sparsamer Staatsverwaltung in allen Tonarten variiert Nnrd.
Wir leben in einer Zeit nicht allgemeinen wirtschaftlichen Niedergangs, wohl aber,in einer solchen der wirtschaftlichen Depression, die vielleicht nur ein Faktor des Ausgleichs ist, der die Ueberspannungen der vorhergegangenen Periode auf industrialistischem Gebiete zu applanieren und das richtige Tempo regelmäßiger Enb- Wicklung herzustellen hat.
Die üble Wirkung derartiger wirtschaftlicher Depressionen besteht darin, daß vor allem die wohlhabenden Kreise ansangM, sich einzuschränken, nicht gerade mit D^ug auf das notwendigste, wohl aber in Ansehung jener Gebrauchsartikel, die oie Mitte halten zwischen Notwendigem und Luxuriösem. Außerordentlich lehrreich nach dieser Nichtung hin ist eine Musterung der Verzeichnisse der in den Berliner Straßenbahnen liegen gelassenen Gebrauchs gegen stände. Dieselben sind in Den letzten Jähren von erheblich minderer Qualität , als in den vorhergehenden Perioden. Spazierstöcke mit silbernen Griffen sind geradezu eine Rarität geworden, während sie früher beinahe die Regel waren. Dieselbe Erscheinung tritt bei Handschuhen, Taschentüchern, Umhängen, PÜzwerk, Geldbörsen usw. zutage. Tas Publikum, das auf der Straßenbahn verkehrt, ist zweifellos typisch als Durchschnittskonsument für Gebrauchsartikel. So wie in Berlin, ist es natürlich überall; jeder schränkt sich ein, sei es, daß er auf nicl)t>notwendiges direkt verzichtet, sei es, daß er die Qualität seiner Gebrauchsartikel her- abseßt.
Diese Einschränkung des Konsums muß natürlich aus die Produktion zurückwirken; die verminderte Produktion, oder — was ebenso viel bedeutet — die eingeschränkte Produktion besserer Verkaufsartikel — kommt in einer Vergrößerung der Zähl der Arbeitslosen, in einer Verminderung der Löhne, in einem geringen Verdienst der Kaufleute, ihrer Angestellten, wiederum in einer geringen Kauffähig- keit dieser Kreise usw. zum Ausdruck. Der circulus vitiosüs ist fertig: die Ursache wird zur Wirkung, die Wirkung wieder zur Ursache.
Wie der Private, so macht es der Staat, der Fiskus: er spart, er schränkt sich ein. Ueberall wird gespart und beruntergefetzt: Korridore werden enger gemacht, Treppenhäuser einfacher als früher, für die gesamte Holz- und l^seuausstattung herrscht unbedingteste Anspruchslosigkeit. Das wirkt natürlich mächtig auf alle in der Bauindustrie BeschäftiKeu und Engagierten zurück und so ist es kein Wunder, wenn unser Eisenbahnetat, dieser sicherste und untrüglichste Wirtschaftsbarometer, Millionen Minder-Einnahmen zeigt.
Die Stellung des Fiskus in diesem Wirtschaftsgetriebe ist ja nun äußerst prekär. Er muß „sparen", denn Parteien und Presse rufen es ihm in die Ohren, daß er seine Ausgaben vermindern soll.
Wohl aber ist es möglich, daß der Staat durch eine Zwiste geschäftliche Liberalität zur Milderung der Krisis beiträgt.
Die moderne Nationalökonomie schätzt den Begriff der Bewegung viel zu gering ein für den Gang der Gefamt- vollswirtschaft. Wie im ganzen kosmischen Organismus die „Bewegung" alles ist, so auch im volkswirtschaftlichen, denn für die Well der Geschehnisse gilt immer und überall dasselbe Gesetz. Die Bewegung un Flusse zu erhallen, erscheint als eine der Hauptaufgaben staatlich beeinflußter Volkswirtschaft; sie schafft an sich sicherlich keine neuen Werte, ober sie erhält den Umsatz im Schwünge und gibt dem Schwungrad der großen Volkswirtschaftsmaschine die nötige Vehemenz um der,elben bei einem Qeineu Nachlaß der eigentlichen motorischen Kraft des Apparats über den toten Punkt hinwegzuhelfen.
