loS, soweit Milchvieh in Frage kam, überlasten war. Man war
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Wetter
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Mai 1903.
16,2- 0.
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Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
Mit höchsten Preisen ausgezeichnet. 2584
Fr. Leo Nachfolger (C. Herber), SeltcrSweg 58.
Gerichtssaal.
Eisenach, 1. ä)?ai. Unter großem Andrang des Publikums sand heute vor der Straftammer des hiesigen Sanb* gerichls die Verhandlung gegen den ersten Bürger- meiftcr Dr. jur. Georg von Fewson statt. (£r ist beschuldigt, in 5 Füllen es als Chef der städtischen Polizei unterlassen zu haben, eine strafbare Handlung zu verfolgen, in der Absicht, jemanden der gesetzlichen Strafe rechtswidrig au entziehen. Der Verhandlung wohnte der rvettnariscl-e Minister des Innern v. Wurmb bei. Der Angeklagte ist 1863 in Petersburg als Sohn eines russischen Staatsrates und der geborenen Fürstin von Troubetz- foe geboren. Die Verhandlung ergab, daß er die Polizeigeschäfte sehr eigentümlich führte. In 4 Füllen nahm er zugunsten von Prostituierten gegen seine Polizeibeamten Partei und unterließ es, Anzeigen, die gegen Prostituierte wegen Übertretung der polizeilichen Bestimmungen vor-
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Bed. Himmel HellerHimmel Sonnenschein
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trat für das aktive Wahlrecht der Frau zu den Gewerbegerichten und den Standpunkt, welcher die Frau auf Grund ihrer zu starken Subjektivität als unfähig zu diesem Amt bezeichnet, den „Mrßbrauch eines taut» schukartigen Schlagworts" nannte.
Tie Gäste des Münchener Frauentages versäumten nicht der zu Ehren dieses Tages im „Künstlerhause" am Maxi- miliansplatz arrangierten kleinen, aber sehr interessanten Ausstellung künstlerischer und kunstgewerblicher Frauenarbeiten einen Besuch abzustatten, und ebenso sanden sich eine stattliche Anzahl von Teilnehmern zur Besichtigung der ersten wirtschaftlichen Frauenschule in Bayern ein. Das einstige Schloßaut Getselgaslig bei München, van der Borortstation GroschcHelohe tn 20 Minuten zu erreichen, ist zu einer solchen hergerichtet worden und zwar in Anlehnung an die praktischen Erfahrungen, die man schon seit einer Reihe von Jahren in Cbemfirdjen (Hessen- 'Jlafi'au;, in Reifenstein (Thüringen) und nicht zu ver- gehen in dem, nach dem Ableben der Frau Baronin D> rette vvn Schenk - ^chweinsberg bedauerlicherweise eingegangenen Rieder-Ofleiden gesammelt hat.
Garten und Park von Geiselgastig liegen in gesundheitlich günstigster und landschaftlich schönster Lage auf dem rechten Hochufer des adwcck?slungsreichen Jsarralcs; der Glanz eines zauberisch schonen Maitages begünstigte den wohltuenden Eindruck, den wir von dieser jungen Musterschule mit hinw? glich men.
Bei diesem mächtigen Nahen des jungen Lenz, der sich nirgends so gebieterisch gellend macht, als da, wo »tra- ßenHüge und Steinkolosje ihm den Einzug erschweren
8,0
8,4 ■
7,7
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Märkte.
W. Viehmarktbericht. Der gestern fällige Rindvieh- markt hatte einen Austrieb von 11—1200 Stück Milch- und Fettvieh sowie von ca. 250 Kälbern. Die Tendenz des Marktes war überaus flau und zwar wegen des gestern in der badischen Handelsmetropole Mannheim gleichzeitig stattgeyabten berühmten Mai- markles, dem die Kundschaft des ganzen Rheines und teilweise auch vom QJlain und von der Sieg zugeslromt war. Nur die Frank-
। al a ■* aXa8ta Sammle, Velvets, öeiüenstone^^
Elten & Keussen, Krefeld.
EingrsanLt.
(Für Form und Jnbalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Lollar, den 5. Mai 1903.
Zu der Mitteilung über die Büroermeisterwahl in Nr. 104 des „G. A." möchten roir bemerken, daß die diesjährige Holzver- steigerung Anfang Diärz stallfand und heute noch niemand feinen Absuhrschem Hal. Weiler Haden viele Lunden, welche schon chrc Geschastsrechnungen bei dem Betreffenden bezahlt haben, nochmals eine über dieselben Posten ausgestellt bekommen.
