Donnerstag 7. MaitvO3
ISS. Jahrgang
(?vstes Blatt.
Ubrtfle für Depefchen: «nzetger «tehe».
F<rnipr»chani<blußNr 61.
Nr* 106
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessische» Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal tn der Woche de »gelegt.
Stotaiionibrud u. Verlag der Brüh l'schea Univers.-Buch- u.Gtetn- b ruderet (Aretich Erden) Redaktion, »rpebinoa
Heer und Flotte.
AuS dem Miltärwochenblatt. Der Kgl. Kronen. Orden 4. Kl. mit Schwertern wurde verliehen u. a. dem Leutnant Rausch m der Schutztruppe für Kamerun.
Flügeladjutant von Prttzelwrtz ist von der Stellung eines militärischen Begleiters des Kronprinzen enthoben und unter Belassung als Flügeladjutant deS Kaisers zum Kommandeur der 40. Jnfanteriebngade ernannt. Major o. Oppen im 1. Gardcregiment ist zum persönlichen Adju- tonten deS Kronprinzen ernannt. Oberleutnant von Stülp- nagel, bisher & la suite des 1. (LacderegimentS, zweiter niilitärischer Begleiter dcö Kronprinzen, ist zum zweiten per- önlichen Adjutanten deS Kronprinzen ernannt.
Auch die Schweiz hat ihre Militärskandale. Bor einigen Tagen wurden dem Oberst Markwal der grobe Unregelmäßigkeiten im Remontewesen oorgcworfen. Jetzt wird auS Bern gemeldet, daß der ehemalige Direktor der Kriegspulverfabrik Stämpfli seines Amtes ent setzt wurde und voraussichtlich wegen Unterschlagung den bermschen Gerichten überwiesen werden wird. Diese würden gleichzeitig durch Delegation die Ermächtigung znr Verfolgung auch wegen Amtspflichtverletzung erhalten. Die bis jetzt ermittelten Veruntreuungen belaufen sich auf etwa 6000 Fr. Stämpfli hatte versucht, sich durch Oeffnen der Pulsadern das Leben zu nehmen. Wilhelm Stämpfli, Direktor der Kriegs- Pulverfabrik in Worblaufen bei Bern hat sich bedeu- tender Unterschlagungen schuldig gemacht. Die Vor- kommnisse in Worblaufen wurden durch den Buchhalter der Kriegspulverfabrik dem Bundesrat zur Kenntnis gebracht und zwar vor etwa 12 Tagen. Bis zu der vor einigen Jahren erfolgten neuen Organisation des Militärdepartements stand die Kriegspulverfabrik in Worblaufen unter der Zentralpulver. Verwaltung; durch das Organisationsgesetz wurde sie der technischen Abteilung der Kriegsmaterialverwaltung unterstellt. Stämpfli erhielt als Leiter einer der vier Regiewerkstatten den gesetzlichen Titel Direktor mit einer Besoldung von 7000 Franken. Stämpfli ist ein Sohn deS verstorbenen Bundes- ratS Stämpfli.
politische Tagesschau.
Graf Bülow unb die Uederagrarier.
lieber Stimmung und 2lb sichten des extremen Ägrarier- lums orientiert recht hübsch folgender Artikel der „^euftch. Agrarierkorresp.": . _ , .
Für völlig richtig halten wir bie Meinung, daß ein antia'grarijcher EeitMtag Bülows HzrrenzwMlschen wt» sprechen würde, und datz feine handelspolitischen Taten
Begeisterung begrüßt.
Ter Minister des Aeußern, Morin, stattete cun Nachmittag dem Reichskanzler Graf Bülow einen längeren Besuch ab. König Viktor Emanuel ließ dem Reichskanzler sein Bild überreichen. 3 c ,
Ter Kaiser reifte nachmittags 5 Uhr 4o Mur. u ach Donaueschingen ab. . .
Ter Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich fuw am Abend nach Berlin zurückgereist. Am Bahnhof waren zur Verabschiedung der Herzog der Abruzzem General Roger Admiral de Libero und der deutsch^ Botschafter mit dem Personal der Botschaft anwesend.
