Ausgabe 
5.11.1903 Erstes Blatt
 
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A. Holterhoff Söhne

PSE

. 101.85 . 90.75 . 101.75 . 90.80 . 100 10 . 100.00 . 102.50

101.00

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3u/q Mexikaner 4,/91/o Chinesen . . Electric, bcfcuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden Gottharnbahn . . . Lauranütte . . . . Bochum . . , . .

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Tendenz: schwach.

Hebungen geht dahm, daß durch die Schlachthöfe eine nennens­werte Perinehrung der Gemeindeanlagen oder eine verhältnis- niäßige Erhöhung der Fleischpreise nicht verursacht werde; es ist aber nicht zu verkennen, daß die Fleischer hie und da die von ihnen zu entrichtenden Schlachthofgebühren zum Anlaß für eine an sich nicht gerecht­fertigte Erhöhung der Fleischpreise ge­nommen haben.

** Detaillisten-Verein. Gestern abend fand im Kaufm. Vereinshause die diesjährige ordentliche General­versammlung des Detailliften-Vereins statt. Der Vorsitzende Röhr erstattete Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes im abgelaufenen 7. Vereiusjahre. Die Mllgliederzahl hat durch Eingehen einiger Geschäfte, sowie durch Abmeldung etwas abgeuommen und beträgt bei Beginn des neuen Jahres 74. Im verflossenen Jahre fanden 14 Vorstands- sitzungen und 1 BespreuMNgsabend statt, der letztere war so schlecht besucht, daß von der Abhaltung weiterer solcher Abende im Lau^e des Jahres abgesehen worden ist. Am

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NormabHcmdcn

. 26.70 . 91.60 ' 105*55 . 212.60 . 195.80 . 144.60 . 154.20 . 163.70 . 144.00 . 17L5 . 190.70 . 237.75 . 186.00

Reiohsanleihe do.

Konsole . do . .

Hessen

3 */,% Ober dessen . . .

4% Oesterr. Goldrente . . 4*/6% Oesterr. bilberrente 4% Ungar. Goldrente, . . 4°/ Italien. Rente . . .

4*/,% Portugiesen . . ,

>0/ Portugiesen. . . .

1% C. Türken . . .

Lückenlose.....

4°/o Griech. Monopol.-Anl. 41/,% äussere Argentiner

Vorlage ihres Meldescheins melden, da sonst die Stellen ver­geben sind. Handwerker erhalten den Vorzug.

Friedberg, 4. Nov. Die Landwirtschaft- iche Winterschule begann gestern mit rund 60 Schülern ihr Wintersemester. Professor Schöler, der interimistische Leiter des hiesigen Predigerseminars, wird nachdem er pensioniert wurde in aller Kürze nach Ber­lin übersiedeln. Professor Schöler wurde 1896 als Pro­fessor an das Predigerseminar berufen und erhielt im letzten Frühjahr nach der Erkrankung des Direktors Professor D. Weiffenbach die provisorische Leitung. In den 80 er Jahren war Schöler Pfarrer von Hochelheim und Dornholzhausen,

eine wohlschmeckendere und feinere Fleisch- oder Kraftbrühe als alle ähnlichen 9 Georg Wallenfels, Marktplatz 21. Telephon 46.

Vermischtes.

"Berlin, 5. Nov. Gestern abend verübte ein Un­bekannter, der einen Diebstahl aussühren wollte, einen Ueb er­füll auf den Kastellan des Prinz Albrecht-Palais, der ihn überraschte. Der Einbrecher verwundete den Kastellan durch zwei Revolverschüsse und entkam. Gestern wurde ein Falschmünzer namens Eigenbrodt bei Verausgabung falscher Zweimarkstücke festgenommen. Fünfzig Stück wurden bei ihm vorgesunden und eine völlig ein­gerichtete Werkstatt entdeckt.

Die udrWe EigeuM,

den Kaffee zu verbessern, seinen Geschmack zu heben und abzuruuden, besitzt von allen Kaffee- Zujatz-Mitteln im höchsten Grade 8000

Linde's Kaffee-Essenz.

ilrurlU MrwulMtt.

Originaldraytmcldnngen des Gießener Anzeigers.

R. B. Darm st adt, 5. Nov. (Eigener Drahlbencht.) Ter gestrige Bericht, daß der Groß Herzog das Zaren- paar auf seiner Reise nach Rußland begleiten iverde, ist so zu ergänzen, daß der Großherzog auch Prinzessin Elitabelh mitnehmen wird. Der Aufenthalt m Rußland wird 1014 Tage dauern.

