Ans Stadt und Land.
Gießen, 9. Sept. 1903.
** Personal Veränderungen bei der Ober-Post- Mrcftion Darmstadt. Überträgen ist: eine Bureaubeamtenstelle L Klasse bei der Ober-Postdirektivn demOber- Postpraltikcurten Ihm aus Höchst (Main). Angenommen sind: zu TelegraKt-engehilfen der Gymnasiast Rcnch und der Realschüler Rixius in Mainz; zum Postagenten der Lehrer Atoll in Selzen. Freiwillig ausgeschicden sind: die Postgehilfin Diery in Darmstadt und die Telegraphen- aehilsin Güngerich in Gießen.
** Postan st a lt auf dem A u s st e l l u n g s p l a fy e. Aus dem Platze der landwirtschaftlichen Ausstellung wird in der Zeit vom 10. bis 13. September auch eine Postanstalt mit Fernsprechbetrieb eingerichtet sein, die sich mit der Annahme und Aufgabe von gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefsendungen und von Postanweisungen befaßt.
** Für Gewerbetreibende dürften, wie uns geschrieben wird, in Ginkommensteuerangelegenheiten einige nun schon in verschiedenen neueren Entscheidungen des Großh. Verwaltrlngsgerichtshvfes wiederkehrende Grundsätze von Interesse sein. Auf verlangte neue Deklarationen hin wurde von der Veranlagungskommission und auf Berufung der Firmeu, welche zu niedrig deklariert haben sollten, auch von der Landeskommission weiteres Beweismaterial verlangt binnen einer Frist, vor deren Ablauf noch eine weitere Alternative gestellt war, andernfalls der Reklamationen wahrscheinlich nicht stattgegeben werden tonne. Eine Firma verweigerte das Verlangen aus triftigen Gründen, bot aber zugleich eidliche Vernehmung ihres Geschäftspersouals, Sachverständige zur Prüfung der Geschäftsbücher oder eigene Versicherung an Eidesstatt an. Hierauf wurde die Reklamation ohne näheres Eingehen auf die genannten Beweismittel abschlägig beschieden, was die Oberbehörde als Mangel des Verfahrens bezeichnete und die Sache zur erneuten Prüfung mrd weiteren Verhandlung zmrnckverwi.es; der Rechtsnachteil, daß gegebenenfalls die Berufung abgewiesen werde, hatte als bestimmt und sicher angedroht werden müssen; auch kann die Landeskommission die Ein sendung von Geschäftsbüchern nicht verlangen, sondern gesetzlich nur Vorlage der Bücher im Geschäfts- lokal der Steuerpflichtigen, wie dies in Artikel 31, 32, 33 des Eiukommensteuergesetzes vorgesehen ist.
)( Lollar, 7. Sept. Seit Jahren ist wiederholl aus den äußerst schlechten Zustand der durch den hiesigen Ort ziehenden Kreisstraße hingewiesen worden. Vor etwa 14 Tagen hat mau nun endlich die Instandsetzung in Angriff genommen zur größten Befriedigung der Ortsein- wohner, denn man setzte als selbstverständlich voraus, daß die O r ts str a ß e in chrer ganzen Länge der dringend bedürftigen Aufbesserung unterzogen werde. Leider hat man sich hierin getäuscht. — Nachdem etwa zwei Drittel der Straße mit neuem Steinbelag versehen und gewalzt war, hat man die Arbeiten wieder eingestellt, die nun, wie man hort, sobald auch nicht wieder ausgenommen werden sollen. — Seitens der Anlieger wird beabsichtigt, nochmals beim Großh. Kreisamte vorstellig zu werden, damll die Straße vor Eintritt des Winters in Stand gesetzt werde.