Tie Blätter widmen dem Kaiser herzliche Abschieds- grüße. „Capitale" hebt hervor, daß der dem Kaiser bereitete Empfang und die spontanen begeisterten Kundgebungen das wahre Empfinden des Volkes zum Ausdruck brachteii. Dies erkläre sich daraus, daß die Allianz nut Deutschland für die Italiener Sache des Gefühls und der Ueberzeugung sei. Tie Italiener freuen sich srchmll einer Ration verbunden zu wissen, welche soviel zum Fortschritt in der Welt beitrage. Sie bewundern in Kaiser Wllhllm den intelligenten Herrscher, der würdig sei, an ihrer Seite zu stehen. — „Giornale d'Jtalia", das auf der ersten ^erte das Bild der Kaiserin bringt, schreibt: Tie Feste sind abgeschlossen, aber im Herzen des Volkes bleibt die Siebe und die ehrfurchtsvolle Sympathie bestehen, welche es für den Kaiser hegt. 'Mögen es auch mächtige diplomatische Beweggründe sein, die den Besuch veranlaßt haben, aber das ist für dasselbe ohne Bedeutung. Tas Volk weiß, daß Kaiser Wilhelm ein wahrer Freund ist, und daß er den unwiderstehlichen Zauber Roms empfindet und die Sprache feiner GeiÄiüite, Kunst und Legeiide versteht. Er weiß, daß er sich hier unter einem Volk befindet, das chn liebt. Es aenügt, daß Rom nnd) eine Seite im goldenen Buch seiner Glückstage beschreibt
Prozeß Wolff vor dem Ferrvattungsgerichlsyos.
(Originalbericht von unserem 9t B^Korrespondenten.)
VL
Darmstadt, 5. Mai.
Rechtsanwalt Dr. Jäger führte nach unseren steno- graphiscl)en Aufzeichnungen in seinem dreistündigen Plai- doyer folgendes aus: Tas Disziplinarverfahren, das jetzt gegen Wolff eingeleitet wurde, sei ein Offizialverfahren, bei welchem nicht nur das dienstliche, sondern auch das allgemeine Verhalten in seiner ganzen Ausdehnung mit herangezogen werde, auch solche Vorgänge, für die bereits früher eine Bestrafung eintrat. So sei der Angellagte schon am 26. April 1902 in eine Disziplinarstrafe von 250 Mk. genommen worden, an demselben Tage, an dem auch das jetzige Verfahren eingeleitet wurde. Nach seinem Dafürhalten sei Art. 17 nicht befolgt worden. Die res judicata habe zur Voraussetzung, daß die Sühne für Vergehen in allen den Punkten eintritt für alle Punkte, die zur Beurteilung standen. Es hätte demnach aus der heutigen Anllage alles das ausscheiden müssen, was schon damals mit der Disziplinarstrafe von 250 Mk. belegt wurde und Gegenstand der Beurteilung dürfte demnach nur das sein, was den Anlaß zu dem Beschluß der Stadtverordneten- oersammlung auf Dienstentlassung bildete. Es könne danach nur der Fall Schiff und alles das, was nachträglich zur Kenntnis des Ministeriums gekommen fei, den Gegenstand der Anklage bilden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft habe nichts als schwarz gezeichnet, und aus der achtjährigen Dienstzeit mit keinem Wort der vollen, zuftiedenen Dienst- führung des Angellagten gedacht, nicht der schwierigen Umstände und Widerwärtigkeiten, die sich gegen ihn auftürmten. Daß ein Mensch irren kann, ja daß wir alle einmal einen Fehler machen können, liegt doch auf der Hand. Tie Anklage mußte so zu einem Zerrbild werden, das der Wahrheit nicht entspricht, und nur so konnte man auch zu einem Antrag auf Dienstentlassung tarnmen. JUlan konnte nicht so urteilen, wenn man nicht in allen Wolft zur Last gelegten Handlungen Bosheit oder Verdächtigung als Ursache annahm. Wolff war in seiner Eigenschaft als Ortsgerichtsvorsteher Staatsbeamter, als