Mittwoch 8. April 1903
133. Jahrgang
Zweites Blatt.
igt. Empfehlen wird
ungetrübte dafür, daß
Gbiiflian begleiten und an der . Armeekorps in Kassel, zu dem
Ausland.
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Amsterdam, 7. April. Gegen das sozialistische Statt. ,^>ct Volk" ist ein Strafverfahren emgeleirer worden wegen eines beleidigenden Lpot.b.ldes, das Minister Kuyper darstellt als den Würger eines Arbeiters.
Madrid, 7. April. Nach einer Meldung aus Melilla schlossen 4C0j aufständische Marck.aner den Hafenort Fro- jana em. Ein Telegramm des .Liberal" aus Tanger berichtet über einen *s **c "" ’*K*WX* ------ *“
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Heer und Flotte.
Dem kommandierenden General des 19. Armeekorps von Treitschke wurde der Rote Adlerorden 1. ftt, dem Kommandanten von Dresden Generalmajor Frhr. von Ltralenheim der Rote Adlerorden 2. Kl. verliehen. Der kürzlich seiner Stellung enthobene General der Kavallerie v. Sia, Gouverneur von Straßburg, ist nunmehr unter Verleihung des Komthurkreuzes des Militärverdienstordens zur ZiLpofition gestellt.
Nr. 83
• rffteivt täglich außer Sonnlage.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessische» Landwirt die Gießener Zamilien- diätler viermal in der Woche deigelegt.
Stotatwnibmd u. vertag der Brüh l'scheu Univerl.-Buch- u.6iem- brudtrel lPietsch Erden) Redaknon, (trpebinon
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Politische Tagesschau.
Deutschland und Diuetuark.
Nach ber toreifc von Kopenhagen sandte KaiserWil- 6eIm an den König von Dänemark folgende- Telegramm:
Seiner Majestät dem König: @ ist mir ein Bedürfnis des Herzen-, Dir nochmals meinen wärmsten Dank auS- zusprechcü für die iznvergeßlich jch&nen Tage, die ich bei Dir und im Kreise aller der ließen Deinen Derb rinn en
durfte. Vom Tage bes glänzenden Empfanges an, Den Tu und die Bevölkerung Deiner schönen Hauptstadt mir bereitet halten, bis zum lebten Augenblick, wo ick Dir Lebewohl sagen mußte, war der Aufenthalt für mich eine reube. Emvkanae meinen besonderen Dank u mich in den Kreis Deiner Familie ausgenommen hast und sei überzeugt, daß ich mich fortan a l S Sohn deS HauseS fühle. Ich bitte zu Sott, daß er Dein nahes Geburtstagsfest für Dich Dein HauS und Volk zu einem Tage der Freude gestalten und Dich noch lange in ungetrübter Gesundheit erhalten möge.
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Mr tttotwuic [ prompt unb biüiflft rata Ltapm, ÜahtchoAavr :ut tutili -tachhitsr- ittben. Ofienm uiuet 537 cm bie ^peb. o. cL 6lubtnl|ud)llürteemt!itt
Ve;og4pret»: monathd) Tb'VL, oierteU tfibrhd) Mk. 8JO; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich to iif.; durch die Post 'DK. 8.— vienel- lährL ausscbl. Beslellg. Snuahme von Anzeige» ‘ür die Tageonuminer btl oormuiag» 10 Utzr.
Zetlenoreis . lokal 18 aueroärtl 80 Istg. verantwortlich *ür den pohL unb aügem. Teil: U Wittko- für .Stadt und Vantr unb .Genchtosaaf: August Götz; für den an» zeigentetl: Pan« Beck.
mil'-öud)l)aii. unb Rone« i öertt., im »efige von gntflen, sucht per joion, pater, dauermbe Stellten unter K. M. 0163ö an edition bie|ri Staues.
•inen braven ftreb|amen Bfltn wirb Stellung aui ijm.«Ronior gej. Cg. uni 45 an bie irxp. b. «1. tih t befitrte Mädchru, hen unb etwas bügele acht bi bejjerem hau-, i auch Telegenheu gebotc i kochen äu lernen, p \ oder später Stellt v c. 01641 an b.(i$p. b.tl
Cin neuer serbischer Staatsstreich.
