Mittwoch 6. Mai 1908
153, Jahrgang
Erstes Blatte
Zier deutsche Aaiser tu ItaNen.
tangier Grafen Bülow j aller unter seinem Ponti
frau". , , r. __ ,
Lokale bayr. resp. Münchener Fragen behandelte jrL Therese Schmid, indem sie ein Bild der Entstehung der
Tle Balkan-Unruhen.
In Saloniki liegen vor Anker drei österreichische, drei italienische und ein französisches Kriegsschiff. Der deutsche Stationär Loreley" trifft am 6. Mm ein. Der letzte Tag ist ruhig vergangen, doch besteht die
Nr. 105
Orfchet»« täglich anbei Sonntags.
Dem G,ebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen £an6®lrl die Lietzener jamtllen* Hattet oietmal tn der Woche de,gelegt.
RotattonSbrud u. 9er* lag bet Brühl 'schen Unn>et1.'Buch*n. Stein» druck eret (thedd) Arbeit) Ne da kN on, tnxbttto* und Druckerei!
e<b*iPra8< 7.
Rldress, für Depeschen, Anzeiger «letze».
FerntprechanlLlutzNr 6L
verdienstvolle Erscheinung kennen. Eine sehr viel versprechende Kraft ist wohl Frl. Frieda D ü n s i n g, Dr. jur., (München), roeld)e das Thema der „Verletzung der elterlichen Für sorge pflicht und ihrer Bestrafung zu bearbeiten hatte, dem Wortlaut nach für viele Leser wahrscheinlich ein recht nüchterner Vorwurf, der jedoch unter den Ausführungen der Rednerin die zwingende Kraft unmittelbar wirkenden Lebens bekam und die Hörer zwang, mit dem Herzen des Samariters Bildern uilgeheuren sozialen Elends in den Proletarierschichten sich zuzuwenden, die an ergreifender Deutlichkeit dadurch gewannen, als sie sich völlig fernhietten von subjektiv-momentanen Gefühlswallungen, sondern auf Grund eines beglaubigten prak- tisd-en Materials die Umrisse zogen und die Farben mischten. Ter Kernpunkt des Themas bestand in der Frage: Was hat das Bürger!. Gesetzbuch mit seinen Vorschristen über Kindererhaltung, Versorgung und Erziehung im Auge, Vorschriften, die, obschon in kurzem Lapibarstil verfaßt, die Morgenröte eines neuen Jahrhunderts, das man mit Recht „Das Jahrhundert des Kindes" genannt hat, heraufzuführen scheinen, für Unterstützung am Straftecht. Und da zeigt es sich eben, daß zwischen Theorie und Praxis noch eine wette Kluft besteht, die vielleicht erst dann ausgesüllt werden kann, wenn auf all den sozialen Arbeitsgebieten, welche nach der Blutwärme der Frau verlangen, ihre hilfsbereite Mit- arbetterscl)aft sich siegreich durchgesetzt hat. ^etzt, wo eine Revision des Strafgesetzbuchs in Aussicht steht, ist es von höchster Wichtigkeit, den Blick aller Kreise auf den Lchutz des unmündigen Kindes zu lenken, sowie die Betonung de s st a a t l i cye n I n t e r e s s e s an seiner Erhaltung und gesunden Entwicklung. Ter Staat legt seine Hand auf das ?ttnd Deshalb muß entschieden gesteuert werden dem fti- volen Wegschenken des Kindes, der böswilligen Verfassung des Kindes oder der in Großstädten so häufig erscheinenden
monatuebTbVUotertfli sährUch URL 8.20; durch Abhole. u. AroetgfteQen monatlich Go Pf.; durch dir Post Mk.2.— otertcl- sährl. nu»fd)L Bestell g. Annahme von Anzeige» ■ih die lagctnummet otl »ormtnagt 10 Uhr. Sdlenprtti: lokal 18 Pt, aulrodrtl BO Plg.
Dira»,wörtlich tüt den polst, and augem. Teil: P. »Utto: tüt .Stadt und tianb' und .DerichlSfaal': Auaust Götz, mi den Anzeigenteil: Han« Beck.
Münchener AraueuLongreß seine Ziele und seine Vertreter.
(Originalbericht des „Gieß. Anz.")
