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Nr. 55 Erstes Blatt.
153. Jahrgang
Freitag 6. März 1903
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Hein Eietzener Anzeiger werden im Mechtel mit dem Kesstschea Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal in der
Woche beigelegt.
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GietzenerAiMiger u General-Anzeiger w
Amtr- und Anzetgeblatt für den Kreis Gießen
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Politische Tagesschau.
Die Wohnungsnot nad deren Bekämpfung.
Im Reichsamt des Innern ist man gegenwärtig mit der Aufstellung einer Statistik beschäftigt, aus welcher der Stand dieser Arbeiten zur Lösung dieser Wohnungsfrage zu ersehen sein wird. Soweit bis jetzt Daten vorliegen, dürste sich folgendes Bild skizzieren lassen:
Das Reich hat in den Etats für 1901, 1902 und 1903 insgesamt 10 Millionen Mark zur Förderung der Herstellung geeigneter Kleinwohnungen für Arbeiter und gering besoldeter Beamte in seinen Betrieben und Verwaltungen zur Verfügung gestellt. Die Landesversicherungsanstalten haben zur Erbauung von Arbeiterwohnungen bis Ende 1902 über 100 Millionen Mark hergegeben. In Preußen sind neuerdings wieder 12 Millionen Mark für Wohnungszwecke im Landtage verlangt worden. Werden sie bewilligt, so wächst die für diesen Zweck verfügbare Summe auf 44 Millionen Mark an. Bayern hat vom bayerischen Landtage im Vorjahre einen Kredit von 4x/a Millionen Mark für ähnliche Zwecke.erhalten. In Hessen ist bekanntlich durch ein Gesetz vom vorigen Jahre die Bereitstellung von Mitteln aus der Landeskreditkasse zur Förderung des Wohnungswesens be- schloffen. Lübeck und Hamburg suchen durch die kostenlose Hergabe von unbebauten Staatsgrundstücken und durch sonstige Erleichterungen den Bau kleiner Wohnungen zu begünstigen.
Aehnlich ist eine große Anzahl von Gemeinden vorgegangen. Unter diesen sind namentlich süddeutsche Städte vertreten, wie WormS, Mainz, Mannheim, Fürth, Eßlingen, Ulm und andere. Einige andere Städte, wie Frankfurt a. M., Halle a. d. S. und Leipzig, haben gemeinnützigen Bau- gesellschasten Erbbaurecht an städtischem Grundbesitz eingeräumt; wieder andere, wie Freiburg i. Br., Ulm, Straßburg i. E., Schweinfurt und neuerdings Emden und Düsseldorf, haben den Bau von Arbeiterwohnungen in eigener Verwaltung unternommen. Zum erheblichen Teil ist ferner die Erbauung billiger und gesunder Wohnungen der Tätigkeit einer Reihe privater Vereinigungen zu danken. Rach einer im Herbst 1900 von der Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen angestellten Ermittelungen befaßten sich damals 384 gemeinnützige Vereinigungen mit dem Bau von Kleinwohnungen, die insgesamt gegen 25 000 Wohnungen errichtet hatten. Schließlich haben auch viele Arbeitgeber für die Bereitstellung paffender Wohnungsgelegenheiten für ihre Arbeiter gesorgt.
Das sächsische Wahlkartell und der Liberalismus-
Der Vorstand des Jungnationalliberalen Vereins zu Leipzig hielt am 28. Februar eine Sitzung ab wegen Stellungnahme zu der Veröffentlichung über die Kartelloerhandlungen der nationalliberalen Partei mit den Kon- servatioen, Reformern und dem Bunde der Landwirte in
Sachsen, und sprach sich dahin aus, daß der Abschluß des Landeskartells zu beklagen sei.
