Ausgabe 
6.1.1903 Erstes Blatt
 
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Gerichtstag!

2544,

2558,

3710,

3731,

im Juli 1902 in

1

20LV

1

uachm.

Januar

goldnes Armband habe ich gefunden!

Ich habe es

UM. Jahch.")

an't Schmalz fettig zu machen."

!»>

+ 5,3» C.

4- 10,0° C.

1568,

2007,

1542, 1894,

Es starben an:

Tuberkulose des

Gehirns DiphtherittS Influenza

Schiffsuachrichten.

Norddeutscher Lloyd.

Der PostdampferKarlsruhe", 5tapitän H. Koenemann vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern Illhr nachmittags wohl­behalten in Balimore angekommen.

Fahrplanänderung.

Am 28. Januar d. I. wird 2. ^Rhein" (au Stelle von D. ,Z i e t e n") nach Australien abgeferttgt werden.

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

L Lebensjahr: 2.15. Jahr

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Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

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Zusammen: Erwachsene: iw vom

2; in Jena alle 16 in der philosophischer. In Dießen werden vier als aufgenommene Hospitantmnen bezeichnet, welche alle bei der philosophischen Fakultät immatrikuliert sind.

In der am 2. Januar 1903 stattgebabtcn Verlosung der 4prozentigen hypothekarischen Schuldoeffchreibungen der Ilse, Bergbau-Aktiengesellschaft, wurden folgende Schuld­verschreibungen gezogen: Lit A. Nr. 68 70 103 152 185 315 397 402 426 458 478 516 523 537 559 666 930 971 1178 1179 1196 12-4 1256 1347 1479 1496, St. 26 ä Mk. 1000; Lit B. Nr. 1568 1593 1627 1636 1699 1704 1743 1892 2044 2135 2142 2233 2237 2324 2421 2428 2429, St 17, ä Mk. 500. (Ohne Gewähr.)

In der am 2. Januar 1903 stattgehabten Serien^ Ziehung der Lesterreichischen 1854 er Staatslose wurden folgende Serien gezogen: 161, 213, 314, 331, 861, 396, 414, 462, 527, 545 548, 598, 609, 705, 711, 718, 723, 752, 806, 868, 891, 953, 1015 1026, 1118, 1190, 1332, 1342, 1350, 1374, 1419, 1478, " ----'

1586, 1602, 1616, 1661, 1700, 1805, 1821, 1843, 1954, 2063, 2087 , 2129, 2347, 2374, 2469, 2470, 2480, 2537, ^uoo

2614, 2618, 2821, 3000, 3074, 3080, 3182, 3188, 3218, 3227 3246

8263, 3268, 3344, 3355, 3517, 3528, 3566, 3568, 3670, -------

3801, 3808, 3952. (Ohne Gewähr!)

Krebs des MagenS 1 0.) Blinddarmentzündung 1 (1) Darmeinklemmung 1 (1)

Krämpfen 1

Selbstmord _________1___

Summa: 8 (4)

Hailörl und Verkehr. Volkswirtschaft.

Für 1902 ist die Dividende auf die convertierten Aktien der S p a r b a n k i n L e i p z i g auf zirka 4 Proz. zu schätzen.

In einer kürzlich abgehaltenen Generalversanumung der Toucordia, Bergbau-Aktiengesellschaft in Oberhausen, ist die Verteilung einer Dividende von zirka 15 Prozent beschlossen worden.

mg, wo er D^H y e,niSen 2*»«, ^tc auch drw?«Mich

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^gestreckt ist be.

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iurischchv, vchdnborn beauftragt hat des Kriegs, ^llaume wegen verleum. V Wstrmgen, weil er in yen. M Befragen des '' ^n^vindt sei un vorigen ru^daß eine Prüfung Rtafen in seinem * die betreffenden ,e§ ^ieMMsteriums, worin ü «M unb eine solche tat» tn Händen halte.

le. Ter.MseffiMr" a> ül ban 'ÄhMsenstn eines Mti. mit den Mer. Kf dem sZenster (pomm llrosa Gmdfvrbe mit oMen fen. Der Mamt sad dke La, i er den Laden uni) ersuchte

