Ausgabe 
6.7.1903 Erstes Blatt
 
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Kraft.

dieser Tage wieder erklärte.

es gilt nicht und derselben

der der der Der

Auflösung der zwischen den

Fraktion.

Man hat erwogen, ob sich nicht ohne

schäftigungszeit warnten.

Arbeiterinnen über 16 Jahre finden in den C i g a r r e n> fabriken unseres Bezirks in großer Anzahl Verwendung; ihre Zahl ist in diesen Betrieben etwa 34 mal so groß als die der männlichen Arbeiter. Während diese in der Mehrzahl sich der lohnenderen, aber auch anstrengenderen Arbeit in anderen gewerblichen Betrieben zuwenden, finden die Mädchen und Frauen willkommene Gelegenheit, in teil Cigarrensabrilen Arbeit und Verdienst zu erhalten. Der jetzige Wohlstand und die besrere Lebenshaltung der früher armen Bevölkerung in der Umgegend der Stadt Gießen ist ein deutlicher Beweis, daß die übliche Beschäftigung weib- j lichcr Arbeitskräfte in der Cigarrcnmdustrie der Bevölker­ung große Vorteile gebracht hat. Wenn auch die normale Beschäftigungsdauer in diesen Fabriken 10 Stunden nicht! erreicht oder nicht überschreitet, so treten doch Fälle ein, in denen eine längere Arbeitszeit dringend erforderlich ist. Solche Fälle kommen z. B. vor Weihnachten vor, wenn viele Aufträge vorliegen, die noch- vor dem Fest erledigt werden müssen. Ferner ergiebt sich aus der hier durch- gesührtcn Arbeitsteilung zivijchen Rollern und Wictel- machern bisweilen die Notwendigkeit einer längeren Ar­beitszeit, wenn der eine Teil der Arbeiter mit seiner Arbeit

I gegenüber dem anderen im Rückstände ist.

Auch die Verlängerung der Mittagspause liegt nicht im Interesse der Cigarrenindustrie und ihrer Arbeiter. Die Fabrikanten würden dann abends eine halbe Stunde später die Fabriken schließen und die Arbeiter um soviel später nach Hause kommen. Die Mehrzahl der befragten Arbeiter- I innen hatte, da diese meistens außerhalb des Beschäftig­ungsortes wohnen, sich daher gegen die Verlängerung ter ! Mittagspause, vielfach für eine'Verkürzung ausgesprochen. Die Arbeiterinnen Huben sich auch fast sämtlich gegen den früheren Arbeitsjchluß an den Vorabenden der Sonn- und Festtage erklärt, weil sie hiervon bei der üblichen Akkord­arbeit eine Verkürzung ihrer Löhne zu befürchten haben.

In geringerem Maße werden Arbeiterinnen über 16 Jahre in den Ra u ch - und K a u t a b a k f a b r i k e n, sowie | in der T c x t i l i n d u st r i e unseres Bezirks beschäftigt. Auch hier ist die Verkürzung der Arbeitszeit und die Ver­längerung der Mittagspause für die Arbeiterinnen über 16 Jahre nicht angebracht, lucit bei dem Hand-in-Hand-Arbeiten zugleich die Arbeitszeit der männlichen Arbeiter abgekürzt werden müßte, was aber weder in deren Interesse, noch in demjenigen der Arbeitgeber liegt.

dort den Frcikonscrvatlven und Nationalliberalen in Sattel geholfen, genau so gut, wie es

sinnige Bürgertum tut. Das sind keine Erfahrungen, die uns den Mut für die Zukunft unserer Partei stärken können. Die Stunde für nationalen Sozialismus hat einfach noch nicht geschlagen. Wir können nichts tun, als aus sie warten, denn wir alle glauben heute noch, daß sie sicher kommt. Dies Warten wird uns eine harte Geduldsprobe sein. Denken wir daran, daß ein Menschenleben in der Entwicklung

Heer und Flotte.

