Ausgabe 
5.9.1903 Zweites Blatt
 
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ein

Auf

aus der und

in Staden, 23. Karl Schlöb V., Müller in Schotten, 24. Karl Haubach, Fabrikant in Gießen, 25. Wilhelm Klein, Land­wirt in Burg-Gräsenrode, 26. Heinrich Weitzel III, Bei­geordneter in Münch-Leusel, 27. Friedrich Tobias Heimburg, Landwirt in Bönstadt, 28. Bernhard Grüninger IV, Gerber­in Butzbach, 29. Julius Fendt, Kaufmann in Hungen, 30. Theobald Meininger, Landwirt in Heldenbergen.

hergestellt. Der Gedanke, Gebrauchsgegenstände, wie sie oben angeführt sind, aus Casein herzustellen, ist bereits vor mehr als 15 Jahren in einer Patentschrift niedergelegt worden. Darnach wurde frisches Casein, d. h. gewöhnlicher oder ge­trockneter Quark, in heißem Seifenwasser aufgelöst. Der Lösung wurden die gewünschten Farbenzutaten und em metallisches Salz zugefügt, sodaß ein fester, aus Casein und metallischer Seife bestehender Stoff entstand, welchem durch Trocknen und Pressen in geeignete Form jede gewünschte Ge-

** Verzeichnis der für die Schwurgerichts­sitzungen pro 3. Quartal 1903 ausgelosten Ge­schworenen. 1. Johannes Greb VII., Landwirt in Fleschenbach, 2. Heinrich Sehrt, Rentner in Grünberg, 3. Karl Karl I, Landwirt in Gedern, 4. Wilhelm Rabenau, Wirt und Kaufmann in Altenbuseck, 5. Friedrich Habicht II, Kaufmann , z . . . , .

in Lauterbach, 6. Alfons Kübel, Fabrikant in Herbstein, Die heutige Herstellung des Galaliths hat die Vorteile 7. Ludwig Schmand, Landwirt m Hausen, 8. Wilhelm der alten Verfahren übernommen und die Nachteile mit Hornberger, Fabrikant in Gießen, 9. Philipp Jacobi VII, Geschick zu vermeiden gewußt. Rian stellt heute zuerst Landwirt in Rodheim v. d. H., 10. Karl Dahmer, Landwirt eine unlösliche Verbindung des Caseins durch Hinzujügcn von in Hopfmannsseld, 11. Wilhelm Sack IV., Landwirt in Salzen und Säuren her, trocknet diese Substanz und erhält l Heuchelheim bei Gießen, 12. Wilhelm Ludwig Trapp, Kauf- schließlich durch Hinzufügen von Formaldehyd den Galalith, mann in Friedberg, 13. Johann Adam Weitz II, Gemeinde- Um z. B. ein dem Ebonit ähnliches für Tischmessergriffe rechner in Dornassenheim, 14. Heinrich Keller I, Landwirt in dienendes Material herzustellen, wird folgendermaßen vcr- Wetterseld, ' 15. Hermann Duchard, Brauereibesitzer in fahren: Dem Case'in gibt man durch Zusetzcn von Ruß eine Schotten, 16. Heinrich Schäfer, Beigeordneter in Ortenberg, schwarze Farbe und erhält mit Hilfe eines metallischen Salzes 17. Heinrich Moscherojch, Bürgermeister in Burg-Gräsenrode, einen schieferbarbigen Niederschlag, den man mit Wasser mischt 18. Philipp Leopold Ramspeck, Kaufmann m Alsfeld, und hernach durch Beseitigen des Wassers als eine gleich- 19. Bernhard Hofmann, Oberamtmann in Ranstadt, 20. Karl förmige, feste, schwarze Masse erhält. Diese wird mit Form- Gemmer, Landwirt in Zell, 21. Philipp Krausgrill XI, aldehyd angesetzt und darauf getrocknet. Dem Celluloid Kaufmann in Nieder-Weisel, 22. Martin Hammel, Landwirt

stalt gegeben werden konnte. Jedoch wurde das Case'in bei dieser Behandlung spröde in Luft und weich in Wasser. Die chemische Fabrik von Schering in Berlin verbesserte darauf das Verfahren in der Weise, daß sie das Case'in durch Hinzu- sügen von Formaldehyd unlöslich machte. Jedoch hatten jetzt die daraus hergestellten Gegenstände die üble Eigen­schaft, daß sie sich im Wasser ganz bedeutend ausdehnten.

Keer und Alotte.

