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7.11.1903 Erstes Blatt
 
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Ochalstraße 7.

Hbttll« für Depesche«! Anzeiger Gtetzen. ^milpttd)on1d}lu6y,ZT 51.

attacken, die Belöhnung bei Unterofixiere zur Sprache kamen.

Abg. Rueb (Hb.) klagte über die Last der (Sinquartier* ungen bei den lebten Manövern.

Abg. Keid el >,Soz.) wandte sich gegen das System des jetzigen Militarismus, welches immer wieder Miß­handlungen und Uebergrrjfe der Borgesetzten gegen bie Untergebenen bringe. Die ö^Ue fyättcn in der testen Zeit auch in Bayern wieder angenommen. Die Strafen jur solche Vergehungen seien zu niedrig. Auch. die Offiziere ließen sich manches zu schulden kommen. Das Ehrgefühl der Sol­daten werbe durch, solche Behandlung untergraben. Die Strafen für die kleinste Jnsudorbination {eien dagegen außerordentlich hoch D-as Beschw-erderecht sei unzulänglich Schließlich tadelt er dieSchmiererei" bei den Proviant­ämtern und besonders auch in den Kasernen.

Abg. Di. S ch ä b l e r (Zentr.) hält den bewaffneten Frieden, bei dem bie Volker in Waffen starren, nicht für einen normalen Zustand. Er wende: sich gegen diege­waltigen" bieiterattacten und tadelt die tgäufigieit der Miß­handlungen und Uebergriffe gegen die Untergebenen. Von dem Beschwerderecht machten die Soldaten aus Furcht meist? keinen gebrauch. Gine Einschiränkung der Mitzyandlungen müsse mit aller Energie ange]trebt werden. Die Attlbe der Urteile sei in der Ta: ausfallend. Sittliche gefahren seien fernzuhalten und die Pflege der christlichen Pflichten durch ocn Kirchen besuch zu erleichtern. Jüngere Leumants hätten da unb dort während des Gottesdienstes kein ausmndtgcS Benehmen an den Tag gelegt. Eine Beneilung der Äia- növer lasten fei angezeigt, um beu einzelnen Gemeinden nicht zu viel aufzuburden. Bebenken erregt der Wert, den man bei dem Ossizierkorps auf Aeuß erlich ketten zu legen scheint, sowie die Zunahme des Luxus.

Abg. Di. tz a m m e r s ch m i b t (lib.) bedauerte die immer wiederlehrenden Soloatenmißhandlungen. Die Un­teroffiziere, welche sich solche Verjehlungen zu schulden lammen lassen, sind als Erzieher der So lauten eben nicht geeignet, Auch. die Offiziere sollten beöenfen, daß nicht nur Ruhe unb Kaltblütigkeit vor dem Feiiide, sondern auch Selbstbeherrschmig dem wehrlosen Untergebenen gegenüber ein Gebot bei Äc-ännlichkeit sei. Rach einigen Klagen über angebliche Ungerechtigkeit bei ber Beförderung zum Ser­geanten und Feldwebel, sowie über zu schweren Dienst an aen Sonntagen, besonders vor einer Vorstellung, wendet sich der Redner zu der in der Oeffentlichteit getadelten Zunahme des Luxus im preußischen Osfizierkorps. Es! bestehe bie Sorge, daß man geneigt sein könnte, solche Aus­wüchse nachzuahmen. Wir wünschen jeboch in jebem Offizier das Vorbild eines deutschen Mannes erblicken zu dürfen, das Muster von Berufsfreudigkeit, Tüchtigkeit, Enthaltsum- teit und Vaterlandsliebe.

Die Abgg. Ehrhardt unb St ein d el (Ztr.) bringen Klagen über Belästigung ber Bevölkerung burch die Ma­növer vor.