Das Osfizi erkorps unserer Arm ee. Die preußische Armee besitzt 2 Feldmarschälle, 6 Generalobersten, 54 Generale, 99 Generalleutnants, 193 Generalmajors. Obersten zählt sie 363, Oberstleutnants 333, Majors 1472, Hauptleute und Rittmeister 4631, Oberleutnants 3335 und Leutnants 7242. Diese Offizierschargen oder Dienstgrade verteilen sich für die Obersten mit 232 auf die Infanterie, 55 auf die Kavallerie, 36 aus die Feldartillerie, 17 Fußartillerie, 18 Pioniere; für die Oberstleutnants 193 Infanterie, 60 Kavallerie, 34 Feld- artillene, 9 Fußartillerie, 9 Pioniere; für die Majors 878 Infanterie, 190 Kavallerie, 216 Feldartillerie, 83 Fuß- artillerie und 71 Pioniere. Die unteren Chargen der Leut-

Ker Abg. Dr. Müller-Meiningen, Mitglied Freisinnigen Volkspartei, hat in einem Aufsatz''Nach Schlacht" in derVoss. Ztg." die inneren Verhältnisse bürgerlichen Linken erörtert und dabei ausgesprochen: Ruf nach dergroßen liberalen Partei" wird nicht mehr verstummen, so sehr er zunächst verspottet und gelästert werden mag". Er beklagt die Selbstzerfleischung des Liberalis­mus, die fortgesetzten häßlichen Preßsehden, die Uneinigkeit, die eine der Ursachen der Schwäche sei. Ein tiefes Sehnen nach der Einigung gehe durch weite Kreise des Bürgertums.! Dr. Müller gibt hier Empfindungen Ausdruck, die sich vielen Liberalen Männern der verschiedenen Fraktionen seit langen Jahren aufgedrängt haben und die von Theodor Mommsen und Fr. v. Liszt bereits vor einem halben Jahre ausge- sprachen wurden. Die sortwährenden Kämpfe zwischen den einzelnen Gruppen des liberalen und demokratischen Bürger­tums erregen in der Tat hier und da, glücklicherweise nicht bei uns in Hessen, einen Mißmut, eine Hoffnungslosigkeit, daß immer mehr gut liberale Bürger, und nicht immer die schlechtesten, sich vom politischen Leben zurückziehen oder sich, ohne Sozialdemokraten zu sein, der Sozialdemokratie zu-

Fraktionen doch ein engeres Einvernehnien

Fraktionen der Linken im Parlament Herstellen ließe, der-! gestalt, daß eine Art Senioren-Konvcnt, ein Bcrtrauens- männerausschuß gebildet würde, der em gemeinsames Vor-^ gehen in allen Fragen der praktischen Politik zu vereinbaren! oder suchen hätte. Ein solcher persönlicher Verkehr könnte manchen Mißverständnissen vorbeugen, manche Gegensätze mildern, eine erfreuliche Annäherung bewirken und den tn ihrer Vereinsamung ohnmächtigen Gruppen eine ihrer Gesamt­zahl entsprechende oder darüber hinausgehende moralische Bedeutung sichern. An einen solchen festen Kern könnten sich dann leicht neue Teile angliedern. Die Einigkeit hat zweisel- i los werbende, die Uneinigkeit ebenso zweifellos auflösende

des Volkes keine Rolle spielt!

Die Zukunft de8 Liberalismus.

wenden.

Diegroße liberale Partei" ist allerdings gegenwärtig ti-enc | cin Traum; selbst wenn die Fraktionen einig wären, wäre die Partei nicht groß. Aber in der bisherigen Zerrissenheit kann sie nur immer kleiner werden. Es ist nicht von nüten, daß die Fraktionen ihre bisherigen Verbände auflüscn und sich in einem neuen Verbände zusammenfindcn. Aber sie muffen lernen, sich zu vertragen und zusammenzugehen, vor allem aber die gegenseitigen, oft persönlich gefärbten, öffent­lichen Angriffe aus einander zu unterlassen. Das gilt von dem Verhältnis der Fraktionen zu einander, minder von den einzelnen Gruppen einer

Volitische Tagesschau.

