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6.10.1903 Erstes Blatt
 
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Nr 234

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem (Steßener Anzeiger werben trn Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Giehener Kamillen, blätter oiermal in der Woche betgdegt

Rotationsdruck n. Ver­lag der BrühlIchen Untvers.-Buch» u. Stein- drucke ret (Pietsch Leben)

Redaktion. Lxpeditto» unb Druckerei: Schulstraße 7.

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Erstes Blatt.

133. Jahrgang

Dienstag 6. Oktober 1903

Gießener Anzeiger

** General-Anzeiger v '*®r

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezngspretdi monatlich7bPs^ viertel- täbrlid) Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Mk.2. üterlel- jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen üt bte TageSnummer »iS vormittags 10 Uhr. ^eilenpretSr lokal 12 Ps^ auSwLrU 20 Psg.

Beranrn>»rrNch iÜr beit polst, and allgem, leih U Witiko: tot »Stadl und Land' unb -GerichtSiaat': August Götz, tot den An» jetqentetl: HanS Beck.

Nslrtische TagesschM.

Die Dairkautwort des Kaisers an den Evangelischen Bund hat folgenden Wortlaut:

Se. Majestät der Lais er und Körrig lassen der 16. Generalversammlung des Evangelischen Bundes für deu HuldLgnngHgruß vielmals danken. Ans allerhöchsten Be- * fehl: Der geheime Kabinettsrat v. Lucanus.

Dazu bemerken dieBerl. Nenest. Nachr.":

Wir erinnern uns aus früheren Jahren, wie wieder­holt von katholischer Seite bezw. von Zentrumsstimmen Klage darüber geführt wurde, daß die Dan'kantworten des Kaisers auf Huldigungstelegramme der Gustav Adolfs- Bersammluug und anderer protestantischer Tagungen huldreicher und mehr deren Stellung einnehmend er­schienen als der kaiserliche Dank an die Katholikentage bezw. Zentrumsveranstaltungen. Diesmal wird umgekehrt auf protestantischer Seite der Unterschied unangenehm be­merkt. Wir lassen, unter Hinweis auf die Rede des Grafen Wintzingerode (die lvir im wesentlichen wiederge- geden haben. D. Red. d. Gieß. Anz.) und ähnliche zu Ulm Äeuen, dahingestellt, inwieweit die kaiserliche Kund- g durch die polemische Zuspitzung der Hauptver­sammlung des Evangelischer Bunoes veranlaßt ist.

Gesegnetes Schwemesterbeu.

Unter dieser Ueberschrist schlachtet derVorwärts" eine agrarische Aeußerung für die sozialdemo­kratischen Zwecke also aus:Wie ein agrarisches Gemüt über Volkswohl und Vvllsernährung denkt, zeigt das Be­kenntnis einer schönen Seele im landwirtschaftlichen Verein zu Stolp-Schlawe-Rummelsburg. ^Latürlich war es ein Puttkamer, und zwar der Herr v. Puttkamer-Glotoitz. Man debattierte über das neue Impfmittel gegen Schweineseuche. Herr v. PuttLuner-Glowitz aber sah, nach dem Bericht' der Stolper Presse vom 1. d. M, in dem Krepieren der Ferkel für den Besitzer kein großes Unglück, wünscht vielmehr in diesem JahreGesegnetes Schweine- ftecbä?', da iauch^ die besten Ferkel nicht los zu sein werden. Richt los werden heißt ans dem Junkerlichen ins Deutsche übersetzt: nicht teuer genug bezahlt werden. Und um den Preis in die Höhe zu treiben, wünscht Herr v. Puttkamer- (Äowitz das Angebot verringert zu sehen! Ob das Volk hungert oder nicht, ist Nebensache. Geldverdienen ist Trumpfs

Are Aesttage in Darmstadt.