3n origineller Weise hat am Dienstag der König von Serbien die von ihm erstrebten Aenderungen in der Verwaltung und Gesetzgebung durchgeführt. Da die politischen Körperschaften seinen Absichten nicht zustimmten, sand der König den Ausweg — einer kurzen Suspension ber Verfassung, in dieser Zeit schuf er durch Ernennung auß eigener 'Machtvoll kommenhett einen neuen Senat und Staatsrat, löste die Skupschtina auf und änderte eine Reihe von Gesetzen; unmittelbar daraus wurde die Verfassung wieder in Geltung gesetzt, lieber diesen eigenartigen Staatsstreich berichtet das nachstehende lange Telegramm wie folgt:
Belgrad, 7. April. König Alexander hat zwei Proklamationen erlassen. In der einen wird daraus hingewiesen, daß der auf Grund ber neuen Verfassung geschaffene Senat und die Skupschtina Gesetze beschlossen haben, Die sich als unzweckmäßig erwiesen. Die Verfassung habe durch Entfachung polnischer Leibensck-aften die Interessen des Vaterlandes geschädigt und seine staatliche und nationale Entwicklung gehindert. Die Verhältnisse auf dem Balkan seien sehr ernst. Serbien bedürfe der Ordnung, der Eintracht und des Friedens. Ls tolle als leuchtende- Beispiel von Friedensliebe gelten und dabei stets bereit sein, seine eigenen wahren Interessen zu verfechten, soll- such dies als notwendig erweisen sollte. Um dem Vaterlande die Eintracht, Kraft und Ordnung wiederzugeben, suspendiere er (der König) die Verfassung vom 6. April 1901 und erkläre die Mandate der Senatoren für ungiltig. Die Proklamation besagt weiter, daß die StaatSräte zur Disposition gestellt werden und die Skupschtina aufgelöst wird. Mehrere Gesetze, darunter das Preßgesetz, das Gemeindegesetz, das nationale Wahlgesetz werden aufgehoben unb durch die früheren Gesetze erjent Unmittelbar nach Ausfertigung von Verordnungen, durch welche die neuen Senatoren unb Staats röte ernannt werden, erschien die zweite Vroklama- tion des Königs, in der die Verfassung vom 6. April 1901 wieder in volle Geltung eingesetzt wird. Gleichzeitig mit ber Diebereinfetzung ber Verfassung wurde auch bie bisherige Regierung roieber eingesetzt. Pit Ausnahme bes früheren Ministers deS Aeugern LozaNitsck Der- bleiben alle übrigen Minister im Amte. DaS Portefeuille des Aeußern erhielt ber Bauten Minister Tenitsch. Von den neuernannten lebenslänglichen Mitgliedern bes Senats finb zwölf Altliberale, durchweh Anhänger des ehemaligen Regenten Jovan Ristttfch, sieben ehemalige Fortschrittler und fünf Neutrale. Kein Radikaler wurde ernannt Die zu wählenden Senatoren werden gewählt werden, nackdem bie auf Lebensdauer ernannten Senatoren im Sinne der Verfassung ein provisorische Wahlgesetz nebst ben Geschäftsordnungen für bie Skupschtina und ben Senat au&gearbeitet haben werden. Der Präsident des Staatsrats, dessen Mitglieder durchweg dem Senat entnommen werben, ist General Anton Bogiceoitsch. Die lebenslänglichen Mitglieder des Senats und Staatsrats sind bereits auf Grund der wieder eingesetzten Verfassung ernannt worden.
Ein hervorragender serbischer Staatsmann, ber mehreren serbischen Ministerien angehörte und gegenwärtig in Wien sich aufhält, erzählte einem Rebakteur, bie serbische Regierung wollte ursprünglich bie Verfassung vorn Jahre 18u9 in vollem Umfange proklamieren. Tie Triebfeder ber neuesten Prollamationen König Alexanders fei der Kampf gegen die Radikalen, gegen antidynastische Clemente. Man wollte die Dahl extremer Elemente erschweren. Auch der Senat habe seinen Zweck nicht erfüllt Er sollte auf das Unterhaus beruhigend wirken, machte aber dem König Schwierigkeiten. Der Staatsmann sagt, das Hauptmotiv der Verfassung vom Jahre 1891 fei die Sicherung ber weiblichen Thronfolge gewesen. Er glaubt, baß bie Radikalen gegen bie Proklamation energisch protestieren werden. , tt
Ter König mag aber auch bie bebauerlichen Belgrader Vorgänge, bie zur Tötung von vier, zur Verwundung von neun unb zur Verhütung von 97 Personen geführt haben, zum Vorwand genommen haben, längst gehegte Plane aus- znführen.