Von diesem Gesichtspunkte aus könnte der Staat bei seinen Bauten, seinen Anschaffungen, seinen Unternehmungen durch eine, wenn auch natürlich maßvolle, so doch koulcmte Ausstattung die Industrie und damit indirell den Gesamwrganismus unterstützen.
Ob die Regierung bei der Volksvertretung Verständnis finden würde, ist allerdings fragllch
eifersüchtigen Erfind er stolz, sprach es aber, als höflichen Mensch nicht aus, sondern erwiderte dem Fragenden, daß ich mich mit der Herstellung einer neuen Glasur für die Bierbrauereigefäße befasse.
„Was! Für Bierbrauer? Für Bierbrauer? Sieh da, sieh da, das interessiert mich! Ja, ja, das interessiert mich sehr! Kennt man das in München auch schon? Haben Sie schon Herrn Sedlmayr inib Herrn Pschorr und Herrn Brey darüber etwas mitgeteilt?"
„Gewiß", sagte ich; „und übermorgen werden wir Spatenbräu anstechen, das Herr Sedlmayr mir in einem nach meiner neuen Methode isolierten Fasse gestern zusandte."
„Schau, schau, und das machen Sie hier in dieser Mi- uiaturblase?"
„Nun aber wurde mir die Unterhaltung lästig, denn ich fühlte am Uebersteigrohr der Blase Dampf ankommen, und so entschuldigte ich mich, da ich keine Zeit zur längeren Unterhaltung mehr habe.
,La, ja, haben recht! r-^ schon recht! Aus ein ander Mal wieder!"
Und dies sagend, stieg das alte Männchen, noch recht rüsttg, die zur oberen Etage des Hauses führende Treppe hinaus. Kaum war er aber oben, da kam, wie besessen, mit hochgerötetem Gesicht, die Haushälterin des oben wohnenden Herrn an mich heran gestürmt. Sie hatte oben, beim offenen Galleriesenster, unser Zwiegespräch mit angehört, und nun eiferte sie:
„3a, wissen Sre denn nicht, wer der gute, hohe Herr ist?"
„Nein", erwiderte ich, „aber sicher ist er ein gar neugieriger Kunde."
Darauf sie wieder: „Aber so was! Es ist ja die Majestät, der Herr König Ludwig."
Ms ich ihr, um sie zu beruhigen, sagte, daß man dem alten Herrn die Majestät dock) lueber an feinen altmodischen Kleidern, noch au feinem alten Filzhute ausehcn könne, pustete sie mit ihrem „Aber so was! Aber so was!" die Stiege wieder hinauf.
Etwa eine Viertelstunde danach kam der König wieder die Treppe herab, rief mir, ohne stehen zu bleiben, freundlich zu: „Glück ams, Glück auf! aber nur was Rechtes machen! Ja, ja!" und huschte zum Hause hinaus.
Wie ich nachher von meinem Hausgenossen, Herrn Sie- ber (Herr Sieber ist schon über dreißig Jahre tot, ich dar deshalb wohl seinen Jtamen nennen), der eine wertvolle Gemäldesammlung besaß, erfuhr, war König Ludwig ihm persönlich befreundet und besuchte ihn, so oft er Mannheim berührte, entweder einfach per ped^s oder er kam höchstens in der ersten besten Droschke an gefahren."
Ans Stadt und Land.
Gießen, den 4. Februar 1903.
•* Personalien. Bestätigt wurde der von dem Freiherrn v. Günderode auf die evang. Pfarrstelle zu Höchst a. d. N., Dekanat Rodheim, präsentierte Pfarrverwalter Phil. Körbel daselbst für diese Stelle.
