Nr. 283 Zweites Matt« 153. Jahrgang
Freitag 4.Dezember 1903
Erscheine ILgNch mit Ausnahme der Sonntag-.
Di, „Siebener Kamllienblätter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Gießener Anzeiger
verantwortlich für den allgemeinen Sdfc
P. Wittko; sür den An-eigentetlr H. V«L
Rotationsdruck und Verlag der vrü hk lch« Unwersttätsdruckerei (Pietsch Erbens Gtetzm»
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Are Heutige Bummer umfaßt 10 Seiten-
Kckannlmachung.
Die am 2. November lf. Js. angeordnete Sperre der Wetz st ein st raße und der Wetzsteingasse, zwischen dem Gäßchen ,Auf der Backsi und der Kirchstraße, wird hiermit aufgehoben.
Gießen, den 3. Dezember 1903.
Großherzogliüies Volizeiamt Gießen.
Hechler.
Dclranntmuchung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß unsere Gerichtsschreibereien täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von vormittags 10 bis 12 Uhr für die Rechtjuchenden geöffnet sind.
Als Amtstage für die Einwohner des Stadtbezirks Gießen werden außerdem Dienstag, für die Einwohner des Landbezirks Mittwoch vorbestimmt.
Die Dienststunden des Grundbuchamts sind auf Mittwoch von 10 bis 12 Uhr festgesetzt.
Gießen, am 2. Dezember 1903.
Großherzogliches Amtsgericht.
Kckannlmachung.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß
Samstag, den 5. Dezember 1903
wegen Ablebens des Herrn Bezirkskasslers Dieter der Zahltag bei Großherzoglichcr Bezirkskasse Gießen II. ausfällt.
Gießen, den 3. Dezember 1903.
Der Großherzogliche Kontrollbeamte der Lokalkaffestellen des Bezirks Gießen.
S ch u d t.
Ieutschcr KriHst«g.
Berlin, 3. Dcz. Nachdem heute vormittag für die Ncichstaasabgeordncten in der Dominterimskirche und in der Eath. Hedwigsk.rche ein Gottesdienst abgehalten worden war, wurde mittags um 12V« Uhr >m L-elßen Saale des kg l. Schlosses der Reichstag eröffnet. Anwesend
Ire Tyronrede.
Die Presse spricht sich fast durchweg günstig über die Thronrede aus, mit der der neue Reichstag vom Reichskanzler eröffnet wurde. Die „Kreuzztg^" hebt das nüchterne Gepräge hervor, das über den Ernst der Sachlage nicht hinweg täuschen dürfe. Tie bürgerlichen Parteien dürften nicht vergessen, daß sie die Pflicht hätten, gegen die Umsturzgelüste der Sozialdemokratie zusammenzuyalten. Auch der „Reichsbote" spricht den Wunsch aus, daß die Reichsfreudigkeit, wie sie in früheren Jahren bestand, Wiederkehre und die nationalen Parteien sich ihrer Pflicht der Einigung gegenüber den Bestrebungen der Sozialdemokratie erinnerten und zur positiven Stärkung des Reiches zusammen schließen. Der „Deutschen Tagesztg." ist das, was in der Thronrede steht, diesmal überraschender, als das, was darin fehlt. Das Matt vermißt zunächst jede Andeutung über den Gang der Handelsvertragsver- handlungen und vermutet, daß aus diesem Schweigen der Schluß gezogen werden dürfe, daß zur Hoffnung auf ihre «gedeihliche Entwicklung kein allzu starker Anlaß vorliegt Am meisten aber vermißt das Matt eine Bemerkung über die Notlage der Landwirtschaft, wo es doch so nahe gelegen hätte, bei der Erwähnung der Handelsverträge die Zusicherung zu geben, daß die Reichsregierung alles tun werde, um die der Landwirtschaft gegebenen Versprechungen zu halten. Die „Staatsbürgerzeitung" hält es für bedenklich, die Frage der Festsitzung der Friedens- Präsenz zu verschieben und damit im. Auslände den Anschein zu erwecken, als ob man bei