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8.5.1903 Erstes Blatt
 
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Freitag«. Mait »03

153. Jahrgang

Erstes Blatt.

Ubrefle für Depelchenr Anzeiger «ießeu. ^fntlprrdianld)lu6 Wr 51.

nach der Raum sein, auf dem Herr Skalitzky seine Tische und Stühle aufstellen wird. Oberbgm. empfiehlt die Genehmigung des Gesuches, inbem) er darauf hinwnst, daß der Gesuchsteller versprochen habe, alle Unordnung und Störung des Verkehrs zu vermeiden. Der Zugang soll nach der Kopfseite, also neben den Eingang in daö Lokal, an die Ecke der JohanniSstraße, verlegt werden. Skalitzky plant, den Raum hübsch mit Epheu rc. abzugrenzen und der Anlage das beste Aussehen zu geben. Er ersucht um die Erlaubnis zur Benutzung des Trottoirs von Ende April an bis Ende Oktober. Die Bau- komnusfion fordert dafür eine Gebühr von 20 Mk. und er­hebt weiter keinen Einwand.

Sto. Krumm macht darauf aufmerksam, daß daö Ge­such früher schon der Stadtvcrordneten-Versamnüung vor- gelegen habe und abgelehnt worden sei, worauf Oberbgm. Mecum erwidert, daö sei 1894 und 1896 gewesen, und dieser ablehnende Beschluß sei mit Rücksicht auf den Verkehr und infHinsicht darauf,fdaß kein öffentliches Interesse daran habe ersehen werden können, erfolgt. Oberbgm. Dl ec um macht auch Mitteilung davon, daß auch Herr Hettler für sein Casö an der Südanlage die gleiche Erlaubnis bereits nachgesucht habe. Stadtv. Schaff stae dt war für das Gesuch von Ska- litzky mit Rücksicht darauf zu haben, daß er nur eine Breite von drei Meter verlange und den Verkehr nicht störe. Sto. Huhn verweist darauf, daß bei Skalitzky mehr Gründe für Genehmigung vorliegen als bei Hettler, und auch Oberbgm. Mecum bemerkt, daß an der Ecke Hettler der Verkehr größer sei. Stadtv. Kirch spricht für den Antrag der Bau­deputation. Vor sieben Jahren habe die Sache anders ge­legen als jetzt. Bei Hettlers Gesuch würde auch er Bedenken haben. Man möge auch berücksichtigen, daß an der Plock- straße durch die Anlage das Straßenbild gewinnen würde. Und die Vorbedingungen, daß keine Störungen um die Nacht­zeit vorkommen, seien ja zu erfüllen. Stadtv. Hanau macht darauf geltend, daß man dieselbe Verschönerung des Straßenbildes danach auch bei Hettler ins Auge faffen könnte. (DaS scheint uns auch richtig zu sein. Gerade dieser Ge­sichtspunkt, den Herr Kirch hervorgehoben hat, sollte nicht zuletzt Maßgebend für die Entscheidung in solchen Fragen sein. Wir dächten, mit der Verkehrsstörung sei eS bei Hettler auch nicht so schlimm. Unzweifelhaft sieht man in großen, schönen Städten, die auf hübsche Straßenanlagen etwas hal­ten, solche Vorgärten, in denen man sich niederlaffen kann, gerade auch an bevorzugten und veckehrSreichen Plätzen. D. Red.)

Nach Genehmigung des Skalitzky'schen Gesuches wurde noch ein Baugesuch deS Wilh. Hamel für Bleichstr. 7, wobei eS sich um einen DiSpens handelt, ohne Debatte ge­nehmigt.

