Ausgabe 
5.8.1903 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Mittwoch 5. August 1903

DezngSpret-r

viertel-

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tährl. ausschll Bestellg. Annahme von Anzeigen ür öte Tagesnurnmer jfc8 vormittag» 10 Uhr. ZeUenprrtSr total 12% auSwürtS 20 Pfg.

Brrantwortltch für den poltt und allgem. Teil: P. Wittko: für ,©tabt und LanhE und .GertchtSsaal*: August Götz- für den An- zetqenteü: Han« Beck.

jäbrltch URL SL0; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk. 2. viertel-

Nr. 181

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegL

Rotationsdruck u. Ver­lag der BrühUichen Untvers.-Buch-u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei:

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Giehener Anzeiger

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Iie heutige Yummer umfaßt 10 Seite».

Politische Tagesschau.

Znm Regierungsjubiläum des Herzogs Ernst von Sachsen-Altenburg.

Wie dieSlltenb. ZLg." meldet, brachten Dienstag früh die vereinten Männergesangvereine der Stadt au: dem Schloßhof dem Herzog ein Ständchen. Im Laufe des Vormittags empfing der Herzog Abordnungen und von 2 Uhr nachm. an die am herzoglichen Hose beglaubigten Ge­sandten. Später fand nn Residenzschlosse Galatafel statt. Für heute Abend sind Fe st Vorstellungen angesagt. Rach emer Musrkvorstellung soll ein Huldigungsspiel von Wiegand und Ernestine von Eckardr aujgeführt werden. Der Prinzregent von Bayern richtete an den Herzog fol­gendes Telegramm: Sr. Hoheit Herzog Ernst von Sachsen- Altenburg. Es drängt mich, Dir lieber Vetter, zu Deinem 5Ojähr. Regierungsjubiläum die aufrichtigsten und wärmsten Glückwünsche auszusprechen. Gottes reichster Segen walte über Deinem Leben zum Wohle Deines ganzen Hauses und Landes. Luitpold. Hierauf traf folgendes Antworttclcgramm ein: Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregenten Luitpold. Aller­wärmsten Dank für Deine warmen Glückwünsche zu meinem Jubelfeste, welches ich durch Gottes Gnade morgen feiern darf. Deine Worte kamen und gingen zu Herzen und be­grüßte ich sie als ersten der mir zugegangenen Wünsche be­sonders freudig. Gott erfülle Deine Wünsche. Ernst.

Das Beschlagnahmerecht und die Schweigepflicht der Aerzte.

Gegen die Beschlagnahmung des Journals eines Arztes durch den Richter anläßlich der Verhandlung des Wahl- krawallees in Laurahütte wendet sich Dr. A. Atoll in der Berliner Aerzte-Korrespondenz. Er führt u. A. dort aus: Die jetzige Strafprozeßordnung geht in der Zulässigkeit der Beschlagnahme schon im Allgemeinen sehr weit. Wenn es aber sogar vorkommen kann, daß das Krankenjournal eines nicht verdächtigen Arztes beschlagnahmt wird, so ist dies min­destens ein Beweis dafür, daß das Gesetz zu weit geht oder nicht ganz eindeutig ist. Wir werden deshalb darauf halten müssen, daß bei der Revision der Strafprozeßordnung auch der § 97 mitrevidiert werde. Wir Aerzte dürfen es unter keinen Umständen zulassen, daß das Recht unserer Klienten auf unsere Verschwiegenheit durch irgend welche gerichlliche Dtaßnahmen illusorisch gemacht werde. Was gestern dem Dr. S. in Oberschlesien begegnete, kann heute oder morgen jeder von uns erleben. Das Vertrauen unserer Klienten muß aus das allerschwerste erschüttert werden, wenn ein Richter, um Adressen von Verdächtigen sestzustellen, das Kranken- jonrnal des Arztes beschlagnahmen läßt. Abgesehen von der Revision der Strafprozeßordnung ist es bereits jetzt unsere Pflicht, laut und vernehmlich die Juristen, besonders Richter und Staatsanwälte, unsere Auffassung von der Schweige­pflicht des Arztes wissen zu lassen".