" Die Arbeiten an der Kanalisation haben bei dem eingetretenen milden Wetter teilweise wieder begonnen und zwar ist die Herstellung des Zementrohrkanals am Schiffenberger Weg und am Zufuhrweg für die Kaserne an der Licherstraße, sowie die Fortführung des gemauerten Siels von der Wetzsteinstraße bis zum Walltor in Angriff genommen worden. Die Arbeiten an der Wieseckbrucke und in der Bahnhofstraße ruhen noch und werden voraussichtlich erst in 3—4 Wochen wieder beginnen; man ist eben nicht sicher,
stehen. Er ertrtt mehrere Beschädigungen. Der Dampfer wurde nunmehr nach hier zur Reparatur gebracht.
• Dte frühere sächsische Kronprinzessin Luise reifte am 3. d. M. von Dientone nach Genf. Von Rechtsanwalt Lachenal wurde eine dringende Konferenz verlangt. Die Kronprinzessin ließ bei ihrer Abreise ihre Koffer im Hotel in Unordnung zurück und ordnete an, die für sie bestimmte Korrespondenz zurückzubehalten. Giron erklärte, die Kronprinzessin werde nach Salzburg reisen, wenn dies ihre Gesundheit erlaube. Giron wird sie in Genf erwarten. — In sächsischen Regierungskreisen scheint man anzunehmen, daß angesichts der schweren Erkrankung des Prinzen Friedrich Christian eine plötzliche Rückkehr der Mutter nach Dresden nicht ausgeschloffen sei. Alle aus dem Süden kommenden Züge werden bezüglich ihrer Insassen scharf beaufsichtigt.
Wett«
4,4° C.
GÜTEN
BESTE,
Dieses ist die Oats Packung.
Sero. Himmel Beü. Himmel
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Quaker andere,
Februar 1903
Höchste Temperatur am
Niedrigste , ,
somit ausgewogene Waare ist Nachahmung.
Hb gesund oder krank, sollte Huaker Kats einen Keil Ihrer täglichen Nahrung bilden.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
ob die Wieseck nicht noch einmal Hochwasser bringt und dann wieder zerstört, was Menschenhände mühsam errichtet haben.
R. B. Darmstadt, 3. Febr. Auf Veranlassung des Großherzoglichen Mlnisteriums war gestern nachmittag der jüngst aus Amerika wieder nach Deutschland zurückgekehrte Reichskommiffar für die Welta usste llung in St. Louis, Herr Geh. Oberregierungsrat Lew al d, hierhergekommen, um im Gebäude der Zentralstelle für die Gewerbe vor einer großen Anzahl von Interessenten, Industriellen, Fabrikanten, Großkaufleuten rc. seins persönlichen Eindrücke und Auffassungen von der Bedeutung dieser im nächsten Jahre stattfindenden Weltausstellung darzulegen. Der Reichskommiffar sprach sich über den Wert dieser Ausstellung äußerst günstig aus. Nach einem kurzen Hinweis auf die stets steigenden Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten ührte er aus, daß unsere>Aussuhr nach dort im Jahre 1902 auf 470 Millionen Mark gestiegen sei, und daß namentlich eine große Steigerung des Bedarfs an Porzelan und den Produkten der keramischen Industrie in Amerika bemerkbar sei. Die Ausstellung in St. Louis werde sich als ein vollständig internationales Ereignis vollziehe, und nicht nur die amerikanischen, sondern auch die internationalen Käufer herbei- ziehen, denn St. Louis liege viel günstiger als Chikago, owohl für Südamerika wie für Mittelamerika und auch für Ostasien. Ein wichtiges Gebiet sei das Unterrichtswesen. Es herrsche jetzt eine große idealistische Strömung in Amerika, man hege besonderes Interesse für die Unterrichtsfrage. Es ei aber zweckmäßig, unsere diesbezüglichen Gegenstände möglichst in Natura dort vorzuführen. So müßten chemische Laboratorien, physikalische Institute und dergleichen eingerichtet werden, wo die Industriellen gleich Gelegenheit hätten, ihre einzelnen Produkte praktisch