Ausgabe 
3.3.1903 Viertes Blatt
 
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Dienstag, 3. März 1903

153, Jahrg.

Erscheint »glich mit Au-nabme de» Sonntag«.

Di .Gießenc ^oertllciblltter* werden dem Anzeiger vierma wöchentlich bei gelegt. Der ,,hes-fch« r«d»trt- erscheint msmultch einmal.

Giehener Anzeiger

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Rotatior^drnck und veetag der Grü HIlchW UnwerftiätLdruckerei (Pietsch Erdens» Oietze»

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sieben.

Parlamentarische Verhandlungen.

Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet.

Deutscher Reichstag.

271. Sitzung vom 2. März.

1 Uhr. Das Haus ist sehr schwach besetzt.

Am Buitdesrathstisch: Kraetke u. A,

Auf dem Platze des Aba. v. Winterfeldt - Mentin Ö, der seinen achtzigsten Geburtstag feiert, prangt ein schönes enarrangement.

Präsident Graf Ballestrem: Ich eröffne die Sitzung. Meine Herren! Unser verehrter Kollege v. Winterfeldt-Menkin feiert heute in aller Frische seinen achtzigsten Geburtstag. Ich darf Namens aller Kollegen dem ehrwürdigen Geburtstagskinde die herz­lichsten Glückwünsche darbringen, und wünsche, daß auch sein fernerer Lebensabend sich als ein segensreicher für ihn gestalten möge. Die Blumen auf dem Platze des Geburtstagskindes sind im Namen des Reiäzstags dargebracht. (Beifall.)

Hierauf wird die zweite Berathung des Post-Etats fortgesetzt.

Berm TitelOberpostbirektoren" erwidert auf eine Anregung des Abg. Eickhoff (freis. Vp.i

Staatssekretär Kraetke, baß es nicht in der Absicht der Post- serloaltung liege, Beamten der höheren Karriere deshall» vom Auf­sichtsdienst auszuschließen, weil sie das 40. Lebensjahr überschritten hätten.

Abg. Lenzmann (freis. Vp.) beschwert sich darüber, daß in Wetzlar Postanweisungen verspätet ausgetragen würden, weil kein Geld in der Kasse war. Werter thcilt Redner mit, daß er sich am Sonnabend geirrt habe. Die Schuld daran, daß nur 2000 neue Assistentenstellen eingestellt seien, läge nicht am Reichsschatzamt, sondern an der Reichsvoswerwaltung.

Direktor im Rcichsschatzamt Twele dankt für diese Erklärung und bemerkt, das Reichsschatzamt hätte doch keine Veranlassung, mehr Beamten zu bewilligen, als die Reichspostverwaltung selbst gefordert hätte.

Beim TitelUnterbeamte" tritt

Abg. Sittard (Centr.) für eine größere Sonntagsruhe der Postunterbeamten etn und wünscht Gummimäntel für die Brief­träger.

Staatssekretär Kraetle führt aus, daß an jedem zweiten Sonn­tag 77 Prozent und an jedem dritten Sonntag 97 Prozent aller Beamten frei hätten. Besuche mit Gummimänteln hätten sich nicht bewährt, für Leute, die sich viel bewegen müßten, seien Gummi­mäntel das Entsetzlichste, was man sich benlen könnte. Dagegen würden bald überall leichte Radmäntel aus geben eingeführt, bie sehr praktisch wären.

Beim TitelPoslamtsvorsteher I. Klasse" wünscht

Abg. Lenzmann (freis. Vp.) eine besondere Oberpostdirettion für Charlottenburg, jetzt würde der Theil Charlottenburgs, der nicht zu Berlin W. gehört, stets sehr schlecht behandelt,

Abg. Fischbeck (freis. Vp.) bemerk:, daß ihm von solchen Klager: nichts bekannt geworden sei und bittet, dieser Anregung keine Folge zu geben.

Beim TitelStellenzulagen" tadelt

Abg. Eickhoff das Strafverfahren, das jetzt gegen die Unter beamten ausgeübt würde und wünscht bessere Wohnungs- verhältuisie für die Unterbeamren in Rheinland und Westfalen.

