Frankfurt n. M., b. Dez. Der Kaiser hat sich bte Plane für den Neubau deS Senckenberqianums ein- reichen lassen. Dieses neueste Interesse sei wohl daraus zurück- zuführen, daß die Kaiserin das Protektorat der Senckenberg- ichcn naturforschenden Gesellschaft übernommen hat.
Wiesbaden, 5. Dez. In der gemeinsamen Sitzung 6er Handelskammern Wiesbaden, Limburg, Dillenburg und Wetzlar referierte zunächst Handelskammersyndikus Dr. Merbot- Wiesdaden über „St ill sta n d u n d Hedu ng des Fre m den- verke hrs in den Bädern und Fremd en orten Nassaus^. Mit Hilfe der Fremdenstatistik wies der Referent nach, daß mit Ausnahme von Wiesbaden tatsächlich ein Stillstand in sämtlichen Bädern seit 1871 wahrzunehmen ist. Nach Besprechung des Referats nahm die Versammlung eine Resolution an: ,Tie Vereinigung der Handelskammern Dillenburg, Limburg, Wetzlar und Wiesbaden beschließt: 1. Die Gründung eines Verbandes zur Hebung des Frcmden- verkehrs in den nassauischen Bädern und Fremdenorten anzuregen; 2. den Verband je nach der Größe des Interesses der einzelnen Kammern zu unterstützen; 3. die Handelskammer Wiesbaden mit den Vorarbeiten für Gründung des Verbandes zu betrauen und 31t ersuchen, im Laufe der nächsten drei Monate eine allgemeine Versammlung der beteiligten Gemeinde- und Kurverwaltullgen, der Heilquellen- und Gast- Hofbesitzer, sowie der Fremdenvereine einzuberufen.* — Heber den zweiten Gegenstand der Tagesordnung: „Die Lahn- kanalisation* referierte Generaldirektor Kayser-Wetzlar, der bezüglich der Gestaltung des Projekts hervorhob, daß man sich nach der Limburger Versammlung dahin geeinigt habe, eine Kanalisation der Lahn anzustreben, die Schiffe von 200 bis 300 Tonnen Ladefähigkeit die Befahrung dieser Wasserstraße ermögliche. Die Herstellung einer derartigen Wasserstraße würde 12 bis 15 Millionen Mark erfordern. Die Aufbringung dieser Mittel müsse dem preußischen Staat zufallen. Die Versammlung beschloß ein- stimmig den Anschluß an die Limburger Resolution, welche wie folgt lautet: „In Erwägung, daß die große wassenvirt- schaftliche Vorlage der Regierung, die aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Aufnahme des Mosel- und Saarkanalprojektes eine Ergänzung erfährt, in absehbarer Zeit zur Verabschiedung kominen wird, fordert die Selbsterhaltung der im Gebiete der Lahn und Dill angesiedelten industriellen Unternehmungen gebieterisch auch die Kanalisierung der Lahn. Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß eine Nichtbecück- sichtigung dieser Forderung die Vernichtung der Jahrhunderte alten Industrie des Lahngebietcs und dantit eine Verödung eines blühenden Landesteiles zur Folge haben muß, giebt die Versaminlung einmütig der Erwartung Ausdruck, daß die hohe Staatsregierung die Berechtigung dieser Forderung anerkennt und das Projekt der Lahnkanalisation nachträglich in den Plan der wasserwirtschaftlichen Vorlage aufnimmt.* Im Anschluß hieran schlägt Generaldirektor Kayser vor, die Vereinigung der Handelskammern Dillenburg, Limburg, Wetzlar, Wiesbaden möge sich gegen die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf den natürlichen Wasserstraßen aussprechen, was einftiminig geschieht. — „Heber die Stellenvermittlung im Handelsgewerbe* berichten Handelskammersyndikus Dr. Mer- bot und L. D. Jung-Wiesbaden. Tazii nahm die Versammlung folgende Resolution an: Billigung der Stellenvermittlung im Handelsgewerbe durch die Handelskammern. Die anderen Handelskammern Deutschlands sollen durch den deutschen Handelstag aufgefordert werden, die Gründung von Stellenvermittlungsanstalten ebenfalls zu erwägen und zu beschließen.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nabarstaaten. In den Ruhestand trat der Ober-Post- assistent Möbus in Bad-Rauhe im. — Gestorben ist der Postassislent Herzberger in Hungen. — Das Dienstmädchen Maria Stähler aus Wiesbaden, welches bei einem Kaufmann in Frankfurt, bei dem es einen Tag bedienstet war, einen großen Einbruchsdiebstahl ausführte und dann verschwand, ist in Cronberg i. T. verhaftet worden. — Die Handelskammer in Bingen faßte eine Resolution gegen die Einführung von Schiffahrtsabgaben. Die Stadtverordneten- Versammlung hat sich einstimmig dieser Erklärung angeschlossen. — Der Kaiser hat dem Direktor Blumenthal von der Motoren- fabrit Oberursel A.-G. eine Busennadel mit dem kaiserlichen Namenszug in Brillanten verliehen.