Die Kartellpolitik habe der nationalliberalen Pattei schon die größte Einbuße an Teilnahme in den Wählerkreisen gebracht. Ein Land, das durch und durch die Disposition zu dem naUonallideralen Programm habe, das eine Bevölkerung ausweise, die sich lebhaft für alle Fragen der Reichspolüil interessiere, spreche damit seine entschiedene Abneigung gegen die jetzige nationalltberale Parteipolitik aus, daß es an den Fragen derselben teilnahmlos vorübergehe. Alan sei dabei roeu entfernt, bestreiten zu wollen, daß in einzelnen Wahlkreisen, das Z u • sammengehen der sogenannten bürgerlichen Parteien zweckmäßg sein könne. TaS Kartell aber für das ganze Land aufzunehmen, bedeute entschieden den Verzicht für die erforderliche Eigeitatt.
Besonders mit dem Bunde der Landwirte, der jetzt für die konservative Partei das maßgebende Element sei, cm Kartell emzugehen, mit dem Bunde, der m allen Stücken den Gegensatz zum ilatlonaUiberalen Gedanken bilde, der sich auch nicht gescheut habe, hervorragende nanonalliberale Abgeordnete in ungewöhnlicher Weise zu verletzen, könne nur Befremden erregen bei allen, die politisch denken. Eine der wichtigsten Allfgaben des nächsten Reichstages sei in der Beschlußfassung über die Handelsverträge zu erblicken. Es liege auf der Hand, daß die national- liberale Partei em ganz entschiedenes Interesse an den Handelsverträgen habe uiid zwar an Handelsverträgen, die im wesentlichen den Grundzügen des Zolltarifs entsprächen. Die Stellung des Bundes der Landwirte sei genügend befamit und deshalb unoerst ä n d l i ch, wie man mit einem Reichstag, der solch eine Hauptaufgabe habe, mit diesem Bunde Übereinkommen könne. Die Haltung des Bundes fei um so bedenklicher angesichts des Versuches des Reichskanzlers, die Verantwortung für die Aushebung des § 2 des Jesuitengeseyes auf den Reichstag abzuwälzen.
Heer uud Flotte.
D. FL-V. Die diesjährige Haüptv ersammlung des Deutschen Flotten-Vereins findet, wie wir hören, am Sonntag, 29. März, vormittags 10 Uhr, im Saale des Gemeindekollegiums (neues RathauS) zu München statt. Die ausgestellte Tagesordnung sieht vor: 1. Rechenschaftsbericht des Präsidiums. 2. Entlastung des gcschäfts- führenden Vorsitzenden, seines Stellvertreters und des Hauptschatzmeisters. 3. Genehmigung des Voranschlages. 4. Rechenschaftsbericht des Kuratoriums für den China-Fonds des Deutschen Flotten-Vereins. 5. Die Verhandlungen mit dem Hauptoerband deutscher Flottenoereine im Auslande. 6. Die für die Errichtung einer Gesellschaftslotterie geschehenen Schritte. 7. Der Reservefonds. 8. Schaffung einer Wander- Marine-Ausstellung für mittlere und kleine Städte. 9. Ersatzwahl für die nach § 11, vorletzter Absatz der Satzung ausscheidenden Mitglieder des Präsidiums. 10. Wahl von Ehrenmitgliedern. 11. Wahl der persönlichen Mitglieder des Gesamtvorstandes. 12. Wahl von zwei Rechnungsprüfern und zwei Stellvertretern. 13. Bestimmung über den Ort der Hauptversammlung im Jahre 1904. Gesellige Vereinigungen sind vorgesehen: Am 28. März, vormittags 8 Uhr: Begrüßung im Kartensaal des Hofbräuhauses; 28. März abends 8 Uhr: Festabend im Löwenbräukeller; 29. März nachmittags 5 Uhr: Festessen im alten Rathaussaale.
Schwurgericht.
-t. Gießen, 6. März 1903.
