Zweites Blatt.
153. Jahrgang
Mittwoch 7.Jan«mr lS03
Erscheint täglich außer Sonntag-.
Dem Gießener Anzeiger werden iin Äechiel mit dem hesflschen Landwirt die Kiehcner Familien blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwerl.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Grbcn) Redaktion. Expedition und Druckerei: echnlstratze 7.
ftbreffc für Depeschen: Änzeiger Gießen.
FernIprkchanschlußNr 61.
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Seneral-Aiyeigrr v w «ssssh. den oolit. u. allgem. rell AM- md Mzeigeblatt für den Kreis Gießen zeiqenteil: Han, Beck.
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Der ueue KcnflrKL mit Kyina.
Man schreibt uns aus Berlin, 6. Januar:
China macht wieder eirnnal den Mächten zu schaffen. Die chinesische Negierung schwört plötzlich auf die Fahne der Silbernianner und will die Raten der KriegAentschädt- gung statt in Gold, wie ausbedungen, in dem sehr entwerteten weißen Metall zahlen. Es ist begreiflich, daß sich die Mächte den dadurch entstehenden namhaften Mzug von ihrer Forderung nicht gefallen lassen wollen. Im seltsamsten Lichte erscheint auch bei dieser Gelegenheit die Haltung der Vereinigten Staaten-Regierung. Diese Regierung hat die Chinesen direkt er munter t zu ihren: Vorgehen; denn vor längerer Zeit schon verlautete von einer „Anregung" des Washingtoner Kabinetts, ob nicht mit Rücksicht auf das Fallen des Silberpreises China billiger Weise die Leistung der Entschädigung in Silber zu gestatten fei? Die Anregung wurde von allen Seiten zurückaewicsen. Jetzt haben sich die Vereinigten Staaten in konseauenter Fortsetzung ihrer auffällig chinafrenndlichen Politik sein Protest der Mächte nicht angeschlossen. Statt dessen ergeht eine neue Anregung von Washington ans: die Angelegenheit dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. Nachgerade wird das Haager Schiedsgericht mit seinem an die Zeiten des seligen Neichskammergerichts erinnernden umständlichen und langwierigen Verfahren zum Rettungsanker für alle faulen Schuldner unter der: St aten! Was kann denn in diesem Falle irgendwie streitig sein? Völlig präzis bestimmt der Friedens'oectrag die Zahlung der Entschädigung in Gold, nachdem bekanntlich die chinesische Regierung sich aufs äußerste gegen diese Festsetzung gesträubt hatte. Kein Gerichtshof der Welt kann dieser Vereinbarung eine andere Auffassung geben., Die Vereinigten Staaten wollen einfach nichts anderes, als China mit einem Verschleppungsvorschlag zu Hilfe kommen, mit einem jener Tricks, wie sie im bürgerlichen Leben böswilligen Schuldnern von Beratern zweifelhafter Art an die Hand gegeben werden. Es ist gänzlich ausgeschlossen, daß sich die Mächte auf ein solches Manöver einlassen. Den Vereinigten Staaten steht ja nichts tm Wege, wenn sie durchaus generös sein wollen, ihrerseits China die Schuld zu stunden ober zu erlassen. Allmählich beginnt die Vereinigte Slaateri-Politik, die sich darin gefällt, originelle Wege etn- zujchlagen, den europäischen Mächten lästig zu werden. Ein offiziöses italienisches Blatt, die „Tribuna", bezeichnete kürzlich die Haltung der Vereinigten Staaten im Venezuela- Fall als „maechiavellisch". Das ist kaum übertrieben, wenn man die neueste Leistung hinzunimmt. Rußland hat die Note mit überreicht, worin der chinesischen Regierung „ernste Folgen" angedroht werden, falls die übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt werden. Mer'warten wir ab, ob sich Rußland auch cm den etwa eintretenden Zwangsmaß- regeln beteiligt. Ein hoher chinesischer Beamter