im Kötlpcjstschen Aelchlchtsvenin.
** Gießen, 5. Dez.
Ter Oberhessische Geschichtsverein bot am Donnerstag, 3. Dezember, seinen Mitgliedern drei sprachgeschichtliche Borträg-e, die mit lebhaftem Interesse ausgenommen wurden. Tr. L. Günther, Professor der Rechte an unserer Universität, teilte in einem sehr lehrreichen Vortrag die Ergebnisse seiner Beschäftigung mit der deutschen Gaunersprache mit. Gaunersprache oder Rotwelsch ist die Geheimsprache der berufsmätz.gen Räuber, Betrüger, Bettler. Für leine Berufssprache fließen die Quellen jo reichlich, wie für die Gaunersprache. Die älteste Nachricht stammt aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts, und seitdem kennen wir das Vcvlwelsch aus vielen Wortlisten. Tie Akten der Gerichts- und Polizeibehörden liefern mele Beiträge. Für die Sprachwisfenfcya,r ist die Gaunersprache von Bedeutung. Man hat nämlich beovachtet, daß wir heute eine ganze Reihe von Wörtern der Gaunersprache in unserem Wortschatz haben: Stromer, Hochstapler, Schwindler, bleuen, foppen und manche andere entstammen dem Rot- weljch. Neuerdings weiß man auch die jedfame Redensart, „einem den roten Hahn aufs Tach setzen" aus der Sprache der berufsmäßigen Stäuber und Bea^ger zu erklären.
Ter Vortragende bch^irdeKe sehr ausführlich die F.age, wie diese Sprache zustande gekomuien i|i; zunächst ,alten die fremdsprachlichen Bestandteile der deutschen Gauner- jprache auf. Obenan stehen die jüdisch-deutschen Wörter: zur Zeit der Judenverfolgungen haben sich viele Juden zu den Gaunern geschlagen. Tie Zigeunersprache hat Wörter geliefert. Lateimjche Boocten Haven d.m Rotwelschen die fahrenden Schüler zugeführt, die verkommenen herumstreichenden Studenten. Auch ziemlich viele italienische, recht viele französische, einige englische Wörrer weist d.e beutle Gauner,prache auf. Aber diese Wörter sind in der Sprache der Gauner oft schwer miede.zueriennen. Sie find künstlich verdreht. Ebenso verfahren die Gauner mit den deutschen Wörte..n, denn den Geundsdoa der deutschen Gaunersprache liefert die deutsche Sprache, besonders vie Voltsniundart. Zu den Umbildungen kommen Neublldungin. Sie sind zum Teil jchallnachahmend, wie Mäckes für B.eqe; oder die
Ttnge werden nach ihrer Gestalt, nach ihrer Farbe benannt, v-gl. Breitfuß für Gans, Braunert für Bier. Besonders interessant sind die aus dem Tierreich, übernommenen Vergleiche: Teckel für Gendarm, Regenwurm für Wurst. Umgekehrt wird der Hahn zum Korporal iVergleichungspunlt: die Gravität). An Spottnamen ist kein Mangel: der Pfarrer heißt schwarzer Gendarm, der Gelehrte G r i 11 e n h a n s, die Witwe I ä m m e r I i n g usw.
Ter Vor.itzönde des Vereins, Geh. Hofrat Behaghel, erörterte darauf eine sprachgeschichtliche Frage, die kürzlich in Offenbach die Gemüter erhitzt hat: die Herleitung des Namens Offenbar Er legte kurz und klar dar, wie die Deutung der Ortsnamen betrieben werden muß und — an der Haild einer Reihe von Etymologien, die in der Offenbacher Presse aufgetaucht sitrd — wie sie nicht betrieben werden darf.
