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6.3.1903 Erstes Blatt
 
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fielen. Die anderen missen allerdings von diesen 3 Schüssen nichts. Die Offenbacher Jäger, die vom Schöffengericht Altenstadt, mit Ausnahme des Flesche, der Gast war und daher die Grenze nicht gekannt hat, wegen Jagdvergehens verurteilt sind (das Urteil ist durch Berufung angefochten) erklären unter Eid, wissentlich auf Lindheimer Gebiet nicht die Jagd ausgeübt zu haben. Der Zeuge Flesche erklärt, er wolle zugestehen, daß er wohl das Lindheimer Gebiet an der Spitze wenige Schritte gequert habe, aber einen Schuß habe er dort nicht abgegeben. Es sei bis zu dem Zeitpunkt, wo die Grenzverletzung stattgefunden haben soll, überhaupt nur ein Schuß gefallen, ec habe auf Weidels- heimer Gebiet vorher einen Hasen geschossen, und dabei sei er von seinen beiden Genossen abgekommen. Alle drei Zeugen aus Offenbach geben an, wo sie die Jagd am 1. September ausgeübt haben, dies ist aber nach ihrer Darstellung auf Weidelsheimer Gebiet geschehen Richtig sei, daß die Kette Hühner auf einem Rübenacker aufge­flogen sei, aber sie bezeichneten ein auch mit Rüben bestelltes Stiqck Land auf ihrem Jagdgebiet, das mtt der Schmalseite an den Lindheimer Rübenacker, den die Be­lastungszeugen bezeichnen, unmittelbar grenzt Mohrhart und Oberley geben zu, daß es möglich fein könne, daß sie die Lindheimer Grenze gestreift haben, vielleicht einige Schritte über dieselbe gegangen seien, aber 50 Schritte von der Grenze entfernt, wie behauptet wird, wissen sie bestimmt, an dem Tage nicht gewesen zu fein. Trotzdem sich je drei beschworene Aussätzen gegenüber standen, be- jayten die Geschworenen die Schuldsratze dahin, daß der Angeklagte Horn in Altenstadt einen Meineid geleistet habe, bejahten aber ebenfalls die Milderungsfrage, daß die Angabe der Wahrheit dem Angeklagten eine Verfolgung wegen eines Vergehens (Beihilfe zum Jagdvergehen) hätte zuziehen können. Der Staatsanwatt beantragte darauf zwei einhalb Jahre Zuchthaus. Der Verteidiger bat den Ge­richtshof, den allen Mann doch vor dem Zuchthause zu be­wahren, und denselben nur mit einer Gefängnisstrafe zu belegen. Das Gericht erkannte auf zehn Monate Zucht­baus, die in eine Gefängnis st rase von 1 Jahr und 3 Monate umzuwandeln waren.

Irozeß tzrner.

Leipzig, 5. März.