Staatssekretär Kraetke erwidert, cs sei stets sein Streben, die Wohnungsoerhältnisse der Beamten zu verbessern. Er selbst sei kein Freund von Geldstrafen und sei auch nicht dafür, daß bei jedem kleinen Versehen gleich gestraft würde. Deshalb sei es besser, wenn den Beamten mündlich gesagt würde, so was darf nicht wieder vorkommen.

Abg. Zubeil (Soz.) beschwert sich darüber, daß die Postillone in Berlin nie einen ganzen freien Sonntag hätten. Auch sonst sei der Dienst der Postillone viel zu schwer, sie würden auch viel zu schlecht bezahlt.

Staatssekretär Kraetke führt aus, es sei das Bestreben der Verwaltung, das Geld stets rechtzeitig auszuzahlen, wenn das in Wetzlar nicht geschehen sei, so fei das etn Ausnahmefall, den er genauer untersuchen werde. Die Lage der Postillone habe sich nicht verschlechtert, die Sonntagsruhe würde ihnen jetzt auch in reicherem Maße gewährt, da am Sonntag die Packete nur bis 10 Uhr bestellt werden sollten. Ein Märchen sei aber wohl die Erzählung, daß ein Postillon die ganze Woche nicht aus den Kleidern gekommen sei. Alle Postillone bekämen jetzt wetterfeste Mäntel geliefert.

Abg. Zubeil hält seine Beschwerden auftecht, wenn der Staats­sekretär mal die Postillone selbst fragen wollte, würde er wohl eine andere Antwort bekommen, als er sie jetzt gäbe.

Direktor im Reichspostamt Witiko meint, daß der Vorredner wohl von seinen Gewährsmännern getäuscht worden sei.

Beim TitelLandbriefträger" wünscht

Abg. Singer (Soz.) eine Erhöhung des Anfangsgehalts dieser Beamten.

Beim Titel ..Postagenten" erklärt

Staatssekretär Kraetke, daß die meisten der Postagenten aus Eisenbahnbeamten, Lehrern und Gastwirthen beständen, über 50 Jahre alt seien und daher nicht pensionirt werden könnten. Das Gehalt der Agenten sei von Jahr zu Jahr erhöht worden, bedürf­tige Agenten würden stets unterstützt.

Der Titel wird bewilligt, ebenso debattelos der Rest der dauernden Ausgaben und eine ganze Reihe von Positionen der einmaligen Ausgaben.

Bei der PositionZur Erwerbung eines Grundstücks für neue Poftbetricbsanlagen am Schlesischen Bahnhof in Berlin, zweite Rate" hat die .Kommission 20 000 Ml. gestrichen und anstatt der geforberien 330 500 Mk. nur 310 500 Mk. bewilligt.

Abg. Eickhoff beantragt, die ganze Summe zu bewilligen.

Statssekretär Kraetke weist darauf hin, daß es der Reichsposr- verwaltung gelungen sei, von den Grunderwerbskosten 235 000 Mark, abzuhandeln. (HörtI hört!)

Aba. Singer meint, es sei doch interessant, daß c5 erst in Folge

des Drängens der Budgetlommisiion gelungen sei, etwas abzu- bandeln. Die geforderten Preise seien ganz exorbitant hoch, daS hätten sich auch die Taxatoren der Post sagen müssen. DaS Reich kaufe im Allgemeinen immer zu theuer. Jedenfalls bitte er den Staatssekretär, von dem System seines Vorgängers adzuaeben, durch bestimmte Personen TerrainS anlaufen zu lassen und diesen dann die Terrains mit erheblicher Erhöhung deS Kaufpreises ab­zunehmen. Der Staatssekretär möge sich nur an unparteiische Sachverständige wenden.

