er
des
** Au s dem Theaterbureau.
(„Ser Registra-
or auf Reisen.")
Edmund Schmasow vom Hoß
und wie des
Königs Georg hält auch heute an. Der heute mittag 12 Uhr ausgegebene Krankheitsbericht hat folgenden Wortlaut: Der König ist seit vorgestern Abend fieberfrei. Dre Nachtruhe war zwar durch Hustenanfälle noch mehrfach gestört, doch hat der König einige Stunden ruhig geschlafen. Der Appetit hebt sich langsam. Die Herztätigkeit ist zufriedenstellend.
Karlsruhe, 3. Jan. Die „Karlsruher Ztg." erklärt halbamtlich die Meldung eines Münchener Blattes, ein Antrag des Staatsministeriums auf Zulassung von Klöstern liege dem Großherzog vor, für unbegründet.
Stuttgart, 3. Jan. Der König begiebt sich, laut „Schwäb. Merkur", zum Geburtstagsfest des Kaisers nach Berlin.
Straßburg, 3. Jan. Durch kaiserlichen Erlaß vom 29. Dezember vorigen Jahres ist der Staatssekretär Staatsminister v. Köller zum Kurator der Kaiser Wilhelm- Universität ernannt worden. Der Staatssekretär hat zu seinem Berichterstatter für die Bearbeitung der Kuratorgeschäfte .-den Ministerialrat Stadler berufen.
ländischen Meere folgen, bei welcher der Kronprinz Rom andere Hauptstädte besucht. Der Besuch in Rom wird, die „ National-Zeitung" erfährt, nicht mit demjenigen deutschen Kaiserpaares zusammenfallen.
Dresden, 4. Jan. Die Besserung im Befinden
tragSkurS sind außer beim Hessischen Landwirtschaftsrar auch am Eingang in den Vortragssaal zu lösen. Der bisherige Umfang der Anmeldungen berechtigt zu der Annahme, daß ! auch der diesjährige Kurs in Mainz sehr stark besucht werden ’ dürste.
„Orpheum" findet, wie aus dem Inseratenteil ' unseres Blattes ersichtlich ist, am Dienstag den 6. Januar > der erste Maskenball, verbunden mit Preisverteilung und Variete-Vorstellung, statt. Die täglichen Vorstellungen bieten ein abwechselungsreiches und gutes Programm; ganz besonders möchten wir auf die Leistungen des Mimikers Merkel aufmerksam machen. Ein Besuch des EtablisiementS kann nur empfohlen werden.
— Maß- und Gewichtsrevisionen. Bei den in den Landorten des Kreises Gießen in letzter Zeit durch die Polizeiorgane vorgenommenen Maß- und Gewichtsrevisionen sind viele Geschäftsinhaber zur Anzeige gebracht worden, well sie versäumt hatten, ihre Maße, Waagen und Gewichte rechtzeitig aichamtlich prüfen zu lasten. Die meisten Anzeigen mußten erhoben werden, weil die Geschäftsinhaber ungeaichte Gläser zum Messen von Flüssigkeiten benutzten. Man ist vielfach der Meinung, daß in Gast- und Schankwirtschaften gesetzlich zugelassene Gläser mit einem aufgeätzten oder ein» geschnittenen Strich und der Jnhaltsbezeichnung genüge; dem ist jedoch nicht so, es müssen vielmehr alle Flüssigkeitsmaße, die im Geschäftsverkehr verwendet werden, mit einem Alch- stempel versehen sein. Auch Gastwirte haben gehörig gestempelte Flüssigkeitsmaße von einem zur Prüfung ihrer Schankgefäße geeigneten Einzel- oder Gesamtinhalt bereit zu halten, ihre Schankgefäße vor deren Gebrauch damit zu unter- suchen, auch die ihren Gästen und Kunden verabreichten Quantitäten nachzumessen, im Falle dies verlangt wird.
** Säbel oder Pistole? Auf die Eingabe der Studentenschaft (auch der hiesigen), die Einschränkung der Duelle zwischen Studenten und Offizieren betreffend, ist jetzt vom preußischen Kriegsminister eine Antwort eingegangen, in der er die „erfreuliche Tatsache feststellt, daß es durch beiderseitiges korrektes Verhalten im allgemeinen bisher gelungen ist, steundliche Beziehungen zu einander herzustellen und zu erhalten. Umsoweniger — heißt es weiter — dürste daher jetzt Veranlassung vorliegen, bezüglich etwaiger Zweikämpfe zwischen Offizieren und Studenten besondere Vereinbarungen zu treffen. Das Duell an sich ist gesetzlich verboten. Im Hinblick hierauf kann ich zu einer formellen Regelung der Art und Weise eines Zweikampfes nicht die Hand bieten." Sodann verweist der Minister auf die Verordnung über die Ehrengerichte, in der die Mittel angegeben seien, um (Streitigfeiten zu vermeiden. Im übrigen müsse es jedem überlassen bleiben, seine Ehre zu wahren, denn jeder einzelne sei der Träger und Hüter seiner Ehre. In der Einsetzung eines gemeinsamen Ehrenrates auf den Hochschulen zum Ausgleich von Ehrenhändeln würde indesten der Minister einen erheblichen Fortschritt erblicken.