Tschangschi- tung, ist soeven erst seines Mutes entsetzt worden wegen seiner andauernden Opposition gegen Junglus russen- freundliche Pläne. Darnach werden auf Rußland große Stücke gehalten am Hofe zu Peking, wo nicht der Bogdochann, der unglückliche Kaiser Kwangsü, herrscht, — den Rußland seinerzeit in einem feierlichen Manifest allein anzuerkennen verhieß —, sondern die ränkesüchtige Kaiserin-Witwe, die Anstifterin des Fremdenmordes. Rußlands China-Politik ist auch sonst nichts weniger als durchsichtig. Cs wäre nicht zu verwundern, wenn die chinesische Regierung es zunächst einmal wieder auf eine Probe der „Einigkeit der Mächte" antommen ließe und die Zahlung der Entschädigung in Golo verweigerte. Bis die Mächte im Einverständnis sind über die gemeinsame Entsendung von Kriegsschiffen nach China — denn nur das könnte als eine „ernste Folge" erscheinen — währt es auf jeden Fall eine gute Weile. Uebrigens brauchen sich die Besitzer ch i n e s i s ü) e r Werte, die insbesondere auch in Deutschland viel gerauft worden sind zu Anlagezwecken, über diesen Konflikt nicht zu beunruhigen. Der Zinsendienst wird unter englischer Leitung versehen und hat selbst während der Chrna-Wirren prompt funktioniert. An der Berliner Börse er sichren heute die fünf- und sechsprozentigen „Chinesen" sogar eine Erhöhung.
Der Konflikt mit Kenezrrela
kommt nicht von der Stelle. Wie aus der: letzten Depeschen hervorgeht, haben die Winkelzüge des Präsidenten Castro besetze äviglich den Erfolg gehabt daß sie der Schiffahrt und dem Handel Venezuelas nicht uneurpfiirdliche Schädigungen zugesügt haben. Es ist daher begreiflich, daß sich der Bevölkerung eine starte Beunruhigung bemächtigt. Die vereinigten Flotten können dem natürlich keine Rechnung tragen, sondern die Blockade geht ihrer: ruhigen Gang. Es wäre ja zu wünschen, daß die ganze Angelegenheit rasch erledigt würde, aber wenn Castro nicht will, so haben wir mehr Zeit zum Warten als er. Man braucht den Zwischenfall mit Venezuela nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, um sich doch von jeder leidenschaftlichen Erregung fern- zuhaltcn; jedenfalls verlieren wir weniger beim Warten, als Venezuela, das durch die Halsstarrigkeit seines Präsidenten in große Verlegenheit gerät. Es ist leicht begreiflich, wenn jetzt wiederholt das Gerücht austaucht, Castro wolle die Flirrte ins Korn werfen und abdanken, aber die Präsidentschaft einer Republik wie Venezuela ist ein so einträglicher Posten, daß ein Mann wie Castro nur unter dem äußersten Zwange auf ihn Verzichter: wird. Einstweilen ist aus allen ähnlichen Meldungen als sicher nur das eine zu entnehmen- baß die Blockade sich doch recht empfindlich fühlbar macht und somit ihren Zweck erreicht.
Die heule vorliegenden Meldungen tauten:
Derlim, 6. Jam Der ,Zokal-AnX." meldet anS New- Dork: In Washington wundert man sich nach den Behaupt- ungen dortiger Blätter über das Ausbleiben der Antworten der Mächte auf die letzte Note d-es Präsidenten Castro. Man wünscht dort dringend das Ende der Blockade, weil diese den amerikanischen Harrdel schädige.
Caracas, 5. Jan. Die finanzielle Beunruhigung, die dadurch entstanden war, daß die Bank von Venezuela ihre Noten nicht mehr etntajen konnte, ist dadurch vorübergehend gemildert worden, daß die bedeutendsten Firmer: in Caracas, La Guayra, Valencia und Puerto Cabello sich bereit erklärten, alle Zahlungen in Noten anzunehmen. — Gestern mürben etwa 1500 Aufständische unter Ramos und Penalosa, die auf Caracas marschierten, unweit Guatire von Regierungstruppen geschlagen.
