.Seid Ihr
.Bleibt, ich will
uf (£u d). etwas zum Essen vorsetzen lassen." Sie ch verließ das Zimmer, kehrte jedoch bald mit einer Schussel
und ist gesunken.
bei dem sie prächtig gedeihen.
7083
Bergleute verunglückt, nach Kiel bestimmte Schooner von einem Dampfer überrannt
.Silefried" wurde im Belt
Bon der Mannsck).aft sind drei
Nachbarstaaten. Der Franks. Ztg. zufolge fuhr auf dem Lokalbahnhof Altsachsenhausen eine Maschine so heftig auf einen Zug auf, daß die Maschine und zwei Wagen be chädigt und mehrere Passagiere leicht verletzt wurden.
rode sind infolge eines zu Schacht am Sanrsdag 13 darunter einer schwer.
* Kiel, 5. Okt. Der
Fleisch und zwei Flaschen Bier zurück. Die Beiden ließen es fick) schmecken. Während sie aßen, kam der B-ruder des Mädchens, der sprechen gehört hatte, an die Tür und fragte, was es gäbe. Die junge Miß zeigte ihm die schmausenden Eindringlinge. Selbstverständlich wollte der junge Mann die Kerle der Polizei übergeben, dock) dies gestattete seine Schwester nick)t, sondern, forderte ihre Gäste aus, die gt> stohlcnen Gegenstände wieder dahin zurückzulegen, wo sie jie genommen hatten und dann das Haus zu verlassen. Ihrem Wunfche wurde von den Einbrechern willfahrt. Ohne ein Wort zu sprechen, leerten sie die Taschen, dann verbeugte sich der eine galant vor der jungen Dame und sagte: „Schönen Dank, Miß. Wir hätten nicht fliehen können, and) wenn wir es versuck)t hätten, denn wir waren Gefangene Ihrer Sck)önheit von dem Augenblick an, als Sie in der Türöffnung erschienen." Hierauf verließen beide das Haus. Tie junge Miß aber wird von ihren Bekannten und Freunden, die ihr seltsames Abenteuer er= fahren haben, wegen ihrer Kaltblütigkeit beglückwünscht.
Py±ets
Man verlange Master von der Fabrik and Handlung: von Elten & Keussen, Krefeld.
Jas Getränk der Kinder.
Wem die Gesundheit und das blühende Gedeihen seinem Kinder am Herzen liegt, der sehe streng darauf, daß sie keinen Bohnenkaffee zu trinken bekommen, weil dieser nach ärztlicher Ansicht den kindlichen Organismus schädigt. — Für die Klemen ist Kathreiners Malzkaffee, der gerade auf jugendliche und zarte Organismen die wohltätig st eWirkung ausübt, ein überaus bekömmliches Getränk, das von vielen Acrzten empfohlen wird. Die Erfahrung lehrt, daß Kathreiners Malzkaffee mit Milch gekocht schon nack) kurzer Gewöhnung das Lieblingsgetränk unserer Kleinen bildet,
lehre 5, Religion und Philosophie 8, Staatswiffenschast 4, Fremdsprachliches 15 Bände. An Auswärtige wurden 41 Bände verliehen.
*• Nack) dem Jahresbericht der Anwaltskammer Darmstadt war im abgelaufenen Geschäftsjahre ein Personalbestand von 161 Anwälten vorhanden. Davon entfallen auf Starkenburg 60, Oberhessen 40, Rheinhessen 61. In Armensachen wurden im Kalenderjahr 1902 an Anwälten bestellt am Oberlandesgerich^56, am Landgericht Darmstadt mit Offenbad) 276, am Landgericht Gießen 96, am Landgericht Mainz 247.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Nach dem durchschlagenden Erfolg, den das originell ans- aestattete Lustspiel „Ter blinde Passagier" bei der Premiere davontrug, hat fid) die Direktion entschlossen, um vielsad)en Wünschen nachzukommen, die Novität am nächsten Freitag als zweite Freitagsaöonnementsvorstellung zu wiederholen und die Erstaufführung von „Heber den Wassern" zu verschieben. , r
^Soiree Fly und Slade. Ihn werteren Anfragen -orzubengen, so schreibt man uns, sei heute nod)i einmal ausdrücklich bemerkt, daß es sich, bei der am kommenden Donnerstag, den 8. Oktober, im „Neuen Saalbau" stattfindenden Soiree des Künstlerpaares Fly und Slade nicht um solche Darbietungen handelt, wobei Personän in einen willenlosen Zustand versetzt werden, natürlich auch! keine Taschenspieler- oder Zauberkunststücke. Fly und Slade geben aber auch keine Aufklärung oder Enthüllungen über die Natur ihrer Experimente, sie laden vielmehr ein gebildetes und inteUigentes Publikum zu ihren bis jetzt unaufgeklärt gebliebeneu Demonstrationen ein und bitten das Publikum, zu bevbachtun und zu kontrollieren, um sich selbst über die Grundidee ihrer Aufführungen ein Urteil bilden zu können. Ten Künstlern geht ein guter Ruf voraus. Heute (Dienstag) geben Fly und Slade den ersten Abend in Frankfurt a. M.