** Vom Wetter. Man möchte aus der Haut fahren, wenn man nicht fürchten müßte, diese schrumpfte bei der nasten Witterung derart zusammen, daß man nicht wieder hinein könnte — wenn man an das höchst unangenehme Wetter der letzten Tage denkt. Das soll nun Winter fein I Statt kalter Stürme, statt Eis und Schnee tobte besonders gestern mittag Bä auf Bö mit gewaltigen Regenmassen im Gefolge durch die Straßen, alles spiegelblank waschend und die tiefer gelegenen Stadtteile einer gelinden Ueberschwemmung aussetzend. Man könnte versucht sein, zu glauben, daß die Frühjahrswetterkrisis bereits eingesetzt hätte; denn am Samstag stieg der Thermometer auf -j- 8,6° C., und am Sonntag betrug während der herniedergehenden Wasternrasten die Wärme noch immer 5 0 C. Da ist es denn auch kein Wunder, daß allerlei Krankheiten die nicht ganz wetterfesten Leute befallen, oder sie doch zwingen, still zu Hause zu sitzen und auf die nassen Straßen hinab- und zum trüben Himmel hinaufzublicken, eine Beschäftigung, die nicht jedermanns Sache ist. Also in der Familie bleiben oder in die Kneipe wandern, oder aber mit Kind und Kegel das Konzert oder ein sonstiges öffentliches Vergnügen besuchen . . . Gott sei Dank, daß man das wenigstens konnte. So vertrieb man sich gestern die Zeit, so gut es ging; und als dann die, schon während des ganzen Tages herrschende Dämmerung endlich in die Nacht überging, als die Lampen und Lichter erloschen, fuhr man mit dem Gefühl zu Baue, daß man selten so schön schlafen könne, als bei einem solchen miserablen Wetter. Draußen aber lösten sich die Stürme mit ihren stoßweise herniedergehenden Wassermaffen in einen sanften und dichten Regen auf, der auch heute noch anhielt.
Eppertshausen, 2. Jan. Gelegentlich der letztem Feiertage gerieten mehrere junge Bürschchen von hier in einer Wirtschaft m Streit. Einer derselben biß im Verlaufe des- elben seinem Gegner einen Finger durch. Da er auch von einem Messer Gebrauch machte, ist Anzeige erstattet worden.
g. Allertshausen, 3. Jan. Hier opferte in der vergangenen Neujahrsnacht ein 21 jähriger Bursche durch das Schießen mit einer Pistole seinen rechten Zeigefinger. Er hatte seine Pistole überladen, welche infolgedessen beim Ab- chießen sprang, und dabei zwei Glieder von dem Finger abriß und das dritte Glied zerfetzte. Der leichtsinnige Bursche mußte sofort einen Arzt aufsuchen, der die übriggebliebene Hälfte des dritten Gliedes auch noch entfernte.
