Ausgabe 
7.11.1903 Erstes Blatt
 
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g-'/o Mexikaner

4% Oesterr. Gotdrente

Peking sämtliche Vizerönige isch aufgefordert habe, Gelb

Tendenz: ruhig.

212.50 220L5 144.10 186.10 201.37

, 102.20

. 91.00

. 102.00 . 91.00 . 100 25 . 100.00 . 102.40

4% linear. Goldrente . < 4U/ Italien. Rente . . .

4* 2% Portugies-n * . . °/ rortug.esen. . . .

1% C. Türken . , riirkeuloae . . . .

4°/o Unech. Monopo1 -Anl.

4* , % äussere Argentiner

4*/z /(, Chinesen . . Electric, boh ackert .

Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien . .

D'skonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber.iner Haudelsges. Oesterr. Staatebahn , Lombarden Gottharubahn . . . Laaraiiütte . . . . Bochum . . « » . Harpener . . . .

Reicheanleihe do.

Konsole . do . .

Hessen Oberbessen

Ceft. Kredit . » . 212.-

Teutsche Bank . . 220.10

Tarinstädter Bank 145.10

Bochumer Huß . . . 185-40

Harpener Bergbau . . 200.30

Tendenz: Fest.

SV««/o 30/ 3/,% 37o 31/« °/n

. 100.20

. 103.80

' 32*00

. 37.10

. 144.80

44.00

. 91.60 . 115.00 . 105 20 . 212.40 . 195.50 . 144.90 . 154.30 . 163.70* . 144.00 . 18.25 . 190.50 . 237.50 . 186.50 . 202,50

y nulte MeN-uiuu''.i.

Originaldrahtmeldnnüeu des Giicfccitcr ?!>i;e,gers.

London, 7. Nov.Daily Mail" melden ans Kap­stadt ein Telegramm, dag die deutsche Garnison lt.ibie umzingelt und massakriert wu.de. V^ele deutsche Händler in eutfcruten Tiftril.en wurden er­nt o r d e t. Die Rebellen haben 600 Gewehre und Muuitwn.

London, 7. Nov.Daily Telegraph" von an­geblich zuständiger Seite aus L>hungyai erfahren haben, daß der große Rat in Peking sämtliche Vizerönige und Gouverneure telegraphisch ausgefordert habe, Geld auszubringen und Truppen anzuwerben, da der Abbruch der diplomatischen Beziehungen m i t R u ß l a n d bevorstehe. Tie chinesischen Beamten seren sehr erfreut über diesen Beweis des Erwachens der Tat-

4,6% Oesterr. biiberrento 101.20

Kunst und Wstculäjüil.

Göteborg, 6. Nov. Tie .Göteborg Haudels-och-Sjöfart- stidning- melde: aus Stockholm: In Kreisen, die den Richtern des Nobelpreises naheslehen, verlautet, daß der Preis iur Phy­sik zwischen dem Ehepaar Eurie, das die Eigenschaften des Radiums entdeckte, u>id dem deutschen Profehor " enard - Kiel, der Röntgens Erfindungen vorbereitere, geteilt werden soll. Ter EhcmiepreiS soll dem schwedischen Proiegor Arch'enius, der medizinische Preis dem dänischen Proieswr Finsenoder

