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3.10.1903 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt«

Samstag 3. Oktober 1903

SchalstraKe 7« ttbrefie für Depeschen, Auzetgee Vietze«. Kervtprechanlchluß 9h. 6L

153. Jahrgang

Nr. 23Ä

Mrscheiut täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem KeMschen Landwin die Sietzener Kamitten- blätter viermal in der Woche betfldegL

RototUnißbrud u. Ver­lag der Brüht "scher, Ünwerl.-Buch- u. 6t ein* drucke rer (Pietsch Erben-

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger

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Amts- Md Anzelgeblat! für den Kreis Sietzen MZS

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Die Heutige Mummcr umsaßt 16 SeUeu.

SozialvemoLratischer ZLrudermord.

Ter vom 15. sächsischen Reichstagswahlkreise zum Ab­geordneten gewählte frühere Pastor Paul Göhre hat, wie wir bereits gestern mitteilten, infolge der letzten Vorgänge innerhalb der sozialdemokratischen Partei sein Mandat niedergelegt und Hefen Schritt in einem Schreiben an den Vertrauensmann seines Kreises wie folgt be­gründet :

Der Anlaß dazu ist nicht der bekannte Angriff Bebels auf mich in Dresden. Diesen habe ich schon dort energisch zurückgewiesen, und auch Bebel hat dann sofort gründlich eingelenkt. Auch die Verdächtigungen meiner Person durch Herrn Maximilian Harden in derZukunft vom 26. September d. I. sind nicht das Motiv. Ich habe alle diese Verdächtigungen als Fälschungen entlarvt. An­laß zu meinem Schritte ist vielmehr das Mißtrauen, dem ich, wie ich glaube, ohne meine Schuld, schon seit Jähren in Parteikreisen begegnet bin, und das auf dem Parteitag in Dresden sowie nach denselben, zuletzt aber in geradezu ehrverletzendster Weise in den am Dienstag, 29. September, stattgefundenen Berliner Parteiversammlungen gegen mich geschürt worden ist. Die Ursache dieses Mißtrauens liegt ans gesprochen ermaßen darin, daß ich zu bald nach meinem Eintritt in die Partei und, ohne mir angeblich genügende 'Verdienste um sie erworben zu haben, Abgeordneter geworden bin. Ich habe heute nur noch die Konsequenz aus einer vor­liegenden Tatsache zu ziehen Ich tue den Schritt in dem Bewußtsein, der Partei mit meinen besten Absichten und Kräften gedient zu haben, ohne eigene Vorteile für Mich dabei zu suchen."

Der Wahlkreis Mittweida Nachwahl vorzunehmen haben. 16. Juni mit 19 270 gegen 114 78 der letzten Legislaturperiode war Nationalliberalen vertreten

Gleichzettig kündigt Bebel an, daß er die ebenso maß­losen wie wahrheitswidrig en Anschu td igungen des Abg. Heine nicht in einer öffentlichen Parteiversammlung, son­dern in einer Versammlung, in der die organisierten Partei­genossen von Berlin und Umgegend allein vertreten sind, zurüctweiseu werde Er mache kein Hehl daraus, daß ihm durch das Vorgehen Heines eine Rolle aufgenötigt werde, die ihm willkommen sei.

Also in den Augen des Parteidiktators Bebel ist auch der Rechtsanwalt Heine, den Harden in seiner neuesten ,Lukunst" arg mitnimmt, obwohl die beiden Herren ein­gestandenermaßen gerade in letzter Zeit intim mit einander verkehrt haben, bis der Parteitag kam, auf dem Heine Herrn Harden verleugnete, nicht würdig dieser Erden und muß hingerichtet werden. Bebel scheint das Vertrauens­votum, das Heine in der letzten Parteiversammlung von seinen Wählern erhalten hat, anzuzweifeln, indem er andeutet, daß nicht alle Besucher jener Versamm­lungG-enosjen" gewesen seien. Wenn er jetzt durch besondere Maßnahmen bewirkt, daß eine nur aus organisierten Ge­nossen zusammerrgeseüte Versammlüng zwischen ihm und Heine entscheiden soll, so liegt die Vermutung nahe, daß in solcher'Versammlung die Mehrheit hinter dem alten Führer stehen wird.

