Ausgabe 
9.5.1903 Zweites Blatt
 
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Otm Gießener Anzeiger werden tm Wechlel mit dem hrsstschen taiörolrt die »ithener Familien bläuet Dtermal in der

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Zweckes Blatt.

153. Jahrgang

Samstag » Mai 1803

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v '**'

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis: monatlich 7b PI., oiettet» jährlich Mk. MO; durch Abhole- u. Zweigstelle« monatlich 6b Pl.; durch diePosl Mk.L vtenel- |äbrL auSichl. vestellg. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer du» oormuiags 10 Uhr. ßetlenprttt; total 11 au»rodrtl 10 Ufg.

Üetaniroerlhd) Hh den poltL unb attgem. Teil: U Wittko. für ,tabt unb tiantr unb .Venchivfaal* *: Auauft Götz; füt ben An­zeigenteil: Pan« Beck.

>te heutige Mumm er umfaßt 20 Se»leu.

KcUanntlnachung.

In der Zeit vom 2. Mai bis 9. Mai 1903 wurden in hiesiger Stadt

gefunden: ein Spazierstock;

verloren; 1 silberne Damenuhr, 1 rotes Umhäng- täschchen und ein gelbe« ledernes Täschchen, beide mit etwa 82 Mk. Inhalt und eine mattgrüne Wagendecke.

Der Empfangsberechtigte des gefundenen SpazierstockeS beliebe feinen Anspruch alsbald bei unS geltend zu machen.

Gießen, den 9. Mai 1908.

GroßherzoglicheS Poiizeimut Gießen.

Hechler.

Liebig-Museum.

Herr Abg. Köhler-Langsdorf hat die Güte, uns die Abschrift einer von ihm soeben dem Präsidium der zweiten hessischen Kammer der Stände unterbreiteten, uw zweifelhaft zeitgemäßen Interpellation zu übermitteln, die also lautet:

Unterm 2 2. Dezember 1898 habe ich auf dem SO. Landtage 18971900 (Vellage Bd. V. Nr. 614) die folgcnbe Anfrage der 2. Kammer zur weiteren Verhand­lung eingereicht:

Anfrage deS Abg. Köhler-Langsdorf, das Liebig- Laboratorium zu Gießen betreffende

TieEhcmiler-Zeitung" enthält folgende Zuschrift:

Bereits seit dem Herbste 1888 befindet sich daS Gießener chemische Universttaislaboratoriiim in ' einem Neubau in der Nähe des UnioersitätSgebäudes. Mittler­weile hat das ehemalige Laboratorium Lie­bt g S verschiedenen Zwecken gedient. Nach der Ueber- siedelung des Universitäts-Institutes in das neuerbaute Laboratorium erhielt Professor Gasfky den größten Teil des Laboratoriums Justus v. Liebig als Lehrsrätte für Bakteriologie und Hygiene, während daS ehemalige Audi­torium für Küchenzwccke der benachbarten Universitäts­klinik eingerichtet wurde. Aus den Händen von Professor Gaffky ging die der chemischen Untersuchung geweihte Statte in den Besitz des Untersuchungsamtes der Provinz Oberhessen über. Gegenwärtig steht das Laboratorium unter dem Tirektorat von Professor Elbs, der dort sein physikalisch-chemisches Pvakttkum nebst Vorlesungen ab­halt. Mtt dem Frühjahr 1899 wird aber auch dieses In­stitut aus dem alten Liebig scheu Laboratorium scheiden und in einen Hieubau übersiedeln, den es alsdann mit dem physikalischen Institut teilen wird.

Was aber wird aus dem alten, auch in feinem schmucklosen Gewände ehrwürdigen Laboratorium von Justus v. Liebig, der hier als Erster in Deutschland einen für bie ba- m alige ZeitalSMusterstätte geltenden Bau für benpraktischen Unterricht in ber Ehemie schuf? <schon wird ein Teil zu Küchenzwecken verwendet. Soll nun auch das ganze Gebäude der pio,aischen Gegen­wart zum Opfer fallen? Tas Haus selbst entspricht weder im Innern noch un Aeußern der Neuzeit, es wird daher wohl in nicht allzu langer Zeit dem Niederreißen geweiht jein, wenn nicht und daraus hinzuweisen, ist der Zweck dieser Zeilen alle berufenen Kräfte sich bei Zeiten regen und eine so denkwürdige historische Stätte vor dem Untergänge retten."

