Bäder nötig wurden. Gegenwärtig beträgt die Temperatur 39,5, Puls 108. Komplikationen sind nicht vorhanden.
Aus Sladl und Land.
Gießen, den 6. Februar 1903.
** Auszeichnung. Am 31. Januar wurde der Direktor an dem Schullehrerseminar zu Friedberg Dr. Friedrich Quentell auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. Aprrl 1903 an unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Auszeichnung. Der ,LieichsanK.^ veröffentlicht die Verleihung des Komturkreuzes 2. Klasse des Großh. hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen an den Reichsgerichtsrat Weller-Leipzig, ferner die Verleihung des Ritterkreuzes 1. Klasse desselben Ordens an den Reichsgerichtsrat Ewald-Leipzig.
** Das Konzert des Kronbauerschen Quartettvereins, das am 25. Januar im Saale des Gesellschaftsvereins stattfand, hat, wie wir hören, einen Reingewinn von 803,21 Mk. gehabt, das zu wohltätigen Zwecken verwendet werden wird.
() D ar m sta d t, 5. Febr. Dem Borbilde anderer Städte folgend, wird auch der hiesige Gastwirteverein, der der seinen Mitgliedern durch seine Wohlfahrtseinrichtungen, der Sterbekasse, Haftpflichtkasse rc. schon mancherlei Vorteile errungen, in eigens dazu gemieteten Räumen, Wll- helminenstraße 9, eine eigene Geschäfts stelle errichten, in welcher alle das Gewerbe betreffenden Gesetze, Vervrd- nungerr, Fachzeitschriften rc. aufgelegt und außerdem alle ratsuchenden Geschäftskollegen durch erfahrene und geschäftsgewandte Kollegen die notwendigen Aufklärungen und Ratschläge unentgeltlich erhalten werden. — Um hierbei zugleich dem im Gastwirtgewerbe herrschenden Mißstcmd im Stellenvermittelungswesen abzuhelfen und der von feiten einzelner Stellenvermittler geradezu unerhörten Ausbeutung des Personals, die schon beinahe einem Menschenhandel gleicht, endlich die Spitze abzubrechen, soll mit der Geschäftsstelle zugleich ein Stellenvermittlungsbureau verbunden werden, welches ohne Nutzen für den Verein den Mitgliedern gegen mäßige Gebühren für beide Teils das notwendige Personal nachweist.
Mainz, 5. Febr. Heute morgen wurde in dem Hausflur des Hauses Mallaustraße 65 ein neugeborenes totes Kind aufgefunden. Ob ein Verbrechen vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden. Die Leiche wurde nach dem Friedhof verbracht. — In der Kapuzinergasse fand gestern abend zwischen zwei Frauen eine große Rauferei statt. Mit vieler Mühe gelang es Schutzleuten, die beiden Kämpfenden zu trennen. Auf dem Kampfplatze lagen ganze Büschel ausgerissener Haare und sonstige Fetzen, die von der Heftigkeit des Kampfes zeugten. — Der Hausbursche eines Mombacher Bäckermeisters wurde in der Bahnhofstraße morgens zwischen 6 und 7 Uhr von sechs Personen angefallen Er fuhr mit einem Hunde fuhrwerk Backwaren zu den Kunden und hielt an dem Spezereigeschäft Lerner in Mvmbach an Bon dem Bahnhofe her kamen die sechs Personen, drangen auf den Hausburschen ein und drohten mit Totftechen und Beraubung des Geldes. Die Täter rissen an einem benachbarten Zaun Latten ab und schlugen auf das Hundefuhrwerk ein Durch Zuhilfe- ko mmen der Hausbewohner wurden die Angreifer verscheucht, die der Dunkelheit wegen nicht erkannt wurden Mein die eifrig betriebenen Recherchen der Polizei führten gestern zur Ermittelung der Täter, die ihre Tat bereits eingestanden haben