Bchgeordneter aber Kommunalbeamter, und es war ihm gleich von vornherein über die Offenbacher Verhältnisse mancherlei Verdächtiges mitgeteilt worden, das er sich als Warnung bienen lassen mutzte Daß er zu Anfang mit den Lsfenbachern in einem nuten Verhältnis lebte, ist doch em Beweis, daß er nicht ein prinzipieller Spielverderber ist. Wie kam nun die Offenbarter Stadtverordnetenversammlung dazu, dem staatlich angeftelllen Lrtsgerchtsvorsteher ein Mißtrauensvotum zu erteilen ? Dasselbe wurde zuruckgewiesen, aber trotzdem kam der Oberbürgermeister und erklärte ihn für einen „Beigeordneten a. D.", er sperrte sein Gehalt, verlangte ihm die Schlüssel ab und dispensiert ihn von seinem Amt, in das ihn der Großherzog eingesetzt hat. Daß das ungerecht war, hat die Behörde selber anerkannt und das Verjähren als ungerechtfertigt bezeichnet; es mußte auch die Anklage vom Lberbi-rgermeifler zurückgezogen werden. Tiefe-, vec achte nun aber auf ganz un^tlässige Weise Wolff feine Steilung unn. gli zu machen; es begann eine form» ii$e Hetze gegen ihn. halle den unzuverlassioen Orts- gerichtsiekretar Kost ent.asten. W.e tonnten daraufhin die 24 Unterzeichner eines Antrags in der Stadtverordneten''
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Gerichts aal*-.August Götz, tih den Anzeigenteil: Han« Beck.
alsdann dieser Herzensneiguna und dieser Reichstagsverfassung völlig konform fein wurden. Nicht aber auch um- gekehrt. Kommt ein gut agrarischer Reichstag durch die , Wahlen zustande, dann werden Bülows „Handelsvertrags- Verhandlungen" sich genau so fünf weitere Jahre hinziehen, wie die ,Verhandlungen" mit England sich nun schon fünf Jahre, die mit Amerika sogar schon zehn Jahre hingezogen haben. Auf jede erneute Interpellation wird man immer wieder antworten: „Roch isfs nicht so weit; stört uns doch nicht immer; Ihr wißt ja, mit wie heißem Herzen wir bei der Sache sind." Inzwischen aber laufen die alten Vertrage ruhig weiter; gekündigt wird nicht, denn man kamt sich doch keinem „vertragslosen Zustand" aussetzen, darf dort) nicht „Zollkriege mit aller Welt" heraufbeschwören! Nur dann, wenn man diese Voraussetzung für richtig hält, gewinnt man eine logische Erklärung für das bisherige tat* ächliche .Verhallen des Herrn Grafen v. Bülow, für -btc bisherige Nichtkündigung der Verträge und für seine Weigerung, sich hierüber auch nur interpellieren zu lassen. In jedem anderen Falle, unter jedem anderen Gesichtswinkel betrachtet, wäre das Verhalten der Regierung unfaßbar töricht. Ist es nun, bei solcher Sachlage, für uns nicht gar überflüssig, nun für eine agrarische Reichstagsmehrhell zu kämpjen, wenn unsere Forderungen bann dort) den passiven Widerstand der Regierung fänden? Keineswegs! Denn dieser passive Widerstand der Regierung würde nur dann fünf neue Jahre lang möglich bleiben, wenn die agrarischen Vertreter, wie bisher stets, auch im neuen Reichstage nur in den wirtschaftlichen Fragen opponieren, im übrigen aber stets wieder zum Regierungsdienst bereit stünden. Es ist aber zu hoffen, daß dann bei allen die Erkenntnis reifen würde, daß man dieser Regierung gegenüber die Erfüllung wirtschaftlicher Forderungen erzwingen muh und auch erzwingen kann, wenn man nicht mehr zwischen Wirtschaftspolllik und allgemeiner Polllik unterscheidet, sondern bie Unterstützung der Regieruna in der allgemeinen Politik von ihrer Stellung zur Wirtschaftspolllik absolut abhängig machte
