Ausgabe 
5.3.1903 Zweites Blatt
 
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vvümteerk einzureihen, die in Kriegszeittn zum Dienst in allen Weltteilen verpflichtet sind. Das Haus nimmt die erste Lesung der Vorlage an.

Paris, 4. März. (Kammer.) Bei der Fortsetzung der Debatte über das Fmanzgesetz beantragt der Natio­nalist Perroche beim Kap. der Einnahmen aus dem Tabak- monopv! einen Zusatz, wmach die Verkaufsstellen der Tabakregie, die bisher vom Finanzminister vergeben wurden, in Zukunft auf dem Submissionswege an den Meist­bietenden verpachtet werden sollen. Der Ertrag soll dem Pensionsfonds für Staatsangestellte zufallen. Ehe sich die Linke noch klar geworden ist, was vorgeht, ist der Antrag angenommen. Eine längere Debatte knüpfte sich weiterhin an den Erttag des Wettspiels auf den Rennplätzen, doch werden die Anttäge auf Erhöhung der Taxe ab- gelehnt.

Korfu, 4. März. Die JachtSaphir" mit bem deutschen Kronprinzen und Prinzen Eitel Friedrich an Bord, ist heute abend um 10 Uhr nach zehnstündiger, guter Fahrt von Brindisi kommend, hier eingetroffen. Dre Prinzen werden hier zwei Tage weilen, um die Sehenswürdigkeiten Corfu's in Augenschein zu nehmen.

Wien, 5. März. Der erste offizielle Empfang bei dem neuen deutschen Botschafter von Wedel und dessen Gemahlin fanb gestern abend statt.

Washington, 4. März. Der Senat nahm zum Ent­wurf des Tarrfgesetz-es für die Philippinen einige Ab­änderungen an, wonach Zigarren und Zigaretten von der Liste der zollfrei einzuführenden Wwren entfernt und ferner der Zoll auf Zucker und Tabak von 25 auf 50 Prozent der Sätze des DingVeytarifs erhitzt werden soll. (Die Dill ist durchgebrackt worden. D. Red.) Der Senat genehmigte ferner die Berichte über das Marinebudget und allgemeine Nachforderungsvorlage, welche von den zur ge­meinsamen Konferenz abgeordneten Vertretern beider Häuser des Kongresses erstattet wurden. Das Marinebudget sieht einen Kredit von insgesamt 81 877 291 Dollars vor.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. März 1903.

Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 4, ausgegeben am 2. März d. I., enthält: 1. Bekannt­machung, die Anstellung eines Königl. Sächs. Generalkonsuls für das Großherzogtum betreffend (Heinrich Mappes in Frankfurt a. M.). 2. Bekanntmachung, die Bestellung des Denkmalrats betreffend. Vom 10 Februar 1903. (Wurde bereits bekannt gegeben. D. Red.) 3. Verzeichnis der Vor­lesungen, Hebungen und Praktika, welche im Sommersemester 1903 in den sechs Fachabteilungen der Großh. Technischen Hochschule zu Darmstadt abgehalten werden. 4. Ordensver­leihungen. 5. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen ftemder Orden. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht, am 29. Dezember 1902 dem Kreisamtmann Dr. Eugen Kranzbühler zu Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Regenten der Herzog­tümer Sachsen-Koburg und Gotha verliehenen Ritterkreuzes 2. Kl. des Ernestinischen Hausordens zu erteilen.

* Hessisch-Thür. Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe wurden folgende Gewinne gezogen: 5000 Mk. auf Nr. 30035 (Offenbach), 43015 (Worms), 55295 (Coswig), 78697 (Mainz), 7116 (Köthen), 3000 Mk. auf Nr. 11082 (Oppenheim), 16233 (Vilbel), 16095 (Arnstadt), 16868 (Darmstadt), 12037 (Offenbach), 19766 (Gießen), 22853 (Darmstadt), 21466 (Offenbach), 30842 (Darmstadt), 44797 (Offenbach), 60448 (Gotha), 65696 (Gotha), 64573 (Mainz), 77184 (Mainz), 84870 (Langen), 2000 Mk. auf Nr. 3763 5964 (Gießen), 8742 8792 11353 14619 23430 23465 36665 39309 48672 49159 52236 55236 55595 60744 60775 62482 63809 66282 71992 74835 77702 80807 86935 90868 97128. Ohne Gewähr.

