Ausgabe 
9.4.1903 Erstes Blatt
 
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1903.

Landet und Verkehr. Volkswirtschaft.

u.

Telephonischer Kursbericht,

Vormittag? um

von

92.45

LLibnir 'Waffeln

131.60

44.90

Oest. Kredit. .

Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau

Schsußkurse. 211,87 211,00 140,25 191,10 185,25

der Uhr.

Areditaklien . . . DißKonto-Kommandit. Darmstädter Bank Ureaduner Bank . . Bor incr Haodeiagee. Uesterr. btaaUbann . Lombarden . . , Uuttuarabahn . . , Laaraii Otte . . . . Bochum ....

37«% 8% 3V.% 8% 8*/«%

Roiohaanleihe do.

Konsole . do . .

Hessen

. . 210,70

. . 140,50

. . 191,00

. 184,75 Märkte.

Kirchliche Nachrichten.

Katholische Gemeinde.

Freitag, den 10. April.

Karfreitag.

7 V, Uhr wird das Ällerheiligftc nach dem sog. hl. Grabe übertragen u. dort bi5 zur Abendan­dacht aufbcwahrl.

7 */, Uhr an sind stille Anbetungsstunden bis zur Abendandacht.

Harpener......

1 enden«: feerer.

, den besten Eindruck zu hierdurch der Beweis geliefert werde, daß " ^icn Frankreich und England sich' politisches Zusammcn-

auch ein Beitrag zum Kapitel des menschlichen Wahn­sinns^

Anfangs- 211,75

löB. 147.90 1430 190.70 2 30

185.00

Neueste Ntetduilgen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Limburg, 9. April. Wie derNass. Bote" meldet, sind die Bauarbeiter von. Limburg und Umgegend heute morgen in den Ausstand getreten. Sic verlangen statt seither 22 Pfg. Stundenlohn 28 Pfg. Tie Unternehmer wollen 24 Pfg. geben, lehnen aber ab, sich vertragsmäßig zu binden.

101 30 100.20

104.15

101.20

102.90 10X20 50.30 31.40

. 25.95 . 93.05 . 97.00 . 97 45 - 212.10 . 190.50 . 14020 . 148.40

iTnuklun m. u.. 9. April i»u3

. 102.90 i S'/u Mexikaner

. 92.40,4*/« /l Chinesen

ZSucherprozeß fünfer.

Berlin, 8. April.

Ein Wucherer-Prozeß, der schon seit sieben Jahren in der Schwebe ist, begann am. 3. d. M. vor dem Landgericht L und endete heute erst. Es ist der Prozeß gegen den des Wuchers beschuldigten Heinrich Pariser. Im Jahre 1896 fand der erste Termin in der Sache statt; Pariser war damals zusammen mit dem Weinhändler Richard Meyer, dem Hypothekenmaller Karl Herrmann und dem Kaufmann R. Riederich angeklagt Der erste Termin wurde vertagt, bei dem späteren Termin schied Pariser vorläufig aus, weil er infolge von Kranl'heit nicht verhandlungsfähig war. Das gegen die drei übrigen Angeklagten fortgesetzte Verfahren schloß mit der Freisprechung der Angeklagten Meyer und Herrmann, wahrend Riederich, der inzwischen verstorben ist, in Geisteskrancheit verfiel. Diesmal sind etwa 25 Zeugen erschienen; andere Zeugen, darunter Träger bekannter adliger Namen, sind durch ärztliche Wieste entschuldigt oder schon kommissarisch vernommen. Die Fortsetzung des Pro­zesses, dem mit großer Spannung entgegengesehen wurde, brachte wenig Interessantes, abgesehen von der Ueberrasch- ung, daß sich plötzlich der Ingenieur Baumort meldete, der nach den Angaben des Pariser verschollen sein sollte und von dessen .Verfolgung als Hochstapler der Angeklagte zu berichten wußte. Der Zeuge rechtfertigt sich, indem er eingehend erzählt, wie der Besitzer derBlumensäle", der Weinhälidler Meyer, ihn, als er zur Fruktifizierung ver­schiedener Erfindungen größeres Kapital brauchte, den Wuchererhänden Parisers überliefert habe, dessen Agent Meyer war. Baumort beschuldigt den Pariser des ge­meinsten Wuchers, wahrend sich dieser dem Zeugen gegen­über damit verteidigt, daß ernur" 12 Prozent Zinsen und l1^ Prozent Provision genommen habe. Baumort er­klärt sämtliche Angaben Parisers als Lügen. Baumort, der übrigens als Erfinder aus großem Fuße lebte, sich Equipage hielt und in seinem Zimmer ein preisgekröntes Buffet für 10000 Mk. stehen hatte, erzählt noch unter großer Heiter­keit des Auditoriums, wie einer der Agenten Parisers Namens Herrmann mit seinem Chef umging, als ihm dieser die Provision verkürzen wollte. Herrmann habe den Pariser damals so verhauen, daß er sich mehrere Monate lang nicht öffentlich zeigen konnte. .Von den weiteren Opfern, die dem Wucherer in die Hände fielen, ist der Fall des Rittmeisters von Arnim von den Pasewalker Kü­rassieren zu nennen, der u. a. für ein Accept von 3300 Mark auf 14 Tage 3000 Mk. bar erhielt, sodaß der Abzug einem Zinssatz von 236 Prozent gteichkommt Herr v. Amim wird als Zeuge oenwmmen, stellt aber in Abrede, daß er sich in einer ytotlage befunden habe, da junge Offizier-' nicht so genau auss Geld sehen und er sich nur aus Be­quemlichkeit an Pariser gewandt habe, um nicht erst nach Hause schreiben zu müssen. Bei dem Fall des Leutnants Grafen Eick st edt, der von Pariser gleichfalls genossen wurde, wird dem Pariser voni Vorsitzenden vorgehalten, daß er gesagt habe: ,^Lenn dem Herrn Leutnant meine Abzüge nicht passen, braucht er das Geld ja nicht zu nehmen." Ter Angeklagte erwidert:Das habe ich nicht gesagt. So etwas widerspricht meiner Erziehung." (Heiterkeit im Pu­blikum.) Reichsgraf Otto von Schwerin zahlte pro Quartal 10 bis 15 Prozent Zinsen an Pariser.

