er
1077
EiMegnnug
Ns ß E.
^Diinler
Stammler
■sanwalt ir
Mj.
8. Februar,
7 W:
w®&
is Warten.
WWvoch kn U. Mnur: styche Abendk tett» n, Sovzert.rLvga, Miitot, M”
•€$tui>L
lungSjähigstrKrjelUüM Ng. m bet 3Äu(Üali«5aL.
1088
krsrrr- 8'/ tt »»letzt a* 1L 112.1b. « mit trotzt» 8rfol<t. emrs g^milien-Jujrut'
V * *
,0001).
Der Vorst»'!
-zO^erre^
ur MwÄuttg m
^C", ktadtcharttr, gJ4 tot änmelbungen btt
J^etttoe^W^L
Tour '«„>
*giüfe
ZfS."
-sKk^
Zweites Blatt.
Mittwoch 4. Fedruarl Svg
Nie -eutige Kummer umfaßt 12 Seiten.
RbrefU tüt Depelchenr «»zeiget vielen. gmifprfd)an1d)lu6 9?r 51
153. Jahrgang
Sparsamkeit.
Man wird zu geb en müssen, daß der Fiskus nicht anders kann, als den Daumen aus den Beutel zu halten, weil in Volksvertretung, Presse und Öffentlichkeit der Ruf nach
Rr. 99
Grtzcheimt tLgltch außer Sonntags.
Dem Lteßener Anzeiger «erden im Wechsel mit dem befsifchen Landwirt di« Siebener Familie». Uätttr oiermul in der
Woche beigelegt.
ÄxXatweabrud u. Verlag der Brüh l'schen Unwertz^Buch- ».Stein- druck »ret (Ptetsch Erden» »,-akuoa. i^pedUwA and Druckerei:
Ganz anders sind dagegen die vorgenommenen Streichungen von Ausgaben im außerordentlichen Etat. Hier wurden zunächst gestrichen bei Kapitel 119 Titel I Hofbauwesen, die Herstellung eines Berbindungsganges und Giebolausbaues im großh. Re sid enzs ch l o ß zu T-arm- stadt 32 OOO Marl. Tie Mehrheit des Ausschusses ist der Meinung, daß die Forderung zwar begründet sei, sich ober noch hinausschieben lasse. Eine besondere Betrachtung widmet der Finanzausschuß den domanialen Bauwesen. Er ist der Ansicht, daß bei den hier geforderten Beträgen für Bauten „nicht immer weit genug Rücksicht auf Sparsamkeit in der Anlage und U n t e r h a l t u n g der Bauten genommen" worden sei, es könne insbesondere bei Dienstwohnungen für niedere Beamte die vieleckige, auf den Billen-Stil Hinauslausende Grundrißsoem vermieden, die Zahl und Größe der Räume eingeschränkt werden usw. Als praktische Folge dieser Monita hat der Ausschuß beschlossen, anstatt der für ein Dienst- und Wohngebäude für die Oberförsterei Grebenau geforderten 38 000 Mark als erste Rate nur 14 000 Mark zu bewilligen und die Beschlußfassung für Bauten aus Hosgut Konrads- dorf (62 360 Mk.) auszusehen, auch den Bgn einer Forst- wartwvynung in der Forstwartei Offenbach (14 700 Mk.) abzulehnen.
Für die llmgestaltung der Bahnhofsanlagen zu Darmstadt, deren Gesanttkosten aus 10.Millionen Mark berechnet sind, wird als zweite Rate 1 Million gefordert. Da aber eine definitive Verständigung zwischen dem Staat und der Stadt über die Art der Umgestaltung des Bahnhofs noch nicht erfolgt ist, beantragt oer Ausschuß die einstweilige Aussetzung der Beschlußfassung.
