Nr. 10«
Erscheint täglich außer Sonntag*.
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Rotattonibrurf u. Verlag der Brüh l'schen Untoech-Buch- u.8te»n» b rüdem lPteksch Erden) Redaktion, Ervedttwa unb Drucke rri: «chnlftrabe 7.
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HerrNprrchanIchluß Wr 5L
Zweites Blatt.
153. Jahrgang
Donnerstag 7. Mai 1003
GiehenerAnzeiger
** General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
ve»ng*pretOr inonatuchrLPs., otcrteb jährlich TU. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 TL; durch d»ePost TU.2.— vtertel- läbrL ausschL Bestcllg. Annahme von Anzeigen sür dte Tagesnummer bi» vormittag» 10 Uhr. Zetlenprei»: lokal 12Ttw auflrvärt» 20 Pig.
Berantworilich tüt den poltt und aOgern. Teil: P. Witiko, tüt .Stadt und ütinb* und .(Äenchtssaaf. Auouft Götz, tu» den *ln- -eigenkeU: Pan« Beck.
Nie heutige Dummer umfaßt 8 Seiten.
Z>as hessische Ilioanzgesetz.
AuS dem Finanzgesetz teilen ttrir folgendes in Kürze mit:
Die Vermögenssteuer wird erhöht; statt der bisher für je 1000 Mk. gezahlten Steuer von 55 Pfg. werden in Zukunst 75 Pfg. erhoben. Die indirekten Auflagen werden in der bisherigen Weise erhoben, desgleichen die direkten Steuern. Zur Deckung näher bezeichneter Ausgaben ist die Regierung ermächtigt, eine Anleihe im Betrage von 8 223 76 7 Mark aufzunehmen. ,Lur vorübergehenden 8 223757 Mark aufzunehmen. Außerdem wird die Regierung ermächtigt: „Zur vorübergehenden Verstärkung deS Betriebskapitals der Haupfftaatskasse nach Bedarf, jedoch nicht über den Betrag von 10 Millionen Mark hinaus und nur innerhalb der bereits bewilligten An leihe kredite, Schatzanweisunaen, deren Umlaufszeit sich nicht über den 1. Oktober 1904 erstrecken darf, zu einem der Lage des Geldmarktes entsprechenden Zinssätze aus- zustellen."
Die spezifizierte Rechnung für die Verwaltung, welche dem Finanzgesetz beigegeben ist, balanciert in Einnahmen und Ausgaben nach den Voranschlägen der Regierung mit 57 677 288,90 Mk., nach den Voranschlägen der Stände mit 57 666 688,90 Mk. Die Bermögensrechnung schließt nach dem Voranschlag der Regierung mit 19 621 239,39 Mk., nach dem Voranschlag der Stände mit 17 974 409,39 Mk.
Aus den Rechnungen für die Verwaltung und das Vermögen dürsten folgende Zusammenstellungen nach Den einzelnen Abschnitten interessieren:
Für die Verwaltung:
Reste aus früheren Jahren . . . Domänen des Großherzogl. Hauses Staatsdomänen........
Lotterie Direkte Steuern, Regalien, indirekte
Auslagen und Einnahmen aus verschiedenen Quellet» . . . .
Landstände
Staatsministerium
Ministerium des Innern .... Ministerium der Justiz Ministerium der Finanzen .... Ausleihuiigen und Staatsschuld Peiisioneii..........
Verhältnis zum Reich Indisponible und reservierte Fonds
Summe 1. Teil: Für die Verwaltung . ......
Einnahmen: Mk.
2 943 652,22
5 686 386,93
11 496 096,06 1 075 210,—
15 947 570,—
80,—
4 523 377,—
2 043 492,—
32U 976 36
1 447 296,33
521 878,—
11 671 274,—
57 677 288,90
Ausgaben: Mk.
4 987 484,83 1 332 226,—
1 597 507,—
124 400,—
395 360,—
15 130 799,-
4 347 027,—
1 944 175,42
11489 946,87
8 596 805,—
12 287 084,—
444 473,78
57 677 288,90
Für das Vermögen: Einnahmen:
TU.