Die Natioualsozialeu.

Pfarrer Naumann schreibt jüngst in derHilfe":

Ueberall ergibt sich trotz unserer Agitation ein starkes Anwachsen der Sozialdemokratie, nämlich in Dithmarschen um rund 3700 Stimmen, Jena um rund 3400 Stimmen, Lübeck um rund 1400 Stimmen, Marburg um rund 1000 Stimmen, Oldenburg I um rund 2300 Stimmen, Sangerhausen um rund 2000 Stimmen, also in sieben Wahlkreisen rund 16 500 Stimmen. Aus diesen Ziffern geht hervor, daß wir der Sozialdemokratie gegenüber einfach machtlos sind. Wir können hier und da bei günstigen Umständen, wie jetzt in Marburg, den einen oder rinderen Kandidaten zum Siege bringen, sind aber dann fortgesetzt der Gefahr preisgegeben, von Wahl zu Wahl zwischen Reaktion und Sozialdemokratie zerquetscht zu werden, wie es den Frei­sinnigen in einem Wahlkreise nach dem anderen passiert. Dazu kommt als Lehre der Stichwahlen in Jena und Sangerhausen, daß von unseren Wählern im ersten Wahl­gange nur wenige willens sind, bei der Stichwahl den Sozial­demokraten als das geringere Nebel anzujehen: Ein deut-! kicher Beweis dafür, daß cs nicht gerade die Arbeiterseite unseres Prograinms ist, die uns diese Stimmen in der Haupt- roahl zugesührt hat. Sozialdemokratisch zu wählen oder sich mindestens der Stimme zu enthalten, hätte in den genannten Kreijen wie m zahlreichen anderen, wo wir nicht im Spiele ivaren, zweifellos eine Stärkung volksfreundlicher Politik be­deutet. Unsere Anhänger im ersten Wahlgange haben aber

Kriegsgerüchte ertönen auch aus dem fernen Osten. Hier' ist Korea der Zankapfel zwischen Japan und Ruß­land. Die russische Besatzung der Mandschurei schürt im englischen, chinesischen und amerikanischen Lager die Ani­mosität gegen Rußland und die Lust, mit Japan gemein­same Sache zu machen. Die Amerikaner sind in den letzten Wochen ohnehin von den Rusten dadurch gereizt, daß dar? offiziöse Rußland jid} entrüstet über die von txun ötaati- setretär Hay nicht gewünschte, von Roosevelt über mit | aller Lebhaftigkeit und unter lauter Zustimmung in gesetzte amerikanische Protesterklärung gegen die Kr,chi- n e w er Greuel, und die Empörung der Amerikaner über Rußlands Vorgehen gegen amerikanische Interessen in der Mandschurei dauert an. , n

Verworren, wie seit 1867 nicht, ist die politische Lage in Oesterreich-Ungarn. Die Ministerkrise ui Ungarn bat eine solche in Oesterreich erzeugt. Beide bedingen sich gegenseitig. Die von den agyarischen Chauvinisten an* gekündigte Obstruktion gegen die östreichisch-unganjche Wehrvorlage hat das Ministerium Szell über den Haufen geworfen, und sein Nachfolger Khuen Hetervary hat die Wehrvorlageeinstweilen" magyarischen Prwatwünschen opfern müssen. Taseinstweilen" hat wieder im ungari­schen Parlament zur Fahnenflucht der Anhänger des neuen Ministerpräsidenten aus dem Lager des Vollblutmagyaren Losjuth geführt, die Zurückziehung der Wehrvorlage hat die liberale Partei gespalten. Jeder ist jetzt in Ungarn anderer Meinung, wie regiert werten soll. Die Austritte aus den Parteien sind an der Tagesordnung, die Verwirr­ung unbeschreiblich Graf Khuen hat es mit allen Par­teien verdorbem Die sehr Nation al gesonnenen ungch rischen Sozialdemokraten nennen den Grafen in offenen Aufrufen einenFeind des Rechtes und Henker der Freiheit". Für diese Woche wird eine enstcheitente Wend­ung erwartet. Es wird wohl nicht ohne Auslösung des Abgeordnetenhauses abgehem Nicht minder schwierig liegen die Dinge in Oesterreich Ministerpräsident v. Korber hatte sich auch für eine Erledigung der Wehrvorlage einge.etzt, die' der Kaiser im Verein mit Hetervary zurückgezogen hat. (stenfo ter Kriegsminister v. Welsersheimb. Trotzdem hat der Kaiser, wie bestimmt verlautet, die Demission des Ka­binetts Körber abgelehnt und das Ministerium-wird wohl im Amte bleiben. Es ist noch die Form der kaiserlichen Entschließung festzustellen. Tie kaiserliche Entscheidung soll eine Vertrauenskundgebung für Kvrber enthalten. Tas heißt mit anderen Worten: der Kuhhandel zwischen den Nattonalitäten wird fortgesetzt. Wie verlautet sollen be- retts neuerliche Verhandlungen wegen der mährischen Universität eingelettet sein.