Sehr eingehend besck/äjtcht sich der Ausschuß mit dem
e<a*e»prttli Monatlich 75 Pi, otertM* jährlich DL OO; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich to Ps.; durch die Poft Mk.L— viertel- iährl. auöschl. Bestell^. Lmuch«« »oa Lnzei-ern tüt bu Xageinummec bü oormUlagfl 10 Uhr, ßedmpttti: lofat 18131
amswärl» 20 Pfg.
vetarntwOttlich, tüt den poliL ». allgein. xetV P. Witiko; tür .Stadl und Land" und .Gerichlsjaal* tuet Plato, füt den A» zeigonteil: Han« BeL
Betracht ausmachen, fallen daun weiter noch die Ausgaben des Staates für die einzelnen Korporationen ins Gewicht. Der Finanzausschuß regt an, die Abwägung dieser Ausgaben in ernstliche Erwägung zu ziehen. Die einzelnen Kvrporatwnen seien viel besser in der Lage, beurteilen zu können, was ihren Zwecken dient, als Nichtangehörige, und deshalb könnten Landwirtschaft, Handel, Handwerk und Gewerbe auch mindestens Teile ihrer seitherigen Staats- bezüge übernehmen.
Unter den jetzt gegebenen Umständen hat sich die Verkürzung der ordentlichen Ausgaben aus folgende Beträge beschränkt. Es wurden gestrichen: Für Neupflasterung im Hofe des Großh. Hofstalles zu Tarmstadt 40Ö0 ML, im Dispositionsfonds der Universität Gießen, Remunerierung von Professoren, Dozenten und Assistenten 1000 ML (statt 7500 nur 6500), an Mehrforderung für Feuerung und Beleuchtung für die Technische Hochschule 3000 ML (statt 5000 nur 2000), bei Titel Kreisgeometer 1000 ML (statt 9000 nur 8000), bei Titel Volksschulen, Dispositionsfonds für Zulagen an Lehrer in ungünstig gelegenen Schulorten 4000 ML (statt 10 000 nur 6000), und bei Titel Molkereischulen der geforderte Mehrbedarf von 2000 Mk. für die Molkereischule zu Lauterbach, in Summa also 15 000 ALL Der Finanzausschuß der ersten Kammer hat zudem in der gemeinschaftlichen Sitzung aus der Wiedereinstellung der meisten dieser Posten beharrtt
Hier sind die Ausgaben auf 441 420 Mark angesetzt, darunter für Erwerb des Staatsministerialgebäudes in Tarmstadt 167 200 Mark, für das Schloß in Babenhausen 202 900 Mark und für das sog. neue Schloß in Gießen 31570 Mark. Der Ausschuß fand es bedenklich, jetzt so große Summen dem Domänen-Acouisitionsfonds zuzu- sühren und lehnt daher die Bewilligung dieser Forderungen ab.
Bei Kapitel 124, Zentralbauwesen wurde die unter Titel IV geforderte Summe von 50 000 Mark für Erbauung von je einer Gendarmenwohnung in den drei Provinzen (Kailbach in Starkenburg, Wenings in Oberhessen und Oppenheim in Rheinhessen) abgelehnt. Tie für die Universität Gießen und die technische Hochschule Darmstadt zu Neubauten geforderten Mittel wurden bewilligt, dagegen die erste Rate (18 000 Mark) zu einem neuen Gebäude für das akademische Forstinstitut in Gießen ab gelehnt. Weiler wurden noch abgelehnt die ersten Raten für den Neubau eines Amtsgerichtsgebäudes und Haftlokals in Dieburg 95 000 Mark, eines Dienst- und 3§,hn- ßebäudes für den Steuerkommissar und Bezirkskassierer in Michelstadt 50 400, für Homberg a. O. 25100, für Alzey 48000, für Langen 9500, für Dammwärterwohnung in Wimpfen 13400, für Gimbsheim 29 400 Mark. Alle diese letztgenannten Ablehnungen erfolgten mit der Begründung, daß die Genehmigung dieser Forderungen so lange versagt werben solle, bis die Frage einer Erhöhung der Mietsentschädigungen an den Staat generell geregelt ist. Die bisher gesetzlich festgelegte Mietsentschädigung der Beamten sei viel zu gering und den Mutigen Verhältnissen nicht entsprechend; sie stehe in feinem Verhältnis zu dem Aufwand des Staates an Bauzinsen und Unterhaltungskosten.