Tie Zuhörer haben aus Behaghels Darlegungen sicher die Ueberzeugung gewonnen, daß man Ortsnamen nicht denken kann-ohne Kenntnis der ältesten urkundlichen Formen und ohne Kenntnis der Lautgesetze des Ortes, dessen Namen man erklären will, daß also die Erk.ärung von Ortsnamen ein wissenschaftliches Problem ist, von dem die Tilettanten am schlauesten die Hände lassen. Offenbach hat weder mit a f s a ^Wasser), noch mit dem Assen, noch mit offen, noch mit Au, noch mit 0ppidum etwas zu tun, auch ist es nicht die Stadt uff die Bach; sprachlich zulässig ist dagegen der Zusammenhang mit Ofen oder mit dem Personennamen Ovo.
Eine ähnliche ^ehre konnte man aus Behaghels zweitem kleinen Vortrag entnehmen, der gerade die G.egener angeht. Tenn es handelte sich um die neuerdings entbrannte Streitfrage, ob die Bewoyner unserer Stadt sich fürder noch Gießener nennen dürfen, oder ob sie nach dem Urteil mancher Sprachmeister fich Gießer zu nennen haben. Be- haghel hob nachdrücklich hervor, daß die schriftsprachliche Form heute ohne Zweifel „Gießener" ist, niemand würde es einftrllen, ein Schriftstück an die „Gießer Universität", die „Gießer Bibliothek" zu richten. Es bleibt also dabei, daß die Bewohner Gießens sich nach wie vor im schrift- fprachlichen Vermehr „Gießener" nennen; das ist heute gebildeter Sprachgebrauch, mag auch die Mundart von Mundart „Gäißer" sprechen, mögen auch ältere Quellen „Gießer" aufweisen, ttnd mögen auch die Bewohner von Erlangen sich Erlanger, die von Göttingen sich Göttinger nennen!
Behmchel hat auf Grund eines umfangreichen Materials sestgesteltt, daß heute in der Schriftsprache die Ableitungen voii zweifildigen Ortsnamen auf —en anders gebildet werden tu» die Ableitungen von mehrsilbigen: München — Münchener, Pilsen — Pilsener, aber Erlangen — Erlanger, Göttingen — iä-öltinger. Tie Ausnahmeii sind ganz besonderer Art. Tie Gießener müssen dem Spraa-forscher danlbar fein, daß er den Namen, den sie feicher im schriftsprachlichen Verkehr geführt, verteidigt hat gegen die Angriffe sprachlicher „Kurpfuscher".
Uormischlos.
♦ Köln, 5. Dez. Gestern mittag setzte ein heftiger Schneefall ein, welcher zahlreiche Störungen im Verkehr zur Folge hatte. Die Schifffahrt auf dem Rhein konnte nur mit größter Vorsicht ausgeführt werden.
* Zu dem entsetzlichen Ntord und Selbstmord in einem Kölner Hotel, über den wir berichteten, liegen noch folgende Einzelheiten vor: Die junge Dame, die, wie berichtet, von ihrem Begleiter mit einem Hammer erschlagen wurde, heißt Frieda Böhlke; sie hatte in der Friedbergerstraße 26 zu Eharlottenburg eme größere Wohnung, in der sie sehr zurückgezogen lebte — wie es heißt, mit Vorbereitungen für ihre Theaterlaufbahn beschäftigt, da sie Schauspielerin werden ivollte. Vor längerer Zelt halte sie einen jungen steinreichen Franzosen kennen gelernt, der sie heiraten wollte, obwohl seine Eltern, die in Paris leben, gegen die Ehe waren. Der Franzose kehrte dann wieder m ferne Heimat zurück, unterhielt aber mit seiner Verlobten einen regen Briefwechsel. 9!euer- dmgs äußerte die B. aber wiederholt, daß sie den Gedanken an eine Heirat mit dem Franzosen aufgegeben habe, da sie ihn nicht lieben könnte. Am Freitag voriger Woche fuhr sie nach Köln und schrieb ihrer Blutter, die m Berlin wohnt, daß sie die Nlöbel verkaufen, die Kleider aber nach Köln schicken sollte. Am Ntittwoch wurde Frieda B. ermordet auf- gefunden. Das junge Nlädchen hatte bis zum Augenblick der Ermordung em heiteres Wesen zur Schau getragen. Ob der Täter, dec dann Selbstmord beging, mit dem Franzosen identisch ist, konnte bisher noch nicht festgellellt werden. Im Besitze beider wurden nur geringe Baarmittel aufgefunden, im Koffer des Mörders indessen die verschiedensten Ntordm- siruniente. Tie Familie der Ermordeten ist am Freitag aus Berlin m Köln eingetroffen, um die Vorbereitungen zum Begräbnis zu treffen.
