Ausgabe 
7.3.1903 Zweites Blatt
 
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ganz von Offenbach aufgebracht, für Martinique Mk. 1143.95. Der Jahresbericht erwähnt besonders die Uebernahme des Protektorats durch den Großherzog, die Ausdehnung und Thätigkelt der einzelnen Vereine und Kolonnen, und ist in allen Zweigen besonders durch Abhaltung von Kursen aller Art ein recht eifriges und dankenswertes Streben vor­handen.

-k- Mainz, 6. März. Die Obduktion der am Mittwoch gelandeten Leiche des seit dem letzten Aschermittwoch ver­mißten Husarenunteroffiziers hat nicht den geringsten Anhaltspunkt ergeben, der auf ein Verbrechen hindeutcn könnte. Nur an dem linken Arm war der Aermel der Uni­form verrissen und es wurde an dieser Stelle eine unbedeu­tende Wunde vorgefunden, die * aber vermutlich bei der Landung der Leiche entstanden ist. Ta gegen den Unter­offizier nicht das Geringste vorlag, das ihn zu einem Selbst­morde veranlaßt haben könnte» so ist es vorerst ein Rätsel, wie er in den Rhein geraten ist. Das Zurückg e hen der Schweinepreise hat hier verschiedene Metzger zu einem Fleischabschlag veranlaßt.

Frankfurt, 6. Mürz. Uetier die Fleischpreise im allgemeinen bringt dieFrkf. Zrg.", wie wir im Anschluß an unsere gestrige Notiz mitteilen, noch folgende Einzelheiten: Der Steigerung der Schweinefleischpreise im September v. I. folgte im Oktober eine gleiche Preis­steigerung des Ochsen- und Rindfleisches. Der Preis für Ochjenfleisch-Kochfleisch stieg von 75 aus 80 Pfg., für Roast­beef und Lenden von 80 auf 85 und für Rindfleisch von 65 auf 70 Pfg. Kalbfleisch war zubleich mit dem Schweine- slersch schon im September gestiegen, und Lwar von 75 auf 80 Pfg. Für Hammelfleisch trat im Februar 1903 ein Plus von 65 aus 70 Psg. ein. Nur bei zwei Sorten in den monatlichen Veröffentlichungen der Fleischerinnung sind die Preise seit Jahr und Tag gleich geblieben, das ist bei Ochsenfleisch-Bauchfleisch 60 Pfg. und bei Kalbschnitzel und Fricandeau 1,60 Mk. Alle anderen Fleischsorten, Kalb-, Schweine-, Ochsen- und Hammelfleisch, sind im Preise um 5 Pfg., Schweinefleisch mit Beilage sogar um 10 Psg. teurer geworden.

Wetzlar, 6, März. Die Stadtverordneten-Ver- sammlung vom 5. März hat wie kaum eine ihrer Vor­gängerinnen Bedeutung für unsere Stadt. Der erste Punkt war die Eingemeindung der Nachbargemeinde Nieder­girmes. Der zweite Punkt war die Erledigung und end­gültige Annahme der beiden bereits vorhandenen Lehrer­bildungs-Anstalten. Die Stadtverordneten haben einstimmig den mit der Regierung geschlossenen Vertrag bestätigt. Dian erkannte an, daß das Seminar eine wertvolle Errungenschaft sein werde, an welcher besonders die kleineren Bürger wesent­lich Nutzen hätten. Ter dritte Punkt war die Eisenbahn­frage Wetzlar-Butzbach. Der Vorsitzende der Handels­kammer, Generaldirektor Kaiser, gab einen Bericht über die Einzelheiten des in dieser Angelegenheit vorangegangenen Briefwechsels mit der Eisenbahn-Direktion Frankfurt. Man nimmt an, daß der Standpunkt der Eisenbahndirektion der vielumstrittenen Wetzbachtallinie gegenüber freundlicher ge­worden ist; deshalb wurde beschloßen, ein erneutes Gesuch für die Wetzbachtallinie an die Eisenbahn-Direktion in Frank­furt zu richten.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Vilbel wurde in der Kiesgrube der Frau Freudenberg dieser Tage ein viereckiger Steinsarg, worin sich drei Thonurnen und Münzen befanden, ausge­graben. Der Sarg war mit einem gewölbten Deckel ver­schlossen. Der Fund stammt vermutlich aus Römerzeiten. Der Kreis-Ausschuß von Groß-Gerau hat den Antrag um Lostrennung der Gustavsburg von der Gemeinde Ginsheim abgelehnt, dafür aber der Gemeinde Ginsheim die Auflage gemacht, daß die von Gustavsburg nach Ginsheim bezahlten Steuern im Interesse der Gustavsburg verwendet werden. Eine seit drei Monaten in Worms bedienstete Kellnerin (eine 25 jährige Witwe aus Penzing in Bayern) wurde in Frankenthal unter dem Verdachte des Kindsmordes ver­haftet. Auch in Offenbach ist ein Preisabschlag von fünf Pfennig für das Pfund Schweinefleisch eingetreten.

