Ausgabe 
9.2.1903 Erstes Blatt
 
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berget angekündigten Vorlesungen von Prof. Dr. Mitt er- maier gehalten werden. Prof. Dr. Bet he, der erst vor wenig Tagen hierher berufen ist, wird als Nachfolger des Prof. Dr. Dieterich folgende Vorlesungen halten: 1) Platons Leben und Schriften nebst Interpretation ausgewählter Stücke. 2) Philologisches Seminar: Kallimachos und Besprechung der Arbeiten. 3) Philologisches Proseminar: Euripides' Iphigenie in Aulis und griechische Uebersetzungen. Von allgemeiner Bedeutung erscheinen uns ferner folgende Vor­lesungen: Prof. Dr. S o mm er über Medizinische Psychologie, Geheimrat Oncken über Epochen der neuesten Geschichte 1848 bis 1900 mit besonderer Rücksicht auf die soziale Bewegung, Prof. Dr. Höhl bäum über Geschichte des deutschen Bürger­tums und Städtewesens, Geheimrat Behaghel über die Dichtungen Walthers von der Vogelweide und über Poetik, Dr. Horn über Geschichte des englischen Dramas, die Sprache Shakespeares und Robert Burns, Musikdirektor Trautmann über Chopin, Liszt und Brahms.

* * Aus dem Theaterburcau. Am Dienstag, den 10. Februar wird zum dritten und letztenmale alsvolks­tümliche" Vorstellung Philipps vieraktiges Schauspiel Das große Licht" zur Aufführung gelangen. Der hohen Honorarkosten wegen sind auch für diese Vorstellung die Preise der Plätze um 10 Pfg. erhöht worden. Am Freitag, den 13. d. Vits, wird als Beneftz für Herrn Steinert SchillersWilhelm Teil" in Szene gehen.

* * Karn eo als fest. Es sei schon heute darauf hin­gewiesen, daß am Samstag den 21. Februar in der Turnhalle hier einegroße Thcater-Redoute" (rheinisches Karneoalsfest) unter Mitwirkung von Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters, welche u. a. einKarnevals- Festspiel" zur Aufführung bringen, veranstaltet werden soll.

Der Beamten-Verein hielt am Samstag Abend im Festsaal des Cafo Leib einen Maskenball ab, der sich eines großen Besuchs erfreute. Einfachere Dominos wechselten mit originellen Masken in buntem Durcheinander ab und schufen in dem weilen Saale ein reiches, farbenprächtiges Bild.

* * Kriegerkameradschaft. Am vergangenen Sams­tag feierte die Kriegerkameradschaft in Steins Garten ihr diesjähriges Winterfest. Der Abend dürfte in jeder Beziehung bei allen Anwesenden, Gästen wie Mitgliedern, die vollste Befriedigung hervorgerufen haben. Ein vorzüglich zusammen­gestelltes Unterhaltungsprogramm, das durch eine Begrüßungs­ansprache und einen gut vorgetragenen Prolog eingeleitet wurde, verlief in seinen Einzelheiten aufs beste; besonders müffen die wirklich guten Leistungen der ein Theaterstück auf- führenden Mitglieder und die humoristischen Vorträge hervor- gehoben werden. An das Programm schloß sich ein Tanz an, der sich bis in die frühen Morgenstunden ausdehnte. Man nahm das Bewußtsein mit nach Hause, daß hier echte Kameradschaft und Freundschaftsbande, vereint mit der Er­innerung an ruhmvolle Tage, die Mitglieder des Vereins zusammenhält, und sie ihr Ziel, wahre patriotische Gesinnung wachzurufen und zu vertreten, erreichen läßt.