Aus den vorstehenden Abstrichen und Zurückstellungen ergiebt sich, daß der Finanzausschuß in der Tat bei Beschränkung der Ausgaben des Extraordinariums recht tüchtig zu Werk gegangen ist und eine Reihe von Summen daraus entfernt hat, deren Verzinsung eine wesentliche Mehrbelastung erfordert hätte. Zu erwähnen bleibt noch, baß die in dem Nachtragsetat angekündigte Herabsetzung des Eisenbahnbetriebsüberschusses von 11 auf 10,1 Millionen für das Etatsjahr 1903/04 den Staatshaushalt insofern nicht sehr stark berührt, als nach den Bestimmungen über die Verwendung dieser Ueberschüsse der Betrag bis zu 1 Million in die Staatskasse fliesen und nur der darüber bis zu 600 000 Mark hinausaehende Betrag zur Schuldentilgung verwendet . rden soll. Da sich der Reinertrag aus der preußisch- i)'d)cn Eisenbahngemein- schast nach dem neuen Voransc . j nur auf 723 400 Mark stellt, kann für die Schuldentilgung nichts verwendet werben, wenn nicht, wie wohl jeder dringend hoffen wird, ein günstiger Aufschwung der allgemeinen Verkehrsverhältnisse die jetzige Vorausberechnung über den Haufen wirft.
3>i< Aevdcrrrvgeu im Bett'« KausyaNseLat.
R. B. Darmstadt, 3. Febr.
(to tß au dieser Stelle schon darauf hingewiesen worden, daß an die Finanzen unseres Landes in den letzten Jahren ganz enorme Anforderungen gestellt worden sind und es der äußersten Sparsamkeit auf allen Gebieten des Staatswirtschaftslebens bedarf, um unter Beibehaltung der im vorigen Jahre beschlossenen Erhebung der Vermögenssteuer und unter Heranziehung fast des gesamten Restes der Ueber- schüsse aus früheren Jahren noch für diesmal einen Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben herbeizuführen. Der Fmanzausscbuß der zweiten Kämmer, der am Freitag das mühevolle Werk der Etatsberatung beendete, hatte sich dabei zur Hauptaufgabe gemacht, den Ersparnisgrundsatz mit größter Strenge durchzuführen, aber er hat die schon früher von uns ausgesprochene Ansicht bestätigen müssen, daß sich an den ordentlichen Wirtschaftsaus- gaben des Staates beim b e st e n Willen so gut wie nicht- ersparen läßt. Er hat von den 58 Millionen nur das würzige Sümmchen von 15000 Di L abznsetzen vermocht bei einem rechnerischen Defizit von über zwei Millionen. Wenn sonach schon heute als feststehend gelten kann, daß an den dauernden ordentlichen Ausgaben des Staates nichts gemindert werden kann, so wird man mit desto größerer Schärfe die außerordentlichen Ausgaben unter die Lupe nehmen müssen. Und das hat der Finanzausschuß denn auch gründlich besorgt, wie wir weiter unten sehen werden.
Die gegenwärtige Lage unserer Staatsfinanzen wird einigermaßen erklärlich, wenn man die Steigerung der wirtschaftlichen Ausgaben in den letzten Jahren näher betrachtet. Dieselben betrugen in jedem Jahre der Finanzperiode 1897—99 noch 37 544 688 ML, stiegen 1900 auf 45 707 242 ML, 1901 auf 56 952 820 ML, fielen 1902 auf 56047 706 ML (im Voranschlag) und Kellen sich im neuen Etat auf 58 296 688 ML Mit diesen gewaltigen Steigerungen der SluLgaben konnten natürlich die regelmäßigen Einnahmen nicht gleichen Schritt hallen, obwohl die Erhöhung des Ertrags der Eisenbahnen, der Steuern, der Walder und vieler anderer Posten nicht gering war.
GiehenerAnzelger
w General-Anzeiger ö ■**
Amts-und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Als Ursache dieser gewaltigen Anschwellung der Staats- an-gaben führt der üinanzbericht zunächst die außerordentliche Steigerung der Gehaltserhöhungen der Beamten und die vielen Neuanstell - unaen mit Pensionsberechtigung an, ebenso die Pensionen, die, wie schon früher erwähnt, in wenig Jahren von L26 Millionen auf 3.59 Millionen jährlich gestiegen sind. Neben diesen personellen Mehrbelastungen der Staatskasse kommt dann die nicht unerhebliche Erhöhung durch die große Zahl öffentlicher Bauten in Betracht; die hierfür verwendete Summe ist auf rund 36 Millionen gediegen, die über eine Million dauernde Verzinsung er- ordern. Neben einer großen Zahl Heiner Posten an Unter- __________(W7 _
kützungen, die in ihrer Gesamthell einen recht erheblichen'Kapitel 123, An- und Verkauf von Staatsdomänen.
gerade in den Brauereien herrschen müssen, aber es berührt deshalb nicht minder angenehm, beides in so hohem Grade selbst in den verstecktesten Winkeln zu finden.
