Nr. 79
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auDft Sonntag«.
Dem Siebener 'ttnietget werden im Wechsel mit
n hessische, Canöcoirt Oirheaer Zamilien- tler viermal m der Word« deigelegt.
IRotanontörud u. Verlag bei früh l'lchen Umvers.-Vucch- »r. Stein» bcudfiei(tlicnd)l4rbcn) Nedaknon, Drvedinoa und Drucker«:
Gch»Iße«te 7.
Ldiesie tüt Develchen: Anzeiger Gieret».
^rnit»rrdiont(blii6 'Nr 51.
Freitag 3. April 1903
153. Jahrgang
Erstes Blatt.
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GietzenerAMigerW
Eeneral-Anzelger w .=.ä,
v den pohL und öligem.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen MZs V » VJ zementell: Pan« Beck.
eftaifcc MiLyctm in Kopenhagen.
Ter ftuifer ist an Bord der,HcHeuzollern" am Donnerstag 5 Uhr nachmittags in Kopenhagen eingetrosfen. Lttcz daraus begab sich K ö u i g C h r l st i a n mit bem ürouprinzeu und dem Prinzen Christian, alle in deutscher Unisocm mit dem Schwarzen Adlerorden, von der Landungsbrücke au-, wo sie vor ö Uhr cingetvoffen waren, au Bord der,^ohen- Kvllern", wo am Fallreep die vegrüstung durch Umarmung stattsand, und kehrten kurze Zett darauf zurück, woraus .naiict Wilhelm mit dem Prinzen Albert von Schleswia- Holstein-Soiiberburg-GlückSburg und Gefolge um 5Vi Uhr unter den jubelnden Hurrarufen der zahlreichen Menschenmenge das Land betrat Ter König emp,ing den Kaiser auf der untersten Stufe der LandungLorücke und h.est ihn durch Lust uiid Umarmung willkommen. Der König stellte den Kaiser, welcher Admiral-uniform mit dem dänischen Ele- santeiiordcn trug, den dem Laisec beigcgebenen Eyeeitpienst, das Personal der deutschen und englischen Gesandtschaft, die Minister und andere zum Empfange erschienene Persönlichkeiten vor. 'Jtadjbem der Oberpräsident von Kopenhagen den Kaiser namens der Stadt bewiltkonunnet und ein Hoch ausgebracht hatte, schritten beide Herrscher die Front der Chreukompagnie ab, während die Musik Heil dir im Sieger- kranz spielte. Der Kaiser und der König bestiegen dann den Wagen und fuhren, von Gordchusaren eskortiert, nach Schloß Amalicnborg, von der zahlreichen Menschenmenge jubebub begrüßt, wahrend die Spalier bildenden Truppen präsentierten und die Musikkorps spielten.
Gleich nach der Ankunft des LaiserS wurde die Laiserstandarre aus dem Paiais gehißt. Auf dem Schloßplatz paradierten bei Ankunft deS Kaiser- eine Abteilung Husaren uiü> Zi-ldartillerie und die Schloßwache. Um 6 Uhr begab iich der Kaiser nach dem Resideiizpalais zur B e g r ü st u n g er Kaiserin Maria Feodorowna, der Königin von England, der Kronprinzessin von Däne- mark und der übrigen königlichen Damen.
Der deutsche Gesandte in Kopenhagen, v. Schön, tr- hiett das Großkreuz de- DanebcogordenS.
Latser Wilhelm wurde vom König von Dänemark zum dänischen Admiral ernannt Ter Kaiser verlieh dem thüringischen Ulanenregiment Str. 6 den Namenszug seines uhess, des Königs von Dänemarks in Cpaulctts und Achselstücken, und überreichte dem Könige die Epaulettes Uiid Achselstücke nut dem neuen Namenszuge. PrinL Waldemar von Dänemark wurde k La suite der deutschen Marine gestellt
Ter König holte persönlich den Kaiser zur Galatasel ab. Ter Kaiser führte dre Köliigin von England, der König die Kaiserut Wittve von Rußland. Der König und bet Kaiser sagen nebeneinander, rechts vom Kaiser die Königin von England und der kronvruiz, links vom König die katserui Wittve von Rügland, Prinz Waldemar und die Kroiiprinzessin- Gegenüber fasten die Präsidenten des Landslhing und tzolkething.
