einen Schlußantrag an, der sich, gegen die Ch amb erlainsche Politik richtet. Die Delegierten vertraten 347 000 Bergarbeiter. Nach hierher gelangten Meldungen steht man dem Pro­gramm Chamberlains am Kap im allgemeinen günstig gegenüber. Nachrichten aus Kanada besagen gleichfalls, daß das Programm dort gute Ausnahme fand, obwohl die kanadischen Industriellen nicht geneigt scheinen, weitere Er­mäßigung auf die Zölle für Manufakturwaren als Kon­zession an Großbritannien zum Dank für die Vorzugsbe­handlung eintreten zu lassen, lieber die Aufnahme des Chamberlainschen Programms in Australien ist noch nichts bekannt.

Leeds, 8. Okt. In einer Rede, die Handelsminister Gerald Balfour hielt, führte er aus, die vorzugsweise Behandlung der Kolonien sei aus dem offiziellen Pro­gramm fortgelassen worden, weil sie eine Besteuerung der Rohma terial ien und Lebensmittel mit sich bringen würde, die das Land nicht dulden würde. Die Erwähnung des Rohmaterials in dieser Beziehung ist be­zeichnend im Hinblick auf die Ansicht Chamberlains, daß es möglich sei, den Kolonien annehmbare Vorteile zu gewähren, ohne das Rohmaterial M besteuern. Balfour erklärte ferner, obgleich der Schutzzoll keinen Teil des Re-- gierungsproMamm.es bilde, würde sich die Lage möglicher­weise ändern, wenn Chamberlain die Bestrebungen seiner Mission, die er so glänzend begonnen habe, vollendet habe. Die Regierung sei aber verpflichtet, keine finanzielle Ref orm einzuführen, bevor sie sich an das Land gewendet habe.

Sofia, 9. Okt. Das ministerielle BlattDnevnik" meldete gestern abend, die türkische und b ulg arische Regierung hätten sich in der Frage der Abrüstung verständigt. Bulgarien werde 20000, die Türkei 40 000 Mann entlassen. Nach Durchführung des Abkommens werde Bulgarien alle kürzlich zu den Fahnen gerufenen Reser­visten wieder entlassen.

Konstantinopel, 8. Okt. Nach einer amtlichen Meldung sandte der griechische Erzbischof von Castoria dem ökumenischen Patriarchat einen Bericht ein, nach dem der Bandenfüyrer Tschacalarow mit seinen Genossen im Di­strikte Castoria an der griechischen Bevölkerung Mord­taten und andere Missetaten begangen hat. Tschakällirow' steckte mehrere, Griechen gehörige Häuser in Brand und entführte drei Frauen und drei Männer. Ferner wurden die verstümmelten Leichen einer Frau und eines Mannes im Gebirge aufgefunden. Tschakalarow ermordete außerdem eine Frau und einen Griechen, nach?- dem er dieselben grausam verstümmelt hatte.

Auf der Pforte sind aus Sofia vertrauliche Nach­richten eingegangen, wonach die Zentralleitung des maeedo- nischen Komitees ein Manifest vorbereitet, worin sie er­klärt, daß das Komitee in der Erwartung, daß die Pforte die Unterdrückung der bulgarischen Macedonier und die Ausschreitungen gegen dieselben einschränken werde, be­schlossen habe, die Bandenbewegung und die Dynamit- Attentate bis zum Frühjahr zu sistieren und zu toarten, ob die Pforte die Reform-Viaßregeln bud^r führen wird.

Orscha (Gouvernement Mohilew), 7. Okt. Als heute verhaftete Juden durch berittene Wachtmannschaften aus dem Gefän^gnis zur Eisenbahn eskortiert wurden, ver­suchten ihre Glaubensgenossen, die sich zu Tausenden zu­sammengerottet hatten, die Verhafteten zu befreien, wurden aber mit der blanken Waffe zurückgeschlagen. Zw- nächst wurden zehn Verhaftungen vorgenommen.______

Aus MM und Land.

Gießen, den 9. Oktober 1903.

** Glückwunschdepesche des Provinzialtages. Auf die von dem Provinzialtag der Provinz Oberheffen im Namen der Provinz gestern nach Darmstadt gesandte Glück­wunschdepesche erhielt Provinzialdirektor Dr. Breidert heute folgendes Telegramm:

Wir danken von Herzen dem Provinzialtag für seine so freundlichen Glückwünsche.

Prinz und Prinzessin Ludwig von Battenberg.

** Fly und Slade. Wunder und Geisterspuck sind in unserer aufgeklärten Zeit erkannt als Dinge, die nicht ernst zu nehnien sind. Aber welche geheimnisvolle Anziehung üben diese Begriffe doch auf uns aus! Wir nehmen sie mit aus den Tagen, da wir noch an sie glaubten und wünschen im stillen, es möge ihnen noch einmal jene geheimnisvolle Kraft werden, diese starre, gesetz- und ordnungsmäßige Welt zu durchbrechen. Die gestrige Abendvorstellung des Künstlerpaares Fly und Slade, das auf seinen Reisen schon viel Aussehen erregt hat und im Neuen Saalbau seine Vorstellungen er­öffnete, war darum außerordentlich gut besucht. Frau Slade zeigte sich zunächst im Gedankenlesen als eine merkwürdige Zauberin. Sie wurde mehrere male von zwei Herrn aus dem Publikum mit verbundenen Augen aus dem Saale ge-