Mainz, 5. Febr. Hier bespracht man einen Fall, wonach ein Abfertigungsbeamter sich allen Ernstes vor kurzem herausnahm, eine Gütersendung, die laut Frachtbrief nach Köln bestimmt war, schroff zurüctzu- weisen (Nach der offiziellen Rechtschreibung wird dieser Städteuame hartnäckig „Cöln" geschrieben!) Köln sei für die Eisenbahnverwaltung ein ganzunbekannterOrt; Aufträge dorthin seien für sie daher unausführbar. Verblüfft ob dieser mit so erstaunlicher Sicherheit in der Erdkunde verbundenen Schneidigkeit, legte sich der Absender, wegen des drohenden Zeitverlustes besorgt, aufs Bitten. Köln sei doch seither der Eisenbahnverwaltung so gut bekannt gewesen, daß keine der vielen Sendungen, die er bis in die letzte Zeit dorthin gerichtet habe, wegen Unauffindbarkeit dieses Ortes zurückgelangt sei. Auch habe bis vor kurzem die Schreibweise Köln bei der Eisenbahnverwaltung amtliche Geltung gehabt. Man könne von einem einfachen Bürger unmöglich verlangen, daß sein geographisches und ortographisches Lernen und Vergessen stets mit dem der Organe der Eisenbahnverwaltung gleichen Schritt hielte. In Sachen „Kölns" wolle er sich aber von nun an bessern. Durch dieses Versprechen setzte er die Abfertigung des Gutes auf seinen Frachtbrief noch einmal durch, jedoch nicht, ohne die Drohung hören zu müssen, daß es das letzte Mal gewesen sei. (Wer sich eine förmliche Austragung dieser Streitfrage gelegentlich leisten kann, der würde sich ein Verdienst um das an eine deutsche Schreibweise gewöhnte Volk erwerben, wenn er den Streit auf dem Verwaltungswege und vor Gericht auskümpfte. Mir können uns schlechterdings nicht denken, daß der Eisenbahnverwaltung das Recht zugesprochen werden würde, Sendungen nach Köln zurückzuweisen. -
Frankfurt, 5. Febr. Die aus der Strecke Hanno- oer-Kassel-Frankfurt a. M. regelmäßig lausenden Gefangenen-Transportwagen werden aus Anordnung des preuß. Ministers des Innern durch Unterbeamte der Strafanstalt Kassel-Wehlheiden begleitet, während früher die Begleitung nur durch Gendarmen erfolgte. Jedem Zettenwagen wird nur ein Beamter als Transport führ er beigegeben. Für die von den Beamten zurückgelegten Strecken werden seitens der Landespolizei die tarifmäßigen Fahrpreise an den Eisenbahnfiskus bezahlt; außerdem erhalten die Beamten an den Transporttagen die bestimmungsmäßige Entschädigung für Zu- und Abgang, sowie die gesetzlichen Reise-Tagegelder.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Vorstand des Gesangvereins in Bleichenbach beschloß die Anschaffung einer neuen Vereinsfahne. — Der Polizeidiener E. G. in Bickenbach veruntreute Gelder, die ihm zur Einzahlung an die Steuerkasse anvertraut worden waren. — In Kassel genehmigten die Stadtverordneten das Rathausbarcprojelt des ersten Preisträgers Roth-Darmstadt zur Ausführung.
Vermischtes.
* Ein Pistolenduell. Mn- die ,Volksztg." aus Weimar meldet, fand am letzten Sonntag bei Gelmeroda »in Pistolenduell statt zwischen den Referendaren v. Nostiz
und Voigt aus Weimar. Die Vercmlaffung des Duells ist unbekannt; es ist trotz zweimaligen Kugelwechsels unblutig verlaufen.
Kunst und Wissenschaft
Studierende Frauen au deutschen Univerfitateu. An den deutschen Universitäten sind im laufenden Winterhalbjahr 1180 Frauen zum Hören von Vorlesungen berechtigt, und zwar in Berlin 552, Bonn 113, Breslau 114, Erlangen 10, Freiburg 17, Gießen 19, Göttingen 48, Halle 43, Heidelberg 42, Jena 16, Kiel 13, Königsberg 51, Leipzig 67, München 33, Marburg 19, Straßburg 66, Tübingen 3, Würzburg 58. Die Studenten-Berzeichnisse von Heidelberg, Jena und Straßburg geben auch an, in welcher Fakultät die Frauen Vorlesungen hören. In Heidelberg hören solche in der medizinischen Fakultät 1, in der philosophischen 22, in der natur- wrfsenschaftlich-malhematischen 19; in Straßburg in der theologischen 1, in der medizinischen 19, in der philosophischen 44, in der mathematisch-naturwissenschaftlichen 2; in Jena alle 16 in der philosophischen. In Gießen werden 4 als aufgenommene Gaste bezeichnet, die alle bei der philosophischen Fakultät ein- geschrieben sind.__
Unioersttäts Nachrichten.
— Die Breslauer Stadtverordneten-Versammlung beschloß einstimmig die Genehmigung des Vertrags mit der Staatsregierung über die Errichtung einer Technischen Hochschule in Breslau.
Kandel und UerKehr Volkswirtschaft.
