Ausgabe 
7.5.1903 Zweites Blatt
 
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nichts äu befürchten fei Aus den Häusern, an denen der Zug vorbei fuhr, eilten Mütter heraus, ein Baby auf dem Arm und ein größeres oder auch mehrere am Kleid nach­schleppend, um sie dem Oberyaupi der Nation au zeigen. Eine Station war voll mit Kindern, die mit Fahnen aus­gerückt waren, auf denen zu lesen war:£ier giebt's feinen Rassenselbsrmord, Teddy!"

Don der bekannten Findigkeit der Post zeugt folgendes Vorkommnis: Dem I. B.-Rl. (Intern. Bum- boßklub) m Quadrath ging dieser Tage von einem Mitgliede in Frankfurt a. SUI. eine Karte zu mit der Adresse: I. B.- RL Q, ohne weitere Bezeichnung, jedoch mehreren humo- ristischen DerSchen auf der Rückseite, darunter u. a.:

Tie deutsche Reichspost wird im Land

Al« äußerst findig stets gepriesen. Wenn sie daS kleine Biereck sand, dal sie und glänzend dies bewiesen.

Die Ratte hat, wie bemertt, glücklich ihren Bestimmungs­ort erreicht. Sie war von dem expedierenden Beamten mit der Ausschrift versehen: VersuchSw. nach Quadrath (Bez. Röln), sonst Viereck in Pommern.

Kunst und Wissenschaft.

Stockholm, 6. Mai Tie Regierung brachte heute im Reichstag die Bewilligung t>jn 200000 Kronen in Vorschlag für eine Expedition nach dem südlichen Polar­meer, um die Nordenskjöldsche Expedition zu entsetzen.

Neapel, 6. Mai Heute vormittag wurde der Ge­denkstein zur Erinnerung an den Besuch, welchen Goethe 1787 dem Philosophen Filan gier i hier abstattete, eingcweiht. Professor Torraca hielt die Festrede. Gleich- zeitig wurde in der Humbertgallerie an dem Hause, in dem Gocchc wohnte, eine kleine Gedenktafel enthüllt

Ter Lanig von Portugal verlieh dem Geh. Re- gierungsrat Prof. Dr. Frhr. v. Richthofen in Berlin das Kommandeurkreuz des Sa) Tiago-Ordens mit der Kette.

Unlversttäls-Nachrichteu.

Darmstadt, 5. Mai DieGruppe freier (nicht in­korporierter- Studenten" an unserer Technischen Hochschule hat ein Arbeitsamt für Studierende errichtet

Auf der 7 5. Versammlung deutscher Natur­forscher und Aerzte in Gaffel wird Geh. Rat Prof. Dr. E. v. Behring aus Marburg a L. über ^Tuber­kulosebekämpfung" sprechen.

Bonn, 6. Alai Beim Korps Borussia ist seit langen Jahren zum erstenmal wieder ein Bürgerlicher, Stud. Iouanne ausRkalinie bei Pieschen in Posen eingetreten, dessen Vater, der Landschaftsrat und Rittergutsbesitzer Iouanne, aber auch schon dem Korps angehört hat. Der letzte Bürgerliche war in den Jahren 18821884 Dr. jur. Rücker (Jenisch), jetzt Wirklict)er Legationsrat und Vor­tragender Rat im Auswärtigen Amte.

Gerichlssaat

Hannover, 5. Mai Das Kriegsgericht der 19. Division verurteilte den Füsilier Jakubowski aus Krotoschm vom 73. Füstlierregiment, der am 23. März vom Regiment desettiette und am 24. Marz in der Lister Mühlenschenke die Haushälterin des Gastwirts durch Säbelhiebe getötet hat, um sich m den Besitz der Zwittleidung des Gastwirts zu setzen, - um Tode.