Die Aktienbrauerei hat vor einiger Zeit ihre, Inneneinrichtung vollkommen erneuert und sie den Forderungen der Neuzeit angepaßt. Sie hat damit erreicht, daß sie zu einem Musterinstitut geworden ist, das häufig von Interessenten ausgesucht wird, die die Anlagen eingehend studieren.
einer bewundernsaoerten Oröuung. Es ist ja eigenllich l wenn man die einzelnen Vorgänge des Prozesses verfolgt, selbstverständlich, daß Ordnung und äußerste Sauberkeit s Unterstützt lverden mir dabei durch die außerordentliche Ge-
5>u KLtieoSraoerei in Kietze». *)
C. PI. Gießen, 4. Februar.
Der Naturfreund Hteht im allgemeinen den industriellen Ltablifiements recht skeptisch gegenüber. Der Kohlenrauch und -Staub, der, unzertrennlich von der Industrie, sich auf allen Gebäuden, auf den Wegen und Höfen ab tag er t, alles schwärzt und mll Ruß überzieht, ferner die überaus nüchternen, nur auf das Notwendigste zugeschnlltenen Bauten mll ihren hohen, kahlen Sck)ornsteinen )inb allerdings im allgemeinen nicht dazu angetan, das landschaftliche Bild tu verschönern. Es flieht indessen auch viele Etablissements, die den Besucher angenehm enttäuschen, well sie, häufig schon an sich schön gelegen, noch die Kunst zu Hilfe genommen hohen, um das Eintönige und Häßliche der mobenten Fabrikanlagen zu vermeiden.
Es kann nicht behauptet werden, daß Gießen über nele Fabriken verfügt, die einen solchen Anspruch auf lanb- chaftliche Schönheit erheben können. Es ist ja auch nicht »« Zweck der Fabriken, landschaftliche Schönheit zu er- treben; es ist vielmehr häufig genug allein dem Zufall, in wenigen Fällen allerdings auch den Bemühungen dW Besitzers zu verdanken, wenn bei der Anlage der Fa- brilen auch die landschaftliche Schönheit zu ihrem Rechte kommt.
Die Gießener Aktienbrauerei ist nun eine von ben roeniflen ö’obrifen, die zu dieser letzteren Art gehören. An dem Abhang eines Berges gelegen, gewährt sie dem Besucher einen prachtvollen Ausblick über Gießen bis roeit- »ux zu der Hügelkette, die den Horizont umsäumt. Man ist Lber diesen herrlichen Rundblick umsomehr erstaunt, als ! er vom Straßenzugang her durchaus nicht zu vermuten ist. Tinen stimmungsvollen Uebergang zu diesem Panorama bilden die gut aehaltenen Gärten oer Brauerei, die sich an den Fuß des Berges anschmiegen. Die schöne Lage dec ' Brauerei ist nun nicht allein ein Vorteil, den sie gelegentlichen !öesuchern gegenüber genießt, sondern sie ist ohne Zweifel >mch von dem größten Wert für alle dort Beschäftigten- i benn wer arbeitete nicht lieber in einer schönen, als in einer i nüchternen Umgebung, die jeden Reizes entbehrt? Durchwandert man die Gärten der Brauerei, so muß man die Haft liebevolle Pflege anerkennen, die ihnen zu teil wird. ‘Ifaf den Höfen der Fabrik dagegen weicht die Schönheit
•) Wir beabüd'tiqcn. an dieser Stelle die hervorragendsten ö nbufhncilen ßtablificmei.-f j Gießens zu besprechen. D. Red.
