Ausgabe 
8.1.1903 Zweites Blatt
 
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Nie heutige Yummer umfaßt 8 Seite«.

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Politifche und wirtschaftliche Rücksichten.

Feuilleton.

Udresie für Depeschen: Anzeiger Gleherr. ^«rnsprkchanschlußNr.vl.

»rschetnt ««glich mcher Sonntag-.

Dem Vteßener Anzeiger Werden im Wechsel mit dem «elfische» Landwirt die Gießener Lamttten- blätter viermal in der Woche beigelegt.

biotattonSdruck u. Ver­lag der B r ü h l'schen Untvers.-Bnch- u.Gtein- bruderei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition

Januar 1903:

vom llijfakHrti !n Herrn Otto Heinrich.

Eintritt So Pf8,

Die Politik Napoleons III. kurz vor Aus- vruch des Krieges von 1870 muß widerspruchsvoll erscheinen, da es feststeht, daß er mit Oesterreich undJtulien vegen eines Bündnisses gegen Preußen verhandelte und daß er selber es doch war, der den Abschluß dieser Ver­handlungen hinhielt. Hans Delbrück macht es im neuesten Heft derPreuß. Jahrb." höchst wahrscheinlich, daß zwei der nächsten und besten Kenner, Fürst Bismarck und Graf Beust, in ihren Aufzeichnungen das Richtige angcben, wenn sie behaupten, Napoleon habe gar nicht die Absicht ge­nabt, den Krieg mit uns wirklich durchzufechten; vielmehr habe er, nachdem beiderseits mobil gemacht und vielleicht auch eine Schlacht geschlagen war, einen Vergleich anbieten wollen des Inhalts: Süddeutschland an Preußen, Belgien an Frankreich, dttrr so erklärt es sich, daß Napoleon mit Oesterreich und Italien nicht endgiltig abschloß, denn, wenn ec es getan hätte, dann wäre er gezwungen gewesen, den Krieg bis zur völligen Niederkämpfung Preußens durch- zuführen. So erklärt es sich ferner, daß er am 21. Juli 1870 zu dem Marschall Mae Mahon, damaligem Gouver­neur von Algier, bQi dessen Durchreise durch Paris sagen konnte, der beginnende Feldzug werde für den Marschall nur eine Kurzweil (une petite distraction) sein, und in Algier werde er nur für kurze Zeit einen Stellvertreter! nötig haben. Man hat aus diesen Worten wohl geschlossen, der Kaiser habe die Auffassung des Pariser Mobs, vom »Spaziergang nach Berlin" geteilt, aber davon kann keine

weKen und ihren Eroberer zu segnen. Kürzlich hat Kaiser Wilhelm beim heiligen Vater die Errichtung einer katholi­schen theologischen Fakultät an der kaiserlichen Universität in Straßburg, Betrieben und erreicht. Tie für diese Er­richtung stipulierten und von Deutschland unterschriebenen Bedingungen sind von reinstem apostolisch-römisch-katho­lischen Gepräge. Wir sprechen davon noch genauer. Unterdes unterhaltet euch damit, mit vollen Lungen zu rufen: Es lebe Wilhelm II." So urteilt man also im Vatikan über die Straßburger Fakultät. Und wie steht es, trotz des offi­ziellen Dementis, mit der Einwanderung französischer densbrüder und -Schwestern in Elsaß-Lothringen?