Die Diamantselder in Transvaal.

Aus London wird geschrieben: Die jüngste Rede Mr. Chamberlains im Unterhause bedeutet die Erklärung, daß die Regierung die Diamantfelder des Transvaals als Monopol ausgebeutet haben will. Das Diamanten führende Gebiet wird nicht mehr wie früher den Diggers zur Verfügung ge­

sollt, sondern die einzelnen Minen werden von kapitalkräf­tigen Gesellschaften betrieben werden, die dem Staate sechs Zehntel des Reingewinns abgeben müssen. Es scheint sich in der Tat um ganz großartige Funde zu handeln. Eins dieser Felder, die Fara Elandlaagte, wurde für 50 000 Lstrl. angekauft und hat heute bereits einen Marktwert von 300 000 Lstrl. Es werden ca. 1,5 Karat Diamanten per Last gewonnen, und da der Karat 27 s 6 d erzielt und die Betriebskosten sehr geringe sind, ergiebt sich per Last ein Gewinn von 20 s. Es wird behauptet, daß im nächsten Jahre 1015 OOO Lasten täglich bearbeitet wer­den können, was selbst unter Annahme, daß der Gewinn per Last auf 10 s sinken sollte, an anderthalb Millionen Lstrl. jährlichen Profits ergeben würde. Es kommen gegenwärtig vorzüglich drei Minen in Betracht: die Schuller-Mine, die Premier-Miene und die Bynestpoort-Mine.

Indien und die Okkupation Südafrikas.

Aus Indien kommt soeben die Nachricht, daß der Vize­könig Lord Curzon unmittelbar nach Betanntwerden des Brodrickschen Vorschlages, Indien zur Tragung der Kosten der südafrikanischen Garnison heranzuziehen, einen ge­harnischten Protest gegen diese Maßnahme an die Regier­ung gerichtet habe. Ter Wortlaut der Botschaft des Vize­königs ist noch nicht bekannt geworden, aber man erwartet, daß dies noch vor Ablauf der Parlamentssession geschehen werde. Der Vorschlag des Kriegsministers war bekanntlich auch hier in England nicht gerade mit ungeteiltem Bei­fall ausgenommen worden, und niemand hatte erwartet, daß man ihn itn Indien wohlwollend beurteilen werde. Dennoch ist die Regierung offenbar von der Einmütigkeit erstaunt, mit der ganz Indien den Vorschlag alsRäuberei mit bewaffneter Hand" bezeichnet und verurteilt. Wenn sich die Nachricht bewahrheitet, daß auch Lord Curzon ein entschiedener Gegner des Planes rst, so dürfte dieser Teil des Brodrickschen Entwurfes still und unbemerkt in der Versenkung verschwinden, denn Lord Curzon ist nicht der Mann, sich oder dem Lairde, das seiner Obhut anvertraut ist, irgend etwas gegen feinen Willen aufbürden zu lassen, und er besitzt auch Einfluß genug, seine Ansicht dem Kriegs­minister gegenüber aufrecht zu erhalten. Die Kosten der 25 000 Mann in Südafrika durften dann dem Mutterland allein zur Last fallen oder auf alle Kolonien mit repartiert werden. Das letztere wird man aber gerade jetzt nicht wagen, wo man von den Tochterländern Zugeständnisse auf anderen Gebieten wünscht und braucht. Denn die Kolo­nien sind vielleicht ein stärkerer Gegner des Chamberlain- chen Zollvereinsplanes als alle oppositionellen Elemente im Mutterlande zusammengenommen. Sie lieben es, vom Reiche zu verlangen und zu nehmen, was sie nur irgend bekommen können, sobald aber das Mutterland seinerseits irgendwelche Zugeständnisse verlangt, erhebt sich ein Murren über die von Downing Street aus geübteBevormundung".