e. Bad Nauheim, 3. Jan. Am Neujahrstage ver- arb hier nach kurzem, schweren Leiden der Schriftsteller Wilhelm Wagner. Der „Wett. Anz." widmet dem Da- hmgeschiedenen folgenden Nachruf: „An seiner Bahre trauern nicht nur seine Angehörigen, sondern, wir dürfen wohl sagen, ganz Nauheim. Er war ein treuer Sohn seiner Vaterffadt und sein ganzes Dichten und Trachten ging darauf hinaus, Nauheims Ruhm zu verbreiten. Sein bedeutendstes Werk, die Chronik Nauheims, hat viel Anerkennung gefunden, und auch durch eine Reihe von dramatischen Arbeiten und kleineren Erzählungen, die fast sämtlich in Nauheim spielen, hat er sich einen guten Namen in der Schriststellerwelt gemacht. Als Korrespondent war er für eine Reihe von größeren Zeitungen tätig und als solcher emsig bemüht, die Augen der Außenwelt immer wieder auf Nauheim hmzulenkern Ganz besonders rühmend muß seine Tätigkeit als Leiter oc» Verkehrsbureaus hervorgehoben werden. Unermüdlich war er in diesem Amt und ganz gewiß ist seiner regen ^augkeu ein wesentlicher Teil des Aufschwungs zu verdanken, den
mit heyn Stimmen über bat Raöwrlerr Arbbard. Zu den Gewählten gehören, "ferner Ministerpräsident CombeA, welcher seinen bischerigen Sitz in Charente inferieure mit Zweidrittel-Mehrheit behauptete, aber gleichzeitig auch in Corsica an Stelle des auf eine Wiederwahl verzichtenden Hebrand gewählt ist. Fincuizminister Rouvier ist in den Seealpen gewählt. Wiedergewählt sind Pehtral, Pauliat und Maurice Henri' Ricard, dagegen ist der frühere Minister des Aeußern Gabriel Hanvtaux durch gefallen; es fehlten ihm über 200 Stimmen. In den Departements Finistöre uni> Cotes du Nord behaupteten die Reaktionäre ihre zehn Sitze, darunter Admiral Cuverville und Prevost de Launay. Unterlegen sind der Radikale Joseph Fabre und der Gemäßigte Rambaud, ehemaliger Minister unter Msliue.
Gießen, den 5. Januar 1903.
** Der Abdruck des von uns iu der letzten Nummer des Gieß. Anzeigers augekuudigteu RomauS vou B. M. Croker „Siue vrrhäuguisvolle Fahrt" muß leider hinaus, geschoben werden, da iu letzter Minute und, nachdem der Kontrakt bereits abgeschlossen war, Schwierigkeiten mit den Autoren entstanden find. Wir bitten unsere Leser, diese Verzögerung zu entschEgeu.
** Hofnachrichten. Die Hinreise S. K. H. des Groß Herzogs nach Indien hat sich sehr günstig gestaltet. Emer soeben in Darmstadt eingetroffenen brieflichen Meldung von der Reise aus Aden, 21. Dezember 1902, entnimmt die „Darmst. Ztg.": „S. K. H. der Großherzog sind heute 4 Uhr nachmittags nach sehr guter Reise hier angekommen und werden nach wenigen Stunden Aufenthalt die Reise nach Bombay fortsetzen. S. K. Hoheit befinden sich im besten Wohlsein. Die gewöhnliche Hitze bei der Fahrt im Roten Meer wurde durch günstigen Wind sehr gemildert.
** Der Zweiten Kammer ist ein Antrag der Abgeordneten Erk und Bähr, betreffend Verlegung der Haltestelle Ranstadt an der Linie Gießen—Gelnhausen zugegangen. Der Antrag geht dahin, „die Großh. Regierung zu ersuchen dahin zu wirken, daß die Haltestelle Ranstadt an der Oberheflischen Eisenbahn an die Straße Ranstadt—Ober- Mockstadt, nahe dem Bahnübergang verlegt werde".
-Eisenbahnunfall. Die beim Ausladen von Kleinschlagmaterial aus Wagen eines Arbeitszuges vor der Einfahrt in den Bahnhof Gießen (Oberhessischer Teil) beschäftigten Arbeiter Bonarius (Vorarbeiter) aus Großen-Buseck und Schäfer aus Wieseck wurden durch eigene Unvorsichtigkeit von dem im anderen Gleise fahrenden von Gelnhausen kommenden Personenzuge erfaßt und so schwer verletzt, daß der eine (Schäfer) — nach Verbringung in die Klinik — alsbald seinen Geist aufgab, der andere schwerlich mit dem Leben davonkommen wird.
♦* Besitzwechsel. Die Besitzung der Geschwister Körner, Neustadt 71 (Körners-Garten an der Westanlage) ging durch Kauf für 60 00u Mark an den Bauunternehmer Winn über, welcher das große Gelände baulich ausnutzen wird. Durch diesen Besitzwechsel ist der Gedanke, von der Westanlage nach der Bahnhofstraße eine weitere Querstraße zu schaffen, em weiteres Stück vorangekommen.
♦* Tierschutzverein. Tie 28. ordentliche Hauptversammlung des Tierschutzvereins für das Großherzogtum Hessen ist Mittwoch, 18. Februar, nachmittags 2 Uhr, im Saale des „Schützenhofes" zu Erbach u O. mit folgender Tagesordnung: 1) Protokoll! der letzten Hauptversammlung 2) Rechenschaftsbericht für 1902. 3) Rechnungsablage für 1901. 4. Kassenbericht für 1902. 4) Voranschlag für 1903. 5) Anträge des Anschusses. 6) Etwaige Anträge der Mitglieder. 8) Vortrag M Herrn Lehrer Schäfer aus König: ,L»as muß geschehen, um die nützlichen Vögel besser zu schützen?"