Heute beantragte der Staatsamvalt gegen den Ange­klagten zwei Jahre Gefängnis, 15000 Mk. Geldstrafe uni) fünf Jahre Ehrverlust. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis und 10 000 Mk. Geldstrafe event. ein weiteres Jahr Gefängnis, und auf fünf Jahre Ehr­verlust. Außerdem wurde die sofortige Verhaftung an- geordnet.

Sabbathfeier am 11. April 1903.

Freitagabend 6.40 Uhr. Samstag Bormittag 6 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sonntag, d e n 12. u n d M o n n t a g, den 13. A p r i l 1903.

Pasiahfcft.

1. Tag.

Vorabend 8 Uhr. Morgens 8 Uhr.

Nachmittag 3.30 Uhr.

2. Tag.

Vorabend 8 Uhr. Morgens 8 Uhr.

Nachmittag 3.30 Uhr. Fcstesausgang 8 Uhr.

Morgens 6.30 Uhr, abenbS 6.30 Uhr.

8l/i% Oberbesaon . . 4% Oearerr. Goidreote . 4* e% Oesterr. öilberrento 4% Ungar. Uoldrente . 4°/ Italien. Rente . , 4,% Portugiesen . . ,0/ Portugiesen, . . . 1% C. Tßraen . . . Türkenioae ..... 4°/q Uneoh. Monopol.-Anl. 4' äussere Argentiner

Gottesdienst in der Synagoge, Züdanlllge. Israelitische Peliaionsgrmeinde.

Samstag, den 11. April 1903.

Vorabend 7 Uhr. Morgens 9 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr.

o n n t a g, den 12. und Montag, den 13. A p r i l

Pasiahfest.

1. Tag.

Vorabend 8 Uhr. Morgens 8.30 Uhr.

Predigt.

Nachmittags 4 Uhr.

Vormittags um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. MilitLrgotteS^ dienst m. Predigt.

, 9' , Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 1, Uhr: Fest-Andacht mit Legen.

, um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

M o n t a g, den 13. April. Ostermontag.

Vormittags von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Leicht.

, um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und m derselben Austeilung der hetl. Kommunion.

, um 8 Uhr: Tie zweite heil. Messe. MilitärgotteSdienst

, um 9 V, Uhr: Hochamt.

Nachmittags um 2 7, Uhr: Fest-Andacht.

Nniverstlüts-Nachrichten.

