Ausgabe 
8.10.1903 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

u. Schlußkurse.

von

Es starben an:

Staatskoni niissar.

Les die von von

204.50

215.62

140.40

184.87

190.30

der Rheinisch*

^lufanqs-

. 205.00

. 215.20

. 140

. 184.00

. 190J.0

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr 1(1) - -

- -

1

2

Selbstmord hatte der Unbekannte einen auf der Brücke postierten Finanzwachaufseher um Feuer ersucht und sich die letzte Pfeife Tabak angezündet. Mit der Pfeife un Munde H der Unglückliche auch ins Wasser gesprungen.

Interessante Studien über die Wirkung Les Tabaks auf den menschlichen Körper veranstaltet augen­

schädlich ist oder nicht, Licht bringen zu können.

* Möblierte Wohnungen zu vermieten. Um m seinen Häusern die vielen leerstehenden Wohnungen besser vermieten zu können, hat in Kopenhagen ein Baumeister eine Idee verwirklicht, die in Amerika längst ihre Früchte trägt. Er erbietet sich nämlich, seinen etwaigen Mietern die Wohnung fix und fertig einzurichten, ehe sie einziehen. Besonders für junge Eheleute wurde diese Idee praktisch gefunden. Der Wirt setzt sich mit einem Möbelhändler in Verbindung und die Mieter, die es wünschen, können sich bei diesem ihre Ein­richtungen aussuchen. In die Miete find sodann die Ab­zahlungsraten für die Möbel mit einbegriffen und die Raten sollen durchaus nicht hoch bemessen sein. Daß diese neue Art, zu vermieten, Anklang findet, beweist die starke Nach­frage nach den leerstehenden Wohnungen. Der Mieter hat dabei den Vorteil, nach und nach Besitzer einer netten Ein­richtung zu werden, der Wirt dagegen sichert sich einen Mieter, der sich verpflichtet fühlt, wenigstens so lange wohnen zu bleiben, bis seine Sachen bezahlt sind.

* Ein eigent ümlich es Gesuch ist an die Kö­nigin von Holland gerichtet worden. Ein Beamter hatte nacheinander dreiFrauen. Die zwerte brachte ihm einen unehelichen Sohn mit in die Ehe, den er adoptierte. In der Ehe mit der dritten Frau bekam er eine Tochter. Der Sohn wurde Matrose und verliebte sich in die Tochter. Er nahm seinen Abschied als Matrose und will dias Mädchen heiraten. Aber der Standesbeamte läßt dies nicht zu und hält die beiden für Geschwister. In seiner Rot wandte sich jetzt der junge Matrose an Königin Withelmina, deren Ent­scheidung nun abzuwarten ist.

* Eine Bauernhochzeit. Fräulein Frieda Wilke, die Tochter einer Bauernwitwe in Brewitz (Altmark), machte neulich Hochzeit mit dem Landwirt Berthold Wernecke in Eversdorf. Die Braut holte den Bräutigam ab in einem1 stattlichen Zuge mit 38 Vorreitern, darunter sechs Musikern, lleber 400 Personen waren zu der Hochzeit erschienen. Bei der kirchlichen Trauung wurde die Kirchenmusik von einer starken Kapelle ausgeführt, die auch später bei der Tafel und hernach in einem eigens dazu errichteten Zelte zum Tanz ausspielte. Zur Bewirtung der Hocyzeitsgäste waren ungeheuere Massen an Speisen und Getränten bereitgestellt. . < ^estlichLLllen dauerten, volle vier Tage. Im Dors waren

Lungentuberkulose Gehirnschlagfluß Rippenfellentzündung Herzleiden Lebensschwäche Gewaltsamer Tod

Kirchliche Nachrichten.

HstteÄürllfl -er rsraelltrschen Keligumsgesellschast.

Sabbathseier am 10. Okto ber 1903.

Freitagabend 5.15 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr.

Nachmittag 4 Uhr.

Sabbathausgang 6.30 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr,

abends 5.00 Uhr.

Are feindliche» Arader von 1870.