** Ein Schornsteinbrand entstand am Sonntag kurz nach Mittag in einem Hause an der Westanlage. Vor­übergehende hatten starke Rauchwolken dem Schornstein ent­steigen sehen und machten die nichts ahnenden Bewohner des Hauses darauf aufmerksam. Es wurde alsbald ein un­bedeutender Kaminbrand festgestellt, der von einem schnell herbeigeeilten Kaminkehrer mühelos gelöscht wurde.

n. Wieseck, 8. Febr. Der im letzten Jahre auf weit über 200 Mitglieder angewachsene Turnverein feiert am 21. und 22. Juni ds. Js. sein 41. Stiftungsfest, verbunden mit Schau- und Wetturnen. Als Festplatz ist der zwischen Wieseck und Philosophenwald unmittelbar an der Philosophen­straße herrlich gelegene Wiesengrund in Aussicht genommen. (Siehe Inserat.)

m. Allendors bei Gießen, 8. Febr. Da sie den Tod chres Gatten nicht überwinden konnte, beging eine hiesige, sehr nervöse Frau, während ihr Mann auf dem Totenbette lag, in einem Anfall von Geistesstörung in einem un­bewachten Augenblick einen Selbstmordversuch, indem sie sich an einer tiefen Stelle in den Kleebach stürzte. Kurz darauf ging zufällig der Müllerknecht Wilhelm Arnold von hier vorbei. Er hörte em verdächtiges Geräusch im Wasier, sah Hände und Kleider und sprang sofort in den Bach. Mit Aufbietung aller Kräfte gelang es ihm, die schon Bewußtlose über Wasier zu halten. Mit Hilfe eines anderen Mannes brachte er sie dann vollends ans Ufer, wo die Frau wieder zu sich kam. Die .Lebensmüde ist Mutter zweier un­mündiger Kinder.

p. Friedberg, 8. Febr. Die Studierenden der Gewerbe-Akademie besuchen seit voriger Woche wieder die Vorlesungen. Die akademische Freiheit betreffs Besuch des Kollegs ist ihnen gestattet, jedoch ist ihnen das Tragen von Farben und das Vereinswesen ver­boten. Die seitherigen Verbindungen Teutonia, Germania, Jlllemannia, Rhenania und Arminia sind somit aufgelöst. ES schweben noch Verhandlungen.

() Grünberg, 8. Febr. Heute abend hielt im Saal- bau des Gasthauses zum Rappen vor einer aus allen Ständen der Bevölkerung zahlreich besuchten Versammlung Pfarrer Loos von Groß-Umstadt einen Vortrag über das Thema: Die Zeichen der Zeit in der evangelischen Be­wegung". Der Redner berührte in seinem Inständigen Vortrage zuerst die evangelische Bewegung im allgemeinen und wies auch auf diese Bewegung in Frankreich hin, wo in den letzten Ihren zahlreiche katholische Geistliche zum evan­gelischen Glauben übergetreten feien. Auf die evangelische Bewegung in Oesterreich übergehend, schilderte er sodann in packender Weife seine eigenen Erlebnis e und Eindrücke in den verschiedenen jungen evangelischen Gemeinden Oester­reichs, insbesondere Böhmens und Steiermarks und führte eine intereffantc Charakteristik der markantesten Führer der Los von Rom"-Bewegung in Oesterreich vor. Der Vor­trag gipfelte tn der Mahnung, diese evangslische Bewegung im Auslande, insbesondere in Oesterreich, welche erFrüh- tingsbrlder des evangelischen Glaubens" nannte, zu unter­stützen. Seme Rede schloß mit dem Wunsche, daß auch hier, auf demgrünen Berge", die heutige Versammlung nicht ausittnandergehen möge, ohne daß ein Z w e i g v e r e i n des evangelischen Bundes gegründet werde. Der Uebertritt zum evangelischen Glauben finde im Auslände besonders in Oesterreich, in solchen Massen statt, daß die dortigen Glaubensbrüder die daraus entstehenden Pflichten nicht allein bewältigen könnten, weshalb der Bund hier

ein weites Feld für seine Tätigkeit finde. Auf einer zirku­lierenden Liste unterzeichneten sogleich über 50 Personen ihren Beitritt zu einem Zweigverein des evangelischen Bundes. Außerdem wurden für diese evangelische Bewegung von den Anwesenden sofort ca. 40 Mk. freiwillig gesammelt. Dekan Wagner schloß die Versammlung nach gemein­samem Gesänge vonEine feste Burg", mit dem Wunsche, daß das Interesse für die evangelische Glaubenssache auch in unserer Stadt immer lebendiger sich gestalte.