J'm Laufe der heuttgen Verhandlung berichtet zunächst der als Zeuge vernommene Rechtsanwalt Zehme-Leipzig über die fehlgeschlagenen Verhandlungen der Hauptgläu­biger der Bank vom 25. Juni 1901, sodann der Zeuge Rechtsanwalt Rosenthal-Leipzig über die am 3. Juli 1901 in Kassel ab gehaltene Konferenz, bei der der Status der Trebergesellschast geprüft wurde. Schmidt machte aller­hand Ausflüchte. Für das Schuldkonto von 13 bis 14 Millionen brachte Schmidt keine Belege bei. Er schilderte in längerem raffiniertem Exposs die Aussichten des Kon­kurses der Trebergesellschast. Die Frage der Rekonstruktion der Trebergesellschaft wurde vorn Ergebnis der genauen Prüfung durch den Sekretär Wuthe abhängig gemacht. Schmidt lehnte dieselbe jedoch ab, und äußerte plötzlm) strafrechtliche Bedenken bezüglich der Konkursanmeldung. Der Zeuge erklärt, er hatte den Eindruck, daß Schmidt den Gläubigem die Pistole auf die Brust setzen wollte. In der darauffolgenden Nacht sei Schmidt entflohen. Auf Befragen erklärt Rosenthal, er erkannte Schmidt sofort als unlauteren Charakter. Im wetteren Verlaufe der Ver­handlung b estätigt Sachverständiger Bankdirettor Herr­mann die Aussagen Msenthals über die Kasseler Kon­ferenz vom 3. Juli 1901. Schmidt habe damals nur Zeit zur Flucht gewinnen wollen. Zeuge habe damals vergeblich den Wunsch geäußert, Schmidt solle überwacht werden. (£rner schildert, wie seit dem Zusammenbruch der Dres­dener Bank für Handel und Industrie, als die allgemeine Kleinbahngesellschaft Berlin in Schwierigkeiten geriet, die Restriktionen gegen Aeeepte der Leipziger Bank begannen. Die Verhandlungen mit der Deutschen Bank wegen einer Hilfsaktion waren ergebnislos. Deren Direktor Koch riet, die Kassen zu schließen mid ein Kommunique zu veröffent­lichen. Dies geschah; schließlich gelangt Exners Entwurf zur Herstellung einer Interessengemeinschaft zwischen der Deutschen und der Leipziger Bank zur "Verlesung.

Vor Eintritt in die Mittagspause erklärt der Vor­sitzende, er hoffe die Beweisaufnahme heute zu beenden und mit den Plaidoyers morgen zu beginnen. Justizrat Gordon fragt sämtliche Sachverständigen, ob die Bücher der Leipziger Bank so geführt seien, daß ein sachverstän­diger Dritter jederzeit, besonders bei der Konkiirs- eröfsnung, einen richtigen Einblick in den Vermögensstand gewinnen tonnte. Sachverständiger Herrmann erkennt die Buchführung im allgemeinen als eine technisch muster­

hafte an, vermißt aber die kaufmännische Durchsichtigkeit. Aus Befragen des Verteidigers Justizrat Gordon erklären sämtliche Sachverständige mit Ausnahme Sieskinds, daß die Bücher den Sachverständigen und einem Tritten jeder­zeit Einblick in den Vermögensstand gewährten. Kommer­zienrat Sieskind sagt aus, die Buchführung sei formell geradezu musterhaft, aber Geist und Inhalt seien un- richtig. Darauf wird die Beweisaufnahme geschlossen. Morgen vormittag beginnen die Plaidoyers.

