Gesetz vom 6. Juli 1884 damit, daß die Industrie nicht in beringe sei, die bis zum Jahre 1960 steigenden jährlichen Umlagen der Berufsgenossenschaften aufzubringen, daher müsse ein Teil ihrer Leistungen durch Zinsen aus dem Reservefonds der Berufsgenossenschaften aufgebracht werden. — Me Industrie erblickt in dieser neuen Bestimmung keine Erleichterung, sondern eine schwere Schädigung ihrer Interessen. Die Untersuchungen des Verbandes der deutschen Berufsgenossenschaften haben ergeben, daß die Belastung der Industrie in Zukunft keineswegs so hoch sein wird, als bei der Beratung des Gesetzes angenommen wurde. Außerdem werden der Industrie infolge der Ansanrmlung hoher Reservefonds durch die Berufsgenossenschaften, welche erheblich niedrigere Zinserträge bringen als die industriellen Betriebe, große Kapitalien entzogen. Die Industrie wird durch das Kapitaldeckungsverfahren erheblich stärker belastet als durch das seitherige llmlageversahren. — Die Kammer sprach sich daher für die Aufhebung des § 34 des neuen Gcwerbe-Unfallversicherungsgesetzos aus.
5. Kaufmannsgerichte. Die Kammer hat sich, früher (1896,1901) wiederholt mit der Frage der Errichtung kaufmännischer Sondergerichte beschäftigt und dabei stets eine ablehnende Haltung eingenommen, da nach den bisherigen Erfahrungen — im hiesigen Bezirk — ein Bedürfnis nach derartigen Gerichten nicht besteht. Da aber der dem Bundesrat vorgelegte Gesetzentwurf bett. Kaufmannsgerichte vvraussichtüch Gesetzeskraft erlangen wird, so beschloß die Kammer folgende Aenderungen des Entwurfs zu beantragen:
a) Aufnahme der Streitigkeiten, die sich aus der Konkurrenzklausel ergeben, in die Zuständigkeit der Kaufmann sgerichte;
b) Zulassung der Berufung gegen Entscheidungen des Kaufmannsgerichts bei Streitobjekten über 300 Mark (Entwurf: 100 M.); dagegen Zulassung der Berufung gegen olle Entscheidungen über Streitigkeiten auf Grund der Svukurrenzklausel, ohne Rücksicht auf die Höhe des Sttett- objekO;
c) Herabsetzung der Mindestzahl der Beisitzer aus 2 (ein selbständiger Kaufmann, ein Angestellter), gegenüber 4 des Entwurf;
d) Herabsetzung der Mindestaltersgrenze für Beisitzer bau 30 aus 25 Jahre.
e) Außerdem befürwortete die Kammer die Streichung deS § 14 des Entwurfs (Berechtigung der Kaufmannsgerichte zur Erstattung von Gutachten und Stellung von Anträgen in Fragen des kaufmännischen Dienst- und Lehrverhältnisses), da diese Thätrgkeit zur Kompetenz der Hmr- delskarnmern gehört.
6. Bestellung von Pvstausträgen mit dem Berm er k „S o fo r t zu r ü ck". Die Kammer beschloß entspr. einer Angabe aus Interessentenkreisen, bei der Postverwaltung zu beantragen, daß Postaufträge mit dem Vermerk „Sofort zurück'" bei erfolgloser Bestellung bis zum Schalterschluß des betr. Tages von der Post zurückbehalten werden, damit dem Bezogenen — der vielleicht abwesend war oder aus einem andern Grunde die Zahlung nicht Leisten konnte — Gelegenheit gegeben ist, die Gnlösung rechtzeitig vvrzunehmen.
7. PostanweisungsUmschläge. Don der Handels- und Gewerbekammer Augsburg ist angeregt worden, die Postanwetsungö-llmschlagsformulare, die im württem- bergischen Verkehr schon seit 1867 bestehen, auch für daS ganze Reichsgebiet einzufühven, da diese Einrichtung — in die Umschl a gSformulare können Briese usw. bis zu 250 Gramm Gewicht eingelegt werden — für oaS Publikum, insbesondere die Geschäftswelt erhebliche Vorteile bietet. Die hiesige Kammer befürwortete ebenfalls die Gnführung von PostanweifungSumschlägeu für das Reichsgebiet.