Trier, 4. Sept. Das 16. Armeekorps zieht aus zahlreichen Orten des Saarreviers die manöverierenden Truppen wegen Vorkommens von Typhusanfällen unter der Zivilbevölkerung aus den Quartieren zurück. Tie Regierungsvertreter von Trier und Koblenz begaben sich zur Untersuchung an Ort und Stelle.

Nach einer Zusammenstellung derÄreuzztg." sind seit 1. März, also innerhalb eines halben Jahres, 76 höhere Offiziere aus der Armee geschieden, und zwar: aus der Generalität 44 Offiziere, darunter Generaloberst Gras Haeseler, die Generale der Infanterie bezw. der Ka­vallerie v. Goßler, Herwarth v. Bittenfeld und v. Sick, 10 Generalleutnants und 30 Generalmajors; 18 Obersten und Oberstleutnants der Infanterie, 3 der Kavallerie, 4 der Feldartillerie, 2 der Fußartillerie, 3 des Ingenieurkorps, und je einer des Train und der Gendarmerie. Von diesen 76 höheren Offizieren ist nur einer mit Tod ab gegangen.

Kolonialpost.

Tabakbau in D euts ch - Süd w est afrika. Zur Mege des Tabakbaues ist der bisherige württemb. Land- wirtschastsinspektor Wunderlich in Heilbronn nach Deutsch- Süd Westafrika gesandt worden.

Kom WaManbrande.

Amerika möchte gar zu gern seine großen habgierigen Hände auch in den orientalischen Wirrwarr stecken und im Trüben fischen. Jener höchst merkwürdigeIrrtum", durch den die Falschmeldung von der Ermordung des übrigens aus dem Hannöverschen stammenden Vizekonsuls Magelsen durch alle Welt verbreitet wurde, hat sich als vorrresslicher Vorwand erwiesen zur Teilnahme an der Aktion im Orient. Jetzt hat der amerikanische Gesandte in Konstantinopel, Leishman, dem Staatsdepartement zu Washington mitgeteilt, einige europäische Mächte hätten in Konstantinopel Marinema nnschaften gelandet. Wenn das Leben der amerikanischen Untertanen dort gleich­falls gefährdet werden sollte, werden die Vereinigten Staaten, wie jetzt Reuter offiziös aus Washington meldet, gleichfalls eine Abteilung absenden. Die Amerikaner werden also wieder einmal, wie einst in China, zeigen, welches Unheil sie überall da anzurichten vermögen, wo einzelne der europäischen Kulturstaaten ohne große Mühe in kurzem Ordnung schassen könnten.

Einer Konstantinopeler Depesche zufolge glaubt man im dortigen diplomatischen Korps yinsichtlicy der i Lage auf dem Balkan nicht an eine unmittelbare Gefahr. In der vergangenen Nacht wurden aber wieder zahlreiche! Bulgaren unter dem Verdachte, Mitglieder der macedoni- schen Komitees zu fein, verhaftet. Angeblich hat man in einer Kirche Höllenmaschinen gefunden.

Aus Sojia wird gerüchtweise gemeldet: Boris Sa­ra f o w, d e r F ü h r e r d e r m a c e d o n i s ch e n B e w e g- ung, sei im Kampfe bei Dairan gefallen, die Türken hatten seinen Leichnam geraubt.

Nachrichten aus A d r i a n o p e l zufolge ist der Handel und Verkehr im Sandschak Kirkilisse gänzlich zerstört. Selbst in der nächsten Umgebung von Kirkilisse herrscht Un­sicherheit. Neuerdings sind 5 Batailtone und eine Batterie nach Kirkilisse und Tirnowo abgegangen, auch soll nach Versicherungen von türkischer Seite die Säuberung dieser beiden Gebiete von den Banden fortfchreiten. In den letzten Tagen sanden wieder Bandenkämpse statt.

Ausland.

Paris, 4. Sept. Der König der Belgier stattete heute dem Präsidenten Loubet im Elyss einen Besuch ab, wo er mit militärischen Ehren empfangen wurde. Die Unter* * Haltung trug einen herzlichen Charakter. Der Präsident er­widerte den Besuch kurz darauf. Die Reise des Königs Leo­pold soll nach demTemps" durch eine diplomatische Note veranlaßt sein, die das englische Kabinet kürzlich an die Signatarmächte des Berliner Kongresses richtete, in der die Lage des Unabhängigen Kongostaate s besprochen und eine Revision der Bestimmungen des Kongresses verlangt wird.

Von einem Freunde Jaques Lebaudys will der! Figaro" erfahren haben, daß dieser sich von Hamburg nach Basel begeben habe, und am Montag in Glion bei Montreux am Genfer See eintreffen werde. Von dort aus soll angeb­lich die offizielle Notifikation von der Gründung des Sahara-Staates erfolgen; auch sollen 500 korsische und bretamjche Bauernsamilien zur Ansiedelung in dem von Le- baudy okkupierten Gebiete angeworben werden.