** Natur selten hei t. Im Garten des Gärtners Noll hier, Licherstraße 13, steht ein Goldregenbaum in schönster Blüte. _ .
** Weteorfall. Unsere Leser erinnern fid), daß wrr vor 14 Tagen von einer im Schisf enb er g er Walde beobachteten Feuerkugel berichteten. Wir teilten dann später mit, daß diese Feuerkugel auch in verschiedenen Orten des Siebengebirges bei Köln gesehen worden ist. Nun kommt ähnliche Kunde aus Saarbrücken. Es wird von dort geschrieben: Man zündete bereits die Gaslaternen an, objdjfon es etwa um 7.15 bis 7.20 Uhr (also die nämliche Zeit wie die Gießener und die Homrefer!) noch ziemlich hell war. Plötzlich schoß in nördlicher oder nordöstlicher Richtung etwa hinter dem oberen' Viertel oder Fünftel der Stadt St. Johann ein sehr starker Lichtstreifen nieder. Ein Feuerwerk als Ursache dieser Erscheinung anzunehmen, war ausgeschlossen; eine Rakete fällt auch viel langsamer und leuck-ret auch selbst in dunkler 9tack)t nicht so intensiv. Wir waren darum sofort einig, daß wir einen Motor hatten fallen sehen. Wir nahmen an, daß es einige Stunden hinter St. Johann zur Erde, keineswegs aber über den Hochwald oder über den Rhein gekommen sei. r
§ Rockenberg, 5. Okt. Der gestrige erste Kirchweih tag brachte trotz der regnerischen Witterung eine größere Zahl auswärtiger Gäste. Heute findet eine Nachfeier statt.
v. B ad-Nauheim , 4. Okt. Dis zum 1. Okt. sind 23 708 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 621 anwesend waren. 323 214 Bäder wurden bis zum L Oktober abgegeben.
Bensheim 4. Okt. Dieser Tage fand zu Lorsch der Verbandstag ländlicher Genossenschaften der Raiffeisenorganisation statt. Aus den Raiffeisenver- einen der Pfalz, Badens, Hessens und Hohenzollerns hatten sich etwa 400 bis 500 Mitglieder eingesunden. Postverwalter Freisens entrollte ein Bild des alten Klosters Lorsch, das zur Hebung der ReUgion, Kunst und Wissenschaft, aber auch für die Landwirtschaft tätig gewesen sei. Als Redner traten sonst noch die verschiedenen Verbandsanwälte auf, unter denen der Verbandsdirektor Nolden (Ludwigshafen) den Geschäftsbericht der beiden letzten Jahre als sehr günstig bezeichnen konnte. Der Landtagsabg. Bürgermeister Frenay brachte Einiges aus den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches vor. Pfarrer Kunz (Bruchsal) schilderte die Vorzüge, welche die Raiffeisenorganisation den Bauern biete. Nach einer Besichtigung des Lorscher Lagerhauses, seiner im Betriebe sich befindlichen Maschinen und seines Fruchtlagers, fand ein Mahl statt; daran schloß sich ein Ausflug, in die
M ann er tr un k en, die übrigen konnten gerettet werden.