— Frankfurter Hypotheken-Kredit-Berein. Am 31. Dez. 1902 bezifferte sich der Betrag der im Umlauf befindlichen Hypothekenpfandbriefe auf 184 576 455.39 Mk. Von den in das Hypothekenregister eingetragenen 186 306 922.95 Mk. betragenden Hypotheken dienen 186105 329.62 Mk. als Deckung.
— Der Reingewinn der Schimischower Portland-Cement-, Kalk- und Ztegetwerke beträgt pro 1902 nach 84 908 Mk. Abschreibungen 173 794 Mk. Der am 14. März er. stattfindenden Generalversammlung soll die Verteilung einer Dividende von 5 pEt. vorgeschlagen werden.
— Die Aktionäre der Hagener Gußstahlwerke, welche ihre Aktten behufs Zusammenlegung derselben noch nicht eingereicht haben, werden aufgefordert, dies bis zum 20. Mai cr. zu bewirken.
Braunschweig, 4. Febr. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug der Gewinn der Braunschweigisch-Hannoverschen Hypothekenbank 1147851 Mk. gegen 1152 062 Mk. im Vorjahre.
— In der Generalversammlung der Rhetutsch-West- faNsche« Bodenkreditbank wurde die Verteilung von 6 7, pEt. Dividende genehmigt.
— Zuckerrüben. Aus Rheinhessen wird berichtet: Die verschiedenen Zuckerfabriken lassen zur Zeit durch ihre Vertreter bei den Zuckerrübenbauern der diessettigen Provinz Akkorde wegen Lieferung der Zuckerrüben abschließen. Der Zenmer Zuckerrüben wird mit 85 Pfg. bezahlt.
— Fried. Krupp Aktiengesellschaft. Aus Berlin wird telegraphiert: Die Umwandlung der Firma Krupp soll mit 150 Mill. Mk. Aktienkapital erfolgen. Dem Aufsichtsrat gehören an: Etsen- kxchn-Minister a. D. v. Thielen, Geh. Kom.-Rctt Hartmann, Geh. Oberjustizrat v. Simson, und Ludwig Delbrück i. Fa. Delbrück, Leo und Cie.
— Bom Petrolenmmarkt. Wie aus Wien berichtet wird, erwirbt die von der Kredckanstalt gegründete Naphta-Jndustrie- gesellschaft gemeinsam mit der Galizischen Karpathengesellschast ein zwischen beiden Besitzungen gelegenes großes Rohölterrain um den Preis von 3 7, Millionen Kronen. Das Zusammenwirken beider großen Gesellschaften wird hierdurch eingeleitet.
Arbeiterbewegung.
Amsterdam, 6. Febr. Obwohl nur noch die Kutscker im Aus st and verharren, sind die wegen des Streiks bisher eni- fandten Truppen und Gendarmen noch nicht wieder abgerückt. Die Garnison wurde gestern noch um 580 Infanteristen und 150 Genie- soldaten verstärkt. — Das Amtsblatt veröffentlicht eine königliche Verfügung, durch die alle 1900 und 1901 beurlaubten Mannschaften der Infanterie und des Geniekorps bis 10. Februar zu den Waffen einberufen werden.
Suömisstons-Kalender.
9. Februar. Darmstadt, Großh. Hochbauamt, Ausführung der Weißbinder-, Glaser-, Schreiner- und schlosserarbeiten zum Neubau emer Dienstwohnmrg für die Großh. Oberförsterei. Bedingungen gegen Erstattung der Selbstkosten.
10. Februar. Bad Nauheim, Großh. Badedirektton. Lieferung des Bedarfs an Handtüchern, Trockentüchern, Teppichtüchern, Badeteppichen und Kokosläufern. Bedingungen All. 0.50. — Darm stadt, Garnison-Verwaltung. Lieferung des Bedarfs an Borstenwaren, des Geschirrs von Glas, Fayence, Steingut und Sanitätsgut, sowie an Weichholz und Petroleum. Bedingungen daselbst.
Gerichtssaal.