Dagegen wird das Gesuch der deutsch-amerikanischen Petroleumgesellschast zu Hamburg um Erlaubnis zur Auf­führung eines Petroleumlagers in der Frank­furterstraße nach kurzer Debatte abgelehnt. Ein ähn­liches Gesuch hat die Stadtverordneten schon einmal beschäftigt; damals war es bekanntlich auch abgelehnt worden. Die Baudepu- lation stellt diesmal keinen Antrag und überläßt die Entscheidung ganz den Stadtverordneten. Einer der Herren stellt einen ganz pessimistischen Gesichtspunkt in den Vordergrund, andere lehnen das Gesuch ab. Die Stadtv. Haubach und Kirch begründen das damit, daß eine solche Einrichtung nicht in die Nähe der Stadt gehöre. Die Frankfurterstraße

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 7. Mai 1903.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeord­neten Georgi und Heyligenstädt, Affeffor Curschmann und die Stadtverordneten in beschlußfähiger Zahl.

Oberbgm. Mecum macht der Versammlung zunächst Mitteilung von einer Einladung zu der am 17. Mai m Limburg statt findenden Versammlung zur Förderung der Lahnkanalisation. Indem er einige gedruckte Exemplare der Einladung zirkulieren läßt, empfiehlt er den Stadtverord­neten, der Einladung Folge zu leisten und verweist darauf, daß man nur die Zeit eines Nachmittags darauf zu ver­wenden brauche.

Die Versammlung hat sich erfreulicherweise bei 93er- handlung des 1. Punktes der Tagesordnung damit einver­standen erklärt, daß der Besitzer des Wiener Lass, Herr S k a- litzky, auf dem Bürgersteig der Plockstraße während der Sommermonate seine Gäste auch hier im Freien bedienen wird. Skalitzky hat dem Herrn Oberbürgermeister ein Gesuch überreicht, das dieser den Herrn Stadtverordneten vorlaS. 3 Bieter breit, also etwa die Halste des Trottoirs, soll da-

Nr. 107

rfftelat täglich außer Sonntag-.

Dein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesstfchea Landwirt die Gießener Zamtliea- blärter viermal tn bet Woche beigelegL

Nora non-druck u. Ver­lag der Brühl 'ichea Unioerl.-Buch- u.Stem- brudetei tAierlch Erden) Vledalnon, drpeömo« und Druckerei:

befähigt.

'.'iber ein anderer wesentlicher Punkt sollte heute nicht übersehen werden: Liebig hat sich auch in volkswirt­schaftlicher Bcziehung die grüßten Verdienste er­worben. Durch seine Arbeit über Pflanzenernähr- ung klärte er die Verhältnisse auf, die einem rationellen Ackerbau zur Grundlage dienen

müssen; unermüdliche mit der ganzen Alacht seiner gewaltigen Persönlicbteit wies er darauf hin, daß man zur künstlichen Düngung greifen müßte, wenn man nicht sehr bald eines lvesentlichen Teiles des Nationalvermögens verlustig gehen wollte. Heute wissen wir, welchen unscyätz- barcn Dienst uns Liebig geleistet hat, als er immer wieder betonte, daß ein Raubbau, wie er seit langen Jahren üblich war, nur zur Verödung, zur Verarmung fuh'.cn könnte. So ist denn mit Recht Liebig auch als ein Wohltäter aller

*) Wir werden in den nächsten Tagen einen längeren Aufsap über Liebig aus berufener Feder an dieser Stelle verojientlichen. Heute geben wir zur Einleitung diesen Aus,ab E der neuesten Plummer derDisch. Eherniker- Zeitung". D. Red. desGieß. Anz."

! Völker und aller Zeiten zu bezeichnen, und der 12. Mai 1903 sollte nicht nur von Chemikern und Medizinern festlich begangen werden, sondern auch überall da, wo man große Männer, die sieb um die Volkswohlfcchrt ver­dient gemacht haben, zu feiern pflegt!