Ein Giftmordprozeß. IL

München, 6. März.

Im Verlaufe der heutigen Verhandlung im Prozeß Häusler äußert sich Hofrat Dr. Schröder, Nachfolger des Medizinalrats Stumpf als Stiftsarzt, in gleichem Sinne über die Angeklagte wie Stumpf. Auf Befragen des Präsi­denten, ob er die Angeklagte der ihr zur Last gelegten Tat für fähig halte, antwortete Zeuge mit einem be­stimmten Ja, während er umgekehrt von Minna Wagner nur gutes zu berichten weitz. Ändere Zeuginnen bekunden, daß die Häusler sehr wohltätig gewesen sei und viele Arme beschenkt habe. Hofrat Dr. Schröder sagt ferner aus: Die Angeklagte zeigte chm gegenüber eine große Abneigung gegen die Kranken. Infolgedessen kam es zwischen dem Zeugen und der Angeklagten sehr häufig zu Mißhellig­keiten, zumal er wußte, daß seine Anordnungen sehr häufig nicht befolgt wurden. Auch ihm gegenüber klagten viele StiftSdamen über die Chikanen, denen sie seitens der Heusler ausgesetzt waren. Die Heusler sei leidenschaftlich, gefühllos, herrschsuchtig und unzuverlässig in ihren Aussagen. Eine Frau Kahl, bei welcher die Wagner seinerzeit diente, schildert diese als ein verlogenes Frauenzimmer, das mit ihrem, der Zeugin, Manne em Verhältnis unterhalten habe. Gegen die Stiftsvorsteherin v. Häusler wird ferner aus­gesagt, sie habe den Stiftsdamen, wenn eine von ihnen krant wurde, vorgeworfen,das komme vom vielen Fressen". Ferner sagte sie ihnen sexuelle Krankheiten nach. Der frühere Ar»t ging, weil die Häusler ihm fälschlich nachsagte, er stene in Beziehung zu einer Stiftsdame, und er nicht den vollen Schutz im Ministerium fand. Er habe die Prinzessin Ludwig gebeten, sich der Stiftsdame anzunehmen. Mehrere Zeugen lagen viel Unschönes über die Stiflsdamen aus, die oft die schmutzigsten und unsittlichsten Reden geführt hätten, obwohl es doch sonst sehr fromm im Stift zuae- gangen sei. Eine Stiftsdame habe ihre Exkremente in der Hand herumgetragen und daran riechen lassen. Ein Kapu- zmerpater, den die Häusler wegen der exaltierten Träume mit Geistererscheinungen der Wagner (die Wagner selbst sagt, sie habe von Geistern wohl geträumt, jedoch keine geiehen), um Rat fragte weigert sich, darauf einzugehen, es wäre würdelos für die Justiz. Ein Zeuge betnnoct daß Angehörige der Wagner de.paktier! ich von dieser ge­sprochen, weil sie zum Katholizismus übergetreten ui, um Klosterschwester zu werden. Uincr den Zeugrnuen, wUcch auSsagen, daß sie nichts nachteiliges über die Häusler au­

VriclkaUcn der iiröaiuuin.

Aitouyiuc Anfragen bleibet unberücksichtigt.)

H. N. Tie Aeunerniig von denft ä b 11 f d) e » Lause- foppen" hat Herr Köhler- Langsdorf tatsächlich un Landtage getan. Er. meinte, diestädtischen Laujeköppe" brauchten vielleicht cdjulärjie, auf dem r:ande habe man solche aber nicht notig. Einige lad)ten, einige emrüfteten sich darüber, aber gcaiinvotiei hm niemand md)t einmal der Präsident rügte diesen schonen bilderreichen Ausdruck.

geben können, sagte eine auf die Frage, wie oft sie mit der Häusler zusammen komme:Oft 10 J"hce lang nicht."