Rom, 4. Sept. Die Komturei des Piusordens wurde Proseffor Lapponi wegen seiner unermüdlichen Pflege des

Ans Stadt und Land.

Gießen, 5. Sept. 1903.

Ein neuer Antrag der Abgg. Hirschel und Köhler-Langsdorf, die Erbauung einer Eisenbahn von Grünberg nach Lich betreffend, lautet, wie uns gütigst mitgeteilt wird, folgendermaßen:

Wir beantragen, Hohe Zweite Kammer wolle beschließen, die Großherzogliche Regierung zu ersuchen, dem Landtage als­bald Vorlage zu machen wegen Erbauung einer Eisenbahn! von Grünberg nach Lich.

Von einer eingehenden Begründung wollen wir absehen angesichts 1. des längst erkannten Bedürfnisses, 2. der schon früher di es er halb eingereichten Anträge und gegebenen Anregungen, und insonderheit 3. des von dem Abgeordneten Kohle r-Langsdorf im 30. Land­tage (1897-1900) in Beilage 640 erstatteten Ntinderheits- «bericht über den Antrag des Abgeordneten Schonfeld, betreffend den Bau einer Nebenbahn vonGrünberg überLich nach Butzbach. Bezüglich der praktischen Ausführung unseres Antrages haben wir folgende Linienführung im ^inn: Ausgehend von Lich, längs der Häuser Wiesen her, an MühlsachsenNieder-Bessingen vorbei nach Ober- Bessingen (hier Berücksichtigung von R ö t h g e s), weiter über Münster, Ettingshausen, Harbach (unter Berücksich­tigung von Hattenrod) nach Q u e ck b o r n und zur Ein­mündung an einer geeigneten Stelle an der Eisenbahn-Hauptstrecke Gießen- Fulda zwischen Saasen und G r ü n b e r g.

Vermischtes.

* Berlin, 4. Sept. Durch K u r z s ch lu ß geriet heute morgen ein Wagen der elektrisch betriebenen Vorortstrecke nach Groß-Lichterfelde in Brand in dem Augenblicke, als sich der Bahnzug vom Potsdamer Ringbahnyofe aus in Beavegung setzen wollte. Ter brennende Wagen wurde auf ein Nebengeleis überführt und dort abgelöscht. Verletzt wurde niemand.

* Görlitz, 4. Sept. In Bad Flinsberg schosz die Frau eines Kantors aus Eifersucht auf ihren

gegenüber hat der Calalith den Vorteil, daß er sich nicht so leicht entzündet, und gänzlich geruchlos ist. Versuche haben ergeben, daß er selbst, wenn Wochen hindurch m Wasser gelegen, sich nicht mehr ausdehnt, wie das beste Büffelhorn. Zu erwähnen ist schließlich noch, daß man bestrebt ist, aus Galalith durch Hinzufügen von Pflanzenölen cm Jsolier- materiat für elektrische Zwecke herzustellen. (Technische Be­richte, Bruno Heinrich Arendt, Berlin.)

"Budapest, 4. Sept. Tie Ernennung des Fuianz- ministers Lukacs zum Ministerpräsidenten stehe unmittelbar bevor. Dies bedeutet, daß die Krone rn der Armeefrage keine Zuge st an dn is se macht, sondern mit der Opposition so einen friedlichen Ausgleich suchen will. Gelingt dieser Versuch nicht, so wird die Auslosung des Reichstages erfolgen. Zu diesem Verfahren wurde sich jedoch Lukacs wicht mehr berufen fühlen. Seine Ausgabe wäre mit einem Verständigungsversuch beendet.

Belgrad, 4. Sept. DieWetschernie" melden: Eine Gruppe Offiziere hatte sich verschworen, alle jene Offiziere, welche am König sm ord beteiligt waren, zu ermorden. Dieser Gruppe sollen auch Offi­ziere aus anderen Garnisonen beigetreten sein. Das Kom­plott wurde aber entdeckt und die Teilnehmer, 47 ausschließ­lich jüngere Offiziere, wurden verhaftet. Viele wollen wissen, daß das ganze Komplott viel ernsterer Natur sei. Aus Nisch fehlen genauere Jnformallopcn. Hier herrschst große Erbitterung gegen die Unruhestifter. Bisher sollen 700 Offiziere die Zirkulare unterzeichnet haben. Unter den Verhafteten befindet sich der frühere Ordonnanzoffizier des Königs Alexander, Hauptmann Salowitsch, sowie ein Neffe des früheren Ministers des Innern Theodorowitjch.

verewigten Papstes Leo XIII. verliehen.