^Im Interesse deS Dienste- wie de» einzelnen Manne- halte id) eS für durchaus notwendig, daß die Mannschaften deS öfteren feiten« ihrer Vorgesetzten eingehend darüber belehrt werben, wie ber übermäßige Genuß von Alkohol sie nicht nur ben Gefahren harter Bestrafung auSfetzt unb sie untüchtig au ihrer Dienst- verricktung macht, sonbern auch durch bie fortgefehtc Vergiftung ihre- Körper- für ihr ferneres Leben an Gesundheit und Erwerbsfähigkeit w ...
eS sich die Belehrungen der Mannschaften über den schädlichen Einfluß bes Alkohols auf ben menschlichen Körper auch durch die Truppenärzte vornehmen zu lassen. Wenn ick auch weiß, daß eS bei ber weiten Verbreitung ber Alkoholseuche leider wohl nicht gelingen wird, bie Mannschaften burchweg zu überzeugen unb gänzlich vom SchnapStrinken abzubringen, so erwarte uh dock, daß nunmehr die Belehrungen und Denvarn- ungen dazu beitragen werden, die Straftaten, welche der Schnapsgei,uß in so ungeheurer Zahl hervorgerufen, ganz erheblich zu verringern."
Der erste Erlaß de- Erbprinzen gegen den Alkohol- Mißbrauch erging im Februar v. I. und hat bereits günstig gewirkt, immerhin aber ist die Zahl der gerickstlichen ober Disziplinarstrafen, meldje wegen Trunkenheit ober wegen infolge von Trunkenheit begangener Vergehen haben verhängt werben müssen, nock ganz erheblich: feit bem 1. Oktober 1900 bei ben Truppenteilen des VL Armeekorps 35 gerichtliche unb 1672 Disziplinarbestrafungen biefer Art.
— In Gibral.ar würbe cin Oefterreicher Nomens Sieg- (rieb Nacht verh astet, ber ongcb.ich Anarchist ist und em Attentat auf b c n m ö n i g Eb uard geplant haben foiL 65 wurden bei ihm kompromittierende Schriftstücke bcschlagnahmt.
Die nächste Folge der Kaiserfahrt nack Kopenhagen wird oorausslchtlich ein Besuch König Christians in Deutschland sein. Aus Hoskreisen verlautet, daß Kaiser Wilhelm den greifen Herrscher Dänemarks zur Teilnahme an den Kaisermaüövern einzulaben gedenkt, die im Spätsommer in Eack)sen-ThÜringen ftattfinben. Die offizielle Einladung dürfte auf der Rückkehr des Kaisers von der Nordlandfahrt, bei der Kopenhagen angelaufen werden soll, erfolgen. Auch nimmt man an, daß der Kronprinz vo n Dänemark den König Christian begleiten und an der Kaiserparade über das 1L Armeekorps in Kassel, zu dem auch thö Kronprinzen Husarenreg.mcnt g hort, teiliichmen wird. Wie es beißt, hat die Kaiserin den Wunsch geäußert, dem dänischen Hof gleichfalls einen Besuch abzu
statten. ________
Der deutsche Etikette-Zwist in Washington.