uns der starken Entwicklung unseres Reichsheeres zurzeit wenig Fürsorge zuwende. Die Germania" bezeichnet als einzigste Ueberraschung die Ankürrdigung eines Gesetzentwurfes betr. die anderweitige Ordnung des Finanzwesens im Reiche und nimmt an, daß in diesem Abschnitte über die Fortführung der sozial-polr- tischen Gesetzgebung auch die Arbeiter-Witwen- und Warsen- verjicherung einbegriffen ist. Die „T ä g l i ch e R u n d - schau" nennt die Thronrede ein fleißiges, sorgfältig aus- aearbeitetes Aktenstück, mehr sei sie aber nicht. Tas Matt gilaubt, daß die Handelsvertragsverhandlungen, da dre Throlrrede darüber nichts enthält, noch recht im Felde liegen. Tie „Berliner Neuesten Nachr." meinen, m punkto Sozialpolitir wäre angesichts. der jüngsten Entwick- lunaen der Sozialdemokratie wohl ein Wort über diese schlimmste Wunde am gesellschaftlichen und Staatskörper angebracht gewesen. Auf eine kräftige unb ent,chlos sine Regierung lasse die Thronrede nicht gerade schließen, und insofern stimme diese Regierungskundg^bung mit der passiven Haltung der Regierung bei den ^Wahlen und sonst in der inneren Politik übere-iu. Auch dre „National- zeitung" bezeichnet als einzigste UeLerraschung die provisorische Recchsfilmnzreform, der der es sich anschemend nur um eine Aenderung der Frankensteinschen Klausel handle. Sympathisch wirke der warme E m dem Absatz, der sich auf die Fortführung der sozialen Gesetzgebung beziehe. Auch die „Vofsiscke Zeitung" spricht ,ich im aligemeinen sympathisch über die >bhiWnrede aus. Tem „Berliuer Tageblatt" gibt sie weder Anlaß zur Ent- rüüuna noch zur Begeisterung. Jedenfalls aber bedeute Heete Msag^gendas Scharfm«ch°rtum. Ti° „V o IIS* Leitung" hegt zu den Abgeordneten der Oppo,ition das y^rtrnupn büft sie Leben in die Parlamentär: chen Ver- Handlungen Lg n. Leben, aus dem Entfaltung der Bolts* ttäfte Schonung der Steuerzahler und fvzmle Errungen- schäften hervorsprießen. „
waren etwa 150 Abgeordnete aller Parteien mit Ausnahme der äußersten Linken. Der Reichskanzler, die Staatssekretäre und Vertreter der Bundesstaaten betraten paarweise den Saal. Neben dem Reichskanzler schritt der Vertreter Bayerns Graf Lerchenseld, neben Staatssekretär Graf Posadowsky der sächsische Gesandte Graf Hohenthal. Der Reichskanzler neben dem Thron stehend, verlas die Thronrede und erklärte den Reichstag für eröffnet, worauf der älteste der Anwesenden, der Abg. Rintelen das Kaiserhoch ausbrachte, in das die Anwesenden dreimal einstimmten. Dem Akte wohnten in der Hofloge eine Anzahl Mitglieder des diplomatischen Korps bei.
1. Sitzung vom 3. Dezember.
2 Uhr. Am Bundesratstische: Dr. Graf v. Posadowsky.
Alterspräsident v. Winterfeldt-Menkin: Meine Herren! Nach der Geschäftsordnung § 1 liegt beim Beginn der neuen Legislaturperiode dem ältesten Mitgliede der Ver- sanimlung die Pflicht ob, die Leitung solange zu übernehmen, bis der Präsident gewählt ist. Jch bin am 2. März 1823 geboren und von dem Bureau als das älteste Mitglied bezeichnet worden. Jch erlaube mir die Frage, ob irgend einer hier im Hause vor dem 2. März 1823 geboren ist. (Heiterkeit.) Es meldet sich niemand; ich nehme also an, daß ich das älteste Mitglied der Versammlung bin und eröffne hiermit die Sitzung. Als Schriftführer bitte ich, mir zur Seite zu treten die Abgeordneten Himburg (kons.), Krebs (Zentr.), Pauly (Reichsp.) und Dr. Paasche (nat.-lib.).