Mehrere Bürger.
Qioth’s gemahlene Kernseife
mit Salmiak und Terpentin wird zum Kochen selbst der feinsten Wäsche und zum Auswaschen gebraucht. Sie besitzt so hohe Waschkraft, daß man die damit gekochte Wäsche nicht mehr zu reiben braucht, wodurch die Stoffe ge- chont werden. Garantiert chlorfreü Preis per Packet 15 Psg. Alleiniger Fabrikant I. Gioth in Hanau a. M. 8786
von den Unter beamten ausdrücklich beantragt war. In einem fünften Falle ergriff er zugunsten eines jungen Kaufmanns Heinecke, der unter der Vorspiegelung, Krirni- valschutzmann zu sein, Prostituierte und andere Mävchen bewog, ihm gefällig zu fein, Partei gegen die Polizei- beamten, welche wegen dieser und anderer unsauberen Handlungen Anzeige gegen Heinecke erstattet hatten. Infolge der milden Behandlung nahm das Prostttuierten- und Zuhalterwesen in Eisenach überhand, sodaß eine Anzahl Einwohner sich schließlich an den Bezirksdirektor wandten, der dann mit Hilfe der Staatsanwaltschaft Wandel schuf. Der Angeklagte war nicht aus der Fassung zu bringen, auch nicht als der Vorsitzende ihn interpellierte, woher es komme, daß in den Füllen, wo der Angellagte pflichtwidrig gehandelt, immer Frauenzimmer in Frage kämen und ein Tctt der Akten verschwunden sei! Die Zeugenvernehmung ergab aber durchweg eine Bestätigung des in der Voruntersuchung Feftgestellten, ins-
Kunst und Wissenschaft.
Paris, 5. Mai. Tas internationale Zentralbureau für die Bekämpfung der Tuberkulose hiell heute Nachmittag unter dem Vorsitz des ehemaligen Präsidenten von Frankreich, Casimir Perier, die Eröffnungssitzung ab, welcher die Professoren Leyden und Pannwitz aus Berlin und Schrötter aus Wien beiwohnten. Casimir Perrier hielt eine längere Ansprache, in der er die anwesenden Delegierten als die Vorhut der mächtigen Friedensarmee begrüßte, welche unter ihrer Fahne die Herzen der denkenden Menschheit versammeln werde in einmütiger Barmherzigkeit und Solidarität.
möchten, ist es wirllich verwundernswert, daß der große Sitzungssaal des Rathauses stets bis auf den letzten Platz gefüllt ist, auch die Herrenwelt sich zahlreich vertreten zeigt.
Und dazu steht München geaentoärtig noch im Zeichen des jubelnd begrüßten „Maibocks", dessen Ausschank zehn Tage aichält Ter Bierkonsum ist hier gegenwärtig ein enormer. Als verschiedene Damen oom Frauentag heute um 2 Uhr ihr Mittagessen im weltberühmten „Luitpold- Cafä" einnahmen — offerierten ihnen die Kellner — Pil- fener Bier, denn das Münchener fei alle geworden! Aber wir können mit gutem Gewissen unsere Leser versichern, daß die Tagung der Frauen in der bajuoarischen Residenz daran schuldlos ist. Dr. E. Mensch.
München, 5. Mai. Heute Vormittag sprachen noch Frau Sofie Junge-München über Heranbildung weiblicher Dienstboten und Frau Rosalie Schön flies- München über die Frauenbewegung und die Hausfrauen. Damit war die Tagesordnung erschöpft. Zu erwähnen wäre noch, daß auch Mittellungen über den Stand des hiesigen MädchenprivatZymnasiums gegeben wurden, denen zu entnehmen ist, daß in der Unterklasse 11, in der Mittelklasse 10, m der Tberllasse 8 Schülerinnen sind. Die Letzteren hiben an das Kultusministerium die Bitte gerichtet, an einem humanistischen Gymnasium die Absolutonalprüf- ung mllmachen zu dürfen. Es wurde ihnen gewährt.