Ein Unioersuälsdozent in Neuenburg in der Schweiz kündigte für den Sommer ein Kolleg über Hermann Sudermann an. In Berlin Prioatdozent Tr. Menzer in einer einstündigen Vorlesung publice »Aeslhelische Richtungen und Fragen der Gegen­wart." Prof. 9L M. Meyer kündigt eine zweistündige Prwat- vorlesnng über .Nietzsche's Leben und Werke" an. In Fr et- burg L B. finden wir ein vierstündiges Pnoat-Kolleg von Prof. Wen er angekündigt, das die »Entwickelung des deutfchen Dramas im 19. Jahrhundert von Heinrich von Kleist bis aus Gerhart Hauptmann zum Gegenstaube hat. In Königsberg wird Gerhart Hauptmanns Armer Heinrich* tm Vergleich zu Hartmanns von Aue gleichnamigen Epos zum Gegenstand der Ar­beiten des deutschen Seminars unter Pros. Tr. Schade gemacht. In Heidelberg sind zu erwähnen: Tes Theologen a.-o. Pros. Grützmacher für Hörer aller Fakultäten bestimmtes Kolleg ,Tie moderne deutsche Dichtung, ihre Welt- und Lcbensanjchauung* (1 St.) und das zweistündige Publikum des Prof. A. Koch .Ge­schichte, Wesen und Bedeutung der öffentlichen Meinung, der Presse und des Journalismus tn Deutschland* und desselben Dozenten zweistündiges Privatissimum .PrakiischeUebungen zur Einführung in d i e I o u r n a l i st i k.*

v um 9 Uhr beginnt die sog. .verstörte Messe*. AbendS um 5 */, Uhr ist Predigt, daraus PassionSandacht.

SamStag, den 11. April. Karsamstag.

Vormittags um 7 Uhr beginnen die heil. Weihen.

r. um 8 '/, Uhr: Hochamt

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 12. April. Ostersonntag.

Vormittage v.n 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Leicht.

um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und m derselben Austeilung bet h«l. Korn- munisn.

Insterburg, 9. April Ter Chefredakteur derOst­deutschen Volksztg." Kattentldi erklärt heute an der Spitze seines Blattes, zugleich im Auftrage des angeschuldigien Verlegers Otto Mahnte und des Zireiskassenrendanten W. Schöning, daß sich die Behauptung, ein Kanonier von der 6. fahrenden Batterie des Feldartillerieregiments Prinz August sei in der Nacht vom 7.-8. August 1902 durch Kamera den getötet worden, nach dem Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung als unrichtig erwiesen habe. Die gegen die Angehörigen des Feldartillerieregiments aus- gesprochenen Beleidigungen werden daher ausdrücklich alS ungerechtfertigt zurückgenommen.

Kopenhagen, 9. April. Ter Zar hat dem König Christian zum 85. Geburtstage einen Kirschbaum mit reifen Früchten und ciiA.i Magnolienbaum, die Kai Berliner Börse vom 8. April 1903. (Mttgeteilt von der I serin-Witwe eine Uhr aus Lapislazuli nebst verschiedenen Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Auf Die allgemein I Malachitsachen überreichen lassen verstimmenden politischen Nachrichten setzte die Börse zu niedrigen! Kopenhagen, 9. April. 'Wie nachträglich bekannt Kursen em; bald jedoch erholte sich die Tendenz, und zwar war I «ürd bat Kaiser W i l h e l n, di-> r i n i p f i i n ffi? « ri * die feste Meldung für englische Konsols der eigentliche Grund des Ä r A1 1 s f 11a r 1 e

Tendenzumschwunges. Für Serien-Türken, welche eberifalls mau ?.on O^r le an-, die Gemahlin des Prinzen Waldemar, eröffneten, trat Paris als Käufer auf, so daß dieselben einen ßtoBcu I onber£ indem er ihr eine kostbare Tasche n-

Teil der jüngst erlittenen Kurseinbußen einholen konnten. Spanier I u9r 8 um Geschenk machte.

neuerdings abgeschwächl auf Pariser Abgaben. Bankaktien lagen London, 9. April.Daily Expreß" will aus aller- bei geringen Umsätzen gut behauptet. Montanroerte nach schwacher bester Quelle erfahren haben, Präsident Loubet werde

Eröffnung sehr gefragt, besonders Kohlenwerte auf die günstigen l den Besuch des Königs Eduard noch in dieser

Nachnchlen des Kohlensyndikalö betr. der Umlage. Am Kassa Saison erwidern. Tas Blatt fügt hinzu, der Besuch markte herrschte vorwiegend mattere Lttmmung; von1 elektrischen §es Präsidenten sei dazu angetan '

Werten waren wiederum die Aktien der Allgemeinen Gleftriiitäts- inQrfitn ba hicrhnrrb Amn,', Gesellschaft angeboten, während die sonstigen elektrischen Werte nur ^e BeLiebunnl'n geringe Kursrückgänge zu verzeichnen haben. ?1L 'öc»1l)un(Kn Mischen ^-ranfre