R. B Darmstadt, 5. Okt.

Ter Empfang der heute hier eingetrosfenen fürstlichen Hochzeitsgäsre vollzog sich unter großer Feierlichkeit. Früh- kurz vor 7 Uhr war Großfürst Sergius mit Ge- maylln hier angekommen und vom Großherzog, dem Prinzen Ärdwig von Battenberg, Prinz Georg von Battenberg, dem russischer! Gesandten Fürst Koudascheff u. a. am Bahnhofe begrüßt worden. Um 11 Uhr vormittags kam alsdann die Königin von England mit der Prinzessin Viktoria mit Extrazug hier an. Zum Elupfang waren am Bahnhof der Großherzog, das Zarenpaar, Kronprinz und Kron­prinzessin von Griechenland, Prinz und Prinzessin Heinrich! von Preußen, Großfürst Sergius und Gemahlin, sowie särnlliche übrigen hier weilenden Fürstlichkeiten erschienen. Nach herzlicher Begrüßung und kurzem Verweilen im Fürstenzinaner geleitete der Großhepzog die Königin mit ^Prinzessin Viktoria in einem vierspännigen offenen Wagen Mit Spitzenreitern und Tienern in historischen Kostümen ncqch dem Neuen Palais. Im zweiten, ebenfalls vierspän­nigen Wagen folgte das Zarenpaar, dann Prinz und Prin- zesiin Heinrich Großfürst Sergius mit Gemahlin u. a. m. Tie Königin und das Zarenpaar wurden am Bahnhofe und in der Rheinstraße von dem zahlreichen Publikum

mit stürmischen Hurrarufen begrüßt. In der Begleitung der Königin befinden sich die Herzogin von Buceleugh, The Honorable Miß Charlotte Knollys, Earl os Gosford und Colonel Brocklehurst.

Ter Empfang des Königs und der Königin von Griechenland, die heute nachmittag 5.23 Uhr aus Frankfurt hier eintrafen, gestaltete sich zu einer glanz­vollen Huldigung für die königlichen Gäste. Auf dem fest­lich geschmückten Bahnhof hatte neben dem Fürstenzimmer eine Ehrenkompagnie des Leibgrenadier-Regiments mit der Regimentskapelle Aufstellung genommen. Als der Zug in den Bahnhof einfuhr, intonierte die Kapelle eine Ehren- fansare und darauf die griechische Hymne. Nach herzlicher Begrüßung der Neuangekommenen durch den Großherzog, das Zarenpaar, das griechische Kronprinzenpaar, Großfürst und Großfürstin Sergius, Prinz und Prinzessin Heinrich und die anderen fürstlichen Herrschaften erfolgte unter Vor­antritt der Regimentskapelle der Präsentiermarsch der Ehrenkompagnie. Tie Allerhöchsten und Höch-Mn Herr- schaften begaben sich darauf noch einige Minuten in den Fürstensalon, der fast zu eng erschien für den großen Kreis der fürsllichen Herrschaften und chres nächsten Gefolges. Bei der Abfahrt ins Residenzschloß, die ebenso feierlich vor sich ging, wurden das russische Kaiserpaar, das griechische Kron- prinzenpaar, Prinz und Prinzessin Heinrich und die russischen Großfürsten von dem nach Tausenden zählendenHZublikum mit stürmischem Hurra bebrüßt. Den ersten Vierspänner ä la Taumont bestieg, König Georg mit dem Großherzog, den zweiten der Zar mit der Königin von Griechenland, den dritten die Zarin mit dem griechischen Kronprinzen und der Kronprinzessin, alle drei Wagen mit Spitzenreitern und einer Abteilung des 24. Dragoner-Regiments, dessen Uniform auch der Zar als Chef des Regiments trug, um­geben. Dann folgten Prinz und Prinzessin Heinrich- das Brautpaar, die fürstlich Battenbergischen Herrschaften usw. Die Straßen waren trotz des regnerischen Wetters dicht gedrängt mit ftemden und hiesigen Schaulustigen besetzt.