Der E r b s ch a s t S p r o z e ß der Gräfin Lonyay -egen chren Bater, König Leopold von Belgien, wegen des Nachlasses der Königin Marie Henriette steht nach Wiener Meldungen in kurzem bevor. Gräfin Lonyay behauptet, die Ehe ihrer Ellern sei aus Grund der Gütergemeinschaft abgeschlossen. 'Sie beansprucht deshalb von dem gememsamen elterlichen Ver­mögen im Betrage von einhundert 'Millionen Francs ein Drittel der auf die 'Mutter entfallenden Hälfte, alfo etwa siebzehn Millionen Francs. König Leopold bestreitet die Gütergememichaft. Er be­hauptet, seine Ehe nut der früheren österreichischen Erzherzogin in Wien sei nach österreichischem Hausrecht auf Grund der Güter­trennung abgeichlossen worden. Prinz Philipp von Roburg hat sich noch nicht entschieden, ob er sich der Aktion der Gräfin Lonyay namens seiner Gemahlin Louise anschließen soll.

Eisenbahn Zeitung.

Der sächsische Eisenbahnrat erklärte sich mit 14 gegen < Stimmen damit einverstanden, daß von einer Wetterverfolgung der am 4. und 5. Februar beratenen Re­formvorlage abgesehen wird. Ferner billigte der Eisenbahn­rat mit 15 gegen 6 Stimmen, daß die Preise der Mcksahr- larteu um 6y* Proz erhöbt werden, und entschied sich gegen 5 Stimmen für bic Beibehaltung der jetzigen Sätze der SÜlo- nats- und Nebenkarten.

Position.

Privat-Diskont 3 Prozent.

Oest. Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß .

Märkte.

W. Gießen, 7. Mai. DiLymarktberichi. Auf de«Lchsen- uah standen gestern etwa 40 SrückGemqrneh zum Verkam Zahl-

Harpener Bergbau

Schluß-Tendenz: ruhig.

Frankfurt a. SR., 6. Mau Ein in der Generalversammlung der Chemischen Fabrik Griesheim gestellter Antrag auf Verteilung von 12 pCt. Dividende gegen vorgeschlagene 10 pCt. wurde zurückgezogen, da die Verivaltung in der Majorität war. Ter Absatz war in der Mehrzahl der Produkte befriedigend, aber es komme em empfindlicher Prcisrückschlag in einigen Hauptpro- butten dazu. Dagegen erhoffe man von einer Reihe neuer Artikel günstige Ergebnisse. . _

Landau, 4. Mai. Tie am 27. d. M. imürmbenbe General­versammlung der Landauer Tabakmanufakrur soll über Auflösung der Gesellschaft eventuell Verkauf des Geschäfts int Ganzen Beschluß fassen.

Sandel und Verlieht. Volkswirtschaft.

Vcrliucr Börse vom 6. Mai 1903.

(Mitgeteilt von der Bant für Handel und Industrie, Gießen.)

Rach fester Eröffnung auf allen Gebieten vollzogen sich bei minimalen Umsätzen fast auf allen Märkten kleine Kursrückgänge, welche mit dem Härteren Rückgang der Montanwerte in Zusammen­hang zu bringen sind. Eine ungünstige Tioidendenlaxe für Bochumer Gußstahl-Aktien gab den Anlaß zu Verkäufen in Eisenwerten. Höhere Londoner Meldungen hatten ein Anziehen der Argentmer Kurse zur Folge; von sonstigen Renten Spanier auf größere Prä- mienkäuse gefragt und besser. In der dritten Börsenslunde zogen Banken an; namentlich erfuhren Tiskonto-Kommandit-Anteile eine größere Steigerung im Zusammenhang mit der höheren Bewertung der Geste de Minas welche angeb Lui) in Brasilianische Rente um- gelauscht werden sollen. Canada Shares weiter in guter Haltung; Lombarden, anfangs stark gesucht, gaben späterhin infolge von Wiener Abgaben leicht nach. Ter Caffamarkt zeigte gute Tts-

Anfangs- u. Schlußkurse.