* München, 5. Okt. Der Präsident der Akademie der Wissenschaften Geheimrat Zit tel wurde gestern von einem Radfahrer umgestoßen und ziemlich erheblich
Heiligen st adt, 5. Okt. In Sollstaedt bei Bleich- ...... ' ' spät losgelasjenen Schusses im
Eingesandt.
(Für Form und Jnyati aim unter Die)er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 4. Oktober 1903.
Gewiß haben alle Anwesenden bei der evangelischem Weihe des neuen Friedhofes am Sonntag eine ergreifende und erhebende Stunde durchlebt. Um so mehr empfindet aber der Evangelische auch die Pflicht, den Geistlichen, der ihm unter schwierigen Verhältnissen zu dieser Stunde verhalfen hat, gegen ungereck)te Anklage zu verteidigen.
Tie Erklärung von Oberbürgermersler Ai ec um an die Stadt- verordneten-Versammlung über dte evangelische kirchliche Weihe des Friedhofs am Rodtberg (abgedruckl in Nr. 232, Samstag 3. Oktober, Blatt 3) beginnt mit Betonung des „nicht gesetzmäßigen" Vorgehens des Pfarrers Dr. Naumann. Dem gegenüber ist festzuhallen :
1. Bei der ursprünglich am 10. Juli beabsichtigten und nur durck) Herrn Oberbürgermeister Mecum gehinderten Feierlichkeit handelte es sich gar nicht um eine besondere gottesdienstliche Handlung auf dem der politischen Gemeinde gehörigen Friedhof, sondern nur um die besondere Ausgestaltung einer kirchltchen Beerdigung durck) Gesang der Ehorschule unter Beteiligung der dazu ein- geladenen evangelischen Gemeinde. In die Form einer kirchlichen Beerdigung einzugreifen, slüiide dem Herrn Oberbürgermeister zu, wenn unter» solchem Vorwand etwas geschähe, was gegen die allgemeine Ordliiliig verstieße. Das Cingeii eines aus Tod und Auf- erslehung bezüglichen Kirchenliedes kann _ aber nicht so beurteilt werden. Zudem erzählt ja Oberbürgermeister Mecum in seilier Erklärung, daß Pfarrer Dr. Naumann ihm schon am 20. Juni klare Mitteilung über das gemacht hat, was er bei der ersten Be- erdiguiig eines Evangelischen zu tim beabsichtige. Es hat also keineswegs Pfarrer Dr. Naumann, sondern Oberbürgermeister Mecum beim Verbot jener Feier „nicht gesetzmäßig'' gehandelt. Danach beweißt es sich auch, ob Oberbürgermeister Mccum em Recht hatte, den Lehrern das Singen der kirchlichen Ehorfchulen bei der Beerdigung emes Evangelischen zu verbieten.
2. Der erste evangelische Geislliche hatte nun zufällig nicht die ersten kirchlichen Beerdigungen erwachsener Evangelischer zu vollziehen, und so sprach Herr Pfarrer Scheunemann bet der ersten kirchlichen Beerdiguiig einer Evangelischen auf dem neuen ^riedhos einige Worte, die dem evangelischen Gefühl Rechnung trugen, das den'Platz für die Toten dem Segen Gottes unterstellt wissen will. Nur unter Voraussetzung eines solchen Gebetes konnte die damals iiicht mögliche öffentliche Feier verschoben werden. Aber dasselbe religiöse Gefühl forderte auch, daß die evangelische Gemeinde Gießens, die ihre Toten künftighin auf dem neuen Friedhof beerdigt, selbst in öffentlicher Handlung an diesem Gebet um den Segen Gottes teilnimmt. Es ist seltsam, daß der nicht evangelische Oberbürgermeister das evangelische Oberkonsistorium in einer öffentlichen Erklärung über das Wesen des evangelischen Gemeindebegriffs auf- zuklüren versucht hat. Jede ruhige Uebedegung mußte ihm sagen, daß cs sich nicht um die Frage handelt, ob die evangelische Gemeinde in ihrem idealen Bestände, wie sie ja durch beliebige Personen lebendigen evangelischen Glaubens vertreten sein faim, den Worten Pfarrer Scheunemanns beiwohnte; es handelte sich um die ganz andere Frage, ob die besondere, klar abgegrenzte evangelische Gemeinde der Stadt Gießen hier eingeladen war oder nicht. Sie war als solche nicht eingeladen; also war diese Handlung^ trotz Anwesenheit evangelischer Leidtragender und evangelischer Stadtverordneter keine kirchliche Eröffnung des Friedhofs von feiten der evangelischen Gemeinde.