Port o f Sp ain, 5. Jan. Es ist ein Prisen- gerrcht gebildet worden, das die Giltigkeit der Beschlagnahme, sämtlicher venezolanischen Schisse, sowie den Wert, der Prisen in Erwägung ziehen soll. Unabhängig hiervon sind Schritte unternommen worden zu einer etwaigen Freilassung der Sck)iffe im Falle des Zusammentretens: eines Schiedsgerichts.
Newyork, 6. Jan. Meldungen ans Venezuela berichten über einen großen Sieg, der: 800 Regierungssoldaten über 1500 Insurgenten erfochten haben sollen, iridcssen wird aus anderer Quelle telegraphiert, daß trotz dieser angeblichen Niederlage die Rebellen sich Caracas nähern. — Aus Caracas wird noch gemeldet: General Antonio Fernandez ist bereit, sich mck der Negierung auszusöhnen. Damit würde die Revoliction einen schweren Stoß erhalten. Die venezolanischen Banken werderi binnen kurzem ihre Geschäfte wieder austrehmen.
Die Kronprinzessin von Sachsen.
Eine etwas überraschende Meldung bringt daS „Neue Wiener Tgbl.": Erzherzog Leopold Ferdinand hat seine Schwester, die Kronprinzessin Luise noch nicht besucht. Es verlautet, das Verzichtsinstrument sei derart abgeändert worden, daß die ökonomische Stellung des Printer: fieber* gestellt wurde. Von maßgebender Seite erhält oa§ Blatt hierzu die nachstehende Information: Es ist richtig, daß Erzherzog Leopold Ferdinand seine Schwester nicht besucht. Diese Tatsache erklärt sich durch die tiefgehende SSbucia» ung der Kronprinzessin gegen Wilhelmine Adamovic, die sich bekanntlich in der Gesellschaft des Erzherzogs befindet. Die Kronprinzessin will mit Wilhelmine Adamovic unter keinen Umständen und in keiner Form verkehren. Die zweite in der Depesche ohnedies nur vage wieder gegebene Version über die angebliche finanzielle Sicherstellung der Zukunft des Erzherzogs ist bestimmt unrichtig. Mit der Annahme des Verzichtes deö Erzherzogs Leopold Ferdinand auf alle Würden hat jede Verbindung desselben mit dem Hofe ein für allemal aufgehört und es ist von letzterem, in dieser Angelegenheit auch keine weitere Unterhandlung mehr geführt worden. Es ist in dieser Hinsicht bervor- zuheben, daß den Erzherzögen sowie den übrigen offiziellen Persönlichkeiten mit dem Datum des 27. Dezember die ausdrückliche Berstärtaigung zuging, daß Erzherzog Leopold Ferdinand aus der Liste der Erzherzoge gestrichen wurde. Das Blatt fügt noch bei, es sei in Wien begannt, daß die Kronprinzessin von Giron bewacht werde, der selbst dann nicht von ihrer Seite weiche, wenn sie Besuche empfange. Giron habe — dies die (srttaruiig der förmlichen lleberwachung durch chn — jedenfalls den Eindruck enlpfangen, daß die Kronprinzessir: immer mehr Nene über ihren Schritt empfinde, und daß er besorgen mag, die Kronprinzessin könnte heimlich Genf verlassen.
entwürfe fassen. Beide Ministerprösidentrit sind jetzt ausschließlich nrlt den Redaktion^rbrrteu beschäftigt. Fachreferenten der ungarischen wirtschaftlicherl. Ministerien sind seit gestern früh in Wien itnb beschäftigten sich gestern mib heute mit dem östreichischen Fachreferenten, mH der Neoaktion des Einleitenden Gesetzes uno ebenfalls mit allen Einzelheiten deS fertigen autonomen Zolltarifs.
Die Sendung bei Minister! Lamrdorst.