Privat-Diskont 2'/, Prozent. | dauernd gebessert haben und ein

Ein Lied Luise von Toscana s. Du saßest neben m.c im trauten Raume, Wie festgebannt hielt mich Tein Blick, Und wenn Tu sprachst, als wie im Traume, Klang durch die Seele mir:Hier ist Tem Glück." Du schlangst den Arm in zärtlichem Verlangen Mir um die Schultern Dann und sahst mich an, Vor Deiner Augen Alacht schwand all mein Bangen, Fest schmiegt ich mich an Dich, geliebter Mann, Noch fühle ich den Kuß, den Du gegeben, Noch bebt mein Herz in banger Seligkeit, Da wacht ich auf vorn Traum zum oben Leben, Das mir kein Glück beschecrt, nur bittres Leid.

(Frauen-Rundschau.)

der Mimentierung zu drücken, hatte sich Tsckampel sc^ieß- lich zu Manipulatronen hinreißen lassen, die ihn unter Umständen mit dem Strafrichter in Konflikt bringen konnten. Die Erkenntnis dieser ihm drohenden Gefahr mag ihn in den Tod getrieben haben. Heute vormittag wurde er mit den von ihm hingemordeten Kindern in einem Grabe beerdigt.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Nachdem das Urteil der Neuwieder Strafkammer gegen den früheren Generaldirektor der Sabrik feuerfester und säurefester Produkte Vallendar L.

. Boeing durch Verwerfung der Revision rechtskräftig geworden ist, hat Boeing feine vie rj ä h r i g e G e n g- nisstrafe an getreten. Ta im hiesigen Kanton-Ge- tängnis nur kurze Strafen verbüßt werden können, wurde B. in das Gefängnis Preungesheim bei Frankfurt a. M. transportiert. B. ist ein vollständig gebrochener Mann. Wie es heißt, arbeitet er noch an einem Antrag 'auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Aus Anlaß des von uns erwähnten "25 jährigen Dienstjubiläums wurde dem seitherigen Kammerkafsier G. Tomm in Lauterbachvon den Freiherren Riedesel zu Eisenbach außer einer namhaften Oeldgratifikation der TitelRentmeister^" verliehen.

Kunst und Wistcnschust.

Barmen, 8. April. Hier wütet manchmal eine nicht­amtliche Sittenzensur in den musikalischen Text­büchern. Ter Zensor änderte in der Sopran-Arie Nr. 12 Der Matthäus-Passion Die ihm anstößige Stelle:

Ach, ein Kind, das du erzogen,

Das an deiner Brust gesogen,

Droht den Pfleger zu ermorden folgendermaßen um:

Ach, ein Kind, das du erzogen,

Dem du inniglich geivogen u. s. w.

Sinngemäßer hätte der Zensor, dem Die Erwähnung der natür­lichen Säuglingseritährung bedenklich erschien, vielleicht verfahren, wenn er statt dessen Die in sittlicher Beziehung durchaus einwand­freie Aufziehung mit dem Fläschchen angeführt hätte, die ja von vielen wohlanständigen Muttern tatsächlich bevorzugt wird; er konnte dann die ebenso sittsame wie dichterisch schoite Aenderung vornehmen:

Ach, ein Kind, das du erzogen,

Tas am Fläschchen fromm gesogen,

Droht den Pfleger zu ermorben und hatte damit die fürchterliche Entartung des Säuglingsoch packender zum Ausdruck gebracht. Leider verfiel er nicht auf diesen | guten Gedanken und so wurde denn das Textbuch für das ver­schämte Wuppertal in obiger Verbesserung gedruckt. Eine Sängerin aus Köln aber, Fräulein Karola Huber, rettete den echten Text und sang ihre Sopran-Arie so, rote der Dichter gewollt hat, ohne dabei zu erröten oder vor falscher Scham in den Boden zu sinken.

102.85 Electric, bei ackert

92.45 Nordd Llojd . .

2. Tag.

Vorabend 8 Uhr. Morgens 8.80 Uhr.

Nachmittags 4 Uhr. Abends 8 Uhr.

SB. Während der Sommermonate beginnt

Morgengottesdienst am Sabbath um 87, 1

Gottesdienst der israelitischen Aeligionsgesellschast.

Vrrnlischles.

Thorn, 8. April. Der sechsjährige Sohn des An­siedlers Schulz in Neuwaldau wurde von einem Hüte­jungen, der mit einem Gewehr spielte, erschossen.

Nürnberg, 8. April. Die 76jährige Händlerin Bock wurde im Bleiwerhof erschlagen ausgefunden. Die Leiche war furchtbar verstümmelt. Das Sparkassenbuch war geraubt. Vom Täter fehlt jede Spur.