Reste aus früheren Jahren . . . 9 477 057,08
Domänen deS Großherzogl. Hauses — Staatsdomänen........ 48 500,—
Lotterie........... —
Direkte Steuern, Regalien, indirekte Auflagen und Einnahmen aus verschiedenen Quellen .... —
Landstände . _
Staatsmlnisterium —
Ministerium des Innern .... —
Ministerium der Justiz —
Ministerium der Finanzen .... —
Ausleihungen und Staatsschuld . . 10 095 682,31
Pensionen.......... —
Verhältnis zum Reich —
Indisponible und reservierte Fonds —
Summe IL Teil: Für das Der- mögen......... 19 621 289,39
Ausgaben: TU.
2 370 661,42
195 560,-
5 621120,-
2 735 304,-
1 050 669,—
346 184,—
200315,31
7 101 425,66
19 621 239,39
In besonderen Anlagen zu dem Finanzgesetz wurden die „gelegentlich der Verhandlung über das Budget 1903/04 beschlossenen gemeinschaftlickzen und einseitigen ständischen SBünfdje" zum Abdruck gebracht. Zu Kap. 15, Auswärtige und Bundesverhältnisse, ersucht Die zweite Kammer die Groß- herzoaliche Regierung: „Im Bundesrat für Einführung vonLagegeldernan dieMitgliederdesReichs- tages zu wirken". Zu Kap. 116, Verhältnis zum Reiche, richten beide Kammern an Großherzogliche Regierung folgendes Ersuchen: „Im Bundesrat dahin zu wirken, daß das Reich durch größere Sparsamkeit und Einschränkungen der Ausgaben eine Herabsetzung der Ma- trikularbeiträge der Einzelstaaten herbeiführe."
Gelegentlich der Beratungen des Finanzgesetzes u. a. wurden erledigt die Anfrage Häusel und Gen. wegen der Mietsenlschädigung für Dienstwohnungen; Die Anfrage des Abg. Köhler wegen der Besetzung des Lehrstuhls für Nationalökonomie an der Universität Gießen; die Vorstellung des Pferdezucht- Vereins in Groß-Felda, die Errichümg einer Beschälstation daselbst betreffend.
Hciegsmimfter v. Kohler.
Das Gerücht von dem demnächst zu erwartenden Rück- tritt desKrie gsministers vonGoßler, das während der letzten Reichstagssesilon mehrfach auftauchte, sich aber immer wieder als unbegründet erwies, wird jetzt von der .Köln. Ztg." von neuem ausgenommen. Dasselbe Blatt bestätigt auch die Meldung, daß Feldmarschall Graf Häse ler binnen Kurzem von dem Kommando des 16. Armeekorps zurücktreten wird.
Kriegsminister v. G o ß l e r ist seit einiger Zeit nicht mehr zum Vortrag beim Kaiser befohlen worden. Ueber Angelegenheiten des Kriegsministeriums ließ sich der oberste Kriegsherr wohl durch Vermittlung des Militärkabinetls Bericht erstatten. Ungefähr um dieselbe Jahreszeit legte vor sieben Jahren Herrn v. Goßlers Vorgänger, General
Br on sart v. Schellen dor f, fein Amt nieder. Er „fiel" bekanntlich, weil er die Einlösung feiner dem Reichstage gegebenen Zusage über die Militärstrafprozeßreform nicht durchsetzen konnte. Die Stellung General v. Goßlers ist schwerlich nur durch Vorgänge erschüttert worden, die mit seiner parlamentarischen Tätigkeit in Verbindung stehen. So war Der Kriegsminister beispielsweise nicht verantwortlich, wenn der Reichstag beim vorletzten und letzten Etat einige bedeutendere Forderungen der Militärverwaltung ablehnte. Auch andere Ressortchefs mußten Abstriche binnehmen, die ja lediglich im Hinblick aus die schlechte Finanzlage des Reiches erfolgten. Daß die militär-technische Hochschule doch noch die Genehmigung des Parlaments fand, ist sogar noch ein Verdienst des Kriegsministers. Eines allerdings mag Herrn v. Goßler verübelt worden sein: feine in der Budgetkommission beiläufig gemachte Andeutung über die kommende Militärvorlage. Er stellte da gewissermaßen in Abrede, daß die