Es erfolgt hierauf der Namensaufruf; er ergiebt die Anwesenheit von 311 Abgeordneten.
Das Haus ist somit beschlußfähig.
Eingegangenen sind: der Etat, Handels-Provisorium mit England und Gesetz betr. Aenderung im Reichsfinanzwesen und Rcchnungssachen.
Nächste Sitzung: Freitag Präsidentenwahl.
Vom königlichen Schlosse wehte die kaiserliche, die königliche und die kurbrandenburgische Standarte. Die Posten waren mit Haarbusch aufgezogen. Im Weißen Saale des Schlosses dominierte der ordengeschmückte Frack; doch war auch der lange, schwarze Rock der katholischen Geistlichen stark vertreten. Unter den wenigen uniformierten Herren ragte die sittliche Figur des Baron de Schmid als Rittmeister der Deutzer Kürassiere hervor.
Es war dann für den nicht verwöhnten Besucher des hohen Hauses eine ersieuliche Ueberraschung, als sich herausstellte, daß 31 Abgeordnete zu den Fahnen geeilt waren. So bot der Sitzungssaal das Bild eines großen Tages. Graf Posadowsky vertiefte sich alsbald in eine Broschüre. Inzwischen konnte man ein wenig Umschau unter den Abgeordneten abhalten. Neben vielen alten Bekannten so manches neue Gesicht. Der sozialistischen Gruppe ist der bisher von ihnen eingenommene am weitesten links liegende Sesselblock zu eng geworden; sie haben sich hinter den Sitzen der Liberalen nach rechts zu ausgedehnt und umfassen diese ganz. Sogar Eugen Richter ist von seinem gewohnten Platze etwas nach Rechts gedrängt worden. Die Tribünen waren mäßig besucht. Nur die Journalistentribüne war voll; auch hier viele Rekruten, großer Dinge gewärtig.
Mliüsche Tagesschau.
Die erste Reichstagssitzung.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 3. Dezember:
Das Reicyshaus hatte heute sein Festkleid angelegt, grüßend wehten die schwarz-weiß-roten Farben von den ragenden Zinnen den Erwählten entgegen, den alten und den neuen. Einer der Ersten, die die Stätte der Gesetzgebung betraten, war der pflichttreue 2lbg. v. Winter- seldt-Menkin (kons.), der Alterspräsident des Hauses. Reichsdiener geleiteten den greisen Herrn sogleich dieStufen zum Präsidium empor, wo der joviale Direktor beim Reichstag, Geheimrat Knaak, ihn in Empfang nahm. Kurz nach ihm traf der Abg. Richter (Fr. Volksp.) ein. Er musterte mit gerunzelten Brauen die Bankreihen seiner Fraktion. Wie sich später erwies, hatte der „Rufer im Streit" seinem altgewohnten Platz Valet gesagt, um nicht mit den Sozialdemokraten in Berührung zu kommen, die infolge ihrer Mandatsgewinne einen Teil der Sitze der Freisinnigen zugewiesen erhalten haben. Den Platz Richters nimmt jetzt der soeben zu 14 Tagen Gefängnis verurteilte Abg. Dr. Herzseld (Soz.) ein; Abg. Richter hat sich am entgegengesetzten Ende dieser Bank, in der Nachbarschaft der Nationalliberalen, sesshaft gemacht. Deren früherer Führer, Herr Basserinann, ist bekanntlich im Wahlkampf geblieben. Auf seinem Platze erblickte man heute den Frhrn. Hehl zu Herrnsheim. Zum Führer der Nationalliberalen dürfte indessen nicht er, sondern sein Nachbar, Abg. Dr. Sattler, berufen sein, da die agrarische Neigung des Frhrn. v. Heyl nur von wenigen seiner Parteigenossen gereift wird. In den Reihen der Konservativen machte sich eine Lücke bemerkbar: die weisse Weste des Herrn Dr. Oertel fehlte. Ihr Träger vermochte nicht, sein Mandat halten und ist gezwungen, in Zukunft die nicht gehaltenen Reden in den Spalten seiner agrarischen „Deutsch. Tagesztg." zum Vortrag zu bringen. Mit für sein hohes Alter überraschend kräftiger Stimme entledigte sich der Alterspräsident v. Winterseldt seines Amtes. Der zur Feststellung der Beschlußfähigkeit ange- ordnete Namensaufruf ergab die Anwesenheit von 311 Mitgliedern. Bis morgen werden wohl noch einige Nachzügler sich einfindcn, sodaß die Wahl des Präsidiums vor einem noch besser besetzten Hause von statten gehen kann.
