Dienstag 7. April I «03
153. Jahrgang
Zweites Blatt.
SietzenerAnzeiger
General-Anzeiger
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Bbrtflc für Devefchea: «ozetger • tcfcen. ^rmlprtdittnldHufe Wr 51.
Nr-. 82
er|*el*t t-«Nch aufeet Sonntags.
Dem ®if ferner 'S nötiger werden im Wechsel mit bein hrsßfchen (anörolrt die •i<fa<ner Somilien- blätler Diermai in der Woche beifldegL
No la klon«druck u. Verlag der Brühl 'fchen Untver1.-Buch- u. ©lein- b rüdem (Piettch <irt>en)
ve»ug»prei»r monatlich 75 Pi., oiert* fäferlich Pik. 1.20; durch Abhole- u. Zweigstellen moi'.atlich to PI., durch die Post Mk. 2.— oiertel- sührl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die tageenuminec dis DormiUQgt 10 Uhr. Zeilen preis: lokal I>PH aueivärts 2u tilg, verantwortlich tüt den poltL und allstem, teil: P- W'ltko für „eiabt und vantr und ,®cnd)ielüale: Auaust Götz, tüi den rln- lelnentetl: (»an« Beck.
jpie heutige Dummer umfaßt 10 Seiten.
Kegen Soldatenmißhaudlongeu.
Der bereit» gestern von unS kur» erwähnte Erlaß de» kommandierenden General» de» 6. (schlesischen) Armeekorps gegen Soldatenmißhandlungen gereicht dem Urheber, Erbprinz von Sachsen-Meiningen, ebenso zum Verdienst, wie seinerzeit ein ähnlicher Befehl de» Prinzen Georg von Sachsen, dem jetzigen sachsiscl-en König. Eine besonder» zweckmäßige Anordnung in dem jüngsten Erlaß besteht darin, daß von jeder Beschwerde eines Mannes über erlittene Mißhandlung sofort dem Generalkommando Meldung erstattet werden soll. Daß alLlxUd der höchsten Instanz das Vergehen bekannt wird, ist geeignet, daS Gefühl der Verantwortlichkeit an allen Stellen zu bestärken, denn es wird jedes derartige Vorkommnis gewissermaßen an die große Glocke gehänat. DaS giebt ihm einen viel bedeutungsvolleren Charakter, als wenn es Regimentssache ist. Aber es kommt noch eine andere Maßregel hinzu, die eine wesentliche Garantie dagegen bietet, daß dem Mißhandelten nicht etwa ernste Ungelegenheiten aus der Anzeige erwachsen: daS Generalkommando selbst behält fick vor, die Versetzung deS Be- chwerdefuhrers in einen anderen Truppenteil zu ver- iigen. Man muß z. B. cm die Möglichkeit denken, daß cameraden eines Mannes, der Mißhandlungen zur Anzeige bringt, gegen diesen eine feindselige Haltung cin- nehmen, um damit bei dem betreffenden Vorgesetzten sich angenehm zu niacheu. ES ist schon vorgekommen, daß einem Beschwerdeführer von dieser Seite durch Tätlichkeiten oder Lhikanen noch mehr zugesetzt worden ist, alS durch den zur Anzeige Gebrachten. Wie weit die „Furcht vor dienstlichen Ungelegenheiten" geht, die der Erlaß deS Erbprinzen erwähnt, hat man auS mehreren mUitärischen Prozeßverhandlungen erfahren. Trotz der feierlichsten Hinweise auf die Bedeutung deS Lides mußte den alS Zeugen aufgerufenen Soldaten jedes Wort förmlich entrissen werden — so sehr hielt sie die Furcht in Bann, daß sie sich durch ungünstige Aussagen mißliebig machen könnten. In der richtigen Weise faßt der Befehl des kommandierenden Generals die Llannschaften bei der Ehre an, es sei schimpflich und erniedrigend, Mißhandlungen zu erdulden ■uni) dazu noch stillzuschädigen.
