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07/04/1903 Erstes Blatt
 
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Ikaße ist mm auch vom Stadtgärtner Balser durch Pflanzung von 18 Gruppen hergestellt worden. Es läßt sich deren Wirkung ja vorerst nicht beurteilen, dazu müssen die Pflanz­ungen sich erst entwickeln. Unser Stadtgärtner aber, der mit seinem Arrangement der Südanlage bewiesen hat, daß er Geschmack besitzt, wird wohl auch an der Wieseck das Rich­tige getrosten haben.

* Der Landeslehrerverein für Hessen hält am L. und 3. Juni seine diesjährigen Vertreter- und Haupt- Versammlungen in Neu-Isenburg ab. Die Vertreter­versammlung sindet am Psingstdienstag im Saale des Herrn Schäfer statt und beginnt vormittags 11 Uhr. Auf dec Tagesordnung steht u. a. die Gründung einer Militär- DarlehnSkaste. Die Hauptversammlung wird am 3. Juni in der Turnhalle abgehalten. Dabei wird Lehrer Lampert-Neu- Isenburg referieren über .Salzmanns Bedeutung für unsere Zeit' und Hauptlehrer Huff-Darmstadt sprechen über das Tema: .Welche Wünsche haben wir bezüglich der Lehrer­bildung und welche Berechtigungen sind daraus abzuleiten ?'

* Die 31. hessische Konferenz des Deutschen evangelischen Schulvereins wird in diesem Jahre am 16. April in Kreuzers Hotel.Taunus', Große Bockenheimer- ftrofce 610, zu Frankfurt a. M. abgehalten werden und .um halb 3 Uhr nachmittags beginnen. Die Gegenstände der 'Verhandlung sind: 1. Die Pflege dcS Ehrgefühls in der Schule; Referent: Profestor Dr. theol. W. Stamm-Gießen. 2. Die Bedeutung der Jugendliteratur; Referent: Lehrer Peter Diehl-Frankfurt a. 2)L Lehrer, Lehrerinnen, Geist- liche und Schulfreunde jeden Standes sind zu dem Besuche der Konferenz eingeladen.

~ Der 8. deutsche Handlungsgehilfentag wird am Ostersonntag, 12. April, in der .Bürgergesellschaft' zu Köln abgehalten werden. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. StandeSpolitische Jahresschau; Berichterstatter: W. Schack-Hamburg. 2. Handelsinspektoren; Berichterstatter: R. o. Pein-Altona. 8. Kaufmännische Fortbildungsschulen; Berichterstatter: A. Roth-Hamburg. 4. Die Fortführung der Erhebungen über die Arbeitszeit in den Kontoren; Bericht­erstatter: P. Elberding-Köln. Nach den bisher vorliegenden Anmeldungen werden 460 Städte auf der Tagung vertreten sein. Dem Handlungsgehilfentag folgt am Ostermontag der VerbandStag des deutsch-nationalen Handlungs-VerbandeS.

k-. Alsfeld, 6. April. Dem Architekten Kleinert aus Wiesbaden ist heute vom Gemeinderat der Bau eines Schlachthauses übertragen worden.

? Freiensteinau, 6. April. Kürzlich weilte die Großh. Staatsanwaltschaft Gießen in Fleschenbach zur Untersuchung des vor einigen Wochen in der Hofraithe des Gastwirts Hausmann auSgebrochenen Brandes. Es wurden viele Zeu­gen vernommen, sämtliche Hausgenossen, Nachbarn rc. Schließlich wurde auf Anordnung des Staatsanwalts durch die hiesige Gendarmerie der 20jähr. Sohn des Hausmann verhaftet und in das Gefängnis nach Herbstein ttanöpor-

tiert. Der Verhaftet» steht tm Verdacht, der Brandstifter zu sein, da er einige Tage vorher bei einem hiesigen Kaufmann einen Knäuel Zündschnur kaufte und nach Hause trug. Zu­dem fand man beim Auftäumen deS verbrannten Schuttes noch Stücke von Zündschnur vor.

M. Darmstadt, 7. April. Die Alice-Schule hier hat in ihren Sommerlehrplan einen neuen Lehrzweig ausgenommen, auf welchen wir die Aufmerksamkett weiterer Kreise lenken möchten. Mit Beginn deS Sommersemesters soll ein BlumenbindekursuS eingerichtet werden, welcher unter Leitung der Frau Hoflieferant Roth sieht, deren geschmackvoll arrangierter Blumenladen in der Wil- helminenstraße stets die Blicke der Vorübergehenden anzieht. Der Unterricht zerfällt in einen theoretischen und praktischen Teil. Eine geschickte Binderin, die mit künstlerischem Der- ständnis ihre Acbeü besorgt, hat die besten Aussichten aus Anstellung in ersten Blumengeschäften und zwar mit hoher Gage.