(k) Butzbach, 8. Sept. Heute früh zwischen 7 und 8 Uhr bot sich auf dem Murktplatze ein ftüher nicht seltenes Schauspiel dar. Die ehemals hier garnisonierende 3. Schwadron der 24 er Dragoner hatte Aufstellung genommen, um auf dem Durchmarsch ins Manövergelände die alle Garnison zu begrüßen. Rittmeister Freiherr von Schauroth hielt eine Ansprache an die Mannschaften, wies auf das schöne Verhältnis zwischen Stadt und Schwadron hin und schloß mit einem Hoch auf die Stadt Butzbach Unter den Butzbachern herrschte großer Jubel über diesen Besuch. Die 24 er Dragoner befanden sich auf dem Wege nach den Kreisen Marburg und Biedenkopf.
' (i) Bad-Nauheim, 7. Sept. Schwer verunglückte hier auf dem Weg ins Manöver der Majorsbursch^e W., ein Dragoner aus der 5. Eskadron des Regiments Nr. 24. Das Pferd überschlug sich zweimal, der Bursche stürzte unter das Pferd und liegt nun schwerverletzt darnieder. An feinem Auskommen wird gezweifelt. Der Verunglückte ist ein Pole.
)( Friedberg, 8. Sept. Eine kriegsgerichtliche Voruntersuchung fand gestern im hiesigen Rathause gegen den Dragoner Sch., gebürtig aus Maibach, Kreis Friedberg, statt Er dient im Dragoner-Regiment Nr. 24, 3. Eskadron, und ist beschuldigt, auf dem Marsch ins Manövergelände vorige Woche in Langen einen Einbruch verübt zu haben. — Ein hier einquartierter Dragoner verursachte am Sonntag in angetrunkenem Zustand einen Äienjchenauflauf, er richtete zuerst den Karabiner gegen sich, dann gegen einen Vo rg e s e tzten. Er wurde verhaftet
(k) Er b e n h a u s e n, 7. Sept. Ter aus Berlin stammende Tienstknecht Wilh. Lutter, welcher seit einem Jahre bei dem Oekonomen Lutz in Kirtorf beschäftigt war, lieh bei dem Fahrradhändler Merkel ein Rad, nm angeblich nach Ober-Gleen zu fahren. Er änderte aber bald seinen Plan und fuhr in der Richtung nach Neustadt auf Nimmerwiedersehen davon.
(k) Maulbach, 7. Sept. Einige Burschen von hier dehnten die Sedanseier etwas stark aus und gerieten bei dieser Gelegenhell lli Streit, wobei das Messer eine Hauptrolle spielte. Einer der Messerhelden wurde so übel zugerichtet, daß an seinem Auflommen stark gezweifelt wird.
Darmstadt, 7. Sept Die hiesige Ortskrankenkasse wird künftig von der Großh. Hoftneierei täglich ein großes Quantum Milch in Flaschen beziehen und in vier Verkaufsstellen der Stadt für Kassenmitglieder zur Abgabe gegen ärztliche Verordnung bereit halten. Zugleich hat der Vorstand die Kassenärzte angewiesen, von dem Verschreiben dieser frischen Milch, deren gute Qualität durch pie Bezugsquelle verbürgt ist, ausgiebigsten Gebrauch zu machen.
Worms, 7. Sept. Gestern nachmlltag stürzte das neun Jahre alte Söhnchen des Schlossers Adolf Gübler aus Mainz in den Rhein und ertrank. — Zwischen 6 und 7 Uhr gestern abend wurde in der Wohnung des Bauunternehmers A. in der Mainzerstraße ein Einbruchsdieb stahl verübt. Der oder die Täter öffneten mittels Nachschlüssels ober Dietrichs die verschlossene Wohnung, erbrachen en dem Wohnzimmer ein Vertllow und einen Schreibllsch und stahlen verschiedene Schmucksachen usw lln Gesamtwerte von etwa 400 Mark. Bis jetzt konnte bo Aglich oer Täterschaft nichts Bestimmtes ermittelt werden (Worms. Ztg.)