Darmstadt, 5. Nov. DieTarmst. Ztg." veröffentlicht eine Mitteilung des preußischen Ministeriuins an das hessische Staatsministerium, nach dem der Kaiser genehmigte, daß die Einebnung der LünetteWiesbaden", sowie der Bastionen .Herzog Ferdinand",Prinz Wilhelm" und Schwarzenberg" der Kasteler Umwallung sofort beginnen darf.

Chemnitz, 5. Nov. Der sozialistische Reichstags- Abgeordnete Franz Hofmann, seit 1892 Vertreter des 22. sächsischen Wahlkreises, ist im Alter von 51 Jahren gestorben.

Wien, 5. Nov. Den Militärbehörden von Saloniki fielen große Explosivkörper in die Hände, welche mit emer entfernt liegenden elektrischen Batterie verbunden waren. Um em verbrecherisches Attentat seitens der Bulgaren zu verhindern, erteilte die Regierung der Direktion der Orientbahn die Erlaubnis, die Züge am Tage zirkulieren zu lassen. Diese Maßregel wurde gestern bei einem Kon- oentionalzuge angewandt, der in Ueskueb übernachtete und Saloniki erst heute nachmittag erreicht.

Petersburg, 5. Roo. Korps-Kommandant Sche» pelew richtete an das nach China abgehende Susdal-Regi­ment folgende Ansprache: Da böse Leute im fernen Osten uns das wegnehmen wollen, was wir blutig errungen haben, so schickt der Zar seine Soldaten dorthin, um im Notfälle die Ehre des Heimatlandes zu verteidigen und zu ver­hindern, daß die Feinde ihren Plan zur Ausführung bringen.

fallen und beweisen, daß wir in der Z u cht d e s Vogels­berger und Simmenthaler Rindes Fort- schrrtte machen. Obwohl man bei der Ausnahme der Tiere in das Herdbuch, wählerischer wird, steigt die Zahl der aufgenommenen Tiere. So wurden im Kreise Schotten in diesem Jahre 252 Stück Vogelsberger, im Krerse Gießen 174 Vogelsberger angekürt, darunter 49 Bullen. Von Simmenthalern in den Kreisen Alsfeld 381 Stück, in Lauter­bach 302, Gießen 200, Friedberg 261, Büdingen 239, Schotten 71 dabei im ganzen 77 Bullen. Bedauernswert bleibt es, daß im hohen Vogelsberg von den Landwirten die Zucht des Vogelsberger Rindes vielfach vernachlässigt wrrd, zu Gunsten des Simmenthaler Rindes.

F r e i w i l l i g e v o r l Die 1. fahrende Batterie des 2. Großherzogl. Feldartl. Regiments Nr. 61 nimmt zwei­jährig Freiwillige für nächsten Herbst an. Bewerber wollen sich bis spätestens Monat März auf der Schreibstube der 1. Batterie in der Kaserne des Regiments zu Darmstadt unter

Kreis Wetzlar. t .

h. ulfa, 4. Nov. Der Unterricht in der dritten Klasse der hiesigen Volksschule wurde aus Verfügung des Kreisgejundheitsamtes Schotten zunächst auf acht Tage g e- schlossen, da eine große Anzahl von Schulkindern an Masern erkrankt waren. Doch sind alle Erkrankungen bis jetzt nur leichter Art.

x Alsfeld, 4. Nov. Der Stadrat hat sich dieser Tage mit dem Bau einer Bahn Alsfeld -Ulrich st ein besaßt und einen Beitrag zu den Vermessungskosten be­willigt. Die geplante Strecke soll durch die Gegend Rom­rod, Breitenbach, Storndorf, Köddingen und Helpershain nach Ulrichstein führen. In Dannerod fiel em vier­jähriges Kind in den Wasserbehälter einer Dreschmaschine und verstarb an den erhaltenen Brandwunden.