mehr stillen wollten oder es nicht zu können vermeinen. Ter Aachener Regierungspräsident hat deshalb zunächst die Hebammen angewiesen, in möglichst allen Fallen ihren ganzer! Einfluß dahin auszuüben, daß die Frauen, die sich ihnen hilfesuchend anvertrauen, den Säugling wenigstens einige Äionate selbst stillen. Die Hebammen sollen ferner überall, wo die Mütter glauben, nicht stillen zu können, daraus dringen, daß ein Arzt zugezogen werde; dasselbe soll auch geschehen, wenn der Säugling an Magendarm­katarrh erkrankt oder überhaupt nicht nach Wunsch zunimmt. Endlich sollen es die Hebammen als ihre besondere Pflicht ansehen, den Müttern und Hausangehörigen die wichtige Behandlung der Flasche, der Sauger und der Milch zu zeigen. Tie Kreisärzte haben Anweisung erhalten, der Frage der Säuglingssterblichkeit ihre besondere Aufmerk­samkeit zuzmveuben, ferner sollen sie die Hebammen bei feder paffenden Gelegenheit belehren und zur eifrig ein Mtt- wirkung anspornen. Eine lvichtige, wenn nicht die wich­tigste Rolle werden die Aerzte zu übernehmen haben. Ihr Rat wirkt eindringlicher uno nachhaltiger. Um ihre Hufe zu gewinnen, hat sich der Regierungspräsident v. Hart­mann mit dem Vorsitzenden des Vereins der Aerzte des Regierungsbezirks Aachen in Verbindung gesetzt; letztere haben Kenntnis davon erhalten, in welcher Weise die Heb­ammen mit Anweisung versehen sind, sodaß es ihnen leicht ist, in derselben Richtung zu wirken wie diese. Es ist hier­nach wohl zu hoffen, daß die neuen Anordnungen ihren Zweck, auf eine T ; der Säuglingssterblichkeit

hinzuwirken, erfüllen werden.

Die politischen Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu Italien sind bekanntlich seit Jahren höflich-kühler Art, was aber nicht hinderte, daß zwischen beiden Staaten ein reger wirtschaftlicher Verkehr sich entwickelte. Um­gekehrt ist dem politischen Verhältnis Italiens zu Frank­reich eine gewisse, zum Teil wohl in der Rassenverwandt­schaft begründete Wärme eigentümlich. Wirtschaftlich aber sind sich beide Länder erst seit Abschluß des Handelsver­trags näher getreten. Es erhellt auch hieraus die Rich­tigkeit des Bismarckschen Wortes, daß politische und wirt­schaftliche Rücksichten sich keineswegs mit Notwendigkeit gegenseitig bedingen. Die dieser Tage seitens des Wiener Lluswärtigen Amts erfolgte Kündigung des östreichisch- italienischen Handelsvertrags wird deshalb politisch eben- Eoenig von Einfluß sein hier im Sinne weiterer Ent- mdung> als etwa die, allerdings unwahrscheinliche ndigung des deutsch-italienischen Handelsvertrags. Und die Franzosenfteunde würden in Italien nichtaussterben", auch in den der Regierung nahestehenden Kreisen nicht, wenn Frankreich den Handelsvertrag kündigen sollte. Allzu tragisch braucht die Kündigung solcher Vereinbarung also auch seitenA Deutschlands nicht genommen zu werden.

AuS deutschen Schutzgebieten.

Tie Denkschriften über die Eentwickelung der Schutz­gebiete werden dem Reichstag halb nach seinem Wieder- zusammentritt zugehen. Da der Kolonialetat, frühestens Ende Februar zur Beratung .kommt, ist den Abgeordneten ein eingehendes Studium der Denkschriften ermöglicht. Tas in diesem enthaltene Material .wird von Jahr zu Jahr umfangreicher und vielseitiger, auch ein Beweis, daß die Entwickelung unserer Kolonieen langsam aber stetig fort­schreitet. Es finden sich in diesen Denkschriften u. a sehr anschauliche Kulturbilder aus den .Schutzgebieten, die auch für den Schulunterricht in der deutschen Kolo- niatgeschichte von Wert sind. Tie Presse tut ja ihr mög­lichstes in der Verbreitung dieses interessanten Materials. Alles zu veröffentlichen ist sie außer stände, da sie die poli­tische und wirtschaftliche Seite per Kolonialgeschichte an­gemessen berücksichtigen muß. Für die Abfassung eines Leitfadens zu Unterrichtszwecken aber sind die Denkschriften des Kolonialamts eine wahre Fundgrube.