Wie aus Wien berichtet wird, soll Graf Lanisdorff 6et seiner Reise nach dem Balkan die DHssior: gehabt haben, von SVörrig Alexander eine klare Entscheidung in der Thronfolgefrage zu verlangen. Er teilte dem Könige mit, daß Rußland, falls man feine moralische Unterstützung in Belgrad wünsche, den König vor die Alternative stellen müsse, sich entweder für eine gesetzliche Festlegung der Thronfolge einer der drei in Petersbura sowohl wie in Men genehmen Kandidaten zu entscheiden, ober die Scheidung von der Königin Draga in die Wege zu leiten. Die drei Kandidaten sind: Prin^ Mirko von Montenegro, der Herzog von Lenchtenberg und Prin^ Bat- teiib’erg. König Alexander teilte den: russischen Minister mit, daß er bereit sei, sich von der Königin Draga scheiden zu lassen und eine neue Ehe etnzuaeheu, über die er sich mit Rußland und dem Mener Hofe verständigen werde, Königin Draga erhält als Entschädigung für den Verzicht auf ihre Würde von Rußland eine angemessene Apanage. Sie soll sich mit dem Entschluß des Königs einverstanden erklärt und ihrw Wunsch, die Scheidungsatlgelegenheit zu beschleunigen, baburcty kund gegeben haben, daß sie wegen Ankaufs einer Villa m Dresden Verhandlungen ar:knüpfte. Indessen: glaubt man nicht, daß die Scheidung schon in der nächsten Zukunft erfolge,: wird, da dem König ein Jabr Frist gegeben worden ist. Mit dieser Angelegenheit soll auch die Demission des Liinifters des Aeußeren, An^ tonitsch, 'zusammeichängeiu '
Zur Lagt iu Marotts. \
Tr:s Paris wird berichtet: Die Lage in Marokko wird in hiesigen Regtcrungskrecsen noch immer sehr pessimistisch betrachtet. Tie Versöhmmg zwischen den: Sultan und seinem öniber wird als nicht sehr auirichtig augenoucmen. Auf jeden Fall bleibt bad französische Geschwader in Bereit schäft, um nöHgenfalls nach den maroktattischeu Gewässernj avzugehen.
Ein Reuter-Tekegiamm aus Tang» meldet, baß bei den fremden Gesandtschaften anttliche Kuriere auÄ Fez mit der Nachricht eingetvosfen seien, daß dort die Lage unverändert fei. Tie Bevölkerung von Tanger wartet mit Spannung auf Nachricht, ob die Truppen des SuttcmA gegen die Aufständischen ausgebvochetl sind.
Palitifche Tagesschau.
Das MUitarpenstousgesth kommt!
Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unS:
Als unzutreffend wirb soeben von mehreren Seiten die Meldung bezeichnet, daß die Regierung das geplante Mili- tärpensionsgefetz mit Rücksicht aus die ungünstige Finanzlage des Reiches zurückgezogen habe. Es ist erfreulich, daß eine Nachricht, die auf die rnilltärischen Kreise, die eine Neuregelung des Pensionswesens lange erhoffen, sehr depri- rnirend wirken mußte, so rasche Richtigstellung von amtlicher Seite aus erfährt. Was die Reform selbst betrifft, so sind über die einzelnen Sätze schon vor einiger Zeit Mitteilungen durch die Presse gegangen, die man int großen und ganzen für richtig halten kann. Immerhin dürfte der Entwurf inzwischen in den verschiedenen Stadien der Prüfung noch der einen und anderen Aenderung unterzogen worden sein. Ein genaues Urteil läßt sich erst ermöglichen, wenn der offizielle Wortlaut des Entwurfs vorliegt. Tie Hauptsache ist für die beteiligten Meise, daß er erscheint, und daß für solche Zwecke das Reich auch in einem Jahre der Finanzsorge Geld übrig hat.
Der vollzogene ostreich-ungarische Ausgleich.