K-B. Darmstadt, 9. Febr. (Drahtbericht des Gieß. Anz.) Eine besondere Ehrung ist dem Landgerichtsrat Dr. Busch hier zu teil geworden. Er ist in die Kommission zur Vorbereitung von Umänderungen der Strafprozeßordnung berufen worden, die sich aus hervorragenden Juristen des Reiches zusammensetzt und am 11. d. Mts. ihre erste Sitzung in Berlin abhält. Die feierliche Uebereichung von Meisterbriefen fand gestern vormittag in Anwesenheit der Regierungsräte Dr. Wagner und Wick statt. Etwa 50 Meistern der Provinz Starkenburg wurden Meisterbriefe aus­gehändigt. Reg.-Rat Dr. Wagner hielt eine Ansprache. Die vierte Ausstellung der freien Vereinigung Darmstädter Künstler ist gestern vormittag im Künsller- hause eröffnet worden. Etwa 20 Künstler haben an hundert meist malerische Werke ausgestellt.

Offenbach, 8. Febr. In der Untermainstraße trieben gestern einige Knaben auf dem Heimweg von der Schule allerhand Unfug mit einem aufsichtslos dort haltenden Milch- fuhrwcrke. Einer der Buben ging so weit, sich auf den Rücken der Rosinante zu schwingen. Das nahm diese aber so übel, daß sie mitsamt dem kühnen Reiter durch- ging; sie hielt aber bald wieder an, als dieser aus dem Sattel und zwar schmerzlicherweise gerade auf den Draht­zaun am Maindamm flog. Mit blutiger Nase und einer -mächtigen Beule am Kopfe mußte der sehr kleinlaut gewordene Gelegenheitsretter abziehen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Das mit einem Kostenaufwande von 200 000 Mk. errichtete städtische Wasserwerk in Vilbel ist nun eröffnet. Der Wasierpreis berechnet sich auf 25 Pfg. per Kubikmeter. Der König von Sachsen hat den Kauf­mann Heinrich Mappes in Frankfurt a. M. zum General­konsul für das Großherzogtum Hessen und für das Gebiet der Stadt Frankfurt ernannt.

Vermischtes.

* Kempten, 8. Febr. DerAllgäuer Zig." zufolge ist während des Vormittagsgottesdienstes im Pfarrhofe zu Waltenhofen bei Kempten eingebrochen worden. Die Diebe stahlen Wertpapiere in Höhe von 23000 Mk. Die Kunde verbreitete sich rasch in der Kirche und ein Teil der Kirchenbesucher nahm die Verfolgung der Einbrecher auf. In der Nähe von Lenzfried wurden sie eingeholt. Als sie sich verfolgt sahen, warfen sie die Wertpapiere fort und feuerten mittels Revolver auf ihre Verfolger. Drei der letzteren wurden verwundet, einer schwer. Schließlich wurden die Diebe überwältigt und ins Gefängnis nach Kempten gebracht.

* Brüssel, 8. Febr. Die belgische Regierung wird demnächst die offiziellen Einladungen zur Lütticher Welt­ausstellung von 1905 versenden.

* Paris, 8. Febr. Der Minister des Inneren hat die Automobil-Wettkahrt NizzaSalon untersagt. Die bekannte irländische Patriotin Maud G o n n e hat sich mit dem irländischen Kommandanten Mae Bride ver­lobt. Die Dame wird sich vor ihrer Hochzeit in ein Kloster zurückziehen, um sich zum Uebertritt vom Prote­stantismus zum Katholizismus vorzubereiten.