R. B. D a r m st a d t, 6. Nov. Dreimal in einer Woche wegen desselben Vergehens vor Gericht zu erscheinen hatte der Arbeiter Isidor Karl aus Offenbach, welcher der fahr- lässigen Kindestötung angeklagt war. Kurl wohnte im dritten Stock eines Hauses in der Obermaingasse zu Offenbach und seine Frau hatte ihm ein halbes Jahr nach ihrer Vernrählung einen Buben besck-ert. Obgleich der Lhe- uiann nicht sel/r erbaut davon war, ließ er das Kind doch als das Seinige eintragen. Ls blieb ihm aber nach Aussage seiner Frau, die siw inzwischen von ihm getrennt hat, doch stets ein Dorn im Auge und er sprach offen den Wunsch aus, der liebe Gott möchte doch das Kind wieder zu sich nehmen. Lr soll auch zu dem Kleinen sehr roh gewesen sein und ihn stark geschlagen haben, ihn auch einmal aus dem Fensterbrett aufs Töpfchen gesetzt haben usw. Am 3. August d. I. setzte er das 17 Monat alte ftinb wieder aus die FensterLrustung in der Küche, während seine Frau nicht zugegen war. Auch Karl entfernte sich bann wie er zuerst angab, etwa 1U Minuten, wie er jetzt behauptet, nur einige Sekunden, und als er wieder in die Küche trat, war das Kind verschwunden; es war in die Tiefe gestürzt und mit zerschmettertem Schädel liegen geblieben. Der Angeklagte leugnete natürlich jede Abstcht oder Fahrlä|sigkeit. Lr spielte sich in der ersten Verhandlung am Mvuwg als ein großer Lunder ft rund aus, und das Gericht kam ihm soweit entgegen, daß es füll, weitere Zeugen für Mittwoch, und bann abermals welche für heute bestellte, um dem Angeklagten, der sich selbst verteidigte, den größtmöglichsten Spielraum zum Nach- weis seiner Unschuld zu gewähren. Aus die,er dreimali­gen Verhandlung gewann jedoch der Gerichtshof die feste Ueberzeugung, daß der Angeklagte, wenn uiajt gar vor­sätzlich, so doch in gröbster Wet|e fahrlässig die Tötung des Krick) es herbeigefuhrt habe. Das Urterl lautete daher auf li/a Jahre Gefängnis und sofortige Verhaftung des Angeklagten.

M eg, 6. Nov. In dem Beleidig ungsprozeg gegen ben Leutnant Bilse finden zweilagige Verhanblungen unter Ausschluß der Oessenttichkeil statt. Lte ^laaisanwachchan hat last sämtliche Offiziere deS Forbacher Trainbataillons Nr. 16, viele frühere Offiziere und mehrere Forbacher Bürger als Zeugen geladen. __ __

kraft in Peking.Daily Mail" glaubt die Meldung ein ihr aus Tientsin zugegangenes Telegramm betätigen ju a§$0w, 7< Nov. Eine große Feuersbrun.st nahm in kurzer Zeit ungeheuren Umfang an. Mehrere Feuertvehrleute sind in den u9e*

kommen. Der Schaden wird aus über 1 Million Pfund Sterling geschätzt. . ,

Calais, 7. Nov. Lolonel Cory unternahm ohne ,ede Begleitung die Reise über d e n K a na l in seinem so­genannten Drachenboot. Dasselbe ist Met« lang und mit Segeltuch überspannt, sodaß nur der Körper Lorys hervorragt. Gezogen wird das Boot von einem mächtigen> Drachen aus Seide. . ,

Kien, 7. Nov. Nach guten Jnsvrmatronen brld eten bie ostasiatischen Angelegenheiten den hauptsächlichen Gegenstand der Wiesbadener Entrevue. Das Lr- aebnis derselben besteht in ganz bestimmten Abmach" uuaen zwischen Deutschland u n d Ru ß l an d hin­sichtlich des ferneren Vorgehens in Osmsren. Wenn ^zapau mit Unterstützung Lnglands an Rußland den Krieg errtarrii ivürde, wu.e Rußland oerUurerstütz.ungDeut|ch- l a n d s s icher.

Belgrad, 7. Nov. Wie verlautet, ist es nunmehr König Peter gelungen, von einer österreichtsch-sranzä- nschen Bantgruppe eine Anleihe von einer Million Francs gegen Sicherstellung auf die serbische Zivilltste auf* runehmen.