Vermischtes.

* Berlin, 6. März. Tie durch ihre Irrenanstalt bekannte Gemeinde Dalldorf bei Berlin hat beschlossen, den Namen des Ortes in Wittenau abzuändern.

"Heftige Erdstöße wurden am 6. d. M. wiederum in Plauen, Reichenbach, Zwickau, Annaberg, Graslitz, Asch, Schneeberg, Karlsbad, Eger u. a. Orten des Vogtlandes, Sachsens und Böhmens verspürt, ein Beweis, daß die Erderschütterungen sehr h.ftig waren. In einer Nach­richt aus Untersachienburg he.ßt es: Sckundenlag schwank­ten in den Häusern, namentlich Holzhäusern, Bretter und Dalken. Die Erderschütterungcn waren sehr ernst und beängstigend. Viele fürchten den Eintritt der Nacht; an eigentliche Nachtruhe ist nicht mehr zu denken. Unter der Bevölkerung herrscht große Erregung. In Grasl.tz wur­den so intensive Erdstöße verspürt, daß die Bevölkerung die Häuser v erließ und einen Teil der Nacht auf der Straße zubrachte. Gegen morgen trat jedoch Beruhigung ein.

Brüssel, 6. März. Für hiesige eingcwcchte Personen gelten sämtliche aus Dresden imNew-York Herald" ver­öffentlichten Behauptungen, Prinzessin Luise habe mit Gtron endgültig gebrochen, als intercfficrte Erfind­ung n. Insbesondere der angebliche Abschiedsbricf, worin die Prinzessin deflnitiv die Trennung im Interesse der Kinder ankündigt, erregt bei Eingeweihten Skeptizismus. Tatsächlich ist beiderseits eine vorübergehende Trennung für notwendig erachtet worden. Zwischen Prinzessin Luise und Giron ist ebenswenig ein Bruch eingetreten als zwischen dieser und ihren Ellern. Es wird bestimmt versichert, innerhalb sechs Monaten sei die Heirat beider mit Einwilligung der Familie Toskana vollzogene Tatsache. (??)

Falsche Gerüchte. Ein Ncwyorker Blatt bringt Mitteilungen über eine Affäre, in deren Mittelpunkt angeblich Prinz Ruprecht von Bayern und seine Gemahlin Prinzessin Gabriele stehen, die, auf einer Orientreise begriffen, sich in Bandora in Indien von einander getrennt haben sollen. Prinz Ruprecht hat dem indischen Krönungs- fcst in Delhi beigewohnt. Neuerdings hieß es, Prinzessin Gabriele sei in Bandora infolge eines Ueberfalles durch Land­blutegel erkrankt. TieEtoile Belge" indeß erklärt sich offiziös für ermächtigt, die Meldung zu dementieren. (Die Prinzessin Ruprecht ist eine Schwester der Prinzessin Albert von Belgien.)____________________

Gcrichls|aal.

t. Gieße«, 6. März. Heute Vormittag verhandelte das Kriegsgericht gegen den Musketier H. Bechthold von der 4. Kompagme unseres Regiments wegen Verlassen des Postens, Schlafens auf Posten und Gehorsamsverweigerung. Tie Anklage vertrat Oberleutnant Ziegler. Tas Gericht bestand aus Major Hoffmann, Hauptmann Mohr und Oberleutnant Soldan. Bechthold war von dem Offizier der Runde am 27. Febritar nachts 11,40 Uhr wo er vor den Kammern auf dem Korridor der alten Kaserne Posten stehen sollte, auf dem Korridor einer tiefer liegenden Etage auf der Bank schlafend angetroffen worden. Der Offizier ließ den Alaun ruhig schlafen, ging zur Wache und kehrte m Begleitung eines Unteroffiziers und der Ablösung zu dem Schläfer zurück. Dieser hatte wohl das Kommen der Drei gehört, er eilte die Treppe hinauf, um zu seinem Posten zu kommen. Er blieb hierbei nicht stehen, als der Runde-Offizier ihn drei Mal hintereiiiander anrief. Bechthold giebt den Vorfall ohne Weiteres zu, er will aber nicht instruiert gewesen sein, daß er auf dem tiefer liegenden Korridor als Posten nichts zu suchen gehabt habe, er habe geglaubt, dieser Korridor gehöre noch zu feinem Wachbereiche. Major Hoffmann erklärt, daß nach der Erklärung des Bataillons der Angeklagte nicht darüber inftnuert gewesen, bah er nur vor den oberen Kammern Wache zu stehen gehabt habe. B. wurde wegen Schlafens auf Posten und wegen Gehorsamsverweigerung zu 22 Tagen st r e n g e m Arre ft verurteilt.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Bo« der Heffischeu Laudeo-Hypothckenbauk sind im Laufe des Monat Februar bewilligt worden:

Kommunal-Darlehen 1016 000 Mk.