Ter PariserMatin" schreibt unter dieser Spitzrmarke: ,Lais er Wilhelm II. hat uns in ganz unerwarteter Weise, und wahrscheinlich ohne es selbst zu ahnen, an Louis XIV. erinnert. Nach den großen Kaiser-

KD 2(D 1 2 1 2(1)

Amerikaner meldete.

Privat-Diskonl 3 Prozent.

Oest. Kredit . . .

Deutsche Bank Darmstädter Bank .

Bochumer Guß . .

Summa: 9(3) 8(3) 1

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben cm, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aut von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

manövern hat er, wie alljährlich, zahlreiche Offiziere deutschen Generalstabs avancieren lassen, und u. a. Herren: von Borries, von Beaulieu-Maroonnay, Hauteville, von Mantey, von Memerty, von Gabalu, Garnier, von Tewclll, von Guionnean, von Zienouard, Huguen in, von Lucadou, von Gentil de Lavallade, von Borell du Vernäh, Geuse, von Ontrelepont, Giroa de Gaudi, . von Colomb usw. Man glaubt, eine Seite aus der Rangliste des französischen Heeres zu lesen! Aber, leider, leider! sind es deutsche Namen: die sie führen, stammen von den protestantischen Familien ab, hie nach der Widerrufung des Edikts von dttrntes auswanderten oder aus unseren Provinzen vertrieben wurden. Der Sonnenkönig hat vor 217 Jahren diese Untertanen dem König von Preußen oder dem deutschen Kaiser geschenkt. Sie haben sich in Brandenburg, in Schlesien, in Sachsen, in Bayern niedergelassen: sie durften in diesen ver,chie- denen Ländern, bie heute unter dem Szepter der Hohen- zollern vereinigt oder verbündet sind, den Glauben ihrer Väter frei ausuben, unb einige von ihnen, wie die du Verdy du Vernois, haben sich in den Feldzügen des verflossenen Jahrhunderts als die erbittertsten und geschicktesten Gegner ihres alten Vaterlandes gezeigt. Das gab sogar während des deutsch-französischen Krieges Veranlassung zu einem sehr eigenartigen und sehr ergreifenden Abenteuer. IM Januar 1871, nach der Schlacht bei Le Mans, wurde der verwundete General de Sonis an der Spitze unseres 17. Armeekorps durch den General de Colomb ersetzt, denselben, der im Jahre 1873 neben dem General Pourcet als öffentlicher Ankläger im Prozeß gegen den Marschall Bazaine fungierte. Der General de Cowmb hatte sein Hauptquartier im Schlosse Fouilloux, in der Nähe des Lagers von Coulic. Eines Tages brachten ihm seine Plänkler zwei Männer, die sie gefangen genommen halten. Es sind zwei preußische Husaren, und einer von ihnen spricht sehr gut französisch Der General forscht sie, wie es im Kriege Brauch ist, aus, um aus ihnen irgend welche Mitteilungen von Wichtigkeit herauszulocten. Als sie das Schloß verlassen, sagt der Gebildetere von den beiden zu oen Soldaten, die ihn wegführen:Es ist doch merkwürdig, wie Euer General unserem ähnlich ist! Wie heißt er denn?"General be Colomb/'Was! Unser General heißt ja auch so!" Man erzählt das dem Kommandierenden des 17. Korps, der sofort die Gefangenen zurückrusen läßt. Sie bestätigen ihre Angaben. Ihr Ches ist in der Tat der General de Colomb, oder vielmehr von Colo mb, Ab­kömmling eines Urgroßonkels des französi­schen Generals; dieser Urgroßonkel hieß Henri de Co­lomb und tjatte unter Louis XIV. Frankreich verlassen, um sich zuerst in Dänemark, bann in Deutschland nieberzu- lassen. So stellte der Zufall zwei Ab kömmlinge der­selben Familie mit den Waffen in bet Hand gegenüber: Der eine ist Katholik, der andere Protestant, der Katholik ist Franzose geblieben, der Protestant von Vater auf Sohn, feit zwei Jahrhunderten, deutsch ge­worden! Und infolge eines wunderbaren Eigensinnes der Natur, die darauf besteht, allen Sprossen dieses in zwei Zweige geteilten Stammes, trotz verschiedener Verbind­ungen denselben Typus zu bewahren,Züid sich diese Männer noch so ähnlich, daß es selbst chren Soldaten auffällt. Die gefangenen Husaren glaubten in dem Kommandierenden der französischen Truppen chren eigenen General wieder- zuerkennen! '9iach dem Friedensschlüsse schrieb der, der bie Heimat gegen die Invasion verteidigt hatte, an seinen Vetter von Colomb, der ihm sofort antwortete. Es entspann sich ein freundlicher Briefwechsel zwischen den beiden Feinden von gestern, und unser Landsmann erfuhr, daß das deut­sche Heer nicht weniger als sieben Offiziere seines Namens zählle. Einer von diesen ist wahr­scheinlich auch der jetzt von Kaiser Wllhelln II. beförderte von Colomb. So jetzt sich die Tradition für diese beiden Familien, wie für so viele andere, fort; ihre Nachkommen, bie durch Auswanderung, Verbannung oder Annexion ge­trennt wurden, dienen mit demselben Eifer verschiedenen Vaterländern und sind, wenn wieder einmal der Krieg ausbrechen sollte, bestimmt, von neuem das Kriegs glück gegen emanier zu verbuchen."