Dec König brachte in deutscher Sprache folgenden Trinkspruch ans:
Euer Majestät! CS gereicht mir zu einer ganz besonderen Befriedigung und Freude, Cure kaiserliche und Königliche Majestät wttlkommen zu heißen. Inbem Ew. Majestät geruhten, nur in Beranlasiung meine- bevorstehenden Ge- burlsiageS einen hochgefchägten Besuch zu machen, geben Ew. Majestät mir wiederholt einen neuen Beweis der freundschaftlichen Gesinnung, wofür ich den herzlichsten und wärmsten Tank ausspreche. Möge der Besuch zum weiteren Gedeihen des herzlichen Verhältnisses zwischen unseren Häusern und stammverwandten Böllern beitragen. Ich LiüiEe auf das Wohl Eurer Nttljcstär und ihrer Majestät der Kaiserin, für deren baldige vollständige Genesung wir dte aufrichtigsten Wünsche hegen. Cs lebe der Kaiser, die Kaiserin unb allerhöchst dero Hans!
Die Musik intonierte die deutsche dtaiumalhymne. Dar Kaiser er widerte :
Euer Majestät bitte ich meinen auö dem tiefsten Herzen entströmenden Tank gnädigst enLgegennehmen zu wollen. Ich danke Cw. Majcslut für die gnädige Erlaubnis, Ihnen meinen Besuch mach en zu dürfen, unb danke aus aufrichtigem und treuerfülltem Seemanns- Herzen für die hohe Ehre, welche Ew. Majestät mir erwiesen durch meine Ernennung zum Admiral der dänischen Flotte, der Flotte, die mit ehernem Griffel ihre Geschichte in die Tafel der Weltgeschichte eingefü^ieben hat. Ich danke Ew. Majestät für die gnädige Erlaubnis, daß Ihr Ulanenregiment für alle Zeiten Ihren uns so teuren Namen fuhren darf, unb danke für den gnädigen, liebenswürdigen und prächtigen Empfang Eurer Majestät unb des gesanuen BolkeS. Ich, der jüngsten einer unter Europas Herrschern, neige mi dj in Ehrfurcht vor unserm Haupte. Ich spreche ans ganzem, tiefstem und vollen Herzen und weist mich einS mit meinem gesamten Volke, das stammverwandt dem brauen dänischen ist: Gott schütze, erhalte und segne Ew. Majestät, zu der wir aufblicken a(5 einem gnädigen, sorgen- und herzenSvollen LandeSvater, der ein Muster ist als Fürst, Muster als Eh-mann und Vater auf dem Throne. Möge es Ew. Majestät noch lange vergönnt fein, im Kreise blühender Kinder und Heranwachsender Enkelktttder für das Wohl Ihres treuen Volkes j. sorgen, möge noch reicht lange König Christian vor feinem hogen Ma,te stehen, auf bem Tan.brog weht, dessen Falten ihn noch lange um- rauschen mög.n! Seine Majestät Hurra!
Tie Musik intonierte die dänische Nationalhymne.
DaS preußische Herrenhaus beschäftigte s.ch am Dien-tag mit Petitionen, nur die der Staot i^ailottenburg über die Fl e i f ch t eu er u n a gab Anlaß zu längeren Erörterungen. Nach Herrn v. Pobdieist-. ivär«k allein die Zwischenhändler an den hoyen
yolüifdjt ^üßrsfdjau.