Angeregt durch diese Zuschrift, unternimmt es der unterzeichnete Interpellant, die Aufmerksamkeit der Großh Regierung auf die erwähnte Angelegenheit zu lenken. Tenn es ist Gefahr im Verzüge. Schon regt man sich in Gießen, um den Platz, wo jetzt noch das Anatomie- gebäubc steht, zur Bahnhofserweiterung zu ge­winnen. Leicht möglich wäre es alsdann, daß aud.) das Laboratorium in Mitleidenschaft gezogen würde. Doch die Zerstörung dieses denkwürdigen Gebäu­des zu verhindern, sollte für alle Hessen eine Ehrensache fein. Denn das Hessenland darf stolz fein auf feinen großen Sohn Justus Liebigund füllte bie Stätte, ba berf elbe feine höchsten Triumphe feierte, so lange der Nach­welt zu erhalten suchen, als dies nur irgend möglich ist. Und möglich ist dies noch. Schon regen sich Stimmen, bie verlangen, daß in dem Gebäude ein Liebig- Museum eingerichtet werben möge. Man nimmt Bezug daraus, daß heute noch Vielerlei (Bücher usw.) aus Liebig- scher Zeit erhalten sei, und lwfft, dies alles in diesem Haufe wieder vereinigen zu können. Hand in Hand damit aber empsiehlt man, dem Museum durch systemarifche Ausstellung von geeigneten Sammlungen den Charakter eines Mu­seums für die allgemeine Geschichte der che­mischen Wissenschaft zu geben.

Aus Grund dieser Ausführungen erlaube ich mir bie An­frage:

,^Jst die Großh. Regierung bereit unb gewillt, bas Liebig-Laboratorium zu Gießen dem An­denken Liebigs zu erhalten, unb in demselben ein Museum der Geschichte der chemischen Wissenschaften einzurichten?"

Diese Interpellation wurde ohne Antwort gelassen. Zwar besteht heute wohl Nicht mehr die Gefahr, daß die Bahnhofserweiterung bie Beseitigung des £iebig- Laboratoriums erheischt, aber mit ihm selbst ist es Tag für Tag schlimmer geworden unb heute, ba es nun gänzlich zu einer Lumpen- unb Rumpel­kammer herabgewürbigt ist, erscheint es als ein Monument der Schanbe für un[er Hessenlanb und bie Stadt Gießen.

Nachhaltig diesem schandbaren Zustande entgegenzu­wirken, dazu scheint eS nunmehr bie höchste Zeit zu fein. Besonders aber bie gegenwärtigen Tage, in bie am 12. Mai bie Feier des hundertjährigen Geburtstages von Justus v. Liebig fällt, da bie Augen ber Gebildeten aus aller Welt auf Darmstadt unb Gießen sich richten, sie bürften als bie geeignetsten erscheinen, bie alte Schuld gegen Liebig und uns Hessen selber abzutragen.

Unterstützt von biefen günstigen Umständen, nehme ich darum meine Interpellation vom 22. Dezember 1898 hiermit wieder auf, indem ich wiederholt die Anfrage stelle:

Ist bie Großh Regierung bereit unb gewillt, baS Liebig-Laboratorium zu Gießen bem Anbenken Liebig- zu erhalten, unb in bemfelben ein Mu­seum dec Geschichte ber chemischen Wissen­schaften einzurichten?

Langsdorf, den 7. Mai 1903.

Köhler-Lang Sdorf.

Die Balkan-Unruhen.