Konstantinopel, 7. Nov. Da auf einem aus Smyrna atigelaugten Dampfer eine Sendung Dyn a m i t und eine Höllenmaschine anlangten, die in einem Fasse verpackt tvaren, das als Zement deklariert war, uina den türf^ajen Zollbehörden die Weisung zu, nur chch-es Zement zuzulaften, das in Säcken verpackk^rst.^.

möglicherweise Professor Pawlow - Prag der Litteraturpreis dem Lngländer Herbert Spencer oder dem Spanier Eche garay zuertelll^Werbern, $ Der Apuellarist Profefior Passini, Mitglied des Senates und der Akademie der Künste, ist gestern Abend gestorben. _ __ _

Arbciterbcwegiing.

Denver 6? Nov. Die Kohlengrubenarbeiter in Colorado, Utah, Neu-Mexiko unb Südwyoniing haben beschlossen, am Aton- tag in den Ausstand zu treten. -

Dandefifimö^erkrhr. Dolkswirrschast.

Berliner Börse vom 6. November 1903.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gieyen.) Prinat-Diskoitt L'/s Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

Teienhonischer Kursbericht.

. 26.65

Märkte.

Gießen, 7 Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Buller pr. Pfd. 0.95-1,05 Bit., Hühnereier 1 St. 8-9 Bfa., 2 Stck. 00-00 Psa., (Äansecier00-00 Pig., Lnleneier8-0 Pig., Ka|e vr.Stck.5- 8 Pf., Kasematte2 Stck. 56Psg., Erbsen pr.Liter 21Ptz., Linsen pr. Liter 32 Pig., Tauben pr.Paar0,70 09,0Mk., Hühner pr. ^t. 1,301,80 Ack., Hahiie pr. Stück 0,701,50 All., Emen pr. etna 1,70-2,20 All., Gänse pr. Psd. 5660 Pig., Ochsensteisch pr. Pmnd 6878 Pig., Kuh- und : indsleisch pr. Pfund 6266 Psg., -Lchweine- steisch pr. Pfund 66"<6 Psg., Schtvemesleisch, gesalzen, pr. Pstuid 80 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd.'70-76 Psg., Haminelsleiich pr. Pmnd 6574 Pig., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,005,50 Alk., A-eißkraul per Stück 5-7 Pfg., per Zentner 1.30-1.60 Mk., Z'viebeln pr. Zentner 4,505,00 Aich Alilch per Liter 18 Psg., Aepsel per Zentner 16 bis 20 Mk., in Körben 00-00 Pfg.

KunsteAnsstcUung.

Tie Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand ist täg­lich mit Ausnahme Samstags von 11 bis 1 Uhr geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags. An Sonn- und Feier­tagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nicht- Mitglieder des Kunstverems an Wochentagen 50 Psg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pig. ___________________________________8348

WbeflhcrMgiittKleiAliüüel-Lcllililirlmstlilt

Am 4. Adveut-Sountag, deu 20. Dezember d. I., soll die Christbescherung für die Kinder unserer Anstalt stallfinden. Wir haben für 230 Kinder die Bescherung herzurichten und den Weihnachtstisch mit Gaben zu deckeii. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unferer Anstatt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Getdgabeu, die uns die gleichniäßigste Bescherung für unsere Kleuren ermöglichen, zuwendeii zu wollen.

Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herum­gegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Frau Rechtsanwalt Grünewald, Liebigstraße 21; Frau Johanna HaaS, Ostanlage 31; Frau Kommerzienrat Heyligen- staevt, Liebigstrage 49; Frau Rechnungsrai Kalbfleisch, Ludwlg- slraße 7; Frau Profefior Leist, Ostanlage 36; Frau Plärrer Nau­mann, Südanlage 8; Frau Luise Ottens, Bisniarck|lras;e 11; Frau Liua Schwall, Lstanlage 36; Fräulein Luise Wortmauu, Damnistrage 32.

Auch die Schwestern unserer -lnstatt find bereit, Gaben an- zunehmen; man wolle freundlichst beachten, daß es die Kleüikinder- schulschweslern find Diezstraße 15.

Gießeii, den 7. 9lovember 1903.

Ter Vorstand der Kleuikinder-Bewahranstalt.

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