Die 44. ordentliche Generalversammlung der Gewerbebank, e. G. m. u. H. fand am Mittwoch abend im Hotel Einhorn statt. Der Vorsitzende des Auf­sichtsrates, Herr L. Petri II., bemerkte einleitend, daß auch im abgelaufenen Geschäftsjahre die Bank einen günstigen Abschluß verzeichnen könne. Er spricht weiter den Vorstands­beamten für ihre vorzügliche Führung der Geschäfte die An­erkennung des Aufsichtsrates aus, und bedauett das Hin­scheiden des verdienten Aufsichtsratsmitgliedes L. Flett, dessen Andenken die Versammlung durch Erheben von den Plätzen ehtt. Der Direktor der Bank, Herr Carl Loos, betont in der Erstattung des Geschäftsberichts ebenfalls den erfteulichen Auffchwung der Bank, die im Vergleich zum Vorjahre zu verzeichnenden höheren Umsätze (30 901107 Mk. gegen 25 738 733 Mk. i. V.), die ihre Ursache in der Ver­größerung der Stadt, der Geschäftsanteile, des Kundenkreises, der ausgiebigeren Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Geschäftsgelder und dem Streben nach Erreichung bequemerer Zahlungsmittel seitens der Geschäftswelt habe und wie ihn die Bank in dem steigenden Checkverkehr biete. Das Vettrauen, das die Bank genießt, hatte die Ueberweisung großer Sum­men ftemder Gelder zur Folge, sodaß die Kreditbedürfniffe in liberalster Weise befriedigt werden konnten: auch bei schwierigen Geldverhältniffen erziele eine solide Genoffenschaft befriedigende Resultate. Geschäftliche Verluste habe die Bank nicht erlitten. Durch eine Kommission des Aufsichtsrates wurden vier Revisionen vorgenommen, deren Ergebnis voll befriedigte. Nachdem der Direktor noch an einer Anzahl Konten aus dem Rechenschaftsbericht (derselbe lag der Nr. 45 desGieß. Anz." bei) nachgewiesen, wie sich der Geschäftsverkehr aber­mals erfreulich gehoben, gab er der Zuversicht Ausdruck, daß die Bank auch ferner auf dem betretenen soliden Wege weiter­gehen werde, damit das Institut dem Wohle der wirtschaftlich schwächeren Einwohner dienen könne und damit der Vaterstadt zum Segen gereiche. Von den satzungsgemäß aus dem Auf­sichtsrate ausscheidenden Mitgliedern wurden die Herren Carl Berg, Daniel Heil, Heinrich Leib und Her­mann Eichenauer wieder-, Herr Friedrich Helm (an Stelle des verstorbenen Herrn L. Flett) und Herr Ernst Balser (letzterer an Stelle des zum Direktor gewählten Herrn C. Loos für die Dauer eines Jahre?) neu gewählt. Hierauf wurde die Jahresrechmmg und Bilanz für 1902 genehmigt und dem Aufsichtsrate und dem Vorstande Ent­lastung erteilt. Betreffs der Verteilung des 49 727 Mk. 36 Pfg. betragenden Reingewinnes wurde der Vorschlag des

AufsichtSratS: dem Hauptreservefonds 4988.80 Mk., bem Dubiosen-Konto 4500 Mk., dem Effekten - Reservefonds 2000 Mk., dem Beamten-PensionsfondS 8000 Mk. zu über­weisen und den Mitgliedern 6Dividende aus 465 217 Mk. ---- 30 239.10 Mk. zu gewähren, angenommen. Der sehr eingehende Bericht des Perbandsrevisors deS Verbandes hessischer Vorschuß- und Kreditoereine über die am 28. Mai 1902 von ihm vorgenommene Revision der Bank wird vor- getragen. Die von dem Revisor empfohlenen Aenderungen und Neuerungen sind 311m Teil bereits im Geschäftsbericht berücksichtigt worden, teils ist deren Berücksichtigung, soweit der Aufsichtsrat und die Generalversammlung sich damit ein­verstanden erklären, Borgernerft. Die Entwürfe zu Geschäfts­anweisungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat werden ohne Debatte genehmigt, desgl. die die Gehalts-, Pensions­und Wittvengeldoerhältniffe betreffenden Anstellungsverträge mit dem Direktor, dem Kassierer und dem Kontrolleur.

* * Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule an der Nordanläge. Nachdem von der Stadtverordneten-Versammlung die verbessetten Grund­riffe für den Neubau der höheren Mädchenschule genehmigt worden sind, hat man bekanntlich für eine, diesen Plänen angepaßte Faffade, einen engeren Wettbewerb unter sechs Architekten ausgeschrieben. Auf Grund deffen sind bet der Bürgermeisterei sieben Entwürfe eingegangen. Heute nach­mittag wird sich nun die Kommission schlüssig machen, welchem Entwurf als dem geeignetsten, der Preis zuerkannt werden soll. Wir erfahren, daß sämtliche Entwürfe im Stadtverord- neten-Sitzungssaal drei Tage öffenttich ausgestellt werden sollen.

Worms, 4. März. Stadtverordnetenversamm­lung. Der Anttag des Finanzausschuffes auf Konver­tiert, n g der früheren städtischen Anlehen im Bettag von Mk. 1665 000 von 4pCt. auf 3 */, pCt. wurde angenommen und gleichzeitig wurde die Annahme einer neuen Anleihe von Mk. 3500000 beschloffen. Letztere soll zur Deckung einer bei der Sparkasse stehenden Schuld von Mk. 1 543 949, sowie zur Herstellung von Straßen-Anlagen und Errichtung von Neubauten (höhere Mädchenschule, neue Volksschule, Wasserwerk und Kanalisation) verwendet werden, während Mk. 735 000 für die geplante elektrische Straßenbahn vor­gesehen sind.

Kleine Mitteilungen aus Hessen unb den Nachbarstaaten. In Kassel führte der Bremser Kohn ein Mordattentat auf seine Ehefrau aus. Dieselbe erhielt zwei Revolverschüffe, so daß sie, schwer verletzt, in das Kran­kenhaus gebracht werden mußte. Aus Bretzenheim wird gemeldet: Beim Korndreschen stürzte am 4. d. M. der Taglöhner Johann Feler in der Scheuer vom Gerüst und blieb sofort tot. Meldungen von der hohen Rhön sagen: So wenig Schnee wie im vergangenen Winter hat es hier feit Menschengedenken nicht gegeben. Nicht ein einzig malschellte" es zum Schneeschaufeln. Eine Schlittenbahn gabs nicht. Jetzt ist bereits an Stellen, wo sonst der Schnee bis Ende Mai liegen blieb, keiner mehr zu sehen. Am Abend der Papstjubelfeier leuchteten von den Hauptpunkten der Rhön herab die Freudenfeuer. Weithin sichtbar war das­jenige auf dem Kreuzberg. Dr. med. Alexander Huf­nagel aus Bad Orb ist, wie ein Telegramm aus Hanau meldet, auf der Eisenbahn verunglückt. Er erlitt einen Schädelbruch und starb bald darauf.

Vermischtes.

Karlsruhe, 4. März. Wie schon gemeldet, ist der Student Goldberg, der im Duell am Sonntag schwer verletzt wurde, heute Mittag im St. Vineentiuskrankenhaus gest orben. Die Großh. Staatsanwaltschaft fahndet eifrig nach dem entflohenen Studenten Schwarz. Die Mitglieder der Korps Alemannia, Frisia und Bavaria, au§ denen sich das Ehrengericht zusammensetzte, sind bereits ermittelt; sie werden sich vor dem nächsten Schwurgericht wegen Beihilfe zum Zweikampf zu verantwotten haben. (Im Fall Ruff- Reiß wurden die Mitglieder des Ehrengerichts bekanntlich freigesprochen.) Das Korps Bavaria stellte den Unpartei­ischen, als Paukärzte fungierten die Doctoren Clauß und Rischpler.

* Brüssel, 4. März. In das Gefängnis von Mvelles ist gestern der Ackerer Thys mit seinen zwei Söhnen ein- getiefert worden, die am Sonntag einen Gendarmen, der einen dritten Sohn des Thys in einer Wirtschaft erschossen hatte, erschlagen und seine Leiche verstümmelt hatten.

