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meisterei Butzbch 1965
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Zwettes Blatt
153, Jahrgang
Donnerstag 5 Märzt 903
Nr. 54
Eriche»«« tägkich aoher SonniagL.
Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem ßefftfdjei Landwirt die Siebener Familien- blLNer viermal in der Woche beiflelcgt
RoianonSdruck u. Verlag der vrü h l'schen Unwers.-Vuch- ruStein« druckerei iPletich (irben) Redaklioa. tirpebilioa und Drucke re»:
Schalftratze 7.
Ilbitfle tüt Deveschenr Anzeiger Gießen.
FrrnlvrkchanschlußNr 51.
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General-Anzeiger " “SST
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen WW
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Ale yeulige Dummer umfaßt 10 Seitm.
Wahl-Bewegung.
fc. HerSfeld, 4. l/iärfl. Dtachdem sich die Konservativen, die Bündler und die Antisemiten gegen ihn ausgesprochen hatten, hat der von den Nationalliberalen als Kandidat für die nächste Reichslagswahl ausgestellte Freiherr o. Eckhard, stein beschlossen, auf die Kandidatur zu verzichten. Auch Landrat Tuercka von Rotenburg hat die ihm von den Konseroalwen angelragene Kandidatur zurückgezogen. Die Konservativen, Nationalliberalen und Freisinnigen wollen nun, eventuell unter Heranziehung des Bundes der Landwirte, einen gemeinsamen Kandidaten aufslellen.
Politische Tagesschau.
Vom Balkan.
Wie das serbische Blatt „£bjeE" meldet, wurde der Vorsteher der im Kreise Schabatz gelegenen Gemeinde Glu- schak, Sefan Brkitsch, von unbekannten Tätern erschossen. Einer konsularischen Meldung zufolge überfiel in Lubunova am Presbasee Wilajet i>Nonaftir, eine Bulgarenbande, ein Gendanneriedetachement. Der Gen- darmeriekommandant wurde getötet Beiderseits zab es mehrere Tote und Verwundete. Seit den letzten Meldungen sind noch zwei neue Morde von der äomiteefehme im Distrikt Ochrida verübt worden. Vorgestern wurde ein serbischer Priester in Derbjani, Kreis ßrilep, ermordet. — Ueber die Veranlassung zu dem kürzlich in Brondo stattgehabten Kampf zwischen türkischen Truppen und Bewohnern Brondos wird gemeldet, d aß eine Bulgarenbande versucht habe, die Einwohner zur Teilnahme an der Bewegung zu veranlassen. 2.er Gon- o em euer von Seres entsalid le darauf ein Militärdetache- inient dorthin, waches mck Gewch.feuer empfangen wurde. Sei dem folaenoen Zusammenstoß wurden etwa 14 Däuser im Brand gesteär. Beiderseits wurden mehrere Per- sionen getötet und verwundet Dem Rest der Bande ge
Ausland.
London, 4- Unterhaus.) Parlaments-
ekretär der 2ibmir? tiü ilmolj Forster bringt eine Bor- age ein, welche die Admiralität ermächtigt, den Mann- ch a f ts b e st an d b e r _ Flottenreserve zu erhöhen und bei den verschiedenen Dienstzweigen Marine-
lang die Flucht, da die 'Truppenabteilung zu schwach war, erfolgreich vorzugehen.
Wie der „Frkf. Ztg." ans Kvnstantinovel depeschiert wird, beschäftigt sich der Ministerrat augenblicklich mit den Maßregeln, die zur Durchführung des Reformpvogramms in Maeedonien notwendig sind.