Heer und Flotte.

Die deutscheFlotte in französischem Lichte. Wie die Marine-Rundschau mitteill, stellt in der Zeitschrift Le Yacht em Kerheüeuc zeichnender Fachmann Untersuchungen über die Taktik der deutschen Flotte an und kommt, mdem er von unserem Schiffsmaterial, der Kenntnis unseres Admiral- iabes von den von anderen Flotten bevorzugten Schlacht­ordnungen, von den Arbeitsmethoden und dem Ersindungs- geist der Deutschen ausgeht, zu dem Schluß: Da die mög­lichen Gegner Deutschlands wegen der Art, wie ihre Linien­schiffe bewehrt sind, die Kiellinie als Angriffsordnung wählen

müssen, so ist der Keil die klassische Ordnung, die die Deutschen ihm entgegenstellen werden. Dazu eignen sich die deutschen Linienschiffe mit ihrer für Bugangriff bestimmten Bewehrung wundervoll, und selbst in dem voraussichtlich folgenden Durch­einander werden sie wegen ihrer nach allen Seiten gleich starken Geschützwirkung mchts zu fürchten haben. Die wunder­voll für den Kampf organisierte Linienschiffsflotte sei aber blind, sie besitze nicht genug und nicht genügend schnelle Kreuzer. Mit Ausnahme dieses Mangels sei die deutsche Flotte bewundernswert, die Gleichartigkeit der Geschwader und Divisionen sei streng durchgeführt, die Eigenart jedes Schiffes beruhe auf dem einen Grundsatz: Angriff bis zum Aeußersten durch Schnellladegeschütze, Torpedos und, wenn notwendig, Sporn.Deutschland verfügt so über eine folge­richtige, gleichartige Flotte, und die Taktik dieser Flotte . .. Was werden wir ihr entgegenstellen?" So schließt der Ver­fasser.

Internationaler Kongreß zur ISeLämpsung der KiviseKtiou.

Fortsetzung.

Frankfurt, 4. Aug.

Zu Beginn der Nachmittagsvechandlungen des inter­nationalen Kongresses gegen die Vivisektion wurden die Berichte der Vertreter aus Italien, Holland, den Niederlanden, Oesterreich, Ungarn, 9tußland, Skandi­navien und der Schweiz entgegengenommen, nach denen allenthalben eifrig gegen die Vivisektion gearbeitet wird. Prof. Dr. Paul Förster aus Friedenau bei Berlin sprach überTie Vivisektion innerhalb der Gesittung unserer Zeit". Er verwarf die Vivisektion durchaus und verlangte nach­haltige Förderung der Bestrebungen des Weltbundes, da die Vivisektion der Gesittung unserer Zeit widerstreite. Dr. P s a j f r a t h richtet an den Papst einen dem Kongreß ge­druckt vorliegenden Brief, in dem die Verwerflichkeit der Vivisektion erörtert und Unterstützung durch die päpstliche Autorität erbeten wird. Anträge von Dr. Linde und Dr. Forster fordern, alle Tierquälerei solle staatlich und auch tirchllch als strafbar und geselljcyaftlicherfeits als un­ehrenhaft gelten. Frl. Gosf-London sprach für den Antivivisekttonsbund in England. Nach längerer Beratung wurden die Anträge von Dr. Linde und Dr. Förster nach unwesentlichen Aenderungen angenommen. Auch der Antrag Dr. Pfasfrath, den Brief an den Papst zu senden, um diese, kirchliche Autorität zu gewinnen, sand Annahme.