Die Diplomaten gehen auch in diesem Jahre ber Sommerruhe verlustig. Diekleine Orientfrage" hält die Kabinette in Bewegung. Gegenwärtig ist die Gefahr, in bie Balkanwirren hinemgezogen zu werben, am größten für Fran kreich, daS bekannllich bie Ehre genießt, ben Fürsten Ferdin a n b von Bulgarien bei sich zu sehen. Nur der politische Instinkt kann ben Fürsten nach Frankreich geführt haben, zu einer Zeit, wo seinem Lande vielleicht ber Krieg broht. Fürst Ferdinand sucht Deckung hinter einer Großmacht, weil er sich sagt, daß ein Krieg mit der Türkei ihm andernfalls Land unb Krone kosten kann. Und diese Macht ist Frankreich, denn Fürst Ferdinand talfulicrt wohl folgendermaßen: Die Republik hatte unlängst einen Konflikt (Lorando-Tubini- mit ber Türkei ,^Operettenfahrt" des französischen Geschwaders nach Cypern, unb Minister Delcasss erhielt jüngst von seinem russischen Kollegen, dem Grasen Lambsdorff, vor aller Oessentlichkeit eine derbe Lektion in ber Balkanpolitik. Teleasse dürste also von freundschaftlichen Gefühlen für den Großsultan sich frei wissen, anderersetts aber von Groll gegen den Grafen Lambsdorff erfüllt fein, denn er, Delcasss, hat in beiden Fällen an staatsmännischem Ruf Einbuße erlitten. Folglich ist Delcasss der Leidensgefährte des Fürsten Ferdinand da Rußland auch letzteremUngemach" verursacht ableh­nende Haltung gegenüber den ,Königsträumen" des Bul­garenfürsten, und da die Spannung zwischen Konstanti­nopel und Sofia einen hoben Grad erreicht hat.

ES fragt sich nun, ob Minister Delcasss in die Rolle sich drangen lassen wird, die chm des Fairsten Ferdinand Be­rechnung zumeist, Geschähe es, bann wäre die Republik einer empfindlichchi biplomatischen Nieberlaae gewiß. Denn Rußland hat bewiesen, baß es auch dem Verbündeten gegen­über keine Rücksicht kennt, wenn es sich um bie Wahrung seiner Vorrechte auf dem Balkan handelt. DasHände iveg!", bas alsbald von der Newa zur Seine schallen würde, müßte diesmal Herrn DelcassS hinwegfegen oder eine Reaktion gegen daS Auftreten Rußlands Hervorrufen, bie den Bestand des Zweibunds in Frage stellen kann.

Auf eine Lockerung dieser Allianz wird auch von eng­lischer Seite hingearbeitet. Dem KonstantinopelerStan- dart"-Korrespondenten zufolge soll der russische Botschafter bei seiner letzten Konferenz mit dem Großvezir die Möglich­keit einer östreichischen Okkupation eines Teiles von Mace- donieu angedeutet haben. Daß uneigennützige Absicht dic englischenWarner" kettet, wirb kaum jemanb glauben, denn auf das im Trüben fischen hat sich die britische Staats­kunst allezeit verstanden.

Die Diplomatie muß auf der Wacht sein, nm zu ver­hüten, daß die europäische Politik duckch die Balkanwirren in Mitteidenschaft gezogen wird. Bulgarien hat die Geduld der Pforte auf eine harre Probe gestellt. Sollte früher oder später die Vergeltung über den Fürsten Ferdinand und sein Land hereinbrechen, so würde dieses Schicksal nicht un­verdient fein. Deutschland steht im Ernstfall im Hinter­grund ; auch heute noch ist ihm die Balkanpolitik nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert.

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Aus Berlin, 8. Mai, wird uns geschrieben:

Die Feuerlöscher sind eifrig beschädigt. Wie wir ver­nehmen, wird ber Pforte von allen Seiten zugerebet, unter keinen Umständen bie Gebuld zu verlieren gegen Bulgarien unb es nicht zum Krieg kommen zu lassen, der die Balkan­frage in ihrem ganzen Umfange aufrollen müßte. Tie deutsche Diplomatie ist neben derjenigen Rußlands unb Oesterreich-Ungarns in erster Reche in diesem Sinne tätig. Rußland hat übernommen, nochmals seinen Einfluß auf Bulgarien auszuüben; erstens nach der Richtung hin, daß die bulgarische Regierung mtt wirllicher (Energie bem Ver­schwörer gesinbel zu Leibe rückt, zweitens, baß ber Verkehr mit Konstantinopel mit weniger gereizten Formen erfolgt, denn bie türkischen Beschwerden seien nur zu sehr berechtigt. Es Hst zu erwarten, daß, wenn nach ben unmittelbar an den Fürsten Ferdinand gerichteten eindringlichen Vor­stellungen nicht sehr bald ein entschiedener Kurswechsel in Bulgarien ein tritt, Rußland entroeuer selbständig oder im Verein mit Oesterreich-Ungarn eine Kundgebung veröffent­licht, bie an Wucht unb Deutlichkeit der Sprache alles hinter sich läßt, was in ber jüngsten Zett über bas in Sofia betriebene Doppelspiel enthüllt wurde. Tie Pforte hat das Belastungsmaterial auf das sorgfältigste gesammelt, und es soll für bie bulgarische Regierung von außerordentlich kompromittierender Art fein . Tie bulgarischen Banden haben bie fast lächerliche Unvorsichtigkeit begangen, sich vielfach auf schriftlichem Wege zu verftänbigen. Höchst akkurat ausgeführte Pläne, Namensverzeichnisse, Briefe sind den türkischen Behörden in die Hände gefallen. Tas ist

bieDummheit ber Verbrecher", von denen die Kriminalistik der ganzen Welt zu berichten weiß; auch der klügste, ab» gefeimt)te Verbrecher läßt bei Begehung seiner Tat irgend­eine unbe greif! ich törichte Lücke. Die macedonischen Lv- mitees haben zu viele zu Mittvisfern gemacht; die notierten sich bann vielleicht von ber Verschwörereitellett verlockt, auch eine bekannte psychologische Erscheinung wacker auf, was ihnen anbet traut war, unb bank dieser exakten Buch­führung hat man jetzt in Konstantinopel bie Fäben ziemlich vollskänbig in ber Hand. Die heutigeNordb Allg. Ztg." bemerkt zu den Ereignissen:Die Lage auf ber Balkan Halbinsel ist andauernd ungeklärt, doch scheint zu ernsteren Besorgnissen kein Anlaß vorhan- d e n". Die Pforte venvahrt sich gegen bie Annahme, daß sie zum Kriege gegen Bulgarien rüste. Aus Wien loirb ber Kreuzztg." mitgeteilt:An der ernsten Auffassung ber Lage in biplomatischen Kreisen hat jich zwar nichts ge­ändert, allein man hofft noch immer, daß es nicht zum Aeußerften, b. h. zum Kriege zwischen ber Türkei und Bulgarien, kommen werbe." Der Druck auf bie Pforte besteht darin, baß sie nach diesem Kriege Gefahr läuft, ihre Stellung einerRevision" unterzogen zu sehen. Nicht die Opfer unb Lasten bes Krieges, sondern fajt mehr noch die Friedensschlußoerhandlungen bilden wegen der Möglichkeit der Einmischung ein Abschreckungsmittel, das wohl im Mdizpalast feine Wirkung behaupten wird.

lieber die neuesten Vorkommnisse sei noch folgende- nach ben uns vorliegend en Telegrammen der Depeschen- bureaus gemelbet:

In Mo na st ir warfen Bulgaren in die Moschee Bomben, die nicht explodierten. Dank energischen Ein­greifens türkischer Soldaten wurde die Ruhe nicht gestört. In einem Torf bei Serres griff eine bulgarische Bande türkische Soldaten mit Bomben an. Tie Bande wurde um­zingelt und vollständig vernichtet.

In Monaslir und Umgebung sind hundert Bub« garen verhaftet. Diejenigen, welche Widerstand leiste­ten, wurden erschossen. Drei Privalleute wurden ti»n einem Bulgaren verwundet.