Ein Giftmordprozeß. L

Mün chen, 5. März. Heute begann vor dem hiesigen Schwurgericht der Prozeß gegen die Vorsteherin des Ma^imilian-Waisenstiftes, Elise v. Heusler, wegen Körperverletzung. Die Anklage nimmt au, daß Frl. v. Heusler am 20. Juli nachmittags im Stifte einer Be­diensteten, dem 26jährigen Dienstmädch en Wilhelmine Wagner aus Feuchtwangen, 15prozentige Salzsäure in den Kaffe gemischt hat, um dadurch zu erreichen, daß die Wagner erkranke und dann den Dienst verlassen müsse. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt v. 'Pannwitz. Der Sitzungssaal ist dichtgeftillt. Die Angeklagte schildert in ihrer Verteidigung die^ Wagner als Trinkerin und be­streitet, der Wagner Salzsäure in den Kaffee getan zu haben; alles, was diese gegen sie ausgesagt habe, sei er­logen. Sie gesteht zu, der Wäscherin gesagt zu habenBeton Sre, daß es gut geht, bann bekommen Sie etwas Schönes". Die Vorsteherin habe die Stiftsdamenalte Laster" genannt, die sich mit Hausknechten und Offiziersburschen einließen. Die Vorsteherin habe gesagt, eine der Damen sei ins Stift gekommen, weil sie die Geliebte eines Ministers gewesen fei. Eine Zeugin bekundet, baß bie Wagner gern Bier trank unb einen schlechten Magen gehabt hak. Die Vorsteherin habe bie Stiftsdamen malträtiert, daß diese weinten, unb gäbe gesagt, wenn nur bie eine ober bie anbere verrecken würbe, habe eine Stiftsdame hinansekeln wollen, um eine Verwandte hineinzubringen. Wilhelmine Wagner, die Ver­giftete, sagt, sie sei in Differenzen mit der Vorsteherin gekommen, weil diese ihr zur Last gelegt habe, sie (Wagner) habe Bier im Keller gestohlen. (Dort sollen 200 leere Bier­flaschen gefunden worden fein.) Tie Wagner erklärt, sie habe kein Bier gestohlen, sei sehr selten in den Keller ge­kommen, habe nur das ihr zu den Mahlzeiten gereichte Bier getrunken, habe allerdings Bier (6 bis 7 Flaschen täglich) beim Bier Händler holen müssen, aber für einzelne Stiftsdamen. Sie habe der Vorsteherin gesagt, sie werde sich beim Ministerium beschweren, da werde dann noch mehr herauskommen. Darüber sei bie Vorsteherin erbost gewesen unb habe sie verfolgt. Die Wagner spricht die Ver­mutung aus, daß bie Vorsteherin sie vergiftet habe. Sie (Wagner) habe keine Salzsäure besessen. Der Ort, wo die Salzsäure sich befinde, fei an dem kritischen Nachmittag ausnahmsweise von der Vorsteherin versperrt worden, ebenso bie Küche, in der bet Rest bes Kaffees der Wagner auf dem Küchentasten, dem üblichen Orte, gestanden habe. Sie habe keine Ursache zu einem Selbstmord gehabt. Die Wagner erklärt entschieden, daß ihr die Vorsteherin den vergifteten Kafieerest mit Gewalt habe entreißen wollen.

Vermischtes.

* Das deutsche Bundesschießen in Han­nover. Man schreibt uns aus Hannover: Alle drei Jahre wird das große deutsche Bundesschießen abgehalten und auf das 13., das 1899 in Dresden stattfand, folgt in diesem Jahre das 14. deutsche Bundesschießen in Hannover. Die Stadt hat große Ansttengungen gemacht, um die Tausende von Gästen, die in diesem Sommer hier zusammenströmen werden, festlich und gastfreundlich aufzunehmen. Protektor des Bundesschießens ist der Kronprinz. Neben ihm werden voraussichtlich eine ganze Reihe deutscher Bundesfürsten der Einladung Hannovers Folge leisten. Sehr lebhaft wird die Beteiligung im Auslände lebender deutscher Schützen sich gestalten, und die Zahl der aus Nord- und Südamerika einlaufenden Anmeldungen übersteigt in diesem Jahre bie bes letzten Bundesschießens.

* Prinzessin Luise. Man schreibt von gut unter­richteter Seite demRh. Cour.": Möglich ist ja sehr wahrscheinlich daß eventuell der Kronprinz den Per­sonenstand, resp. die Vaterschaft des zu erwartenden Kindes bestreitet. Dieser Fall wird nach einem be­stimmten Zeitpunkt erwogen und dann in einem besonderen Prozesse festgestellt werden. Aber auch, rnenn der Prozeß eventuell" eingeleitet und zu Gunsten des Kronprinzen ent­schieden wird, erhält die Prinzessin Luise von Toskana das eingebrachte Heiratsgut voll und bar ohne jegliche Be­

machen müssen, noch geringer, als in den sechziger Jahren, wo noch wenig Kurgäste nach Davos kamen.

Aehnliche Ergebnisse hatten Feststellungen der be­züglichen Verhältnisse in Görbersd orf. Dort starben von Einheimischen an Lungentuberkulose:

im Jahrzehnt von

18001809 .... 5 Personen

18101819 .... 9

18201829 .... 9

18301839 .... 8

18401849 .... 6

18501859 .... 7

1854 Beginn des Kurgästeverkehrs.

18601869 .... 4

18701879 .... 5

18801889 .... 5

Da die Bevölkerung an Zahl um über das Doppelte zunahm, ist ein erhebt ich er Rückgang der Tuber­kulose unter den Einheimischen festzustellen, statt einer Zunahme infolge von Ansteckung durch bie den Kurort über­flutenden Scharen von Lungenkranken.