Mainz, 4. April. Heute war hier der ordentliche Provinzialtag Rheinhessens. AuS den Verhand­lungen sei hervorgehoben, daß der Provinzialdirektor Freiherr von Gagern, mitteilte, daß die Errichtung einer Lung en- heil an st alt für Rheinhesten als Provinzialanstalt inS Auge gefaßt sei. M. M. Mayer befürwortete die Errichtung einer besonderen Provinzialanstalt zur Aufnahme verwahrloster Kinder. In sanitärem Jntereste beschloß man die Errichtung von drei Provinzlal-Sammelwasenmeistereiev in verschiedenen Tellen der Provinz.

() Sprendlingen, 5. April. Herr Pfarrer Schön- Herr schreibt uns heute: L ES ist unwahr, daß dieFranks. Ztg." die Berichtigung des Pfarrers Schoenherr Punkt für PunU widerlegt. 2. Es ist unwahr, daß sie diese Berichtigung auch nur in einem Nebenpunkte widerlegt. 3. Es ist unwahr, daß Pfarrer Schoenherr in einem Briefe dem Bürgermeister gedroht yat, ihn ins Zuchthaus zu bringen. 4. Es ist unwahr, daß 30 katholische Bürger in Mainz beim Bischof waren. 5. Es ist unwahr, daß sie dem Bischof eine Petttiou fürEnt­lassung" des Pfarrers überreicht haben. 6. Es ist unwahr, daß lveitere Katholiken sich mit der Absicht tragen, aus der Kirche auszutreten. 7. Es ist unwahr, daß ungesehene Katholiken" diese Absicht hegen. 8. Es ist unwahr, daß Pfarrer Schoenherr bestrttten hatte, eS hätten sich mehrere (4) Einzelpersonen mit katholischem Taufschein konfessions­los erklärt. 9. Es ist unwahr, daß Pfarrer Schoenherr an den Kreisrat eine Eingabe um polizeilichen Schutz gerichtet habe. 10. ES ist unwahr, daßzwei Gendarmen bis nach Fastnacht vor seinem Hause Wache gestanden" haben. 1L Es ist unwahr, daß Pfarrer Schoenherr bei einem Feste dieErlaubnis zum Läuten der Glocken ver­weigerte". 12. ES ist unwahr, daß erderen Gebrauch durch Umwickeln unmöglich machte". 13. Es ist unwahr, daßwohlunterrichtete Einwohner" dieses mitgeteilt haben. 14. ES ist unwahr, daß diesesvor langen Jahren" ge» flehen sei. 15. Es unwahr, daß. Pfarrer Schoenherr

in 12 Jahren etwa 18 Prozesse harre". 16. ES ist unwahr, daßPfarrer Schoenherr durch Weingeschäfte schon mehr­fach unliebsam von sich reden machte". Schließlich hat Herr Pfarrer Schoenherr die Güte, uns mttzutellen, daß er derFr. Ztg." eine Berichtigung in 22 Punkten zu­sandte,der sie sich durch das Anaebot freiwilliger Auf­nahme zu entziehen suchte, ich sollte auf die Berufung auf § 11 verzichten". Herr Pfarrer Schoenherr hat gegen dieFr. Ztg." (Die übrigens heute seine Zuschrift abdruckt), Verleumdungsklage auf Grund des § 196 St. G. B beim Bischöfl. Ordinariat erbeten.

Fulda, 5. April. Das 83jähr. Fräulein Auth überraschte in ihrer Wohnung vor 14 Tagen eine Lackierer­frau, Anna B., in dem Augknblick, als diese eme der Auth gehörige Kommode durchwühlte, vermutlich nach Geld suchend. Die Ueberraschte warf Die Auth sofort zu Boden, steckte ihr einen Knebel in den Mund und hieb mit einem Handbesen barbarisch auf den Kopf der alten Dame ein; sie ist nun gestern diesen Verletzungen im Siechenhause er­legen. Die von der Verstorbenen bestimmt als Täterin be- zeichnete Frau leugnet trotzdem hartnäckig.

Vermischtes.

Gleiwitz, 6. Llpril. Von den auf der .Gottes- fegen'-Grube in der Samstagnacht verunglückten acht Bergleuten sind drei Mann gestorben.

'Chemnitz, 6. SlpriL Heute vormittag feuerte der Maurer Heß auf seine Ehefrau drei Revolverschüsse ab und tötete sich dann durch einen Schuß in den Kopf. Die Frau ist schwer verletzt. Eheliche Zwistigkeüen sind das Motto der Tat.

Paris, 6. April. In Champigny wurde beim gestrigen Radrennen ein mit seinem Rade gestürzter Fahrer von einem nachfolgenden Automobil überfahren und getötet.

Feuer auf einem Kriegsschiff. Nach einer Meldung aus Kiel entstand auf der Schul-F re gatte .Moltke' in der Ofsiziersmeste Feuer, das sich schnell auf die benachbarten Räume des Achterschiffes ausdehnte. DaS Schiff ist arg beschädigt. Verunglückt ist niemand.

* Mit dem Automobil verunglückt. Aus Rom wird telegraphiert, daß der Mailänder Großindustrielle v. Miller in der Nähe von Rom mit seinem Automobil verunglückte. Dasselbe fuhr gegen eine Mauer und ging in Trümmer, v. Miller wurde so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Zwei Sportsleute, die sich in seiner Begleitung befanden, erlitten ebenfalls Ver­letzungen.

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