D. Der Lokomotiv-Beamten-Verein Gießen beging am Samstag abend im Leib'schen Saale sein siebentes Stiftungsfest. Die Feier begann mit einer Ansprache des Präsidenten, Herrn Dotzenrodt. Er gab zunächst feiner Freude über die zahlreiche Beteiligung, namentlich auch eitens der Vorgesetzten, Ausdruck und ließ fobann die wichtigeren Ereignisse des verflossenen Vereinsjahres Revue paffieren. Redner schloß mtt einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Bauinspektor Schmidt dankte hierauf namens der Gäste für die freundliche Einladung, der alle um so reudiger gefolgt seien, als die Grundsätze und Haltung des Vereins von ftüheren Jahren her in bestem Rufe stünden. Das im Programm vorgesehene lebende Bild mußte leider wegen Erkrankung mehrerer Mitglieder wegfallen, dafür ent» chädigten die Festteilnehmer ein elegant und effektvoll durchgeführtes Theaterstück: „Veni, Vidi, Vici“, das den Mitwirkenden alle Ehre machte, sowie einige Kouplets des Herrn Straub, die reichen Beifall fanden. Ein Ball bildete den Abschluß des ftohen und amüsanten Abends.
Ausland.
Rom, 4. Jan. Hier cirkulieren neuerdings ungünstige Gerüchte über das Befinden des Papstes. Derselbe soll an großer Schwäche leiden und haben deshalb gestern allgemeine Audienzen nicht stattgefunden, es wurde lediglich Kardinal Rampolla empfangen. — Wie im Vatikan versichert wird, hat Prinz Max von Sachsen die Weisung erhalten, vorläufig weitere Versöhnungspersuche zwischen dem sächsischen Kronprinzenpaare zu unterlassen, damtt die Tätigkeit des vom Könige eingesetzten Ehescheidung^gerichtes nicht gestört werde.
Paris, 4. Jan. Gelegentlich des Neujahr empfang es dementierte Waldeck Rousseau feinen Freunden gegenüber das Gerücht, wonach er beabsichtige, die Zügel der R^ geirung wieder zu übernehmen. — Eva Humbert hat in ben letzten Tagen zahlreiche Heiratsanträge erhalten'. Tie Briefe wurden ihr durch Vermittelung des Untersuchungsrichters zugestellch,
Konstantinopel, 4. Jan. Man glaubt im Palais nicht an die Aufrichtigkeit der Wartungen des Grafen Lamsdorfs an die Balkanstaaten, sondern scheint den Ausbruch von ernsten Unruhen in den nächsten' Monaten £u erwarten. Ein geheimes Zirkular wurde an alle Valis und Militärkommandanten von Anatolien versandt, marin ihnen befohlen wurde, die Bevölkerung und die Soldaten auf die Möglichkeit eines Krieges vorzubereiten. Ein Zeichen ibcr Stimmung der Bevölkerung in Maeedvnien ist, daß in Ueshueb die Anschläge des Bali mit der Aufforderung an Christen und Türken, sich zum (Eintritt in das Polizeikorpö zu melden, überall weggerissen wurden und die türkische Bevölkerung den Konco5 'bedrohten.
Deutsches Deich.
Berlin, 4. Jan. Der Kaiser sprach geftem morgen beim Reichskanzler vor unb hörte später un königlichen Schlosse den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts. Bor der Mittagstafel empfing der Kaiser den Oberstleutnant Frhrn. v. (£nbe, der die Orden seines verstorbenen Schwagers des« Geheimrats Krupp zurückaab.
— Der Verein preußischer VolkSschullehre- ritrnen trat gestern in Berlin zu einer Sitzung zusammen, die aus allen Provinzen sehr zahlreich besucht war. Nach eingehenden Referaten wurde eine Reche von Leitsätzen angenommen, die die Notwendigkeit einer besseren Besoldung der Volksschullchreriwnen betonen. U. a. wurde verlangt, daß alle GrundgeMter, die unter 77 Prozent vom Lehrer- grundgehalt stehen, zu erhöhen und die Grundgehälter von 700—800 Mark an der Hand der örtlichen Teuerungsverhältnisse dahin zu prüfen sind, ob dieselben überhaupt eine ausreichende Ernährung ermöglichen. Die Aäietsentschädi- gung soll so hoch bemessen werden, daß sie der Lehrerin Die Führung eines eigenen Haushaltes ermöglicht.