Fleischpreisen schuld, die Schiveinezüchrer erzielten jetzt |o niedrige Preise, dast sich die Schiveincmall kaum noch lohnte. Tie Oberbürgermeister, besonder- Herr Bcnder, waren allerdings anderer Meinung, jedoch entschie.d sich da- Hau- für den Minister und verwarf die Petttion. Am Mittwoch begann das Haus mit den Elatsberatungcn. Am Donnerstag teilte Fürst Wied mit, daß man im Abgeord- netenbaufe mit dem noch zu erledigenden Material bis zum 2d. April fertig zu werden hoife. Am 29. Aprtt werbe bann da- Herrenhaus wieder zuiammentreten und noch bis zum 1. und 2. Mai lagen. Bei der Beratung des Etats erwähnte Eifenbahnminisier Budde, dast das bei der ersten Etatsberatung im Abgeordnetenhaufe vom Finanzminister auf 35 Millionen veranschlagte Defizit int GesamtstaatShauShatt für 1902 nach dem neuesten Ergebnis bei der Eifenbahnverwaltung gänzlich verfchwindeu werde. Beim Iustizetat erklärte Minister Schönstedt, der Entwurf zu einem Fideikornmißgefetz |ei vollendet. Terfelde beschranke sich auf den G r o ß g r u n d b e f i tz. Beim Etat des Ministeriums deS Innern bemerkte Muchier von Kammerstein, die Reid-sregieruug sei stets bestrebt gewesen, gerade den kleinen Staaten zu Helsen. Was dte Schultaste, i anlange, werde die Regierung demnächst ein Schul» oerwaltungSgesetz vorlegen, das einen Ausgleich schassen soll.
Tie diesjährige Sprozentige Reichsanleihe, die wir gestern ui Aussicht steltten, ist, wie W. T.-D. heute meldet, soeben in dem Betrage von 290 Millionen Mark seitens der Rcichösiuanzverwaltung an ein unter Führung der Reichsdank stehendes Konsortium von Banken und Bankiers begeben worden, toeld)«m außerdem angehören: Die Generaldirektion der Seehandlungs-Sozietät, die Bank für Handel und Industrie, die Berliner B<mk, die Berliner Handelsgesellfä-ast, S. Bleichröder, die Kommerz- und TiSkontobank, Delbrück Leo & Co., die Deutsche Lank, die Deutsche Genossensck-astsbank Soergel, ParrisiuS & Co., die Konimandilgescllscljafl auf Aktien, die Direktion der DiskontogeseUfchakt, die Dresdener Bank F. W. Krause & Eo, das Bontgcsckjäst Mendelssohn & Co., die Mitteldeutsche Kreditbank, die 'Jialioiialbaiü für Deutschland, der A. Schaasshausensche Bankverein, R. Warsckjauer L Eo., sämtlich in Berlin, Sal. Oppenheim jr. & Eo. in Köln, die Norddeutsche Bank in Hamburg, Jakob S. H. Stern in Frankfurt a. M., Lazard Spei-er-Ettissen in Frankfurt a. Wä, die Rheinische itrebitbant in Mannheim, die Bayerische Hypotheken- uiü> Wechsclbank in München, die Königliche Haupkbank in Nüriiberg, die Ostbank sür Handel und Gewerbe in Posen, die Württemberg.sche Vereinsbank in Stuttgart. Das Konsortium wird den übernommenen Betrag am 17. April zur öffentlichen Zeichnung zum Preise von 92 für je 100 Nkark Nennwert auslegen. Tie zugeteilten Stücke können vom 27. April ab ganz, müsfen aber an diesem Tage zur Hälfte unb mit je einem Viertel am 1L und 25. Mar gegen Zahlung des Preises abgenommen werden.
Bedrohte „Hochburgen".
Unser Berliner par.ameniarlfcher Mitarbeiter schreibt unierm 2. April:
Mit dem „trabitioneUen Rech^ ber Parteien auf bestimmten politischen Besihstanb bürste im Wahl kämpf verschiedentlich ausgerauntt werben. Keine einzige Partei ist ihrer sämtlichen Hochburgen" sicher. Dein Zentrum erwachsen Sorgen seines bäuerlick-cn Anhanges wegen, den ihm namentlich im Rhcinlaiid der „Bund der Landwirte" abspenstig zu machen sucht. Den Sozialdcuiokraten stellen sich bei|pielöiueife in Hamburg und Lübeck die vereinigten bürgerlichen Parteien entgegen Den Nationalliberalen werden von bünblerischer Sette in der Pfalz, von konfer- vativer üt Hannover die ,Lagbgründe" streitig gemackst. Ebenso ergeht es den Freisinnigen ui Niederjchletien, wo ihre Zirkel von den ZLonservativen bedroht werden. Sie gedenken stch zu revanchieien durch LrfclMkterungSversuche am konser- valiveu Besitzstände m den altpreußijchen Provinzen und m Pommern. Auch die polttische Wett i|t rund uiU) soll sich dreyn. Im Grunde aoer wünscht jede der betrcfienben Parteien, daß „ihre" Wähler „konseruatw" seien, d. b. daß sie der alten Partei treu bleiben unb ihr bie „Hochburg" qicht verloren gehen lassen.________________________________
Aus Hlaöt uni) ^uiiü.