8. Berechnung der Fracht für Stückgut. Rach § 1 des Deutschen Eisend ahn-Gütertarifs Dell L Abt. B werden Sendungen unter 20 Kilogramm für 20 Kg., das darüber hinausgehende Gewicht wird mit 10 Kg. steigend so berechnet, daß je an gefangene 10 Kg. für voll gelten. Die Handelskammer Brandenburg beantragte wegen der hierin liegenden Unbilligkeit, bei Stückgütern, die mehr alS 20 Kg. wiegen, für die Frachtberechnung das wirlliche Gewicht zu Grunde zu legen und nur die Geldbeträge aus volle 10 Pfennig nach oben abzurunden. Dieser Antrag fand auch die Unterstützung der hiesigen Kammer.
9. Erlaß eines Waren ha uSsteuergesetzes in Hess en. Von mehreren Abgeordneten ist im Landtage eine Anfrage an die Regierung gerichtet worden, ob die Erhebungen betr. Einführung der Warenhausstener in Hessen abgeschlossen seien und ob die Regierung demnächst eine diesbezügliche Vorlage den Ständen unterbreiten würde Die Kammer hielt die Einführung einer Warenhaussteuer nicht für ein geeignetes Mittel, um die Kon
kurrenzfähigkeit der Kleinhändler gegenüber den Warenhäusern zu heben und erllärte sich mit Rücksicht auf die Erfahrungen in andern Staaten gegen den Erlaß einer derartigen Sonderbesteuerung.
10. Sitzungen der Handelskammer: Ein Antrag, in Zukunft die Sitzungen der Handelskammer öffentlich abzuhalten, wurde ab gelehnt.
11. Revision des Börsengesetzes: Die Kammer erllärte ihre Zustimmung zu einer Resolution der Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin betr. Revision des Borsen- gesetzes und des Börsensteuergesetzes, in der u. a. befürwortet wird:
a) Ausschluß des Einwands der Nichteintragung ins Börsenregister bei Börse.rtermingeschäften für Personen, die zur Zeit des Geschäftsabschlusses berufsmäßig Börsen- oder Bankiergeschäfte betriÄen haben, oder $ttm Bestech einer Börse zugelassen waren,
b) Beschränkung des Einwandes der Nichteintragung und des Spieleinwands auf 6 Monate,
c) Ausschluß der Rückforderung des Geleisteten bei den untersagten Termingeschäften,
d) Zulassung der Gewinn- und Verlustauftechnung bei Anfechtung von Börsengeschäften.
12. Unter den Eingän gen sind folgende zu er- ivähnen:
a) Statistisches Handbuch für das Gvoßherzogtum Hessen 1903.
b) Die Oberweser im letzten Jahrzehnt von Dr. Matter- hausen.
c) Bericht über die 7. ordentliche Hauptversammlung des Verbandes selbständiger öffentlicher Chemiker Deutschlands.
d) Prvtollill des 1. Kongresses deutscher Agenten.
e) Bericht über die Mitgliederversammlung des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft.
f) Bericht über die 2. ordentliche Mitgliederversammlung des Bundes deutscher Nahruugsmittelfabribrnten und -Händler.
g) Denkschrift der Handelskammer Mainz betr. die Errichtung einer Reichsbankhauptstelle in Hessen.
h) Eingabe der Handelskammer Göttingen, betr. Divi- dendenverbot der Konsumvereine.
i) Eingabe des Berg- und hüttenmännischen Vereins zu Wetzlar betr. Ermäßigung der Fracht für Msenerze und Koks.
k) FortbildüngSschulzwang für jugendliche weibliche Handlungsgehilfen into Lehrlinge.
l) Veröffentlichungen des Deutschen Verbandes für das Kausm. UnterrichtAwesen.
m) Jahresbericht des Verwertungsverbandes deutscher Spiritusfabrikarrten und der Zentrale für Spiritus- Verwertung.
n) Deutscher Handelstag: Bericht über die Ausschußsitzung vom 5.—6. Dezember 1902, Denkschrift über Kartelle.
o) Handbuch der deutschen Levante-Linie.
p) Reichs-Adreßbuch 1902/03.
q) Von zuverlässiger Seite sind der Kammer vertranllche Berichte über den Handelsverkehr mit Rumänien (Häute), die Bereinigten Staaten, Br asilien (Liste deutscher Firmen in Rio de Janeiro), über den amerikanischen Fleisch- und Dabaktrust, über Mängel bei der Verpackung von AuSfnhrsendnngeu, über zweifelhafte Firmen in England, Holland, Belgien, Ungarn, Spanien, Rußland, Aegypten ^gegangen.