Statssekretär Kraetke erwidert, die Verwaltung sei stets den gangbarsten Weg gegangen, bei dem sie sieb am besten stände. Aber das Publikum wisse genau, welche Terrains von der Post gebraucht würden, und deshalb würden die Zwisctzenhändler einfach auS- gelacht, wenn sie sagten, sie brauchten das Gelände für sich selbst. Tic Post kaufe daher lieber selbst und suche nach Möglichkeit vom Preise etwas abzuhandeln. In diesem Falle sei dies gelungen, weil der Bescher schon Terrain in Rixdorf gekauft habe und in Ver­legenheit gekommen wäre, wenn man ihm sein Terrain nicht ab« genommen Härte. Hier sei also nicht das Drängen der Budget- lommisiion, sondern ein Zufall die Veranlasiung zu dem günsti­gen Kauf gewesen.

Nach kurzer weiterer Debatte wird der Antrag Eickhoff ein* stimmig angenommen.

Bei dem Titel:Zur Erwerbung eines Grundstücks in Geb- weiter" hat die Kommission 50 000 Mk. gestrichen. Das Haus tritt ohne Debatte diesem Beschlüsse bei.

Der Re st des Extraordinariums wird bewilligt.

Bei den Einnahmen erwidert auf verschiedene Anregun­gen des Abg. Blcll (fteis. Vp.)

Staatssekretär Mraetfc, daß unser Postanweisungssystem sich durchaus bewährt habe und eine Umänderung nach wurrembergi- schem Muster nicht empfehlenswerth sei. Die Handelskammern hätten keinen Behördencharakter und konnten daher nicht sich des Ausdrucksportopflichtige Dienstsache" bedienen. Jedoch fänden augenblicklich Erwägungen statt, wie weit man Den Handels­kammern auf diesem Gebiete entgegenkommen könne. So lange wir im inneren Verkehr kein Einheitsporto für Postpackete über 5 Kilogramm hätten, könne auch ein solches Einheitsporto nicht im Verkehr mit dem Auslande cingcfübri werden. Die deutsche Postverwaltung sei mit der holländischen in Verbindung getreten, um einen billigeren Telephontarif mit Holland zu bekommen.

Der Rest des Etats wird angenommen.

Damit ist die zweite Berathung des Postetat­erledigt.

Der Etat der Reichsdruckerei wird ohne Debatte in zweiter Berathung angenommen.

Damit ist die Tagesordnung erledigt.

Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr (Petitionen, Etats deS Reichsinvalidenfonds imd der Reichseisenbahnen).

Schluß 4% Uhr.

3>er Trierer Bischof Korum vor dem Farlamentsforum.

Im preuß. Abgeordnetenhause erklärte am Montag Ministerpräsident Graf Bülow auf die nationalliberale Interpellation betr. die Verfügung des Bischofs Ko- rum in Trier: Bevor der Kultusminister auf die Einzelheiten der Angelegenheit eingehe, müsse er sagen, daß der konfessionelle Friede durch ein Vorgehen wie das des Bischofs von Trier gefährdet werde. Er bedauere das um so lebhafter, als für einen solchen plötzlichen .Vorstoß keinerlei Veranlassung vor- liege. Der Bischof habe wegen der Trierer Schulverhält- nisse bei der Regierung keinerlei Schritte getan und auch im Abgeordnetenhause seien bisher keine derartigen Aus­stellungen erhoben worden. Die bezüglichen Etatstitel seien regelmäßig anstandslos bewilligt worden. Das Vorgehen des Bischofs sei um so auffälliger, als er habe wissen müssen, daß er, der Ministerpräsident, stets Gerechtig­keit übe gegenüber den beiden Konfessionen. Er, Bülow, sei stets aufrichtig bemüht, berechtigten Klagen der katholischen Mitbürger gerecht zu werden. Ein konfessio­neller Zwiespalt müsse durch Gerechtigkeit behoben werden, das habe der Bischof äußer Acht gelassen und seine schroffe Form erschwere eine Verständigung. Soweit Mängel bestehen, müsse der Staat sie beseitigen. Die Regierung erwarte aber, daß der B i s ch o f seine Verfügung rückgängig macht. Durch die Abreise des Bischofs nach Rom habe die Regierung nicht direkt mit ihm verhandeln können, und deshalb den Ge­sandten beim Vatikan ersucht, die Aufmerk­samkeit der Kurie auf den Fall $u lenken. Die Re­gierung wünsche, daß durch die Trierer Angelegenheit das Verhältnis zwischen Staat und Kirche nicht gestört werde. . .