— Der Bundesrat genehmigte in der letzten Sitzung die Ausschußberichte über die Etatsentwürfe für den Reichshaushaltsetat pro 1903, 1. über den allgemeinen Pensions- sonds, 2. für das Reichsmilitärgericht. Gleichfalls genehmigt wurden die Ausschußberichte über die Entwürfe der Etats der Marineverwaltung, der Verwaltung des Reichsheeres, des Reichsamts des Innern, der Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung und des Reichsschatzamts zum Reichshaushaltsetat für 1903.
"— In der Wandelh alle des Reichstags fand am Samstag, ein Festabend des Vereins Berliner Presse zum Besten feiner Wohltätigkeitskassen statt, an dem u. a Prinz Joachim Albrecht von Preußen, General von Hahnke, Landwirtschaftsminister von Podoielski, Handelsminister Möller, der Staatssekretär des Reichsschatzamts von Thielmawn, Staatssekretär Ätätfe, Präsident Graf Ballestrem und viele Offiziere des, Heeres/ der Marine und der Schutztruppen teilnahmen. Während der erste Teil des Wends rein künstlerischen Darbietungen gewidmet war, darunter Kompositionen des Prinzen Joachim Albrecht, wurde der zwette Teil durch ein Promenadenkonzert ausgefüllt.
— Die Rückkehr der deutschen Truppen. Das Wolff'sche Bureau meldet aus Shanghai vom 2. Jan.: Unter lebhafter Teilnahme der deutschen und übrigen auswärtigen Niederlassungen, sowie der Konsulate und sämtlicher Behörden erfolgte heute nach einer Ansprache des Generalkonsuls Knappe die Einschiffung der letzten deutschen Truppen.
— Der'angekündigten Reise des Kronprinzen nach Petersburg wird im Frühjahre eine Seereise im mittel-
theater in Kassel gastiett am Dienstag hier zum zweiten und letzten Male als „Cäsar Wichtig". — Die „Berliner Börsen-Zeitung" schreibt am 6. Juli 1901 über Herrn Schmasow: Im Theater des Westens feierte man gestern abend ein sehr vergnügtes Wiedersehen. Einer unserer liebsten Bekannten und zugleich einer der lustigsten Gesellen aus den besseren Tagen der Berliner Lokalposse, „Der Registrator auf Reisen", machte dott dem Publikum nach längerer Zeit wieder einmal seine Aufwattung, und sein behäbiger Humor erweckte wieder, wie ehemals, den lauten Jubel des vollen Hauses. „Der Registtator auf Reisen" darf in der Tat zur Kategorie jener nicht gerade sehr zahlreichen älteren Lokalpossen gerechnet werden, die Farbe gehalten haben. In der gestrigen Aufführung wenigstens waren dem alten Herrn seine etwa 30 Jahre nicht allzu sehr anzumerken. Der harmlos muntere Witz und die etwas derbe aber ungesuchte Situationskomik, die ihm von seinen beiden Vätern, den Herren Gustav Moser und Adolf L'Arronge, auf seinen Lebensweg mitge- geben worden sind, wirkten gestern beinahe noch ebenso frisch und unmittelbar, wie in den Jugendjahren des Registrators, die bekanntlich in die Glanzzeit des Wallnertheaters fielen. Des alten Helmerding prächtigen „Registrator Wichtig" wird, wer ihn gesehen, gewiß heute noch im Gedächtnis haben. Auch Herr Edmund Schmasow, der gestern im Theater des Westens den Wichtig gab, scheint Helmerdings Registrator wohl gekannt zu haben. Wenigstens erinnert fein Gestenspiel und auch seine GesichtSmimik mehr als einmal ganz an die Art des alten Helmerding. Daneben aber gab es an Herrn Schmasows Registrator doch viel Eigenes und Originales zu öelachen, so namenttich im zweiten Akt, wo Cäsar Wichtig ich einen kleinen Haarbeutel zulegt. So ein gemütlicher „Schwips" läßt sich kaum drastischer und natürlicher veran- chaulichen als das gestern Herrn Schmasow gelang, der sich dabei von jeder Uebertreibung fern hielt.
** VortragSkurs für praktische Landwirte in Mainz. Die Eröffnung des Kurses findet Mittwoch, den Januar d. I., vormittags 9.15 Uhr, im großen Konzertaal der Mainzer „Liedertafel" (Große Bleiche) statt. Der Beginn der Votträge ist für alle Vortragstage (vom 7. bis 10. Januar) auf 91/» IW festgesetzt. Karten für den Vor-


