geblieben. Die Polizeidirektion erließ eine Warnung, in der es heißt: „Da es sehr wohl möglich ist, daß noch mehr von beri an den Waldspielen beteiligten Kindern erkranken werden oder vielleicht, ohne daß die Eltern es bisher bemerkt haben, bereits erkrankt sind, kann den Eltern aller dieser Kinder nicht dringend genug empfohlen werden, dieselben einem Arzte zur Untersuchung und Beobachtung zuzuführen. Je frühzeitiger derartige Erkrankungen erkannt werden und in Behandlung kommen, einen um so milderen Verlauf pflegen dieselben zu nehmen. Weiterhin empfiehlt es sich besonders bei kinderreichen Familien oder solchen bei denen es an ausreichenden Räumlichkeiten oder geeigneter Pflege fehlt, die erkrankten Kinder einem Krankenhause zu übergeben, damit nicht noch weitere Erkrankungen in der Familie durch Ueber- tragung entstehen. Es wird gewarnt vor Genuß von Roheis, ungekochter Milch und ungekochtem Brunnenwasser".
* Görlitz, 5. Aug. Eine Windhose richtete in der Ebersbacher Umgegend bedeutenden Schaden an, indem sie Grabsteine umwarf, Dächer abhob und eine Unzahl Obstbäume, Linden und andere Bäume entwurzelte.
* München, 4. Aug. Von hier ist im April der Weinrestaurateur Karl Glaser, eine vielbekannte Persönlichkeit, unter Zurücklassung seiner Gattin und zahlreicher Schulden plötzlich verschwunden. Wie sich nun herausstellt, ist Glaser, welcher sich nach Amerika gewandt hatte, am 16. Juni, gerade an dem Tage, an welchem hier in München sein Inventar versteigert wurde, jenseits des Ozeans durch den Strang hingerichtet worden. Glaser hatte nämlich schon früher einmal sein Glück in Amerika versucht und seine damalige Frau ermordet, worauf er seine zweite Frau heiratete, diese aber bald in Amerika damals im Stich ließ und in München eine weitere Ehe einging. Sofort beim Wiederbetreten des amerikanischen Bodens wurde nun Glaser »xfannt und wegen Gattenmordes zum Tode verurteilt.
* Aerzte unb Krankenkassen. Unter den Äerzten der Provinz Hessen-Nassau ist gegenwärtig eine Bewegung im Gange, die den Abschluß eines Schutzbündnisses gegenüber den Krankenkassen bezweckt. Die Aerzte sollen sich gegenseitig vex- pflichten, sich bei Gelegenheit von Konfllkten grundsätzlich nicht nur der Unterbietung, sondern auch jedeuWettbewerbs zu enthalten.
* Nächstenliebe und Dieb st ahl. In Paris hielt kürzlich ein Pfarrer eine Predigt vor einem hochfeinen Publikum. Plötzlich sagte er: „Vielleicht erwarten Sie nun, nachdem ich so lange von der Nächstenliebe gesprochen, daß ich Sie um ein Almosen oder um einen Betrag zu einem wohltätigen Zweck bitten werde. Keineswegs. Ich habe nur eine einfache Bitte an Sie: „Bezahlen Sie pünktlich Ihre Schuhmacher, Schneider und Modistinnen!" Große Betroffenheit bei all den vornehmen Damen und Herren, die unwillkürlich auf ihre Toiletten blickten, aus deren Bezahlung arme Handwerker und Nähmädchen vielleicht noch warteten. Der Pfarrer schloß seine Rede mit den Worten: „Seine Rechnungen nicht bezahlen, meine Damen und Herren, heißt einen Diebstahl begehen." So geschehen in Paris. Sollte die Mahnung des Geistlichen nicht auch anderswo Bedeutung haben?
* Die Weinprobe oder das versäumte Ständchen wäre folgendes Geschichtchen zu betiteln, das im „Fränk. Kur." erzählt wird: Ein Hereinfall, der dem auf „Konzertreisen" befindlichen Regensburger Liederkranz in Limvau passiert ist, wird viel belacht. Der Verein veranstaltete dort ein Konzert zu Gunsten eines Bismarckdenkmals. Am nächsten Morgen um 8 Uhr wollte er der in Lindau verweilenden Prinzessin Terese von Bayern ein
Ständchen bringen. Die Sänger halten aber nach dem erwähnten Konzert noch eine „Weinprobe" abgehalten, die bis zum Morgengrauen währte, und befanden sich daher in einer sehr gehobenen Stimmung, die das Abhalten des Ständchens unmöglich machte. Der Bürgermeister warf sich daraufhin in Gala, um zur Prinzessin zu fahren, die Sänger zu entschuldigen und zugleich um Erlaubnis zu bitten, das Ständchen erst um 10 Uhr darbringen zu dürfen; aber letzteres wurde rundweg abgelehnt. Ein Ständchen für eine königliche Prinzessin zu verschlafen, ist zwar außergewöhnlich ungalant, aber eine Musikantenkehle, die ist als wie ein Loch, sang schon Geibel, der sich darauf auskaunte.