Zur Feier der Vermählung der Prinzessin Alice von Battenberg mit dem Prinzen Andreas von Griechenland erfährt dieDarmst. Ztg.", daß die Civiltrauung des er­lauchten Brautpaares am Dienstag im Alten Palais er­folgt. Am gleichen Tage mittags findet imWeißen Saale" des Residenzschlvsses Hoftafel statt, während für den Abend, den Vorabend des Hochzeitstages, im Alten Palais ein Rout vorgesehen ifty zu dem die hohen Fürstlichkeiten mit ihren Gefolgen, die Standesherren, I. I. Exz. Exz. der SLaatsminister, der Justizminister und der Finanzminister, der russische Minister Graf Lamsdorsf Exz., das diplomatische Korps, der griechische Konsul WeiAberg in Frankfurt a. M., die Hofstaaten, der Divisionskommandeur und die Regi­mentskommandeure der Garnison, hohe Beamte u. a., im ganzen an 200 Personen, Einladung erhalten haben. Am Nachmittag des 7. Oktober wird die kirchliche Trauung des Hohen Brautpaares nach evangelischem Ritus in der Hos- kirche, daraus in der russischen Kapelle auf der Mathilden- höhe nach griechischf-katholischem Ritus erfolgen. Hieran schließt sich ein großes Familiendiner im Alten Palais, woran die fürsllichen und anderen hohen Gäste, im ganzen etwa 40, teilnehmen; gleichzeitig findet im Residenzschlosse Marschalltafel shatt. Roch der Tafel wird das junge Ehe­paar die Glückwünsche im Residenzschloß entgegen nehmen und sich sodann nach Schloß Helligenberg als Aufenthalt für die nächste Zell begeben. Am Donnerstag wird im Großh. Hoftheater als Festvorstellung VerdisAida" auf- gefühvt. Das Offizierkorps des 2. Großh. Drag.-Regts. (Leib-Drag.-MgiZ^.) Nr. 24 veranstallet am Freitag em Reiter fest. Der heutigen Festvorstellung im Hostheater, in der Delibes^ OperLakme" gegeben wurde, wohnten das Zarenpaar, der König und die Königin von Griechen­land, die Königin von England, der Großhcrzog imb die übrigen fürstlichen Gäste bei. Wie eine Frankfurter Korre­spondenz meldet, soll der Zar dem Paare eine runde Million

Rubel bar, von einigen Kleinigkellen, die er bei hiesigen Juwelieren für lumpige 250 000 Mk. bestellt hat, ganz zu schweigen, zum Geschenk gemacht haben.

Tas Programm für die Trauung des hohen Brautpaares ist folgendes: Mittwoch, 7. l. M., nachmittags 3 Uhr, versammeln sich in der Hofkirche die zu dieser Feier geladenen Herren und Damen, welche besondere Eintritts­karten hierzu erhalten haben. Tie Räume vor und zu beiden Seiten der Orgel sind für die Mitglieder des Sängerchors reserviert. Zur nämlichen Zeit versammeln sich im Weißen Saale: die Oberst- und Ober-5)vfchargen, die General- und Flügel-Adjutanten, der Vorstaild des Großherzoglichen Ka­binetts, sowie das Gefolge der Allerhöchsten und 5^öchsten Gäste. Gegen 3y4 Uhr versammeln sich im Fahnensaal die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften. Gegen 3y2 Uhr begeben ftch die im Weißen Saale Versammelten durch den Kirchenhof in die Schloßkirche. Um 3y2 Uhr begiebt sich der Zug der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften in fol­gender Ordnung über die Treppe im inneren Schloßhofe nach der Schlotzkirche, an deren Portal die Geistlichkeit sie empfängt. Führung zur Trauung: S. D. Prinz Vietor zu Erbach-Schönberg I. D. Prinzessin Elisabeth zu Eibach- Schönberg. S. D. der Erdprinz zu Erbach-Schonberg I. H. Prinzessin Viktoria Eugenie von Battenberg. S. D. der Fürst zu <Ä:bach-Sch!önverg I. H. Prinzessin Joseph von Battenberg. S. D. Prinz Franz Joseph von Battenberg I. D. die Fürstin zu Erbach-Schönberg. S. D. der Herzog von Teck I. Kais. H. die Herzogin Wera von Württemberg. S. H. Prinz Albert von Schleswig-Holstein I. Kgl. H. Prinzessin Beatriee, Prinzessin Heinrich von Battenberg. S. H. Prinz Friedrich Karl von Hessen I. Kais. H. Prinzessin Nikolaus von Griechenland. S. Königl. H. Prinz dllkolaus von Griechenland I. Kais. H. Großfürsttn Georg von Rußland. S. Kgl. H. Prinz Georg von Griechenland I. Kgl. H. Prin­zessin Viktoria von England. S. Kais. H. Großfürst Georg von Rußland I. Ltgl. H. Prinzessin Friedrich Karl von Hessen. S. Kais. H. Großfürst Sergius von Rußland I. Kgl. H. Prin­zessin Heinrich von Preußen. S. Kgl. Hoheit Prinz Heinrich von Preußen I. Kgl. Hoheit die Kronprinzessin von Griechen- * land. S. Kgl. Hoheit der Kronprinz von Griechenland I. Kaiserl. Hoheit die Großfürsttn Sergius von Rußland. S. Kgl. Hoheit der Großherzog I. M die Kaiserin von Ruß­land. S. M. der Kaiser von Rußland I. M. die Königin von England. S. M.'der König der Hellenen S. K. H. Prinz Andreas von Griechenland I. M. die Königin der Hellenen. S. D. Prinz Ludwig von Battenberg I. D. Prinzessin Alice von Battenberg I. Großh. H. Prinzessllr Ludwig von Batten­berg. Hierauf wird die Trauung vollzogen. Nach aus­gesprochenem Segen begeben sicb die Hohen Neuvermählten, die Allerhöchsten, und Höchsten Herrschaft^ in umgekahrter Reihenfolge, wie oben angegeben, in die Gemächer zurück.