Die,^oss. Ztg." meint:

Am zweckentsprechendsten wird die Versammlung statt- findeu, wenn, nach Bebels Ansicht, sie Heine nid^t nur nötigt, sein Mandat uiederzulegen, sondern

aus derParteiauszuscheiden. Bebel will r e in e n Tisch machen und es ist nicht unwahrscheinlich, daß er sein Ziel erreicht. Mit dem jüngsten Siege Heines beginnt erst der wichtigere Teil des Krieges. Wie lange noch wttd Herr Heinrich Braun Abgeordneter sein? Bebel ist noch stärker als alle seine Gegner zusammen, wenigstens in Norddeutschland. Im Süden ist ihm derungekrönte König von Bayern" überlegen, in Berlin aber wird der Parteipapst keinen Widerstand liulden. Wer nicht pariert, derfliegt hinaus", und augenblicklich'ist Heine,cher nächste dazu".

Eure sozialdemotratiscbe Versammlung in Ponkow- Niederschönhausen hat das Verhalten der Genossen Dr. Braun, Bernhard und Göhre als eines Partet- genosfen für unwürdig erllärt.

Aus der Versammlung rm 3. Berliner Wahlkreise ist noch folgendes nachzutragen: Im Berichte desVorwärts" heißt es, daß beim Entfernen der 'Versammelten es noch zu einem sehr erregten Auftritte zwischen einer Anzahl Genossen gekommen sei. Dieser verschämte Satz desVor­wärts" bedeutet nach derVoss. Ztg.", daß ein Genosse furchtbar verprügelt und an die Luft befördert wurde. Man geht also schon zuschlagenden Argumenten" über.

Reichstagsabg. Eduard Bernstein veröffentlicht an seine Breslauer Wähler eine längere Erklärung zu den Resolutionen des Dresdener Parteitages, worin er das generelle Verbot der Mitarbeit von Genossen an bürgerlichen Blättern bedauert, weil ihre Frage im Interesse des Broterwerbs der Betroffenen nur von Fall zu Fall beurteilt werden dürfte. Den Parteibeschluß tu der Frage des ReichstaKvizepräsidenten respektiere er, beklage ihn aber; in Sachen des Nevisionismus werde er nach wie vor betonen, daß die Partei schrittweise von der abstrakten Verneinungspolitik zumMit- arbeiter an den politischen Dingen sich ent­wickelt habe und weiter entwickeln müsse.

Wie man mts Stuttgart meldet, kam es in einer dort abgehaltenen zweiten sozialdenrokrattschen Versamm- lung gleichfalls zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen Revisionisten und den Freunden Bebels. Letztere waren in der Mehrheit. Ihre, heftigen Angrifie führten schließlich zu der Erklärung des Reichstags- abgeoroneten Hildenbrandt, daß er nicht gwi llt sei, sein Mandat bei einer so frivolen Diskreditierung weiter zu führen. Trotzdem wurde eine Resolution angenommen, oie von den Revisionisten strikte Respektierung der Mehrheitsbeschlüsse verlangt.

Kie Gießener Ariedtzossweitze in der Sitzung der Stadiverordneterr.

(Schluß aus dem Dritten Blatt.)