* 2516 Lynch morde sind im ganzen während der letzten 17 Jahre in den Vereinigten Staaten vorgekommen. Davon fielen 2086 auf die Südstaaten und 436 auf die anderen Teile des Landes. 9htr vier Staaten hatten in dieser Zeit überhaupt keine Lynchgerichte, nämlich Massachusetts, New-Hamshire, Rhode Island und Utah. Von den Gelynchten waren 1573 Neger. Die übrigen waren, mit Ausnahme weniger Chinesen, Weiße. Bezeichnend ist es, daß in den letzten Jahren der Verhältnissatz, mit dem der Norden an den Lynchflnorden beteiligt ist, immer größer wird.
* A u s d e r S ch u l e. Der gestrenge Direktor des Gymnasiums zu L. wohnt, so erzählt die „Frtf. Ztg.", dem Unterricht im Griechischen in der Untertertia bei. Es kommt das Wort „Thanatos" (Tod) vor, aber kein Schüler kennt es. Der Direktor greift ein: „Na, weiß denn keiner, was mich erreicht, wenn ich sterbe?" Alles schweigt. Ta meldet sich der Letzte in der letzten Bank. „Nun, mein Sohn?" — „Tie Nemisis!" — —
* Das gebrochene Herz. „Ich soll an gebrochenem Herzen sterben", sagte die widerspenstige Schauspielerin. „Wie soll ich denn wissen, wie sich ein Mensch mit gebrochenem Herzen benimmt?" — Ich kann Ihnen einen Rat geben", sagte der kaltblütige Direktor. „Beobachten Sie den Autor des Stückes, nachdem er Ihrem ersten Auftreten beigewohnt hat."
* Eine gute Bauernregel. Die Redaktion der Zeitschrift der fchlesijchen Landwirtjchastskammer hatte zu einem Wettbewerb um gute Molkereisprüche aufgefordert. Darunter befindet sich dieser richtige Lehrspruch:
Wer seine gute Milch verkauft Und mit den Kindern schlechte sauft, Wer Butter°Lieferante ist Und selber Margarine frißt;
Wer schlechtes Auülandsfutter gicbt Und hinterher zu klagen liebt, Tas; er verschleudern muß die Körner: Ter ist ein Rindvieh ohne Hörner.
Genüitssual.
sä. D a r m st a d t, 5. Aug. (Originaltelegramm des „Gieß. Anz.") Tie Strafkammer 'verurteilte heute den Werkmeister Heinrich S t e p h a n, der am 18. Juni d. I. beim Spiel mit einem Revolver seine Brau* erschoß, zu z w e i Monaten Gefängnis.
Mainz 6. August. „Unverbesserlich schlecht", lautet das militärische Führungszeugnis des Maurers August Ri p perger von Hildburghausen, und es wird wenig Soldaten geben, die eine längere Strafliste aufzuweisen haben. Schon der Ableistung seiner Wehrpflicht hatte er sich längere Zeit entzogen und konnte erst mit 26 Jahren beim badischen Jnf.-Reg. Nr. 112 eingestellt werden. Dort zog er sich verschiedene Gefängnisstrafen wegen Fahnenflucht, Gehorsamsverweigerung usw. zu, und da er sich auch im Gefängnis unbotmäßig benahm, so wurde er schließlich als Arbeitssoldat in die Strafkompagnie von Mainz versetzt. Als ihm hier einmal das Sprechen während der Arbeit verboten wurde, benahm er sich gegen die aufsichtführenden Uiiteroffiziere so frech, und drohend, daß ihn das Kriegsgericht zu zwei Jahren Gefängnis verurteilte. Die von ihni dagegen eingelegte Berufung wurde vom Oberkriegsgericht verworfen, aber Ripperger legte nun Revision beim Reichsmilitärgericht ein, wo die Sache noch schwebt. Nach Schluß der Verhandlung vor dem Oberkriegsgericht hatte der Verurteilte dem Sergeanten, der gegen ihn ausgesagt hatte, zugerufen: „Warte Bruder; mit Dir bin ich noch nicht fertig. Wir rechnen noch ab." Wegen dieser erneuten Drohung wurde Ripperger abermals vor das hiesige Kriegsgericht gestellt und zil vier Wochen strengen Arrestes verurteilt. Das war ihm wiederum zu viel; allein seine Berufung wurde gestern vom Oberkriegsgericht ver- tvorfen. (Mainz. Tgbl.)