Wien, 1. Sept. Der Zentralausschuß der österreichi- /chen Zentralstelle zur Wahrung der la^ndwirischast- lich en Interessen faßte in der heutigen Sitzung einstimmig eine Resolution, die besagt, durch Auserlegung der Ueber- gangsgebühr für Zucker erscheint die Zollgemeinschaft mit Ungarn durchbrochen. Der Ausschuß protestiert daher gegen diese Vergewaltigung der vitalsten Interessen der öster- reichiscben Zuckerindustrie und des damit verbundenen Rübenbaues und fordert die agrarischen Vertreter des Ab­geordnetenhauses aus, bei der Regierung die baldmöglichste Einberufung des Hauses zu sordern, um gegen die gänzlich unberechtigte Forderung Ungarns Stellung zu nehmen. Gleichzeitig wird das Präsidium beauftragt, unverzüglich mit den Arbeiten für den ö st r e i ch i s ch e n autonomem Zolltarif zu beginnen und der Regierung bekannt zu geben, daß unter solchen Umständen die gänzliche wirt­schaftliche Trennung von Ungarn seitens der! östreichischen Land- und Forstwirtschaft gefordert werden müsse.

Der Gemeinderat beschloß heute, an die Regierung eine Petition zu richten, in der sie ersucht wird, bei der obersten Heeresverwaltung aus das nachdrücklichste auf Zu­rücknahme oder Außerkraftsetzung der Verfügung zu bringen, wonach die Mannschaften des dritten Jahr­ganges über den 1. Okbober hinaus im aktiven

aeian hat.

_ Die J&erL N. Nachr." schreiben: Allen Stimmungs­machern für einen binnen kurzem in Aussicht gestellten I Rücktritt des Staatssekretärs des Reichsmarineamts, Vizeadmirals v. Tirpitz, können wir zur Beruhigung Mit­teilen, daß sich dieser während seines Sommerurlaubs recht erholt hat und von der nächsten Woche ab die Leitung der Dienstgeschäfte des Reichsmarineamts wieder übernehmen wird. Zur Zeit ist man nachgerade damit beschäftigt, die Diensllvohnung des Staatssekretärs für die Winterkam- pagrre in stand zu fegen. Admiral von Tirpitz wird auch den neuen Marineetat, der unter seiner Leitung aus­gearbeitet und ausgestellt wurde, vor dem Reichstag ver­treten.

Eine von etwa 1000 Personen besuchte Bv l k s v er - sammlung beschäftigte sich gestern abend mit der An- aelegenheit der V e r h a f t u n g d e r R e d a k t e u r e L e r d vomVorwärts" und Hildebrandt von derHilfe". Es wurde bezüglich des Falles Leid in Verbindung nut der u>q Kaiserinsel schwere Vorwürfe gegen die Staats­anwaltschaft erhoben. Nach ziemlich lebhafter Erörterung^ wurde beschlossen, an die beiden Redakteure Telegramme zu entfenöen, in welchen einerseits gegen die Verhaftung protestiert, anderseits 'ben Verhaftetenwegen des ehren­haften Verhaltens"' die Sympathie der Versammlung,aus» gesprochen wird. Ebenso gelangte eine ziemlich umfang­reiche Erllarmrg zur Annahme, in derauf das entschie­denste gegen die ungesetzliche Verhaftung Leids protestiert" wird. Betreffend des Falles Hildebrandt werden bic gesetz­gebenden Körperschaften aufgesordert, dafür Sorge zu tragen, daß das Redaktionsgeheimnis ebenso gewahrt werde, wie das Berufsgeheimnis der Aerzte, Rechtsanwälte und Geistlichen.

Dessau, 4. Sept. Bei der Reichstagsersatz­wahl wurden bisher gezählt: Schrader (fr. Vg.) 10 623, ©drirmer (kons.) 3241, Käp Pl e r (Soz.) 12 686. Es stehen noch 19 ländliche Ortschaften aus, Stichwahl ist aber sicher.

** Ein Eisenbahnunfall, der leicht ungemein ver­hängnisvoll hätte werden können, trug sich am 3. d. M. zwischen Laudenbach und Heppenheim, auf der Strecke Heidel­berg-Darmstadt, zu. Ein Bauernwagen fuhr dort unmittel­bar vor de.n daher brausenden Zuge durch die offengebliebene Schranke. Ein schweres llnglück wurde nur dank der Geistes­gegenwart des Maschinenführers verhütet. In dem Zuge befand sich unser vom Stadtjubiläum von Wimpfen nach Darmstadt heimreisender Groß Herzog mit Gefolge.