Am Abend wurden zwei öffentliche Versammlungen ein* berufen. Im Gewerkschastshaus sprach Prof. Dr. Quidd e- München vor einer gut besuchten Versammlung über die Vivrsektionsfrage und Versuche an armen Leuten in Kran­kenhäusern. Der Redner erörterte zunächst die allgemeinen Tierschutzbewegungen. Tie ^totwendigkett Antivimsektions- bewegung, die doch, nur ein Tell jener allgemeinen Tierschutz­bewegungen sein sollte, ergibt suh aus dem Umstande, daß die Tierschutzbestrebungen an der Vivisektion aufhören und sie nicht in sich einjchließen. Der Kamps einer solchen Be­wegung wäre nicht entbrannt, wenn alle Tiere vor dem jeweiligen Experiment erst betäubt würden. Aber das ist nicht der Fall. In narkotischem Zustande verlieren z. B alle Versuche, die zur Erforschung der Nerven, des Gehirns re. vorgenommen werden, ihren Wert, weil betäubte Tiere auf die Eindrücke entweder gar nicht oder nur beschränkt rea­gieren. Der Redner führte eine Reihe von Beispielen an, in denen mit Tieren Hunden, Katzen, Hasen, Meerschwein­chen, Fröschen re. tagelang Hunger- und Durstexperimente vorgenommen wurden; manche Versuche machen es nötig, die Tiere in siedend heißes Wasser zu tun oder sie bei

Feuilleton.

H. S. Berlin, 30. Juli. Für den im Anschluß an die Weihe des Richard Wagner-Denkmals vom 30. September bis 5. Oktober d. I. stattsindenden Internationalen Musik-Kongreß hat sich unter dem Vorsitz des Prof. Richard Schmidt die Kommission für Musikpadagogik an höheren Schulen gebildet, welcher die besondere Aufgabe gestellt ist, die Angelegenheiten des Gesangunterrichts an den höheren Lehranstalten zu bearbeiten. Der genannten Kommission gehören an: Prof. A. Cebriah, Prof. Alexis Hollaender, Musikdirektor Hermann Prüfer, Prof. Paul Schnöpf, Gesanglehrer Richavd Schumacher, Musikdirektor Leo Zellner, sowie die Gesanglehrerin Frau Dr. Julie Müller-Liebenwerda. Unter dem Vorsitz des Herrn Max Battke arbeitet die Abteilung für Elementar-Musik-Unter- richt mit Präsident E. Vogel, Redakteur Dr. Ertel, Rektor Gast, Prof. Vogel, Frau Dr. Krause und Frl. Olga Stieg­litz, während die Gruppe für Unterricht für den Musik- lehrberuf unter dem Vorsitz von Prof. Laoer Scharwenka es zu einem einmütigen Arsommenschluß von fast sänrt- lichen Konservatoriumsleitern in Deutschland behuss Ein­führung gewisser Reformen gebracht hat. Auch die phono- graphische Abteilung des Kongresses, an bereit Spitze Dr. Flatau mit Prof. Amberg, Dr. Gutzmann, Oberlehrer Ruh- mer, Ingenieur Rothgießer und Stadtbaurat Shurmhöfel stehen, i|t nahezu zum AbsclMß ihrer Arbeiten gelangt. Lieber die 4. Sektion des Kongresses (Jnsirumenteitbau) hat Kommerzienrat Schsiedmayer-Sluttgart den Vorsitz über­nommen. Kommerzienrat Blüthner-Leipzig und andere her­vorragende Vertreter des Jnstrumentenbaues haben sich der Sektion angesckflossen. Für die verschiedenen Sektionen >es Kongresses sind schon jetzt mehr als vierzig Vorträge omgemeldet.