au trotzen, allein an der Spitze des alten Serail, wo die Wellen sich ungehindert nach Norden wälzen, trat er ge­wöhnlich den Rüctz-tg an. Die Uuglücksfälle auf dem Schwarzen und dem Marmara-Meere sind zahlreich, und auch nicht wenige der Kaikführer, die sonst so geschickt ihre langen, schmalen Fahrzeuge durch das Gewimmel von Dampfern, Seglern und Booten beS Bosporus und des Goldenen HorneS lenken, stehen auf der Verlustliste. Ter Kapitän eines russischen Dampfers, der Auswanderer aus der Krim nach Ämstanttnopel zu bringen hatte, erklärte, einen ähnlichen Sturm noch nicht erlebt zu haben. Nach manchen Gefahren gelang es ihm, den von Nebel verhüllten Eingang in den Bosporus zn finden. Andere waren weniger glücklich, und durch den Bosporus wälzen sich Haufen er­trunkener Rinder uwd Schafe. Zwei Tage der Sonne haben genügt, um der Stadt ihr sonst übliches Winterbild wreder- zugeben. Menschen und die schwergeprüften Straßenhunde wärmen sich in den Sonnenstrahlen, und nur von fern schaut der Winter von den asiatischen Bergen herüber.

* Recht zahlreiche Gevattern erhielt ein Kind in einer ostjütlänbischen Stadt. Wie sich herauSgesteüt hat, sandte der Vater dieses seines achten KindeS an 200 be­kannte Geschäftsleute der Stadt gleichlautende Briefe, in welchen er bat, seinen jüngsten Sproß nach dem Betreffenden benennen zu dürfen. In einer Gesellschaft fanden sich allein neun Herren, die Jeder die erbetene Erlaubnis erteilt und dem Antwottschreiben eine chren Verhältnissen entsprechende Pathengabe beigefügt hatten. Erst die zufällige Aussprache in dieser Gesellschaft enthüllte den spekulativen Sinn des glücklichen Papas.

'Ein glückliches Brautpaar. Aus Paris vom 31. Dezember wird geschrieben: Das Brautpaar Dr. Mareile und Cordelia Le Play, dessen romantische Flucht vor einigen Wochen die Preffe und das Publikum beschäftigte, wird dem­nächst Hochzeit feiern können. Die Aufgebote sind bereits erlassen und der Vater Le Play soll verziehen haben.

Fatale Zerstreutheit. Professor (Nachts heim­kehrend):Denk' Dir, Louise, was mir paffiert ist! Ein

ÄMg bei Dekoration wurde gefördertEigentlich ein flamt, aber sehr apart", nke, Äe brauchen sie Mt sonst noch etwas geMg.^' 15 die Aavatte in ÄÄen« m will ich die doch nicht!" en doch m Äh-MM ein us Wwsch jeder nid, und da dieses scheußliche j Ceschmk beleidigte, bat ich ilcn W richardSagnersMuh r nniM Zeit hat öteflirteb

j nur m Layrsch mrWrm als M seien wirklich Mlos TmM die 'MMrM ; Sxto BayreÜP <

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von Elten & Keussen, Handlung Krefeld.

Kleiner Irrtum.

Wirt: .. Na, hat Ihnen baß Flötenspiel im Zimmer Ihres Nachbarn gestern abend Vergnügen bereitet?"

Gast:Wie kommen Sie denn darauf? Ich habe ja die halbe Nacht verbracht, um mit dem Fuß an die Wand zu klopfen!"

Wirt:Ach, das ist gut! . . Und der Musiker hat mir gesagt, er hätte alles viermal gespielt, weil int Nebenzimmer so stark applaudiert wurde!" (Fl. Bl.")

Der Ruhestörer.

Während einer langweiligen Vorstellung ist im Parkett ein Herr eingeschlafen, der fürchterlich schnarcht. Endlich wird er von einem Nachbar aufgerüttelt, der ihm zuruft:Schnarchen Sie doch nicht so, Sie wecken ja das ganze Publikum auf!" (Lach. Jahrh.")

In Gießen vertreten durck Earl L o o L, Lirchenplcch.

Bremen, 2. Jan. (Per trans atlantischen Telegraph.^ Der Doppelschrauben-Postdampfer ^Neckar^, Äapit A. Harraffowitz vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, rst vorgestern 7 Uhr uachm. wohlbehalten in New-Pork angekommen.

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Universitäts-Nachrichten.

Das durch den Tod von Mendel-SteinfelS erledigte Lektorat ür landwirtschaftliche HandelSwiffenschaft und Genoffenschaftswesen an der Universität Halle wurde dem Landschaftskammerdirektor Dr. Rabe übertragen.