Dasselbe Bild geben die Erhebungen über die Tuber- iulosefterblichkeit der Einwohner von Falken st ein, die toir in zwei Tabellen wiedergeben. Die erste davon enthalt in dreijährigen Perioden bie Durchschnittliche Zahl der Todesfälle auf 1000 Lebende ausgerechnet in der Zett vor Errichtung der Lungenheilanstalt, die zweite dieselbe Be­rechnung für bie Zett nach der Errichtung der Anstalt.

I.

E i n h ei m i s ch e Falken steincr ft arbeit an Tuberkulose: im Zeitraum von

18561858 ... 4,6 pro Mille

18591861 . . . 1,5

18621864 ... 5,3

18651867 . , . 3/)

18681870 . . . 3,8

18711873 ... 6,1

15741876 . . . 4.4

$m Jahre 1876 wurde bie Anstatt eröffnet.

LL-LLA-

II.

18771879 ... 4,5 pro Mille

18801882 . . . 3,3 18831885 ... 1,5 18861888 ... 1,0 18891891 ... 2,1 18921894 ... 2/)

Hieraus ergiebt sich, daß in Fallenstein in einem dreijährigen Zeiträume unter 1000 Lebenden vor Erbauung der Anstalt durchschnittlich 4, nach der Erbauung durch­schnittlich 2,4 Tuberkulosetodesfälle vorkämen, also eine be­trächtliche Abnahm c.

Alle drei Statistiken lassen erkennen, daß der Segen der Hellstätten in gesundheitlicher Beziehung nicht nur den Kurgästen, sondern auch der Einwohnerschaft der Um- tzegend zugute kommt, die unwillkürlich bie Geftmdheits- lehren von den Kurgästen annimmt.

Es erübrigt noaj, einen offenen Kurort anzuführen. Wir nennen als solchen Fl ins berg im Riesengebirge, wo fast ebensolange wie in Görbersdorf Lungenkranke be- handelt werben, aber nicht in besonderen Anstalten, som dcrn ausschließlich in Privathäusern mitten in der Bevöl­kerung wohnen. Auch dort wurde im Laufe mehrerer Jahr­zehnte nicht bie geringste Zunahme der Schwind- suchtssterblichkett unter den Einheimischen beobachtet.

Das leider immer noch ab und zu auftauchende Schlagwort von einerVerseuchung der Umgegend" durch die Lungenhellstätten hat somit durch bie oben angeführten langjährigen Beobachtungen jreben Schein von Berechtigung verloren.

Am Schlüsse unserer mehr eine Skizze als eine Ab­handlung darstellenden Ausführungen angelangt, möchten wir das Gesagte noch einmal dahm zusammenfassen: Die moderne, mit allen Mitteln auf allen Linien gegen bie Tuberkulose vorgehende Bewegung unter den R.gärung.-- organen, Aerzten und allen Kreisen un|ered Volkes 'ist ein hochnöllges, großartiges unb erfolgreiches Kulturwert, der kräftigsten Mitarbeit aller Edslon wert.