Die Ermordung des Oberamtsrichters Becker in Oldenburg durch den Bankier Wilhelm van Baden-Bruns (am am 5. d. M. vor dem Reichsgerichte zu Leipzig zur Sprache. Das Schwurgericht Oldenburg hat am 29. Oktober v. I. den Bankier van Baden-Bruns wegen Depot-Unterschlagung und Tötung des Oberamtsrichters zu einer Gesamtstrafe von 13 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Verbüßung der Strafe hat sich van Baden-Bruns inzwischen durch Selbstmord entzogen. In derselben Verhandlung ist der Prokurist Everyard Bruns wegen Beihilfe zur Depotunterschlagung unter Zubilligung mildernder Umstände zu einem Jahr Gefängnis verurteilt ivorden. Die R e ö i i i o n dieses Angeklagten rügte hauptsächlich inkorrekte Fragestellung. Die Geschworenen sind nämlich gefragt worden, ob er dem Mitangeklagten zu der von ihm begangenen Tat durch Rat und Tat Hilfe geleistet habe, während es hätte heißen müssen: zur Begehung der von ihm begangenen Tat. — Das Reichsgericht war der Ansicht, daß das Urteil auf diesem Verstoße beruhen könne, hob das Urteil gegen Everhard Bruns auf und verwies die Sache an das Schwurgericht zurück.
Kiefkaflen öer Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberückstchtigt.)
W., Bersrod. Wir nehmen gern Notiz davon, daß der Bürgermeister Böcher nicht 27, sondern „erst" 18 Jahre sein Amt bekleidet. Auch 18 Jahre sind u. E. eine immerhin schon recht lange Amtsdauer.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
In der Stadtkirche.
Sonntag, Septuagesimae, den 8. Febr u ar. Gottesdienst.
Vormittags 97-2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarraffistent Vogt.
Abetids 6 Uhr: Pfarrer Scheunemann.
Beichte nnb heiliges Abendmahl für Matthäus- und Marcusgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Die Versammlung der tonfirmierten männlichen Jugend muß verschoben werden.
Donnerstag, den 12. Februar, abends 8 Uhr, im oberen Konfirmandensaal, Kirchstraße 9, Bibelstunde.
Pfarrer Sch 1 o s s e r.
Ju der Johanneskirche.
E o ii ii t a g, den 8. Februar.
Vormittags 97, Uhr: Pfarrassistent Vogt.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JohanneS- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Abends 6 Uhr siehe Stadtkirche.
Montag den 9. Februar:
Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. 1. Johannesbrief, Kap. 4, 12—21: Gottesliebe und Bruderliebe. Pfarrer Dr. Naumann.
Dienstag, den 10. Febru ar.
Nachmittags 57, Uhr Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde im Konfirmandensaal der Johanneskttche.
Pfarrer Euler.
Neueste MetomuM.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger».
Berlin, 6. Febr. Die Wahlprüfungskommission hat die Wahl des nat.-lib. Abgeordneten Boltz (5. Trier) be
anstandet.
Berlin, 6. Febr. Gestern abend hielt der Architekt Bodo Ebhardt vor dem Kaiser einen interessanten Projektionsvortrag über seine im Austrage des Kaisers unternommenen Burgen-Studien in Italien. Der Vortrag, der die Geschichte und die Bauart der italienischen Burgen schilderte, war von vielen Lichtbildern illustriert. — Der? Rektor und die Richter der Universität haben die Burschenschaft Neo-Silesia auf die Dauer von zwei Semestern verboten, weil ihr Bestreben die akademische Disziplin gefährde. — Die .Verhandlungen der Münchener Sezession mit Berlin, die sich unlängst von ihrer Berliner Schwester-Vereinigung getrennt Hat, sind nun doch zum Abschluß gekommen und das Ergebnis ist, daß die Münchener Sezession die von chr gewünschte größere Ausstellungsgelegenheit im Moabiter Landes-Ausstellungs-
gebäude gefunden hat.
Dresden, 6. Febr. In dem Befinden des Prinzen Friedrich Christi art ist insofern eine geringeBes- serung eingetreten, als der Prinz gestern nachmittag einige Stunden ruhig geschlafen hat. Auch die Nacht verlief ruhig. Das Allgemeinbefinden ist befriedigend, obwohl das Fieber seine bisherige Höhe behält.
Amsterdams. Febr. Eine Versammlung der städtischen Gasarbeiter beschloß, den Ausstand um 14 Tage zu verschieben. Die Tramway-Bediensteten wollen in einer neuerlichen Versammlung das Ultimatum zurück^iehen und dem Stadtrat zur seinerseitigen Erwägung übermitteln. Artillerie ist zur Auftechterhaltung der Ordnung aus
Utrecht eingetroffen.
Malaga, 6. Febr. Man hat hier auf offener Straße die Leiche des Anarchisten Chonican entdeckt, die sechs Stichwunden aufwies. Man glaubt, daß ein Racheakt der Anarchisten vorliegt.