An den deutschen Universitäten sind im laufenden Wintersemester 1180 Damen zum Hören von Vorlesungen berech­tigt und zwar in Berlin 552, in Bonn 113, in Breslau 112, in Erlangen 10, in Freiburg 17, in Gießen 19, in Göttingen 48, in Halle 43, in Heidelberg 42, in Jena 16, in Kiel 13, in Königsberg 51, in Leipzig 67, in München 33, in Marburg 19, in Straßburg 6?' m Tübingen 3, in Würzburg 58. Die Personalver^eichnrsie von Heidelberg, Jena und Straßburtz geben auch an, in welcher Fakultät dieselben Vorlesungen hören. In Heidelberg hören solche in der medizinischen Fakultät 1, in der philosophischen 22, in der naturw.-math. 19; in Straßburg in der theologischen 1, m der medizinischen 19, « der philosophischen 44, in der math^-naturw.

gegen batte die Angeklagte bei Begchmrg öer Tat nicht die zur Erkenntnis der Strafbarkeit ihrer Handlung erforder­liche Einsicht. Sie hatte kaum die Allersgrenze überschritten, mit der die sllafrechtliche Verantwortlichkell beginnt, macht den Eindruck eines wenig entwickellen K-indes und handelte offenbar unter dem-Einfluß ihrer Mutter, die bereits wegen Hehlerei rechMräpig verurterll ist. Tas 20jährige Dienst­mädchen I. stand im November 1902 etwa einen Monat bei der Frau Forstmeister H. Witwe in Gießen in Dienst und oll sich in dieser Zeit der Urkundenfälschung sowie eines Tiebstahls zum Nachteil ihrer Arbellgeberin schuldig ge­macht haben. Die Urkundenfälschung wurde nach den An­gaben der Mutter der Angerlaaten für wicht erwiesen er­achtet und die Angeklagte deshalb freigesprvchen. Dagegen erhielt sie wegen Diebstahls vrer Wochen Gefängnis, da sie der Frau H. einen Rock aus dem Schlafzimmer ent­wendet hatte Der 39jlchri^e frühere BieÄrauer Sch. wurde wegen Diebstahls mit vier Monaten Gefäng­nis bestraft, worauf ihm ein Monat Untersuchungshaft aufgerechnet wurde Der Verurteilte erkannte das Urteil ofort als rechtskräftig an. Die Berufung des wiederholl vorbestraften N aus Friedberg, der wegen Diebstahls vom Schöffengericht zu 3 Wochen Gefängnis verurterll worden ist, wurde verworfen. Der Angeklagte war gelegenllich eines Festes in Friedberg als Aushilfskellner bei dem Wirt H. tätig und nahm bei dieser Gelegenheit einem Gaste, dem Studenten W in Friedberg, einen Stock im Werte von etwa 18 ML weg. Der Angeklagte erklärt, nicht die Absicht gAabt zu haben, sich den Stock rechtswidrig zuzueignen; er will ihn vielmehr lediglich zu dem Zweck weggenommen haben, um ich ein Trinkgeld $u verdienen. Tas Gericht nahm jedoch mit dem Urteil erster Instanz die ZueignungsMicht für erwiesen an, weshalb die Berufung verworfen wurde. Eine weitere Sache wurde vertagt, da ein wichtiger Zeuge krankheitshaller nicht erscheinen konnte.

Mainz, 5. Jan. Ein großer Weinfälschungs- ) r o z e ß, der schon nahezu ein Jahr anhängig ist, wird nächster Tage vor den hiesigen Gerichten zur Verhandlung kommen. (A dreht sich um einen Weinproduzent, der früher in Merstein ansässig war, aber schon vor längerer Zeit von dorten verzogen ist.

Spielplan der «reinigten Frankfurter Stadttheatrr.

Opernhaus.

Dienstag den 6. Januar, abends 6 Uhr:Die Meiftersintzek von Nürnberg." Mittwoch den 7. Januar, nachmittags halb 4 Uhr »Frau Holle" Abends geschloffen. Donnerstag den 8. Januar^>: ,Die Zwillinge." F-reitag den 7. Januar: .Der Freffcbütz." Samstag ben 10. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: Jyrau Holle." Abends 7 Uhr: Lugen Onegin.Sonntag den 11. Jcnu, nachmittags halb 4 Uhr: ^Frau Holle." Abends 7 Uhr: rä3toIettoJ* Montag den 12. Januar geschloffen. Dienstag den 18. Januar: Neu ein studiert:Die ©tumme von Portier.^

Schauspielhaus.

Dienstag den 6. Januar, abends 7 Uhr: Zum »rstenmale wiederholt:2)ie Gerechtigkeit." Mittwoch den 7, Jarmar: Monna Vanna." Donnerstag den 8. Jmruar: ,Manna Banna." Frettag den 9. Januar: ^Heimat." Samstag den 10. Januar: Die Gerechtigkeit." Sonntag den 11. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: »Im bunten Rock." Abends 7 Uhr: ,Äe Gerechtigkeit."

natürlich gleich bei der Polizei deponiert!^ Gattin: .Das ist ganz recht. Hast Du aber auch, wie ich Dich morgens bat, mein goldenes Armband zur Reparatur getragen ?"