Während in Frankreich Combes und Waldeck- Rousseau, wenn auch nicht einer Meinung, jo doch noch immer vereint den Kampf gegen die Kongregationen fort-! setzen und der Kammer eine mit 05160 Unterschriften ver­sehene Petition zu Gunsten der Trennung von Kirche und Staat vorgelegt worden ist, beschäftigt sich die e n g- lische öffentliche Meinung unausgesetzt mit dem Plane, England durch die Einführung von Zöllen die Mittel zu schaffen, um die Kolonien mit dem Mutterlante zu'.ammen- zujchließen. Rosebery stichelt fast täglich in osfenttichen Reden gegen das Kabinett Balfour, und es scheint, daß ter Chgmberlainsche Plan eine Umgestaltung der englischen Parteiverhältnisse herbeiführen wird. Tie Regierung aber bleibt fest, die Finanzwirtschaft des Reiches wird und muß revidiert werden, wie der irische Minister Wyndham erst

Aus Hiaöi und Kaud.

Gießen, 6. Juli 1903.

** Pc r s o n a l v e r ä n d e r u n g e n bei der Oberpost- Direktion Darmstadt. Der Kaiser hat dem Postdirektor Münch in Bad-Nauheim bei seinem S che i d en aus dem Dienst den Roten Adlerorden 4. Klaste verliehen. Versetzt wurde der Postdirektor Jaeger üoh Ziegenhals nach Bad-Nauheim. Etatsmäßig angeftcUt sind: als solche die Postpraktikanten A l t in Friedberg, Ki hing in Gießen und Moog in Bad-Nauheim: angenommen wurde als Postgehilfe der Gymnasiast Wilh. Schmidt in Gießen; zu Telegraphengehilfinnen: Marie Kühnlein in Mainz und Julie Lorey in Darmstadt.

** Die landwirtschaftliche Ausstellung. Un­längst tagte imHessischen Hofe" der geschäftsführende Aus- jchutz für diese Ausstellung und faßte eine Anzahl wichtige I Beschlüsse. So wurden der Voranschlag und die Bauplän e für das Unternehmen aus dem Trieb endgültig genehmigt und werden in Kürze zur Ausführung ausgeschrieben werden. Mit dem Gießener Pferdemarktkomitee wurde eine Verständigung bezüglich der gemeinschaftlichen Durchführ­ung des am 14. September stattfindenoen Pferde- und Zuchtvieh Marktes vereinbart. Auch den An­trägen des Oberhessischen Bienenzuchtvereins wegen Ab­haltung einer Sonderausstellung für Bienen­zucht auf dem Ausstellungsplatze wurde entsprochen. 2ic Arbeiten sind jetzt von allen Ausschüssen energisch in die Hand genommen worden, und es ist zu erwarten, daß bis zum Ausstellungstermin alles fertig fein wird. Der An- meldetermin für Geflügel ist bis auf den 15. August I verschoben worden. Mit der landwirtschastlichen Aus­stellung ist übrigens eine Verlosung verbunden; der Generalvertrieb der Lose wurde Herrn L. F. Ohnacker in Darmstadt übertragen.