* Paris, 8. Febr. Aus den Expreßzug Paris- Brüssel wurde gestern abend beim Passieren des Weiche bildes der Stadt ein Revolversch abgegeben, der die Scheiben eines Wagenabteils zertrümmerte. Zwei Per­sonen, unter denen sich der Deputierte Früh befand, wur­den durch Glassplitter verletzt.

* Amsterdam, 8. Febr. Der hiesige englische Ge­neral-Konsul Perry hat gestern beim Abspringen von einem Pferdebahnwagen ein Bein gebrochen.

Genf, 8, Febr. Von Vertretern der Prinzessin Luise wird folgende Mitteilung gemacht: Nach den Er­eignissen der letzten Wochen, namentlich nach dem Aus­schluß aus dem väterlichen Hause und der Erkrankung ihres Sohnes ist bei der Prinzessin eine tiefe Erschütte­rung und körperliche Depression zutage getreten. In deren Verfolg und rücksichtlich besonderer Umstände, worin sie sich besindet, entschloß sich die Prinzessin, zur Erlangung der für sie dringend notwendigen Ruhe und Wiederherstellung der Gesundhett ärztlichen Beistand in Anspruch zu nehmen. Die Prinzessin suchte und fand heute Aufnahme in dem bei Nyon gelegenen Sanatorium La Metairie.

* Eine Ehetragödie. In der Wiener Vorstadt Favoriten hat ein 7 3 Jahre alter Mann seine Ehe­frau durch Messerstiche getötet und sich selbst schwer ver­letzt. Der Bluttat ging, wie aus Wien gemeldet wird, eine Eifersuchtsszene voraus, indem die 72 Jahre alle Frau dem Manne Untreue mit einem jungen Mädchen vorwarf.

UnioersiMs Nachrichten.

Aus Heidelberg wird gemeldet: Die Jubiläums­feier der Wiederherstellung der Universität durch Großherzog Karl Friedrich im Jahre 1803 wird nach der endgiltigen Ent­scheidung in den Tagen vom 27. bis 30. Juli abgehalten werden. Die Festversammlung zur Feier des 25jährigen Bestehens der Balneologischen Gesellschaft findet vom 5. bis 9. März inBerlin statt. Aus Würzburg wird geschrieben: Professor Des Eoubres hat den Ruf als o. Professor für theoretische Phnsik nach Leipzig angenommen. Von kompetenter Seite erfahrt dasErlanger Sägeblatt", daß in Erlangen der Mediziner Professor Dr. A. v. Strumbell zwar an erster Stelle zum Nachfolger des verstorbenen Prof. K a st in B r e s l a u vor- geschlagen, eine Berufung aber »wch nicht erfolgt ist. Der Privat- dozent Dr Robert Sieger ist zum a.- o. Professor der Geographie an der Universität Wien ernannt morden. Die Direktion des B e r n i s ch e n UMerrlchtsmesens erläßt einen Studieiiplan für Studierende, die sich auf den Journalistenberuf vorbereiten. Er ist auf sechs Semester berechnet und enthält außer Differenzial- und Integralrechnung so ziemlich alles, was zwischen Himmel und Erde gelehrt und gelernt werden fann. Nach demReichs­anzeiger" ist dem Direktor im preußischen Kultusministerium, Dr. Althoff, der Kronenorden L Klasse verliehen worden.

Kunst und Wissenschaft.

London, 7. Febr. Die Mareoni-Ge sellschaft ersuchte heute um gerichtliche Genehmigung zur Erweiterung ihres Gesellschafts-Statutes. Sie wolle in Zukunft Schiffe mit Nachrichten versorgen, telegraphische Geldsen­dungen übernehmen und elektrische Heiz- und Mo­torkraft auf drahtlosem Wege übermitteln. Das Gesuch wurde genehmigt.