Universitäts-Nachrichten.

Bonn, 7. Ott. Geh. Regierungsrat Lrpjchitz, Professor der Mathematik an der hiesigen Universität, ist heute gestorben.

Halle a. d. S., 7. Ott. Die 47. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner, zu der gegen 1000 Teilnehmer eingetroffen sind, wurde heule durch eine Festsitzung in der Aula der Universität eröffnet. Der Vorsitzende, Geheunrat Prof. Dittenberger, begrüßte die Versammlung und brachte ein Hoch aus den Kay er aus, der für die Zwecke des Ver­eins wieder einen iramhaften Beitrag bewilligt habe. Namens des Kultusministers und des Oberpräsidenten der Provinz überbrachte Geheimrat Trosien-Magdeburg Gruße. Für die Stadl Halle sprach Oberbürgermeister Geheimrat Staude, für die Universttät rector magnificus Geh. Justizrat Stammler.

Professor Kehr in Göttingen wurde mit Wahrnehmung der Amtsobliegenheiten des 1. S ekr et ä rs beim historischen I n st i t u l i n R o m beauftragt.

Schiffsnachrichtell.

Red Star Linie.

Der PostdampferFinland" der Red Star Linie in Ant­werpen ist laut Telegramm am 5. Oktober wohlbehalten in New york angekommen.

Kinder

Zusammen: Erwachsene: im vom

Folge, und so eröffnete man heute auf allen Gebieten m recht zu­versichtlicher Sttmmung. Vorübergehend trat emc leichte Ab­schwächung ein, welche infolge noch nicht bestätigter Gerüchte über die innerpolitische österreichische Lage und den dadurch eintretenden Rückgang der österreichischen Werte herbeigefuhrt wurde. Der Schluß gestaltete sich wieder recht fest, da London m Erwartung einer besseren Tendenz in Newyork recht stramme Kurse sur

Ardeiterdewegung.

Tourcoing, 7. Okt. Heute sind große Gruppen von Aus­ständigen aus Halluin und Menin hier emgetrosfen. Sie drangen in mehreren hiesigen Webereien ein, schlugen die Fensterscheiben ein und zwangen die'Arbeiter zur Einstellung ihrer Tätigkeit.

Lille, 7. Ott. Die Fabriken, die gestern infolge der Haltwig der Ausständigen geschlossen waren, nahmen den Betrieb fast alle wieder auf. Der neue Versuch der Ausständigen, sie heute vor­mittag wieder zmn Stillstand zu bringen, ist gescheitert. Die Fabriken werden militärisch bewacht. Es werden noch größere Truppenmengen erwartet.