S. Soiree Eick ermann. Die Volksvorstellung des Künstlerpaares Eickermann vom Hoftheater in Meiningen war tlrotz der kleinen Kassepreise und dein vorher ver- öfsentlickMn Programm leider abermals sehr schlecht be­sucht. Frau Luise Eickeriuann-Trautmaun eröffnete den Abend mit drei ausgezeichneten Dichtungen aus Baum bachs Abenteuer und Schwänke. Herr August Eickermann gab sodann drei Gedichte von ReuterDe niege Paleto", De Pirdkur" undDu droggst de Paun weg" als Cha- raftcrbarftcUungen. Nun folgte ein KriegsgemäldeTie Schlacht bei Sedan" von Professor H. Bork, gesprochen von | Fcau Eickermann. Der dritte Teil brachte noch buniorütiicbe

mallibcralcn in d-n I Herstellung direkter Tarife »ach-inn-nussischen PläVen unb anhenuärts das srei- gleichmäßige Behandlung der Einfuhr ^ur --ce und au, anderwärts frei Landwege nach Rußland, Beseitigung der Bruttover- wlluitg bei der Einfuhr von Lampen nach der Schwerz, Ein­stellung einer besonderen Position für Mrsettü rn den Zoll- tarifen, Aendernug einiger ausländischer Patentgesetze.^Wir haben diese Wünsche zur weiteren Verwertung dem a/eut- schen Handelstag mitgeteilt.

wiederum über die bulgarischen Beschuldigungen und Be- ühiverben mißgestimmt, sie behauptet, daß sie mehr Grund zu Beschwerden gegen Bulgarien habe, und versichert, test die Mißverständnisse sich im beiterfeitigen Fnlerepe auf» klären und beilegen lassen werden. IrgendwelckP weiteren Verwickelungen seien nicht zu befürchten. Doch Bulgarien schwärmt für die Befreiung Macedoniens. Ak an suhlt sich dazu berufen, den Maeedoniern bei derselben Arbeit bei- Anspringen, der man selbst die nationale llnabhangigkett verdankt. Man erhofft davon eine Stärkung ter bulgari­schen Idee in der Türkei. Die Armee glüht vor chatendrang. Ferdinand laviert, halt den Frieden zum Scheme aufrecht, I bereitet aber im stillen den Krieg vor. 150000 ÄE- licheraewehre sind in Bulgarien ein geführt, und ein verbot der Ausfuhr von Pferden und Mauleseln ist erlassen. Alles > dieses teiltet auf eine Zuspitzung d<w Lage hin, wenn nichsr in letzter Stunde die unziveideutige Haltung ter Machte der ruhigen Ucberlcguitg über blinde Leiten schäft zum Siege verhilft. Eine bulgarische Note an die Großmächte hatte bisher die Folge, daß die Kabinette den bulgarisckieu Vern'etern die Versicherung gaben, man werde eine Kriegserklärung seitens der Türkei nicht zulassen, verlange aber von Bulg^ien, militärischen Maßnahmen zu entsagen.

In Serbien macht sich nach wochenlangem ^ubel ooch auch schon böses Blut bemerkbar, weil der König forrwährend die K o n i g s m ö r d e r mit Beloh n u ngen unb Rangerhöhungen überschüttet. In verschiedenen Garnisonen fanden bereits Offiziers-Protesiversammlungen

Arbeitszeit gewerblicher Arbeiterinnen.

Nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung darf die Beschäftigung von Arbeiterinnen über 16 Jahren tn Fa­briken die Dauer von 11 Stunden täglichen den Vor­abenden der Sonn- und J-esttage von 10 Stunden nicht überschreiten. Zwischen den Arbeitsstunden ist den Arbeiter­innen eine mindestens einstündige Mittagspause ge­währen. Außerdem dürfen die Arbeiterinnen an den Vor­abenden der Sonn- und Festtage nicht länger als bis 5Vs Uhr nachmittags beschäftigt werden. .