. 00,00

212,37

. 211,10

211,00

. 141,00

141,00

. 182,10

182,25

. 184,10

183,90

reiche Kundschaft aus dem Westerwald hatte sich eingefunden und legte für die Ware verhältnismäßig recht gute Preise an. Ebenso griffen Käufer aus der Provinz in das Geschäft em und der Vor­rat war sehr bald erschöpft, ohne daß der Bedarf gedeckt war. Mehrere Paar Lehsen wechselten noch auf dem Markte dreimal den Besitzer, d. h. die Tiere wurden von dem Erwerber mit Nutzen an Ort und Stelle weiter verhandelt. Wenige schwer« Paare gingen mit 925950 Mk. fort, 1. Mittelschlag wurde zu 850900 Mr. ver­kauft, während für leichtere Paare 650750 DU. erlöst wurden. Junge zweijährige Fahrsttere waren sehr gesucht und wurde roeaen mangelnden Angebots zu 660720 Mk. das Paar abgesetzt. Der Austrieb an Schweinen sand diesmal auf den städtischen Markt­anlagen hinter dem Schlachthause statt. Es waren vorhanden etwa 1300 bis 1400 Stück Schweine. Begünstigt durch das überaus gute Wetter, waren zahlreiche Käufer auf den Markt gekommen und es entroidelte sich ein recht flotter Handel. Dadurch zogen die Preise etwas an, trotzdem die Verkäufer sich reden ließen. Man fordette eben viel, um nachher etwas herunterzulassen. BezahU wurden für Ferkel, 68 Wochen alt, 34 56 Mk., Springer, 1620 Wochen alt, 75100 Mk. und Einlegeschweine 120140 Mk. pro Paar. Ter Markt war gegen halb 1 Uhr beendet und blieb wenig Ueberstand. Nächste Markttage: 19. und 20. Mai; am zweiten Tage auch Krämermarkt.

Ruppertenrod, 6. Mau Unseren heutigen Frühjahrs­markt begünstigte wunderschönes Maiwetter. Ter Viehmarkt war sehr stack Junaschweinen besahren, eS mögen nahem 1000 Stück aufgetrieben gewesen sein. Die Preise waren, wiewohl etwas nied­riger wie ums vorige Jahr, doch bcmerkenswett hoch. Dessen­ungeachtet floß der Handel bei lebhafter Nachfrage sehr rasch. Be­zahlt wurde das Paar Ferkel 1. Qual, mit 60 66 und bis 70 Mk., 2. Qual, mit 5054 und 60 Mk., 3. Qual, mit 4548 Mk. Springer kosteten per Paar 7386 und 90 Mk. Der Krämermackt, der hier gleichzeitig Konsirmandenmackt ist, da unsere Konfirmanden auf Pfingsten konfirmiert werden, war mit Veckaufsständen recht gut besetzt und zeigte guten Besuch, der allerdings noch stärker ge­wesen wäre, wenn nicht die Frühjahrsbestellung sich so außer­ordentlich verspätet hätte.

Limburg a. d. L., 6. Mai. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 14.20 Mk., Weißer Weizen 00.00 AU., Korn 10.90 9RL, Gerste 040 9JIL, Hafer 7.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk^ Kartoffeln 0.00 Mk.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehender Ättilel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenübet keinerlei Verantwortung.)

Bezugnehmend auf ba6' gestrige Eingesandt bett. Bürger­meisterwahl in Lollar erwidere ich, daß derartige Anzapfungen sich von selbst richten und daß ich es für unter meiner Würde halte, an dieser Stelle daraus zu erwidern.

Lollar, 7. SDlat

Karl Zimmermann.

An ihren Wecken sollt ihr sie eckennen 1* Die? Wort paßt recht auf den Schreiber desEingesandt" von gestern, betr. die Bürgermeisterwahl in Lollar. Daß bei Wahlen Agitation getrieben wird, ist ja an der Tagesordnung, aber man sollte doch mit Waffen tänwfen, die einigermaßen sauber sind. Wenn man jedoch zu Mitteln greift, wie der Schreiber des gestrigenEingesandt', bann wird dadurch nur der Charakter des Schreibers, nicht aber der eines Kandidaten dokumentiert. R.