3. Ein Widerspruch wird darin gefunden, daß Herr Pfarrer Dr. Naumann einmal erklärte: „eine evangelische Friedhofsweihe gibt es nicht" und dann doch wieder eine evangelische Friedhofsweihe vornehmen wollte. Dieser angebliche Widerspruch löst sich dadurch, daß (nach dem An trag der Kommission Nr. 4) Herr Oberbürgermeister Mecum ursprünglich an eine Weihe der Fried- hofserde dachte, welche die katholisck)e Kirche vornimmt, die es aber iiach evangelisck)en Grundsätzen allerdings nicht gibt. Die "rchuche Eröffnung eines gottesdienstlichen Handlungen dienenden Platzes iväre damals dem Herrn Oberbürgermeister wohl gar nicht als „Friedhofsweihe" verständlich gewesen. Es war also Freundlichkeit des Herrn-Psarrer Dr. Naumann, rocim er sich einen Augenblick dem Sprachgebrauch des Herrn Oberbürgermeisters anpaßte.
4. Hinsichtlich der Bezeichnung „altkatholisch" ist bet Herrn Oberbürgermeister Mecum und Herrn Dr. Gutfleisch eine seltsame Aenderung des Sprachgebrauchs festzustellßn. „cklttatholtten nennt man im offiziellen Sprachgebrauch Katholiken, welche die Beschlüsse des vatikanischen Konzils nicht anedeimen. Wer aber seit 28 Jahren keine katholischen Sakrainente empsangen hat utld auch in Zukunft diese Haltung bewahren will, hat sich lemeswegs bloß vom Vatikanum, sondern mit dem Unterlassen der österlichen Beichte von den Einrichtungen der alten Drehe
losgcsagt, und Schreiber bezweifelt, ob Bischof Dr Remkens einen solchen Aiann meinte, wenn er Herrn Dr. Gutfletsch gegenüber1 einmal äußerte, die Altkatholiken seien die etgentlicheii Katholiken. Für die evangelische Gemeinde ist es natürlich gleichgtltig, ob Herr Oberbürgermeister altkatholisch oder — was der richtige Ausdruck wäre — a-katholisch (— nicht katholisch) ist.
Prof. Dr. Holtzmann.
kommt, „preußische Prinzen" treffen ein — der Begriff „Deutscher Kronprinz" ist dem echten Bajuvaren immer noch nicht wieder mundgerecht seit dem Tode des in Süd- deutjckfland so populär ^gewesenen ersten Trägers dieses Namens, dem Le7anntlich nack) der Sdftacht bei Wörth ein bayerischer Infanterist treuherzig versicherte: „5-ätten's uns g'führt anno 66, Hoheit, Königliche, da hütten's mal schau'n oll'n, wie toia die Malefizpreußen sakrisch verhau'n hätt'n!" Ter Kronprinz war v-on der lebhaften Begrüßung am Bahnhof sickftlick) fieudig betroffen, und das Gemisch von Selbstbewußtsein und Verlegenheit, das dock) eigentlich wieder die Besd)eidenheit erkennen ließ, mit der er die Ovationen entgegennahm, stand ihm recht gut. Er sieht sehr fiisch und gebräunt aus, gegenüber seinem etwas zarter dreinblickenden Bruder. Beide Prinzen speisten am Bahnhof in einem reservierten Salon des Hoses und fuhren dann nach Wildbad Kreuth, wo sie der Herzog Karl Theodor mit seinen Söhnen, ihren besonderen Freunden, erwartet. Tie Intimität mit der Familie des in München und ganz Bayern hochverehrten Herzogs Karl, wie er allgemein gewannt wird, hat nicht wenig dazu beigetragen, daß die „preußischen Prinzen" — so heißen sie nun einmal — sich in der bayerischen Hauptstadt und im Tegernseer Lande natürlich erst recht einer fiühzeitigeu Popularität erfreuen.