Stadtv. Dr. Gutfleisch, dem darauf das Wort zuteil wurde, hat mit seinen Ausführungen den Beifall des größten Teils der Versammlung erlangt. Er sagte, der Stadtv. Schwall habe durch seine Darlegungen die Sache wieder in das persönliche Gebiet hinemgebracht, das die Mitglieder der Kommission nicht betreten wollten. Wir aber wollen Frieden. Ueber Motive stimmt mau nicht ab, nur der An­trag der Kommission ist hier zur Diskussion gestellt, 9tur zu seiner Begründung sind die Lettsätze ausgestellt wor­den. Mr entscheiden heute als Vertreter der Stadt und dürfen uns nicht zu Vertretern des Oberkonsistoriums machen. Jeder hat seine Ansicht. Unsere Ansicht geht dahin.

daß der Friedhof eigentlich nur zu Begräbnissen dient. Wir geben auch zu, daß auch der Kirche und chren Or- ganen ein Recht zustehe zu gewissen gottesdienstlichen Hand­lungen. Oberbürgermeister Dtteum habe es ganz fern ge­legen, bei der Gelegenheit sich absichtlich in einen Gegensatz zu der Geisllichkeit zu stellen, es habe ihm nur das Interesse und Wohl der Stadt am Herzen gelegen, wenn er auch un Eifer in manchen Sachen zu weit gegangen ist. Jeder, auch der Pfarrer muß indessen die Beschlüsse befolgen, die die Kommission saßt und der Bürgermeister ausführt, so lange diese nicht von einer höh er eil Instanz aufgehoben sind. Tie Aeußerung des Koll. Schmall, daß Reg.-Rat Dr. Heinrichs infolge Weisung des Kreisamtes zum Schutze des Oberbürgermeisters auf dem Friedhof erschienen sei, ist gänzlich unrichtig. Auchi das gestern abend er­schieneneEingesandt" oon Pfarrer Dr. Naumann enchätt Unrichtigkeiten. Er sagt darin nämlich wörtlich:

Dennoch willigte ich schließlich in die Verlegung der Weihe ein, als vom Kreisamt aus der Vermittlungs- Vorschlag gemacht wurde: ich solle auf Abhaltung der Weihe am 27. September zu verzichten, und dafür solle alsbald öffenllich bekannt gemacht werden, daß die Friedhossweche auf genau acht Tage verschoben, daß sie bestimmt und sicher am Sonntag, dem 4. Oktober d. I., nachmittags 4 Uhr statt find en werde. Die Art, wie das Kreisamt dieses versicherte, und wie besonders auf mein Anfragen auch der Herr Provinzialdirektor persön­lich diesen Vorschlag annahm, mußte mir als eine Ver- sicherung auf Manneswort gelten.

Hier spielt die erregte Phantasie diesem Manne einen argen Streich. Ich hab- der Sitzung auf dem Kreisamt beigewohnt, wobei noch Provinzialdirektor Dr. Breidert, Reg.-Rat Dr. Wagner, Oberbgm. Mecum und, so viel ich weiß, auch Kreisamtmann Dr. Kranzbuehler anwesend waren. In dieser Zusammenkunft hat Provinzialdirektor Dr. Breidert Sierra Pfarrer Dr. Naumann ernstlich zuge­redet, er möge nicht das schlechte Beispiel geben von Zu­widerhandlungen gegen Anordnungen der Obrigkeit. Er hat ihm ferner mitgeteilt, es würde für fein evangel. Pfarr­tätig kett sich doch besser machen, wenn er die G e n e h m i g- ung der Obrigkeit zur Weihe des Friedhofs ab­warten würde. Da habe ich chm gesagt, ich möchte Ihnen warm empfehlen, schie-en Sie im Interesse des Friedens die Weiht/ auf. Der Wunsch des Kreis­amts ging tttcht darauf, daß der Friedhof gewecht, son­dern daß die Weihe verschoben werde. Eine Ver­sicherung auf Manneswort:Sie dürfen weihen", ist nie und nimmer gegeben worden Das Kreis amt 'hat sich in keiner Weise ein gemischt, well es nicht angerufen war und zunächst nicht zu entsc^iden hatte. Wenn Sie die Darlegungen in den Leitsätzen der Kommission lesen, so finden Sie, daß Pfarrer Dr. Nau­mann sich nicht selbst Recht verschaffen durfte. Jedermann sind diese Schranken auferlegt; greift ein­mal eine unangenehme Verordnung Platz, so hat man sich zu fügen. Mr hätten in diesem Falle gewünscht, der Oberbürgermeister hatte erst einen Beschluß der Kom­mission herbeiführen sollen. Es führt zu nichts gutem, wenn der Oberbgm sich separiert und die Sache wäre besser gegangen und es wäre nug und zweck­mäßig gewesen, gemein fam zu arbeiten, denn, so fuhr Tr. Gutfleisch fort, dafür sind wir Stadw. doch nun ein­mal da. Mr sind doch die, die zu beschließen und zu geneh­migen haben, und wenn der Oberbürgermeister nur für sich vorgeht, so verrennt er sich in Sa ckgassen und macht eine ersprießliche Arbeit dadurch un­möglich Es hätte auch besser ausgesehen, wenn die