Dies führt uns zum zweiten Teile unserer heutigen Betrachtung: Bie haben wir unseren Großen geehrt, bezw. wie können wir ihn nocb ehren? In mehreren Städten, in denen Liebig gelebt oder gewirkt hat, Darmstadt, Gießen, Münden, hat man ihm Denkmäler errichtet, in den Hör- säten, oder chemischen Laboratorien der meisten Hochschulen hängt sein Bild in Medaillon- oder anderer Form. Aber alles das genügt uns nicht; einem Manne wie Liebig, dessen Name in aller Munde ist und auch wohl für lange Zeiten bleiben wird, gebührt eine höhere Ehrung! Eine folckje wurde bereits im Jahre 1898 in derChemiker-Zeit- ung" angeregt, nämlich dieSchaffung einesLiebig- Museums in Gießen. Was damals erörtert wurde, gilt auch heute noch mit gleichem Rechte, und es ist uns unbegreifliche wie man diesem Vorschläge bislang so teil- namslos gegenüberstehen konnte, namentlich, da ja das ganze Projekt, wie seinerzeit Herr Pros. Sommer-Gießen ausführte, durchaus nicht mit allzu bedeutenden Kosten verbunden ift Leider haben auch die weiteren Bemühunben des Genannten zu einem entscheidenden Resultat noch nicht geführt. Die Rekonstruktion des alten Liebigschen Sabor atoriumfc, wie wir es auf dem der Hofmann - Biographie von Volhard und Fischer beigegebenen Bilde sehen, ist nach Mitteilungen von sachverständiger Seite sehr wobt möglich und müßte ' unbedingt durchgeführt werden. Wir richten daher hier öffentlich an die maßgebenden Stellen, das großherzogl. hessische Ministerium, die Universität und die Stadt Gießen, die dringende Bitte, was an chnen ist, zu tun, damit aus ' dem alten Liebig-Laboratorium in Gießen bald ein Liebig- : Museum entstehe, in dem sich die Geschichte der chemischen ' Wissenschaft darstellen könnte. Wer wis,en, daß wir in dieser Bitte wohl mit allen Chemikern und mit sehr vielen : Vertretern der Medizin eüis sind, daß wir dem Wunsche i Tausender hier Ausdruck geben. Und in Anbetracht der obigen Ausführungen hat dieser WunM vollste Berechtig- ung: So ehren wir unfern großen Meister Liebig sicher ' am besten!__

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SiehenerAnzeiger^

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Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

Zur cfltBigfrltt.)

In wenigen Tagen, am 12. Mai d. I., steht die 100- fahrige Wiederkehr des Geburtstages I u st u s v. Lie b i g s bevor. Die ganze chemische Welt rüstet sich, diesen Tag durch eine würdige Feier auszuzeichnen, wie sie der Be­deutung Liebigs entspricht.