** Der Wirtschaftsbetrieb auf dem Platze der landwirtschaftlichen Ausstellung ist den Herren Trescher und Schrödel, den Inhabern des Neuen Saalbaues, übertragen worden. ,

** Ihre Kirchweihfeste begehen morgen die zwöls Gemeinden der Bürgermeisterei Krofdorf; auch, m Garben­heim ist Kirchweih. Die Gemeinden der Bürgermeyterei Atzbach und andere, die Einquartierung haben, haben die Kirchweih verschoben, darunter auch Dutenhofen.

** Zur Verhaftung des Pharmazeuten C. Schrnidt sei noch bemerkt, daß sie auf Veranlassung einer auswärtigen Staatsanwaltschaft in Großen - Bu se ck vor­genommen wurde. Er ist bereits wegen dergleichen Schwinde­leien vorbestraft. In Gießen sind mehrere Kaufleute und Juweliere die Opfer des Schwindlers geworden.

Frankfurt a. M., 5. Sept. (Eigener Draht, bericht desGieß. Anz."). Auf den Frankfurt-Berliner v-Zug, der hier um 9.35 abends abgeht, ist gestern abend bei Mülheim a. M. em Attentat verübt worden, indem eine ca. 12 Nieter lange und 10 Zentner schwere Goliath- Schiene quer über das Geleise gelegt worden ist. Durch die Aufmerksamkeit eines Bahnwärters konnte rechtzeitig die Gefahr für den Zug, der 60 Kilometer in der Stunde fährt, beseitigt werden. Die Schiene muß von mehreren Männern auf den Bahndamm gelegt worden fein. Man vermutet, daß es entlassene Streckenarbeiter gewesen sind. Der Staats- Anwalt hat eine Untersuchung eingeleitet.

Lieblingsw-rk Ihrer Stoieffitot isr die zrrm Dienst zu

G-düchtmL unseres großen M?^Z°rs M Ä^rlm er- g f I ^chtMttg Beschlüsse zu fassen die d« Ent- Likung der Mam.sch.afi-

denkrnals unserem Kaiserpaare als Gabe zu dem Tage feiner silbernen Hochzeit bargebracht, und wettere Spen- ven für den Ausbau der zum Gedächtnis an die Kaiserin Augusta erbauten Gnadeiikirche und zur Unterstutzuiig von Wohllätigkeitseinrichtungen für Arnie und Kranke ver­wendet werden als ein Zeichen des tiefsten Zankes für alles, was dasselbe in den 25 Jahren zum Wohle feiner Untertanen, besonders in religiöser Beziehung,

Mann, der schwer verletzt wurde.

* Duisburg, 5. Sept. Der Pvstgehülfe Seger, genannt Seibrmg, ist flüchtig; es fehlen 5000 Mk.

* Gegen bie Todes st rase ! Die Behörden zu Palermo veranlaßten die Freilassung eines gewissen Trago, der 1874 in Gemeinschaft mit seinem Bruder w.gen angeblichen Mordes verurteilt wurde. Sein Bruder wurde geköpft, er selbst zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. Nunmehr stellte sich feine Unschuld heraus. Ter Freigelassene hatte sich stets geweigert, Gnadengesuch einzureichen.

* Ein Lieb esdrama. Wie derFrrf. Ztg. Pr eins y eim (Pfalz) berichtet wird, erschoß dort Metzger Bauer aus Eifersucht seine 20jährige Geliebte | braune sich selbst lebensgefährliche Schüsse bei.

* Zigarrenspitzen und Kämme aus Milch.

der jüngsten Ausstellung für hygienische Milchversorgung in Hamburg hatten die vereinigten Gummiwarenfabriken von Harburg" und Wien eine Anzahl Gegenstände ausgestellt, welche anscheinend mit hygienischer Milchversorgung wenig zu tun hatten. Da waren Kämme zu sehen, die anscheinend aus Horn bestanden, ferner Z.igarrenfpitzen mit bernstein- farbigen Mundstücken, Ntesser und Gabeln mit cellololdartigen Griffen, ferner Schirm- und Stockgriffe, Kugeln, Ringe, Schach- und Dominofiguren, schließlich auch ein kleiner Tisch mit anscheinend eingelegtem Marmor. Alle diese Gegenstände waren aus Galalith, d. h. aus Milchstern, hergestellt. Be­kanntlich ist das Case'in ein Hauptbestandteil der Magermilch und aus diesem Casein ist in der Hauptsache das Galalith