Frantsurt a. M., 8. Sept. Auf dem Frankfurter Frwvhofe fand heute abend G Uhr die Enthüllung des von der Stadt chrem verstorbenen Ehrenbürger, Staatsminister Dr. v. Miquel errichteten Denkmals statt Anwesend waren die Tochter, drei Söhne und der Schwiegen
sohn des Verewigten, die Vertreter der Stadt, Stadtkommandant v. Stülpnagel, sowie eine große Zahl geladener Gäste. Oberbürgermeister Adickes hielt die Gedächtnisrede, in der er die Verdienste Miquels um die Stadt Frankfurt, um die Finanzen des preußischen Staates und als einstiger Führer der nationalliberalen, damals größten Partei hervorhob. Nachdem die Hülle gefallen war, legte Oberbürgermeister Adickes im Namen der Stadt einen Kranz am Denkmal nieder, der älteste Sohn des Entschlafenen namen§ der Familie. Weitere Kränze wurden niedergelegt im Wanten der oberen Beamten der Stadt, die schon unter Oberbürgermeister Dr. v. Miquel im Dienst waren, namens der Direktoren mtd Rektoren der städtischen Schulen, namens der nationalliberalen Partei, der Geschäftsinhaber und Geschäftsführer der Diskontogesellschaft, namens der Deut- jdjen Kolonialgesellschaft uno im Auftrage ihres Präsidenten Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg, sowie der Aktien- Baugesellschaft für kleine Wohnungen. Ehorgesang des Lehrergesangvereins unter Leitung des Prof. Fleisch eröffnete und schloß die einfache, würdige Feier. Das Denkmal besteht aus einer halbkreisförmigen, zwei Stufen hohen Plattform, in deren Mosaikboden dtrell über dem Grabe, eine sarkophagahnlichc Bronzeplatte eingelassen ist, die das Miquelsche Wappen, Geburts- und Todestag enthält. Flankiert wird die Plattform von Kallsteinpsosten und im Hintergründe wllksam abgeschlossen von einem viereckigen architektonisch amsgestalleten Obelisken, der ein von der Mauerkrone überragtes Reliesbild des Verstorbenen und darunter die Widmung „Ihrem Ehrenbürger in dankbarer Verehrung die Stadt Frankfurt a. M." trägt. Das ganze Medaillon ist von Lorbeerranken umrahmt. Ar: den vier oberen Ecken trägt der Obelisk hermenartige verschleierte Bronzemasken mit Jmmortellenkränzen.
Vermischtes.
* Hannover, 8. Sept In der Nacht vom Sonntag auf Montag ist der gesamte Silberschatz des Königs- Ulanen-Regiments Nr. 13 von Einbrechern, welche offenbar mit den örtlichen Verhältnissen vertraut waren, entwendet worden. Die gestohlenen 400 Stücke bestehen zum Teil aus sehr wertvollen Geschenken des Kaisers und anderer Fürstlichkeiten. Von den Dieben fehlt bisher jede Spur. Es wird vermutet, daß dieselben unter den jetzigen oder früheren Angehörigen de s Regiments zu suchen sind.
* Berlin, 7. Sept. Weil man ihn den „kleinen Cohn" nannte, hat ein junger Handlungsgehilfe einen Selb st Mordversuch unternommen. Der stets Gehänselte ist nicht groß von Statur; die ewigen Hänseleien hatten schließlich den Erfolg, daß ihm auch die Geliebte seines Herzens den Laufpaß gab. Tas glaubte der Jüngling nicht überleben zu können. Er stieß sich sein Taschenmesser zweimal in die Brust, glücklicherweise nicht allzu tief. Denn das junge Mädchen, das ihn in einer Droschke zur Unfallstation brachte, konnte die tröstliche Zusicherung empfangen, oaß der Heißblüllge dem Leben erhalten bleiben werde.
* Oldenburg, 8. Sept. Der Gymnasiallehrer Risch in Jever wurde heute verhaftet, weil er verdächtig ist, den Aki nist er Ruhstrat des Hazardspiels bezichtigt zu haben.
* Leipzig, 8. Sept. Im Revierort Burgaue erschoß sich der 35 Jahre alte Rechtsanwalt Jahn aus Rudolstadt. Auf einer Visitenkarte bat er um den Transport der Leiche nach Rudolstadt.