dem Publikum vorzuzeigen. Die deutsche Kunst sei in Amerika leider mehr und mehr von der französischen verdrängt worden, da die französischen Künstler eine Art Trust mit den amerikanischen Händlern getroffen hätten. Es wäre nach des Redners Ansicht sehr zweckmäßig, wenn die deutschen Künstler die Ausstellung benutzten, um wieder mit dem kaufkräftigen, reichen amerikanischen Publikum Fühlung zu gewinnen. Für die graphischen Gewerbe sei eine Ausstellung für Buchgewerbe sehr zu empfehlen. Für das Kunstgewerbe wird in St. Louis ein besonderer Ausstellungspalast geschaffen. Es sei zweckmäßig, recht geschmackvolle deutsche Möbel dort zur Ausstellung zu bringen, auch vollständige Zimmeroder Wohnungseinrichtungen; die amerikanischen Möbel seien zwar sehr bequem, es sei aber wenig Kunst dabei, da sie neist Maffenware bilde. Die wirklich kunstvollen Möbel eien aber meistens ziemlich wertlose Nachahmungen aus der Zeit Ludwigs LIV. bis XVI. Auf dem Gebiete der Textilindustrie seien namentlich Erzeugniffe, die viel Hanoarbeit erforderten, für Amerika noch sehr exportfähig, während hin- ichtlich der mehr maschinellen Produkte der Textilindustrie die Amerikaner uns meist sehr überlegen seien. Mit dem deutschen Maschinenbau wäre in Amerika ebenfalls noch manches zu machen, es würde aber zweckmäßig sein, wenn die deutschen Werkzeugmaschinenfabrikanten zwecks Vermeidung zu großer Unkosten eine ausgewählte Kollektiv-Ausstellung veranstalteten. Auch eine Ausstellung deutscher Weine würde empfehlenswert sein. Das deutsche Reich beabsichttgt, dort ebenfalls wieder ein deutsches Haus zu errichten, das ein Zeugnis von dem hohen Stand deutscher Kultur geben und einen Mittelpunkt des Verkehrs für die deutschen Elemente während der Ausstellung bilden, ihnen überhaupt einen geselligen, angenehmen Rendezvousplatz bieten soll. Es würde daher sehr zweckmäßig sein, diese Weinausstellung nicht inmitten der großen Räume für die amerikanischen Weinprodukte, sondern in einer geschmackvoll hergerichteten besonderen Weinhalle des deutschen Hauses zu arrangieren. Auf sozialem Gebiete vollziehe sich jetzt in Amerika ebenfalls ein bemerkenswerter Umschwung, es würden viel Arbeiter- ivohnungen gebaut und sanitäre Einrichtungen getroffen, deren Modelle dort sehr interessieren würden. Die Ausstellung verdiene jedenfalls die Aufmerksamkeit der deutschen Industrie im vollsten Maße.
Vermischtes.
* Berlin, 3. Febr. In einer Celluloidfabrik brach Feuer aus, das in kurzer Zeit das ganze Fabrikgebäude und das damit verbundene Wohngebäude ergriff und vollständig zerstörte. Ein Arbeiter versuchte sich aus dem dritten Stock durch einen Sprung aus dem Fenster zu retten und wurde getötet. Verschiedene Fabrikarbeiter sind verletzt.
• Kiel, 3. Febr. Die 13jäbrige Tochter des Schneidermeisters Wagner wurde gestern abend von einem Manne an- gehalten mit dem Ersuchen ihm einige Zigarren zu holen. Das Mädchen kam diesem Ersuchen jedoch nicht nach. Zu Hause angekommen, empfand sie Schmerzen am Oberarm, wo der Mann sie angefaßt hatte. Eine Untersuchung ergab eine vier kleine Schnittwunden zeigende Verletzung, die allem Anscheine nach mit einem Schröpfineffer beigebracht waren. Tie Polizei wurde von dem Vorkommnis in Kenntnis gesetzt.
• Braunschweig, 3. Febr. Die Hofschauspielerm Böttcher verübte einen Selbstmordversuch, indem sie in die Ocker sprang. Sie wurde lebend herausgezogen und ins Krankenhaus gebracht.
* Ostende, 3 Febr. Der Postdampfer „Henriette" hatte während der Fahrt nach Dover einen Sturm zu be-
2.-3. Februar 4- .