Man schreibt uns aus Berlin, 7. Avrll:
Die Tagesgeschichte der deutschen Botschaft in Dashing- '/on scheint eine bestimmte Rubrik in den Spalten der Presse erhalten zu sollen. Noch nie ist dieser diplomatischen Station so oft Erwähnung getan worden, als feit der Ze,t des Amtsantritts des Frhrn. v. Sternburg. ES mackst sich unter dem neuen Botschafter ein Moment der Unruhe geltend, wie man es unter Frhrn. v. Thielmann und Herrn v. Holleben nicht kannte, und das dem Ansehen Deutschlands nicht förderlich fein kaum Bei bem jüngst gemeldeten Etikette-Zwist zwischen Herrn v. ©temburg unb anderen Mitaliebeni der Botschaft bezw. deren Damen fühlt man sich fast versucht, einen Vergleich mit den Zuständen in der Provinz Posen anzustellen, wie sie durch die Fülle Löhning und Willich gekennzeichnet finb. . Daß wegen solcher im Grunbe herzlich unbedeutender Differenzen ein Wechsel im Botschaftspersonal Dorgenommen werden soll, ist charakteristisch. Die LegationSsekretare, Attack^eS unb fachlichen Hilfsarbeiter werden doch ui Erwartung unb zum Zwea eines möglichst langen Aufenthalts hinauSgefchicrt, damit sie sich einleben unb genaue Kenntnis von Land und Leuten erlangen. Ihre Rück- berufung aus so belanglosem Anlaß läuft diesem Zweck zuwider unb sollte schon im Hinblicke auf bie bem Reiche erwachsenden Kosten vermieden werden. ES ist seltsam, daß die deutschen Botschaftsgeschafte gerade in dem Lande durch Etikette-Zwisngkeiten beeinträchtigt zu werden drohen, in dem man auf Etikette wenig giebt Solche Vorkommnisse sind nur geeignet, der Spottiu,l ber Amerikaner Nahrung zuzuführen. Warum hört man Aehnliches nicht von ber engüfdien, ftanzöfifck-en, italienischen Öotfdjaft? Sollte auch der normale, ruhige Zustand, ber unter Frhrn. von Thielmann und Herrn v. Holleben herrschte, für „antiquiert" gelten? Wenn das bie „lleberraschungen" find, bie Herr v. Sternburg in feiner Programmrede anfunbigte, bann ist nu roünfd^eit, daß der Etikette-Zwist den Abschluß derselben bilde. Tie Washingtoner deutsche Botschaft ist die exponierteste unter den Vertretungen des Reiches, un Ausland; fie muß deshalb in federn Betracht eine Muster- Institution fein.
Sin neuer Kotpsbefehl des Erbprinzen von Meiningen.
Der Kommandierende General des VI. Korps, Erbprinz von Sachsen-Meinmgen, hat jetzt auch gegen den Alkohol.-Mißbrauch einen neuen Lorpsbesehl erlaßen, in welchem eS heißt:
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Dculfchrs Reich.
Berkin, 7. April. Der Kaiser ifi heute vormittag von Stiel nach Berlin abgereist und traf hier um 6»/i Uhr nachmittags auf dem Lehrter Bahnhof ein. — Bon der Kopenhagener Kaiserreise ist noch eine niedliche Geschichte nachzutragen: Ein dänischer Hosbediensteter wurde etwa um 8 Uhr morgens gefragt, waS der Kaiser mache, und er antwortete in vollem Ernst: SeineMajestät sitzt, unb regiert Deutschland So putzia bie Antwort klang, ber Mann hatte nicht unreck)t, ber Kaiser erledigte in ber Tat RegierunaSgesckMe. Er schrieb, telephonierte, biktierte biS gegen 9 Uhr, wo er bann einige Deputationen empfing. „Damit war bad große brutsche Reich für den Rest deS Tages beforgt", schreibt naiv eine Kopenhagener Zeitung. Im Tom von Roeskllde war ber Kaiser von bem Staatsrat Niork-Lorenien begleitet, der bem Monarck)en eingehend alle Sehenswürdigkeiten erklärte. Dabei streckte der Begleiter vorfickstig seine Fühler au-, wie der Kaiser in der dänischen Geschichte Bescheid wüßte. Der Kaiser warf in aller Eile eine ganze Menge Jahreszahlen hin, von denen auch nicht eine falsch war. 9hm aber wandte sich daS Blättchen. Der Kaiser, ber die Absicht des Staatsrats durchsck)aut hatte, examlnierte diesen nun in der brandenburgisck-en Geschichte. Auch dies Examen fiel über Erwarten gut aus. DaS Gespräch wurde erst af>- gebrodjen, als der Kaiser vor der Statue Christians IV. uchen blieb, und in die Worte ausbrach: „DaS mar ein großer Held!" — Die kaiserliche Familie trifft, wie nunmehr ben Behörben bienstlich bekannt gemacht ist, vor» ausfichttick) am 14. Diai auf Schloß Urville zu einem acht- chiS zehntägigen Aufenthalt ein. Eine Hauptfeierlich kett während der für Metz in Aussicht genommenen mehrmaligen Besuche wird die Einweihung deS neuen gotischen Portals ber Kathebrale bilden, zu dessen Belicht igung der kaiserliche Statthaller augenblicklich in Metz wellt.