* Newyork, 8. Sept. Nach Meldungen, die ein in New Orleans eingetroffener Dampfer überbrachte, wurde die Stadt San-Miguel in 9)ucatan durch einen Orkan z e r st ö r t.
* Die 4. Generalversammlung des Deut- chen Evangelischen Frauenbundes ist für die Tage des 23.-26. September in Bonn angesetzt. Vorträge über: Beeinflussung der Mütter unseres Volkes, die Pflichten und Rechte der Frau in der kirchlichen und bürgerlichen Gemeinde, die Entwicklung der Arbeiterinnen-Schutzgesetz- gebung in Deutschland, die Wohnungsftage usw. sind dafür in Aussicht genommen.
* Eine Nivellierung der Liebe ist — vom preußischen Landwirtschaftsmini st er angeordnet worden, und zwar hat der Minister diese Arbeit dem Meliorationsbauamt zu Marienwerder übertragen. Es handelt sich hierbei natürlich nicht nm das Wiö eitern ent des Gefühls, das zwei Menschenkinder zu einander hinzieht, sondern um die Vermessung des kleinen Flüßchens Liebe, das rechts- feitig in die Weichsel mündet und oftmals zu Rätseln „Was ist die £iebe?" herhalten muß.
* Der Mörder seines Vaters auf der Flucht. Steckbrieflich verfolgt wird der Taglöhner Franz Gustav Späth, geb. 1884 zu Neckarau, welcher seinen Vater, den Schlosser Johann Georg Späth in Kaiserslautern durch mehrere Revolverschüsse ermorderte und sofort nach der Tat flüchtete. Der Mörder ist 1,63 Meter groß, kräftig gebaut, bartlos, blond; er trug dunkelbraune Juppe und solche Weste, schwarze Hose, schwarzen, steifen Filzhut, weißes Trikothemd, an dessen Kragen zwei Quästchen.
* Starker Frost herrscht seit einigen Tagen im nördlichen Teil von Schweden; das Thermometer zeigte in der Nacht zum Donnerstag 5 Grad Kälte. Die Getreidesaaten haben, soweit sie noch nicht geborgen werden konnten, stark gelitten, und das Gleiche ist mit Kartoffeln der Fall. Für ausgedehnte Teile Lapplands gilt bie diesjährige Ernte als sehlgeschlagen. Im südlichen Schweden hat nach einigen Tagen prächtigen Wetters abermals heftiger Regen begonnen.
* ,N och neul" Ein Leser schreibt der „Frks. Ztg.": Auf meiner Ferienreise kam ich auch nach Tuttlingen. Bei der Post spielten drei allerliebste kleine Kinder, die ein winziges, nicht minder nettes Baby in einem kleinen Leiterwagen zogen. Ich sprach die Kleinen an, erhielt aber auf meine Fragen, ob der niedliche Fqhrgast das Brüderle ober Schwesterle sei, keine Antwort. „Aber da wißt Ihr doch sicher, wie es heißt," meinte ich. Als auch hierauf ein energisches Kopfschütteln erfolgte, fragte ich weiter: „Hals denn gar keinen Namen?" „'s isch halt no nail" lautete jetzt die prompte und bestimmte Antwort.
Kunst und Wissenschaft.
Brüssel, 7. September. Auf bem internationalen Hygienekongreß verlangte der O b e r b a h n a r z t Becker (Offenbach- eine wesentlich andere Gestaltung ueo bahnärzt- lichen Dienstes; die Befugnisse oer Bahnarzie müßten erweitert und verstärkt werden. In den Bereich der Eisenbahnhygiene gehören
auch die Erörterungen über die Desinfektion der Eisenbahnwagen, sowohl derjenigen für den Transport von Personen, wie auch für den Gütertransport. Was die Reisenden angeht, so wird insbesondere von französischer Seite lebhaft über den Mangel au Verständnis für die Hygiene beim Publikum geklagt. — Das Bureau des Kongresses weigerte sich, die Resolution über die Schaffung eines H y g i e u e m'i n i st e r i u m s dem Exekutivkomitee zu übermitteln. Die hygienische Maßregelung der Kleinindustrie und die Frage der Landentvölkerung werden dem nächsten 5kon- greß überwiesen. Der nächste Hygiene-Kongreß tagt auf Einladung des Kaisers in Berlin.