Sodann nahm das Wort der Kultusministe r Dr. Studt. Derselbe ging zunächst auf die Trierer Schul- oerhältnisse ein und führt aus, daß die Broschüre des Bischofs Korum betreffs der Beschwerde unbegründet sei. Der Bischof habe den Streit einfach vom Zaune gebrochen, ohne vorher den Versuch zu machen, bei ihm, dem Minister, Abstellung seiner Beschwerden zu er­reichen. Die UnterrichtsverwaUung werde dem ihr auf» gezwungen en Kampf mitRuhe entgegensetzen und sich ihrer Pflicht und ihrer Aufgabe, die Rechte des Staates und den konfessionellen Frieden zu wahren, stets bewußt bleiben. .

Aeran reihten sich Reden von Aogeordneten der ver­schiedensten Parteien. Später nahm nochmals Minister­präsident Graf Bülow das Wort und erkläre, als Mann des Friedens wolle er annehmen, daß der Erlas des Bi­schofs nicht ein Wetterleuchten vor dem Lturm, sondern nach dem Sturm des Kulturkampfes sei. Sollte^ aber Sturm komnien, so trage die Regierung nicht die schuld. Dor ihm, dem Ministerpräsidenten, |eien Kon^kle keine Sportsache, er suche Konflikte nicht schon im Jnterefte der Aktiv ns frech eit gegenüber dem Auslande, aber der Au-- fechtung notwendiger Konflikte werde er (ich nicht ent- zieben Bülow erklärte noch, daß das Abkommen über

die Errichtung einer katholisch-theologischen Fa­kultät in Straßburg zu den guten Abkommen gehöre, welche beide Teile befriedigten. Die Regierung stehe nach wie vor auf dem Modus Vivendi, den Fürst Bismarck mit de m g egen io artigen Papst vereinbart habe. Wir wollen selbst den Frieden, ver­langen aber auch von der andern Seite Wahrung des Friedens. Gegenüber der Intoleranz gebe es keine Toleranz.

Die Besprechung wurde darauf geschlossen.

Bischof Korum wohnte, wie aus Trier telegraphiert wird, der dortigen Pap st fei er nicht bei. Er war vor­her nach Kob lenz abgereift Die ihn vertretenden Geist­lichen erwähnten den Trierer Schulkampf nicht.

Politische Tagesschau.

Der neue Generalsekretär der Nationalliberalen,

Herr Breithaupt, ist öffentlich hervorgetreten durch eine Rede in Frankfurt a. O. am vorigen Mittwoch zur Empfehlung der nationallib. Kandidatur Schwabach. In der­selben hob Breithaupt hervor, daß alle grundlegenden Gesetze im Reiche im Wesentlichen gegen den Widerstand bet konser­vativen Partei durchgeführt werden mußten. So groß die Verdienste des Liberalismus um die Fertigstellung und den Ausbau des Reiches gewesen sind, so habe der Libera­lismus augenblicklich nicht mehr den ihm ge­bührenden Einfluß, und es sei Pflicht seiner Anhänger, ihm diesen Einfluß nach Mglichkeit wieder zurückzugeben. ,5)er Liberalismus weiß gar nicht, welche unverwüstliche Lebenskraft in ihm steckt, und daß er nur richtig erweckt und geführt sein will, um all den Gegnern von rechts und links, die eifrige Totenarbeit verrichten, zu beweisen, daß es noch lange Zeit hat, Trauertränze auf seinem Grabe niederzulegen.* Der Redner sprach auch vom Bunde der Landwirte. So sehr man die Bildung des Bundes an sich verstehen könne, ebenso entschieden ist Stellung zu nehmen gegen die Leitung dieses Bundes der Landwirte, dessen dik­tatorische Wirksamkeit nach Ansicht vieler einsichtiger Männer der Landwirtschaft nicht zum Segen gereicht und auch in der Folge nicht gereichen wird. Mit dem Zentrum sei ein Kartellabschluß schlechterdings nicht möglich, weil es in miß­bräuchlicher Weise die Religion zu politischen Zwecken anwende. Um so notwendiger sei für den <5ie g des Libera­lismus das Zusammenschließen der Liberalen.

