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GvsteS Matt.
198. Jahrgang
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2.
3.
Freitag S. Januar 1908
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Kdreff« für Depefcherrr Au-eiger Gießen.
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Volittsche Tagesschau. Die ersten Handelsverträge.
Ile Kronprinzcjstn von Sachseu.
Zur Trennung der Kronprinzessin von Sachsen von Givon wird dem „Berl. Tagebl." aus Dresden gemeldet, daß Girons Abreise zweifellos auf Anraten des Vertreters der Kronprinzessin beim Ehegerichts'hof, des Rechtsanwalts Tr. Zehnte, erfolgt sei. Es wird scheinbar beabsichtigt, durch die zeitweilige Trennung der Kronprinzessin von Giron ihr bei den Gerichtsverhartdlungen l^cl oie Ehescheidung eine vorteilhaftere Stellung bau Volke gegenüber zu Ochern, Vorteile, die ihr entgehen würden^ wenn sie mit
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Bekanutmachung.
In vier Gehöften zu Wermertshausen ist der Schweinerotlauf festgestellt Der gemeinschaftliche Weidegang der WermertShäuser Schweinebestände ist verboten und die Gehöfte, in welchen die Seuche ausgetreten ist, sind gesperrt.
Marburg, den 8. Januar 1908.
Der Königliche Landrat.
Bekanntmachung.
Di« Rotlaufseuche unter den Schweinen in Nie derlei mar ist erloschen; die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben.
Marburg, den 6. Januar 1908.
Der Königliche Landrat.
mit den: Offizi schützmannscyasl Diese wurden ।
Steuern Lbe.alU
Die Portugiesen sind enttäuscht. Sie hatten erwartet, daß die Regierung bei Eröffnung der Cortes Mitteilung machen werde über die besonderen Wirkungen der zwei* monatlichen Reise des Königs nach Paris und London. Äe vom König selbst verlesene Thronrede aber schweigt sich darüber gründlich aus. Zwischen den Zeilen liegt das Eingeständnis, daß die Aussicht auf Unterbringung einer neuen Auslandsanleche eine bessere nicht geworden ist. Es werden nänklich dem Volk weitere „gerechte" Steuern angekündigt, eine Eröffnung, die begreiflichen Unmut erregt. Ueber den Begriff „gerecht"' in der Besteuerung gehen die Auffassungen von Regierung und Volk ganz besonders in Portugal auseinander. Dort werden erwiesenermaßen die Erwerbskreise immer wieder zu den Abgaben herangezogen, auf denen der Steuerdruck ohnehin zumeist lastet. Es wird voraussichtlich zu Straßen kund geb ungen kommen, die schon mehr als einmal chren Zweck erreichten. Darüber, wie der Leere in den Staatskassen ab- zuhelfen sei, dürften sich dann andere Minister den Kopf zu zerbrechen haben. Die gegenwärtigen sitzen schon seit einiger Zeit nicht mehr fest im Sattel.
Parlamentarisches aus Hesse«.
Der Zweiten Hessischen Kammer ist eine Vorstellung der Steuerausseher des Großherzogtums, betr. Gehaltsausbesftrung und Versetzung in die achte Klasse der Zcvilstaatsdiener zugegangen. Der Schluß der sehr ausführlich begründeten Vorstellung lautet:
Gestützt aus das Wohlwollen, welches hohe Regierung den Volksschullehrern und ebenso den Gendarmen zu teil hat werden lassen, wagen wir uns vertrauensvoll auf das Wohlwollen hoher Regierung die ganz untertänigste Bitte
Ein pensionSsühiges Gehalt, anfangend mit 1600 Mark und steigend bis zu einem Höchstbelrag von 2400 Mark, Tagegelder für außerhalb unsere Stationsorte vorzunehmende Tienstoerrichtungen in der Höhe von 2.50 Mark für den Tag (die Hälfte der Diätensätze der Großherzoglichen Steuer-Kontrolleure) uns gnädigst zubilligen uiH
die SteuerMfseher in die achte Klaffe der Zivilstaats- diener gütigst einreihen zu wollen.