Gießen, am 3. April 1903.
w Personalien. In den Ruhestand versetzt wurde der KreiSschulinspcktor Brilmayer in Lkainz auf fern Rach- suchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Zugleich wurde ihm daS Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. — Ernannt wurde der Schullehrer Hofmann zum KreiSschulinfpektor in Bingen, der KreiSschulinfpektor Schrod zu Heppenheim zum Kreiöfchulmspektor in Mainz. — Ter Charakter als Professor wurde erteilt den Oberlehrern an dem Gymnasium und der Lberrcalschule zu Offenbach Dr. Weißgerber und Dr. Siebert und dem Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen, Luley. — Ernannt wurde der Ingenieur Heinrich Schöberl au6 Vappenheim zum ständigen technischen HilsSarbeiter bei der Abteilung für Bauwesen deS Ministeriums der Finanzen mit dem AmtStitel ,Cbcrmgenteure. — Dem Grotzh. Bürgermeister Steg müll er zu Erbach i. O. wurde das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. — Berfeyt wurde der Cbcqtcuer- iinfpektor, RegierungSrat Römheld in Offenbach, in gleicher Diensteigenschaft an daS Hauptfteueramt Vtainz —, der Cber»
stcuennspektor in Worin-, RegierungSrat Dr. Heil, m gleicher D»ensleigenschast an da- Hauptsteueramt Offenbach.
*^Die Enteignung des Klinikgel ünde-vor dem Provinzialausschust In unserem gestrigen Schlustberichte war durch das Verseljvn eine- Setzer- ein 'Passus in Wcgsall gckommeii. Wir sehen un- veranlaßt, ihn hier nachzuhvleii. Herr Äreisbauinspektor Becker suhrt« in einem Schlußworte folgendes auS: Gegenüber der Darstellung, als ob die freihändigen Verkäufe unter einem gewissen Zwange erfolgt seien, könne er an fuhren, datz andere Vcrkäuser den gezahlten Preis von 5 Mk. sür am gemessen hielten, z. B. der Maurermeister Haubach. Bezüglich der Abtretung der slädtisä-en Parzellen an den Staat zu 5 Mk. müsse er ausdrücklich tonslcttieren, daß die Stadtverordneten in der betressenden Sitzung den tatsächliche» Wert auf 5 Mk. pro Quadratmeter taxiert hätten.
— Gelegentlich der Einweihung des Provin- zialsiechenhauseS stiftete der seitherige 9!achlwächtcr, jetzt HilfSgärlner Geißel auS Allenbuscck den jetzt noch dort «bei- lenden Dachdeckern und Betonarbeitern einen Humpen. Die Arbeiter brachten auf die Provinzial-Siechenanstalt ein Hoch auS.
— Gießener Volksbad. Im März wurden 7921 Bäder verabreicht gegen 7581 im Februar 1908 unb 7244 im Marz 1902 oder tm Durchschnitt auf ben ganzen Badelag 278 Bäder gegen 297 im Februar 1903 unb 278 im März 1902. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt:
Schwimmbad 3766 Männer, darunter 744 zu 10 Pfg^
, 765 Frauen, , 177 , 10 ,
Wannenbäder 1. Klasse 259 Männer, 92 Frauen, , 2. , 708 , 461 ,
Dampf- und Heißluftbäder, sowie SDlaffage zusammen 146 Männer, 41 Frauen. Brausebäder 1439 Männer, 249 Frauen. Die Personenwage wurde von 200 Personen benutzt. DaS Bad von einer Person besichtigt.