Gerichtssaal.

ts. Marburg, 8. Febr. Wegen unlauteren Wett­bewerbes stand der frühere Besitzer des Eberhardschcn Kleider­stoff- und Landestrachlen-Geschäfls, A. Eberhard, vorgesterii und gestern vor dem Landgericht. Als Sachverständigen hatte man den Inhaber eines ähnlichen Geschäfts in Gieße n herangezogen. Dem Angeklagten, der im Herbste u. I. sein Hans unt> Geschäft verkauft hat, wurde zur Last gelegt, daß er schon von Januar an durch große Inserate und Plakate fortwährend Ausverkäufe wegen Geschäftsaufgabe ankündigre, aber demioch iioch Nachschübe bis zu 40 000 Mk. von seinen Lieferanten erhallen habe. Diese Mani­pulation begründet der Kaufmann dem Gericht gegenüber damit, daß man bei Landkundschaft in solchen Artikeln alles führen müsse, sonst behalte mau eben auch das Uebrige. Tann habe er and) seine größeren Kunden, wie Anstalten rc., befriedigen müssen. Auf diese Weise sei es ihm nad) und nach gelungen, sein Waarenlager, also über 130 000 Mk. Wert, auf 35 000 Mk. herabzubriiigen und darin zu verkaufen. Das Gericht erkannte diese Gründe an und sprach den Angeklagten frei.

Handel und Verkehr. Vatksuiirtfchast.

Hamburg, 9. Febr. (Original-Tel. des Gieß. Anz.) Die Generalversammlung der H y p o t h e t e n b a n f in Hamburg ge­nehmigte die vorgeschlagene Dividende von 8 pEt. und er ledigte die Tagesordnung ohne Debatte. Es wurde besd)lossen, bas Aktienkapital von 21 auf 2 4 Millionen Mark zu erhöhen Tie neuen Aktien werden unter Aiissd;luß eines Bczugsrechts der Aktionäre an ein Konsortium für 152 '/, pEt. vergeben. Die Divi­dende kommt von heute ab an den bekannten Zahlstellen zur Aus­zahlung.

Der Reingewinn der Sächsischen Bodenkredit-Anstalt beträgt 769 999 Alk. gegen 766 409 Alk. im Jahre 1901. Ter Auf­sichtsrat beschloß für 1902 die Verteilung einer Dividende von 7 pEt. wie im Vorjahre oorzusd)lage,i.

Der Aussichtsrat der Deutschen Spiegelglas-Aktieu« gesellschast schlägt für das verflossene Geschäftsjahr die Verteilung einer Dividende von 15 pEt. gegen 14 pEt. im Vorjahre vor.

Die deutsche Vereinsbauk wird wieder eine Dividende von 6 pEt. verteilen.

Märkte.

ko. Frautturt a. M., 9. Febr. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 16.0000.00, Kurhessischer Alk. 16.0000.00, La Plata Mk. 17.5018.00, Kanias Mk. 17.5018.00, Roggen (hiesiger) Mark 14.5000.00, Gerste (Wetterauer) Alk. 15.2516.50, Franken- felder Alk. 00,0000,00, Hafer Mk. 14.7515.00, Mais All. 14.2514.50, Weizenmehl 0 Mk. 25.5026.00, 2. Qualität Alk. 22.50 bis Mk. 24.00, 3. Qualität Mk. 21.5022.00, Roggenmehl 0 Mk. 23.0023.75, 1. Qualität Act. 21.7522.25, Weizenkleie Alk. 9.00 bis Mk. 9.25, Roggenkleie Mk. 9.5010.00, Maiskeime All. 10.00 bis Mk. 10.25, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

