Ausgabe 
9.4.1903 Zweites Blatt
 
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Donnerstag v. April 1903

153. Jahrgang

Zweites Blatt.

Z)ie heutige Hiummer umfaßt 12 Seiten

Nr. 84

r|*det täglich auüet Sonntag».

Tfm tSietzener Anzeiger werden im Wecdiel mit dem hesßiche, tanlwirt dieicfjtner SemUlri- blätter viermal in der 'hlodx txifleleflL

IRoianonibrud u. Ver­lag der Brüh l 'ichen Uriiverl.-Buch- u.6iftn- b rüdem (tiiedd) Urbtn) Redaktion, Lrvedino, und Druckerei:

Echalftraße 7.

Ibrefte für Deoelchen: Anzeiger Wieben.

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Aus ^ladl und janü.

Gl en, 9. April 1903.

** Karfreitag. Auf halber Höhe des Passes, der vom Sandertal in der Schweiz über bie Qfcmmi ms Rhone- tat führt, leuchtet dem Länderer von einem in den Felsen gehauenen Rreud die Inschrift entgegen: ,LniCa »pe.,b. Die einzige Hoffnung. Ein langes Mädchen i|t bort vor Jahren durch den Feyltrllt ihres «aumtiers vor den Augen ihrer Eltern in die Tiefe ge|turzt, und nun bleibenden (£> dächtnis daran haben die Eltern dies K^euz geftistet. Es bedeutet aber mehr, als nur ein Denkmal für das |o iah aus dem Leben gerissene Menschenkind: es i|t em ergreifen- des Reuanis, bau es einen Troü und eine Hoffnung giebt, bie härter finb, als das furchtbarste Leid, baß es einen Halt'gllbt für das Menschenherz, der sich bewährt auch in den schwersten Stürmen, einen Schlu,iel auch sur die dunkelsten Raisel des Lebens, einen heilten «um deS Gebens auch in aller Verworrenheit der Ledens,ch.ckfale: das Kreuz

Christi. ES mag sein, daß Friedrich Naumann recht hat wenn er in fernenBriefen über Religion" m der iuife" schreibt, daß das einem Geschlecht, das nicht mehr in den ©eDanten der Bibel lebt, schwer in klaren Worten

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General-Anzeiger

v ** den poltt und allflem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen HMß V *r ' getQentftl: Hans Beck.

deutlich -u machen ifL Aber auch bie« Geschlecht kommt von dem Kreuz und dem Gekreuzigten nicht loS. Noch keiner, her eS versucht hat, hat dem ödjnen und Verlangen der Seelen, mit sich und den Forderungen be» Lebens in Einklang zu vom men, einen anderen, besseren Weg der Erlösung, der inneren Befreiung, der Versöhnung und deS Frieden- genhefen. Dor der Majestät des Kreuzes wird alle MenschenweiSheit so klein, und vor der Glut der Liebe gegenüber, die dort lodert, wird alles so matt und kalt. Gewinnen heute die Trümmer von Babylon wieder Leben und Spracl>e man wird auch einmal wieder deutlicher die Sprache de- Kreuzes verstehen: Urne» epe» Die einzige Hoffnung I

Gründonnerstag! Die Erstlinge des Frühling» tehen -um Verkauf, die ersten grünen Kräuter zur Supve, >er erste Staudensalat, die ersten Radieschen! Am Gruw, Donnerstag, Der bekanntlich dem Gedächtnis der Einsetzung des helligen Abendmahls gewei ' ist, pflegte besonders die Sitte der Fustwaschung und S^ci,ung von zwölf Armen üblich zu fein, in Rom bekanntlich vom Papste selber an , iuolf Greifen vorgenommen. Aber auch in Wien ist diese Zeremonie der Fugwaschung immer sehr feierlich gewesen. Nachdem zwölf Lllinner im Ritters aale der Hofburg olanzend bewirtet worden, kniet der Kaiser vor ihnen nieder, um ihnen die Füße zu waschen. Die Kaiserin verrichtet das Gleiche an zwölf alten Frauen. Alsdann werden die so Geehrten, noch reichlich beschenkt, entlassen. In England pflegten früher ttämg und Königin fo viele Arme zu be­wirten, als |ie zusammen Jahre zählten. Bei den Sveiien zeigte sich besondere Vorliebe für daS Grüne, z. B für SajnittlQud) und grüne Kerbelsuppe. Der Gründonnerstag ist derTag der Grünen", b. h. der öffentlichen Büßer, die nach der während der Fastenzeit vollbrachten Buße von ihren Vergehungen und Kirchen,traten losgesprochen und als Sündeiilose wieder in die Gemeinschaft der Chriften auf­genommen wurden, um zur helligen Adendmahlsseier zu­gelassen zu werden. Jene Lossprechung war in der früheren Kirche eine Haupt Handlung am Donnerstag vor Ostern.

- Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege. Der heutigen Nummer liegt der Jahres­bericht des Vereins bei. Wir empfehlen seinen Inhalt der Beachtung unserer Leser, besonders denen, die noch nicht Mck- glieber des Vereins finb. Der Verein hat sich Aufgaben ge­gellt, zu deren Erfüllung sowohl eine Vermehrung der Mit­gliederzahl wie der Beiträge und sonstiger Zuwendungen nötig ist.

* Die Gemälde-Ausstellung am Brand ist morgen, am Rarfreitag, von 11 bis S Uhr mittags ununter­brochen geöffnet Die Kollektion von Bruno LiljesorS bleibt nur bis zum 27. d. MtS. ausgestellt. Alle übrigen ausgestellten Gemälde bleiben voraussichtlich nur bis zum tfteuag der kommenden Woche in der Ausstellung, da vorn 19. d. NllS. biS 8. Mai eine Ausstellung der Karlsruher Kunstgenossenschaft (69 Gemälde) veranstaltet wird. ES sei daher der baldige Besuch der gegenwärtigen, reichhaltigen unb interessanten Ausstellung empfohlen.

** Aenderungen im Sommerfahrplan auf der Strecke Frankfurt- Raffet Der Schnellzug 43 Frank­furt-Berlin und der Schnellzug 44 Berlin-Frankfurt werden zwischen Frankfurt und Sangerhausen getrennt gefahren. Die neuen Züge tragen die Nummern 101 und 104 und fahren ab Sangerhausen nach Halle und zurück. Schnellzug 43 hält auch in Butzbach, wofür das Anhalten in Fried- berg w eg fällt; der Verkehr von Friedberg wird durch den neuen Zug 101 vermittelt. Personenzug 808a Friedberg ab 12.52, Bad-Nauheim an 12.69. Personenzug 810 Marburg ab 8.58 3L, an Gießen 9.47 N., ab Gießen 10.04 N., Frankfurt an 12.05 N. (In der Richtung Frank­furt-Homburg und umgekehrt kommen vom 1. SDlai nicht weniger als je sechs Schnellzüge und 18 Personenzüge zur Beförderung.) Personenzug 774 kommt um 9.47 V., also 9 Minuten früher in Gießen an und erhält dadurch An­schluß an Personenzug 406 nach Koblenz. Schnellzug 72 erhält in Niederwalgern Aufenthalt und bekommt hierdurch Anschluß nach und von Herborn. Die D-Züge 75 und 76 werden in Schnellzüge mit 1.3. Klasse umgewandelt. Schnellzug 79 Frankfurt ab 6.00 (bisher 6.05), Raffel an 9.33 (bisher 9.50) erhält in Kassel Anschluß an den neuen Schnellzug 182 nach Emden, Norden u. s. w.

»* Die Wahlen zur handwerkskamm er. Wir lesen in derMitteid. Fleische r-Ztg.": Das Material für Die Ersatzwahlen zur Handwerkskammer ist nunmehr vom Grvßh. Ministerium an die wahlberechtigten Korporationen abgegeben worden, mit dem Anfügen, daß das Ergebnis der Wahl biS zum 15. April dem in den Stimmzetteln bezeichneien Wahlkommissär einzureichen ist, andernfalls die Stimmzettel nicht berücl tätigt werden. Dte für die Wahl Aut Verfügung steheiide Zeit ist sonach ,chon |ehr kurz be­messen und weiterhin kommt in L rächt, dwß die Feier­tage für die Abhaltung der Versammlungen nicht günstig siiw Tie notwendige Verständigung über die in den ein­zelnen Lahlkörpern und Wahlbezirken zu wählenden Hand­werksmeister dürfte so in etwas erschwert sein, trotzdem wird es s hr wünschenswert erscheinen, wenn eine Einigung vorher erfolgt, schon um Stlmmenzersplitterung zu ber- meiDen. Wer seither die Tätigkeit der Handwerkskammer verfolgte, konnte mit Genugtuung feststellen, daß die Mit- glieoer der Kammer mit voller Einmütigkeit an die ihr gefülltem nicht lei. ten Aufgaben herangingen, Daß ste alle Das Hanowerl b.tr Jenienragen in befriedigender Wei|e zu. lösen suchten. Ein wichtiger Faktor zur Ermöglichung

Auf Deutschlands Kosten.