Gestern machte unser Schwurgerichtssaal auf den ersten Blick den Eindruck eines Schulsaales. Die Verteidigung hatte auf einem Gestell zwei Wandtafeln aufftcllen lassen und auf demselben die Lertlichkeit, auf die es in der Verhandlung ankam, mit weißer, grüner und blauer Kreide groß und deutlich eingezeichnet. Verhandelt wurde gegen den 57 Jahre.alten, wegen Holzfrevels vor langen Jahren vorbestraften Schneidermeister Heinrich Hör n von Calbach bei Büdingen wegen Meineids. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Hoos, die Verteidigung Rechtsanwalt Dr. Spohr. Eine Reihe von Zeugen war zu vernehmen, sodaß die Verhandluna erst abends gegen 1/2W Uhr $u Ende ging. Jedem oer Geschworenen wurde ebenfalls ein pandriß übergeben, aus dem die Lertlichkeit ersichtlich war. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er am 8. Januar d. I. vor dem Schöffengericht Altenstadt in der Strafsache gegen den Kaufmann Georg Karl Oberley und zwei Genossen von Offenbach wegen Jagdvergehens wissentlich unter seinem Eide als Zeuge die Unwahrheit beschworen habe. Horn, der mit aller Entschiedenheit das ihm zur Last gelegte *8kr- brechen bestreitet, hat nämlich beschworen, daß Oberley, Morhart und Flesche, sämtlich aus Offenbach, bei Ausübung der Jagd am 1. September 1902 die Gemarkung Lindheim nicht betreten hätten; betreffs des Flesche gab damals in Altenstadt der Angeklagte zu, daß bei diesem die Möglichkeit bestehe, daß er das Lind Heimer, ein für alle drei Jager fremdes Jagdgebiet, auf dem er zu jagen nicht berechtigt war, betreten haben könne. Die ganze Beweisaufnahme erstreckte sich gestern vor den Geschworenen auf ben Nachweis, ob die Offenbacher Jäger, von denen zwei Pächter der Jagd von Düdelsheim waren, und von denen der dritte, Kaufmann Fle che nur als Jagdgast und als solcher zum erstenmale in der Gegend weilte, bei der Hühnerjagd am 1. September die Lindheimer Jagd betreten haben. Die Lindheimer Gemarkungsgrenze bildet an der fraglichen Stelle, auf die es ankommt, einen spitzen Winkel zur benachbarten Düdelsheimer Jagd. Tie Beweisaufnahme war überaus kompliziert; jeder der Zeugen mußte genau den Standpunkt angeben, von wo er die zur Verhandlung stehenden Vorgänge — den Weg, den die Offenbacher Jager gemacht haben, wo dieselben herkamen re. — beobachtet haben will. Hierbei leistete die von der Verteidigung beschaffte, auf den Wandtafeln gezeichnete Geländekarte der beiben Jagdgebiete Lind Henn und Düdelsheim sehr gute Dienste. Drei Zeugen, der Jagdpächter des angeblich durch die Offen- bacher Jäger verletzten Lindheimer Gebiets, Rentner Heinr. Koch-Büdingen, der Lanbnwit Ferdinand Krispens und der Straßenwärter Konrad Hanstein beschworen, daß sie allerdings von verschiedenen Stellen aus die drei Offenbacher Jäger am 1. September 1902 auf Lindheimer Gebiet gesehen haben. Dieselben gingen in einem Rübenacker, bei näher bezeichnet wurde, etwa 50—60 Schritte von der Grenze der Düdelsheimer Jagd entfernt. Einer ber drei Zeugen will sogar gesehen haben, wie von dem Rübenacker Hühner aufgingen und darauf von den Jägern drei Schüsse
Einiges üöer «LuvgenheUanstalten.
IV.
Nun kommen wir zum letzten Punkte unserer Aufgabe, zu untersuchen, ob die Zusammenbringung vieler tuberkulöser in einem Hauswesen nicht eine Gefahr für den einzelnen, das Zusammenströmen vieler Kranken an einem Kurorte nicht eine Gefahr für die einheimische Bevölkerung bedeute. Hier gilt, was bereits zu Anfang unserer Abhandlung gesagt wurde, daß durch Aufklärung und Erfahrung manches alte Vorurteil beseitigt ist, aber doch sind die gemachten Erfahrungen noch nicht allgemein genug bekannt. r .