Dem Pariser ,^mps" wird aus Athen gemeldet, daß die griechische Regierung den Großmächten eine Note überreicht habe, in der sie ihre Befriedigung über die von Mß- land und Oesterreich zu Gunsten der Vilajets Kossowo, Saloniki und Monastir verlangten Reformen ausspricht und gleichzeitig ersucht, die Mächte mögen beim Sultan inter- oenieren, d amit diese Reformen auch auf das Vilajet Janina ausgedehnt werden, wo die griechische Bevölkerung unter der gegenwärtigen Lage sehr leidet
Miniüer Audde im Aeichstag.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt ttnterm 4. März:
Eisenbahnminister Budde ist der Mann des Tages. Seme unlängst im preuß. Abgeordnetenhause gehaltene Programmrede hat einen starken Widerhall imReichs- Illg, der sich zurzeit mit dem Reichseisenbahnetat beschäftigt, gefunden. Namentlich auf sozialdemokratischer Seite ist das Verlangen rege, den Minister im Reichstag zu sehen und mit ihm speziell über die Frage des Koalitions - rechts der Eisenbahnarbeiter sich zu unterhalten. Der gestrigen Reichstagssitzung war Herr Budde ferne geblieben, notgedrungen, weil sein Etat int preußischen „ Parlament zur Verhandlung stand. Der Erörterung über den Etat des Reichseisenbahnamts beizuwohnen, ist Minister Dudde überdies nicht verpslichtet. Anders liegt die Sache bei dem Etatstitel, Verwaltung der Reichseisenbahnen. Hier ist der preußische Eisenbahnminister zuständig, und er erschien heute pünktlich im Reichstag, als der betreff enbe Etatstitel zur Beratung gestellt wurde. Der reichsländische Abg. Riff (sreis. Vgg.) lieferte mit einer die brennenden Fragen des Eisenbahnwesens behandelnden, ziemlich kritisch gehaltenen Darlegung dem Minister die Stichworte für seine erste Reichstagsrede. Besondere Hoffnungen wollte Herr Riff auf den neuen Chef der Eisenbahnverwaltung nicht setzen; er meinte, es werde wohl der alte Faden, vielleicht in anderer dkummer, gesponnen werden. In ähnlichem Sinne, die Eisenbahninteressen der Reichslande und Süddeutschlands denen Preußens gegenüberstellend, äußerte sich Abg. H a u ß (Els.), der einige Jahre im reichsländischen Eisenbahndienst tätig war. Minister Budde erklärte, in der glücklichen Lage zu sein, mit den beiden Rednern, soweit sie Wünsche nach Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, nach Besserstellung der Beamten geäußert haben, sich einverstanden zu wissen. Er verhalte sich einer Tarifreform gegenüber keineswegs ablehnend, wünsche vielmehr eine Reform für oas gesamte Eisenbahnwesen im Reich. Doch man könne von ihm unmöglich verlangen, daß er diese Frage in achtmonatlicher Ministertätigkeit läse, biQ seine Vorgänger in elf Jahren nicht haben lösen können. Zur Arbeiterfrage übergehend, verkündete der Minister, daß die Sorge für die Bahnbediensteten seine, des ersten Arbeiters, schönste Pflicht sei, die ihn Tag und Nacht beschäftige. Alle Beamten und Arbeiter sollten es von der Reichstagstribüne aus hören, daß er, der Minister, der Meinung sei, er ziehe mit dem letzten Streckenarbeiter an demselben Strang. Diese warmen Tones gesprochenen Worte weckten lebhaften Beifall; die militärische Schneidigkeit, die trotzalledem hindurchklang, gefiel augenscheinlich den Herren von der Rechten. Sie mißfiel aber in hohem Grade den Sozialdemokraten. Ihr Redner, Aba. Bernstein, ereiferte sich gewaltig darüber, daß Minister Budde den Eisenbahnarbeitern das Kvalitionsrecht einschränken, daß er Despotismus und Sklaverei protegieren wolle usw. Kühlen, aber entschiedenen Tones replizierte der Minister, daß er keine Veranlassung habe, auf das Gebiet der Parteipolitik sich zu begeben. Er sei fein politischer Minister, und denke nicht daran, den Eisenbahnern das Koalitionsrecht zu verkümmern. Es beständen ja über V/a Dutzend Eisenbahner- Vereine. Dagegen werde er mit aller Energie dem Eindringen sozialdemokratischer Organisationen in den Kreis der Eisenbahner entgegentreten. Die Betriebs-Möglichkeit und -Sicherheit, und die Rücksicht auf das Wohl des Vaterlandes in Kriegszeiten erfo werten diese energische Abwehr gebieterisch. Seine Auffassung, daß von solchen Organisationen die Unterbindung des Betriebes zu gewärtigen sei, belegte der Minister durch Hinweis auf die Vorgänge bei den holländischen Eisenbahnen und auf sozialdemokratische Preßartikel. Was Abg. Bernstein später dem Minister entgegnete, war nicht geeignet, den Erfolg der Ministerrede in Frage zu stellen. Herr Budde hat bei seinem Debüt im Reichstag nicht minder gut abgeschnitten wie im preußischen Parlament. Von Politik will der Minister in seinem Ressort nichts wissen; er ist, wie er sich ausdrückte, politisch „jungfräulich", daß er noch nie an Wahlen sich beteiligt hat, weder zum Reichs- noch zum Landesparlamenr. Es kann ihn also keine Partei für sich reklamieren.