Etwa seit dem Jahre 1895 erfreut sich die bajuvmusche Hauptstadt des Vorzugs, einen ber drennpuntte deulfcher Frauenbesttebungen abzugeben. Lr
Verein für F r au enin te r essen , der bereits über 2000 Mitgliedern zählt und sich in Bayern eine Menge von erfolgreich arbeitenden Ortsgruppen geschaffen hat- Tieft hatten denn auch fast alle ihre Delegierten zu den jetzigen Managen abgeschickt. Im altehrwürdigen Rathauft, tms eine monumentale Sprache, getränkt mtteiner ^ulleseschicht licher Erinnerungen zu dem andächtigen Beschauer revet, durften die Frauen ihre sich auf volle vier Tage erstreckenden Sitzungen ab halten. Ter Charakter derselben trug den Grundton, der sich jetzt überl-aupt m der deutschen Frauen- beweauna als der herrschende erweist. Die p r a k t i f ch e n ^agen überwiegen durchtveg.^Es ist >o, wie die Leumund Einberuferides Münchener Frauenkongresses, ^raul. Jka Freudenberg in ihrer einleitenden Begrünung Hervorhob Ter Fonschritt vom Allgemeinen zum speziellen, Greifbaren hat stattgefunden. Wir stehen heute unter dem Reichen der Vertiefung in die Ccnzelfragen. ^a-, Allgemeine u ta flewü-ton emne erledige ein füe allemal s°irz°st°lll, Bie feinen ©lenjeii imb abfle|tcdt. Jnzw^chen wenden mir uns' ^ nach ölgenden Aujg^en zu u,id °er nchen un ere Ideale in ben änzelnen Verhaltmffen des Lebens zu ver- 1Ll" D^'en einzelnen Verhilltnissen wandten sich denn auch so ziemlich sämtliche Vorträge und ^u-tui,wnen zu. ,^i,e lagen zum größten Teil in den Händen von ^onlichkett n, bie bereits ihre ganz bestimmten Roten ^f unferen deutschen Frauentagen haben. Daneben lernten wir auch manche
Rom ä Mai. Bei der Ankunft der Monarchen tn Rvm, kurz nach 7 Uhr abends, hatten sich vor dem Dahn- Hofe 1500 Pilger aus Baden und der Rheinorovinz mit 1 zwei deutschen Fahnen aufgestellL Sie senkten unter Hochrufen die Fahnen und sangen die deutsche Hymne. Ter Kaiser grüßte die Pilger mit Handwinken. Die Monarchen und Prinzen fuhren, eskortiert von Kürassieren, zum Quirinal. — Kardinal Rampolla beyab sich heute Nachmittag zur preußisd>en Gesandisck)aft beim päpstlichen Stuhle um dem Grafen Bülow die ihm vom Papste geschenkte MedaillensammlunA zu überreichen
Rom 5 Mai. Die Paläste des KapilolS sind anläßlich deS Empfanges zu Ehren des Kaifcrs herrlich mit Blumen und Pflanzen geschmückt und glänzend crieuästet. Zwischen den Palästen sind künstlerisch aufgeführte Zelte erntet Ter Kapitvlplatz ist herrlich geschmückt Aus dem Kapitol- platze und an der Treppe, die zu den Museen führt, smd bie städtischen Bediensteten in histvrisäM Uniformen ausgestellt, welche die Ehrenbezeugungen erweisen. Hinter den Rechen der spalierbiibenden Truppen harrt eine vieitausendkopfiae Menschenmenge des Eintreffens der Herrschaften. Um Suhr sind bereits die Säle mit den Linaeladenen arigefullt, darunter die Minister, das diplomatische KorpS, die Behörden und viele Offiziere. Biele Damen in glänzenden Dolletten bemerkt man. Kurz nach 10 Uhr trafen die Majestäten und Prinzen aus dem Kapitol ein, von Kürassieren eskortiert Ter Kaiser und der König hatten große Uniform angelegt, die Königin trug eine herrliche himmelblaue Toilette. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte empfingen die Maze- stäten und geleiteten sie in den Saal der Horatier und Lu- ratter, wo Eercle abgehalten wurde. Tann besichtigten die lwhen Herrschaften, begleitet vvm Bürgermeister und den Gemeinderaten, den Senatorenpalast und bewundenen den herrlich durch einen Scheinwerfer beleuchteten antiken Stadtplan vom Fenster aus, ebenso die beleuchteten Rumen des Palatins, das Forum und Kolosseum. Später wurde das Forum und der Palatin verschiedenfarbig bengalisch beleuchtet Als die in der Umgebung versammelte Menschen- menge in begeisterte Beifallskundgebungen ausbrach erschienen die Majestäten aus dem Balkon. Rach der Illumination begaben sich die Majestäten und die PrinzenIn Den großen Saal des Gemeinderats und beehrten die Minister und das diplomatische Korps sowie die Senatoren und Deputterten und anderen Eingeladenen mtt Ansprachen. Später wurden noch die Museen und Gallerten, die ebenfalls herrlich dekoriert waren und wo sich viele Eingeladene hielten, von den Majestäten und Prinzen besucht. Die Festlichkeit verlief auf daS Glänzendste. Um halb 12 Uhr verließen die Majestäten und Prinzen daS Kapitol und fuhren zum Quirinal zurück, auf dem ganzen Wege wiederum von begeisterten Zurufen begrüßt. — Der Reichskanzler erledigte im Laufe des Vormittags Geschäfte, empfing dann den Ministerpräsidenten Zanardelli und hatte eine längere Unterredung mit dem österreichisch-ungarischen Botschafter Pa- settt Im Laufe des Nachmittags stattete Gras Bülow eine Reihe Besuche ab.