Auf daS Vorbeugen von Soldatenqnälereien kommt viel an. Die Ausübung schärfster Kontrolle, welche der Erlaß allen Vorgesetzten zur Pflicht macht, wirb sehr gefördert werden durch Adoptierung jener ebenso einfachen wie wirksamen Anordnung, daß die Unteroffiziere bei der Ausbildung den Mannschaften drei Schritte vom Leibe blechen müssen. Ferner dürfte wohl auf häuftgeS und unvermutetes Betreten der Kasernen stuben durch höhere Vorgesetzte außerhalb der Dienststunden, Wert zu legen fein, denn nach den Erfahrungen ist dort vielfach der Schauplatz von Soldatenmißhandlungen unter befohlener oder stillschweigend gebilligter Beihilfe von Kameraden gewesen. AlS ein Segen erweist sich die Oesfenllicl>keit des Militärstrafverfahren». Wenn auch die Zahl der Fälle nicht gering ist, bei denen au» dienstlichen Interessen die OeftenUichkell ausgeschlossen wird, so blecht doch der Presse Gelegenheit genug, die Aufmerksamkeit weiter Kreise auf solche Vorkommnisse zu lenken, und eine derartige Festnagelung übt unter Umständen noch mehr Abschreckungs-Wirkung, als die verhängte Strafe, die mitunter dem Gefühl de» Laien nicht im Verhältnis zu stehen scheint zur Bedeutung, oder, waS noch mehr heißt, zu den Folgen der Tat. Wenn sich ein Soldat, um den Qualen ein Ende zu machen, das Leben genommen hat, dann ist sicherlich die allerschärfste Strafe für den Peiniger am Platz. In der „Nordd. Allg. Ztg.", im „ReichSan^.", in der,Freuzztg." sehen wir den Erlaß heute noch nicht erwähnt. DaS wird hoffentlich geschehen, er verdient allenthalben Beachtung.
Dom Aa.kau.
Die Unentschlossen heit de- EultanS und seiner Ratgeber in Sachen der Bekämpfung der albanesischen Rebellen erhält jetzt auch durch äußere Einflüsse einen bedenklichen Nährstoff. Während der russische und östreichi- sche Botschafter dem Sultan die Ergreifung energischer militärischer Maßnahmen dringend anempfahlen, ging der diesem Rat entgegengesetzte jüngste Rat des großbritannischen Botschafters dahin, der Sultan möge den Weg der Versöhnung mit den Albanesen betreten.
Tie Aerzte hoffen, daß der Konsul Schterbina, wenn keine Komplikationen ein treten, in drei Wochen hergestelll fein werde. „ _
Wie gerüchtweise verlautet, steht emgroßervtreich in Macedonien bevor. Ter bulgarische Generalstabs- chef Kiew tritt demnächst einen längeren unfreiwilligen Auslandsurlaub an. Tie Pforte erhielt die Nachricht, dag Oesterreich-Ungarn gleichzeitig in Sofia ernste Schritte bezüglich der mazedonischen Komitees unternommen habe. Wie der Frks. Ztg." aus Sofia berichtet wird, entsandte die Regierung von Küstendll Militär an die Grenze zur Verfolgung einer 250 Mann starken Bande. Zn der Sobranje wird die bulgarische Regierung interpelliert werden, welche Maßnahmen der Regierung in Anbetracht der Metzelei in Kar- binzi anwenden wolle. Ein anderer Delegierter verlangt neue Kredite für die mazedonischen Flüchtlinge. Zn Sa- loniki wurde auf Befehl türkischer Behörden das Waffentragen auf den Straßen verboten, und nur den Kawasfen der fremden Konsuln erlaubt, bewaffnet auszugehen.
Einer Wiener Depesche zufolge hat laut Nachrichten aus Saloniki der Sultan dem interimistischen Komman^ bauten von Mitnowitza, Oberst Salü Dey, telegraphisch einen
Tadel erteilt, weil er auf die Muselmanen schießen ließ, bevor alle friedlichem Mittel, sie zur Ruhe zu bewegen, erschöpft waren.