(Anmerkung der Redaktion: Weitere Einsendungen in Sachen der Bürgermeisterwahl würden wir endgültig ablehnen.)

Kirchliche Nachrichten.

Hstterdirnst der israelitischen Keligiousgesellschast.

Sabbathseier am 9. Mai 19 03.

Freitagabend 7.80 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr.

Nachmittag 4 Uhr.

Sabbathausgang 8.46 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr, nachmittags 6.30 Uhr, abends 8.45 Uhr.

Krieskaflen der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben uuberückfichtigt.)

Dr. D. Hessen hat drei Stimmen im Bundesrat. Eine Mehr­heit für die Aufhebung des § 3 des Jesuitengesetzes ist jetzt so gut wie ausgeschlossen.

Anonyme Anfragen bleiben stets unbeantwortet

6. H. hier. Die Eisenbahnkassen sind an das Münzgesetz ge­bunden und können Sonderbestimmungen k. H. nicht erlassen. Die Weigerung des Beamten, 5 Psg. m Rupfer anzunehmen, ist eine grobe Ungehörigkeit-

Schiffsnachrichten.

Norddeutsch er Lloyd.

In Gießen verttetcn durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 6. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Topvelschrauben-Schnellpostdampfer Kronprinz Wilhelm", Rapt A. Richter vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr nachmitt. wohlbehalten in Newyock angekommen.

Bremen, 30. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrcuiben-PostdampferKönigin 2uife*, Kapitän. C. Bolger vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr abends wohlbehalten in Newyock angekommen.

Neueste Meldungen.

Lriginaldrahtmelduugeu des Gießener Anzeigers.

R. B. Darmstadt, 7. Mai. Se. R. H. der Groß­herzog begab sich gestern nachmittag nach Frankfurt, um einer Einladung des kommandierenden Generals deS 18. Armeekorps, v. Lindequist, zum Dmer Folge zu leisten. In Begleitung deS Großherzogs befanden sich Generaladjutant Generalmajor v. Wachter und der Flügeladjutant Freiherr Schäffer von Bernstein. Mit Genehmigung deS GroßherzogS ist der vottragende Rat im Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, Dr. Eugen Wagner, zur Beschäftigung im ReichSkom- missariat für die Weltausstellung in St. Louis bis 1. April 1905 beurlaubt und zu seiner Vettretung für dieselbe Zeit Ministerialsekretär Luowig Matthias mit der Wahr­nehmung der Dienste eines ständigen Hilfsarbeiters in der­selben Abteilung des Minisrettums des Innern beauftragt worden.

Berlin, 7. Mai. DerBörsen-Courier" nimmt von dem Gerüchte Notiz, welches von einer bevorstehenden Ettttettung der Scheidung derFrauAgnesSorma, die mit dem ttalienischen Grafen Minotto verheiratet ist, fpridji. In Zusammenhang damit stehe es, daß auch Herr Walden vom Berliner- Thearer im Begriff steht, seine Scheidung ins Werk zu setzen. Frau Sorma, die jüngst wegen nervöser Abspannung ein Gastspiel abbrechen mußte, Hal sich zu ihrer Erholung in ein Sanatorium zurückgezogen. Tie seitens des Goethe-Bundes ver­anstaltete Aufführung von Paul Heyse'sMaria von Magdala" ist auf den 19. und 20. d. M. festgesetzt. Außer den eingeladenen Parlamentsmitgliedern uno den Derrretern der Behörden werden den Aufführungen nur Mitglieder des >Goerhebunbes beiwohnen. Irn Apollo-

Thearer ging die dvciaktige Ausflattungs-Vuriesreihc Lebe ns ins e l" von Benno Jacobson, Musik von C. Stig, xum ersten Male in Szene und hatte einen durchschlagen­den Erfolg.