Ter Kaiser schenkte für den Ausbau der Krypta auf dem Monte Eassino 10000 Mk.
Wien, 5. Mai. Die „N. Fr. Pr." erblickt in der Unterredung des Reichskanzlers Grafen Bülow mtt den italienischen Staatsmännern den Beweis, daß der Besuch Kaiser Wilhelms in Rom nicht allein ein HöslichkeitSakt ist, fonbern daß auch die Politik einen starken Anteil an der gegenwärttgen Romsahrt deS deutschen Kaisers : habe. ____________ _____________________
dächtniS-Medaillen.
Eassino, 6. Mai. Ter deutsche Kaiser, der König und die Prinzen sind kurz vor 12 Uhr hier eingewofftn. Sie wurden vom Unterrichtsminister Stasi und den Spitzen der Behörden empfangen.
Baid nachdem der Zug mit dem Monarchen und Prinzen ein getroffen war, hielt ixr Deputierte für Eassino, Visocchi, eine kurze huldigungsansprache. Als er schloß, brach die Menge in die Rufe: ,Hoch lebe der Kaiser!" „Senipre avant», Savoja" aus. Der Kaiser verneigte sich daukeiid. Die Monarck)en mit den Prinzen fuhren sodann in vier vierspännigen Wagen, von Karabinieri zu Pferde eskortiert, nach dem Kloster Monte Eassino. Ein Major und ein Kapitän ritten zur Seite deS Wagens der Monar- d>cn. In dem Augenblick, als der kaiserliche Zug die Stadt Eassino erreichte, spielten bie Kapellen bie beutsche unb die italienische Rationath.Mne, bie Truppen präsentierten, unb die zah.rciclze Menge hinter bem Tiuppenspalicr, auf den Balkoncn und an den Fenstern brachte den Herrschern begeisterte Kuridgebungen bar. Hüte und Taschentücher wurbeii geschwenkt, laute Rufe ertönten: Hoch der Kaiser! Hoch der König! Auch die Prinzen wurden lebhaft begrüßt. Man hörte insbesondere rufen: „Es lebe der Herzog der Abruzzen!" „ES lebe der Storbpolfahrer!" Der kaiserliche Zug ging sodann in rascher Fahrt durch die Stadt zur vibtei hinauf, wo er gegen 1 Uhr eintraf.