* Berlin, 5. Dez. Die 32jährige Polin Josefa Wisnieswska Niachte einen S e t b stm 0 rd v e rs u ch, als sie wegen Kuppelei verhaftet werden sollte.
• Kiel, 5. Dez. Auf dem Exerzierplätze ist heute der Matrose Häuser tot aufgefunden worden. Es liegt Selbst- niord durch Erschießen vor.
• Dresden, 5. Dez. Der Arbeitsbursche Lehmann hat ein Geständnis abgelegt, die Rentnerin Dannenberg in Plauen bei Dresden ermordet zu haben.
* Paris, 5. Dez. Gestern verhaftete man einen Beamten des Marmeminisleriums, Rennes. Der Verhaftete hatte Beziehungen zu einer Schauspielerin angeknüpft. Da feine Einkünfte zur Unterhaltung dieses Verhältnisses nicht ausreichten, so beging er Unterschlagungen, welche sich insgesamt auf 80000 Franks belaufen.
• Sturm. Der Eisenbahnverkehr in Nordspanien ist durch Dammrutschungen unterbrochen. Zwischen "Alfasua lind Zuniarraga wurden acht Züge aufgehalten. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Tele- gramnien aus San Sebastian zufolge soll der Südexpreß und der Postzug bis an die Grenze befördert werden können, um Anschluß an den Pariser Schnellzug zu erhalten. Das stürmische Wetter dauert noch fort — Infolge heftigen Sturmes ist das Adriatische Ale er stark angeschwollen. Ein großer Teil dec Stadt Venedig ist unter Wasser gesetzt. Tas Wasser stand so hoch, daß eine Anzahl Gondeln auf dem Markus- platz fuhren, was seit einer Reihe von Jahren nicht mehr oorgeCommen ist.
* Lawinenstürze. Der Südexp reßzug, der am Sonntag von Süden kommend, am Abend um 10 Uhr in München, und heute l'Montag) früh m Berlin eintreffen
sollte, wurde durch einen Lawinensturz auf dec Brauer- bahn an der Weiterfahrt behindert. Der abends 9 Uhr 50 Minuten von München nach Verona abgehende Schnellzug konnte nur bis Innsbruck fahren. — Bei einer G e ms- jagd am Hochschwab begrub eine niedergehende Schneelawine den Wirt von der Häuselalm, namens Wittmann, und den Jäger Stadelhofer. Wittmann wurde tot und Stadelhofer schwer verletzt aufgefunden.
* Mord- und Selbstmordversuche imTheater. Nach einer Petersburger Meldung schoß während der Vorstellung hn Panajews-Theatec ein betrunkener Nlarine- Offixier zuerst auf eine neben ihm sitzende Dame und dann auf sich selbst. Ec wurde nach verzweifelter Gegenwehr von der Polizei entwaffnet. Beide Verletziingen sind unerheblich.
* Heber reicher Kindersegen. Wohl einzig durfte dec Fall daftehen, daß einem Ehepaare in zwei Jahren Leben Kinder geboren worden sind. Dieser Fall hat fich nach der ^Voss. Ztg." im Spreewalddorfe Leipe ereignet. Die Ehefrau des Kossäten Friedrich Richter in diesem Orte kam im Jahre 1902 mit Zwil li ngen nieder; im Januar des gegenwärtigen Jahres gebar sie abermals Zwillinge und am 1. Dezember Drillinge. Sämtliche Kinder waren Knaben. Die beiden Zwillingspaare sind gestorben. Ob die Drillinge gedeihen werden, muß die Zeit lehren.