2.-3. , 4- c-
Aandwirtschast
Die landwirtschaftlichen Berufsgcuoffenschafte« haben Ende 1901 einen Reservefonds von 7,1 Millionen 'Mark angesammelt. Nach dem neuen Unfallversicherungsgesetze haben sie bei der Umlegung des Jahresbedarss jährlich 2 Prozent desselben solange zuzuschlagen, als der Reservefonds nicht das Doppelte des jeweiligen Jahresbedarfs erreicht. Da die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften Ende 1901 eine Gesamtausgabe von 26,3 Millionen Mark hatten, werden sie in der Mehrzahl noch recht lange den Zuschlag erheben müssen. Einzelne von ihnen waren aber schon Ende 1901 in der Lage, einen Reservefonds zu besitzen, der dos Doppelte des Jahresbedarfs erreicht hatte, und zwar waren es die hessische mit einem Reservefonds von 1,4 Millionen und einer Jahresausgabe von 0,6 Millionen, sowie die Genossenschaft für Reuß ä. L. mit einer Ausgabe von etwa 11 000 Nit. und einem Reservefonds von nahezu 24 000 Mk. Die hamburgische landwirtschaftliche Berussgenossenschaft halte mit ihrem Reservefonds das Doppelte des Jahresbedarfs nahezu erreicht.
Die Februartagung der Deutschen LaudwirtschaftS». Gesellschaft. Tie diesjährige große landwirtschaftliche Woche wird vom 9. bis 13. Februar stattsinden. Einen weiten Raum innerhalb der einzelnen Beratungen nimmt die Tierzucht ein. Denn in der Hauptversammlung wird vom Geh. Regierrmgsrat Professor Dr. Werner-Berlin der Stand des deutschen Züchtervereinigungswesens nach dem Ergebnis der Nachprüfung durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, und vom Vorsitzenden des Direktoriums, Rilterschaslsrat v. Arnim-Eriewen, der Einfluß der Stallbauten auf die Rente der Viehzucht besprochen werden. Ter Regierungskommissar für die Ausstellung in St. Louis, Geheimrat Dr. Lewald, wird einen allgemeinen Bericht erstatten. Von tierzüchterischen Fragen, die allgemeines Interesse verdienen, seien die Berichterstattungen in der Tierzuchtabteilung, welche am 11. Februar tagt, von Generalsekretär Dr. Buer in Acünster L W. und Rittergutsbesitzer Oekonomierat Schmitz-Hübsch genannt über die Frage: .Welche Mittel sind geeignet, die Feststellung der Leistung unseres Milchviehs allgemein durchzuführen?" Auch der Geflügelzucht wird besonderes Interesse eittgegengebracht werden, da der Sonderausschuß für Geflügelzucht darüber beraten wird, wie die Nutz- geflügelzucht aus den Ausstellungen beffer als bisher vertreten werden kann. Der Sonderausschuß zur Bekämpfung der Tierkrankheiten wird in eine Beratung der Revision des Reichsviehseuchengesetzes treten. Die Ackerbauabteilung weist wieder reiche Tagesordnungen für die Abteilungssitzung, welche am 11. Februar stattfindet, und deren Ausschüße auf. In der Abteilung wird Direktor Professor Strebel-Hohenheim und Oekonomierat Seydel in Karschau barüber berichten, was aus dem ungünstigen Ernlejahre 1902 für die Sicherung der Gewinnung unserer Fekdfruchte zu lernen sei, und außerdem werden Amtsrat Saeuberlich-Gröbzig und ProsessorDr. Albert zuGießen bie Frage erörtern, welche Ersatzfrüchte zweckmäßig an« zubauen sind, wenn die Anbauverhältniffe und die ?lbjau- und Verwertungspreife es notwendig machen, die Kultur der Wurzel- und Knollengewächse zum Teil einzuschränken. Auch der Sonderausschuß für Flachsbau hat mit der Berichterstattung über Anbau- versuchc und über die Tätigkeit der Bakterien bei der Flachsröste neben anderen Punkten eine reiche Tagesordnung, rote auch bet Sonderausschuß für die Kultur des Marschbodens zeigt, daß er sich von Jahr zu Jahr ein größeres Arbeitsgebiet stellt.
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