London, 7. Mai. Mehrere Blätter glauben mitteilen zu können, daß ein Mitglied des Parlaments eines der heroorraaendsten Mttalicder der französischen Kammer ein­geladen habe, einen Vortrag über die Frage des Schieds­gerichts und die Abrüstung zwischen England und Frankreich im Westminster - Palazt zu halten. Sir Treller, Mitglied des Parlaments, ist unlängst nach Paris abgereist, um diese Angelegenheit zu regeln. Wie aus Galkaya im Somalilande berickftet wird, ist die Lage unverändert. Die Stellung der Truppen hat gleichfalls keine Aendcrung erfahren. ES herrscht vollständige Ruhe. In verschiedenen Gebieten wird eine Auswanderung der eingeborenen Bevölkerung sestgestellt. Die Eingeborenen ziehen sich mehr in das Innere des Landes zurück

Rom, 7. Mai. Zum Abschieddes Kaisers waren die Straßen und Platze, die derselbe passieren mußte, von noch wett größeren Menschenmengen angefüllt, als bei der Ankunft. Als die Hofwagcn die nönigsvurg verließen, er­schien die Königin auf dem Balkon und winkte dem Kaiser Die letzten Grüße zu. DaS Jesuiten-PalaiS gegenüber dem Bahnhöfe, welches beim Einzuge des Kckifers nick-t geflaggt hatte, zeigte reichen Fahnen und Teppich-Schmuck All- gemetti fiel die fast zärtliche Weise aus, üi welcher der Kaiser vom König Abschied nahm. Er umarmte und küßte ihn wiederholt. Tausend eben angeLommene deutsche Pilger stimmten un Bahnhof ,Heil Dir im Sieger- kranz" an und brachen in jubelnde Hochrufe auf den Kacker aus. Kurz vor der Abfahrt hat noch eine eingehende Be­sprechung zwischen dem Grafen Bülow und dem Minister Morin stattgefunden.

Wien, 7. Mai. Wie derNeuen Fr. Pr." aus Saloniki telegraphiert wird, fand im Torfe Banitza bei Serres ein Kamps türkischer Truppen mit einer bul- garischen Bande statt, die sich in den Dorfhütten fest­gesetzt hatten und ununterbrochen Dynamitbomben gegen die türkischen Truppen warfen, wodurch das Dors in Brand geftccft wurde. Viele Bulgaren sind im Kampfe gefallen, darunter der Führer. Einer wurde gefangen genommen. Von den Türken wurden fünf getötet und acht verwundet. Kaiser Franz Josef verschob die geplante Reise nach Budapest für Anfang nächster Woche wahrscheinlich infolge der Vorgänge auf dem Balkan. In unterrickfteten Kreisen gilt die Lage auf dem Balkan als wesentlich verschlimmert, da der Sultan von seinem Ka­binett zum Kriege gegen Bulgarien gedrängt werde. Die bulgarische Kriegspartei glaubt, daß dies der beste Ausweg sei, die Reformen sowie die Gefahren des albanesischen Widerstandes vorläusig aus der Welt zu schassen.

Wien, 7. Mai. Nach Meldungen tschechischer Blätter wird der Erzbischof von Olmütz, Dr. Kohn, wegen seiner fortwährenden Konflikte entweder von Rom aus zur Re­signation aufgefordert werden oder einen Eoad- jutor erhalten, der seine Diözöse leiten wird.

Lemberg, 7. Mai. Nach hier eingetroffenen Meld­ungen auß Warschau sind am 3. Mai in Lodz 400 Per­sonen verhaftet und in die Zitadelle von Warschau ein­geliefert worden.

Belgrad, 7. Mai. Nach einer Meldung aus Mo­na st i r herrscht dort große Panik, wett verschiedene Anzeichen für die Möglichtett eines Dynamit-Atten­tates sprechen. In den ersten Nachmittags stunden besetzte Mttitär sämtliche Straßen. Alle Laden wurden gesperrt. Tie Bevölkerung begann zu flüchten. Nach authentischen Nachrichten wird die öfterreichisch^ungarische Escadre bereits m den nächsten Tagen Saloniki verlassen und nur ein Stationsschifs dort zurücklassen. Wie aus Konstanttnopel telegraphiert wird, wttl die Polizei in verschiedenen von Bul­garen bewohnten Häusern von Pera und Galalba Fa­briken von Dynamit-Bomben entdeckt yaben.