Köln, 7. Okt. Die Hauptversammlung

W e st f ä l i s ch e n R o h e i s e n - E i n t a u s s - V e r e i n i g u n g beschloß, ihren Bedarf für das vierte Quartal beim Roheisensyndikat zu decken. Gleichzeitig soll beim Roheisensyndikat beantragt werden, die Frachtbasis für Siegen abzuändern m Frachtbasen für ^Apler­beck, Hochdahl und Duisburg. Bezüglich der Verlängerung der noch bis Ende dieses Jahres dauernden Vereinigung wurde be-- chlosscn, daß jedes Mitglied nach voraiifgegangener sechsmonat­licher Kündigung am Schliisse jedes Vierteljahres austreten kann, jedoch soll die Vereinigung bis Elide 1904 unkündbar fein. Die Entscheidung eines Werkes steht noch aus.

Mannheim, 6. Okt. Wie die91. B. Ldztg." mittedt, ist die Pfälzijche Hohl- und B l e n d st e i n f a b r i k Akt.-Ges. in Ludwigshafen genötigt, ihre Zahlungen e i n z u st e l l e n. 9'cach einer provisorischen Bllanz dürften bei einer freiwilligen, nicht beschleunigten Auseinandersetzung die Forderungen der Gläubiger, oroeit nicht etwa erste und zweite Hypotheken m Betracht kommen, mit ca. 4050 pEt. befriedigt werden können. Eine außergericht­liche Regelung wird vorgeschlagen. .

Newyork, 6. Okt. Hier hat sich em Syndikat gebildet, um in Europa billiges amerikanisches Sch u h w e r k auf den Markt zu bringen. Das Syndllat wird'große Schuhwaren­läden m Paris, Berlin, Fraicksurt, Dresden, München, Stuttgart,

Harpener Bergbau

Schluß-Tendenz: Fest.

TUitring-lsclxes mm ......

e m p-,, Elaktro-u. Maschinen-KK

Imenau 5n.aÄn,_

Amsterdam rc. errichten. c, r _ .. .

Darmstädter Bank. Die Aktien dieses Instituts sind )en 30. September von 136.20 bis 140.20 gestiegen. Es wurden schon verschiedene Gründe für diese Avance angegeben. Neuestens wird behauptet, daß die Steigerung auf den Umstand zuruckzuführen fei, bau bie Verhältnisse es der Direktion ermöglicht haben sollen, Be­sitzstücke, welche die Bank s. Zt. von Herrn Leo Hauau erworben hatte, jetzt mit Gewinn abzustoßen, und zwar soll der Bank dabei in besonderem Maße die Steigerung der Preise für Kuxe zu statten gekommen sein, von denen sie aus dem erwähnten Anlaß über einen ansehnlichen Bedarf verfügt hat. Weiter wird auf die günstige Abwicklung der Lrqmdalionsmasje der Breslauer Diskontobank hm- qeimejen, von der das Institut ebenfalls profitiert hat

- Die amerikanische Gefahr. Wir haben schon gestern angedentei, daß man aus dem Angebot amerikanischer Bleche durch Vermüllung einer deutschen Finna zu viel Wesens zu machen scheint. Angesichts des niedrigen Preisstandes der Bleche am heimischen Eisenmarkt mußte sich unter Berücksichtigung des Eisenzolls und der Frachckoslen für die amerikanischen Erzeuger bei Unterbietung des deutschen Erzeugnisses ein weil unter den Herstellungskosten liegender Preis ergeben. Man zweifelt, daß bet derartigen Verlust­preisen eine Ausfuhr m nennenswertem Umfange möglich ist.

Die Oestcrreichische Petroleumindnsirre und die deutsche Bank. In den letzten Tagen fanden zwischen Vertretern der deutschen Bank und den österreichischen Petroleumrafslnerien Verhandlmigen statt, welche den Ansatz des Exportüberschusses an österreichische Raffinade in Deutschland bezwecken. Die deuyche Bank erklärt sich bereit, den österreichischen Exportüberschuß m jeder beliebigen Höhe zu übernehmen, das österreichische Petroleum kommissionsweise Deutschland zu verkaufen und den österreichischen Produzenleu abzüglich der Provision jeden Preis zu bezahlen, den sie selbst von den deutschen Konsumenten erhalt.