Militärverwaltung sich mit großzügigen Plänen trage. Man meinte damals mit Recht, man könne vom Kriegsminister nicht erwarten, daß er vor den Wahlen die Regierungskarten voll aufdeckc. Höheren Orts scheinen aber doch Bedenken entstanden zu sein, ob Herr v. Goßler mit diesem Hinweis einer wirksamen Vertretung der nächsten Militärvorlage durch ihn selbst nicht von vornherein Abbruch getan habe. Was außerparlamentarisch zum Rücktritt des Kriegsministers beigetragen hat, entzieht sich der Kenntnis. Zunächst interessiert nur die Persönlichkeit des Nachfolgers Herrn v. Goßlers. Sehr erhebliche Chancen dürften dem Departements-Tirektor im Kriegsministerium, Generalleutnant v. Einem, zuzusprecuen sein. Dieser noch verhältnismäßig junge General hat in der letzten Session des Reichstages als ein ungewöhnlich gewandter Tebatter sich erwiesen und dadurch die Aufinerksamteit des Kaisers auf sich gelenkt. Als Herr v. Einem bei seiner jüngst erfolgten Ernennung zum Generalleutnant sich in Potsdam beim Kaiser meldete, soll ihm ein besonders gnädiger Empfang zuteil geworden fein. Vielleicht ist also Herr v. Einem der kommende Mann, Denn Gewandtheit im Verkehr mit dem Parlament wird eine unerläßliche Eigenschaft des mit der Vertretung einer Militärvorlage debütierenden neuen Kriegsministers sein müssen.
Anklagen gegen die bulgarische Kegierung.
Tie „Voss. Ztg.", die sich wiederholt gut unterrichtet gezeigt hat, über die im Stillen wirkenden und wühlenden Kräfte auf dem Balkan, machte kürzlich Aufsehen erregende, detaillierte Mitteilungen bezüglich der Herkunft des bei den Bomben-Attentaten gebrauchten Dynamits. Darnach ist ganz zweifellos in Bulgarien der Ursprungsort zu suchen. Begreiflicherweise beeilte sich die bulgarische Regierung, diese Angaben in das Reich der Erfindung zu verweisen. Zum Unglück für das Ministerium Tanew sind bei einem im Kamps gefallenen Bulgaren sorgfältig geführte Aufzeichnungen gefunden worden. „Wir können", so schreibt die „Vosj. Zig.", „dem bulgarischen Ministerpräsidenten, wenn er es noch nicht wissen sollte, die bestimmteste Versicherung geben, datz die betreffenden Aufzeichnungen, aus Denen erhellte, daß die Lehrerbildungsanstalt in Küstendil, sowie bulgarische Gendarmen und Truppen den Einfall einer 2'2 köp; igen bulgarischen Bande in Ttacedonien begünstigt haben, dem gelammten Konsularkorps in Ucskiib in der Urschrift Vorgelegen haben." Die „Voss. Itg." erweitert aber soeben ihre Anklagen gegen die bulgarische Regierung, und zwar durch so zahlreiche Einzelheiten, daß jeder Unbefangene den Eindruck der Wahrheit gewinnen muß. Da steht zunächst auf Dem Sündenregister die glänzende Freisprechung des berüchtigten Sarafow durch ein bulgarisches Gericht, nachdem er wegen Anstiftung zu Mordtaten von rumänischen Gerichten in Abwesenheit verurteilt worden toari Tann die von der Regierung nicht verhinderte Fahrt des Oberst Z a r t i s ch e w und des Oberstleutnant I a n k o w nach TiaceDonien. „Alle die Leute, die in dem jetzigen macedoni- schen Aufstande eine Rolle spielen, sind von Bulgarien herübergekommen, und die meisten von ihnen sind bulgarische Offiziere, die unter der Tuldung der Regierung ausdrücklich zu dem Zwecke, sich der macedo- nischen Sache zu widmen, aus der Armee ausgetreten sind. Viele tragen noch in Macedonien bulgarische Offiziersuniformen." Niemals werde sich die bulgarische Regierung von der Anklage reinwaschen können, daß sie, fei es aus Furcht, sei es aus Berechnung, diese £eute nicht rechtzeitig dingfest gemacht hat. — Tas Erstaunlichste an diesen Enthüllungen ist die genaue Bezeichnung der Mittel und Wege, wie die Banden in Macedonien zu den Waffen gekommen sind: durch die Bandenausrüstungsfirma in Sofia, die die von Bulgarien ausrangierten russischen Gewehre, die vom russisck)-turkischen Kriege her im Lande geblieben waren, sämtlich in den Besitz der Macedonier gelangen ließ. Waffen neuerer Systeme wurden ebenfalls über Bulgarien eingeführt, und zuguterletzt kurzer Hand die fürstlich bulgarischen Waffendepols beraubt, ohne daß den Räubern auch nur ein Haar gekrümmt worden wäre. Einige Tausend Gewehre sind auf diese Weife „spurlos verschwunden". Tie „Boss. Ztg." fährt fort: „Ttan kann nur die Stirn bewundern, mit der unter solchen Umständen die bulgarische Regierung den unschuldsvollen Engel spielt." Vollkommen aufrecht erhält die „Voss. Ztg." weiterhin ihre Mitteilungen über die unter Den trugen Der bulgarischen Regierung betriebene B o m b e n f a b r i £ a t i o n.
Alles dies wird zum Ueberfiuß bestätigt beispielsweise durch die Meldungen der „N. Fr. Pr" aus Saloniki, wonach durch eine Lifte Die Mitwisserschaft fast aller Bulgaren Salonikis an dem Kompiort feftgestelti ist. Tie bulgarischen Kaufleute brachren sich am Morgen des Tages,
an dem die Attentate begannen, in Sick)erheit. Die Pforte tut sehr recht Daran, daß sie ohne Rücksicht mit Verhaftungen vorgeht. Unter den Verhafteten befinden sich zahlreiche Notabeln, sowie Der Sekretär des bulgariscl-en Bischofs, Tonew. Auch soll die Pforte die Abberufung deS bulgari- schen Handelsagenten in Monastir verlangt leiden, weil er kompromittiert sei, die übrigen bulgarischen Handelsagenten als verdächtig überwachen zu lassen. In Konstantinopel wurden mehrere bulgarqäje Kaufleute verhaftet, wegen deren Freilassung seitens Bulgariens interveniert wird. Eine Konsularmeldung aus Salaniti beziffert Die getöteten Bulgaren auf 51. 2 lach, Angabe des türkischen Ministers des Aeußern befinden sich die verhafteten albanisck>en No- tabeln, welche die Opposition gegen die Reformen leiteten, auf dem Wege in das Exil nach Kleinasien. Die verhafteten Bulgaren, welche verdächtig sind, deren Schuld jedoch nicht erwiesen ist, werden nach Kleinasien exiliert. In den Kreisen der Pforte verlautet, der Minister rat beschloß die Abberufung des bulgarischen Geschäftsträgers in SNonaslir zu verlangen. Ter Beschluß sei jedoch vom Sultan als vorläufig unnötig nicht sanktioniert worden. Gerüchte über Verhaftungen von Bulgaren, welche in einem Hause in Pera Tynamitdomben fabriziert hatten, bestätigen sich nicht. Nach türkischen Angaben soll ferner Bischof Gerassimo in Strumitza, wenn er nicht selbst abreist, gewaltsam entfernt werden. Es verlautet, daß alle bulgarischen Bischöfe Macedoniens als verdächtig strengstens überwacht werden, da die Pforte entschlossen scheint, gegen dieselben eventuell gleiche Maßregeln, wie gegen Gerassimo anAuroenben. Am meisten üer- dächtig gelten Die Bischöfe in Monastir und Köprülü. Auch Der Exarch soll als verdächtig durch Geheimpolizisten bewacht werden.
Dem ganzen „Rattenkönige" kann gar nicht kräftig genug zugc,etzt werden, und über die Proteste der bulgarischen Regierung wird man in Konstantinopel zur Tagesordnung übergehen. Mit allseitiger Billigung außerhalb Bulgariens, dessen Regierung die Wahl hat, für furchtsam und schwächlich angesehen zu werden, oder aber als stiller Sozietär von Mordgesellen zu gelten.