Duisburg, 3. Aug. Tie Strafkammer verurteilte den Bergmann Stanislaus Fabis aus Oberhausen wegen B t - gamie zu 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus. Der Angeklagte hatte ui Posen eine Frau uub 4 Kinder zuruckgelassen und war in Ober- hausen im November v. I. eine neue Ehe eingegangen.
Kan-wirtschaft.
k. Li ch, 4. August. Die Obst aussichten sind in unserer Gegend nicht sehr günstig, besonders was Aepfel betrifft. Zwetschen unb Birnen — hauptsächlich Kelterobst — geraten dagegen gut.
§. Vom Lande, 3. August. Der Regen kommt der Ernte recht in die Quere und läßt es Nicht zu, daß der Bauer seinen Segen einheimst, ja er wird ihm einen Teil des Reichtums vernichten, wenn ihn Frau Sonne nicht ablöst. Schon beginnt der Kern der draußen liegenden Gerste zu wachsen, und jeder nur einigermaßen lichte Augenblick wird dazu benützt, das durchnäßte Getreide zu drehen und zu wenden. Man fürchtet auch, daß die ohnehin schon kurz geratene Sommerfrucht bei etwa plötzlich eintretendem starken Sonnenschein zusammenbricht, nachdem der lange Regen sie mürbe und krumm zeitig gemacht hat. Hoffentlich tritt bald besseres Wetter ein, sonst wird die ganze schöne Ernte in Frage gestellt. So sehr die nasse Witterung unserem Fruchtfelde geschadet hat, so mar die Menge Feuchtigkeit für unsere Wiesen namentlich außerordentlich viel wert, so daß im Gegensatz zu der knappen Heuernte ein besserer Grummetertrag erwartet werden kann.
Ein Gang durch die Weinberge verschiedener Orte der Provinz Rheinhessen und im benachbarten Rheingau zeigt, wie schön und üppig die Reben im Behang sowohl als auch un sonstigen Stande sind. Die zahlreichen Träubchen sind beinahe überall derart ausgewachsen, daß nunmehr der Kochmonat seine Schuldigkeit tun kann. Bleiben die nächsten Monate günstig, dann sehen wir einem reichen Jahre von voraussichtlich guter Qualität entgegen. Ueberall wird über mangelnden Absatz der lagernden Weine geklagt und es läßt sich kaum annehmen, daß hierin in absehbarer Zeit Aenderung eintritt. Das Geschäft beim Handel ist flau und auch die allgemeine Lage reizt nicht mehr zu kaufen, als der direkte Bedarf benötigt.
Schlffsllachrichll'N.
Red Star Linie.
Der Postdampfer „Zeeland" der Red Star Linie in Antwerpen ist laut Telegramm am 3. August wohlbehalten in New- york angekommen.
Hamburg-Amerika Linie.
Hamburg, 3. August. Der Hamburger Schnell-Postdampfer „Moltke", Kapitän Dempwolf, ist am 2. August 1 Uhr morgens wohlbehalten von Hamburg via Southampton und Cherbourg in Newyork angekommen.
Neueste Melduugeu.
Origittaldrahtmeldmrgen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 5. Aug. Die gestern in Witten abgehaltene 16. Generalversammlung des Z entral-Verbandes deutscher KaufleuteundGewerbetreibenden wählte für das nächste Jahr Hannover als Versammlungsort.
Berlin, 5. Aug. Ein Delegiertentag der na - tionalli beraten Partei des Königreichs Preußen wird Ende September in Hannover abgehalten werden.
