Ausgabe 
7.3.1903 Erstes Blatt
 
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0 Holzversteigerungen. Bei der MN vorigen Donnerstag imFclsenkcller" hier abgchaitenen Bau- und Nutzholzversteigerung der Stadt Gießen wurden im all­gemeinen sehr gute Preise erzielt. Es wurden im Durch­schnitt bezahlt für: Eicherr-GrubcnHolz 26 Mark pro Kubik­meter; E chen-Schwellenholz 33 ML; Eichen-Bauhalz 36 Mark; Eichen-Schnittholz 47 Mk.; Fichten-Stammholz 22 Mark; Kiefern-Stammholz 21 Mark pro Kubikmeter; was ein Ueberschreiten des Tarifpreises um mehr als 2/3 darstellt. Der starke Andrang Kauflustiger aus Nah und Fern zur Versteigerung und die erzielten hohm Preise lassen die Folgerung zu, daß in diesem Jahre auf dem Holzmarkte allgemein Mangel an Nutzhölzern ist. Auch die seitens der Stadt in diesem Jahre bereits abgehaltcncn Brenn- Holzversteigerungen lieferten durchschnittlich ein günstiges Ergebnis, obwohl die Stadtverwaltung in diesem Jahre erstmals von ihrem bisherigen Verfahren, wonach die Brennholzversteigerungen im Walde an Ert und Stelle stattfanden, abgrwichen war und diese Versteigerungen analog den preußischen Gemeinden in Lokalen abhielt. Bei Änführung dieses Verfahrens wurden dieserhalb im Publikum des öfteren Bedenken über die Zweckmäßigkeit dieser neuen Einrichtung laut, doch scheinen dieselben, nach den erzielten, relativ günstigen Resultaten zu urteilen, unbegründet gewesen zu sein.

k. Homberg a. d. Ohm, 5. März. Schon wieder wurde die Bevölkerung des unteren Ohmtates gestern abend durch Feuerschein erschreckt. In Brand stand diesmal dieO h ä u s e r M ü h l e" bei Schweinsberg, von der Scheuer und Stallungen den Flammen zum Cpjcr gefallen sind. Wenn man über die Entstehung oer Brände in den letzten Wochen seine Betrachtungen ansiellt und findet, daß jedes­mal eine Mühl e, also ein alleinstehendes G.hvst, dem Feuer zum Opfer fiel, daß jedesmal das Feuer in den gefüllten Wirtschaftsgebäuden zum Ausbruch kam, daß immer eine oder zwei der Ohmmühlen übersprungen wurden, so ist wohl die Vermutung berechtigt, daß bei allen diesen Bränden ein Brandstifter systematisch zu Merke geht, und es dürfte für die Ruhe unserer Bevölkerung erwünscht sein, wenn demselben bald sein böses Merk gelegt würde. lieber den Brand derOhäuser Mühle" wird uns von unserem H.-Mitarbeiter noch folgendes geschrieben: Kaum war es möglich, die Schweine aus den Stallungen zu bringen. Einige sind verbrannt, andere wuroen durch Einschlagen der Fachwerke von außen mit Feuerhaken herausgeholt. Durch rasches Abschlachten wurden sie von weiteren Qualen befreit. Beim Zusammenstürzen des Taubenschlags sah man die Tauben aus dem Feuer hervor- sliegen, ängirlich in dem Funkenmeer oben herumflattern. Line Giebelseite der Scheuer stand eng am Wohnhause, das vor einigen Jahren aus Backsteinen neu aufgeführt wurde. Nur dadurch war es möglich, daß die stets widerschlagenden Flammen keine weitere Nahrung bekamen. Die Feuerwehren von Schweinsberg und Nieder-Ofleiden hatten nur das Dach- werk kühl zu halten. An der anderen Giebelseite der brennen­den Scheuer standen die großen Stallungen mit großen Vor­räten auf den Bodenräumen. An ein Zusammenreißen war kaum zu denlen, da die Gebäude erst vor kurzer Zeit neu auf geführt worden waren. Das Vieh wurde losgebunden

und rannte bestürzt in der Dunkelheit herum. Dieses oder jenes Stück stürzte in die Ohm und kam darin um. Mit Feuerhaken hat man danach gesucht. Die Mühlenräume und mächligen Maschinenhallen find verschont geblieben, was man nur der Gunst des Winoes verdanken kann.

o Allendorf a. d. Lahn, 6. März. Bergwerks­direktor Pascoe in Gießen hat heute zur Uebermittelung an eine hiesige in sehr trauriger Lage mit drei unmündigen Kindern befindliche Witwe dem hiesigen Bürgermeister Wolk 50 Mk. übersandt und den gleichen Betrag noch im Laufe dieses Herbstes zu demselben Zweck in sichere Aussicht gestellt.

)('R o d h e l m a. B., 7. März. Wie auf der Frühjahrs- delegiertenoersammlung des Kreis-Kriegerverbandes Bie­denkopf beschlossen wurde, wird der für das laufende Jahr bevorstehende Kriegerappell hier in Rodheim abgehalten werden. Gleichzeitig wird damit auch der Tele- giertenlag verbunden weroen, beide festlichen Veranstalt­ungen s ind auf den 19. und 20 Juli er. vorgesehen. Die Sammlungen für das geplante Kreis-Krieger­denkmal hab.n bis jetzt die Summe von 5150 Mark er­reicht. Jedoch soll mit dem Bau des Denkmals nicht früher begonnen werden, bis genügend Gelder voehanden sind. Elf Kriegervereine sind in den Kreis-Kriegerv. rbaud Biedenkopf neu aufgenommen worden und somit auch dem Deutschen Kriegerbund beigetreten.