WaS Liebig für die Chemie geleistet hat, wie frucht­bringend sein Wirken auf den verschiedensten Gebieten chemischer Tätigkeit gewesen ist, das wird in diesen Tagen von mehr oder weniger beredten Zungen an zahlreichen Orten bei Erdkreises veaündet werden. In seiner in Gestalt derFaraday Leclure" vor der ^h.m.cal Society am 18. März 1875 gehaltenen Gedächtnisrede auf Liebig sagt A. W. v. Hof­mann:Der vielseitige Geist des großen Entdeckers mit seinen fruchtbaren Aeußerungen verwirrt ganz meinen Sinn jur Ordnung und Auswabl, so daß ich nicht weiß, welchen Unterschied ich zwischen den mannigfaltigen Schätzen, die er uns hinterlassen hat, machen soll. . . Liebigs Name allein vermag neben dem von Faraday zu stehen als Vertreter unseres Jahrhunderts für kommende CKschLech- ter". Wahrlich, eine höhere Wertung kann niemand Liebig zu teil werden lassen, auch keiner von uns späteren Chemi­kern, die wir nach Hofmann weit eher in der Lage sind, Liebigs Größc ganz zu würdigen.Wie derjenige, der in einer Bergkette wandert, die Höhe ihrer ragenden-Gipfel niäft so gut schätzen kann wie jener, der zu ihren schnee- jelionten Häuptern von unten aus der Ebene aufscl-aut, o können auch wir, die Zeitgenossen FaradayS und Liebigs, >ie ganze Große ihrer gebietenden Gestalten nicht so er- assen, wie sie ferneren, nachkommenden Geschlechtern er­ahnten werden". Wenn wir heute die Tätigkeit Liebigs nach den verschiedenen Richtungen hin, in die sie sich er­streckte, betrachten, so müssen wir sagen: Liebig war nicht nur ein höchst erfolgreicher Forscher auf den mannigfaltig­sten Gebieten der wissensä-aftlichen Chemie, nicht nur -öpfer einer Anzahl neuer Zweige der chemischen In­dustrie, er war nicht nur anregend und bahnbrechend in manchen (Srunbfragen der physiologischen Chemie, der Biologie und verwandter Disziplinen er war vor allem der Begründer eines systematischen Chemie-Unterrichtes. Wenso sehr wie er unsere herrliche Wissenschaft durch seine eigenen zahlreichen Forschungen gefördert, hat er ihr ge­nutzt dadurch» daß er es verstand, die Besten ihrer Zeit als Schüler um sich zu versammeln, ihnen seinen eigenen reichen, klaren Geist einzuhauchen und ihnen jene innige Liebe zur Wissenschaft ernzuflößen, die allein zu Großem

Gützcnrr Stadtthcalcr.

Der luftige Krieg.

Von Johann Strauß.

Vor einem Jahrzehnt noch ist der fröhliche und graziöse , lustige Kriegs gar oft mit großem Erfolge durchgekampft worden und hat damals seinem Urheber, Joh. -Strauß, manchen hübschen Sieg eingebracht. Seitdem hat er lange auf den Repertoires der meisten Operettenbühnen gefehlt. Als Jntnguenkomödie betrachtet, läßt er ja viel zu wunichen übrig. Die Listen und Schliche sind von halsbrecherischer Kühnheit, die Neben- und Schleichwege deS Jntriguenspieles führen zu plötzlich entdeckten Gangen unter der Erde und sonst allerlei Wetfroürbigcm. Doch die Tendenz, eine Parodie der Kriege, bei der auch das Orchester bisweilen parodistisch mitwirkt, ist auch heute wieder zeitgemäß, da man iw eng­lischen Unterlaufe von Flottenabrüstung spricht und bie Par­lamente in Italien und Frankreich diesen Gedanken ernsthaft umstreiten. Gegen einen Krieg, bei dem. täglich nur eine einzige Granate explodiert, würde auch Frau Bertha v. Suttner nichts einzuwenden haben. Und kann man sich mich nicht in allem, trotz einiger recht lustiger Szenen, mit den Strategen des Textbuches einverstanden erklären, die in der Harmlosig- feit des Sujets oft mehr zumuten, als ein normal veran­lagter Zuschauer vertragen kann, so rettet dafür der Höchst- kornmandierende Joh. Strauß die gefährdeten Stellungen mit der Sicherheit eines Musik-Dewet. Durch alle Seiten der Partitur klingt und singt es nut Anmut und Liebenswürdig­keit in reichem Gusse und Flusse, mit gefälligen Solo- und Ensemblegesängen wechseln echt Strauß'sche Tanz- und Marsch- weifen, das Einzelne feffelt in gleichem Maße, wie das Ganze der musikalischen Illustration seine volle Schuldigkeft tut.

Mehrere glückliche musikalische Inspirationen des Komponisten sind längst volkstümlich geworden, und wenn das Melodien­album deS lustigen Krieges auf der Bühne wieder auf­geblättert wird, so kann man auf das dankbarste Publikum rechnen, und auch am Donnerstag kargte das leider nur recht mäßig besuchte Haus nicht mit seinem Beifall, ja es kam sogar ein Unicum für Gießen zu einem da capo.