* Brest, 4. März. Sämtliche größeren Schiffe haben den Befehl erhalten, den Hafen von Brest wegen des herr­schenden Sturmes nicht zu verlaffen. Die Besatzung eines hier eingetroffenen englischen Dampfers war vollständig er­schöpft, da das Schiff drei Tage mit dem Sturm gekämpft hatte und schwere Havarie erlitt. Sämtliche Mannschaften der Besatzung mußten ins Spital gebracht werden. In Dover wurden drei Arbeiter, welche im Hafen beschäftigt waren, vom ©türm gegen Holzpfähle geworfen, deren Spitzen ihnen in den Leib drangen. Zwei waren sofort tobt, wahrend der dritte kurz darauf starb. In Montreux wurde ein Mann durch eine vom Sturm umgeworfene Mauer verschüttet und getötet.

* Roosevelt über Rassenselbstmorb. In einem Aufsatz über die Frau als Arbeiterin hatte kürzlich Frau van Dorst über die fteiwillige Unfruchtbarkeit ber Amerikanerinnen geklagt. Der Präsident, der den Aufsatz zu Gesicht bekam, drückte ihr alsbalb in einem feurigen Schreiben seine Zusttmmung aus; es ist jetzt bekannt gegeben worben. Herrn Roosevelt infrereffiert an den politischen Wissenschaften immer am meisten das moralische Ende, und seine Ansichten lassen an Entschiedenheit nichts zu wünschen; auch. ist er in seinen Moralvorträgen nicht zu ermüoen. In feinem Brie ft an Frau van Borst nennt er nun den Rassenselbstmord die Frage,die fundamental unendlich wichtiger für das Lano fet als irgend eine andere". Die Rassentugenden seien die wichttgsten. Nichts sei wirklich des Besitzes wert, als was Mühe und Ansttengung koste, uno es sei verächtlich, den Sorgen und Pflichten aus dem Wege zu gehen. Der Mann und Frau, die mit bewußter M sicht Die Ehe meiden, deren Herz 10 kalt sei, daß sie keine Kinder haben wollen, seien in Wahrheit Verbrecher an der Rasse und sollten von allen gesund deutenden Menschen mit Ab­scheu und Verachtung angesehen werden. Dies summarische Urteil ist für die Dentungsorl des Präsidenten bezeichnend.

Man kann es allerdings oft höre^, vaß der Kinderreichtum amerikanischer Familien fbrit abnehme. Aber die natür­liche Vermehrung der Bevölkerung ist immer noch groß genug. Von 139o bis 1900 betrug der Gesanttzuwachs 13000000, wovon nur 3 700 000 Einwanderer waren. Auch wird die amerikanische Geburtsrate 35,1 vom Tausend für die letzte Dekade von nur wenigen europäischen Ländern übertroffen, während die amerikanische Sterblich­keitsrate 17,4 vorn Tausend die niedrigste ist. Daß dieFamilien" jetzt durchschntttlich klein in der Statisttk erscheinen, kann Darauf beruhen, daß die Kinder sich früher seDständig machen, als ehemals der Fall war.

WiversllSts-llachrichten.

Man schreibt aus Köln: In diesen Tagen schließt die hiesige Handelshochschule ihr viertes Semester und damit geht zum ersten mal für diejenigen Stiwierenden, die ihr seit der Eröffnung angeboren, der auf zwei Jahre ftstgesetzte Lehrgang zu Ende. Zu den Abgangsprüfungen haben sich 29 Studierende gemeldet. 19 von ihnen sind schon examiniert worden; davon haben 14 die Diplomprüfung für Kaufleute und einer die Prüfung für Handels­lehrer bestanden, vier mußten zurückgestellt werden. WaS die er­teilten Zensuren betrifft, ko erhielten 5 das Prädikatausgezeichnet", 5gut" und 5genügend". Dr. Carl Schwalbe in Darm­stadt wurde die venia legendi für organische Chemie an der dort­igen Hochschule erteilt. Professor Dr. Thierfeld er, Abteilungs­vorsteher am Physiologischen Institut ber Universität Berlin, ist als Professor der physiologischen Chemie nach Prag berufen worden. Ter Domkapitular geistlicher Rat Dr.theol. A. Schnül- gen in Köln wurde znm 0. Honorarprofessor ber Universität Bonn ernannt. Einer ber Führer der Jüngeren Landschaf tev- schule Düsseldorfs, der Maler Eugen Kampf, hat eine Be­rufung als Professor an die Kunstakademie in Kassel erhalten. Der a. 0. Profeffor in der philosophischen Fakultät ber Uni­versität Greifswald, Dr. M. K 0 n r a t h, tst zum 0. Profeffor in derselben Fakultät ernannt worden. Infolge des Weggangs des Leipziger a. 0. Professors Dr. med. Friedrich wurde die stellvertretende Direktion des chirurgifch-polcklinifchen Instituts in Leipzig dem 0. Profeffor und Direktor ber medizinischen Poli­klinik, Geh. Medizinalrat Dr. A. Hoffmann, überfragen. Dr. A. Ehrenfeld in Olten hat an der Universität Zürich die venia, legendi als Dozent für deutsche Litteraturgefchichte erhalten.