Die Eingänge können während der üblichen GeschäftS- stunden im Sekretariat der HaudelZkammer etugeseheu werden.
Die Jahresberichte der Firmen sind biS setzt rare in «ringer Zahl errtgegangen. Um bet der Abfassung oeS Jahresberichtes nicht länger behindert zu fein, ersucht die Handelskammer die mit der Beantwortung deS Fragebogens rückständigen Firmen dringend, ihre Berichte tunlichst bald einzusenden.
Gerichtssaal.
Bom großen Berliner Knrpfuscher- prozeß erwähnten gestern bereits, daß vor der neunten Strafkammer des Landgerichts zu Berlin am 2 d. MtS. ein großer Kurpfufcherprozeß begonnen hat. Von den fünf Angeklagten sind nur drei zur Stelle, der frühere Apothekergehrlfe Franz Josef Nardenkötter, der Apotheker Reinhard Mesper zu Frankfurt a. M. und der praktische Arzt Dr. Otto Kron heim. Der gleichfalls an geklagte Dr. Otto Kuthermann ist flüchtig geworden, ebenso der
jetzt in Brüssel weilende praktische Arzt Dr. F Heymmw. Nardenkötter ist 1898 nach Berlin gekommen und hat den Verschleiß von Heilmitteln in großem Maßstabe und unter Anwendung einer gewaltigen Rellame betrieben. Sein jetziges Vermögen beträgt ca. 70000 Mk. Klesper ist ein Schwager Nordenkötters und jetzt Rentier in Frankfurt am Main. Er hat früher eine Apotheke in Fritzlar besessen und alle Rezepte von Nardenkötter erhalten. Dr. Otto Kronheim ist anfangs des Jahres 1901 in das Institut des Nardenkötter ein getreten. Nardenkötter hat sich wegen Betruges, unlauteren Wettbewerbes und. Vergehens gegen die Gewerbeordnung zu verantworten. KleÄ>er und Kronheim sind der Beihilfe zum Betrüge und unlauteren Wettbewerbes angellagt. In Berlin hat er das „Reffen" in großem Maßstabe inszeniert und dazu nicht nur große Zeitungsinserate zu Hilfe genommen, sondern Zeitungen auch noch Rellamezettel beigelegt, in welchen er in bom- bastsscher Weise fene Heilkunst anpries und sichere Hllfe bei allen von Aerzten aufgegebenen Fällen versprach. Mese Rellamezettel begannen mit der fettgedruckten Ueber- schrift: „Nicht-lesen kann von großem Nachteil sein, also Lesen wichtig für jedermann. Wo noch Leben, da Hoffnung! Wer leidet, findet Hilfe!" Unterzeichnet waren diese Zettel mit „Nardenkötter, Spezialist, Chemiker und Direktor eines chemischen Laboratoriums, Berlin N, El- sässersttaße 25 a." Auf der Rücksette der Reklamezettel war gleichzeitig eine ganze Reihe von Präparaten angepriesen, welche eine Firma, die den Namen der Eheftau des An gellagten führte, anfertigte und zu kolossal hohen Preisen anbot. Nardenkötters Rellamebroschüre wird vollständig zur Verlesung gebracht. Eine Jahresstatistik verzeichnet von 100 Patienten „79 Geheilte, 14 wesentliche Besserung 3 wenig Besserung und 4 ohne Erfolg". Hervorgehoben wird, „daß dieses günsttge Resultat sich ausschließlich nur auf solche Patienten bezieht, die in Wirklichkeit unretttbar verloren gewesen wären, wenn sie nicht der blinde Zufall mit meinem Heilverfahren bekannt gemacht hätte, das ihnen in letzter Stunde zu einem Rettungsanker werden fallte". Interessant ist eine Stelle in der Broschüre, in der Nardenkötter von den Aerzten als Vampyren und unverschämten Schwindlern spricht. Der Angellagte verteidigt sich und hält alles, was in der Broschüre steht, aufrecht und bleibt dabei, daß seine Methode Heilung bringe, ohne die Menschen zu vergiften. Der Vorsitzende erwidert, daß der Angellagte Quecksilber, Jod, Arsenik und andere Gifte in solchen Mengen verarbeite, daß er damit die ganze Stadt Berlin vergiften könne. Die Patienten mußten erst für Broschüre und Fragebogen 5 Mk., dann für Medikamente 