Aus Htuöt und Kaud.

Gießen, den 6. Oktober 1903.

** Oefsentliche Le sehalle. Im August war btt Lesehalle zwei Wochen geschlossen. Die Zahl der in diesem Monat verliehenen Bände beläuft sich deshalb nur auf 858, bte sich folgendermaßen verteilen: Erzählende Lilleratur 395, Zeitschriften 249, Jugendschristen 107, Versdichtungen 15, Litteraturgeschichte 9, Länder- und Völkeckunde 18, Kultur­geschichte 5, Geschichte und Biographien 20, Kunstgeschichte 2, Naturwissenschaft und Technologie 26, Seewesen 4, Philo­sophie 5, Staatswissenschaft 3 Bünde. Nach auswü::§ kamen 17 Bünde. Im September wurden 1463 Bände aus- geliehen. Davon for.;;iicn auf: Erzählende Lilleratur 732, Zeitschiislen 337, Jugendschriften 174, Versdichtungen 20, Litteraturgeschichte 10, Länder- und Völkerkunde 28, Kultur­geschichte 7, Geschichte und Biographien 53, Kunstgeschichte 8, Naturwissenschaft, Technologie 58, Seewesen 4, Gesundheits-

Feuilleton.

Theater und PuSMum.

Zur Eröffnung des neuen Bcrner Stadttheaters, die kürzlich stattfand, hat I. V. Widmann, der Theater-Rezensent und Redakteur des dortigen ^Biurd", einen originellen Festakt ge­dichtet, in dem Apoll, die Musen und Frau ^Berna" auf­treten und der sich namentlich dadurch auszeichnet, daß der Prolog-Schwung" immer wieder sehr wirksam von kräftiger Satire abgelöst wlld. So nimmt in dieser kleinen Dichtung (erschienen im Verlag A. Francke, Bern, Preis 50 Psg.) ein­mal Terpsichore das Wort, um nach einer Unterhaltung mit dem Berner /Bären" die ruhmredige Aufzählung erfolg­reicher Gastspiele, in der sich Frau Berna ergeht, folgender­maßen zu unterbrechen:

Saq mir nur auch: Wo war die Totenkammer?

Frau Berna:

Die Totenlammer?

Terpsichore:

Ja, der große ©arg,

-Der Lenz sür Lenz den ganzen Katzenjammer Der ruinierten Direktoren barg.

Frau Berna (zum Bären):

Hast du geschwatzt? Ich soll dich wohl ohrfeigen?

Thalia:

Ja, log er denn?

Frau Berna:

Neiit 1 Doch zuweilen, wißt, Jst's patriotisch, Wahrheit zu verschweigen.