Es kann vielleicht bestritten werden, aber uns schien es so, als ob der Keller die Hauptsache einer Brauerei sei. Und es ist auch ein Genuß, durch die gewalttgen Tonnengewölbe zu schreiten und die majestätischen, übereinandergelagerten Bierfässer zu bewundern und — ihren Inhalt zu prüfen. Bei der großen, vorbildlichen Sorgfalt, die hier auf die Pflege des Vieres verwendet wird, bei diesen prächtigen Lagerräumen, die den strengsten Anforderungen entsprechen, ist es ohne weiteres einleuchtend, daß das Bier ausgezeichnet geraten und schmecken muß
Eine vielstufige, fieinerne Wendeltreppe führt aus dem Keller empor in den Maschinenraum, die eigentliche Seele der Fabrik. Zwei prächtige große Maschinen, die aus dem nahe gelegenen Kesselhaus gespeist werden, liefern die Kraft, die die Brauerei gebraucht. Durch zahllose Trans- miffioneu wird sie bis in die obersten Stockwerke geführt, überall rastlos schaffend und wirkend. Mit den Tainpf- maschinen sind die großarttgen Eismaschinen verbunden, die im Sommer nicht allein bie erforderliche tiefe Temperatur in den Kollern halten, sondern die auch solche Diengen von Eis erzeugen, daß ein beträchtlicher Teil davon verkauft werden kann.
Weiter befinden sich im Parterre die Malztennen. Es sind prächtige Säle; zahlreick)e Säulen tragen die Deckengewölbe, der Fußboden ist mit spiegelglatten Steinplatten belegt. Hier wird die Gerste, nachdem sie in Wasser eingeweicht worden ist, weithin ausgebreitet, um zu keimen. Eine Treppe höher finden wir bann die Darre, in der das Malz (wie Die Gerste seit dem steimprozcß genannt wird) gelinde geröstet wird. Später werden durch Maschinen die Äcime beseitigt und das Malz ist fertig.
Es kann natürlich nicht im Rahmen dieser Plauderei liegen, die Kunst des Lrauens zu erläutern, dazu ist der Brauprozeß viel zu kompliziert. Das merkt man besonders.
raumigkeit, die in der ganzen Anlage herrscht, und durch die Fülle von Licht, die sich in wahrhaft verschwenderischer Weise durch Die Fenster ergießt. Man kann behaglich überall umhergehen und das Werden des Bieres bis in bie kleinsten Cinzeihellen verfolgen. Mit Genugtuung kann auch hier überall die peinlichste Sauber fett konstatiert werden. 5n dieser Sauser leit liegt, wie uns unser liebenswürdiger Eicerone erläuterte, die größte Bürgschaft, ja die eigentliche Voraussetzung für die Güte des Bieres. Von besonderem Interesse sind noch, wie hervorgehoben werden mag, die riesenhaften Braupfannen, in denen die „Würze", wie der Urzustand des Bieres genannt wird, gekocht wird, und ferner die ausgedehnten eifern en Kühlschiffe, die in Verbindung mit einem öiühlapparat die Würze mit der erforderlichen Schnelligkeit abrühlen.
In einigen Speicherräumen der höheren Etagen liegen die Malz- und die Hopfenvorräte. Tie letzteren verbreiten einen eigenartigen, sehr angenehmen Duft, wie ihn ja jeder Biertrinker, und zwar vorwiegend vom Pilsener Bier kennt. —
Wenn man endlich nach langer Wanderung das Drauereigebäude verläßt, nimmt man das Bewußtsein mit, daß Die ganze Anlage musterhaft geschaffen ist und ebenso verwaltet wird. Eine Anerkeiinung ist der Direktion dafür auch kürzlich geworden: lvir teilten schon mit, daß der Firma der Hoflieferantentitel verliehen worden sei. Turch das Streben' des Einzelnen gewinnt die gesamte Gießener Industrie, was im Interesse der Bürgerschaft mit Freude und Genugtuung begrüßt werden muß.
König Ludwig I. in Mannheim. Herr Ino Merner-Baden-Baden teilt in der „Franks. Ztg." ein amüsantes Erlebnis mit: „Im Jahre 1860 war ich mit einer von mir gemachten Erfindung für Bierbraueir- zwecke zuerst an die Öffentlichkeit getreten. Ich fabrizierte damals meinen neuen Artikel noch im kleinsten Maßstabe im „Englischen Hof" in Mannheim. Eines schönen Morgens stand int Hofe, wo ich „hemdärmelig" gerade meinen Destillierapparat anzutreiben im Begriffe war, ein schlicht gekleidetes altes Männchen neben mir und fragte:
„Was machen Sie uenn da — was machen Sie denn ba?" Was geht denn Dich bas an? dachte ich in meinem