Vorerst ist es nötig festzustellen, daß nach den unumstößlichen Ergebnissen der ärztlichen Wiffenfchast die Tuberkulose zwar zweifellos durch Ansteckung verbreitet werden kann, daß diese Ansteckung aber nur bann möglich ist, wenn der betreffende Menfch in irgenD einer Weise geschwächt ist, sei es durch eine andere Krankheit, häufige Blutverluste, rasch auf einander folgende Wochenbetten oder durch schlechte Ernährung, staubige Arbeit und dergl., oder endlich durch Ausschweifungen der verschiedensten Art. Sehr bekannt ist auch, daß die Jiaa)» kommen tuberkulöser Eltern eine gewisse Neigung für die Krankheit haben. Daß es aber auch bei nahem und anhaltendem Verkehre mit Lungenkranken nicht leicht zu einer Ansteckung Gesunder kommt, das sieht man an Den Aerzten, Pflegern und Pflegerinnen in Heilanstalten, Die sich meistens der besten Gesundheit, erfreuen Es ist auch chon ost genug vorgekommen, dafz lungenkranke Aerzte nicht nur unter ihren Leidensgefährten m gefchloffenen Heilstätten ihre Gesundheit wiedererlangten, sondern batz sie auch Jahrzehnte lang in der Arbeit an solchen _Heilstätten standen, und doch gesund blieben. @ut interenanter Fall ist der eines Badedieners in Gorbersbors, der, obwohl er der Sohn eines armen Flickschneiders war, welcher in seiner engen Stube Jahrzehnte Jang fast nur die Äleider lungenkranker Kurgäste ausbeiferte, und manches Ltück für den eigenen Gebrauch geschenkt bekam, und obwohl er selbst über -10 Jahre lang als Badediener und Krankenpfleger alltäglich in der nächsten Berührung mit Lungenkranken war und unzählige ^rachtwachen am Bette Schwerkranker zu versehen hatte, doch kerngefund blieb. Wie oit sieht man nicht auch, daß von zwei in innigster löemeinicbaft stehenden Eheleuten eines nach lahrelanaem
Leiden an Schwindsucht stirbt, ohne den Gatten an gesteckt zu haben.
Solchen Tatsachen gegenüber sollte wenigstens die blinde Furcht vor Ansteckung weichen, nicht die Vorsicht. Wir finden aber gerade bei Leuten, die im Verkehr mit lungenkranken Angehörigen oder Bekannten die einfachsten Vorsichts- und Gesundheitsmaßregeln vernachlässigen, oft eine blinde Furcht vor Kranken, die in einer Anstalt sind, oder gewesen sind. Das ist überaus töricht. Gerade die Anstalten sind es ja, die ihre Pfleglinge auf die Gefahr der Ansteckung durch Husten und Auswurf aufmerksam machen und sie durch ftrenge Vorschriften zur Befolgung der nötigen Vorfichtsmaßregeln zwingen. Zudem wird in den Anstalten auf eine Reinlichkeit gehalten, wie sie in wenigen Haushaltungen der minder bemittelten Bevölkerung üblich fein dürfte. Dadurch kommt es, daß man von einer Ansteckungsgefahr in einer geschlossenen Heilanstalt nicht reden kann, ja, das Wort eines Arztes, daß man innerhalb einer der modernen Lungenheilstätten weniger Gelegenheit habe, sich anzustecken, als sonst irgendwo, kann man voll und ganz unterschreiben. Da es in unseren Landen keinen Ort und keine Gegend giebt, wo feine Lungenkrankheiten unter der einheimischen Bevölkerung vorkamen, und die da wohnenden Kranken fast niemals die nötige Sorgfalt auf die Vernichtung ihres Auswurfs verwenden, ist die Gefahr einer Ansteckung mit den oben gegebenen Einschränkungen tatsächlich überall vorhanden, nur nicht in Den Heilstätten. Wie könnten in denselben die Kranken gebessert" oder gehellt werden, wenn eine Ansteckungsgefahr für Die gesunden Hausgenossen oder sogar für die Umwohnenden bestände?