Aus Berlin, 8. Aprll, wird uns geschrieben:

Der Besuch des ü ön i g i von Eng land in Li [f a - bon, bie geräuidmollcn Feste, die begeisterten Ehrungen, bu- gerührten Ansprachen und Trcueversicherungen, das alle» ist im Ganzen mehr wie ein politisches Jbyll, als ein politisches Ereignis aufgesaßt worben. Man hat sich eit den nicht gerade ritterlichen Diensten, die Portugal im fübafritauifajen Kriege England für Geld und gute Worte leistete, an dies eigenartige Bündnis deS Kleinen mit dem Großen gewöhnt und man fühlt sich nicht be­unruhigt durch bie selbstbewußten Worte, wodurch bie Allianz in bengalische Beleuchtung gerückt worden ist. Tie munteren Portugiesen bedürfen bei solcher Gelegenheit der llederschwanglichteit, um sich vollkommen befriedigt zu fühlen, und König Eduard hat den Ansprüchen deS Südens denn auch reich.üt-e Rechnung getragen.

Ader der König von Englaiid, bejahrt und Bequem­lichkeit liebend, zudem gesundheitlich nicht der Festeste, unierzicht sich nicht den Beschwerden einer solchen Fahrt, um den Lisiabonern eine Freude zu machen. Ein Londoner Blatt, dieTimes", hat es ausgeplauoert, daß England uno Portugal mit vereinten Kräften speziell in Afrika Vor­gehen wollen, daß Eisenbahnbauten großen Stlles und andere Unternehmungen und Vereinbarungen im Plane liegen und daß dadurch der härteste Schlag gegen die Aus­breitung des deutschetl Handels in Südafrika geführt wer­den soll. Ein portugiesischer Staatsmann hat die Güte gehabt, den Schleier zu lüsten und so den Engländern zu bciueijeii, wie wertvoll der Anschluß an Portugal ist. Die unniutetbare Bestätigung dieser schönen Absichten ist in der Antwort König Eduards auf die Adresse der portugie­sischen handclSocreinigungen enthalten. Der König spricht von der Eiiiinutigkcit der Handelspolitik, zur Ausdehnuiig deS Handels in beiden Ländern uird deren Kolonien. Der Toa|i Eduards aus König EarloS äußert den Wunschdie Kolonien, die wir besitzen, zu bewahren". Auch das giebt ben Gerüchten von hanoeispolit.scheu Abmachungen Nahr­ung: von einem Zollverllc^ unter Bevorzugung^-Beding­ungen zwischen Trairsvaal »And den portugiesiscy-vsiafrila- ni]ü)en Besitzungen.

Sarnau; hatte also Deutschland die Kosten der 93er- brüderungs,este in Lissabon zu bezahlen. In aller Ge­mütsruhe Haden unsere werten Vettern sich angeschickt, einen neuen Beiveis derungetrübten Beziehungen" zwischen London und Berlin zu geben. Das ist nun der xanl dom Hause England für Die tonfequent durchgeführte Politik der Nichteinmischung unserer Regierung in den süDasrikanischen Krieg: erstens die kürzlich erfolgte süd- afiitaiiisa-e Zollkonvention, zweitens die englisch-pvrtugie- si|chen Vereii.baiungen mit Dem offen einge|tanDenen Ziel, dem Deutschen Handel in Südafrika den Garaus zu machen! WaS steht nun noch bevor ? König Eduard wird in Paris erwartet. Ta ist denn wieder eine Gelegenheit für Mr. Ehamberlains diplornatisa-e Kunst, etwas gegen Deuisck)- lanD auszuhecken, ist es nicht auf politischem, dann aus handeispoillisaiem Gebiet. Ter gute König Eduard das wird man gern glauben fuhrt persönlich nichts Boses im Schilde ander Deutschland. Der Regis,eur des Schau- fpieis, der Berfas,er des Stückes ist u.yamberUrin, von Dem sicher nut unrecht vermutet wird, er fei von der Abneigung gegen Teut,chlanD zurückgekommen, weil er feit längerem nicht mehrauf Granit gebissen" hat. Die fran- zo,i|chen Staat-smänner find ja fo banfbar für jede An- nayurung von englischer Selle, well fie dabei auf eine ungleich respektablere Bchaiidlung hoffen dürfen, als sic ihnen von der Derben ruf fachen Diplomatie zu teil wird. g;un ist abzuwarten, in welcher Weise deutscherseits der Gegenschlag ge,uhrt wird gegen tue zugedachten freund- witligen Aufmerksamkeiten.