die Darstellerin großen Spielraum, das vom Dichter Ge­gebene feinsinnig unb geistvoll auszugestalteu. Die Rolle beansprucht aber, was sie doppelt schwer macht, auch ein großes Maß künstlerischen Temperaments. Frl. Hohl war im Spiel der schauspielerischen Bewegungen {eijtr ge­wandt, aber jie lief gerade dadurch Gefahr, den Glauben an die Echtheit der inneren Bewegung des unglücklichen Mädchens zu beeinträchtigen. In der Darstellung der llebercaschuug z. B. übertrieb sie das rasche Erheben des Kopses und den Blick der sich öffnenden Augen. Als Meister Anton die Bestätigung darüber haben will, daß er bei ber Einsargung ber Mutter sich nicht habe helfen lassen, erfolgte bie Antwort der Tochter auch mit etwas zu viel Betonung. Auch in der Nolle der Klara ist gestern leider eine Streichung an einer Stelle vorgekommen, die aus dem Munde des Mädchens sehr wirkungsvoll und treffend ist. Als nämlich Wolfram, der von Herrn Haag mit Erfolg, vielleicht um ein ganz klein Weniges zu blaß gegeben wurde, Klara mit der Nachricht von dem Wiederaufstuben der Juwelen überrascht, liegt in dem Ruf:O meine arme Mutter!" und dem Hervorstoßen des Jammers:Es ist doch zu schändlich!" eine Schönheit des Gedichts, die man nicht hatte kürzen sollen.

Die Mutter Klaras, von Fr. K e l l e r m a n n wieder- gegeben, war zu wenig bürgerlich, redete nicht überein­stimmend mit ber Einfachheit der geprüften Frau und bot wenig Erfreuliches.

Die Rolle des S e f r e t ä r § ist überaus dankbar. Wie bewundernswert ist sein Auftritt, als er der Klara die frohe Botschaft bringen will, und, um sich über die ver­änderten Verhältnisse seit ber langen Trennung hinwegzu- setz-en, munter zu reden beginnt vorn Studieren und von den Bedrängnissen der tleinen ABC-Schützen, die wohl wissen, warum sie sich wehren:sie haben keine Ahnung

davon, daß, wenn sie sich nur mit ber Fibel nicht ein-

lajsen, sie mit der Bibel nie Händel bekommen tonnen."

Herr ©anborff hatte sich in dies liebenswürdige Ge­plauder nicht mit ber vollen Liebe vertieft, er sprach

an biefer Stelle zu gefühlvoll auf bie Geliebte ein unb erreichte babei nicht das, aus was der Dichter hinzielen wollte.

Am besten hat gestern Herr Acht er berg seine Auf­gabe gelöst. Er wußte sich! mit ber Rolle bes polternden unb zürnenden Karl feyr gut abzusinben. Herr Gronert als Gerichtsdiener Adam hätte den Haß gegen Meister Anton etwas intensiver zum Ausdruck bringen können.

/ Das Haus war gut besetzt, und wenn auch bie Leist­ungen der Mitwirkenden nicht einwandfrei waren, so hat trotz allem bie Wiedergabe bes ijeroorragenben, nur eben außerorbentlich schweren Stückes sehr inierefjiert unb be- friebigt, was sich durch reichen Beifall kundgab. A. G.

entgehen.

Man wird sich aber doch wohl in Konstantinopel sehr erheblich täuschen. Mehr noch als ber Inhalt ber tür­kischen Antwort soll deren Form in Petersburg unb Wien aufs äußerste verstimmt haben. Ein derart kühl abweisender Ton )ei bisher noch nicht angeschlagen wor­den; über wichtige Punkte der Vorschläge gehe bie Antwort eüifaci) hinweg. Die Note lasse keinen Zweifel darüber zu, bah weitere diplomatische Berhandlungen, die Pforte zu größerem Entgegenkommen zu veranlas;en, überflüssig feien. Deutschland hat dem Vernehmen nach wieder­holt dem Suttan angeraten, die Forderungen zur Beruhig- ung Mazedoniens anzunehmen. Daß aua). diese Stimme, die sonst im Mlbiz-Kiosk st'"

Ablehnung oes Reforrnpvograrnms nicht zu verhindern ver- mCCl'iC ,-rf« oirt S)iti2.pimrrr hniür rtpffp« ixn6 '!

Nr.