Die Handelskammer zu Bromberg befürwortet bei der Eiseiibahndüektion Bromberg einen Antrag ans Interessentenkreisen, das Ersuchen der Deutsch-amerikanischen Petroleum­gesellschaft, welche sich auf Ueberlaffung von bahnfiskalischem Terrain zur Errichtung von Petroleumtankanlagen bezögen, ab- zulehnen. Die Eisenbahndirektion Bromberg hat darauf- hm Anordnung getroffen, daß vorhandenes Gelände nur dann abgetreten werden dürfe, wenn anderen Unternehmern im Wett­bewerbe die Möglichkeit bleibe, auf denselben Stationen gleiche Anlaaen zu errichten.

Märkte.

Limburg cu d. L., 7. Oktober. Fruchtrnarkt. Durch» schntttspreije pr. Malter. Dioter Weizen 13.45 Dir., alles Korn 00.00 neues Liorn 00.00 Mk^ Gerste 0.00 DLk., Hafer 7L0 Dik., neuer Hafer 6.00 Mk., Erbsen 0.00 Mll, Kartoffeln 0.00 Dck.

blicklich Dr. Harvey Wiley, Doktor der landwirtschaftlichen ; Abteilung des Staatsdepartements in Washington. Wiley hat sich 12 männliche Personen im Alter von 2025 Jahren, von der verschiedenarügsten Konsütution, Gesundheit und Lebenshaltung, ausgesucht, an denen er auf Kosten der Re­gierung experimentiert. Die Versuchsobjekte müssen täglich eine bestimmte Quantität der einzelnen amerikanischen Tabake rauchen. Darauf wird auf das sorgfältigste ihre Körper­temperatur gemessen, chr Appetit und ihre Muskeltätigkeit beobachtet. Diese Versuche sollen sechs Rtonate lang fort­gesetzt werden, und man hofft, auf diese Weise endlich in bttr viel ventilierte Frage, ob Tabakgenuß dem menschlichen Körper

1

2(1) -

fahren dem Kommando in der italienischen Kolonie Erythräa Ehrirnpforten erricht^ und ber FeMatz nebst den Baulich­angehört, lernte während eines Urlaubs auf dem Karneval ketten ebenfalls pvach!ttg geschmückt.

vorigen Jahres in Rom die bildschöne Buchhalterin Augusta " ~ ~

Gasperoni kennen, in die er sich bis über die Ohren ver­liebte und der er schließlich emen Heiratsantrag machte. Augusta, die einer armen und noch dazu sehr kinderreichen Familie angehörte, besann sich keinen Augenblick, die Frau eines Offiziers zu werden, der einer alten römischen Familie entstammt und dem eine glänzende Karriere bevorftand. Im November fand die Hochzeit statt und das junge Paar begab sich direkt über Massaua nach Asmara. Das Eheglück scheint aber Augusta nicht befriedigt zu haben. Sie hinterging ihren Mann schon nach wenigen Monaten mit dem Hauptmann der Carabinieri, Federigo Craveri, Inhaber der silbernen Tapferkeitsmedaille und Ritter der Ehrenlegion. Natürlich kam der Ehemann eines Tages dahinter, daß er von seiner Angebeteten in schmählichster Weise betrogen wurde, und forderte den Hauptmann Craveri. Das Duell sand stall mit unbeschränktem Kügelwechsel. Beim vierten Gang erhielt Riccioni einen Schuß durch die Brust und brach tot zu­sammen. Der Hauptmann stellte sich seiner vorgesetzten Behörde.