Indem wir zu hohem Ministerium vertrauensvoll unsere Blicke richten, sind wir der festen Ueberzeuguna, daß Hochdasselbe als unsere direkte vorgesetzte Behörde üi dieser Hinsicht auch bei hoher Großherzoglicher Staats
Fer Konflikt mit Aenezuela.
Aus Washington wird telegraphiert: Die deutschen und italienischem Noten, welche in Washington eingetroffen sind, drücken die Bereitwilligkeit aus, mit der venezolanischen Negierung über den Schiedsgerichtsvorschlag zu diskutieren. Die englische Antwort enthält den Wunsch, daß der englische Botschafter als Vertreter bei den Verhandlungen fungiere, die notwendig dem Schiedsgerichte voran gehen müssen. Dies läßt darauf schließen, daß zunächst eine Konferenz der beteiligten Mächte, die durch ihre Botschafter vertreten werden, in Washington stattfindet. — Diese Antworten haben, wie Reuters Bureau aus Car.cas vom 7. Januar aus bester Quelle meldet, in Regierungskreisen große Niedergeschlagenheit hervorgerufen.
Die Pariser Ausgabe des „Newyork Heralb" veröffentlicht eine Depesche des venezolanischen Jnsurgentenführers Matos, in der eS heißt: „Das Unglück Venezuelas muß Eastro zugeschrieben werden, der ein Mann ohne Morql unb Verwaltungsfähigkeit ist, mit einem Worte, ein wahrer Wilder. Er verfolgte alle, die er für seine Gegner hielt, warf Soldaten, Kaufleute, Bauern in ungesunde Gefängnisse und ließ sie in Ketten legen. Zwei Jahre lang wurden den Arbeitern Häuser, den Schissern Boote verbrannt. Städte, deren ganzes Verbrechen darin bestand, daß sie von revolutionären Truppen besetzt waren, wurden gebrand- schatzt und bombardiert. Die willkürlichen Maßnahmen, die Castro gegen die Fremden traf, veranlaßten die ge- meinsame Aktion der europäischen Mächte. Sobald Castro gestürzt ist, findet Venezuela wieder Ruhe und Kredit."
Die erste Einschränkung der venezolanischen Blockade fällt am 9. Januar. Ankünfte aus westindischen und ostamerikanischen Häfen genießen von Freitag an keine Vergünstigung mehr. Somit wird die Blockierung jetzt umfassender. — Die deutschen Schiffe haben seit dem Beginn der Blockade eine sehr lebhafte Tätigkeit entwickelt. Nach )er Wegnahme der venezolanischen Flotte und der Verteilung der Kreuzer auf die Blockadehäfen unternahm Kommodore Scheder an Bord seines Flaggschiffs Vineta eine Kreuzfahrt von Curaoao aus an der venezolanischen Mste vorüber nach Trinidad, wo boy englische Flaggschiff ankerte. Vor Port of Spain hatten beide Divisionschefs eine Be- prechung. Scheder kehrte nach Westvenezuela zurück und beabsichtigte, ohne Aufenthalt nach Puerto Cabello zu dampfen und die Leitung der Blockade zu übernehmen. Unterwegs gab er diesen Plan auf und fuhr nach Wmem- 'tad, um von der Kabelstation aus die Verbindung mit Berlin herzustellen und mit den maßgebenden Kreisen die weitern Maßnahmen festzustellen. Der Kreuzer „Gazelle" ührte inzwischen unter dem Kommando des Korvetten- äpitäns Grafen Oriola die Blockierung von Puerto Cabello, die am 22. Dezember begonnen hatte, bis zum 28. Dezember durch. Da traf die „Vineta" zur Unterstützung ein. Bald merkte man das kraftvolle Eingreifen