Deutsches Reich.
Berlin, 3. Dez. Heute nachmittag hörte der Kaiser die Vorträae des Chefs des Generalstabes der Armee und des Chefs "des Militärkabinetts. — Der Kaiser hat dre Teilnahme an der Hofjagd in Letzlingen aufge- gebeu und den Kronprinzen mit seiner Vertretung beauftragt. Dies und der Umstand, daß Kaiser Wilhelm auch auf seine frühere Absicht, den Reichstag persön-, lich zu eröffnen, verzichtet hat, könnten hier und. da zu falschen Vermutungen über den Gesundheitszu-! stand des Monarchen führen. Demgegenüber muß hervorgehoben werden, daß der Kaiser sich in vorzüglicher Stimmung und körperlich wohl befindet. Tie chm aujerlegte Schonung der Stimme ist nicht gerade unbedingt notwendig, wohl aber wünschenswert, weil der Monarch sich in der ersten Zeit nach der Operation zu wenig geschont hat, sodaß sich eine leichte Heiserkeit einstellte, die man nicht von neuem aufkommen lassen möchte. Die Verlesung der Thronrede, wobei wegen der mangelhaften Alusttk des weißen Saales sehr laut gesprochen wecden muß, würde aber unerwünschte Anstrengungen für die Stimmbänder gebracht haben, ebenso wären bei der Jagd Gelegenheiten dazu allzu reichlich vorhanden. An der Hofjagd, die am 18. d. M. in der Göhrde statt- sindet, gedenkt der Monarch bereits wieder teilzunehmen.
— Tie „Nationallib. Korresp. "meldet, die Nationalliberalen werden Prof. Dr. Paasche zum zweiten Vizepräsidenten des Reichstages Vorschlägen, nachdem Heyl diesmal ablehnte. Zum Vorsitzenden der Fraktion wurde Tr. Sattler gewählt.
— Ter preuß. Kultusminister ordnete an, daß sämtlich(i höhere Schulen Preußens durch Sachverständige auf ihre g e s un d h e it s g e m ä ß e Einrichtung hin zu untersuchen seien.
— Tie Handelsverträge sollen dem Reichstage als abgeschlossenes Ganzes vorgelegt werden. .Es dürste/ jedoch noch geraume Zeit vergehen.