Tas deutsche Stationsschiff Loreley traf am 6. d. M. vor Saloniki ein, um sich von der Lage der dortigen Deutschen zu überzeugen. Sollte eine längere Anwesenheit dort nicht geboten erscheinen, so dürfte Dasselbe alsbald wieder die Rückreise antreten.
Man meldet aus PhUippopel: Aus eine Mitteilung des griechischen Konsulates unternahm die türkische Polizei eine Haussuchung in einem verdächtigen Hause, in welchem der erste Sekretär der bulgarischen Agentur und ein früherer bulgarischer Konsularagent in Ueskub wohnten. Tie Polizei beschlagnahmte sämtlich Papiere, gab dieselben aber auf Intervention des bulgarischen Agenten zurück.
Deutsches Keich.
Berlin, 6. Mai. Die Kaiserin wirb, nach den bisher getroffenen Dispositionen, mit ihren beiden jüngsten Kindern, dem Prinzen Joachim uni> Der Prinzessin Viktoria Luise, am 13. d. M. von Potsdam abreisen und sich direkt nach Schloß Urville begeben, wo am 14. nachmittags auch der Kaiser, von Straßburg kommend, eintreffen wird. Der Aufenthalt in Urville ist bis zum 19. und die Rückkehr nach dem Neuen Palais bei Potsdam am 21. früh in Aussicht genommen. Aus der Fahrt von Straßburg nach Urville wird der Kaiser in Bitsch kurzen Aufenthalt nehmen, um dort der Nagelung und Uebergabe einer neuen Zähm' an das 4. Jäger-Bataillon teilzunehmen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Die Meldung, nach welcher der wegen Tötung eines Eingeborenen in Deutsch- Süd westaftika zu längerer Freiheitsstrafe verurteilte Prinz Prosper Arenberg begnadigt sein soll, ist unrichtig. Zu den umlaufenden Gerüchten gab möglicherweise der Umstand Anlaß, daß den zuständigen Militärgerichten ein Antrag wegen Wiederaufnahme des Verfahrens vorliegt.
— Der erste deutsche Cafstierkongreß ist heute eröffnet worden. Er ist aus allen Teilen Deutschlands und auch aus Oesterreich stark besucht, auch von Delegierten zahlreicher Vereine von Gastwirten, Konditoren unb Brauereien. Ein Vertreter des Magistrats hieß die Festteilnehmer willkommen. Ter Vorsitzende teilte mit, daß die in neuerer Zeit hervorgetretenen Mißstände im Cafetier- gewerbe, ganz besonders die Beschränkung der Polizeistunde, die Begründung des „Vereins der Cafetiers Deutschlands" und die Berufung des Kongresses veranlaßt haben. Den Kongreß werde außerdem die Regelung des Stellenvermittelungswesens beschäftigen. Es sei außerdem eine Altersunterftützungskasse und eine Steibekasse gegründet, ein Vereins-Syndikus an gestellt und die Herausgabe einer Vereinszeitung bewirkt worden. Die eigentlichen Verhandlungen des Kongresses beginnen morgen.
— Mit der Ernennung der Assistenten und Post Verwalter zu Sekretären soll, laut der „D. Postztg.", vom 1. Juli ab begonnen werden. Die Er Nennung erfolgt nai einer sünfunddreißigjährigen vor wurfsfreien Postdienstzeit; den Militäranwärtern werden vier Jahre ihrer Militärdienstzeit angerechnet. Von der alsbaldigen Ernennung derjenigen Assistenten, welche die Prüfung bestanden haben, zu Sekretären verlautet nichts, ebensowenig von der Wiederverleihung des Titels Ober- postassistenr. Früher wurde dieser Titel den Assistenten drei Jahre na:., der etatsmäßigen Anstellung verlieyen. Sollten sich dies: Eingaben bestätigen, so wurde eine große Mißstimmung in Den Kreisen der mittleren Postbeamtenschaft eintreten.
Straßburg, 6. Mai. Ter Landesausschuß stimmte dem . miwurf betreffend Die Festsetzung des Nachtrags- erats für Die Errichtung Der katholisch-theologischen