bingungen, welche daran zu fnüpfen das sächsische Königshaus kein Recht hat, zurück aber erst nach der Entbindung, wenn der Kronprinz das Kind zu reklamieren in die Lage konnnt und ihm ausgeliesett wird. Die Zinsen der Mitgift, über welche die Prinzessin frei verfügen kann, werden für den künftigen Unterhalt reichlich genügen, wenn die Prinzessin nicht, wie von Seiten des Hauses Toskana vorgeschlagen wurde, vorzieht sich in ein ft lo ft er zurückzuziehen. Es soll und bars jedoch nach Anordnung Kaiser Franz Josefs auf die Prinzessin nach dieser Richtung keinerlei Zwang oder Pression ausgeübt werden. Erst wenn die Prinzessin selbst den Wunsch anSsprtcht, 'ich in ein Kloster, wenn auch nur zeitweilig, zurückznziehen, soll ihr sowohl die Wahl, wie auch die Zeit des Aufenthalts vollkommen sreigestellt werden. Es ist nicht richtig, daß sich im Verlaufe des Ehescheidungs- Prozesses im sächsischen Königshause Anhaltspunkte ergeben haben, daß die ebemal.Kronprinzemn 511 dem Dresdener Zahn­arzt O'Brian in irgend welchen Beziehungen gestanden. Sie tarn sehr oft in die Lage es ist Tatsache, daß Luise von Toskana als Kroliprinzcssin sehr gern Briefe, und zwar meist recht lange, schrieb Briefe zu schreiben, sie habe auch, es mag dies gefehlt fein, gern ihrem Herzen über Personen und Verhältnisse in ihrer aufrichtigen Art Lust ge­macht und Tinge geschrieben, die sic wahrscheinlich jetzt unter­lassen würbe, aber niemals stand sie mit O'Brian in in­timen Beziehungen. O'Brians Alls Weisung geschah auch nicht so iehr wegen Besitzes derartiger Briese, über welche sich verschiedene Persönlichkeiten in der Umgebung des Königs und Kronprinzen verletzt fühlten, sondern mehr wegen Indiskretionen aus diesenBriesen, gelegentlich einer Verteidigung der ehemaligen Kronprinzessin in einer Gesell­schaft. Die größt), toskanische Villa zu Lindau, welche gegenwärtig Prinzessin Luise beherbergt, liegt am südöstlichen Ufer des Bodensees. Sie lag zumeist verödet da. Tie Villa, deren innere Einrichtung recht einfach ist, bietet von ihrer Terrasse im ersten und zweiten Stockwerke aus eine reizende Fernsicht, im Osten auf die Appenzeller Berge und den hohen Säntis, im Westen auf die sieben Ehurfirslen und im Nord­osten auf das terrassenförmig aufsteigende Bregenz.