* Schon glaublich! Die reiche Erbin: ,. . Ich heirate keinen Mann, der arbeiten muß, um leben zu können!" Maler:Aber, Miß Lucy, ich bin ja Maler!" Die Erbin:Sie verkaufen aber doch Ihre Bildert Maler: Auf Ehrenwort, ich habe noch nie in meinem Leben ein Bild verkauft!"

Mütterlicher Rat.

Tochter:Mama, ich habe mich heute mit meinem Bräutigam gezankt; wer muß nun zuerst einlenken?"

Mutter:Vor der Hochzeit Du; nach derselben er".

(Meggend.") Durch die Bl ume.

Schusterjunge:Sie sind wirklich jut zu mir, Frau Meestern."

Meisterin:Wieso denn?"

Schusterjunge:Sie schmieren mir bie Schrippe immer so jui, det man e überall anfassen kann, ohne sich die Hand

CEp». auf Dem Klavier einen Chor vor.WaS halten Sie davon?" ^Urffttm", erwiderte der Kenner. Verdi rieb sich die Hände, lachte unb machte ihn auf eine andere Stelle aufmerksam.Dummes Zeug", sagte der Kritiker und drehte sich eine Zigarette. Der Komponist stand auf, umarmte ihn freudig bewegt und rief:Lieber Freund, ich habe eine populäre Oper «gemacht, und ich war entschlossen, gttpn zu gefallen mit Ausnahme der Puristen, großen Richter und KlaMsten, wie Sie einer sind. Hätte ick Ihnen ge­fallen, so würde ich keinem andern gefallen haben. Was Sie sagen, bestärkt mich in meiner Hoffnung auf Erfolg. In drei Aäonaten wird ^Jl Travatore" in gum Italien ge­sungen, gedrülll, gepuffert und auf den Leierkasten gespielt weroen." Und er behiell recht. Von dem letzt so aiei geplagten Mascagni wird folgendes Geschichtchen er- zahlt: Ein Leierka.stenm.ann spielte eines morgens unter Mascagnis Fenster das unvermeidllche ^JtttermezHo" in so schnellem Tempo, daß der Lvmponist es nickt langer ruhrg anhören konnte, auf die Straße stürzte, richtigem Tempo zu drehen begann und dem erstaunten ßeierfaftenmann erklärte, er sei der Komponist des Stückes und wolle ihm zeigen, wie es gespiell werden müsse. Ms der Mann, der zuerst ärgerlich war, begriff, welche Ehre Mascagni ihm antat, kam ihm plötzlich ein Gedanke und ein breites Lachen überwog sein Gesicht. Am nächsten Morgen erschien er wieder vor dem Hause des Komponisten mit einem großen Plakat an feiner Drehorgel, darauf stand zu lesen:Schüler des berühmten MaScaani".

* Der Kuß des Feuerwehrmanns. In Paris hat sich bei der Jahreswende ein alter Meralaube auf der Straße brettgemackt, der sonst nur innerhaw der vier Mauern geübt wurde. Bekanntlich glauben die Pariserinnen, daß es ihnen Glück fürs ganze Jahr bringt, wenn sie in der Silvesternacht von einem Feuerwehrmann geküßt werden. Um dies zu bewerkstelligen, fuhren viele feine Damen mit derElektrischen" oder in Fiakern in den Straßen umher und warteten auf das Enoe der Theater­vorstellungen. Wo immer Feuerwehrleute aus den Theatern kamen, traten ihnen Damen entgegen und - sahen sie er­wartungsvoll an. DiePompiers" wußten, um was es sich handelte, und faßten frisch die Damen beim Kopf, um ihnen schallende Süsse aus den Mund und Wangen zu drückn. Mancher Pompier fand dann ein Zwanzia-Frauksstück in seinem Waffenrock oder in der Manschette, oie Damen aber eilten hochbeglückt nach Hause.