Rom, 6. Febr. Da der Minister den Studenten, einen neuen Examen-Termin verweigerte, fanden in Neapel vor und in der Universität lärmende Demonstrationen statt, welche mtt der Zerstörung und Verbrennung von Tischen und Bänken endete. Da die Polizei diesem Treiben gegenüber machtlos war, wurde Militär herbeigerufen, bei dessen Erscheinen sich die Studenten zurückzogen. Zwei Kom- pagnien Infanterie besetzten die Universität.
W i e n, 6. Febr. Die amtliche „Wiener Ztg." publiziert die Ernennung des Münchener Professors Oberhumer zum ordenttichen Professor an der Wiener Universität.
Wien, 6. Febr. Die toskanische Famllie verharrt bei ihrer Weigerung, die Kronprinzessin von Sachsen zu empfangen. Sie habe jedoch infolge dringender tele- graphischer Bitten dec Prinzessin, ihre Bereitwttligkeit er- klärt, durch eine Mittelsperson mit ihr zu verhandeln, vorausgesetzt, daß sie ohne Giro« eintrifft. Die grvßherzogliche Residenz darf sie unter keiner Bedingung betreten. Es wurde ihr die Villa ihres Bruders Erzherzog Peter in der Nähe von Salzburg eingeräumt. — Der Genfer Korrei spondent des „Neuen Wiener Tagebl." telegraphiert, der Advokat Lach e nal habe der Kronprinzessin in einer mehrstündigen Kvnferenz dringend geraten, sich von Giron zu trennen. Dann bestehe die Möglichkeit eines Arrangements chrer Angelegenheiten in angemessener Form. Im gegenwärtigen Falle müsse sie sich auf Kollisionen gefaßt machen
Wien, 6. Febr. Im Raimund-Theater hatte ein Volksstück: „Der Herr Gemeinderat" von Heinrich Schrottenbach, dessen Erstlingswerk „Die Schröberischen" ihm im Vorjahre die Ehrengabe des Raimund-Preises eintrug, gestern einen ehrlichen kräftigen Erfolg. Der Autor wurde mehrmals gerufen. — Die Schuckertwerke erwarben im Verein mit der Län d e rb an k ein von einem Schweden namens Ljungmann erfundenes Telephon ohne Sprechmuschel sowie ein tragbares Telephon für Eisend ahnen, die sich bei den hiesigen Proben glänzend bewährten. Tas Telephon ohne Sprechmuschel wird von der östreichischen Regierung schnellstens eingeführt werden.
Kattvwitz, 6. Febr. Bei Panomorow stürzte ein Güterzug von einer Brücke in die Tiefe. Das gesamte Bedienungspersonal wurde getötet.
Petersburg, 6. Febr. Aus Battum wird em großer Brand der N a p h t a f a b r i k von Mantaschen gemeldet.
Havana, 6. Febr. Tas kubanische Repräsentantenhaus nahm eine Resolution an, durch die der Präsident Palma aufgefordert wird, in Bezug aus die Behauptung, in Madr td sei auf Befehl der spantschen Behörden über dem Hotel, in dem der kubanische Gesandte wohnte, die kubanische Flagge herabgenommen worden den tatsächlichen Sachverhalt festzustellen.
Telephonischer Kursbericht.
25.80
3J/o Mexikaner
3% Oberheaaen
. 102.20
133.80
46.00
37t% 3°/o 37,% 8% 372%
104.—
51.50
32.30
Reicheanleihe do.
Konsole . do . .
Hessen
47r% Chinesen . . Electric. Schlickert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oeaterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthar tbabn . . . Laurahütte .... Bochum ...
Harpener ....
Tendenz: fei t
. 102.85
. 92.95
. 102.85 . 92.90 . 101.30 . 100.50 . 103.30
. 92.70 . 90.50 . 97.90 . 220.60
198.90 . 140.50 . 150.60 . 163.23 . 148.20 . 15.80
181.50 . 217.75 . 185.30 . 173.70
4<V; Italien. Rente . .
4« ’% Portugiesen . . ZV/ Portugiesen. . . .
\% C. Türken . . .
Türkenlose.....
4°/o 0riech. Monopol.-Anl. 4'/, % äussere Argentiner
4% Oeaterr. Goldrente 47,% Oeaterr. Silberrente 101.25
4% Ungar. Goldrente . . 122.20
Aufgesprungene Hände. ycrk
schreib!. „Habe Herba-Seife (Oberweyers, in meiner eigenen Familie in Gebrauch genommen und kann mich über deren prompte Wirksamkeit bei aufgesprungenen und rauben Händen nur lobend aussprechen." Zu haben in allen Apotheken und Drogerten pr. Stck. 75 Pfg. und Mk. 1.25. Fabr. I. Gioth, Hanau. 356