Erscheint täglich auher Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem bekfischen Landwirt die Gießener Kamillen« Hättet viermal tat der Woche beigelegt

-towttonSdrnck u. Ver­tag bei Brühl*ichen Nnwett^Buch- rr. Siern- buudrin (Pietsch tfrrben)

Ile Antwort der Pforte auf die Aeformnote

Hai Rußland und Oesterreich geradezu entrüstet, da jie die Mürzsteger 2Sereinbarungen fast vollständig igno­riere, und die beiden Mächte erwägen nach einer Meld­ung desB. T." aus Konstantinopel die Uebersenbung einer zweiten schärferen Note. Auf der Einsetzung europäischer Kommissare und Chefs der Gendarmerie, welche entgegen der Ansicht der Pforte die Souveränität des Sul­tans nicht berühren, soll bestanden werden. England er­hebt jedoch schon jetzt Schwierigkeiten wegen der in Frage kommenden Persönlichkeiten. Wie weiter aus Konstanti­nopel gemeldet wird, finden die Gerüchte von einer be­vorstehenden r u s s i s ch -- ö str e i chi s ch e n Flo 11 e n - De­monstration, die neuerdings dort in Umlauf sind, Nahrung durch die augenblickliche Anwesenheit eines russi­schen Geschwaders in Triest.

Die Antwort der Pforte enthält auch die Mittellung, daß der mit ber Ergänzung und Reorganisation der Gen- darmeiie betrauten Kommission die b c u t j chenInstruk- teure Auie r Pascha uuo v. Ruebgisch Pasu.-a( biefer war früher Offizier im 1. litt. Dragouer-Regt. in Tilsit. D. Reb.) angeboren. Die Kommission, bie zurzeit in Mo- nafhr weilt unb aus zwei türkischen Divifionsgeneralen unb ben obengenannten Instrukteuren besteht, war ur­sprünglich bazu bestimmt, bas Kriegsgericht zur "Aburteil­ung ber von ben Truppen verübten Ausschreitungen zu inspizieren. Generalinspetteur Hilmi Pascha unb bie Walls unb Militärwmniaiibanten bei brei Wilajets erhielten neuerbings strenge Bejehle zur Durchführung ber Refor­men, bantii Erfolge sichtbar werben, ferner alle Folgen unb Slachwirkungeii der von Truppen unb Baschioozuts verübten Ausschreitungen so rasch als möglich gut zu machen unb zu vertuschen. Die Pforte ist sichtlich be­müht, bie Verhältnisse in ben brei Wilajets oberflächlich zu bessern unb glaubt, bem Wiener Korr.-Bureau zufolge, hierburch ben Reformsorberungen ber Ententemächre zu

Gießener Sinöttisealer.

Maria Magdalena.

Ein bürgerliches Traner>plel in 3 Men.

Ein Hürlschen in enger Gasse, eine einfache Stube, in der die Glieder der Familie hinter den blaßgeblümten Burhängen der Fenster ,rille dahtnleben, angekränkelt von den trüben Grillen des alten i-ansvaters; ü-emi Uteister Anton hat sa)en in der Jugend im sanren >sck)toeiß und in der bitteren Not {einer LehrltngSjahre ben Frohstnn verloren unb das ^kaehien verlernt. Alas tst d-as sür ein yans! Eine kalte, traurige Stimmung verdüstert dieses Handwerkerheim, wo die Äiutter sich vom Krankenbett er» hoben hat, die Tochter ängstlich und schuldbebrückt stch um jie müht, uub der Sohn bie Schwelle des Hauses meidet, um dem grollenden Later nicht zu begegnen, der fernen jugendlichen Trang nach Lnstbarwiren zu unterdrücken sucht. Und daraus entwickelt nun Hebbel Schjlag aus Schlag in immer schwärzeren Farben das Bild seiner gewaltigen Tra­gödie Aus dieser Stimmung, in der wir schpn in der ersten Szene nach ben paar ersten Worten ber jungen Heldin mitten drin uns befinden, wachsen bie Menschen heraus, bie bas Schicksal in so unginäliche Berhältntsse gestellt hat, daß sie mit Notwendigkeit dem Verderben verfatlen sind. Hebbel sagt uns nicht, noch läßt er umständlich durch die Handlung sagen, was das für Meuten sind. Sie selbst offenbaren sich uns durch ihre Reden. Unb da erkennen wir, baß bas nid),t nur Menf chen sind, Menschen, wie sie auch in ben modernen Gedichten sich tummeln, bie sprechen, hanbeln unb das Publikum unterhalten, sondern baß wir vor Geschöpfen eines Dichters stehen, deren Daseinsberech- tigung obgleich sie dem einfachsten bürgerlichen Leben ungeschminkt entnommen sinb der große Ammatiker Hebbel aus feinem fuvjMiven, künstlerischen Walten be° ^1135a, es sind Menschen einer klassischen Dichtung, und sie sagen uns etwas. Tarin liegt schon bie Größe ber Tragödie, day ihre Helden und Heldinnen von vornherein al» Charaktere erscheinen. Hebbel brauchte sie nicht aus ber Handlung erst hervor geh en zu lassen. Darum stellen sie an die Sckmuspieler auch ganz andere Aufgaben, als so viele andere Mchrungen, die kaum ein anderes Interesse als das für den Stoff und bie Handlung erwecken möchten.