wird infolgedessen eine Göhre wurde dort am Stimmen gewählt. In der Kreis durch einen

Gießener StadtthrMcr.

Liselott,

Lustspiel von Heinr. Stobitzer.

Ter Hof desSonnenkönigs" wurde einem fürchter­lichen Gespött und Gelächter preisgegeben. Tie .Höflinge tänzelten, schwatzten und machten unter unaufhörlichen Ver­beugungen Front, einer wie der andere. Keiner genierte sich; alle kramten die schöne Msseufchaft von den Albern heitm und der Verweichlichung des Zlönigshoses gründlich aus. Und die Tarnen dieses Königshofes taten es ihnen darin gleich; sämtlich waren sie intrigante Kokotten, alle geflissentlich bemüht, den verrotteten Sitten der französischen Gesell­schaft zur Zett Ludwigs des XIV. so viel wie möglich er­geben zu sein. ...

In dieser Umgebung nun, im Angesicht desSonnen­königs" und dieser so ä la Louis qnatorze dressierten Ge­sellschaft stürmt eine deutsche, pfälzische Prinzessin umher, wirft hier und dort etwas um, stürmt weiter und bricht alle Augenblicke wie ein Donnerwetter über die welschen Hofschranzen los. Man wußte wohl, woher sie kam: Phi­lipp, der Herzog von Orleans, der Bruder des ftanzösischen Königs, hettatete sie, die Prinzessin ans der Pfalz, aus Gründen der hohen Politik. Frankreich soll Anspruch auf die Pfalz erheben können. Elisabeth Charlotte, so heißt die deutsche Prinzessin, erhebt aber auch Anspruch, nämlich auf ihre deutsche Art und Sitte; sie tut das, gleich wie sie sich zeigt, wie mit Bonrben und Granaten und verrät ein solch gerüttelt Maß von Edelsinn und grauentreue, daß wir den Dichter bewundern, der so die deutsche Art und Treue besingt.

Er heißt Heinrich Stobitzer und sein Lustspiel in vier Auszügen, das uns Direktor Steingoetter heute abend .als Novität vorstellte,Liselott", das ist der pfälzische Mädchenname der Prinzessin, mit dem sie sich so gern nennen hört. Das Sttick ist eine direkte Nachahmung