Münchener Gymnasüllkurse für Mädchen gab, Herr Df. Weigel, welcher die Fortschritte der Landkrankenpflege in Bayern behandelte, und Frü Kctthi Gmeinwieser, der das aktuelle Thema „Tie £)rgani|ation der Müncl-ener Kellnerinnen" zuerteilt worden war. Bon allgemeinen humanen Gesichtspunkten getragen zeigten sich die Reden der einberuferin des Kongresses, des Frl. Ika Freuden- berg, welche einen Appell an die Jugend brachte und auch die Ausführungen des Frl. Dr. Käthe S chi r m a ch e r- Paris über die Sittlichkeitsfrage, die mit hohem Ernst in eins der dunkelsten Kapitel des sozialen Elends und der moralischen Korruption hineinleuchttte, weshalb es auch die Seilerin des Kongresses, Frl. Freudenberg, ange- messen fand, diesem schwierigen Vortrag eine kurze Ein- führung voranzilschicken, in welcher sie hervorhob, daß das Elend, welches Die GesEchtsttanHellen über die Menschheit gebradg und fortwährend bringen, nicht beseitigt toüroe, inbem man die Frauen mit ihren Einwänden nicder- schrete unb sich höchstens dazu vcrsttinde, die Sache als eine Frage der Hygiene, nicht als eine solche der Rdoral auf» jn fassen.
Äon der „häuslichen Erziehung", der Heranbildung weiblicher Dienstboten, der Anteilnahme der Hausfrauen <nt der Bewegung, der Heranziehung von Frauen zur öfseilllichen Armenpflege war gleichfalls ausgiebig die Rede. Von geradezu grundlegender programrnattsck)er Bedeutung war der Vortrag eines Rechtsanwalts Dr. Bloch beiläustg ein Herr, welcher der nationalen Richtung angehört und von Bismarck mit hoper Verehrung spricht, bar auf Grund der Gerechtigkeit. Billigkeit und Moral ein-
Aus Stadt und Land.
Gießen, am 6. Mai 1903.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnetcn-Versammlung Donnerstag, den 7. Mai 1903, nachmittags 4 Uhr. 1. Gesuch des Gustav Skalitzky dahier um Erlaubnis zur Benutzung des Bürgersteigs in der Plockstraße. 2. Bang esu ch des Wilh. Hammel für die Bleichsttatze 7; hier: Dispens. 3. Gesuch der Deutsch-Amerikanischen Petroleum Gesellschaft zu Hamburg um Erlaubnis zur Aufführung eines Petroleumlagers an der Frankfurterstraße; hier: Dispens. 4. Baugesuch der Firma I. Rosenthal u. Eie. in Wetzlar für den Hohleichweg dahier. 5. Baugesuch des Karl Leib für die Kirch straße 2; hier: Dispens. 6. Baugesuch des W. Loder junior für die Walltorstraße; hier: Dispens. 7. Baugesuch des Joh. Gg. Pfaff für den Schiffenbergerweg. 8. Baugesuch des I. Schreiner für die Tammsttaße 30. 9. Verlegung des Stadt- ringgrabend von der Steinstraße bis zum Walltor in die Nordanlage. 10. Beschaffung von Schläuchen für die freiwillige Feuerwehr. 11. Die Verpachtung der Gemeindejagd; hier: Uebertragung des Pachtverhältnisses von Karl Buderus aus Dr. Erich Jung. 12. Ersatzanspruch des A. Treppinger infolge der Sielbauarbeiten in der Wetzstein- Hasse. 13. Erlaß einer Friedhofsordnung. 14. Polizeiver- ordnung zur Friedhofsordnung. 15. Gebührenordnung für die Friedhöfe. 16. Gesuch der Hebamme Gürtler um Erlaubnis zum Betriebe einer Privatentdindungsanstalt dahier. 17. Pläne für den Neubau der höheren und erweiterten Nläd- chenschule. 18. Gesuch des Karl Buschmann um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Liebigftraße 3. 19. Desgleichen des Robert Meuser im Hause Walllorsttaße 35. 20. Desgleichen des Robert Luckenwald im Hause Sellers- toeg 31. 21. Prüfung der Rechnung und des Verwaltungs- berichts für 1901/02.
(!) Friedberg, 4. Mai. In Ober-Rosbach trat der Lehrer Walbrecht nach einer Amtstätigkeit von 55 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem es ihm vergönnt war, im Juni 1898 sein bOjähriges Dienstjubiläum zu feiern. Durch Kreisrat Fey und Kreisschulinspettor Süß wurde ihm die Krone zum Phüippsorden überreicht. Walbrecht ist 1825' geboren und erfreut sich trotz seines hohen Alters von 78 Jahren der besten Gesundheit und Frische. In Ober- Rosbach wirkte er nahezu 20 Jahre; vorher stand er in Nieder-Rosbach.