— Die Geburtstagsgabe deS Kaiser- an König Christian besteht au« einem Tischaussatz in Rokokostil mit vier allegorischen Figuren aus Porzellan.
— Der Kaiser blieb, wie auS Kiel gemeldet wird, de- regnerischen Wetter- wegen heute vormtttag an Bord der Hohenzollern.
— Die „Nat.-Korresp." meldet: In BunbeSratSkreisen wird angenommen, die Entscheidung über die Aushebung des § 2 des Iesuitengesetzes werde einstwellen ausgesetzt bleiben.
— Zur Erleichterung der Ermittelung von Falfch- münzerwerkstatten bestimmte ber preuß' Minister deS Innern, baß von jetzt ab, alle auf die Berübuna und Entdeckung von Münzverbrechen innerhalb Preußens bezüglichen Nachrichten bei bem Berliner Polttei-Präsibium gesammelt werden sollen. Sämtliche Polizeibebörden sind an- gcroiefen, die Entdeckung eines neuen Falsifikate- sofort nach Berlin mitzuteilen.
— Der Gemetnderat in Mülhausen i. Elsaß beschloß die Streichung derstädtischenZuschüsse an bie Pfarrer unb Vikare, wovon am 1. April ber Bürgermeister Kayser der Pfarrgeistlichkett Mülhausens Kenntnis gab. Das Bezirkspräsibium in Colmar wirb vvrauSsicht- lrch biefen Beschluß nicht genehmigen.
Dresden, 7. April. Die von einem italienischen Blatte wiederholte Behauptung, daß König Georg von Sachsen durch Mtttelsperfonen den Papst ersucht habe, die Ehe des Kronprtnzenpaares auch kircklich zu trennen, entbehrt nach eingezogenen Erkundigungen .cder Begründung. König Georg hat nie eine derartige Absicht angedeutet und keinem Abgesandten dahin nelenbe Aufträge erteilt, ebenso hat der Kronprinz wiederholt bestimmt erklärt, daß er an eine Wiederverehelichung nicht denke. Schtttßlich ift auch die Behauptung zurückzuweisen, daß die frühere Kronprinzessin bei Eingehung ihrer Ehe irgenb einen geistigen ober körperlichen Defekt gehabt hat.
— Der Landesverband fächstscher Reformvereine richtete an das evangelische Landeskonftstorium die Bitte, denjenigen sächsi,chen Getftltchen, rocldje sich bereit erklärt ijaben, Mandate für den R e ichstag anzunehmen, die Genehmigung hierzu zu erteilen.
GietzenerAMiger
General-Anzeiger v
Amir- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
23 l l beim.
Die „Nvrdd. ANg. Ztg." schreibt: Der König von Dänemark vollendet morgen (am 8. d. M.) [ein 85. Lebensjahr. Umgeben von Zahlreichen Familienmitgliedern, die in Liebe und Verehrung zu chrem Haupte emporblicken, begeht der König das Fest in seltener Frische des Geistes und des Körper-, von ber er noch in ben Tagen während bc- Besuches bes Kaisers erfreuliche- Zeugnis abzulegen mannigfache Gelegenheit Halle. Mll den Angehörigen bes Herrscherhauses vereinigt sich bas bänlsche Volk, um ben Ehrentag beS Rionarchen zu begehen, unter bessen bald vierzigjähriger weiser Regierung bas Land auf allen Gebieten bcS geistigen unb materiellen Schaffen- einen überaus großen Aufschwung erlebte. Auch von Deutlck)- lanb werben bem ehrwürdigen Herrscher deS NachbarlanocS bie aufrichtigsten Glück- unb Segenswünsche bargebracht. Mll chnen ist bie Hoffnung vcrbunben, baß die Vorsehung bem Könige noch lange Jahre in ungebrock-ener Gesunohett unb Tatkraft gewähren möge, bie in ben Dienst des Volks- Wohls zu stellen immerdar Lebensziel deS Hohen Jubilar- war.