Hypothekar-Darlehen an Private 525 520

Insgesamt 1 541 52u mf.

Neue ReichSauleihe und «eue preußische Kousols. Nach neuen Informationen derFranks. Ztg." ist die E m l s j i o n e i n ei­ne u e n R e i ch s a n l e i h e für den April vorgesehen. Ueber die Hohe lassen sich noch feine bestimmten Angaben machen, weil die Budgetberatungen noch iiicht zu Ende geführt sind und voraussicht­lich nod) einige Zeit beanspruchen werden Immerhin kann ange= nommen werden, daß der zur Emission kommende Betrag neuer Reichsanleihe recht bedeutend werden wird. (Zuletzt wurde er mit etwa 400 Mill. Alf. in Aussicht genommen.) Dagegen kann man schon heute mit ziemlicher Sicherheit sagen, daß Preußen keine neue Anleihe aufnehmen wird, da große Mittel vor­handen sind, und der Bedarf noch auf lange Zeit gedeckt erscheint.

Berlin, 6. März. In der.heute Vormittag stattgehabten or­dentlichen Generalversammlung der R e i ch s b a n k beleudjtet der Vorsitzende Präsident Dr. Koch die Tätigkeit der Reichsbauk im Jahre 1902 unter Hervorhebung des wesentlichen Inhalts des unter die Anwesenden verteilten gedruckten Verwaltungsberichts und er­klärte den Betrag der Dividende mit 5,47 pEt. Sodann wurden die nötigen Ergänzungswahlen für den Zentralausschuß vorgenommen.

Getreide. Die Stimmung war in der abgelaufenen Woche recht ruhig. Tas Angebot von Rußland und Amerika blieb nor­mal, Argentinien dagegen kam gegen Schluß der Woche reichlicher und zu nachgebenden Preisen an den 'Markt. Die Umsätze waren klein. Roggen ruhiger. Gerste unverändert. Hafer ruhig. Alois ebenfalls ruhiger. Die heutigen Notierimgeii sind: Redwinter 11 'Mk. 135, Kansas II Alk. 133, Südrussischer Weizen Alk. 127142, La Plata-Weizen 'Mk. 127135, Rumän. Wetzen Alk. 130141, Rufs. Roggen Alk. 106, Rufs. Futtergerste Mk. 100, Russ. Hafer Mk. 104-128, Mixed Ma,s Alk. 99, La Plata-'Mais disponibel 'Mk. 111, La Plata-'Mais r. L disponibel April-Mai Alk. 95. Per Tonne ab Rotterdam.

Tabak. Im Laufe der Berichtswoche lag das Geschäft ehr ruhig, es sanden nur einige wenige Umsätze statt. Tie menten Herbsttabake sind verkauft, die neuen Zigarrentabake befinden sich noch in der Fermentation; wir werden, wenn sich dte Nochjrogc nach alten Zigarrentabaken nicht bessern sollte, in der nächsten Zeit nur über sehr ruhigen Geschäftsgang zu berichten haben. Es lieht jedoch zu erwarten, daß nad) beendeter Fermentation der Zigarreiitabake das Geschäft sich lebhafter gestalten dürste. Bei tauft wurde em größerer Posten entrippter Einlage in der Preis­lage von Mk. 8285. Weitere Verkäufe sind ivis nid)t bekannt geworden. In losen Pfälzer Rippen gesck)äjtskos, lose feine Mk. 9 bis 10, gebündelte feine Mk. 1112.

Acneste Meldungen.

Lriginaldrahtmcldungcn des Gießener Anzeigers.

Berlin, 7. Mürz. Der 24. Kongreß deutscher Badeärzte wurde gestern abend hier im Langenbeck- Hause durch eine Festsitzung eröffnet, wobei gleichzeitig das 25jährige Bestehen der balneologischenGesell schäft gefeiert wurde. Unter den Gratulanten überbrachte Mini­sterialrat Thiel vorn Landwirtschaftsministerium die WünschL seiner Behörde. Ten Fcstvortrag hielt der Direktor an der Berliner Eharite Geheimrat Kraus, der über den Zusammen­hang zwischen klinischen und balneologischen Bestrebungen sprach.