Montecas f ino, 5. Mai. Der Kaiser, der König und die Prinzen wurden am Fuß der Treppen vom Abt Krug, umgeben von sämtlichen Mönchen, empfangen. Man begab sich dann nach dem Kapitelsaal, wo der Abt eine Begrüßungsansprache hielt. In dieser bantte er bem Kaiser unb dem Zkönig für den Besuch, erinnerte an die Besuche, welck-e bet Abtei früher von Kaisern unb Königen gemacht würben, unb sagte, ber heutige Tag sei bent- würdig für ben Orden des heiligen Benedikt, der von seinem Gründer gelernt habe, Frieden zu wünschen, und fügte hinzu, von allen werde zu Gott gebetet, er möge dem Kaiser und dem Könige langes Leben schenken Dann besichtigten die Gäste die Abtei, baS Archiv und die Biblio- thet Die Wiederherstellungsarbeiten ber Krypta ließ sich ber Kaiser einzeln erklären. Im Archiv ließ sich ber Äai)er alle Pergamente mit ber Unterschrift früherer Herrscher vorlegen. Tie Wache überreichten dem Kaiser bie bebend fame historische Publikation: ,Lo scadentziere bi Fe- derigo 11." Schuldverfallduch Friedrichs II., die die Benediktiner eigens veranstatten zum Dank für daS vom Kaiser dem Kloster gewidmete Geschenk der Monumench nermauiae hisrorica. Stach der Besichtigung nahmen die Gaste den Tee in dem neu in stand gesetzten, mtt Spiegeln, Standbildern und kostbaren Mbeln aus dem königlichen Palais Easerba ausgestatteten Gemache ein; die übrigen Räume waren auf bas Einfachste hergerichtet, um den Charakter des Klosters zu wahren. . Dagegen waren die Krcuzaänge zwischen den Zimmern mit Blumen und Blatt- hfiaiuen verziert. Beim Tee dankte der Kaiser bem Deputierten Visocchi für den glanzenden Emofang der BevolLr- ung von Easmo. Während deS Aufenthaltes wurde S^ut gesclwsicn. Beim Verlassen der Abtei geleiteten der Abt uiid die Mönche die Gaste bis zur Klosterpforte.
Saloniki sind u n r i die Vorfälle unb in ,—o __
wohl bie Mobilmachung bes zweiten und dritten KviTpS in Saloniki und Abrianopel erwogen, aber keineswegs beschlossen. Die gegenrvärttgen Streitkräfte^im Bereich des britten KorpS betragen organisationSgemäß 80 Stizam-lM- taillone, 37 ESkabrons unb 78 Batterien, eS treten noch hinzu bie in ber letzten Zeit mobilisierten 16 europäischen unb 34 kleinafiattschen Rebifbataillone, 22 europäische Jlave-Bataillone unb 4 von Smyrna herangezogene Stizam- Bataillone, zusammen 166 Bataillone, die, durchschnittlich 700 Mann stark, für die Aktion gegen die Albanesen und baS Banbenunwesen, sowie gegen ähnliche Vorfälle, wie sie sich in Saloniki ereigneten, genügen. Die organisation»- aemäße Stärke beS zivetten Korps betrügt 34 Süzam--Bw- taillone, 30 ESkabronS unb 67 Batterien. Die Zeitungsnachrichten über em B l u t b a b, bas von Mohamcdanern Salonikis unter ben Bulgaren infolge bet von letzteren auS- gcgangenen Anschläge angerichtet sei, sind bem offiziösen Wiener Korrefp.-Bureau zufolge auch falsch Die mvhamv- bani che Bevölkerung beging leine Ausschreitungen gegen Bulgaren. Rach einet Men er Depesche ist nachträglich unter bem Gebäube der Dttomanb an! eine große Mine entdeckt worden, die beftimmt war, die Bank, daS russische Postgebäude und das ganze europäische Viertel in die Luft zu sprengen. Don einem Fleischerladeii gegenüber der Bank ?ührt ein untenrdisä-er Gana, der fast zwei Meter hoch und einen Pieter breit ist und mit Holz ausgelleidet war, unter bas Bankgebäude und von dort weiter unter die Häuser des europäischen Viertels. Unter der Bank fand man eine große Menge Dynamit, eine elektrische Batterie, Werkzeuge und eine elektrische Leitung nach außen. Bei ber großen Sprengbombe in der Bank stürzte eine Mauer des Bantgebäudes ein. Durch die Erschittterung wurde die unterirdische Leitung zerstört Und so die Explosion der Mine verhindert. Von den Fenstern des bulgarisck-en Hotels gegenüber der Bank wurden kleinere Bomben mit brennenden Lunten auf die Straße geworfen. Me au» Rom gemeldet wird, depeschierte der italienische Admiral vor Salorüti, daß die Stadt ruhig, die ärztliche Hllft jedoch^ gänzlich unzureichend sei. . . , .