Die bayerische Regierung
will jetzt mit her in Aussicht gestellten Reform des Wahlrechts Ernst machen. Rach süddeutschen Blättern ftnden gegenwärtig im bayerischen Ministerium des Innern unter dem Vorsitz des Herrn v Feilitzsch Beratungen über die Feststellung des neuen Landtagswahlgesetzentwurfes statt, der den Sammern bei ihrem Zusammentritt im Herbst vor- gelegt werden soll Bekanntlich handell es sich wie bei uns in Hessen lln wesentlichen um hie Einführung des gleichen und direkten Wahlrechts. Der Entwurf wird ohne Uiveifd eine starke Annäherung an das Reichstagswahlrecht bedeuten. Aehnlich geht man bekanntlich auch in Württemberg und Baden vor. Rur in Preußen will man von einer Verbesserung des Wahlrechts nichts wissen. Hier hüll man jähe an der Dreiklassenwahl fest, die zwar einst vom dürften Bismarck für das elendeste aller Wahlgesetze er-
1 tlärt wurde. Man sieht, wie Preußen in SüddeutWand moralische Eroberungen macht.
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Bauer und Sozialdemokrat.
In sozialdemokratischen Zeitungen steht jetzt ein kleiner Artikel, in dem eS .als eine ständig wiederkehrende Lüge* bezeichnet wird, wenn man sage, die Sozialdemokratie wolle dem kleinen Bauer sein Stückchen Land nehmen. Es heißt bann: .Unser Programm fordert die Aufhebung deS Privat- eigentumS an den Produktionsmitteln, sofern es verwendet wird zur Ausbeutung der Nebenmenschen-. DaS sozial- demokratische Programm lehrt aber ausdrücklich die Der- nichtung der Kleinbetriebe — auch der bäuerlichen Kleinbetriebe — durch den Großbetrieb, und es verlangt im Absatz 6 die .Verwandlung des kapitalistischen Privat- eigentumS an Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigen- tum-, wobei als zugehörig zum kapitalistlfchenPrivateigentum an erster Stelle .Grund und Boden" genannt wird. Außerdem verwahrt sich Karl Kautsky in der .Reuen Zeit- — Nr. 9 vom Jahrgang 1894/96 — ausdrücklich gegen die Meinung, .daß in der sozialistischen Gesellschaft der klein- bäuerliche Besitz erhalten bleiben solle-, und spricht die Zuversicht aus, .daß der sozialistische Großbetrieb ihm (dem bäuerlichen Kleinbetrieb) rascher em Ende machen wird, als der kapllalistlsche Großbetrieb bisher vermochte.- Und derselbe KautSky schreibt m seinem Buche über das Erfurter Programm, Selle 29: .Die Weiterführung der Existenz deS Kleinbetriebes führt zu solcher Verkommenheit, zu solchem Elend, daß man sich fragen könnte, ob man überhaupt daS Recht hätte, den Untergang deS Kleinbetriebes aufzuhalten, wenn er wirklich aufzuhalten wäre.- Auf Seite 162 des- selben BucheS steht:. .Ter Kleinbetrieb ist dem Untergang unrettbar verfallen.- Tie Wahrhell ist die: Der bäuerliche Kleinbetrieb ist dem Untergang keineswegs unrettbar verfallen, im Gegenteil, so lange der Kleinbetrieb besteht, besteht auch das Eigentum; so lange aber das Eigentum besteht, ist es nichts mit dem Sozialismus. Jetzt ist bekanntlich unter den Sozialdemokraten selber Dr. D a v i d ausgetreten und hat bewiesen und zugegeben, daß gerade der bäuerliche Kleinbetrieb außerordentlich lebensfähig und zukunsts- reich sei. Und was sagen dazu bie Sozialdemokraten? Sie fallen über ihren eigenen Genoffen her und schelten ihn einen Dilettanten, einen RichtSwiffer, einen Dummkopf, ja sogar einen .Sozialistcntöter-, bloß well er gesagt hat, der Kleinbetrieb ist daseinsfähig.