Tle Auösiaude in Holland uud Italien.

Tas Schutzkomitee im Haag erklärte ben Ausstand tm Baugewerbe. 2ie christlichen Syndikate bemühen sich für Die Fortsetzung der Arbeit. Das Schutzkomitee verspricht Das Cnoe des Ausstandes für den Fall der Ablehnung des Gesetzes gegen bie Ausstände. Wie bie TeilungHet Boll" meldet, hat das Schutzkomitee be- mküilLii, heute Den allgtmeincn Ausstand für alle Ge- werbe im ganzen Sande öu verkünden. Die Zwelle nieder­ländische Kammer nahm mll 80 gegen 6 Stimmen Art. 1 Der Die Anspande betreffenden Vorlage an. Dagegen stimmten nur Die Sozialisten. Achtzig Prozent des holländischen Eifenbahnpersonals erklärten sich bereit dreArbeit wieder aufzunehmen, i^s schien nur noch bie Rangierer und Weichensteller zur vollstän- diaen Luicberaufnayme des Dienstes. Ter Eisenbahnverkehr Nimmt ailinahlich wieder ben regelmäßigen Gang an. Tie Metailatbeller haben beschlossen, im Ausstand zu Der­barten Tie Fuhrleute feiern nicht. Im Baugewerbe und unter den Aus.aoern herrscht teilnxifer Ausstand. Im Haag wie in Amiietdam ist der Bäck er aus st and für den Auaendlick als gescheitert anzuiehen. , Tie Backereien arbeiten unter mallarischem Schutze, ^amtliche Am,ter- Damer Höxter mit Ausnahme Der demotrat.ichen sprechen ihre tiefiie EntiU.iUng über Die ireveihasten Vorgänge aus, denn es hanDeie sich nicht mehr um eine Wifrage, sonders man swh-EM wohl »«bereiten Staats- 'An 3?umn^ec£^te am Nachmittag des 8. d M. -iLerOil Ruhe. Eine gruppe Ausständiger luchte nach der Peterstirche zu ziehen, wurde aber mit Seichtigkell zer- ftteut Zugänge zu der Peterskirche werden nunmehr

von Truppen besetzt gehalten; in der Umgebung streifen Kadalleriepatrouillen. Alle Gerüchte, daß Personen ver­wundet wurden, entbehren durck)auS der Begründung. Die Zeitungen sind gestern früh noch erschienen. In ver- chiedenen Stadtteilen, auf Dem Colonnaplatze, Venedig- rlatze, dem Corso Vittorio Emanuele und an der Garibaldi- brütfe fanden Ansammlungen Ausständiger statt. Die wider- tanbSlos zerstreut wurden. Arn Mittwoch morgen wollten die Ausständigen eine Versammlung abhalten, |auben aber DaS Lokal von der Polizei gesperrt, welche die Ausstän­digen vertrieb, wobei eine Anzahl Verhaftungen vorge­nommen wurden. Die Läden, Kaffees unb Wlltsck)asten waren gestern noch geöffnet. Auster den Buchdruckern st r e i l e n noch die F i a k e r k u 11 ch e r und die Ungefüll­ten der Straßenbahn, bie 9)1 a u r e r und einige andere Arbeitergruppen. Die Kutscher, bie zwischen ben Bahn- Höfen unb der Stabt verkehrenden Fiaker, sowie die Hotel- later tun wie gewöhnlich ihren Dienst. Auch einige Wagen der Straßenbahn sind ui Betrieb. Die Händler für Die nollvendigsten Lebensmittel werden in einer Bekannt» machung des Bürgermeisters an^ehalten, ihre Höben offen zu halten. Der Vorrat im städtiichen Schlaa-thous beläuft ,ich auf 670 Stück Rindvieh. Eine Bekanntmachung der Arbeitskammer mahnt die Ausständigen zur Ruhe.