* Sturm! Aus verschiedenen Gegenden treffen Meld­ungen über starke Stürme ein, die vielfachen Schaden an- richteten. Auch der Telegraphen- und Telephonverkehr ist vielfach gestört. In Dresden stürzte an einem städti­schen Neubau an der Karolabrücke ein Gerüst ein, vom Sturm umgerissen. Votc sieben darauf befindlichen Ar­beitern wurden drei tot, die anderen schüver verletzt aus den Trümmern gezogen. Zwei Maurer sollen noch unter den Trümmern liegen. Die Feuerwehr ift mit Rettungs­arbeiten beschäftigt. Die schwer Verletzten wurden nach dem Krankenhause gebracht. In Berlin richtete der ftarke Herbststurm großen Schaden an. Viele Personen sind durch herabfallende Ziegelsteine usw. verletzt worden, darunter zwei fchwer. Die schwer gehende See läßt Hiobsposten er­warten. In Lübeck warf der Orkan eine Mühle um. Der Verkehr auf den Landstraßen ift zum Teil unmöglich gemacht. Ans Papenburg wird gemeldet, daß die anhaltenden Niederschläge, die den starken Sturm begleiteten, große Ueöerschwemmungen verursachen. Nach Meldungen aus Cuxhaven stockt auf der unteren Elbe infolge des heftigen Sturmes der gesamte Schiffsverkehr. Nur die großen Ozeandampfer sind imstande, auszulaiifen. Die ein- llrufendeii Schiffe kommen mit schweren Deckschäden herein, die von den großen Sturzwellen angerichtet sind. Die Orte au der unteren Elbe sind durch Sturmsignale vor der drohenden Gefahr gewarnt. Durch den Sturm wurde in Carlowitz (Schlesien) der Wasserturm der Breslauer Wassermesser und der der Eisenbauwerke Attien-Gesellschaft vormals Nleinecke umgeworfen, wodurch drei Arbeller schwer verletzt wurden. An der arabisch en Küste sank der französische DampferAdmiral Gueydon". Der Komman­dant hat die Erklärung des Leutnants Robillard unter­zeichnet, worin festgestelll wird, daß unweit Maskat der englische DampferAfghanistan" die Schiffbrüchigen an- getroffen, sie jedoch trotz chrer Bitte ohne Hilfe gelassen haben und davon gefahren fein soll.

Die letzte Pfeife Tabak. In Wien sprang am Sonntag abend ein ungefähr 35 jähriger, dem Arbeiterstande angehöriger Mann von der Kaiser Franz Joseph-Brücke in den Donau-Strom und verschwand. Unmittelbar vor dem

Krtestmsten der Kedatllion.

(Anonyme Anfragen bleibe» nnberückstchtigt.)

Gießener Leser."iDtotox" ist auch die Bezeichnung für jede Äialurtraft, die Arbeit produziert. Demnach sollte em weiser Leser über ein Meteor als Motor nicht gar so staunen.

Ä. Wir können Ihnen leider über die Bedingungen für die Wirtschastsverpachtung des Teich haus es in Bad -9tanheim teine Auskunft erretten.

H. Frage: Nach dem Statut meiner Krankenkasse wird Krankengeld erst am dritten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab gewahrt. Von welchem Tage ab wird nun das Krankengeld gezahlt, wenn ich am Atontag erkranke? Antwort: Der Krantengeldbezug begimtt mtt Donnerstag.

WjichrMlhe MerWiirr CoSksjÄr

39. Woche. Vom 20. biS 26. September 1903. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (infL 1600 Atann Militär) Sterblichkettsziffer: 17,40,

nach Abzug von 3 Ortsfremden: 11,60 u/oc.

Gerichtssaal.

Duisburg, 7. Okt. Das Schwurgericht verurteilte nach sechsstündiger Verhandlung den Bergmann Wrengust, der im Juni in Marzleh seine Braut und ihre Eltern durch Revolver- fchüsse getötet hatte, zum Tode und 12 Jahren Zuchthaus, sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte.________

Handel und Uerkehr. Uolkswickschaft.

Berliner Börse vom 7. Oktober 1903.

(Mitgeleilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)

Die Festigkeit der gestrigen Börse, sowie auch der gestrigen auswärtigen Äbendbörsen hatte große Kausordres der Provinz zur