des Kommodore Scheder, der sämtliche im Hafen liegende venezola- Bhe Schiffe fortschaffen und das Zollamt vorübergehend tzen ließ. Am 4. Januar übertrug er wieder der „Ga- e" die Blockade, um von Willemstad aus an den Ad- mirakstab und das Auswärtige Amt zu kabeln. Der kleine „Panther hält allein die Wacht vor Maracaibo seit dem 29. Dezember. Jetzt ist zur Ablösung und Unterstützung während des anstrengenden Dienstes der Kreuzer „Falke" vor der Lagune eingetroffen. Die Schulschiffe „Charlotte" und „Stosch" finden als Passagier- und Transportschiffe Verwendung. Jetzt liegt nur die „Charlotte" in den venezolanischen Gewässern; sie hat mehrfach die Fuhrt zwischen Willemstad und der Küste ausgefübrt. Die „Stosch" beteiligte sich als Schlepper an der Sicherung der Prisen und dampfte dann nach St. Thomas. Da dieser Hafen nicht
Girvu während der Verhandlungen zusammen lebte. — Nach einer weiteren Meldung au- Dresden wird sich auf Wunsch der Kronprinzessin ihr Bruder, Erzherzog Josef Ferdinand von ToSkana, von Salzburg von neuem nach Genf begeben, um während der Tauer der Verhandlungen in dem von Tresden aus angestrengten Ehetrennungsverfahren der Schwester nahe zu sein
Ter „Teuffchen Tageszeitung" wird mitgeteilt, daß Giron auf alle, die mit ihm zusammenkamen, einen höchst ungünstigen, ja unangenehmen Eindruck gemacht. ES sei nicht unmöglich, daß dieser Eindruck auch bei der Kronprinzessin früher erweckt werde, als sie selbst und andere erwarten. DaS, was das Blatt über die Persönlichkeit Girons in Erfahrung gebracht habe, bestärke es in der Auffassung, daß eine gewisse seelische Störung bei der Kronprinzessin vorgelegen haben müsse, als sie ihre Neigung einem Burschen von diesen Qualitäten zugewandt habe.
Zwischen dem Anwalt der Kronprinzessin und dem Bevollmächtigten des Kronprinzen finden fortlaufende Verhandlungen statt, die in kürzester Zeit vielleicht, wie der Korrespondent der,„Frkf. Ztg." meint, einen viele überraschenden Abschluß ftnden weroen. Bon Dresden wurde die Abwesenheit Girons während der Berhandlungszeit als Vorbedingung verlangt. Tie Kronprinzessin widersetzte sich diesem Verlangen, fügte sich aber auf den Rat ihres Anwalts und Girons. Letzterer verbleibt bis zum völligen Abschluß der Verhandlungen in Lausanne.
Aus Dresden wird der „Chemnitzer Allg. Ztg." gemeldet: Ter Vertreter des Kronprinzen und des sächsischen HofeS, Justizrat Tr. Körner teilte dem sächsischen Hofe in einem Telegramm mit, daß er der Kronprinzessin Luise eine jährliche Rente von 30000 Mk. und bei Ablehnung derselben eine solche von 50 000 Mk. anbieten werde. Es sei jedoch eine Beschleunigung der Angelegenheit geboten und zwar noch vor Eintreffen des Rechtsanwalts Tr. Zehme, dessen Ansprüche wahrscheinlich weit höher sein würden.
cm fier SonniagS. flbtvA Gießen «r Anzeiger werden fm Wechsel mit dem Vefpschea Landwirt die Lteyener Hamillen- dlütter viermal in der
Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Bru h l'scheu :Untvers.-Vuch- u.6tein- bruderet (Pietsch Erben- Redaktion, Erpedittoa unb Drucreretr
Dach den Acichstagsserieu.
Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt uns:
Tie erste Beratung des Reichshaushaltsetats, die in Kürze bevorstebt, pflegt nicht nur ein Bckd von der Stimmung „im Lande", spndern auch ein Bild von der Stimmung der Regierung ziu geben. Tie Herren von der Regierung können freilich nicht wie die Abgeordneten ihr Herz ausschütten, sie sind nicht auf den Angriff, vielmehr auf die Verteidigung angewiesen, aber auch hier macht der Ton die Mustk, und eS läßt sich unschwer erkennen, ob sie in Dur oder Mpll ist, ob Zufriedenheit und Tatenluft die Regierung erfüll en, oder ob Verstimmung und Resignation platzgegrifsen haben. Diesmal wird eine gemischte Stimmung sich offenbaren. Ter berühmte Phyfiognomiker Schulz verstand es, sein Gesicht zur Hälfte als ein lachendes, zur anderen Hülste als ein weinendes erscheinen zu lassen. So ungefähr präsentiert sich zurzeit das Antlitz der Regierung. Mit ihren politischen Erfolgen ist sie, zumal nach der Erlangung des Zolltarifs, aufs beste zufrieden; auch die auswärtige Politik macht ihren Leitern zwar Arbeit, aber keine allzu empftndlichen Sorgen.
Aber die Finanzen! Seren trüber und für absehbare Zukunft keine Besserung versprechender Stand bedrückt jede einzelne Bundesstaat-Regierung, von der größten bis zur kleinsten. Hat das Reich Geld, hat es alle Welt: wenigstens die deutschen Regierungen haben es. So aber wird ihnen noch genommen, was sie selbst nicht besitzen, denn In jedem Staat sind die eigenen Einnahmen infolge von Steuer-Ausfällen, Minderertrag der staatlichen Unternehmungen usw. erheblich zurückgegangen Jeder, der eine Last zu tragen hat, sieht sich danach um, ob er nicht einen andern finde, dem er die Bürde ganz oder zum Teil auf* Packen kann. Tas ist menschlich. Und ebenso menschlich und begreiflich ist, daß die Einzelstaaten, die für die Bedürfnisse des Reichs in Anspruch genommen werden, statt vom Reich Zuschüsse zu empfangen, wie eö in den schweren Jahren deS Ueberfluffes der Fall war, — daß die Einzelstaaten nach den zweiten Schultern Ausschau halten. Schließlich kann dvch nicht immer mit Anleihen fortgewirtslpastet werden.
Tas bequemste Mittel, die Verpflichtungen abzuschieben, (st die Eröffnung neuer Steuerquellen des Reiches. Tie Neigung, solche Einnahmen zu schaffen, ist tatsächlich eine sehr lebhafte unter den bundesstaatlichen Regierungen. Aber die verantwortlichen Leiter der Reichspolitik sträuben sich einstweilen, zu diesem Mittel zu greifen. Eö hat keinen Zweck, dem Reichstag mit einer Steuervorlage, beispielsweise aus Bier oder Tabak — und ein großes Objekt muß eh schon sein — zu kommen, weil ein Steuerpvojett absolut aussichtslos ist. Nahe den Wahlen will sich kein Abgeordneter, und sei er noch so regierungsfreundlich, bei den Männern, die ihm wieder ihre Stimme geben sollen, unpopulär ytachen durch Verteuerung eines Verbrauchs-Artikels. Ddan hat bereits früher angesehene Parteiführer sondiert, aber prompt die Antwort erhalten, der Reichstag möge ja mit Derartig en Projekten verschont werden.
,^Jch bin nicht in der Gebelaune heute", ruft RichardIII. /em Günstling zu, der ihn an Versprechungen erinnert Der Reichstag, dessen Mehrheit der geheime Verdruß beherrscht, daß sie beim Zolltarif weiter gegangen ist, als sie gehen wollte, daß sie ein klein wenig düpiert worden ist durch diplomatische Kunst, hat 8)1 le Gebelaune ganz abgeschworen. Tte Regierung wird, das dürfte sich bald Herausstellen, diesmal einen außerordentlich schweren Stand beim Etat haben. Es wird unbarmherzig gestrichen werden, auch an den allerdringlichsten, an den für unaufschiebbar erklärten Forderungen. Tas Reich soll sich nach der Decke strecken Wie immer, wo man sich um Geld streitet, wird es recht ungemütlich hergehen. Und die Stimmung wird dadurch nicht verbessert werden, daß die Parteien unter sich scharfe Abrechnung halten, zur Vorbereitung des Wahlkampfes, zur möelichsten Erhöhung des eigenen Ansehens und zur „Zer- chmetterung" des Gegners. Der Rest an guter Laune, )en die Regierung ins neue Jahr herübergebracht hat, )ürf>e nur zu ba>o verfliegen, unter der überaus kritischen Behandlung. die dnn Reichshaushaltsetat von allen Seiten bevorsteht. Neue parlamentarische Kämpfe sind in Sicht
Im Neiseplan enthalten ist, bleibt dos Schiff vorläufig noch dem Kommodore Scheder unterstellt Die Schulschiffe haben an der Blockade nicht tet(genommen.