Preußisches Abgeordnetenhaus.
Im Abgeordnetenhause wurde am Mittwoch in erster und zweiter Lesung der Gefetzentwur^betresfend Abänderung von Amtsgerichtsbezirken erledigt. Sodann wurde die Vorlage betreffend des Stadtkreises Gelsenkirchen in zweiter Lesung unverändert angenommen. Die Etats der Reichs- schuldenverwaltuna und der Oberrechnungskammer wurden genehmigt und sodann die Beratung des Etats der Bau- oerwaltung fortge egt. Tas Ordinarium sowie Extra-Ordi- narium wurden genehmigt. Damit ist der ganze Etat der Bauverwaltung erledigt.
Abg. Tr. Hirsch (fr. 8tz).) empfiehlt die von ihm beantragte Resolution, die Regierung in einer Gesetzesvorlage zu ersuchen, zur Regelung des Bauarbeiterschutzes, namentlich zum Zweck wirksamer Unfall-und Krankheitsverhütung. In der Begründung gibt Redner die Hauptschuld an den Unfällen im Baugewerbe der ganz un genügen den Bau au s sicht. Auf die von ihm eingezogenen Erkundigungen gipfelten die ihm zugegangenen Antworten darin: um die Einhaltung der Vorschriften kümmert sich hier niemand: erst wenn ein Unfall passiert ist, iüinnrern fid) die Behörden darum, eher nicht. Redner verliest Schreiben dieses I:.. alrs aus Säweidnitz, Görlitz, Li'.o ib und weist ferner hin auf die Bauarb. i:e i- schutzvorsc in Bayern, die zu aLfeinger Zufried er wirkten : jeiilenswert sei, die Bauarbeiter selbst zur
Kontrolle > r. n-.uzichen und ein Su.utzgesetz für d. Bauarbeiter z:. erlassen. — Abg. Schwarze (Ztr.) steckt und befürrooriCi einen Antrag, die von dem Dvrredn.r beantragte Resolution in etwas anderer Fassung anz. nehmen: nämlich die Regierung zu ersuchen, im Wege d.r Gesetzgebung ober der Verordnung einen wirksameren Schutz der
Deutsches Deich.
Berlin, 4. März. Nach einer Meldung aus Wil- helmshave n besichtigte der Kaiser heute morgen mit dem Prinzen Heinrich und dem Großherzog von Oldenburg die Neubauten der drei Hafeneinfahrten und nahm ferner auf der kaiserlichen Werft den neuen Kompaß und den neuen Masserrohrkessel in Augenschein. Von der Werst begab sich der Kaiser nach dem neuen Ossi-ierkasino, das er eingehend besichtigte. Um 12 Uhr nahm er mit dem Prinzen Heinrich und dem Großherzog im Stationsgeschaftsgebäude das Frühstück ein. Heute nachmittag 3 Uhr ging der Kaiser mit dem Linienschiff „Kaiser Wilhelm II." bei etwas stürmischem Wetter nach Helgoland in See. Der Gcoßherzog von Oldenburg folgte mit dem Kreuzer „Niobe". Das Torpedoboot „Sleipner" und die Depeschenboote S 74 und 76 fuhren als Begleitschiffe mit. Vor Helgoland trafen die Schiffe um 6y* Uhr unter Salutschüssen der Strandbatterie ein.