GietzenerAnzeiger
" General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen
Z)er deutsche Kaiser in Italien. ‘
(Schluß.) , ।
Rom, 6. Mat.
Im Horatiei» und Euriatier-Saal (val. den gestrigen : Bericht waren die diplomatischen Persönlichkeiten und die Aristokratie versammelt. Als der Kaiser die greise Adela i d e R i st o r i (die nomeutlich als „Maria Stuart" berühmte italienische Schauspielerin, geb. 1822) erblidte, ging er aus sie zu und drückte ihr mit Worten der Be- wultderung die Hand. Sehr bemerkt wurde auch die angeregte Unterhaltung, die Graf Bülow mll dem französischen Botschafter Barrele halle. Es wurden alsdann die Antikensäle besichtigt, wo die kapitolinische Venus das besondere Interesse des Kaisers fesselte. Dem glänzenden Empfange wohnte die aan^e politische Well Roms bei, ferner viell Künstler und andere hüoorragende Persönlichkeiten. ,
Aus Monte Eassino wird noch berichtet, daß der Kaiser bei dem Besuch telegraphisch den Erzabt Beuron und den Bischof Ben zier von Metz begrüßte. — Weiter wird vom Kaiserbesuch im Vatikan gemeldet, daß der Kaiser bei der Begrüßung der deutschen Bischöfe auf eine kurze Huldigungs-Ansprache des Erzbischofs von Freiburg erwiderte, er sei sehr erfreut, hier in der Umgebung des Papstes Deutsche zu finden und darunter auch die hochwürdigen Vertreter des deutschen Episkopats begrüßen zu können. In hohem Grade sei er erfreut gewesen, den Papst in so außerordentlich blühender Gesundhell ange- tvossen au haben. Er könne nur zu Gott beten, daß er den Papst noch recht lange erhalten nwae zum Helle der ganzen Well Mll dem Bischof vonLimburg sprach der Kaiser über die Kunftschätze des dortigen Tomes und stellte feinen demnächstigen Besuch desselben in Aussicht.
Ter Kaiser unternahm heute vormittag, von General Roger und einem Adjutanten begleitet und von Kürassieren eskortiert, eine Spazierfahrt nach dem Monte Pineio, wo das von chm der Stadt Rom geschenkte Goethedenkmal seinen Platz finden soll, dessen Enthüllung bekanntlich auf unbestimmte Zell verlegt worden ist. Ter Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich verließen um IV/* Uhr den Quirinal in Begleitung zweier Adjutanten und besuchten das Forum Romanum, das Lrvjanum unb das Kolosseum. Um 12 Uhr begaben sich der Kaiser und der König mll ben deutschen und italienischen Prinzen nach dem Palais der Königin- Witwe, um einem Familien frühstück beizuwohnen, das ixm der Königin-Mutter zu Ehren des Kaisers gegeben wurde. Auf der Fahrt wurden bie Herrscher und die Prinzen von der Bevölkerung überall lebhaft begrüßt.
Kaiser Wilhelm und die kaiserlichen Prinzen verließen das Palais der Königin-Witwe um 3 Uhr 45 Min. in zwei Wagen mit Kürassiereskorten, passierten die Porta pinciana, fuhren auf der Via 'Momentana und der Via le Partali nach Ponte nwlle, sodann an der Tiber entlang, kehrten auf der Vta le Anglico nach oem Stadtviertel Prall Castello zurück und begaben sich von dort über den Ponte San Angelo, den Corso Bllvorio Emanuele, die Piazza Venezia und die Piazza magna Napoli nach dem Qullinal zurück, wo sie um 5 Uhr 45 Min. emtiafen. Auf dem ganzen Wege wurden die hohen Herrschaften von der Bevölkerung mll