Kiel, 5. August. Die städtischen Kollegien beschlossen, die Genehmigung zu einer neuen Inhaber-Anleihe im Betrage von 20 Millionen Mark nachzusuchen. Die Anleihe soll in erster Reihe zur Deckung der Kosten von Neubauten dienen. Errichtet sollen hiervon werden: ein neues Rathaus, ein Stadttheater, eine höhere Schiffs- und Maschinenbau-Schule, eine Gewerbeschule und neue Kasernements. Ferner ist der Bau von neuen Straßen und einer Voll-Kanalisations-Anlage geplant. Die erste Rate der Anleihe soll 4 Millionen Mark betragen.
Hamburg, 5. August. Gestern wurde ein Rangierarbeiter zwischen den Puffern zweier Güterwagen zu Tode gequetscht.
Hamburg, 5. Aug. Die Klempner-Innung be- chloß in ihrer gestrigen Abend-Versammlung, den streikenden Gesellen vom März 1904 an 60 Pfennige Stundenlohn bei neunstündiger Arbeitszeit zu bewilligen, doch dürfen keine Sperren verhängt werden. Der Streik dürfte hiermit beendet sein.
Dresden, 5. Aug. Die Einführung der erhöhten Preise für Rückfahrkarten der sächsischen Eisenbahnen ist aus geschäftlichen Gründen aus den 1. Oktober verschoben worden.
Kopenhagen, 5. Aug. Die älteste Tochter des Kronprinzen Friedrich, Prinzessin Luise von Schaumburg-Lippe schwebte gestern in ernster Lebensgefahr. Bei ihrer Vorliebe zum Schwimmsport wagte sie sich während des Badens im Sunde zu weit hinaus. Bei ihrer Rückkehr hatte sie gegen Wind und Strömung zu kämpfen, wodurch ihre Kräfte erlahmten, und sie unterzugehen drohte. Die Gefahr wurde vom Lande aus bemerkt. Ein Ka mm erdi en er entkleidete sich rasch und sprang der Prinzessin zu Hilfe, die er auch glücklich in Sicherheit brachte.
London, 5. Aug. Äe Wahl des Kardinals Sarto zum Papst überrascht in den katholischen Kreisen Englands und Irlands allgemein, da man ihn nicht zu den aussichtsreichsten Kandidaten gerechnet hatte. Man begrüßt die Wahl jedoch mit hoher Befriedigung, da man überzeugt ist, daß der neue Papst infolge seiner hervorragenden Charaktereigenschaften seinen Posten mit unübertrefflicher Würde ausfüllen werde.
London, 5. Aug. Blättermelduugen zufolge ist Lord Salisbury schwer erkrankt. — Der Marineminister veröffentlicht das Programm der diesjährigen Marine- Manöver.
Paris, 5. Aug. Bei dem inReims garnisonierenden 5. Dragoner-Regiment herrscbt seit einigen Tagen eine Typhus-Epidemie. 5 Mann einer Schwadron sind bereits gestorben. Im ganzen Regiment sind 25 Soldaten bisher an Typhus ertrankt. Man hatte die Tatsache zu verheimlichen gesucht.
Toulouse, 5. Aug. In Ciers im Departement Haute Garonne brach eine Feuersbrunst aus, durch welche 15 Wohnhäuser und 18 Scheunen eingeäschert wurden. Ob Personen in den Flammen umgekommen sind, konnte noch nicht sestgestellt werden.
Rom, 5. Aug. Wie von gut unterrichteter vatikanischer Seite versichert wird, hat der neue Papst bereits Kardinal Ferrata zum Staatssekretär ernann t.^— Die Anhänger Rampollas erklären sich mit der Wahl Sartos vollständig einverstanden. — Schon seit Jahren soll Sarto herzleidend sein.