Wie rotr unserer gestrigen Meldung über Prof. W. Trub- ner's Berufung von Frankfutt an die Karlsruher Akademie ergänzend hinzufügen, wird der Künstler die Stellung als Profeffor eines Meifterateliers an ber Akademie übernehmen.

Handel un- Verkehr. Volkswirtschaft.

Darmstadter Bank (Bank für Handel und Industrie), Darmstadt. Nachdem wir bereits in unserer gestrigen Vormittags Nummer die wichtigsten Ausschußzahlen der Gesellschait für 1902 veröffentlicht haben, geben wir noch einige Stellen aus dem Ge schästsberichte wied.e. Danach ist der Verlauf des regelmäßigen Bankgeschäfts allgemein günstig gewesen. Obwohl das neu hin­zugetretene Kapital von 27 Mill. Mack nur/j Jahr werben konnte, haben sich sowohl das Provisions- rote das Zinsenkonto befriedigend gestaltet; insbesondere weist das Provisionskonto mit rund 2 362 000 Mk. gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um ca. 700 000 Mk. auf. Der Wegfall der Bank für Süddeutschland, in der ein Teil des neu zugetretenen Kapitals bisher gebunden war, ließ die Er­richtung neuer hessischer Depositenkaffen bet Darmstädter Bank in Offenbach und Gießen wünschensweck erfebeinen. Tie Bank hat nunmehr Niederlaffungen in Darmstadt, Berlin, Frankfurt a. M., Straßburg und Hannover und Depositenkaffen in Leipzig, Stettin, Güstrow i. M., Offenbach, a. M. und Gießen. Auch in Berlin wurden weitere 4 Depositenkassen errichtet, die eine befriedigende Entwickelung versprechen. Das Zinsenkonto weist von 3 455 000 Mk. eine Steigerung um etwa 800000 Mk. gegen das Vorjahr auf, was zum Teil auf die Kapitalerhöhung, zum Teil auf eine bessere Verwertung der Mittef zurückzuführen ist. Die Fusion mit der Bank mit Süddeutfchland hat sich ordnungsmäßig und den Erwartungen vollständig entsprechend vollzogen-, der im Abschluß verrechnete Gewinn giebt Gelegenheit, durch Abschreibung von 2 400 000 Mk. auf Effekten- und Konsortialkonto diese Positionen besonders vor­sichtig und zurückhaltend zu bewerten. Der Bruttonutzen der Darm­städter Bank beträgt 15 895 716,68 Mk., hiervon ab die Handlungs- Unkosten imd Steuern mit 2 675 954,22 Mk. verbleibt ein Rest von 13 219 762,46 Mk., nachdem vorher 849 562,35 Mk. auf Engagements früherer Jahre zu Lasten des Nutzens auf Operationskonto ab- gefchrieben sind. In obiger Summe ist der Gewinn enthalten, welcher aus der Uebernahme ber Bank für Süddeutschland im Umtausch gegen eigene Aktien erfloffen ist. Dieser Gewinn beträgt 4 389 794,11 Mk, sodaß das Resultat des regulären Geschäfts im Jahre 1902 9 679 530,70 Mk. betrug. Am 2. April begehr dic Bank das 5 0 h r. Jubiläum ihres Bestehens. Trotz mannigfacher Krisen hauptsächlich während der ersten 25 Jahre konnte den Aktionären eine durchschnittliche Jahresdividende von 7,6 pCt. ausgezahlt werden. Die Bank wirb eine Denkschrift über die zurückliegenden 50 Jahre erscheinen lassen.