Tie „Post" bezeichnet die Meldung deS „Newyork He- rald" alS unbegründet, wonach Deutschland sich entschlossen habe, in der mazedonischen Frage zu intervenieren und auf Ersuchen der österreichischn Regierung sich bei der Dforte bal/in verwenden zu wollen, daß diese wirksamere Maßnahmen gegen die Aufrührer in Mazedonien und Albanien ergreife. Deutschland habe vielmehr von Anbeginn an die mazedonische Resormallion Rußland- und Oesterreichs unterstützt und eine Wendung in seiner Haltung sei bisher nicht eingetreten.
Zu den Straßenuuru hen in Belgrad, welche bekannllich hervorgerufen wurden durch eine Anzahl protestierender Handlungsgehilfen, wird telegraphiert, daß nach dem Zusammenstoß den Demonstranten mit der Gendarmerie auf dem A-eresienplatze, sich die Ersteren von neuem sammelten und nach dem Kalimegdan-Parke zogen. Unterwegs zertrümmerten die Tumultuaiiten sämtliche Türeii und Fenster der Redaktion deS BlatteS ,^Weischeenje Novosti" und der Redaktion dcS Blattes „Dwadereli Wek", wo die vorhandenen Zeitungsnummern verbrannt wurden, von hier wurde der Haufe durch kalte Wasserstrahlen mehrerer hervorgeholter Feuerspritzen vertrieben. 3m Kalimegdaiv-Parke schlossen sich den Demonstranten etwa 150 Studenten an. „Nieder mit der Reaktion! Hoch die Verfassung!" ertönte es von allen Seiten. Gendarmerie eilte herbei, und nun entspann sich ein förmlicher Kampf. Die Gendarmen wurden mit Stein- roürfcn empfangen und waren alsbald gezwungen, von der Waffe Gebrauch zu machen. Vier Personen wurden getötet, darunter eine Fran, die zufällig des Weges kam, neun Personen erlitten Verletzungen, viele wurden verhaftet. DaS zur Wiederherstellung der Ruhe herbei- eilvnbe Militär gab eine Reche von Gewehrsalven in die Luft ab. Ein heftiger Regenguß trieb schließlich die Demonstranten auseinander. Im ganzen sind 9< Personen verhaftet worden. Nach einer weiteren 'Meldung auS Belgrad bc>chloß der Ministerrat, vorläufig die Grenzgamisonen und die Einberufung der Reserven noch nicht vorzunehmen.
Z)ie glnruQtn in Spanten.
AuS Madrid meldet uns heute HavaS: Die Lage in den großen Universitätsstädten wird ernster. Die Proteste bezüglich des Vorgehens der Polizisten gegen die Studenten in Salamanca nahmen den Eharakier einer Bewegung der öffentlichen Meinung gegen die Regierung an. In Madrid wurden während der Kundgebungen Hochrufe auf die Republik ausgebracht, sowie Rufe, die sich gegen die Regierung und gegen das Königshaus richteten. Die Bewegung in der Stadt dehnt sich weiter aus. Die Arbeiter in den Tabakfabriken schließen sich den Ruhestörern an.
Nach einer Madrider Depesche des „Stert Tagcbl." verhinderten Vorsichtsmaßregeln und die Besetzung der wichtigsten Punkte der Stadt durch Gendarmerie-Abteilungen tagsüber Ausschreitungen, dkach Eintritt der Dunkelhell tauchten neue Gruppen von Demonstranten auf, die sich mit der Zertrümmerung von Laternen- und Fensterscheiben begnügten. Auch in der Provinz dauern die Kundgebungen und Tumulte fort, so in Malaga und Valladolid.
Nach einem andern Telegramm aus Aiaorid dehnten sich gestern die Unruhen bis früh 2 Uhr aus. Die Menge brachte vor dem Mllllärkasino Hochrufe auf das Heer und die Republik aus, durchzog die Straßen der Stadt und warf Steine gegen die Polizei, welche Säbel und Revolver brauchen mußte. Mehrere Gruppen brachten Salmeron, dem Führer der republikanischen Partei, unter Absingung der Marseille eine Huldigung dar.