* Die Deutsche Stäs c e - Aus st c i l u 11 g in Dresden. Der Gedanke, die glänzende Entwickelung des deutschen Städtewesens in den letzten Jahrzehnten durch eine große Ausstellung zur Darstellung zu Dringen, wurde 1897 bei einer Zusammenkunft der Oberhäupter verschie­dener deutscher Stäbke in Karlsruhe durch den Oberbüracr- meifter von Dresden in Anregung gebracht. Diese An­regung fand schon damals lebhafte Zustimmung unb es wurde in einer bald daraus einberufenen Versammlung der Vertreter einer großen Anzahl deutscher Städte ein­stimmig beschlossen, den Plan durch Veranstaltung einer Deutschen Städte-Ausstellung 1903 in Dresden zur Aus­führung zu bringen. Hierauf wurden die Vorbereitungen für das Werk in Angriff genommen, eine Ordnung für die Ausstellung bearbeitet, ein Vorstand unb ein .^auptaus- fchuß gebiibet und die Einladungen an alle deutschen Städte mit mehr als 25 000 Einwohnern erlassen. Dieser Einlad­ung haben 128 Städte mit einer Ges amtein wohn er z ahl von mehr als 13 Millionen Folge zu leisten beschlossen. Mer nicht allein die deutschen stabte haben von vorn-' herein das größte Interesse an dem Unternehmen bekundet, sondern auch die deutschen Reichs- und Staatsregierungen werden d as Unternehmen nach .Mästen fördern. König Georg von Sachsen ist Protektor der Ausstellung, Reichs­kanzler Gras v. Bülow und Staats-Minister von Metzsch- Dresden, Ehreitvorsitzende. Die Ausstellung findet vom 20. Mai bis Ende September zu Dresden statt. Zlveck der Ausstellung ist: den Stand des deutschen Städtewesens zu Anfang des 20. Jahrhunderts, insbesondere die Ent­wickelung der größeren Gemeinden Deutschlands in den letzten Jahrzehnten und die Fortschritte aus den verschie­denen Gebieten der Gemeindeverwaltungen in dieser Zeit zu veranschanlickn'n, und die Erzeugnisse deutscher Ge­werbetreibender für ben Bedarf der Gemeindeverwaltungen zur Darstellung zu bringen. Es werben Gruppen gebildet für: 1. Verkehr, Beleuchtung, Straßenbau und Eniwässer- ung, Brücken unb Häfen, einschließlich des gesamten Tief­bau und Vermessungsweselts, der .Straßenbahnen nsw. 2. Stadterweiterungeu, Baupolizei und Wohnungswesen, 3. öffentliche Kunst (Architektur, Malerei, Bildnerei usw. , 4. allgemeine Gesundheit und Wohlfahrt, Polizeiwesen, 5. Schulwesen, Volksbildung, 6. Armenweseu, Mranfcn- pflege, Wohltätigkeitsanstallen und Stiftungen, 7. Kassen, Finanz- und Steuerverwaltuug, städtische (Gewerbebetriebe, Grundbesitz, Sparkassen und Leihwesen, 8. Registratur und Bureau-Einrichtungeu, Beantteuschasl, Statistik und Ltteratur. Auch für die gewerbliche Abteilung der Aus ftellung liegen zahlreiche Anmeldungen vor. Schon jetzt haben mehr als 300 Gewerlttreibende, darunter die uain- haftesten deutschen Jndustriefirmen, soweit sie Gegenstände für den Bedarf der deutschen Städte Herstellen, ihre Be­teiligung angemeldet. Zur Darlegung dieser ("egenstäirde Werden drei Gruppen, und zwar für 1. Maschinenwesen und Technik, 2. Bauwesen und 3. sonstige Industrie, gebildet

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(Für Form und Inhalt aun uuiii otejer Rubrtt stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Ein Stoßseufzer.

Gott bewahre un5 vor faloutähigen, auf den Höben der Ge» sellschaft schwebenden großen Theologen, deren Theologie sich nicht auf Glauben, sondern auf Hypothese arundel, die daruin ireß ihrer Größe der Religion ^gänzlich bar sein können und sich für ihr äußeres Leben an ferne Schranke gebunden fühlen.

Gott bewahre uns vor den Theologen, welche die System^ spinnen, die als Erkenntnis vom Katheder ausgehen, nachdem in der Stille der Stndierslube die unklaren Gedanken gereift sind.

Gott bewahre ^ms vor einer Religion, die sich ängstltch per* steckt, weil sie dem Streit der Meinungen sich nicht gewachsen nitjU, die aber die Systeme der Theologie ins praktische Leben übersetzt.

Golt gebe uns Theologen, welche mit warmer Begeisterung und schlichter Klarheit die geschichtlich gegebene Religion verstehen und pflegen lehren! "

Aim Itclitr Ecorg! M begmse nidjl, wie Du die ganze Zeit so husten kannst, ohne elwas für diese Oual zu tun Warum? hast Du etwas für den Katarrh, der mid) wirklich furchtbar quält ? Ja natürlich.' Geh' mal hinüber in die Apotheke oder hier neben in die Drogerie oder m eine Mineral* wasjerhandümg und laste Dir eine Schachtel Fay's ächte Sodener 'Mineral-Pastillen für 85 Pfg. geben, wenn Du die Pastillen einzeln int Munde langsam zergehen lägt und Dich im klebrigen nach der Gebrauchsanweisung richtest, garantiere ich Dir, daß Du den Husten bis morgen abend vollständig verloren hau. Für Deinen Atagen brauchst Du nicht die geringste Angst zu haben, da die Pastillen auf die Schleimhäute desselben cmen äußerst wolsttuenden Qmfluü ausüben. 354