• Prinz AtroboId Stuart de Modena. Es ist noch erinnerlich, daß im vorigen Jahre die Gräfin Mable Russell einen Diener heiratete, dec sich obigen stolzen Titel zugelegt hatte und die Gräfin sowie deren Mutter, die Lady Scott, hauptsächlich dadurch für sich gewann, daß er behauptete, er sei ein unehelicher Sohn des Kaisers von Oesterreich. Die Enttäuschung dec Gräfin, als sie erfuhr, daß ihr „Prinz Atrobold" den nüchternen Namen Blown führe, be- chäftigte damals eine Zeitlang die.englische Presse, aber die Liebe dec Gräfin überstand den grausamen Schlag, und sie öhnte sich mit Mc. Brown aus. Der frühere Bediente cheint dec Gräfin für ihre Nachsicht keineswegs entsprechend dankbar gewesen zu sein, denn sie hat nunmehr gegen ihren Mann die Ehescheidungsklage wegen Grausamkeit und Ehebruchs anhängig gemacht.
GeririNssrml.
Aachen, 5. Dez. Die Strafkammer verhandelte gegen drei Pfleger der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt wegen Gesänge- n e n d es r ein n g. Sie waren angetlagt, den in der Abteilung für Irre untergebrachten sogenannien „bergischen Kneifet" der den Nanien Laus führt, vorsätzlich beireit zu haben. Einer der Pfleger wurde zu 4 Atonalen Gefängnis verurteilt, die beiden anderen sind freigesprochen worden.
Chemnitz, 5. Dez. Das Kriegsgericht verurteilte den Oberassistenzarzt der Reserve Dr. Flachs und den Stabsarzt der Reserve Dr. Schwabe wegen Zweikampfs zu drei Ri 0 n a- ten Festung und den Leutnant Böhme wegen Kartelltragens zu 2 Tagen Festungshaft.
Leipzig, 5. Dez. Die Strafkammer verurteilte den Glaser Pohl wegen Al aje st äts -Beleidigung, begangen durch a 11a r- chistische Reden a n l ä f s l i ch des serbischen K ö n i g s m 0 v- des, zu einem Jahre Geiängniß.
Bekanntmachung.
Samstag, den 12. Dezember 1903, vormittags 11 Uhr, werden im Bürgermeistereigebäude — Sitzungssaal — die in den Waldungen in der Stadt Gießen erforderlichen Kultur- und Wegbauarbeiten öffentlich wenlgstnehmend versteigert.
Tie Großb. Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, oies in ihren Gemeinden ortsüblich bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 5. Dezember 1903. . 9094
Großyerzvg.m,e ui meisteret Gießen.
________________Mecum.________________
Bekanntmachung,
bett*. Geschäftsordnung des Grotzh. Amtsgerichts Laubach pro 1904.
Bei dem unterzeichneten Amtsgericht sind die Sitzungen. Amtstage und Geschäftsstunden wie folgt festgesetzt:
A. In Schöffensachen: 7., 28. Januar, 18. Februar, 17. März, 14. April, 5., 26. Mai, 16. Juni, 7. Juli, 11. August, 22. September, 13. Oktober, 17. November, 15. Dezember, beginnend vormittags 8' 2 Hhr.
B. Feld- und Forstsachen: 25. Februar, 28. April. 30. Juni, 18. August, 27. Oktober, 22. Dezember, erstere beginnend vormittags 8% Hhr, letztere vormittags 10 Hhr.
C. In Sachen der streitigen Gerichtsbarkeit: Jeder Donnerstag, mit Ausnahme der Schöffen-, Feld- und Focst- gecichtstage.
D. Amtstage in der freiwilligen Gerichtsbarkeit: Jeden Mittwoch von 8 bis 12 Hhr vormittags und 3 bis 5 Hhr nachmittags.
E. In Grundbuchsachen: Samstag von 8 bis 12 Hhr vormittags in der Zeit vom 15. Juli bis 15. September, Mittwoch von 8 bis 12 Hhr vormittags.
F. Geschäftsstunden der Gerichtsschreiberei: An allen Werktagen von 10 bis 12 Hhr vormittags, am Mittwoch außerdem von 8 bis 12 Hhr vormittags und 2 bis 5 Hhr nachmittags.
. Laub ach, 1. Dezember 1903. 9135
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