— Der Kaiser überreichte gestern nach der Rekrutem Vereidigung in Wilhelmsh aven dem katholischen und dem evangelischen Marinepfarrer die Kopie seines an Admiral v. Holtmann gerichteten Schreibens über „Babel und Bibel". — Vor einigen Tagen veröffentlichte die sozialdemokratische „Münch. Post" einen Artikel über die Urheberschaft des kaiserlichen Dabel-Bibel- driefes. Den Ausführungen ist unseres Wissens bisher nicht widersprochen worden. Das Münchener Organ berichtete, daß der Kaiser, veranlaßt durch den orthodoxen Ansturm, mehrere hervorragende Theologen aufforderte, ihm eine zu oeröffentliajcnbe Kundgebung ju ent* werfen. Bon zw ei Elaboraten habe er bas gewählt, aber einige Ae nderungen vorgenommen. Tas Blatt berichtet darüber folgendes: „Zunächst fügte der Kaiser den Personen, in denen sich „Golt offenbart", die Namen Hammurabi, Karl der Große und Wilhelm der Große bei. Die zweite kaiserliche Aenderung ist die Unterstreichung eines Wortes. Es wird in dem Brief von Gott gesagt: „Wir Menschen brauchen, um ihn zu lehren, eine Form, zumal für unsere Kinder." Das Wort „Form" ist nun besonders hervorgehoben worden. Die dritte Aenderung soll in folgendem bestehen: Einer der Schlußsätze hätte gelautet: „es wird auch dadurch viel vom Nimbus des auserwählten Volkes verloren gehen", während heute zu lesen ist: „bas schadet nichts, auch wenn dadurch viel vom Nimbus des auserwählten Volkes verloren geht"." — Die Verantwortung für diese Mitteilung müssen wir natürlich dem Münchener Blatte überlassen.
— Wie verlautet, erhielt der Bischof Komm von Trier vom Vatikan die Weisung, in Zukunft seine Pflichten als Kirchensürst in Einklang mit den Erfordernis sen des Staates zu bringen.
— Gestern abend waren etwa 1000 Personen in der Brauerei Patzenhofer zusammengelommen, um gegen die Jesuitenzulassung zu proiestteren. Nach einem Vortrag des Pfarrers Kohler wurde einstimmig eine Protesterklärung gegen die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes angenommen.
— Die „Berl. Korr." schreibt offiziös: In öffentlichen Blättern wird mit geteilt, daß mehrere Eisen b ahn- direktio nspräs identen ihre Versetzung in den Ruhestand nachgesucht hcttten, weil sie sich der Kontrolle durch die von dem Minister der öffentlichen Arbeiten für die Prüfung der Diensteinteilungen und Wohlfahrtseinrichtungen eingesetzten Kommissionen nicht unterwerfen wollten. Diese Nachricht entbehrt, soweit sie sich auf die Ursache des Abgangs der Beamten bezieyt, j. e b e r Begrünbung.
Hamburg, 4. Ä^arz. Der Senat setzte die Feier der Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals aus den 20. Juni fest. Es wird angenommen, daß der Kaiser an der Feier teilnehme.
Dresden, 4. März. Um das Gedächtnis König Alberts zu ehren, soll eine König Alber t-Gedächtnisstist- un g errichtet und am 19. Juni 1903, dem Todestage des Königs, der Königin-Witwe zur freien Verfügung zu Gunsten der von ihr gegründeten r:iebeswerle überreicht werden. Zu diesem Zweck bildete sich ein Landesausschug.