Kaffeetrust. Unter ber Aegibe ber brasilianischen Regierung ist die Monopolisierung des brasilianffchen Kaffeehandels in dic Wege geleitet worden. Die beteiligten englischen, kontinentalen und brasilianischen Kapitalisten hoffen den allgemeinen Marktpreis für Kaffee um mindestens 30 pCt. zu erhöhen. Brasilien wie Vene­zuela hatten in den letzten Jahren unter der fortgesetzten Erschließung neuer Bezugsquellen für Kaffee sehr zu leiden. Die Kaffeevreise sind in den letzten Jahren ganz enorm zurückgegangen. Ob der neue Kaffeetrust Erfolg und zwar dauernden Erfolg haben wird, möchten wir noch sehr bezweifeln.

Markte.

Frühiahrspfcrdemarkt zu Gießen. Am 25. Mär^ stndet auf den städtischen Macktanlagen zu Gießen Pferdemarki ftatr. Der vorjährige Frühjahrsmarkt war mit etwa 400 Pferden, der Herbstmarkt mit etwa 300 Pferden befahren und von Händlern und Landwicken sehr gut besucht. Es wurden recht bedeutende Käufe abgeschlossen. Auch in diesem Frühjahr erhofft man einen guten Markt. Mit dem Mackte ist eine Prämiierung verbunden, für welche 1365 Mk. zur Verfügung stehen. Tie Prämiierungs- Kommission besteht aus den Herren Cefonomierat Schlenkc-Harbt- hos b. Gießen (Vorsitzender), Oberstleutnant Freiherr von Normann- Gießen (Stellvertreter), Gutspächter Bene-Overweimar, Oekonomie- rat Hofmann-Hofgüll, Schlachthofbirektor Dr. Liebe-Gießen, und Gutsbesitzer Muller-Neuhof. An Preisen sind die folgenden vorge­sehen : I. Abtlg. Reitpferde 1. Preis 30 Mk., 2. Preis 20 Mk. IL Abtlg.: Wagenschläge paarweise zu prämiieren: 1. Preis 80 Mk., 2. Preis 60 Mk., 3. Preis 40 Mk. III. Abteilung: Arbeitsschläge (paarweise zu prämiieren) a. schwere: 1. Preis 80 Mk., 2. Preis 60 Mk., 3. Preis 40 Mk. b. leichte: 1. Preis 60 Mk., 2. Preis 40 Mk., 3. Preis 20 Mk. IV. Abteilung: Arbeitsschläge (einzeln zu prämiieren) a. schwere: 1. Preis 30 Mk., 2. Preis 20 Mk., 3. Preis 15 Mk., h. leichte: 1. Preis 30 Mk., 2. Preis 20 Mk., 3. Preis 15 Mk. V Abteilung: Arbeitsschläge: Diese Pferbe müssen nachweis­bar 6 Monate im Besitz von Lanbwirten sein, bte Mitglieder des Landespserdezuchtvereins ober bet landwirtschaftlichen Provinzial­vereine des Großherzogtums sind. a. vaarweise zu prämiieren: 1. Preis 50 Mk., 2. Preis 30 Mk., 3. Preis 20 Mk. b. einzelne Pferde: 1. Preis 30 Mk., 2. Preis 20 Mk., 3. Preis 10 Mk. VL Abteilung: Fohlen, kalten und warmen Schlages: a. Dreijährige: 6 Preise von Mk. 50, 40, 30, 30, 20, 20. b. zweijährige: 6 Preffe von Mk. 40, 30, 30, 20, 10, 10. VIl. Abteilung: Zuchi- sttiten kalten und warmen Schlages, Prämien für inländische Züchter, welche Mitglieder des Landespserdezuchtvereins sind. Muttecktuten mit Fohlen oder nachweislich gedeckt: 8 Preise von Mk. 75, 50, 50, 40, 30, 30, 20, 20. In den Abteilungen II V wird für im Privat- besitz besindliche Pferde, die mcht um Geldpreise fonfuricren, je ein Ehrenpreis gegeben. In den Abteilungen IL, in. und IV. werden mir Häudlerpserdc zugelassen. Der PrämiieruugSplan, welcher die näheren '^bingimgcn enthält, wird von Herrn Oekonomiorat Schlei,ke-'Äarbthof b. Gießen auf Nachsuchen übersandt.