Auszug vus dru ^tsvtzksswlsrktzlflrlu Otr Llstu GieM.

Aufgebote.

Februar. 27. Tr. August Schuberg, außerordentlicher Pro­fessor ui Heidelberg, mit Ida Hofmann dahier. 28. Philipp Geißler, Kutscher dahier, mit Auua Roth Hierselbst. 28. Heinrich Philipp Pfeiffer, Sergeant in Darmstadt, mit Anna Elisabeth Röder dahier. März. 1. Johann Anton Wilhelm Ulm, Metzger dahier, mit Emilie Wörner in Ostheim. 2. Jakob Heinrich Bieber, Bahnarbeiter m Klein-Linden, mit Helene Barthel dahier, ö. Georg Heinrich Wenderoth, Schlosser dahier, mit Anna Pauline Kliffmüller hrer- jclbft. 6. Wilhelm Adoli Ludwig Gabriel, HilfsheUer dahier, mit Elisabeth Hedwig Anna Schufst hieijelbst. 6. Wilhelm Pfeil, Friseur dahier, mit Ottilie Helene Dietrich Hierselbst. 6. Adoli Reinhard Ludwig Staudt, Kaufmann dahier, mit Auguste Johanna Noll Hierselbst.

Eheschließungen.

Februar. 28. Karl Hock, Schlosser dahier, mit Auguste Kans Hierselbst. März. 3. Mathias Josef Amode, Koch in Friedberg, mit Elisabeths Dietrich, geb. Hartmann dahier. 4. Heinrich Hemeck, Buchbinder in Nidda, mit Bertha Karolme Christiane Klara Land­mann dahier. 6. Otto Frohnhäuser, Kaufmann in Bernburg, mit Elisabeth Nobs in Darmstadt.

Geborene.

Februar. 23. Dem Gerichtsschreibergehilfen Wilhelm Sartorius eine Tochter. 23. Dem Wirt Joseph Stein eine Tochter, Marie. 24. Ter Witwe des Taglöhners Karl Bögler eine Tochter, Katharine Marre. 24. Dem Rohrmeister Friedrich Retliveiler ein Sohii, Eugen Wilhelm. 24. Dem Sattler Franz Seidel eine Tochter, Irma Elise. 25. Dem Weißbindermeisier Karl Nikolaus ein Sohn. 26. Dem Fabrikanten Otto Ackermann eine Tochter, Alice Natalie Luise Anna. 26. Dem Bizefeldwebel Karl Schmitt eine Tochter, Marie Margarethe Karolme. 26. Dem Anstreicher Heinrich Wil- Helm Büttner em Sohn. 27. Dem Handschuhmacher Reinhold Rehme ein Sohn, Erich Berthold. 27. Dem Gutspächter Heinrich Gottmann ein Sohn, Heinrich Hermann. 27. Dem Schriftsetzer Friedrich Rudolf Richard Lehmann ein Sohn, Richard. 28. Dem

Bildhauer Franz Winkler eine Tochter. 28. Dem Fuhrmann Valentin Tietz eine Tochter. März. 3. Dem Schlosser Daniel Mähler eine Tochter, Emilie Marie Georgine. 4. Dem Kaufmann Georg Ritzel eine Tochter, Erna Johanna Karola.

Gestorbene.

Februar. 27. Ludwig Scharmann, 55 Jahre 9 Monate alt, Kaufmann dahier. 28. Bernhard Wißner, 78 Jahre alt, Weißbinder dahier. März. 1. Heinrich Kinkel, 67 Jahre alt, Taglöhner dahier. 3. Elise Müller, geb. Zimmer, 82 Jahre 8 Monat alt, Witive des Universitätsgärtners Johann Friedrich Müller dahier. 4. Marie AIbach, 11 Monate alt, Tochter des Streckenarbeiters Heinrich Albach dahier.

§d)i|fünad)rid)kn.

Red Star Linie.

Ter PostdanrpserZeeland" der Red Star Linie in Ant­werpen ist laut Telegramm am 4. März wohlbehalten in New- Pork angekommen.

Ter PostdampferSwitzerland" der Red otar Line in Ant- werpen ist laut Telegramm am 1. März wohlbehalten in Phila­delphia angekominen.

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t. Gießen, 6. März. Strafkammer. Wegen Zwei­kampfs haiieil sich gestern vor unferer Strafkammer 8 innge Besucher der F r i e d b e r g e r G e w e r be - Akademte zu verantworten. Außerdem waren der Gemüsehändler 91. und der Diener F. von Friedberg wegen Beihilfe zum Duell angeklagt. Es handelte sich um drei Schläger- und eine o ä b e l m en f ur. Der Gerichtshof erklärte die Schläger für tätliche Waffen uitd mißbilligte weiter im hohen Maße, daß man in Friedberg versuche, studentische Gebräuche einzubürgern. Tie beiden Teil­nehmer bei' Säbelpartie wurden mit je 5 Monate n, 5 der An­geklagten, die mit Säbel gelochten haben, je zu 3 M o u a t e n , sowie F. und N. wegen Beihilfe zu je 24 Tage n F e st u ngs - halt verurteilt. Einer der angeklagteii jungen Leute wurde frei- gesprochen.

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