Aus diesen Berichten geht hervor, daß die republikanische Bewegung dort erhebliche Fortschritte macht. Tie Unzufriedenheit mll den Ministerien, Die sich an Unfähigkeit die Wage halten, ergreift allgemach auch diejenigen Volkskreise, die bisher zur Monarchie standen. Nach Darstellungen französischer Bläller erweist sich sogar das Heer der republikaniscl)cn Bewegung zugänglicher. Es ist freilich zu berücksichtigen, datz der Spanier seine politische Anschauung nicht eben sehr toed/ielt Schon manchmal schien es, als ob die alljährlich wiederkehrenden Straßenlund- gedungen der Monarchie gefährlich werden würden. Doch die Wogen der Erregung glätteten sich noch stets ebenso schnell, wie sie aufgeschäumt waren. Gegenwärtig und für die Zukunft liegt die Sache insofern bedenklich als im spanischen Volke trotz der wiederhollen offiziösen Dementis die Auffassung sich behauptet, daß die Gesundheit Königs Alfons XHL zu wünschen lasse, daß auch an ihm Anzeichen jener Krankheit sich bemerkbar machen, die seinen Vater so früh dahinraffte. Tie revolutionären Elemente sind begreiflicherweise bemüht, das Volk in ihrem Glauben zu erhalten und zu bestärken, wobei ihnen zu statten kommt, daß der König in dem zu Ende gehenden ersten Jahre seiner Regentschaft noch keinen Auslandsbesuch gemacht hat, obwohl, wie es heißt, eine Einladung vom Wiener Hofe sell längerem DorliegL Auch in den Regierungskreisen Frankreichs, das sich Spaniens nach Dem Kriege mit Amerika diplomatisch uno finanziell angenommen hat, würde man den Besuch des jungen Königs gern sehen. Doch angeblich wioerrät Ministerpräsident Lilvela diesem Besuch, von dem er „fürchtet", daß er zum politischen Anschluß Spaniens an die französ^e Republik und damit zur Republilani.i.rung Spornens fahren könnte. Ist dies in der Dar Scll-elas Ansicht, dann muß auch er Da» fyunbauunt des »Anarchismus in Spanien nicht alS sonderlich fest erachten. E» zu stärken, dazu ist Silvelas eigene Pollllk fremd) ebensowenig angetan, wie
die Taktik einiger Madrider Berichterstatter Pariser Blätter. Der des ,Matin" meldete unlängst mit einer gewissen Befriedigung, daß König Alfons von der Bevölkerung Madrids nicht gegrüßt werde, wenn er sich in den Straßen zeige.
Politische Tagesschau.
Kaiser Wilhelm und der Kopeahageaer Bürgermeister.
Kaiser Wilhelm hat in Kopenhagen, wie wir meldeten» auch den Bürgermeister Jensen sich vorstellen lasten, der belannllich Sozialdemokrat ist. Die sozialdcmo- kratische Preste in Deutschland fragt höhnisch, was denn die Gegner der Sozialdemokratie zu dieser Begegnung zwischen Kaiser und Sozialdemokrat sagen. Ader die Sache liegt doch umgekehrt. WaS sagen denn die Herren Sozialisten dazu, daß Herr Jensen den Empfang beim deutschen Kaiser mit- gemacht hat? In Deutschland wollen die Sozialdemokraten nicht Herrn Singer ins Relchstagspräsidimn wählen, weil er als Mitglied des Präsidiums eine Audienz beim Kaiser nachsuchen müßte. Daß in Kopenhagen „(itenoffe" Jensen sich dem Kaiser hat vorstellen lassen, wobei er ohne Zweifel die hergebrachten Formen der Ehrerbietung beobachtet haben wird, sollten die deutschen Sozialdemokraten eigentlich tadelnswert finden. Was den Kaiser betrifft, so liegt Der Fall so verständlich wie möglich. Wie Herr Ulrich auS Ostenbach von unserem Großherzog nicht als Sozialdemokrat, sondern als Landtagsabgeordneter wiederholt ins Gespräch gezogen worden ist, so wurde Herr Jensen in Kopenhagen nicht als „Gtenofie", sondern als Bürgermeister vom Kaiser empfangen. Wenn er — obwohl „Genosse" — in Dänemark nach den Grundsätzen und Rechten der dortigen Ver- wallungS- und RegierungSpraxiS Bürgermeister der Landeshauptstadt sein kann, ist er autoritäre und legale Persönlichkeit. Kaiser Wilhelm hat selbstverständlich feinen Anlaß, an dem, waS in Dänemark Recht und Gesetz ist, Anstoß zu nehmen. Sonst könnte ein Monarch, bezw. seine Regierung doch auch nicht den Präsidenten einer Republik anerkennen, oder eS könnte der Gesandte einer Republik nicht mit der Regierung eines monarchischen Landes in offiziellem Verkehr stehen oder gar bei Hose freundschaftlich empfangen werden. Daß der Kaiser den Kopenhagener Bürgermeister empfangen hat, ist selbstverständlich, daß aber „Genosse" Jensen sich vom Kaiser hat empfangen lasten und daß daS Parteiblatt der dänischen Sozialdemokratie den Kaiser mit einem ehrerbietigen Artikel begrüßt hat, sind Umstände und Vorgänge, die den Sozialdemokraten in Deutschland Anlaß zur Kritik oder zum Nachdenken geben könnten.