-i- Gernsheim a.Rh., 5. Mai. Der hiesige Kriegeroer ein hat den Generaldirektor Louis Gutjahr, Seniorchef der Badischen Gesellschaft für Rheinschifsahrt und Seetransport, zum Ehrenmitglied ernannt. Gutjahr ist geboren zu Gernsheim a. Rh., machte die Feldzüge 1870/71 mit und hat — em Selfmademan — aus kleinen Anfängen eine große mächtige Rheiiihandelsflotte geschaffen, welche in hervorragender Weise die Interessen des deutschen Handels von Holland und Belgien nach den Rheinhafenplätzen (Köln, Coblenz, Bingen, Mainz, Gernsheim, Worms, Mannheim, Straßburg) vermittelt. Die Gesellschaft besitzt zur Zeit eine Rheinflotllle von ca. 80 Schiffen, deren manches stolz den Namen des Gründers trägt. Von dem Könige der Belgier ist Generaldirektor Gutjahr zum Ritter des Leopoldsordens ernannt worden.
zwar in Händler! reis en der Ansicht, daß die Kund'chast auch wegen der Abmetkverordnung unferem Markt fern geblieben war, doch trifft dies wohl nicht zu, wenigstens nicht m dem Umfang. Tie Polizeiverordnung wurde, wie wir übrigens Geleyenheit hatten, gestern zu beobachten, und wie auch von den Verkäuiern anerkannt wurde, sehr mübe gehandhabt, woraus die Handelsleute wohl ersehen werden, daß ne so fd)limnr nicht gemeint ist. Der Handel in tragenden und sriichmelkenden Kühen setzte sehr langsam ein und kam nicht eher in Gang, bis die Verkäufer überaus billige Angebote machten und bis zu 20 Mk. gegen die Preise des letzten Dlarktes pro Stück heruntergingen. Tie Käufer erwarben zwar in vielen Fällen die Tiere auf Spekulatton, aber dadurch kamen doch größere Umsätze zu Stande. Tiefer Preisrückgang üble auch auf den Handel in Fettvieh und Kälbern feinen Einstuß, sodaß auch bür die Preise etwas abschlugen, obgleich in dieser Waare für Frankfurt sowohl wie auch für unseren lokalen Bedarf die Nachfrage so stark war, wie das Angebot. Gehandett wurden Kühe frischmelkend und tragend: 1. Qual. 425—475 Mk., 2. Qual. 350 bis 400 Alk., 3. Qual. 260—300 Mk.; Abmelkkühe: 180—220 Alk., Schlachtkühe 160 — 200 Mk. per Stück. Abgesetzt wurden per Ztr. Schlachtgewicht: Fette Rinder 62— 64 Mk. Kälber 1. Sorte (über 50 Pfund schwer- 66—70 Mk., 2. Sorte (zwischen 40—50 Pfund wiegend- 60—64 Mk., 3. Sorte (leichtere Ware) 54—58 Mk. Ter Milchvieh-Vorrat blieb überständig.
Für die Reife und Daheim! Wer feineres Schuhwerk (Chevreaux, Boxcalf, Lackled., modefarb. etc.) trägt, taufe ein elegantes Reifekästcheu, enthaltend: 4 Glastuben vorzugl.Cream (engl. Fa^.), 4 Auf träger dazu (gesetzt, gesch.), sowie 2 große Polier- t ü ch e r(IaJCLuaL).—Alleinverkauf. SserLSsmberger.Sithki,Walltorstr. Postpaket-Adressen mit Krma nefc. billigst vrühl'sche Universitätz-Vruckerei. Siesten.