Der „Frkf. Ztg." wird an» Konstantinopel depeschiert: In der Unterminierung, welche von einem bulgarischen Easöhauft in Saloniki zur Ottomanbank führte, fand man 200 Kilo Dynamit vor. Die Bomben erwiesen sich größtenteils als schlechte Fabrikate. Die Filiale der Ottt>- manbank nahm im Garten ihre Tättgkett wieder auf. Die französische, ttalienische, englische und deutsche Botschaft iu- rormierten die Pforte, daß sie die Forderungen auf Schadenersatz für ihre Rationalen in Saloniki reservierten. Auf Befehl des Sultans wurde der größte Tell des volttischen Arcknvs des Großvezierrates gestern nacht heimlich und aus unbekannten Gründen, ohne Vorwissen der Pforte, nach dem Nildizkiosk gebracht. Ein als vornehmer Reisender
gekleideter Bulgare sollte in der Nähe der Ottomanbank verhaftet werden; er schoß jedoch auf die Polizisten und entfloh. ,
Nach einer Depesche au» Konstantinopel wurde am Montag in Geogeli bei Saloniki ein Dynamit-Attentat auf das Postgebäude von einem Bulgaren versucht, iedoch vereitelt. Die „Agence Bulgare" bezeichnet bie Gerüchte, daß in Burgas Ruhestörungen ftattgefunden hätetu und Türken von Bulgaren ermordet »oorden seien, als vollständig unbegründet. Das bulgariscke Blatt „Wetscherna Poschta" beschuldigt Oesterreich, zuerst bie innere macedonische Organisation mit Geld, Waffen und Munition unterstützt und jetzt im Stiche gelassen zu haben, um ün Trüben fischen zu können. Das Blatt fordert die bulgarische Regierung auf, diese zweideutige Haltung Oester-
Ter Papst verlieh Walderfee und Eulenburg da» Gvoßkreuz bei PiusordenS, Plesftn daS Großkreuz des St ErcgvtiuSordenS, bem Geh. Legationsrat Klehrnet bas Kornmanbeurkrcuz erster Klasse des Piusordens mit Stern, bem Flügel - Abjuianten Pritzelwitz und bem Geh. Lberregierungsrat Dalentini bas jiommanbcurkreuz bes St. GregoriusorbenS mit Stern, bem Leibarzt Dr. Jlberg bas litimmanbcuitrcus bes St. GregoriuSorbenS. Dem RetchS- ..... schenkte der Dopst eine Sammlung tifilatc geschlagenen golbenen Ge-
GietzenerAnzeiger
** General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Befürchtung weiterer Attentate fort dkachrichten über neue Mobilisierungen infolge ber Vorgänge in “ “ ichtig. In ber ersten Bestürzung Über n Befürchtung weiterer Unruhen wurde
-I Methode, dasselbe auf die Gasse hinauszuswßen, die HuS- nutzung des Kindes zum Bettelgewerbe, sehr häufig die I Ueoerlassung Desselben an Professionsbettier. „Ein Dno, bas mit drei Jahren eine stammelnde Bettellüge vorbringt, mit dem 8. Jahr mit Mumen unb Str eichhölzern hau,irren geht, im 10. seinen ersten Ladenbiebstahl begeht, ist im Piunbigkeitsalter meist reif für bas Gefängnis. Ein ^eben, bas mit Betteln angefangen, ist ber menschlichen Gesellschaft fast immer rettungslos verloren." Die Rebnerin, bie keinen Zug der fanatischen Agitatorin an f^ch tragt, vielmehr auf uns wie der Typus eines roeiblidjen Zukunftsjuristen wirkte, [teilte die Forderung auf, daß im System unseres Stras- gesetzbudis bie Ahndung der Vergehen an und gegen Kinder an der Stelle emgefügt werben mu|fe, ^die vom schütz ber Staatseigentümer handelt. Das Interesse bes Staates an einem aeiunben nationalen Nachwuchs liegt aus ber Hanb. Ü^b bei nntb bie Gefährbung bei Rechtsgütei bes Staates weit snenger bewerten.
clcL Helene Sumper, aus unseren Lehrerinnentagen immer eine mit viel Sympathieen begrüßte Dtebnerin, hielt darauf einen zeitgemäßen Vornag: „Wie können Frauen bie Durchführung bes Zwangserz.ehungsgesetzes unterstützen?" In inneren Zusammenhaiig mit biefen beiben Vorträgen ftanb auch ber ber Lehrerin Frl. Luise Sigl Über die Fürsorge für schulentlafiene Mädchen".
' Eine Gcsinniuigsgenosjin von Helene Lange, Frl. Gertrud Bäumer-Berlin entwarf einen Plan für bie Reform bes höheren Mäbchenschulwesens, an ben sich eine reae Tieckusiion knüp'te. Van soliden kulturgeschichtlichen Kenntnissen sprach der Vortrag ber Frau Prof. Marianne Weber- Heidelberg über „Tie rechtlicye Stellung ber Ehe-