Aber wie meisterhaft hat Hebbel auch alle Forderungen an die SiauMung n*ib ihre Wirkung und an bie Technik (einer Tragödie beherrscht. Selbst Lessing steht er darin nicki-t nach. Aktes Ueverstüsstge, Abschwei,ende und Undrama- tische ist ausgeschlossen; in knappen Szenen und der wirk­samsten Stetgerung eiiiwt-aelt er feine großartige Tragik. Uub keine Mache sinb diese eng aneinander gejchlosfenen Üaüirel des sich erfüllenden Schicksals, sondern mit selbst­

verständlicher Konsequenz, bie die Seele des Zuschauers un- wiberstehiich packt unb mit Grausen erfüllt, verketten sich in erstaunlich schneller Folge bie Umstände, die zum trau­rigen Schlüsse führen.

Meister Aiilon ist ein ganz seltsamer Charakter. In feinen Reden offenbart sich, ein Inneres, bas in Arbeit, im Kampf mit beS Lebens Lasten und dem ärmlichen Ringen umS tägliche Brot, in das er hineingebvren wurde, starr und hart geworben ist. Ehrlich unb grabe ist er geblieben, unb biesen Nerv, an dem allein er noch lebt, bars man ihm nicht zerschneiden. Mit welcher Angst unb mit welchem Bangen sieht bie von ihrem Fehltritt verfolgte Klara zu, wie nach bem bei der Hausjuchung erfolgten Tode ber Mutter ber Vater tiefsinnig, mürrisch unb mißtrauisch grübelnb im Hause umhergeht. Wie büfter glühend mutet uns baS an! Aber Meister Slnion muß, so will es ber Dichter, mehr zu sich selber sprechen als zu ^eonharo unb ber Tochter. Seine äußer­liche Teilnahme an ben Vorgängen ist ganz gering. Er macht, nach seinen eigenen Worten, nur Erfahrungen; beuten tut er über bie Menschen nichts, gar nichts, nichts Schlimmes, nichts Gutes, bann braucht er nicht aowechsetrib, wenn sie ihn täuschen, rot ober blaß zu werden. Und bitter sarkastisch ivirb er, wenn dies geschieht. Wie schade ist es, daß gestern abend bie Stelle gestrichen worden ist, wo Meister Anton über den Kirch-gang, den sein Sohn ver­säumt hat, und über das Vaterunser sich ausläßt.Ich yabe auch nichts dagegen, und wollt Ihr sogar zwischen bie jleben Bitten sieben Gläser einf<tyalten, was lutb, ich kann's keinem beweisen, büß Bier unb Religion sich nicht mit­einander vertragen, und vielleicht kommt's noch einmal als eine neue Art, das Abendmahl zu nehmen, in bie Li­turgie." Solchen Sarkasmus gab uns leib er gestern Herr Linzen nur in sehr starker Verdpinuung. Sein Väeifter Anton sprach zu viel Die Umgebung an, beschäftigte sich zu wenig mit sich selbst, sodaß schließlich ein weniger seltener Cha­rakter heraustam, als Hebbel beachrchtigte, statc eines starr­sinnigen, verbitterten und verschloijeueti Mannes ein etwas kindlich mürrischer, potternber Hausvater. Me Meister Anton von feiner Jugend erzählt, ferner armen Mutter und dem gutherzigen sJJkijter Gebharb, der ihn in bie Lehre nahm, gibt er illchls von seiner Sprödigkett und Bitterkeit auf. Herr Linzen spielte das zu leibenschaftlich, mit zu viel Rührung, die ja der Meister Anton bei Hebbel mit größter Anstrengung in sich verwürgt. Ter L e o n h a r d des §erm Seiet!) kam ebenfalls etwas zu milde heraus, unb bie grellen unb so ungemein wirkmigsvollen Kontraste in ber Unterredung zwischen den beiden Männern verschwanden leider zum Tell.