d. Mainz, 5. Nov. (Eigener Drahlbericht.) Vischos Tr. Heinrich Brück ist heute nacht um 2 Uhr im Alter von 72 Jahren infolge eines Lunge n- s ch l a g e s p l ö tz l i ch g e st o r b e n. Geboren wurde er zu Bingen am 25. Okt. 1831, zum Priester geweiht am 30. März 1855, Kaplan in Nieder-Olm am 31. März 1855, Dozent am Seminar am 20. Aug. 1857, Professor am 22. Juli 1861, Geistl. Rat am 12. Sept. 1888, zum Domkapitular gewählt am 2. Dez. 1889, zum Bischof erwählt am 20. Dez. 1899, durch den Papst bestätigt am 30. März 1900 und durch den Erzbischos von Freiburg konsekriert im Dome zu Mainz am 20. Mai 1900. Seine langjährigen kinbengeschichtlichen Studien sirrd niedergelegt in seiner Kirchengeschichte, dre in mehreren Auflagen erschien und in fremde Sprachen übersetzt ist. Seine Geschichte der oberrheinischen Kllchen- provmz und seine Geschichte der kathol. Kirche des 19. Jahrhunderts.

Mainz, 4. Nov. Der Direktor der Darmstadter Bank, Geh. Kommerzienrat Heddr ich, wurde gestern auf seinem Weingut in dem nahen Guntersblum von einem schlimmen Unfall betroffen. Derselbe wollte in einem Keller aus dem Fasse eine Probe entnehmen, zu welchem Zwecke er eine Leiter besteigen mußte. Letztere rutschte, und Heddrich fiel so unglücklich aus den Hinterkopf, daß er noch nach zehn Minuten, als ihn die Arbeiter in einer Blutlache liegend, sanden, bewußtlos war.

Frankfurt, 4. Nov. Nach demBockenheimer Anz." ist ein kleiner Unfall, der sich bei dem Ausflug der m Wolfsgarten weilenden Fürstlichkeiten nach dec Saalburg ereignete, dem Automobil zugestoßen, in dem die r u j - fische Kaiserin und die Prinzessin Heinrich süßen. Benn Durchfahren der Fritzlarerstraße rannte das Automobll gegen das Haus des Gastwirts Henning an, deut­liche Spuren eines heftigen Anpralls an den steinernen Fensterbänken zurücklassend. Die erschreckten Insassen des Fahrzeuges stützten sich mit den Händen an der Fassade des Hauses; verletzt wurde niemand. Die Straße ist an der er­wähnten Stelle sehr abschüssig; ähnliche Unfälle sind an demselben Haus wiederholt vorgekommen. Erst kürzlich hat ein Möbelwagen unliebsame Bekanntschaft mit demselben ge- Niacht, ebenfalls ganze Fetze abschürfend.

29. September sand eine Sitzung jiait, zu welcher auch die < Vorsitzenden der Bäcker- uno Metzger-Junungen sowie des Uhrmacher-Vereins geladen waren, um Stellung zu nehmen I gegen das Verfahren einzelner Geschäfte, die sich verpflichtet hatten, den Mitgliedern eines ein- ; zelnen Vereins einen Sonder-Rabatt zu ge­währen, ein Abkommen, welches der übrigen Kund­schaft gegenüber in keiner Weise gerechtfer­tigt werden kann. Auf den in Mainz, in Frankfurt a. M. sowie im September in Darmstadt abgehaltenen Konfe­renzen war der Verein durch Delegierte vertreten. Dem Vorstände kamen neun Fälle unlauteren Wettbewerbs zur Kenntnis, von denen hier durch schriftliche Aufforderung erledigt, zwei als ohne Aussicht aus Ersolg nicht weiter behandelt, zwei als unbegründet abgelehnt und einer von der Behörde als nichit sttachar erklär: wurden. Gerichtliche tzilse brauchte in keinem Falle in Anspruch genommen zu werden Die weitere Tätigkeit des Vorstandes bezog sich aus die Feststellung der Versicherungspslicht der Dienst­boten, Regelung des Rabattabkommens mit Vereinen und aus verschiedene Gutachten unb Eingaben an Behörden. Aus Veranlassung des hiesigen Kreisvereins deutscher Hand- lungsgehilsen haben die Geschästsinhaber Stellung zu der Frage des 8 Uhr-Ladenschlusses in Gießen genommen. Die Abstimmung ergab 260 Stimmen vorbehaltlos für den 8 Uhr- Schluß, 21 bedingungsweise dafür und 10 dagegen. Der Vorstand hat auf Grund dieser Willenserklärung beun Großh. Kreisamt den Antrag gestellt, den 8 Uhr-Laden­schluß für jämtlick)e Geschäfte mit Ausnahme der Zigarren- Spezialgeschäjte verfügen zu wollen. Die durch Ge,etz fest­gesetzten Ausnahmetage, der ganze Dezember und sämtliche Samstage sind hiervon ausgenommen. An Mitglieder­beiträgen sind vereinnahmt worden Mk. 554.25; verausgabt sind Mk. 467.66. Der Kassenbestand beträgt einschließlich des vorjährigen Saldos 9Jlt 814.33. Die Ergänzungswahl des Vorstandes wird nach lebhafter Debatte verschoben, da der Besuch der Generalversammlung sehr zu wünschen übrig läßt und inan an nimmt, daß bei einer Vertagung der Wahl aus eine wesentlich größere Stimmenabgabe gerechnet wer­den dürste. Die Wahl soll am Mittwoche den 11. d. M., im Kaufm. Vereinshause stattsinden.