München, 4. Dcärz. vLach der „Augsö. <jig." sprach Graf Crailsh eim vor kurzem die Absicht aus, seine Würde als Neichsrat der Krone Bayerns niederzu- legen.
Bauarbeiter zu sichern. — Ministerialdirektor Schulz hält den Weg des Antrags Hirsch für nicht gangbar. Ter Antrag Hirsch wird nach weiterer kurzer Debatte in der Fassung des Antrags Schwarze angenomme n.
Bon Tewey bis Hobson.
Aus Newyork wird berichtet, daß der Marineingenieur Hobson, welcher im spanisch-amerikanischen Krieg in der Einfahrt des Hafens von Santiago einen Kohlendampser versenkt hat und darauf in einer für den Europäer völlig unverständlichen Weise verhimmelt worden ist, jetzt den Dienst quittiert hat und nun eine Vortragsstoumee durch die Vereinigten Staaten antreten will. Sein Thema ist die Notwendigreit einer bedeutenden Vergrößerung der amerikanischen Flotte zum Zwecke einer Bekämpfung Deutschlands. Das Tl)ema ist augenblicklich bei den Yankees höchst populär, und Hobsons Impresario wird sich wohl nicht verrechnen, wenn er ein glänzendes finanzielles Ergebnis dieser theatralischen Vorführung des Melden von Santiago" erwartet. 2ldmiral Dewey hat auf der Heimfahrt von Manila seinerzeit in Triest jene wunderbare Rede gehalten, in der er Deutschland als die nächste Macht bezeichnete, mit der die Verein igten Staaten Krieg führen würden, und hat mit dieser Rede jene lange Reihe phänomenaler Taktlosigkeiten begonnen, durch die er sich mit großer Geschwindigkeit von dem populärsten Mann Amerikas, der nur die Hand nach der Präsidentschaft auszustrecken brauchte, zu einer politisch von niemandem mehr ernstb genommenen Personlichleit degradiert hat. Tewey hat damals aber nur der in den amerikanischen Marinekreisen vorherrschenden Stimmung Ausdruck gegeben, wie baä seitdem von den verschiedensten schriftstellernden, Tischreden haltenden oder ihre Weisheit in Interviews ablabenden amerckanischen Marineoffizieren geschehen ist. Und nun kommt „Ku ß-Ho b so n" und wird mit den die deutsche Flotte vernichtenden Linienschiffen Uncle Sams auf der Bühne jonglieren!
Der Mann, welcher nach dem Friedensschluß durch das Land reifte und sich in jeder ©tobt zu einer Massen- abküsser ei hergab, bis ihm sein Heldentum schließlich so zu Kopfe gestiegen ist, daß ihm seine vorgesetzte Behörde empfahl, sich pensionieren zu lassen, ist in Amerika schon läntzst lächerlich gewordeii. Aber er ist typisch für die amerikanische Manie, jeden Skandal und jede Abnormität auf der Bühne zu fruktisizieren. Wie auf die Heldinnen möglichst pikanter Ehescheidungsprvzesse, auf berühmte Einbrecher, auf von sentimentalen Geschworenen freigespvochene Mörderinnen, auf hervorragende Freßkünstler, so stürzt sich der amerikanische Jmpresarw auf diesen pensionierten Marine-Ingenieur Hobson, der sich sein He ldentum von überspannten Weibern hat hinwegküssen lassen. Auch Luise von Toskana und Giron haben Engagementsanerbietungen von Amerika aus erhalten.
Nicht 6en Marinesachverständigen Hobson engagiert man für diese Vorttagstour, sondern den Kuß-Hobson. Von der Bühne des Varietätentheaters wird er gegen Deutschland hetzen. Damit wird dann wohl der Höhepunkt jenes Hetz-Paroxismus erreicht sein, der mit Deweys Triester Rede begann, und die Reaktion wird von selbst eintreten. In Deutschland braucht man sich über die Vorträge „Kuß- Hobsons" nicht aufzuregen.