Posen, 7. März. Gegen 3 00 polnische Bahn­beamte werden aus der Provinz Posen nach dem Westen zum 1. April versetzt. Dabei socken keine konfessio­nellen, sondern nationale Erwägungen in Betracht kommen.

Lübeck, 7. März. Tie überwiegende Mehrheit der Bürgerschaft richtete an den Senat das Ersuchen, den Ver­treter Lübecks im Bundesrat aufzufordern, gegen die Aufhebung des § 2 des I e s uit e n g e s e tz es zu stimmen.

Braunschweig, 7. Mrz. Die Staatsanwaltschaft in Hannover leitete auf Antrag des Leutnants a. D. B r o n - s a r t v. S ch e l l e n d o r f gegen Dr. Peters wegen dessen Tucker-Brief -Beschuldigungen ein Strafver­fahren ein, indem sie ein öffentliches Interesse für vor­liegend erachtete. Nach denBraunschweiger Neuest. Nachr." steht die Hauptverhandlung vor der Strafiammer des Landgerichts Hannover im April bevor. Die Zeugenver­nehmung hat bereits gestern begonnen.

München, 7. Marz. Ter Großherzog von Tos- f an a soll eingewilligt haben, der Prinzessin Luise aus dem Hofarchiv den Geburts- und Trauschein zu übergeben, damit die sächsische Negierung auf Grund dieser Papiere den Heimatsschein ausstecken könne. Sachsen habe dies jedoch vorläufig abgelehnt.

Rom, 7. März. In gut unterrichteten vatikanischen Kreisen ist man der Ansicht, Bischof Ko rum werde auf päpstlichen Wunsch sich weiterer Expektorationen enthal­ten, aber nichts zurücknehmen und die preußi- scheRegierung werde keinerleiweitereSchritte unternehmen. (?!)

Prag, 6. März. (Privattelegramm.) In seinem heute geöffneten T e st a m e n t e hat das jüngst ver,tvroene Herren. Hausmitglied Baron v. Rieger 200UOO Kr. für k^lturelk und nationale Zwecke bestimmt. Er fordert das Volk auf, auf seinen Rechten zu beharren und warnt vor Gewalt­tätigkeiten. Das Bolt möge der einen Kraft vertrauen und die idealen christlichen Bestrebungen hochhalten sowie sich vom Neide fernhalten, der die edelsten Absichten verh.ndere.

Johannesburg, 6. März. Mitten in der Stadt wurde ein verwegener Ra ubanfall begangen Zwei Zollbeamte, welche 5000 Pfund nach der Bank traus- portierten, wurden von zwei Personen angegriffen, welchc Den. Beamten Pfeffer in die Augen bliesen, sic niederschlugen, ihnen den G e l d s a ck e n t r i s s e n unt das Geld einem dritten übergaben, der schleunigst floh. Er rannte dabei den Direktor der Peycke-Kompaguie um, der tödlich verletzt wurde. Er wurde aber su)lccßlich in einem Hause, in das er flüchtete, festgenommen. Ec nennt sich Frank Goddard.

Telephonischer Kursbericht.

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Frankfurt a. H., 7. März i»l8

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4°/o Uriech. Monopol.-Anl. 45.20 4l-,56 äussere Argentiner.

8u/0 Mexikaner .... 26.1b 4>/, /o Chinesen .... 92.Ö8 Electric, bei. ackert ... 99.56 Nordd. Lloyd . . . . 97.5(1

Kreditaktien ..... 21656 Diskonto-Kommandit. . . 193.76 Darmstädter Baut . . . 141.86 Dresdener Bank .... 148.10 Ber iner Handelsges. . . 160.76 Oesterr. Staatebahn , . , 149.26 Lom barden ..... 14.70 Uottbar ibahn.....1&LÖG

Laurauütte ...... 218.06 Bochum ....... 187.06 Harpener ...... 176JC Tendenz: fest.

Freitag den 13. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, soll im Stadtknabenschulhaus eine öffentliche Prüfung der Fortbildungsschule stattflnden.

Es werden zu derselben die Eltern und Arbeitgeber bet Schüler und sonstige Freunde der Schule hierdurch eingeladen.

Gießen, den 6. März 1903. 2022

Mecum, Oberbürgermeister. Hahn, Rektor.

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