Einen Unterschied von den modernen Lungenheilstätten machen die sogen, offenen Kurorte, in Denen sich Kranke in Gasthäusern oDer Privatwohnungen eiumieten und dann nach Belieben leben unD für ihre Gesundheit tun, was fie für gut halten. Ta allerdings kann die Gefahr einer Ansteckung vermehrt sein. Taß dies aber bei richtiger Belehrung auch dieser einem Anstaltszwange nicht unterworfenen Kranken doch nicht der Fall ist, werden wir weiter unten bei der Statistik sehen.
Zu dieser übergehend, müssen wir zunächst wieder feststellen, daß eine um'assende Wiedergabe aller Beobachtungen den Rahmen unserer BetraaMngen weit über» schreiten würde. Wir beschränken uns deshalb auf vier
Orte, an denen schon Jcchre hindurch Lunaenkronke in größerer Zahl zusammen strömten, zumal die Beobachtungen an neueren Kurorten noch klein und zu gering sind.
Nehmen wir zuerst das in der ganzen Welt als Kurort für Lungenkranke bekannte Davos in der Schweiz. Dort boten sich dem Arzte Dr. Aebi, der sich um die Klärung der Frage, ob seit Dem Zuströmen TausenDer von Lungenkranken Die Sterblichkeit Der einheimischen Bevölkerung an Tuberkulose zugenommen habe, sehr verDient gemacht hat, große Schwierigkeiten, Denn im Laufe Der Beobachtungszeit von 1850 bis 1889 hat sich Die Einwohnerschaft von 1670 auf 3890 vermehrt, hauptsächlich DaDurch, Daß Lungenkranke von außerhalb sich in dem Kurorte Tavos ansiedelten als Aerzte, Hotelbesitzer, Geschäftsleute usw. Man sollte nun erwarten, daß dadurch die Sterblichkeit an Tuberkulose unter den Einwohnern im Verhältnis zu deren Zahl zugenommen habe. Das ist nicht der Fall, wie ans nachfolgender Tabelle hervorgeht, in der Die Tuberkulosesterblichkeit unter den Einwohnern auf bas Tausend der Lebenden (ohne die Kurgäste) ausgerechnet ist — pro Mille:
Es starben im Jahrzehnt van 1850—1859 1860-1869
1865 begann 1870—1879 1880—1889
bei einer Kopfzahl von
1680—1705
von den Einwohnern an Tuberkulose 0,65 pro Mille
4705—2002 1,16 „ „
das Zuströmen von Kurgästen.
2002—2865 0,89 „ „
2865—3891 0,88 „ „
Tie Tabelle enthält noch einen gewissen Rechenfehler, da Die Volkszählung nur alle zehn Juhce vorgenommen rourDe, Die Zählung Der Todesfälle aber in jedem Jahre, und die Ausrechnung des pro Mille-Satzes auf Die Volkszählung am Anfänge Des betreffenden Jahrzehnts bezogen wurde, obwohl die xopszahl ber lebenden Einwohner sicher höher war, um so höher, je weller das betreffenbe Jahr com Jahrzehntanfang entfernt ist. Trotz bieses Fehlers, bei dessen Vermeidung die Verhältniszahlen später kleiner ausgefallen wären, da gerade in den späteren Jahren die Bevölkerung schneller zunahm, sehen wir in der Tabelle keine wesentliche Zunah me ber Sterblichkeit ber Einwohner von Tavos an Tuberkulosen, ja, sie erscheint in ben späteren Jahren, wv sich bei bem schleichenben Verlaufe ber Krankheit ig einer allenfalls von
den Kurgästen ausgegangenen Ansteckung erst hätte gettenb