4 bis 19 Mk., dann noch für weitere Behandlung 45 bis 90 Mk. zahlen. Nardenkötter stand immer mtt Apothekern in Verbindung. Nach Annahme der Aull age hat Nardenkötter in letzter Zeit alle Rezepte „bade- toaitnentoeife" an gefertigt, und da er sie nicht selbst abgeben durfte, en gros nach Fritzlar gesandt, und von dott unter der Flagge des „Dniglich-privilegierten Apothekers" an die Patienten schicken lassen. Wie der Präsident bemerkte, herrschte eine grenzenlose Unordnung bei dem Angeklagten. Die stärksten Gifte wurden in der Küche aufbewahrt, ferner auf dem Hängeboden unter altem Gerümpel. Im Äavier hat sich eine Legion von Pillen gefunden. Die Herstellung war so primitiv, daß Nord en Atter dazu seine eigenen Küchengefäße und seine Badewanne benutzte. Die Diagnose will Nardenkötter gemeinschaftlich mtt Dr. Kuthermann gestellt haben. Nardenkötter hat im letzten Jahre ein Eu> kommen von 160000 Mk. versteuert. Unter den medizinischen Koryphäen Berlins aieüt es nur 2, die ein höheres Ernkommen aufznweisen haben; und nur 4 kommen ntü einem Einkommen von 140—160000 Mk. den Einnahme« deS Kurpfuschers annähernd gleich lieber 100000 Mk Einkommen haben in Berlin überhaupt nur 11 Aerzte. In Tharlottenburg übersteigen die ärztlichen Einkommen über- hauvt nicht die 90000 und über 50000 ML haben nur 9 Aerzte.
Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage.
Israelitische Religilmsgememde.
© a m 81 a g, den 7. Februar 1903.
Vorabend 5.15 Uhr. Morgens 9 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterllärtmg.
Sabbathausgang 6J5 Uhr.
Hottrsbirrck der israelitischen Veligionsgesellschast.
Sabbathfeier am 7. Februar 1903.
Freitagabend 5.00 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr.
Nachmittags 3JO Uhr. Sabbnthausgang 6.15 Uhr.
Wochengottes dienst: Morgens 7,00 Uhr, abends 5.00 Uhr.
liebenswürdige Tugend. Frl. W. schuf ein in seiner still- bescheidenen Hllflostgkctt rührendes Frauenbild. Recht zu statten kam ihr für diese nach deS Dichters Vorschriften noch sehr jugendliche Gestalt das Halbkindliche ihrer Redeweise, weniger die anmutende Befangenheit ihres hübschen Talentes.
Mtt dem Anstand, den er hat, stellte Herr Steinert den Almirante des Königreichs etwas spießbürgerlich dar, und Herr v. Stahl bestand als liebenswürdiger Don Gar- ceran in Ehren. Frau Schmidt war ja eine sehr viel ältere Schwester der Rahel, brachte aber den ernsten und überlegten Ton der philosophisch angehauchten Esther zu voller Geltung. Ein in jeder Miene und Bewegung waschechter, dem Geiste der Grillparzer'schen Pattie ausgezeichnet entsprechender Isaak war ein zweiter Gast des Abends, Herr Orlop.
Die Stände von Kastilien erinnerten in ihrer Haltung an sarmattsche Granden zur Zeit deS seligen Attila, und hier und da fehtte es bei der Gesamtrepräsentatton an Tönen und Farben, an Schwung und Wärme. Man wurde recht sehr daran erinnert, daß die hohe Tragödie auf der Bühne unseres Theaters nur ein Feiertagsgast ist. Im ganzen verlief aber doch die Ausführung recht glatt und kam durch kleine Schwankungen nicht »eiter in Bedrängnis. -tt-
Frankfurter Stadttheater. Im Repertoire des Schauspiels ist eine kleine Verschiebung notwendig geworden, durch welche die zu Wilhelm Jordans 84. Geburtstag angesetzte Vorstellung von des Dichters Lustspiel „Durchs O htt", sowie die gleichzeitig angekündigte erste Ausführung des einaftigen Dramas ,Lst Mitleid Sünde" von Auna Hill erst am Montag den 9. Februar gegeben werden. Am Freitag, 6. Februar gelangt dafür Frey- tags Lustspiel „Die Journalisten" zur Aufführung.