Aus Äadt uui) £ani>.

Gießen, 3. März 1903.

Oeffenrliche Lesehalle. Im Februar wurden 2312 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 922, Zeitschriften 701, Zugeno^riften 290, Litteraturgeschichte 16, Länder- und Völkerkunde 54, Kultur­

geschichte 20, Geschichte und Biographien 106, Naturgeschichte und Technologie 109, Seewesen 10, Hauswirtschaft 4, Philo­sophie und Religion 14, Staatswissenschaft 6, Fremdsprach­liches 17 Bände. An Auswärtige wurden 98 Bände verliehen.

P. Turnerisches. Bei der am vergangenen Sonntag in der neu erbauten Turnhalle der Turngemeinde Hanau stattgehabten Zusammenkunft der freien Vereinigung der Vor­turner des Mittelrheinkreises waren die beiden hiesigen Turn­vereine mit je einer Musterriege am Barren vertreten. Bei der Kritik erhielten für ihre Leistungen der Turnverein die Notevorzüglich", der Männerturnverein die Note »gut6,

§ Butzbach, 2. März. Das hiesige Unteroffizier­korps veranstaltete am SamStag Abend im »Hessischen Hof" eine Feier, welche auch von Offizieren und Zivil besucht war. Der musikalische Teil des Programms wurde von Mitgliedern der Offenbacher Regimentskapelle ausgeführt. Von SamS­tag auf Sonntag wütete ein orkanartiger, zeitweise mit Ge­witter begleiteter Sturm über unserer Gegend, welcher neben Beschädigungen an Gebäuden und Verheerungen in der freien Natur auch auf mehreren Strecken Störungen in den Tele­graphenleitungen , hier sogar Kurzschluß bei der ober­irdischen Leitung unserer elektrischen Stadtbeleuchtung, verursachte, sodaß letztere schon am Abend gegen 9 Uhr von der Zentrale aus eingestellt werden mußte. Offenbar in­folge ungenügender Spannung der Drähte des Hauptleitungs­netzes ist das gefahrdrohende Zerreißen und Gegeneinander­schleudern solcher eingetreten, wodurch das Erglühen und Funkensprühen noch anderer Leitungsdrähte hervorgerufen wurde. Heute vormittag waren die letzten Arbeiten der Wiederherstellung beschädigter, resp. gestörter Leitungsstrecken vollendet.

Mainz, 2. März. Der Deutsche Weinbaukongreß findet hier vom 14. bis 18. August statt und eS ist für den­selben ein reiches Programm aufgestellt. Letzteres umfaßt außer den drei, lehrreiche Referate über die verschiedensten sachlichen Fragen darbietenden Kongreßsitzungen, eine Kost­probe hessischer Weine aus den verschiedenen Gebieten, Ausflüge u. s. w. Auch ist mit dem Kongreffe eine all­gemeine Ausstellung von Vorrichtungen und Bedarfs­gegenständen für Weinbau, Weinbereitung, Weinbehandlung, Kellerwirtschaft und der dabei in Betracht kommenden Unfall­verhütungsvorschriften , Wemoersandt, fachwissenschaftliche Sammlungen, Präparate, 2lpparate, sowie Fachschriften ver­bunden.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und de» Nachbarstaaten. Zn Bad Nauheim erhängte sich, wie man uns mitteilt, ein im 79. Zahre stehender gut­situierter Herr, der längere Zeit leidend gewesen, jedenfalls in einem Anfall geistiger Umnachtung.