Universttüts-Nachrichtru.
_ Der Privatdozent an der Berliner Universität, Dr. L. I u st i, wurde zum a. o. Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Halle ernannt. — Wie mugeteilt wird, hat der Senat der Universität Erlangen auf eine Anfrage des bayrischen AtiuisterinmS hin beschloßen, in Zukunft ftubierenbe Frauen ebenso zu behandeln tvie Männer, das hetgt: deutsche Frauen, die das A b i t u r i e u t e n e x a m e u bestanden haben, sowie Ausländerinnen, die eine dem deutschen Abiturieutenexameu entsprechende Bildung nachweisen können, zu immatrikulieren. Das Abiturieutenexameu eines russischen Mädchengymnasiums wird jedoch nicht als genügend zci einer Immatrikulation angesehen. — Aus Neuenburg wird gemeldet: Hier starb im Alter von 82 Jahrert der Theologe FeUx B o v e t. Seine Hauptarbeit bildet ein zweibändiges Werk über den Grafen Zinzendorf, i)eu Begründer der Herrnhuter-Gemeinden.
Kuninoirtschast.
— Anbauverfuche mitverschiedenenGetreide^ s o r t e n. In diesem Sommer hat der Hessische Landwirtschaftsral eine Anzahl von Anbauversuchen mit verschiedenen Gerste- und Hafersorten im Großherzogtum nach einheitlichem Plane veranstaltet. Die Ergebnisse derselben werden auf der vom 10. bis 13. September in Gießen ftattfinbenben landwirtschaftlichen Provinzialausstellung zur Darstellung kommen. Im Ganzen kommen acht Anbaustellen je für Gerste und Hafer in Betracht, und zwar vier in der Provinz Starkenburg (Crumstadt. Goddelau, Rimbach und Habitzheim), zwei in der Provinz Oberhessen (Alsfeld und Friedberg) und zwei m Rheinhessen (Laurenziberg bei Gau» Algesheim und Flomborn).
— Nach der im „Reichsanz." veröffentlichten Zusammenstellung der Berichte von deutschen Fruchtmärkten sind im August d. I. Weizen und Gerste teurer, Roggen und Hafer billiger geworden. Ter Weizenpreis betrug bei einer Verkaufs- menge von nur 30 095 Dz., die sich auf 55 Marktorte verteilte, 16,oö Mk. für den Doppelzentner gegen 15,80 Mk. im Juli d. Js. und 16,31 Alk. im August dss. Js. Der Roggen, von dem an 72 Marktorten 69 961 Dz. verkauft wurden, hat seinen Durchschnittspreis von 13,22 Mk. auf 12,79 Mk. ermäßigt, während er im August v. I. 13,86 Mk. gekostet hatte. Die Gerste hatte bei einer Verkaufsmenge von 19 684 Tz., an der 46 Markt orte beteiligt waren, einen Durchschnittspreis von 12,75 Alk. gegen 12,58 Alk. im Juli 1903 und 13,89 Alk. im August 1902. Ter Hafer kostete bei einer an 84 Alarktorten zum Verkauf gelangten Menge von 54 979 Dz. im Durchschnitt 13,09 Mk. gegen 13,73 im Juli d. I. und 16,72 Alk. im August v. I. Hiernach sind im Vergleich zum voraufgegangenen Alonat der Roggen um 43 Pf. und der Hafer um 64 Pf. für den Doppelzentner billiger, der Weizen dagegen um 20 und die Gerste um 17 Pf. teurer geworden. Im Vergleich mit dem August des Jahres 1902 sind alle Getreidearten billiger geworden, und zwar der Weizeri um 1,9 v. H., der Roggen um 7,7, die Gerste um 8,2 mid der Hafer sogar um 21,7 v. H.