* Aalesund, 5. Okt. Ter norwegische Dampfer „Terjevigen" ist vorgestern während des Sturmes unweit von hier gefunken. Die ganze aus 12 Mann bestehende Besatzung ist ertrunken.
* Paris, 5. Okt. In einer Men agerie in Pezou verwundete ein Löw e den Bändiger Gaillard so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. — Wie hiesige Blatter melden, hat Jacques Lebaudy das englische auswärtige Amt von der Gründung des Sahara- Kaiserreiches in Kenntnis gesetzt und zugleid), seine Bereitwilligkeit lamsgesprochen, sein Reich dem englischen Handel zu öffnen, wenn er von England Unterstützung finde. Lebaudy erffucht, seinen Vorschilag ernsllich in Erwägung zu ziehen und bittet, ihm baldmöglichst mitzuteilen, welche Haltung die englische Regierung in dieser Angelegenheit einzunehmen gedenkt.
* Pils en, 5. Okt. Zwei deutsche Studenten der Prager Burschenschaft Arminia, welche hier auf dem Ring promenierten, wurden von der tschedfischen Bevölkerung insultiert und verfolgt. Sie wurden mit Stöcken blutig ges chlage n, ihre»Mützen und Bän- derzerrisseu. Nur unter dem Schutz der Polizei konnten sie sich in Sicherheit bringen.
* Ein eigenartiges Erlebnis hatte dieser Tage in London eine jungeDame, Tochter eines reichen Fabrikanten. Sie kehrte nachts ans einer Gesellschaft nach Hanse zurück. Wer beschreibt ihr Erstaunen, als sie beim Betreten ihres Schlafzimmers zwei Männer vorsand. Eine Andere wäre wahrscheinlich in Ohnmacht gefallen, nicht so untere Miß. Ruhig sprach sie die beiden (Ändriuglllige an uno fragte sie, was sie in ihrem Zimmer zu suchen hätten. Tie Antwort der beiden Einbrecher lautete der Wahrheit gemäß, sie seien gekommen, um das Haus zu bestehlen, und seien eben damit beschäftigt gewesen, einen Schrank, in ’bem sie Schmuck vermuteten, aufzubrechen. Tie beherzte Miß sprach den beiden Gentlemen ins Gewissen, machte sie auf das Verwerfliche ihres Treibens aufmerksanl, das nur bann halbwegs zu entschuldigen wäre, wenn sie vom
verletzt.
* München, 4. Okt. Der deutsdje Kronprinz ist am Freitag mit seinem Bruder Eitel Fritz am Münchener Bahnhof begrüßt worden. Da jeder Empfang verbeten war, o war nur ein Herr von der preußischen Gesaridtschaft zum Bahnhof gekommen. Zuerst traf der Kronprinz von Köln her ein. Er hatte bereits die preußische Hofjagduniform angelegt, während sein Bruder, den der Berliner Schnellzug brachste, Zivil trug. Ein Handschlag — „Guten Morgen UW i e w ar s?" — das war die Begrüßung. Beide Prinzen'Rainen ja von Denkmalsenthüllungen, als Stellvertreter ihres Vaters. Die Ersck)einung der frischen Jünglinge machte ersichtlich Eindruck 'aus das Publikum, das ofort in lebhafte Hochrufe aus brach Die Verschsiedenheit der Brüdep ist sehr auffallend. Aus dem Kronprinzen chaut in allem der ganze Vater heraus, währetid Prinz Eitel Fritz, der breitschultriger, einen halben Kopf größer wie sein schlanker und gefchmeidiger Bruder, daherkommt, eine auffallende Aehnlichkeit mit seiner Mutter zeigt. Beide Prinzen versprechen indessen in der äußeren Erscheinung echte Hohenzvllern zu werden; ihre Gestalten erinnern an die Generation hochgewchhsener preußischer Prinzen, von der Prinz Albrecht und sein ällester Sohn, Friedrick) Heinrich, nach dem Heimgänge des allen Kaisers und seines Sohnes wie seiner Brüder und Vellern lange Zeit nocl> die einzigen Repräsentanten touren. Die lebhafte Begrüßung der beiden Prinzen durch das Publikum konnte einen um so mehr erfreuen, als vor der Ankunft unter der Menge von nichts anderem die Rede'war, als der „preußisck)e" Kronprinz
die abloschende Feuerwehr die Abgebrannten vor den leer- Hunger zu ihrem Tun gezwungen waren.