Dresden, 3. Dez. In der Etatsberatung in dev zweiten Kammer bezeichnete der Finanz Minister die Befürchtung, es sei eine neue Tabaksteuer geplant, als unbegründet. In der jüngsten Konferenz der Finanzminister sei mit keiner Silbe von dem Tabak gesprochen worden. Finanzminister Tr. Rüger sprach ferner die Befiirchtung aus, in dieser Finanzperiode ohne Anleihe auszukommen, da es nicht wün;chenswert sei, immer wieder sächsische Anleihen auf den Markt zu bringen. Der nationalliberale (?) Abg. Langhammer polemisierte sehr scharf gegen den freisinnigen Abg. Günther. Den Rat, den dieser der nationallibei.alen Parter gegeben habe, sich vom Kartell los zu machen, wies er als ausdringlich zurück urrd erklärte, die Nationalliberalen lvürden sich bei den politischen Wahlen von den: Interesse, des Vaterlandes in erster Linie lenken lassen. Des weiteren sprach er sich ziemlich entschieden gegen die Einführung des gleichen, allgemeinen und geheimen Wahlrechts aus. Der Vorsitzende der nationalliberalen Fraktion nahm Gelegenheit zu erklären, daß die Ausführungen des Abg^ Langhammer, namenllich über das Wahlrecht, nicht als eine Kundgebung der Partei anzusehen seien. Hervovgehoben zu werden verdient auch noch die scharfe Kritik, die der Abg. Schrtbarl daran übte, daß zum Vorsitzenden des Schwurgerichts in Chemnitz ein Jude ernannt worden sei.
Stuttgart, 3. Dez. Nach dem „Regierungsblatt" ist Ministerialdirektor v. Mo st ha f zum Vorsitzenden des gewerblichen Sach v e r st änd ig en v er e in s M Württemberg, Baden unb Hessen ernannt worden.
Ausland.
L o n d o n, 3. Dez. Der Bericht der Royal- Kommission zur Untersuchung von Bergistun gen durch arsenikhaltige Nahrungsmittel und Getränke empfiehlt die Festsetzung von Geld str afe n, falls in Nahrungsmitteln und Getränken ein Gehalt von mehr als ein Hunoertstel Gran Arsenik auf das Pfurrd oder die Gallone gefunden wird.
Madrid, 3. Dez. Heute fand ein Ministerrat statt. Nach Beendigung desselben begab sich Vill av er d e ins Palais unb überreichte dem Könige die Demission der Regierung. .Ter Grund des Rücktrittes ist der Widerstand der Minderheitsparteien, namentlich der monarchistischen Minderheit gegen den Antrag Dominguez Pasqual, der die Budgetgenehmigung erlerchtern sollte. Es wird angenommen, Azearraga werde mit der Kabinettsbildung betraut werden.
Rom, 3. Dez. D e putier te n kamm er. de Cesare feiert das Gedächtnis M o m m s e n s. Er erinnert an dessen großen Verdienste um die Rechtswissenschaft, Philologie und Geschichte, sowie an seine Rom und Italien erwiesenen Tienste. de Cesare ersucht den Präsidenten, der Akademie der Wissenschaften in Berlin das Berlei-d Italiens und der italienischen Kammer zu dem Trauerfall, von dem sie betroffen wurde, auszudrücken. (Lebhafter Beifall.) Unterrichtsminister Orlarsio führt ans, er sei stolz darauf, im Namen der Negierung sich den edlen Worten be Cesares zum Andenken Mommsens anschließen zu können, dessen grandiosen Werkes sich Rom und Italien stets erinnern werden. (Anhaltender Beifall.) Präsident Biancheri hebt hervor, daß die Gedanken Mommsens während seines ganzen Lebens auf die Größe Roms gerichtet gewesen seien, und fordert die Kammer aus, sich den edlen Worten, die zur Ehre Mommsens ausgesprochen seien, an- zuschtteßen. (Erneuter Beifall.)
Wien, 3. Dez. Nach der Verlesung des Einlaufes verlangt Stein, der Minister des Aeutzecn nröge in Mlgrad ncrchftagen, ob Fresl im Konak ge po hlen habe. Fresl fordert die Internierung Steins in einer Irrenanstalt. Hieraus wird der Tringlichkeitsantrag Dworzak bezüglich der Modifikation des § 14 weiterberaten. Als der Pole Jaworski erklärt, gegeisi die Drülglichkeit ftiuunen zu wollen, schreit Choe: „schämen Sie sich, mit den Deutschen zu gehen!" (Lärm.) Die Dringlichkeit des Antrages Dworzak wird hierauf abgelehnt.