— PassionSfpiele nach Oberammergauer Art sinden zur Zeit in Darmsladt statt. Die erste Aufführung war am Sonntag abend. Sind die Spiele auch natürlich nur eine sehr schwache Nachahmung der weltberühmten Aufführungen in bem kleinen oberbayerischen Dorfe, so finb sie doch eine ganz würdige Darstellung des größten WeltdramaS, deren Wirkung nur durch den leider sehr störenden Dekorationswechsel beeinträchtigt wird, der viel zu lange Pausen mit dem obligaten Lärm hinter dem geschlossenen Vorhang verursacht.
** Buntes Theater. Wie sollte man nicht kommen, wenn es galt, das Spiel ber fröhlichen Künstler unseres Stadttheaters noch einmai zu feben? DaS Haus war vollständig besetzt. Unb ein sehr unterhaltsamer, vergnügter Abeiib würbe un5 bereitet, in buntester Abwechslung. TaS Lustspiel „Der Giftmischer wird den liebenden oder eifer« süchtigen Eheleuten unter den Besuchern manck-e Anregung geboten haben. UnS hat eS auch vergnügt. Onkel Ram« seyer ist ein famoser Helfershelfer, auch ein schlauer Bursche seines Leutnants, wie wir später, in der Neulersche» Posse, sahen. Er kann mit dem Erfolg, den die Künstler unter seiner Leitung in den vielen Nummern dc^ProgrittnmS daoontrugen, vollauf zufrieden sein. Man scheiitte ben Zauberkunststücken soviel Aufmerksamkeit, toie fröhlichen Beifall ben Couplets unb Gesängen. Auch Klavier unb Violine trugen viel zur angenehmen Stimmung bei. Wollen die Künstler einen solchen bunten Wend noch einmal wiederholen, so werden die meisten, die gellem abend ün Theater weilten, sicherlich wieder zur Stelle fein.
*• Professor Dr. Wasfermeyer, der bekannte Lehrer der chemi,chen Analyse an der Technischen Hochschule zu Aachen, war am 1. d. M. hier eingetrossen, um bie von uns angekündigten technischen Erläuterungen zu dec bcrorllehcnben Erbauung eines Sprubelbrunnens auf dem Bahnhossvlatze vor der versammelten Bürgerschaft Gießens zu gcoen. Durch einen widrigen Umstand hat er jedoch davon abstehen müssen. Leider konnten wir erst in unserer am späten Nachmittage hier zur Ausgabe gelangenden Nummer von dem Bevorstehen dieses bedeutsamen Ereignisses Kunde geben. Nur einem kleinen Teile unserer Stadtabonennten lag die Nummer bereits um 5 Uhr in Händen, und von diesen hatten sich nicht gerade bie Intelligentesten mit Garbenien im Knopfloch zum Empfange des hervorragenden Aachener Gelehrten auf dem Baynhoje ein» gefunden. Professor Wasseimeyer erkannte aber bald feine Pappenheimer, und nacljbem er ein Gläschen von dem neu erbohrtcn Sprudelwasser, gemischt mit Baldriantropfen, zu sich genommen hatte, um sick> den Aerger über sein verfehltes Kommen wegzuspülen, reifte er bereits mit dem nächsten Zuge wieder unverrichteter Sache ab. Wie wir hören, wird nun die Erbohrung des Brunnens nicht vor bem 1. April des nächsten Jahres vor sich gehen können.
v. Watzenborn, 1. April. Seit einigen Tagen sind unter vielen hiesigen Schulkindern die Masern ausgebrochen. In Steinberg ist bie unterste Klasse darum schon gefchlosien worden.
§ Butzbach, 2. April. Ter hiesige Elementarlehrer und Gesanglehcer unserer städtiscken Schulen, Herr Kammer hat einen Ruf als Mui Mehrer an die Großh. Lber- Realschule zu Offenbach erhalten. Sein Weggang wirb sowohl von Kollegen unb Schülern, als auch von unserem Frauenck-or bebauert; letzterer verliert in bem Scheibenden einen Mitbegründer und eifrigen Dirigenten. — Tie Verwaltung des hiesigen Math il den st ifts hat ben Zinsfuß für Einlagen auf 3Vs Proz., für Hypothekendarlehen auf 4 Proz. unb für Schuldscheinbarlehen auf 4% Pcoz. mit Wirkung vom 1. Juli ab festgesetzt.
X Sonborf, 1. April. Durch bad schöne Wetter