gebrannten W'ohnställen und wirtschaftlichen Gebäuden; die l-nngrig?" fragte sie die Manner und noch ehe dre Berdw Gastfieundsck)aft der Nackcharn hat sie ja zwar vor der antworten konüten, fuljr fte fort: lni
Obdachlosigkeit bewahrt, vorläufig, aber wie soll es auc nr-** '•x‘ ® ,,rt Knr
die Dauer, im bevorstehenden Winter werden? Wenn auch nicht alle, so gehen dock) einige Abgebrannte bitterer Not entgegen. Ganz Poppenhausen ist durch das große Brand- unglück in eine so drückende Lage gekommen, daß sie die Betätigung hilfreicher Nächstenliebe herausfordert. Nament- lick) die vielen Nhöntouristen, die den fdjimuden Marktlecken im Lüttertale am Fuße der Ebersburg schon besucht rnd ihm mand) schsöne Erinnerung zu verdanken haben, ollten sich durchs das Unglück rühren lassen und für die notleidenden Abgebrannten die mildtätige §anb öffnen.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den
Bergsllaße.
Kirchhain, 3. Okt. Auf dem Gelände des Ohmtal- bahnhofes ist in dies em Sommer das „Kvrnhaus Kirchhain" errichtet worden, dessen feierliche Eröffnung heute stattfand. Zunächst-wurde die Gelleidellocknung vorgeführt. Gutsbesitzer Bopp-Kleinseelheim hatte hierzu ein Quantum Hafer angeliefert, das naß eingeerntet war. Binnen kurzer Zell war das Getreide die verschiedenen Schächte durchlaufen und fiel als vollkommen trockene und marktfähige Ware in das Silo. Hierbei trat der Nutzen, den das Kom- haus gerade in nassen Jahren der Landwirtschaft bringt, klar vor Augen. Auch die übrigen mannigfachen Vorrichtungen wurden in Tclligkeit gesetzt und funktionierten vorzüglich. Nachdem die Erschienenen das Kornhaus in allen Teilen eingehend besichtigt hatten, begab man sich in das Dahnhoshotel, wo ein Festessen veranstaltet war und die offizielle Eröffnungsfeier stallfand. Landgerichtsrat Klin- genbiel-Marburg hiell die Festtede, worin er ausführte, daß gerade bei dem Komhaus KirchhE die Vorbedingungen für eine gedeihliche Entwicklung gegeben feien, da im Kreise Kirch-Hain eine genossenschaftlich geschulle Bevölkerung vorhanden sei, die zeigen könne und müsse, was sie unbeengt von Staatsfesseln leisten kann. (H. L.-Ztg.)
Fulda, 5. Oll. Von Dr. Lange-Kassel und Hauptlehrer Vonderau^Fulda wurde die nordöstliche Rhön auf vorgeschichtliche Ringwälle untersucht. Auf der Hessen kuppe bei Dermbach sch-nllt man innerhalb der Befestigung eine Herbstelle an, deren Fundmerünale die Anlage in die Zell um Christi Geburt verweisen. Der Beyer, der am weitesten nach Nordosten vorgeschobene Rhönberg, hat einen durch zwei Wälle umsäumten Gipfel. Am Stallberg bei Hünfeld ist durck) Querschinllte in den Wall die ehemalige Konslluttion dieser Befestigungsanlage nachgewiesen und an mehreren Stellen die heute noch senkrechte Front des CyklopenmauerWerks fteigelegt worden; letzteres ist hochwichtig, da bisher in der Rhön ganz sichere Resultate iioch nick)t erzielt werden konnten. — Der Schaden, den das Groß feuer in dem freundlichen Rhön orte Poppen hausen angerichtet hat, ist sehr bedeutend. In Schutt und Asck)e liegt das Vermögen so! manch braver Familie begraben. Niedergeschlagen und ratlos stehen um
Vermischtes.
* Duisburg, 5. Okt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden auf dem hiesigen Bahnhof 2 Beamte von einem Personen zuge überfahren und getötet.
für Öen