Ueber die Wegnahme des venezolanischen Kriegsschiffes „R e st a u r a d o r" durch oen deutschen Kreuzer „Gazelle" geht dem „Hannov. Anz." von einer bei der Aktion beteiligten Seite die nachstehende Schilderung zu: Am 10. Dezember, mittags ein Uhr, lief „Gazelle" in den Hafen Quanta ein, wo der „Restaurador"' lag. 400 Meter vor ihm wurde Anker geworfen. Um 5 Uhr machte der Venezolaner Anstalten, den Hasen zu verlassen, was ihm durch den ersten Offizier verboten wurde. MS das Boot mit den: Offizier absetzte, erscholl daS Kommando: „Gelen der Steuerbordgeschütze an die Geschütze!" auf „Restaurador" gerichtet und der Kommandant gab das Kommando „Geladen", Nach der Rückkehr des Offiziers wurde der „Restaurador" alle Stunden mit dem Scheinwerfer beleuchtet. Als am 11. Dezember auf „Gazelle" „Rein Schiff" gemacht war, kam von „Vineta" das Signal „Ultimatum abgelehm". Tambour und Hornisten gaben das Signal „Klar Schiff zum Gefecht", Topp- slaggen wurden gehißt und ein Offizier an Bord des „Restaurador" gesandt, mit der Aufforderung, innerhalb zehn Minuten die Flaggen zu streichen. ,Fresiaurador" bat noch um weitere zehn Minuten Frist, die ihm aber abgelehnt wurde. Um 10 Uhr 51 Minuten wurde auf dein Restaurador" langsam die Flagge heruntergeholt; das Signal ertönte „Klar zum Landen"; die Boote sammellen sich am Heck der „Gazelle"' und fuhren auf das Kommando „Mar zum entern" nach dem „Nestaurador"', legten jenseits bei und gingen an Bord, am Mast wurde die deutsche KriegSflaage gehißt, die Besatzung entwaffnet und ans Land gebracht Auf dem Achterdeck stand ein Faß Pulver, vielleicht wollte der Kommandant das Schiff in die Luft sprengen, wurde jedoch durch das überaus schnelle Asubordkommen daran gehindert. Ta die Maschine entzwei war, wurde der staurador" neben „Gazelle" verankert und erhielt deutsche Besatzung.
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Amts- und Anzeigeblatt str den Kreis Gießen WM
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ersten Handelsverträge sollen, nach einer In» i des nationallibercüen Mg. Bassermann bereits int Juni dem Reichstag zugehen. Das wäre also bann der neue Reichstag- der über die Handelsverträge zu entscheiden hätte, nicht der gegenwärtige Reichstag, wie Abg. Bassermann annimmt. Aut 15. Juni ist die Macht und Herrlichkeit dieses Reichstags zu Ende. Daß er kurz vor Toresschluß noch mit Gesetzentwürfen vmt solcher Tta^ weite besaßt wird, ist nicht wahrscheinlich. Zu so vorgeschrittener Jahreszeit ist auch an dauerrtde Beschlußfähigkeit nicht zu dellten. Die Wahlen werden unter dem Einfluß der neuen Handelsverträge stehen. Ein entsprechend zusammengejetzter neuer Reichstag wird besser unb zutreffender hierüber die Meinung der Bevölkerung zur Geltung bringen, als eS der gegenwärtige stark verbrauchte Reichstag vermag.