te. Frankfurt a. M., 9. Febr. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Vieh Markt­preise. Zum Verkaufe standen: 365 Ochsen, 123 aus Oest­reich, 47 Bullen, 1 aus Oestreich, 704 Kühe, Fersen, Stiere uni Rinder, 0 aus Oestreich, 240 Kälber, 197 Schafe und Hümmel, 1202 Schweine. 0 Ziegen, 0 Ziegen--, 6 Schafläinmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 6970 Mk., 2. Qual. 6567 Mk., 3. Quäl. 6163Mk.; Bullen l.Qual. 62 bis 64 Mk., 2. Qual. 5860 Mk.; Kühe 1. Qual. 6263 Alk., 2. Qua/. 5758 Mk., 3. Qual. 4648 Mk, 4. Qual. 4143 Alk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber: 1. Qualität7281 Pfg., Lebendgewicht 4749 Pf., 2. Qual. 7476 Pfg., Lebeirdgewicht 4446 Pfg., Schlacht­gewicht 6365 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 6870 Pfg., 2. Qual. 6264 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 6100 Pfg., Lebendgew. 48 Pfg., 2. Qual. 5960 Pfg., Lebendgewicht 4700 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh mittel, bei Kleinvieh gut.

Arbeiterbewegung.

Breme«, 7. Febr. Zwischen den Arbeitern und der Werst- leirung desV u l k a n" ist noch keine Einigung erzielt worden, jedoch steht sie nahe bevor. Die Schließung der Werst ist unter­blieben, da die Arbeiter die verhängte Sperre zurückzogen. Die ausgesperrten 500 Arbeiter sind noch nicht wieder zur Arbeit erschienen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag den 9. Februar:

Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. 1. Johannesbries, Kap. 4, 1221: Gottesliebe und Bruderliebe. Pfarrer Dr. Naumann.

Dienstag, den 10. Februar.

Nachmittags 51/, Uhr Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde im Konfirmandensaal der Johanneskirche.

Pfarrer Euler.

Neueste Mewungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

sd. Darmstadt, 9. Febr. Der WahlprüfungsauLschuß hat die beanstandeten Wahlen der Aögg. Ul ri ch-Offenbach (soz.), Damm-Friedberg (freif.) und Dr. Frenay-Niederolm (zentr.) für gütig erklärt.

Berlin, 9. Febr. Durch Beschluß des Amtsgerichts 1 wurde die Beschlagnahme der Wiener Sonn - und Montagsztg. angeordnet. Dieses Blatt enthält in seiner Nummer vom 26. Januar einen ArtikelAusdemTage - buch Wilhelms II.", der nach Ansicht des Gerichts eine Maiestätsbeleidigung in sich birgt.

Berlin, 9. Febr. Dumultszenen schlimmster Art spielten sich in der vorletzten Nacht im Osten Berlins ab. In der Frankfurter Straße war ein unbedeutendes Feuer ausgebrochen und der Polizeileutnant von Keyserlingk mit der Absperrung des Brandplatzes be­traut. Da die neugierige Menge den Anordnungen des Offiziers nicht genügend Folge leistete, geriet derselbe in eine hochgradige nervöse Aufregung. Seine An­ordnungen wurden von der Menge mit wüstem Ge­johle, Schimpfworten und Drohungen beant­wortet. Dies brachte den Offizier dermaßen auf, daß er blank zog und den Schutzleuten Befehl gab, ebenfalls blank zu ziehen. Es entspann sich ein förm­licher Straßenkampf. Die Menge drang gegen die Schutzleute vor. Der Polizeileutnant wurde von seinen Leuten getrennt. Man umringte ihn und schlug mit Stöcken und Schirmen auf ihn los. Schließlich lähmte ein kräftiger Stockhieb die Hand des Offiziers. Der Sabel wurde ihm entrissen, wobei der Offizier eine Handverrenkung erlitt. Die Waffe soll auf die Redaktion desVorwärts" gebracht wor­den sein. (?) Der Lärm dauerte bis 2 Uhr morgens. Dann