Heber einen Zwischenfall auf der deutschen Botschaft in Washington schreibt die ,/ZügL Rundschau": In Washington sind ein Offizier und ein Fo r stasse s sor zur Botschaft kommandiert, um die militärischen und lan»- und sorstioirtschuftlichen Bestrebungen der Union zu beobachten. Beide kehren nun jetzt ganz plötzlich nach Deutsche land zurück, um nicht wieder nach Amerika zu geben. Zu dieser viötzlichen Reise in die Heimat ist folgender Vo» )all Veranlassung: Als der neue deutsche Botschafter (Herr Speck v. Sllrnburg) seinen Posten antrat, machte er bei den Mllgliedern der Dotschast, zu der ja jene beiden Herren auch gehören, seine Aufwartung. Obgleich nun jene beiden Herren verheiratet sind, gab der Gesandte nur eine Karte Lei ihnen ab. Auf die Mittellung an ihn, daß jene Herr^t verheiratet seien, die sie selbst durch eine Mittelsperson veranlaßt hallen, haben sie die Antwort erhallen, der Gesandte halte es nicht für notwendig, jeder deutschen Dame der Gesandtschaft feine Aufwartung zu machen. Beide Herren haben sich darauf an das Auswärtige Amt gewandt, das ihnen aber unrecht gegeben hat, worauf sie ihre Ablösung beantragt haben, die auch genehmigt sein soll.
Nach Erkundigungen des Blottes cm maßgebender Stelle ist es in der Tat vor etwa 14 Tagen zu peinlichen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der Botschaft ße- kommen. Die Einzelheiten stehen aber noch nicht fest. Emc Ablösung der beiden Herren von ih.em Posten ist noch nicht erfolgt Daher könne wohl auch von einer eigenmächtigen Abreise, die der Sache Der Herren nur schaden könnte, keine Rede sein.
Ter „Frkf. Ztg." wird aus Newyork telegraphiert: Auf Sternburgs VorsaMg wird der Stab der deutschen Botschaft reorganisiert, da anscheinend unter der Führung derGräfinLuadtdieTamengegendieBaronin Sternburg frondierten. Erstere verlangten. Letztere solle zuerst Besuch machen.
TreyfuS in der französischen Kammer.
In der französischen Kammer wies am 6. b. M.. der Sozialist Iaurös auf die zurzeit des Treyfus-Handels im General st ab unter Boisdeffre begangenen Fälschungen hin und sagte: Tie Nationalisten wagen es, u ns als eine Partei deS Auslandes zu bezeichnen, die Nationalisten, welche sich während des Treyfus-Handels auj einen gefälschten Bries mit der gefälschten Unterschrift Kaiser Wilhelms berufen haben. Iaures f-hct zum Beweise dafür, daß sich dieser gefälschte Bries in den Akten des vvenerolstobs befunden habe, ein Schreiben des Generals Pellieux an, worin dieser nach der Aussage deS F^llchc.- Henry se.ne TeMls^ion gab und sich schars über die lieber der verschiedene Ölungen aus» drückte. Brisson erhob sich bet diesen Worten und erklärte unter dem Beifall der Radikalen, daß Eavaignae,