Handel und Verkehr. Uolkswirtschast.
Berliner Börse vom 8. September 1903.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)
Zu Beginn der heutigen Börse herrschte auf allen Märkten ziemlich rege Kauflust, sodaß die Kurse durchgehends auf dem gestrigen Schlußkurs-Niveau einsetzten. Beunruhigende Gerüchte über die Lage in Mazedonien bewirkten einen scharfen Rückgang der Türkenwerte, und anschließend daran, da sonstige Nachrichten nicht Vorlagen, eine allgemeine Abschwächung des Alarktes; auf österreichische Werte drückte die ungewisse Lage in Ungarn. Als recht fest sind Argentinier zu erwähnen, welche, abweichend von der Gesamttendenz, im Laufe der Börse um ca. einen halben Prozent anzogen; London trat anhallend als Käufer auf. Auf dem Kaffa- inbuftriemarft war trotz Realisierungen eine feste Grundtendenz vorherrschend.
Privat-Diskont 3% Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Deft Kredit. 202.90 202.00
Deutsche Bank . . . 211.25 210.87
Darmstädter Bank . . 136.50 136.40
Bochumer Guß . . . 187.00 187.10
Harpener Bergbau . . 180.00 180.10
Schluß-Tendenz: besser.
Gewerkschaft Gießener Braunstein-Bergwerke vorm. Fernie, Gießen. Der Grubenvorstand beschloß für das dritte Vierteljahr eine Ausbeute von 75 Mk. gegenüber 50 Mk. für das zweite Vierteljahr zu verteilen. Die geschäftliche Lage wird als äußerst günstig bezeichnet. Nicht nur die ganze diesjährige, sondern auch ein großer Teil der nächstjährigen Förderung soll zu guten Preisen bereits verschlossen sein.
Köln, 8. Sept. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, wird bei bei Aktiengesellschaft Phönix in Lahr bei Ruhrort eine Kapitalserhöhung im Betrage von */& Mill, geplant. T i e Dividende ür das ab gelaufene Geschäftsjahr beträgt 7 bis 8 Proz.
Zumilien Nachrichten.
Geboren: Herrn Eugen Wallerstein in Offenbach a. M. eine Tochter. — Herrn Moritz Atay in Darmstadt ein Sohn.
Gestorben: Frau Großh. Hofgerichtsdirektor Atinna Decker, geb, Collischonn, Peter Wasenmüller, Albert Supp, Rentier, Friedrich Wolf, Schriftsetzer, sämtlich in Darmstadt. — Postdirettor a. D. Ernst Hallwachs in Bensheim.
Achiffsiiachrichten.
Hamburg-Amerika Linie.
Vertreter m Gießen S. Elsoffer, Marktstraße.
Hamburg, 4. Septbr. Der Haniburger Schnell-Post- Dampser „Fürst Bisniarck", Kapitän Leithäuser, ist am 4. September , 7 Uhr morgens, wohlbehalten von Hamburg via Southampton und Cherbourg in Newyork angekommen.
Hamburg, 4. Sept. Der Hamburger Postdampfer „Pre-. toria", Kapitän Schrötter, ist am 3. September, 10 Uhr vorm., wohlbehalten von Hamburg via Bonlogne s/M. und Plymouth in Newyork angekommen.
Keine Jahreszeit disponiert die Säuglinge so zu Darin krankheiten wie der omnmer, wo die Nahrungsmittel so leicht den Einflüssen der Temperatur unterworfen sind. Bei allen diesen Krankheiten bewährt sich Kufeke's Kmderniehl, indem es die Darm- gährungeii günstig beeinflußt und die Atilchnahrmig leichter verdaulich macht. Der Gehalt an Mineral- und Eiweißstoffen bildet eine sehr schätzenswerte Vergrößerung der Siahrnng. Das Erbrechen steht sehr bald nach der Darreichung von Knfekc's Kindermehl und auch der Stuhlgang bessert fich oft ohne weitere Aiedikation. 5528
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