* Konstantinopel im Schnee! Die bekannten üllesten Leute am Bosporus haben ein Schneegestöber, wie es m den letzten Tagen über Konstantinopel dahinzog, noch nicht erlebt. Fußhoch lag so wird aus Konstantinopel berichtet, auf den flachen Dächern eine weiße Decke, deren Form unter den Windstößen wechselte; an freieren Plätzen türmte sich der Schnee meterhoch an, während eine dichte Nebelwolke über der Stadt htn& Der Straßenverkehr stoctte; Pferdebahnen und Droschen feierten, und die Stadtver­waltung sich sich gezwungen, Mannschaften zu der un­gewohnten Äeschäfttgung des Schneeschaufelns ausrücken zu lassen, um wenigstens die Hauptverkehrswege fteizulegeu Das meiste wird Allah überlassen, der das von ihm an- gerichtete Unglück auch wieder zu beseitigen hat. Auf einige Tage wütenden NvrdsturmeS war ein ebenso heftiger Süd­sturm gefolgt, der Bäume entwurzelte und den Verkehr mit

R. Gießen, 2. Jan. (Strafkammer.) Ten Vorsitz führte Gvoßh. Landgerichtsdirektor Bücking, als Vertreter der Staatsanwaltschaft fungierte flttoßh. Oberstaatsanwalt Theobald. Ter 30jährige Wirt Z. aus Lindenstruth hat gegen ein Urteil des Schöffengerichts Grünberg, das ihn wegen Beleidigung des Ortsgenchtsmanns M. zu 10 Tagen Gefängnis verurteilte, Berufung verfolgt. Ter dem Urteil zu Grunde liegende Vorfall spielte sich der Wirtschaft des Angeklagteu ab. Ter Landwirt und Ortsgerichtsmamt M. aus Lmdenftruth unterhielt sich mit einem gewissen Sch. aus Londorf über die Anlegung des neuen Exerzierplatzes in Rüddingshausen. Ter Angeklagte mischte sich in dieses Gespräch ein und beleidigte hierbei den M. in der schroffsren Weise, indem er u. a. zu ihm agte:Was willst Du schlechter Mensch, Du bist gar nicht ähig zum Ortsgerichtsmann, Tu kannst kaum Deinen Namen schreiben" usw. Der Berufung des Angeklagten, die lediglich eine mildere Strafe bezweckte, wurde stattgegeben und anstatt der Freiheitsstrafe auf eine Geldstrafevon 7 5 M k. erkannt. Die Kosten der Berufung wurden der Staatskasse auferlegt mit Ausnahme der durch die Neben­klage des M. erwachsenen, die dem Angellagten zur Last fallen. Ter 50jährrge Sattler B. aus Berge, der zurzei eine längere Zuchchaussttafe verbüßt, kam am 10. Jull 1902 nach Fried-berg und mietete sich bei der Eheftau R. dortselbst ein. Er suchte sich in Friedberg Arbeit und enllieh sich bei mehreren (Sattlern verschiedene Werk­zeuge. Bereits am 13. Juli verschwand B, ohne der Eheftau R. etwas zu bezahlen und ohne die enllieheuen Werkzeuge den Eigentümern zurürtzugeben. Auch wird ihm zur Last gelegt, der Eheftau R. ein Hemd entwendet zu haben. Tas Gericht hiett sowohl den Betrug als den Diebstahl zum Nachtell der F-vau R. für nicht erwiesen. Dagegen wurde der Angeklagte wegen Unterschlagung der Werkzärge zu einer Gestingnisstrafe von sechs Monaten Verurteilt, die mit 3 Monaten Zuchthaus zu der bereits gegen den Angeklagten verhängten Zuchchausstrafe in Zusatz gebracht wurde, sodaß >as Urteil auf eine Gesamtzuchthaussttafe von 2 Jahren 4 Monaten lautete, r Das 13jährige Schulmädchen B. aus Grvß-Holbach, früher in Gießen wohnhaft, hat im Sommer v. I. von ihrer Schulfreundin und Nachbarin St. in Gießen wiwerholt größere Geldbeträae erhalten, so nach chrer eigenen Angabe einmal ein Fünfmarkstück und dann nach­einander 2.50 Mk. Die St. hatte das Geld einer Frau M. u Gießen gestohlen. Die B. wurde vom Schöffengericht wegen Hehlerei mit der Strafe des Verweises belegt. Gegen dieses Urteil hat der Vater der Angeklagten Berufung ein» jelegt. Dieser Berufung wurde heute stattgegeben und die Angeklagte freigesprochen. Nach Ansicht des Gerichts liegt zwar objektiv der Thatbestand der Hehlerei vor, da-

Höchfte Temperatur am 4.-5.

Modrigste , 4.-5.

) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Wöchentliche Ueder-icht-er Todes/älle in der Stadt Sreßeii.

52. Woche. Vom 21. Dezember bis 27. Dezember 1902.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (inkl. 1600 Mann Militär SterblichkeitSziffer: 16,06, nach Abzug von 4 Ortsfremden: 8,O80/co.

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Tenrperatur der Lust

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Hell. Himmel.