Die musikalische Gesamtwirkung war durch gute Vor­bereitung gesichert, die Inszenierung war bunt und bewegt. Die Benesiziantln Frl. Bartl spielte das Tulpenzüchter. Weibchen Else und wurde vom Publikum sehr fteundlich auf­genommen. Ihre Naivetät hatte wieder die neckische Drollig, feit, die so ungemein sympathisch berührt. Das köstliche Duett von den Elternfreuden, diese Glanznummer der Operette, war das im Gießener Theater sonst unerhörte Da capo. Ihr flotter und frischer Vortrag und ihr munteres Spiel, daS uns vier Wochen lang entzückt hat, wird unS noch lange in ange- nehrner Erinnerung bleiben.

Herr Bruck als Balthasar Groot war als jammernder Arrestant, als plumper Herzog von Limburg und m den Ehe- standsszenen gleich ergötzlich; die mehr hamburgische oder nordfriesische Tialektfärbung benutzte er dazu, seiner Dar­stellung manche komischen Lichter aufzusetzen.

Die Rolle des Spinola, der zugleich Jntriguant und Liebhaber ist, erfordert einen gewandten Darsteller. Herr Nolte läßt ja in dieser Hinsicht noch manches zu wünschen übrig, während seine . cmerkenswerten stimmlichen Mittel sich wiederholt vortrefflich schätzen ließen. Gesanglich ist er immer sicher und rem in der Tongebung, seine Stimme hat Glanz und Frische. Ihm als Partnerin stand Frl. Stöger zur Seite, eine reizende Gräfin Violetta. Gesang und Spiel ver­dienen die gleiche unemgeschränkte Anerkennung. Namentlich Mi ersten Akte war sie von berückender Munterkeit, Zierlich­

keit und Liebenswürdigkeit und sah dazu in ihrem kurzen Roccoccokleidchen ganz allerliebst aus.

Herr Sommer hatte den schwatzhaften Marchese msi so viel Fleiß ausgestattet, daß dessen ergötzliche Einfalt vollen Anspruch auf reiche Anerkennung hatte und er fang daS po­pulär gewordene Walzerlied von der Naturschwärmerin Me­lanie mit Bravour. Frau Schatz-Graf als kriegslustige Fürstin Artemisia kommandierte ihre Edeldamen in Uniform mit erheblichem Effekt.

Im Allgemeinen ging die gestrige Aufführung sehr flott von statten. Doch der Dialog sollte von einzelnen Künstlern noch mehr herausgearbeitet werden; e§ macht den Eindruck, als ob er von einzelnen Darstellern als etwas GleichgiltigeS und Nebensächliches behandelt würde. Großen Wert kann man allerdings den Zwischenreden in Operetten ja selbstver­ständlich nicht beilegen; Operettenlibrettisten haben noch nie besonderes Genie bekundet. Doch der Dialog gtebt oft den Schlüssel der Handlung und der routinierte Darsteller wirb manchmal heroorheben, was der Librettist m seiner Ungeschick- lichkeit nur angebeutet hat.

Der außergewöhnliche Beifall, der die gestrige Vorstell­ung begleitete, man darf sagen die ganze Stimmung des Abends konzentrierte sich auf die Benesiziantin. Frl. Bartl wurde bei ihrem Erscheinen sehr lebhaft begrüßt und nach dem zweiten Akte intensiv beklatscht. Aber offen gestanden, ich hatte Riesenlorbeerkränze und kostbare Blumengebinde er­wartet. Nichts von alledem; man ist in Gießen selbst im Wonnemond mit den lieblichen Kindern der Flora sparsam. Doch trotzdem kann sich auch ohne solche Ehrungen, die ja nicht allein als Gradmesser der Anerkennung und Beliebtheit gelten dürfen, Frl. Bartl schmeicheln, perbona giatisbiira der Operettenbesucher Gießens zu sein. W.