Wahl-Bewegung.

Tie Kandidatur des Grafen B a 11 e ft r e m in feinem heimischen Wahlkreise L u b 1 i n i tz - G l e i w i tz wird nicht nur Don den radikalen, sondern auch von den zeillrums- sreundlichen Polen entschieden bekämpft. Ter Zentrumsleitung scheint man auch nahe gelegt zu haben, Den Grafen in einem andern Kreise aufju|iellun, um feint Wiederwahl nicht zu gefährden. Dieser Vorschlag wird mbeffen vom Zentrum schroff zurückgewiesen: es sei eine Ehrenpflicht des Wahlkreises, den Reich-stagspiäfidenten auch für die nächste Session dem Hause zu präsentieren. An Stelle des verstorbenen Abg. Frhrn. von Heereman stellle das Zentrum den Landrat Schmedding zu Münster i. W. als Kandidaten auf.

ttolouialpost.

Ter Etat des 0,1 afrikanischen Schutzge­bietes. Tie enbgilrige Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben des ostafrik^nischen Schutzgebietes für 1900 ist im Reichstage ausgegeben worden. Tie Einnahmen be­trugen 9159V 181.9b Ml. (EtaiÄOiisatz 9 708 660 ML), die fortdauernden Ausgaben bmejeu sich auf 6 946 528.21 Mk. Etatsansotz 6 764 460 ML.), die einmaligen auf 3 595 554.48 Mark (Etatsansatz 2 931 000 Mk.), der Rcservefonds zu un­vorhergesehenen Ausgaben bei 1 fierte sich auf 21047.76 Ml. (Etatsansatz 132 000 ML.). Aus dieser Uebersicht ergiebt sich, paß bei den Einnahmen der Etatsansatz 1900 um 300 OVO Mark ungesähr zu hoch angesetzt war und daß die Aus­gaben bedeutend zu niedrig geschätzt worden siiid. Tie Etatsüberschreitungen betragen bei den fortdauernden Aus­gaben 375 945.85 ML, bei den einmaligen Ausgaben ö92 197.44 Mk. nach Verrechnung der verbliebenen Reste aus Den Vorjahren, mithin belaufen sich die Uebeischreitungen auf 1268 143.39 Mk. Die Ausgaben verteilen sich wie folgt- 3195 550 Mk. für Eivilverwaltung (Ueberschrellung 143 387 Mk.), 2 222 136 Mk. für Milllärverivaitung (Ueber- schreitung 84 802 Mk.), 821366 Mk. für Flotille (Ucber- chreitung 133 413 ML), Eisenbahn 97 184 Mk. (Ueberschreit- uug 14 342 9JIL), Unterstützungen 10 290.47 Mk. (Etatsansatz 12 uOO ML., also 1700 Mk. gespart).

Oberleutnant Doniinik ist aus Kamerun ui Berlin eingetroffen und hat in der Rolonialabtetlung münd­lichen Bericht erstattet. Er schied un Juni 1901 aus bem brandenburgischen Infanterie-Regiment 64 aus und wurde der Schutztruppe in Kamerun von neuem zugetellt. Er bekam den Auftrag, mit einer Expedition nach Norden vorzugehen und eine Station am Benue bei Ganta zu bauen Arn 12. Oktober rückte er von Rnbian der Batangakuste ab über Jaunde, To ko und Bani-o unb langte am 6. Januar 1902 zu öarua an, wohm schon der Hanptnmnn Cramer van Mana- brach gekommen war und lliimpfe bestanden ^attk. Sk>n da kehrte er nach öama juriii aber Oberst Pao. Tiloa besedt hatte, berief er den Obcrlcntnant Dommtk dahin unü^ setzte chn jum Ches bei H°nz-n Äebwws Mm ©enue bis zum Tjck)ads-e eur. Er hat das «eb.e nach vielen Richtungen hin genau kennen gelernt und hat Mele Berichte von dort eingesandt.

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