besondere, daß der Angeklagte im Falle Heinecke das diesen belastende Aktenstück mll dem Vermerk „kassiert" versah. Schließlich führt der Staatsanwall Mücher aus: Gut- mütigkell mag den Angeklagten veranlaßt haben, einen Beschluß zu fassen, der einem staatsanwaltschaftllchen Ein- stellungsbeschiuß gleichkvmmt. Aus dem ganzen Verhallen des Angellagten gegenüber der Prostitutivn gehe hervor, daß er absichtlich die Prostituierten der Strafe habe entziehen wollen. (£r beantrage, den Angeklagten unter Annahme mildernder Umstände wegen Verbrechens nach §346 in drei Fällen zu einer Gesamtstrafe von sechs Monaten zu verurteilen. Verteidiger R.-A. Tr. Harmening-Jena: Ter Grund für das so vielfach auffällige Verhalten des Angellagten liegt in dem Mangel an Energie und der Unfähig kett, Energie bei den Untergebenen zu wecken. Man habe versucht, ihm Beziehungen zu Prostituierten nachzuweisen, der Versuch sei aber gefchettert. Jede Vor- schudleistung der Prostitution habe iym ferngelegen. Der Verteidiger erwartet Freisprechung. Nach einstündiger Beratung fällte der Gerichtshof, wie beretts kurz gemeldet, folgendes Urteil: Oberbürgermeister Dr. v. Fewson wird wegen Verbrechens nach, § 346 in zwei Füllen unter Annahme mildernder Umstände zu zwei Monaten Gefängnis verurretll, sowie, soweit Verurteilung erfolgt ist, zur Tragung der Kosten. Der Angeklagte ist Jurist, hat die Examina gut bestanden. Er mag in Gemeinde- angelegenhetten kein sehr scharfes Urteil bewiesen haben, hier war die Sache so einfach, daß sie (ever Schutzmann begreift. Wenn man das vom Chef selbst nicht Vorausetzen sollte, so müßte man ihn für unzurechnungsfähig halten. Es kommt die ganze Anzahl nicht zur Anklage stehender Fälle hinzu und seine laxe Auffassung der Prostitution, um die Meinung zu bestärken, daß er die Absicht hatte, der Strafe ^u entziehen. Wie wir hören, wird der Angellagte Revision beim Reichsgericht cm- melben.
Universitäts-Nachrichten.
— Dr. phil. V. Ern st, Prioalbozent für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Tübingen ist als Hülfsarbeüer in das Statistische Landesamt in Stuttgart berufen worden. — Der Lehrer am zahnärzttichen Institut der Universität Berlin, Zahnarzt G. H a h l, hat eine Berufung als Lehrer der Zahnheil- kunde an die Universität Helfingfors angenommen. — Der o. Professor für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Breslau. Dr. phtt A. F i ck, feierte seinen 70. Geburtstag. — Dr. Ernst Friedberg er auS Gießen, Assistent am hygienischen Institut der Universität K önigsberg, hielt, nachdem chm die vema legendi für Hygiene und Bakteriologie erteilt worden, feine Antrittsvorlesung an der genannten Hochschule über „Die theoretischen Grundlagen der Ammumtätslehre". — Das Korps Ba- ruthia in Erlangen, eines der ältesten Korps Deutschlands, feiert im Juli fein 100. Stiftungsfest. Es ist eine große freier geplant, bei der das stattliche Korpshaus, dessen Bau im Jahre 1901 begonnen wurde, eingewecht und von den Alten Herren den Aktiven zum Geschenk gemacht werden soll.
Schiffsnachrlchten.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kircherwlatz.
Bremen, 30. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Toppelschraiiden-Postdampfer ,91c dar", Kapitän. A. Har- rassowitz vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 2 Uhr morgens wohlbehalten m Newyork angekommen.
Red Star Linie.
Der Postdampfer .Kroonland' der Red Star Linie in Antwerpen ist laut Telegramm am 4. Mai wohlbehalten in New- Ä)ork angekommen.
reichS zur KermtniZ der Mächte zu Bringen. Nach llesllieb l lagen, der StaatSanwallschast wetterzugebe?t, obwohl dies I furttr Käufer waren am Gießener Markt, der diesen fast konkurrenz- wurdeu 23 Bulgaren, welche bei Silna auf Militär ge- *'•'** iintorfionwii»« m st»«*» --- am— —--
schossen haben, darunter der Silnaer Pope und die Professoren Gentschew und Raschsanai, gefangen gebracht. Nach einer Mitteilung des Budapester Blattes „Magyar Orszag" wurden in Südungarn mehrere hundert Eisenbahnwaggons für eventuelle Truppentransvorte nach dem Balkan in Be- rettschaft gestellt. In Belgrad verbrettete sich die noch nicht bestätigte Nachricht, die Mohammedaner tn Novibazar hatten alle dortigen Serben massakriert. Gerüchtweise vertäutet, auch in I p e k hätten die Albanesen die Serben überfallen. Diese verteidigten sich aber, da sre auch mit Waffen versehen sind.