Tas Ungarische Korr.-Bureau meldet aus Budapest: Gegenüber in einigen Blättern aufgctauchten gegenteiligen. Meldungen stellen wir fest, daß der Ausgleich Ende Di- zember 1902 vollständig fest gelegt und keinerlei Fragen für weitere Verhandlungen offen gelassen sind. Die gegenwärtige Wiener Reise des Mincsterpräsibenten kann daher mit dem Zustandekommen des bereits früher fertig» gestellten Ausgleichs nicht in Verbindung gebracht werdet:. T«. der Ministerpräsident Ende 1902 nach der Regelung sämtlicher Fragen mwerzüglich die östreichische Hauptstadt verließ, kann er infolgedessen nicht mehr dazu Protokolle uttterschreibett nmb Vereinbarungen in dem Gesetz
Englische Jutrigue« in Perfirn.
AuS Petersburg wird der „Wirt. Ztg." gemeldet: Td der Schah von Persien eine StaatLttmwälzuttg unter Wh-« rung des unter englischem Einfluß stehenden Gouvetmeurs von Teheran, Brinzcu Ein ed Tauleh, u,ü> aitderer england- freundlicher Männer befürchtet, wurde der Prinz Meinest Amtes enthobeit und ztun Gotweriteuc der zur ertglischen Einflußsphäre gehörendell Provinz Llrabistan ernannt Auch die übrigen zu starker Hinneigung zti England verdächtigen Beamten Teherans wurden in Provinzen versetzt. M 1903 erscheint in Aschabad cckZ Beilage zur „Sakaspitsürje OboS- rentj.e" eine Zeitschrift in persischer Sprache, um als Gegengewicht gegen die wachsende Bedeutung dec Entwickuing der anglo-perjischen Hatwelsbeziehmtgeit zu dienen mid die Annäherung Rußlands und Persiens zu sichern.
Deutsches Reich.
B e r l i n, 6. Jan. Der Kaiser hatte heute morgen am Brandenburger Tore eine Besprechung mit dem Finanz^ Minister v. Rheinbaben und Cent Polizeipräsidenten von Borries wegett Ausstellung vott Denkinälern. Hierauf besuchte der Käiser den Grafen Bülow und hörte später im Schloß die Vorträge des Chefs des Miliiärkabinetts und deA Chefs des Admiralstabes. Uni halb 12 Uhr empfing der Kaiser den französischen Botschafter Marquis de Nvailles, um 12 Uhr 45 Mm. den bisherigen serbischen Gesandteir Steitsch, beide in Abschieds-Attdienz sowie den Nachfolger des letzteren, Militschewitsch in Antritts-Audienz.
— Ter deutsche Kronprinz wird Eiide Alärz Bonn verlassen und vorläufig wieder im 1. Garde-Regiment zu Fuß aktiven Ttenst tun. Wie verlautet, soll derselbe mm Hauptmann und Chef der 2. Kompagnie ernannt werden. Für später ist der Eintritt des Kronprinzen beim Regiment Garde du Corps geplant.
— Ter preußische Justizminister Schönstedt, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, hat sich allen Ovationen durch seine Abreise von Berlin entzogen. Dom preußischen Gerichtsvollzieher-Verbände crbielt der Jubilar eine künstlerisch gehaltene Adresse übersatidt.
— Tas 3c e i ch s m a r i n e a m t bestimmte die Indienststellung des auf Lser Weserwerst in Bremen neu erbauten Kreuzers „Frauenlob" für Mitte Februar.
— Ter Kaiser hat dem Reichsbagsabgcordneten Prost Freiherr v. Hertiing den Kronenordett 2. Klasse mit dem Stern verliehen. — Tem von hier scheidenden fran^zösischeu Botschafter Marquis de NoailleS hat der Kaiser seine Büste in Marmor verliehen.
Dresden, 6. Jan. Die Besserung im Befinden des Königs hält an. Dec Hustenreiz, der der: boheu Patienten immer noch sehr quält, scheint etioas nachgelassen zu haben.
Magdeburg, 6, Jan. CDcrv.räitaent Dr. V. B