Konstantinopel, 6. Mai. (Korr.-Bur.) Einige Bot­schaft e n, deren ausgedehnte Gebäudekomplexe und Gärten Verdächtigen Zutrttt leicht ermöglichen, fühtten in den letzten Tagen außer der türkischen Pollzeibewachung einen eigenen Wacht dl en st durch Matrosen innerhalb der Baulichkeiten ein. Es ist dies eine durch unkonttollierbare Gerüchte be­dingte Vorsichtsmaßregel, die nichts Aufregendes besitzt. Die russische Botschaft hatte von jeher em ständiges Matrosen­detachement innerhalb der Botschaft. Zu den bereits in Saloniki anwesenden italienischen KriegsschiffenGaribaldi" undMinerva" sind gestern noch die KriegsschiffeSardegna" Morosini",Carlo Alberto" undEalatasimi" eingetroffen. In Salonckl herrscht vollständige Ruhe.

Saloniki, 7. Mai. Unter den am 29. April bei Djumaja Gefallenen wurden unter Anderen Oberstleut- nant Georgiew, der Major Greon, der Kapitän Broto- xorow und der Leutnat Batt iw agnoSziert.

Telephonischer Kursbericht»

Frankfurt a. 11., 7. Mai i»u3

. 102.09 1 3v/o Mexikaner . . . 27.03

4l/t'/o Chinesen ... 93.35

Electric, beb ackert . . . 99.07

Nordd Lloyd . . . . 103 05

Kreditaktien . ... 212.00

3 */i% Beiohsan leihe 8% do. ... 92.15 87,% Konsole .... 102.55 3% do......92.03

S7r% Heesen . . . . 101.02 r/jif Oberheeeen . . . 100.00 4% Oeeterr. Goldrente . . 103.06 4' 6% Oeeterr. bilberrente 101.00 4% Ungar. Goldrente . . 102.04 4% Italien. Rente . . . 10309 4Vt% Portugiesen . . . 51.55 3°/ Portugiesen.....32.05

1% C. Türken . ... 3201 Türkenlose......130.07

4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.09 41/, % kueeere Argentiner.

Diakon to-Konnn an di t. . . 190.05 Darmstädter Bank . . . 140.95 Dresdener Bank .... 150.06 Beniner Handeisges. . . 157.08 Oeeterr. Staatsbahn . . . 147.08 Lombarden ..... 15.25 Gottbardbahn.....190.00

Laurabütte . ..... 220.05 Bochum . ...... 184.02 Harpener......184.03

Tendenz: ruhig.

Bottshygieuc. Hierzu ichreiblTie Woche^ m Nr. 12 unter Aerziliches": Eine hervorragende Rolle fpieü im modernen Leben die Hygiene. Wir suchen indeffen vergebens nach einer Jnforma- lion über die Hygiene der Fußböden. Es ist nämlich noch ziemlich unbefaimt, daß ein großer Teil der zu Fußbodenanslrich ver^ wendeten Lacke und Farben mehr oder weniger bleihaltig ist und die Gesundheit der Bewohner gefährdet. So wurden neulich eine größere Anzahl von im Handel vockommenden Fußbodenlacken und Warben untersucht und hierbei die überraschende Tatsache zutage gefördert, daß (ich nur eine Sorte, Fußbodeu-Lcllacksarbc Frauculob von £. Fritze & Co., Offenbach a. M., bleifrei erwies, während alle übrigen mehr oder weniger manche bis zu 18 Prozent Bier enthielten.

Rechnungen, Zatturen etc.

üeftn billigst SkW'jche Umversilälr-vroLrei, SiejM.