Es ist eine offenbare Tatsache, daß diese Menschen Hebbels durchweg hochgespannte Anforderungen an bie Schauspieler stellen. Auch in der Rolle ber Klara hat

einen Konflikt mit Rußland und Oesterreich-Ungarn ankorn- rnen lassen wollen, um die Selbständigkeit ber Pforte auflechtzuerhalten, zurzeit bie Oberhanb haben. Die am Balkan interessierten Mächte scheinen entschlossen, äußersten Falls bei einer Flottenbemonsttation nicht stehenzubleiben, fonbern basselbe Mittel zu ergreifen, bas seinerzeit Frank­reich mit wirksamem Erfolge, in ber Loranbv-Tubini-Afsäre anbrohte: bie Blockabe ein es türkisch en Hafens. Tie jüngsten biplomatischen Besprechungen bes Grafen L a m s b o r f f, bes russischen Ministers bes Aeußern, in Paris unb inDarm st abt bürsten diese Möglichkeit ins Auge gefaßt haben. Eine Privatmelbung aus Koristanti- nopel besagt, auf bie türkische Bevölierung mache bie Halt­ung bes Sultans ben guiistigsten Einbruck. Das läßt sich benken; aber bie am Balkan interessierten Mächte fragen viel mehr bau ach, welcher Eilibruck in Äiazebonien hervor­gerufen wirb. Rußlanb unb Oesterreich-Ungarn fyaben ihren letzten Trumpf noch nicht ausgespielt, uub bas ist bie Forberung eines christlichenGouverneursfürMa- cebonien. Daß bie Einsetzung eines solchen am meisten geeignet ist, bie maceboniichen Wirren zum Auf hör en zu bringen, barüber sinb bie Keiiiier ber Berhältnifle einig. Kommt es zur Fiottenbemonstratiou, ober gar zur Blockade, jo wirb wahrscheinlich bas Reformprogramm nach bieser Züchtung hin erweitert werben, um ganze Arbett zu ver­richten. . ,

TerFrkf. Ztg." wirb aus Konstantinopel gemelbet: England hat dnrch seinen Botschafter bas Reform­programm ber Ententemächte bei ber Pforte unter- 11 ü fr t Wegen Erlasses einer allgemeinen Amnestie, in welcher alle bei ber letzten Insurrektion rechtskräftig Ver- urteUten, alle in Untersuchung befinblichen, sowie von ben Behörben verfolgten Personen und jamtliche Flücht­linge einbegriffen sinb. Dieser Akt bes Sultans geht wett über bas Programm ber Reformniächte hinaus und man wirb in ihm eine bebeutjame Konzession, weniger an bie Großmächte, als Bulgarien erbtiaen müssen. Jnbem der Sultan ben politischen Desperados wieder die Dore wiacebouiens angelweit o)fnet, sorgt er, falls er ge­zwungen sein sollte, bas Reformprogramm ber Mächte ichliehtich anzunehmen, schon jetzt für eine kräftige Ver­mehrung ber Elemente, welche mit ber Einmischung Oester­reich-Ungarns uub Rußlands unzusrieben sind. Zu diesen Elementen gehören an erster Stelle die macedouischen garen. _____________

Holilische GügesschLU.

Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Samstag 7. NovemberlSOS

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Der Bayerische Landtag und der Miiitäretat.

Uuu. viu|v Ter jvttlitaretat jtand aut §rettag aus der ^agesord-

stets Gehör gesunden hat, bie nung ber 2. daher. Kanimer. Der Referent Abg. Wagner

........... Hütt--.. (lib.) berichtete ausführlich Über die ^Verhandlungen im 1UVU 4.C, niuß als ein Anzeichen bajür gelten, baß 'die Finanzausschuß, bei welcher die SoIbatenmißHandlungen,

Männer der schärferen Tonart in ber Türkei, die es auf bie Militärgerichtsbarkeit, die Unfälle bei den Kavallerie-