Die Photographie als Kun st, ist das Haupt­

Thema des August-Heftes der von Alexander Koch in Darmstadt herausgegebenen kunstgewerblichen Zeitschrift Deutsche Kunst und D e t o r a t i o n". Es ist kein Zweifel, daß die Photographie, insbesondere die Bildnis- Photographie im Begriff ist, eine Kunst zu werden, wie die Malerei selbst und daß die bahnbrechenden Meister auf diesem Gebiete Künstler sind, das beweist dieErste inter­nationale Ausstellung für künstlerische Bildnis-Photogra­phie", welche im Akai und Juni d. Js. in Wiesbaden ftatt- fand. Eine Auswahl der besten Ausnahmen von dieser Aus­stellung ist es, die uns die Darmstädter Zeitschrift hier in wundervollen, die Stimmung der Originale mit köstlicher Frische festhaltenden Zteproduktioneu vor führt. Einer der Leiter der Wiesbadener Ausstellung, Dr. v. Grolmann, giebt dazu im Texte die nötigen Erläuterungen. Unter den Ab­gebildeten finden sich neben schönen Frauen und aller­liebsten Kinder-Gruppen auch zahlreiche berühmte Per­sönlichkeiten, insbesondere Künstler, wie Max Klinger, Walter Crane, Fr. Watts, Toorop, Thoma usw. Vertreten sind die künstlerischen Nlelster-Photographieen der alten und der neuen Welt, insbesondere leisten die Damen Käsebier, Weil, Dyer usw. ganz Hervorragendes. Von deutschen Künstlern der Bildnis-Photographie sind Mlh. Weimer- Darmstadt, Frau Hertwig-Eharlottenburg, Dr. Spitzer-Wien u. a glänzend vertreten. .Außerdem enthält das Heft noch Reproduktionen nach einem reizenden Landsitz, welchen der neuerdings vielgenannte Wiener Architekt, Leopold Bauer in der Nähe von Brünn geschaffen hat. Den Schluß des Heftes bilden Nionogramme, Initiale und Entwürfe für Druckschriften, welche in einem, von der rührigen Darm­städter Kunst-Zeitschrift ausgeschriebenen Wettbewerbe mit Preisen bezw. lobenden Erwähnungen ausgezeichnet wor­den sind und Abbildungen des eigenartigenGoethe- Tempels" im Herrengarten zu Darmstadt, dessen Architektur von Aböls Zcller, dessen skulpturaler Tell (Genius und Porträt-Medaillons Goethes, Mercks und der

Caroline Flachsland in Bronze) bekanntlich von Pr o s. Lud­wig H a b i ch herrührt. Ferner finden sich hier noch Repro­duktionen nach reizenden Stickereien, zu welchen Prof. Otto Gußmann-Dresden die Entwürfe geschaffen hat rc re.

Richard Wagner an Jul. Stockh au fern In den LeipzigerSignalen" findet sich folgender, bisher unbe­kannter Brief Richard Wagners an den Gesangsmeister Stock­hausen:Geehrter Herr! In Kürze, doch mit großer Be­stimmtheit, richte ich die Frage an Sie, ob Sie geneigt wären, nach München überzusieoeln, sobald Ihnen für Ihre Wirksamkeit als Lehrer und Leiter unserer Sänger eine vollkommen Ihren Wünschen entsprechende Stellung sowie genügende Besoldung angeboten würde? Tie Wichtigkeit, die ich der von mir gedachten Wirksamkeit und Stellung beilege, tönnen Sie kaum hoch genug ermessen: ich be­trachte die Möglichkeit, gerade Sie hierfür zu gewinnen, geradeswegs als die Grundlage für alles, was ich je zu hoffen wage und zu verwirklichen beabsichtige. Ihre Stell­ung würde eine gänzlück), neu zu schassende mit keiner der vorhandenen zu tonfundierende sein. Hierüber und über die Absicht, Sie vollkommen zu befriedigen, dürften Sie in keinem Zweifel sein. Einzig fragt es sich daher, haben Lie überhaupt Luft, solch eine Stellung einzunehmen? Und würden Lie sich entschließen können, h^amburg mit München zu vertauschen ? ^eit Jahren war es mein Wunsch, irgendwo in die Lage zu kommen, dies mei.ii Anliegen Ihnen eröffnen zu können. Ich bin glücklich, durch einen für das Edelste begeisterten jungen König je^t diesen Boden gewonnen zu haben. Auf geneigte Antwort harrend, empfehle ich mich Ihnen hochachtungsvoll^ als Ihr ergebener Richard Wagner Starnberg bei München, 27. September 1864." Stock­hausen mutße damals ablehnen, weil er an Hamburg butlden war.