Die am 20. Juni v. I. erfolgte Eröffnung der Eisen- bahnSwakopmund-Windhoek bedeutet einen Mark­stein in der Entwicklung Teutsch-Südwestaftikas. 4i/z Jahre hat der Bau dieses Schienenweges gedauert, und keine andere Kolonie kann sich rühmen, eine Eisenbahn zu be­sitzen, die in der ganzen von Anfang an geplanten Länge 880 Kilometer zur Ausführung gelangt ist. In der neuen Denkschrift über Südwestafrtta werden sich voraus­sichtlich interessante Mitteilungen finden über die ersten Betrievsergebnisse der Eisenbahn. Sie durchschneidet den mittleren Teil deö Schutzgebiets, das durch seine ausge­dehnte Viehwirtschast wertvolle Tamaraland, und ist so von außerordentlicher Bedeutung für die Entwicklung dieses Landstriches, wie umgekehrt der wirtschaftliche Aufschwung desselben die Rentabilität der Bahnlinie sichert. Auch über die wichtige Frage der Besiedelung der Kolonie mit Burenfamilien dürste die neue , Denkschrift sich äußern. Als mit den Booenverhältnissen und Wirtschafts-

Red<e sein. Nur darauf rechnete er freilich irriger Weise, daß seine Armee durch schnellere Mobilisierung einen Borsprung haben und chn .dadurch in den stand setzen werde, für lieberlassung Süddeutschlands an.Preußen das belgische Staatsgebiet für Frankreich einzuziehen.

Zur Bekämpfung der Säuglings-Sterb- lickkeit. Ter Nieoerrheinische Verein für öffentliche Ge- sundhettspflege hat auf seiner vorjährigen Herbsttagung m Düsseldorf auf Anregung des Vorsitzenden, Professors Tr. Kruse in Bonn, sich mit der Kindersterblichkeit befaßt, mit ihrer Bedeutung, ihren Ursachen und mit der Frage, wie sie zu bekämpfen sei. Tie Ursachen wurden vor allem darin gesunden, daß das Selbststillen der Mütter immer mehr abkomme und daß der Ersatz der somit ausfallen­den natürlichen Säuglingsnahrung oft schlecht und meistens ungenügend sei. Wolle man eine Abnahme der Säuglings- steÄlichkeit erreichen, so werde man vor allem die genannten Ursachen zu bekämpfen haben. Einen bemerkenswerten An­fang hierin hat der Regierungspräsident v. Hartmann in Aachen gemacht. Tie in Düsseldorf vorgetragenen Fest­stellungen, wonach neben dem Regierungsbezirk Köln ins­besondere auch der Aachener Bezirk die höchste Säuglings­sterblichkeit der westlichen Provinzen hat, gab Anlaß, dem Hebet tatkräftig entgegenzutreten. Tie Beschaffung aus­reichender und tadelloser, dabei aber auch billiger Ersatz­nahrung für die Fälle, wo die Gewährung der Mutter­brust ausgeschlossen erscheint, ist einstweilen zurückgesteltt worden, dagegen war t» alsbalo möglich, dem Mißstände entgegenzuwirken, der darin liegt, daß viele Mütter nicht

Bedingungen verttautes Ansiedlerelement haBen die Buren schwerlich ihresgleichen. (£8 fragt sich nur, ob die Der- wattungömaßregeln der Möglichkeit vvrzuBeugen geeignet sind, daß die Buren .einen Staat im Staate Bilden. Der rührige Gouverneur der Kolonie, OBerst Leutwein, will übrigens versuchen, eine Tabaksindustrie in Südwest­afrika ins Leben zu rufen. Er hatte dieser Tage in Mann­heim eine Besprechung mit hervorragenden TaBakSinter- essenten.