** Handwerker st erbekasse. Der gestrige Tis- kussionsabend betresfend den Bericht über die Handwerker­ster beka ist e war recht interessant. Der Ortsrechner, Herr Ehr. Haas, tellte in längeren Ausführungen den nun nächsten Sonntag in Darmstadt anzunehmenden Entwurf mit und konnte jetzt schon mittellen, daß die Haiid- Werlersterbekasse die billigste von allen derartigen Kassen ist. Bis jetzt zähll die Kasse in Gießen 115 Mitglieder, aber noch manche, besonders jüngere Handwerker gehören der Kasse nicht an, und darum soll eine Liste zirkulieren, um noch mehr Mitglieder zum Bellritt zu bewegen. Kom­merzienrat Heyligenstaedt schloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß nächsten Sonntag einige Mitglieder sich an der Versammlung in Darmstadt betelligen möchten unb daß die Kasse segensreich wirken möge.

** Herdbuch-Kommissionssitzung. Man schreibt uns: Dieser Tage sand hier in Gießen eine Sitzung gatt, die den Entwurf des Gesetzes über die Schlacht­vieh Versicherung beriet und sich im wesentlichen dem ablehnenden Standpunkt des Hess. Landwirtschastsrates anschloß. Der Hess. Landwirtschastsrat hatte schon vor Jahren einen Entwurf einer obligatorischen Vieh Ver­sicherung vorgelegt. Der Entwurf scheint in einer Kom­mission des Landtages stecken geblieben &u fern. Man hat wenigstens bis heute nichts mehr davon gehört. Inzwischen scheint ein Reichsviehversicherungsgefetz, das schon lange begehrt wurde,, bestimmtere Formen anzu­nehmen. Wir werden zunächst ab war tenmus )en, was aus dem Entwurf des Gesetzes über die Schlachtvieh Versicherung in unserem Landtage demnächst wird. Ferner behanöelte hip Kommission die Frage der Errichtung von 8u^^tble^^ ??t7n llr der Provinz Oberhessen. Es bestehen solche in Lauterbach, Schotten, Alsfeld, Friedberg, Butzbach, Vilbel, Gießen. Es sind Unternehlnungen der betr. Städte, welche auch die Kosten der Prämiierung in verschiedenen Betragen von 120 Mk bis 700 Mk. übernehmen. Der landwirtschast- Wrnnimiatoerein hat mit der Prannierung nichts zu

diesjährig^ Körungen sind wreder gunjt.g ausge-

Telephonischer Kursbericht.

fcrunkiurt a. 5. November 1903.

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Kirchliche Kamichten.

Evangelische Gemeinde.

Freitag, den 6. November, nachmittags 5 /, Uhr, findet un Konsirmandenfaal der Johanneskirche Vereinigung der konstrmlerter» Niädchen der Lukasgemeinde statt. Pfarrer Euler.

Israelitische Religionsgemeinde.

Gottesdienst tu der Synagoge, Südanlage.

Samstag, d e n 7. 9l o v e m b e r 1902.

Vorabend 4.45 Uhr. A! o r g e n s 9,00 Uhr.

Predigt.

Nachmittags 8.30 Uhr.

Sabbathausgang 5.40 Uhr.

HottrsdirnK der israelitischen Deligionsgesellschast.

Sabbathieier ain 7. November 1903.

Freitagabend 4.30 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr.

Nachniittag 3.30 Uhr.

Sabbalhausgaiig 5.40 Uhr.

Wochengoltesdiensl: morgens 7.00 Uhr,

abends 4.30 Uhr. ,