Adolf Fah führte seine Geschichte der bildenden Künste in einer dritten Lieferung der 2. Auflage (Freiburg, Herder. S. 131—192) von der Plastik und Vtttterei
der griechischen Kunst fort zur italienischen Kunst. Wir haben das verdienstvolle Werk an dieser Stelle bereits wiederholt erwähnt und empfehlen es auch heute wieder zur Anschaffung.
Das Februarheft der Monatsschrift „5E)ie Fran" (herausgegeben von Helene Lange, Verlag W Moeser Buchhandlung, Berlins enthält einige aktuelle Beiträge. So weist die Herausgeberin in einem Artikel „Frauenfrage- Dilettantismus" die Angriffe zurück, die ein jüngst erschienenes Buch: „Frauenbewegung und Mädchensuchul-> reform" von Harro Schmitt gegen die Frauenbewegung richtet. Ein Arttkel von Gertrud Bäumer behandelt die Frage der Zulassung von Frauen zur lokalen Schulverwaltung. Es werden hier zum erstenmal die für diese Frage in Bettacht kommenden Bestimmungen des Auslandes und der deutschen Bundesstaaten zusammerrgestellt. Dr. Robert Wilbrandt beleuchtet unter dem Titel „Frauen im Staatsdienst" die Lage der Frauenarbett im Post- und Eisenbahndienst. Endllch dürfte rwch ein Essay „Die Frau und die Ehe im Licht der Naturwissenschaft" von Interesse fein. Er behandelt unter dem durch den Titel bezeichneten Gesichtspunkt das jüngst vollendete, auch von uns wiederhott erwähntt, bei Diederichs in Leipzig erschienene hochinteressante Buch von Bössche: „Das- Liebesleben in der Natur." Der belletristische Teil bringt eine Gvoßstadtstudie der bekannten Schriftstellerin E. Vely. Eine Skiztze üben KLkhe Kollwitz (mit Abbildung), ein Artikel von Dr. med. Franziska Tiburtius „Finnland als Sommerfrische",^ sowie die üblichen Mitteilungen aus der Frauenbewegung, über Erwerbstättg- kett und neu erschienene Bücher vervollständigen das reichhaltige Heft.
Aus der Damenspende deS Berliner Presseballs 1903.
Sei groß genug um ohne Prunken stolz
Und stotz genug, um eitel nicht zu sein.
W. Jordan.
Wollt ihr für die Damenspenden Mir nicht einmal — Damen senden? ~ Rosegger.
Gläubig hab' ich ansgeseh'n
Einst zu allen hohen Worten —
Ach, ich fand doch allerorten
Nur ein trüblicb Mißversteh'n!
Jetzt, vertraueno mehr dem Blni.
Dünkt das Wort mir bloß zum Spiele — Im Verschwieo'nen ruh'n bte Ziele — Und so leb' ich klug und gut! . e
Georg Reicke.
(Der neue Berliner IL Bürgermeister.) Beitrag zu den ^Dichtergrüßen".
. . . Wenn Du einen Dichter schaust, Sag', ich laß ihn grüßen.
Paul Lrndau.
Klagst du, Poet, zu eng fet*§ doch bestellt Für all dein Frauenlob — um diesen Raum; Bedenk', ein Arutterherz ist großer kaum Und hett>ergt doch von Liebe eine Welt!
Richard S ch m i d t - Ea b anr S.
Poeten mögen wundervoll Das Lob der Freundschaft fingen. Mit aröß'rem Rechte aber soll Der Freundschaft Lob ecklingen. So paradox auch dieses scheint, M doch Begründung möglich: Nie wird man angepumpt vom Feind, Vom Freunde aber täglich. . ...
Alexander Moszrowskr.
Trinkspruch an meinen Sohn.
Werd mir nicht mürbe — kämpfe Dich durch, Bleib mir ein fester, lachender Bursch.
Schreit durch die Jugend als Stürmer und Dränger, Werd mir als Mann nicht bang und banges Hilf, roetm Du kannst - nnb pfeif auf den Tank:
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