Und Heuti ....

Terpsichore:

O! Der da ist ein Humottst.

Als er mir's raunte von den Direktoren,

Die bei dem Handel Hab und Gut verloren.

Da schnarcht' er: ,HuiI die mußten Haare lassen;

^Wenn man die Haare sorgsam täte fassen,

w©ie würden zu Perrücken ohne gleichen

Für der Stadtväter weise Häupter reichen, ^Die die Misere des Theaters sahn vUnb hundert Jahre nichts dazu getan."

Dann wird das Interesse, das man in Bern für die Musik hat, gerühmt, von der Frau Berna sagt:Das Schoßkind der Gesellschaft ist sie ja." Melpomene fährt dazwischen: Mnd ich das Stiefkind wohl mit meinen Dramen?" Worauf Frau Berna in Geständnissen und Versprechungen folgendes leistet:

So sah's wohl manchmal aus; doch fürchte nichts.

Strohköpfe zwar, blasierte Herrn und Damen,

Gibt's auch bet uns, des tragischen Gedichts

Erhabnen Bau unfähig zu erfassen.

Drum ladet das Tyeaterparadies^

Bon solcher Gäste schwärm im Stich gelassen,

Nach großem Beispiel ein das Volk der Gassen, Das deiner Kunst sich immer treu erwies.

Die sind es, die dem Fluß der Jamben lauschen,

Der Menschenschicksal auf den Wellen trägt;

Sie spüren auch des neuen Geistes Rauschen, Der in die Alltagsrede Tieffirm legt.

Wie sah ich dicht gedrängt sie horchend sitzen

In jenes stairdinav'schen Zaubrers Barnr, Der, wie das Licht m die geheimsten Ritzen Der Seele dttngend, Sieg um Sieg gewann.

Mit einem warmen Apell an das Publikum, das im Rahmen eines Schauspielhauses als Schmuck am meisten doch beliebt ist, dessen Gunst und Treue in erster Linie von nöten ist, weil die vom Himmel stammende Kunst doch irdisch leben will und muß, schließt diese hübsche und witzige Dichtung. Schmeichlettsch ist sie ja nicht, vielleicht aber um

Iso wirksamer in ihren Anregungen auch außerhalb

I Berns 1

Frankfurt a. M, 5. Okt. Nachdem die neue Konzert»» zell durch einen von Arthur Nikisch geleiteten und äußerst beifällig aufgenommenen Abonnementsabend im hiesigen Opernhause eröffnet worden war. Begann auch die Museumsgesellschaft mit ihren Orchesterkonzerten, zum ersteumale unter Leitung des neuen Kapellmeisters Äßg- mund v. H a u § e g g e r. Er wurde mit gemessener Höflichkeit begrüßt, aber schon bedeutend wärmer, entlassen, nachdem ihm fein Hauptstück, Beethovens C-molk-Sinfonie, so eben­mäßig schön gediehen. Im ganzen war ein feines und vor­vorsichtiges Maßhalten, ein Mangel starker Auffälligkeiten und Gegensätze das oberste Kennzeichen dieses ersten Auf­tretens, dem es dabei docy nicht an einer gewissen be­sonnenen Kraft der Tarstellung fehlte. Das Programm oieses lvie der nächsten Orchesterabende hat seinen Schwer­punkt im Klassischen, was auch auf ein kluges und behut­sames Vorgehen des neuen Dirigenten deutet. F. B. Bu- soni errang sich als Solist in Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 große, berechtigte Anerkennung. Tie als Ersatz für Frl. Milton vor kurzem engagierte Operettendiva Revy aus Berlin hat ihre Tötig-keit an der Frankfurter Oper bereits wieder aufgegeben.

Paris, 5. Okt. An der tun 10. Oktober beginnenden internationalen Sanitätskonferenz nehmen als Delegierte Deutschlands teil: Botschaftsrat Graf von der t&roeben, der Geheimrat des Reichsamtes des Innern Bumm, Geheimrat Professor Tr. Gaffky-Gießen und Tr. Nocht, Hafenarzt in Hamburg.