Einen polnischen EroberungSfeldzng

in deutsches Gebiet sucht der polnische Reichstagsabgeord­nete v. Chrzanowski ins Leben mi rufen. Er schildert eine Reise durchKasfubien" und bte Halbinsel Hela, die nach polnischer Auftastung zu dem von MySlowitz Bis Putzia sich erstteckenden polnischen Sprachgebiet gehören, und meint:Die polnische Bucht" (so nennt Herr v. Chrzanowski das Putziger Wiek)wird sie es noch lange sein? Auf diesem ganzen Küstenstreifen isst heute kein einziges Gut mehr in polnischen Händen. Wenn es doch möglich wäre, nur ein paar solche Positionen zu schaffen! Die Sache ginge zu machen, wenn sich ein bereitwilliger und vermögender Mann fände. Ferner müßte die polnische Touristenbeweg­ung nach jenen Gegenden geleitet werden. So viele pol­nische Familien besuchen Zoppot. Weshalb machen sie nicht Msflüge in diese an der See gelegenen polnischen Dörf­chen, die schön gelegen sind, einen sandigen, für das Baden vorzüglichen Sttand haben, und in denen das Leben äußerst billig ist?" Also der polnische Herr gesteht zu, daß dieses Gebiet zur Zeit noch rein deutsch ist. Nun, wenn das Deutschtum in Preußen weiter mit freundlicher Duldsamkeit dem Gang der Dinge zusieht, ist es nicht ausgeschlossen, daß in kurzer Zeit auch büß Gebiet polnisch wird.

Was die Groß Konfektion bezahlt.

Der von den Sympathien fast der ganzen bürger­lichen Welt getragene Stteik der Konfeltionsarbeiterinnen hat wenig genützt. Wie niedrig die Löhne für Stapelsachen (gewöhnlichste Arten) stehen, zeigen folgende Ziffern: Zur Zeit wird in Berlin bezahlt für ein Sacco mit Futter, Kragen und Aermel, das unten herum achtmal abgesteppt ist, an Arbeitslohn 1.10 Mk. Der Zwischenmeister erhält von der Firma 1.75 Mk. Sachen ohne Futter, jedoch mit Kragen und Aermelstulpen, die sechsmal abgesteppt' find, stehen, wenn es hoch kommt, auf 1.60 ML Selbst dort, wo noch von dem einen ober anderen Meister 2.25 Mk. Bezahlt werden, kommt her Unterschied in Betracht, daß früher nur einmal ab gesteppt wurde, jetzt aber achtmal. Auch die Aplikationsnäherinnen klagen über schlechte Löhne. Für Kostümröcke, bei denen Bisher bei angestreng­ter Tätigkeit immer noch zu verdienen war, werden letzt ebenfalls außerordentlich niedrige Löhne gezahlt. Zur Zeit gieBt es für einen Rock mit einem Volant 60 Pf., mit zwei Volants 70 Pf., mit drei Volants 80 Pf. bisher aber 90 Pf., 1.25 Mk. und 1.50 Mk.! Bei den erwähnten Löhnen müssen die Röcke vollständig gebügelt abgeliefert werden.

Selbst das Blatt der Unternehmer, derKonfektionär", Siebt zu, daß diese Löhne sehr karg bemessen sind. Wäh­rend früher die meisten Firmen mehr ober weniger baß ganze Jahr hindurch den alten Stamm der Schneider be­schäftigten, wird jetzt infolge des raschen ModenwechselS in der stUlen Zett, z. B. von Pfingsten bis Juli fast' gar nicht gearbeitet Um aber existieren zu können ober auch um die Arbeitskräfte zu halten, unterbieten die Meister einander und setzen selbst auf diese Weise die Löhne herab. Der christliche Gewerkverein der Heimarbeiterinnen tritt, wie dieTägl. R." mitteilt, diesen Zuständen gegenüber energisch für die Vereinbarung eines Minbest-Stücklohn- tarifs ein. Ob er aber Erfolge haben wird, scheint nach den Lehren von 1897 mehr als fraglich. Die Herrschaften, die damals unter den Flüchen aller Leute von sittlichem Empfinden dem Spruch des Einigungsamtes ihre Aner­kennung versagten, wissen eben, daß sie es mit der am wenigsten organisierten und widerstandsunfähigsten Ltt-

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) 7. Sanaar 1903.

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Zweites Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 8. Januar 1903

Eichener AilMgeM- w General-Anzeiger SE

Aintz- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WZ

___________________ ______-eigenteil: Han« Beck.

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Jas Drama am sächsische« Königssiofe.