vonMadame saus gene", an das es aber bei weitem nicht heranreicht. Diesem beliebten Stück mit der Napoleonrolle liegt zwar auch derselbe Grundgedanke unter: ein braves Weib von frischem Temperament, uub einfacher? unverfälsch­ter Art erregt durch sein Erscheinen in der Hofgesellschaft Schrecken und Spott; allein hier ist es eine aus niedern Ständen mit der hohen Stellung ihres Mannes empor- gehobene Frau, die Ueberraschungen und lustige Geschichten verursacht, und das Stück hat viel feine Gedanken und eine ausreichende Handlung, deren sich StobitzersLiselott' nicht rühmen kann. Dort sir nicht alles, wie hier, über einen Kamm geschoren;Madame sans gene" enthält in­teressante Charaktere und ist durchaus nicht nur für das Gelächter über das Auftreten der früheren Wäscherin gemacht. Wo hätte Liselott" eine so köstlichje Figur wie den Tanzmeister, oder welchen Ersatz gibt das Stück für die Rolle des Napoleon? Ludwig XIV. stellt sich uns nicht viel anders und bedeutsamer dar als seine Hofschranzen, von denen sich auch der Herzog Phllipp nur durch feine höhere Stellung unterscheidet. Und da der ganze Grundzug des Stückes nur auf die heitere Wirkung der resoluten Herzogin gestimmt ist, nimmt sich der blutige dramatische Ernst, mit dem die' Maintenon die Kornspeicher belegt mid gegen die deutsche Feindin intrigiert, höchst merk­würdig aus.

Ter Gang der Handlung ist dann, daß die Herzogin Elisabeth Charlotte, auf einen Wink des Königs selbst klüger geworden, sich chren Mann, den Elixiraffen, zu einem liebenden Ehegatten erzieht und vielleicht noch! glück­lich mit iljtu wird. Die andere Liebesaffatte zwischen dem Hofftäulein der Herzogin und einem deutschen Grafen, einem früheren Verehrer der deutschen Prinzessin, geht so weit nebenher, daß kein Äl^ensch Interesse daran nimmt.

Tas Spiel der Mitglieder unseres neuen Stadttheaters war auch heute wieder im allgemeinen recht gut Wir lernten Frl. Margarethe Hohl in der Titelrolle des Stückes kennen. Sie führte als Herzogin chr Spiel mit

viel Natürlichkeit und Geschick durch, so daß man an das lebhafte, so von Vorsätzen und Energie erfüllte Weib, das ihren Gatten, den Elixttsabrikanten, sogar mit in die Branntweinhöhlen des niederen Volkes zu führen weiß, wo sie ihm die Not der Armen zeigen will, einigermaßen glauben i^n te. Ihr Hoffräulein, Frl. M ar are t h e Hell­berg, Nas den schwierigen Namen Rathsamshausen führte, hatte nur eine kleine Rolle, zeigte aber doch ihr Talent, das wtt schon vor einigen Tagen in denGe­schwistern" von Goethe kennen gelernt haben.. Die Mar­quise von Maintenon war die Figur, die in dem Stück eigentlich das meiste Kopfschütteln erregen mußte. Wie sie in der Gunst des Mnigs stehen konnte, wurde in keiner Weise begreiflich gemacht, und daß der Verfasser nur an unser historisches Verständnis appellierte, ist schlimm. Frl. Kell er mann, die sich als Darstellerin dieser Aufgabe annahm, konnte daher keine große Mrkung erreichen. Herr Acht er berg als Herzog von rOleans mußte ein übertriebenes Maß von Einfalt und Geckenhaftigkeit zur Schau tragen, um überhaupt etwas zur Darstellung zu bringen, das eine Wirkung haben konnte. Den König Lud­wig gab Herr Sand or f f mit gutem Erfolg. Er erschien aks der unselbständige Herrscher, der sich von den Weibern leiten läßt, sonst ein ruhiges, sogar gutmütiges Wesen zur Schau trägt. Es sollte eben alles aufMadame sans gene" herauskommen. Das Zusammenspiel unserer Künst­ler war recht gut. Anerkennung verdienen die Hofschranzen, nicht weniger auch die Schnapsbürger beim Schanllvirt Tupwis, besonders Herr Linz en als Tissot, der demHof­schneidermeister" so gelungen die Wahrheit sagte.

Auch die- zweite Vorstellung der, neuen Künstlerschaft zeigte trotz der Unzulänglichkeit des Stückes ein sehr gutes Mahnten.

Tas Haus war nicht sehr gut besucht. Hoffentlich haben wir bald wieder Gelegenheit, ein gutes Stück bei voll­besetztem Hause zu sehen. A. G.