Rom, 5. Aug. Tce klerikalen Blätter feiern Pius X. in den überschwünglichsten Worten. Von einer maßgebenden Persönlichkeit, die den neuen Papst intim kennt, wird versichert, es luertc alles beim alten bleiben. Nur der Verkehr zwischen dem heiligen Stuhl und der italienischen Regierung werde eine mildere Form annehmen, Las Pontifikat Sartos werde ein Pontifikat des Ueberganges auch hinsichtlich der sozialen und religiösen Fragen fein. Im allgemeinen weroe Pius X. den alten Weg weiter wandeln. Er spricht französisch und deutsch, besonders das letztere geläufig. Er hat Creglia in seinem Amte als Kämmerer bestätigt. Die Krönung wird voraussickKlich am nächsten Sonntag stattfinden, während nach einer anderen Meldung dieselbe bis ans den Herbst verschooen worden ist. Tie Stadt Rom war gestern abend festlich beleuchtet. — Einer römischen Depesche oes „Bert. Tagebl." zusotge erhielt Sarto am Montag morgen 31 Stimmen. Darauf trat der einzige noch im Wege stehende Kardinal di Pietro zurück und die Parteien Rampolla und Vannutelli vereinigten sich auf Sarto, der mit 50 Stimmen gewählt wurde. Rampolla erhielt 10 und Gotti 2 Stimmen. Ten Ausschlag bei der Wahl gab Kardinal Kopp, der iOlontag früh die einander gegenüberstehenden Parteien zurst Entscheidung drängte. Von dem Ergebnis der Wahl war <^arto dermaßen erschüttert, daß er lange kein Wort hervorbringen konnte. — Die Familie des neuen Papstes lebt in den bescheidensten Verhältnissen. Ein Bruder hat ein ländliches Postamt mit Zigarrenverkauf in der Gegend von Mantua. In Venedig wohnen drei unverheiratete Schwestern, die Sarto die Wirtschaft führten, drei andere Schwestern leben auf dem Lande. — Als künftiger Staatssekretär wird Vannutelli genaiint. — Tem „Giornale d'Jtcllia" zufolge kam Sonntag früh von Kaiser Franz Josef ein telegraphisches Veto gegen die Wahl Rampollas.
Rom, 5. Aug. Gleich nach der Wahl sandte bet Papst herzliche Telegramme an seine Schwestern.
Budapest, 5. Aug. Ministerpräsident Khuen He- dervary wird noch im Lause dieser Woche an das Hoflager nach Ischl reisen. Von der Audienz mit dem Kaiser wird es abhängen, wann die Demission Khuens erfolgt. Daß das Kabinett im Amte verbleibt, gilt für undenkbar.
Budapest, 5. Aug. Blättermeldungen zufolge hat der Chef des bulgarischen Komitees Boris Sara- fow kürzlich in Kanesova geweilt, wo er für die groß- bulgarifche Propaganda Gelder sammelte. Als die Polizei nach ihm fahndete, war er bereits geflüchtet.
Konstantinopel, 5. Aug. Ta die Cholera in Syrien immer größere Ausdehnung'gewinnt, wurde hier eine 10 tägige Quarantäne eingerichtet.
Peking, 4. Aug. Tie chinesischen Behörden wandten sich an die fremden Gesandten mit dem Ersuchen, die in der Fremdenniederlassung von Shanghai verhafteten eingeborenen Redakteure des Blattes „Supao" auszuliefern. Gegen diese Redakteure, die von der chinesischen Regierung der Veröffentlichung aufrührerischer Schriften beschuldigt werden^ wurde am 15. Juli vor einem gemischten Gerichtshöfe in Shanghai verhandelt. Zwei bekannten sich schuldig, well sie dachten,' von diesem Gerichtshof verurteilt und in der Fremdenniederlassung als dem Tatorte bestraft zu werden. — Von Anhängern der Kaiserin-Mutter wird behauptet, der kürzlich durch Tot- prügeln bestrafte Journalist Schentschien sei, ehe er große Qualen hätte ausstehen können, vom Henker erwürgt worden.
372% Reichsanleihe 3% do. . .
3Ve°/o Konsole . . .
3°/o do
372% Hessen . . .
372% Oberhessen . .
4% Oesterr. Goldrente .
476% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente .
4°/j Italien. Rente . .
47a% Portugiesen . . 3°/,. Portugiesen. . . .
1% C. Türken . . .
Türkenlose
4% Grieoh. Monopol.-Anl. —.— 472% äussere Argentiner 44.20
5. August 1903.
3O/o Mexikaner .... 26.55 4%% Chinesen .... 92.55 Electric. Schuckert . . , 94.75 Nordd. Lloyd . . . . 9810
Kreditaktien 207.90 Diskonto-Kommandit. . . 187.70 Darmstädter Bank . . . 137.00 Dresdener Bank .... 147.30 Berliner Handelsges. . . 154.40 Oesterr. Staatsbahn . . , 143.00 Lombarden . . . . . 17.10 Gotthardbahn 191.00 Laurahütte 220.00 Bochum ...... 179.20 Harpener 179.50
Tendenz: still.
Telephonischer Kursbericht, i'rankturt u. 11., . 102.15 . 91.00 . 102.00 91.00 . 101.30 . 100,20 . 102.90 101.10 . 101.50 . 103.30 49.80 . 31.20 . 35- . 132.00
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