Im Anschluß an diese Vorschriften wurden im Berichts» ljahre die Gewerbeinspettionen um eine Berichterstattung darüber ersucht, ob es zweckmäßig und durchführbar sei, die zuliissige Arbeitszeit für gewerbliche Arbeiterinnen über 16 Jahre auf 10 Stunden täglich zu beschränken, die Mittaas- pause auf IV2 Stunden zu verlängern und den Arbei^Sschluß an den Vorabenden der Sonn- und Festtage auf eine frühere Stunde als 51/2 Uhr nachmittags zu verlegen und zwar letz­teres allgemein oder nur für einzelne Industriezweige.

Da in einigen Industriezweigen unseres Bezirks Ar­beiterinnen über 16 Jahre in großer Zahl beschäftigt werden und eine Aenderung ihrer Arbeitsdauer von tiefgreifender Wirkung fein würde, so richttten wir an den Herrn Reichs­kanzler, sowie an die Großh. Regierung Eingaben, in denen wir pus die drohenden Schädigungen für bie Arbeiter und Arbeitgeber hinwiesen und vor einer Abkürzung der Be-

nants verteilen sich wie folgt: Auf die Garde 339, Jäger! 142, Maschinengewehr-Abteilung 25, Jäger zu Pferde 27,1 Feldattillene-Lehrregiment 26, Ingenieur- und Pionier- Schule 5, Garde-Pionier- und Linien-Bataillone 254, Eisen­bahn-Regiment 83, Militär-Eisenbahnbetriebs-Abteilung 4, Telegraphen-Bataillon 14, Lustschiffer 4, Verkehrstruppen 1, Schießschule (Fußartillerie) 7, Train 84, Fnßattillerie 277, Jeldartillerie 1216, Kavallerie 951, Infanterie 3540, Unter» l offizierschule rc. 91, Hauptkadetten-Anstalt 27, Kadettenhäuser 158, verschiedene Kommandos 68. Die Oberleutnants, deren Zahl, wie oben erwähnt, 3335 beträgt, verteilen sich wie folgt auf die verschiedenen Truppenkörper: Garde in Berlin 130, Jäger 45, Maschinengewehr-Abteilung 12, Jäger zu Pferde 21, Feldattillerie-Lehrregiment 10, Ingenieur- und Pionierkorps 70, Festungsbauschule 1, Garde- und Linien- Pionier-Bataillon 67, Eisenbahnregimenter 25, Militär- Eisenbahnbettiebs-Abteilung 4, Telegraphen-Bataillone 12, Luftschiffer 3, Verkehrstruppen-Versuchsabteilung 1, Schieß­schule (Fußartillerie) 4, Train 69, Fußartillerie 142, Feld­artillerie 420, Kavallerie 339, Infanterie 1735, Unteroffizier­schule und Vorschule 50, Hauptkadetten-Anstalt 22, Kadetten­häuser 23, Gewehrprüfungs-Kommission 13, Landgendarmerie 7, Militär-Turnanstalt 2, Erziehungsanstalten, Prüfungs­kommission rc. rc. 108.

Berlin, 4. Juli. Der bekannte Militarschriftsteller Major a. D. Scheibert ist heute im Alter von 73 Jahren nach längerem Leiden g e st orden,____________ _

Her"^^röMT^ändelskammer

Hießen.

III.

Wünsche in Bezug aus die Handelsverträge.

Mit Rücksicht auf die neu abzuschließenden Hantels­verträge veranstalten wir im Berichtsjahre eine Rundfrage bei den Exporttnterefsenten unseres Bezirks, um die Wünsche hinsichtlich der einzelnen Sätze der fremden Zolltarife und sonstiger in den Handelsverträgen zu regelnder Verhältnisse festznjtellen. In den hierauf eingegangenen Berichten wurde u. a. befürwortet: Ermäßigung der Zolle auf Werkzeug- A Maschinen bei der Einfuhr nach "Rußland und Oesterreich,