Aus Mouastir liegen ferner folgende überein stim» menbe Konsul arm eloungen vor. Bei bem Dorfe Unter- Oryzari, zwei Kilometer nordwestlich und bei Eopovz, zwölf Kilometer westlich von Mouastir, fanden Kämpfe mtt Banden statt. Es verbreitete sich das Gerücht, daß eine Bande in die Stadt eindringen werde. Gleichzeitig wurden bei den Hauptmoscheen und bei einigen kleinen Moscheen Dynamitbomben geworfen, die jedoch auch nicht explodierten. Einer der Tater wurde verhaftet. In­folgedessen wurden ber Bazar sowie alle Geschäfte geschlos­sen. Tie Bevölkerung schloß sich in die Häuser ein. Der Wall ergriff energische Sicher he ttörnaßregeln. Die Gar­nison, bestehend aus 4 Bataillonen und 12 Batterien, ist allen Eventualitäten gewachsen.

Am 4. Dttll wurde in Saloniki bie Verhängung des Stanbrechts, nicht bes Belagerungszustanbes, amtlich pvollamiert. Die polizeilichen Siachforschungen nach den Mitschuldigen ber Komtteemitglieder und sonstigen bächllgen werden eifrig fortgesetzt. Die Stadt ist Tag und Nacht gut bewacht; bie Ordnung ist nicht gestört. Handel uni> Verkehr begannen wieder. Nachrichten, daß fremde Truppenabteilungen gelandet seien, sind falsch Dagegen sind drei französische Kreuzer nach Saloniki unterwegs. Tamit die in Saloniki zurückbehaltenen Bataillone der Redifdivision Konia, welche für die Aktion von Omer Ruschdi Pascha bestimmt sind, frei werden, wurde die Mobilmach- ung der restlichen sech? Bataillone der kteinasiatischen Re­bifbrigade angeordnet.

Tem2terl Tagebl" wird aus Konstantinopel telegra­phiert: In Saloniki wurden 13 Dynamit-Ver­schwörer erschossen, docy scheint man bie Häupter der Attentate nicht bekommen zu haben. Es zirkulieren Ge­rüchte von dem Rücttrttt des Groß-Vezirs.

Tie Mttteilung französischer Blätter, nach denen der deutsche Geschäftsträger bei der Pforte eine Entschädigung für die deutsche Schu 1 e in Saloniki verlangte, ist schon deshalb falsch weil die sogenannte deutsche Schule daselbst nicht dem deutschen Scyutze untersteht. Die in Prizren verhafteten 20 albanesischen Hodscha sind nach Mosul verbannt. Türkische Truppen sind in Tjakowa eingezogen und von ber Bevölkerung mit Ehrenbezeugungen em­pfangen. Ebenso ist Jpet ohne Wiberstanb besetzt.

'Aach offiziellen Erhebungen beträgt bie Zahl ber in Saloniki getöteten Bulgaren 35, von denen sich einige selbst vergifteten.

Nach verttaulichen Nachrichten scheinen bie Albanesen den Widerstand aufzugeben, weil von türkischer Seite ver­sichert Pird, bie Truppen-Konzentrierungen in ihren Ge­bieten erfolgen hauptsächlich gegen eventuelle kriegerische Absichten ber Nachbaritcutten. Bei bem Zusammenstoß bei Krapeschta wurden zwei Offiziere unb mehrere Soldaten verwundet. Die Bande, welche nur 10 Mann stark gewesen sein soll, wurde ganz aufgerieben. In den Dörfern der Um­gebung wurden 30 Personen verhaftet.

'Nach "Angaben der Pforte qt nicht General Zont- schew, sondern der Bandenführer Deltschew bei bem Bandenkarnpf im Sandschak Serres gefallen.

Tie Ncachricht, die letzte Beschwerdenote der Pforte fei von der bulgarischen Regierung nicht ange­nommen oder zurückgeschickt worden, ist unzutreffend. Mi­nisterpräsident Danew ersuchte den türkischen Kommissar, die Note zurückzunehmen, weil sie einige ungerechtfertigte Beschuldigungen gegen Bulgarien enthalte. Tiefem Er­suchen tarn dcc türkische Kommijsar nach, nachdem er ent­sprechende Instruktionen aus Kon>unttttiopel erhalten hatte.