* Prag, 8. April. DieNarodnv Lisch" wollen er­fahren haben, die Prinzessin Luise von Toskana werde ihre Entbindung in Schloß Brandeis an- der Elbe erwarten. Das Kind werde ihr nach der Geburt abgenommen. Tie Prinzessin werde in das adlige Damen st ist am Hradschin eintreten.

* Newy 0 rk, 8. April. AuS Kolumbien trifft hier die Nachricht ein, daß am 22. März da- unweit des HafenS Galera de Zamba gelegene Dors Tiojo durch einen Vul­kanausbruch zerstört worden ist, wobei über 60 M e n - schen ßetötet oder verletzt wurden.

* Eine Selbstenth auptung. Zuweilen kommen mnz merkwürdige Fälle van Selbstmord vor. Schon von früher her war ein Fall bekannt, daß ein Mann sich mittels einer erfindungsreich erdachten Guillotine selbst vom Lcben zum Tode gebracht hatte. Unlängst hat sich etwas Aehn- lichcs in der französischen Stadt RheimS ereignet Ein Mann verschaffte sich einen Spaten, schärfte ihn an einem Nande und befestigte das Gerät mir der Schneide nach unten am Ende einer Holzplatte, die er mit Gewichten bescluverte. Dann legte er einen Holzblock unter dasselbe Ende der Platte, sodaß er leicht entfernt werden konnte, und dann die Platte fallen ließ. Nachdem diese Vorbereitungen be­endet waren, legte der Mann sich auf die Erde, den Kopf auf ein starkes Holzstück direkt unter den Spaten, schob den llützenden Holzblock fort, und seine Absicht wurde so voll- kommeu erreicht, daß die Enthauptung vollzogen wurde

gehen beider Nationen gesichert sei.

Amsterdam, 8. April. Tie Arbeiter der städti­schen Dien st zweige beschlossen, in oen A u s st a n d zu treten. Eine Anzahl derselben wird jedoch weiterarbeiten. Eine Verstärkung der Amsterdamer Garnison wird als bc- vorsteheird angesehen, da die vorhmtdenen 4500 Mann un- aim6.,rrt n h p R 91nrif , izureichend sind. In der Stadt ist alles ruhig.

schnittsprcije pr. Malter. Roter Weizen 13.94 Mk., Weißer SBciicn "9<<ipper _ aui Peters-

00.00 Alk., Korn 10.64 Mk., Gerste 0.00 Alk., Hafer 692 Mk bucg i|t btc Zarin nicht unbedenklich an einem

Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 0.00 Alk. '' inneren Leiden erkrankt. (?) Ter Zar verbringt einen

" ----*"" I großen Teil des Tages am ÄranFcnlager seiner Wohin.

Rom, 8. April. Ter Versuch einer Zusammen- rottung um 6 Uhr 30 Min. abends auf her Via Torre Nero y or k, 8. April. 60000 Banhanbroerker drohen für Argentina wurde durch bewaffnete Macht verhindert. Mitte dieses Monats den streik an, falls ihre Lohnforderungen I Sonst verlief der Abend ruhig. Tie Stabt beleucht unn ist rrtwert werten. In den Büc-ercicn und sc.ac^ternen arbeiten

j* nrtrf Soldaten. Die Sicherheitsoorkehrungen werden nachts fort-

gjpUlL I gefetzt. Ter Ausstand, welcher kein allgemeiner ist, da

Hundesport. Der Jagdbundklub Gießen hat für ben m den Läden, Fabriken und Werlplätzen gearbeitet wird, 24. Mai d. I. folgende Schliefen für Dachshunde ausgeschrieben: dürste, wie man annimmt, spätestens Freitag enden 1. Jugendschliefen, 2 Neulingsschliefen, offene Schliefen, sämtlich W i e n , 9. April. (P r i v a t t e 1 e g r a m m d e s Gieß aus Üuch^. und 4. offene Schien °uf Tuchs. Meldeschluß ,s, Anzeigers".) TieNeue Freie Presse" meldet uns Lc> am 18. Mai. Meldungen sind zu richten an Fr. Schreiner, r n f f i f p s? n n i i i « mt . r « 1 : L

Seltersroeg 65. Ter Schliefplatz befinde: sich bekanntlich auf der £Ln p rf>n /n Ao n| ul in 2)1 itro fei feinen Schönen Aussicht. puiwcn tiitgcii.

------- _ lleskueb, V. April. Einem Gerücht zufolge soll Sarafow verwundet und gefangen genommen unö nach Monastir gebracht worden sein.