In dem traurigen Ehedrama des sächsischen Kron- prinzen-PaareS ist eine neue Ueberraschung zu ver- zeichnenr Die Kronprinzessin will sich von Gi- ton trennen! Schon gestern war von uns nach der Angabe eines Wiener Blattes bemerkt worden, baß die Kronprinzessin eine Art Reue über ihren wahnwitzigen Schritt empfinde und deshalb von Giron scharf über­wacht werde, wett derselbe die heimliche Flucht seiner Ge­liebten befürchte. Heute meldet uns die Schweizerische Depeschen^Ägentur aus Genf, 7. Jan.: Die Kronprttnze sin von Sachsen sprach den Wunsch aus, während der Dauer des Prozesses allein in Genf zu bleiben. Jnfolge- bessen reist Giron unverzüglich von hier ab Und verbleibt bis auf weiteres in Lausanne.

Es heißt sehr vorsichtiger reift", ob er aber auch seinen Reiseentschluß aus führt, bleibt abzuwarten. Viel­leicht ist dieser Entschluß kein ganz fieiwikliger, denn eine weitere Meldung aus Genf besagt: Die Uebersiedlung der Kronprinzessin und Girons in die von ihnen gemietete Privatvilla ist noch nicht bestimmt. Die Genfer Polizei­behörde hat Giron die Frist zur Beibringung feiner WuAweispnpiere festgesetzt. Sollte et dem Er­suchen keine Folge leisten, so könnte die Ausweisung erfolgen. Es scheint also, daß auch die Schweizer Behörden von dem unfaßlichen Treiben der Kronprinzessin wenig erbaut sind und in ihrer Weise zurLösung" des Liebesdramas beitragen wotten.

Inzwischen ist, wie schon berichtet, das GerichtSver- 'cchren aus Ehetrennung cingelettet worden. Der Verhanb- ungstermm vor dem vom Könige von Sachsen eingesetzten lesonderen Gerichtshof soll am 28. Januar stattfinben. Die Kronprinzessin will ihrerseits nicht Trennung, sondern Ehe scheidung beantragen und hat zu ihrer Verteidi­gung einen hervorragenden Leipziger Rechtsgelehrten, Dr. Felix Zehme, bestimmt, der den Auftrag schon an­genommen hat. In Genf sagt man demW. T." zufolge, taß nach dem 28. Januar solche Ereignisse eintreten wer­ten, daß die Angelegenheit dann als erledigt be­trachtet werden kann. (??) Dem Kronprinzen geht um der Kinder willen, nach demDresdn. Tagcvl.", die Ent­fernung seiner Gemahlin sehr nahe. Man sieht ihn oft m Tränen. Seinen älteren Kindern hat er gesagt:Mutt­chen ist sehr krank, und wird Wohl nicht wiederkommen." Sein kleinstes Töchterchen dagegen tröstet er mit den Morten:Muttchen wird bald wiederkommen."

Volitische Tagesschau.

Ein römisches Urteil über unfern Kaiser.

Schon einmal hatte eine päpstliche Zeitung, dieVoce della vertta", die Nachricht gebracht, die aus Frankreich auÄvandemden Ordensbrüder und Schwestern würden in Elsaß-Lothringen mit offenen Armen ausgenommen. Jetzt Wiederholt das römische SonntagAblattLa Vera Roma" Pom 28. Dezember 1902 diese Nachricht, indem es das Ver­halten Deutschlands als einen Triumph des Guten dem Triumph des Bösen in Frankreich gegenüber ft eHtDer Apostat CombeS", ß) heißt es da zuerst,übertrifft in der Verfolgung der Religion Christi (?) den Apostaten Julian. Nero. Diokletian, Dionysius von Syrakus (?!) und andere ähnliche Tyrannen erbleichen im ,Vergleich mit ihm." Tann aber geht es Wetter:Glücklich dagegen die Franzosen, die 1870 mit Elsaß-Lothringen unter die Herrschaft Deutsch­lands kamen. Alles andere als Revanche! Dieser ver­ständige und tapfere Kaiser, her jetzt raum mehr dem Namen nach Protestant ist, begünstigt die katholischen Mär­tyrer., die die Sanskulotten von der Seine geächtet haben. Elsaß und Lothringen füllen sich mit verbannten Ordens­brüdern und frommen Schwestern imb jene alten Fran­zosen sehen sich gezwungen, ihrem Vaterland untreu zu