Ausgabe 
3.3.1903 Erstes Blatt
 
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der Gegenseite amiehme. Es sei unbedingt notwendig, d< Diejenigen Mitglieder des Provinzialausschusses, welche der Besichtigung der in Frage kommenden Oertlichkeiten nicht beiwohnten, dies noch nachholten, damit sie genau über die Situation informiert wären. Hierauf wird Professor Vossius als Sachverständiger gehört. Derselbe erklärt, das vorliegende Proejkt über die Anlage der Augenklinik beruhe auf sehr sorgfältigen, jahrelangen Beobachtungen und Studien seinerseits. Er habe zu diesem Zwecke eine ganze Reihe Anstalten und Kliniken in Deutschland besich­tigt. Er müsse die Ansicht, daß es sich bei der zu erbau­enden AugenÜinik nur allein um eine Stätte für den Unterricht handele, bestreiten, es sei auch damit die Schaffung einer Heilstätte bezweckt. Es sei die erste Be­dingung, daß Augenleidende gegen Zugwind, Staub und Rauch ganz besonders geschützt sein müssen. Pros. Vossius erwähnt die .Vorteile, welche in dieser Richtung das Staatsprojekt dem vom Rechtsanwalt Grünewald vorge­legten Plan voraus hat. Auf dem höchsten Punkt des Sel­tersberges sei eine Augenklinik am denkbar schlechtesten plaziert; dem Wind von jeder Seite preisgegeben, leiden ote Anstall resp. deren Patienten auch unter dem Staub, den der sehr starke Verkehr nach der dahinter vorgesehenen Chirurgischen Klinik mit ihrem naturgemäß sehr großen Betrieb verursachte. Hierzu komme der Rauch und Qualm, welcher der Maschinenanlage für die anderen Kliniken ent­ströme. Das Staatsprojekt sei überaus praktisch, es be­käme von der Frankfurterstraße eine eigene Zugangsstraße, während die Chirurgische Klinik von der Klinikstraße aus zugänglich sei, so daß die Augenkranken durch deren Ver­kehr nicht behelligt werden. Justizrat Hirschhorn wünscht von Professor Vossius zu wissen, ob es in Deutsch­land Kliniken giebt, deren Direktoren in derselben oder mit derselben verbunden eine Dienstwohnung haben. Prof. Vossius erklärt, ihm sei eine solche Klinik, wo dies der Fall sei in Deutschland nicht bekannt. Da die anderen Direktoren der medizinischen Kliniken aber Dienstwohn^ ungen haben, so sehe er nicht ein, warum bei der Augen­klinik nicht auch dafür Fürsorge getroffen werden solle. Er persönlich habe an der Dienstwohnung kein Interesse, denn er besitze ja sein eigenes Haus, die Angelegenheit fei nur für seinen eventuellen Nachfolger von Bedeutung. Justizrat Hirschh o rn verweist darauf, daß ja nach per Erklärung des Sachverständigen, nach der andere gleiche Institute an deutschen Universitäten keine Direktorwohnung haben, die zu erbauende Augenklinik diese Einrichtung auch nicht notwendig haben müsse, damit entfalle aber die un­bedingte 9Lotwendigkeit der Inanspruchnahme wenigstens des größten Teils des Geländes von der Baiserstiftung. Hierzu komme, daß die gesetzgebenden Faktoren die Er­bauung einer Direktor-Wohnung noch gar nicht genehmigt hätten. Professor Poppert, als Sachverständiger ver­nommen, bemerkt, daß er vom rein medizinischen Stand­punkt keine Einwendungen zu machen habe, wenn die vor­gesehene Chirurgische Klinik an den vom Rechtsanwalt Grünewald vorgesehenen Platz zu stehen komme, wenn technisch die Möglichkeit bestehe, den Operationssaal mit Nordlicht zu versehen. Es sei ihm aber der Platz gegen­über der Frauen- und Inneren Klinik lieber, denn die Kliniken seien in erster Linie zu Lehrzwecken bestimmt. Des­halb dürsten sie nicht zu wert von der Stadt entfernt liegen. Aber bei dem oberen Projekt fei der Weg an der Riegel'fchen Klinik entlang unzweckmäßig und zu weit. Denn wenn auch bei diesem Projekt die chirurgische Klinik gegen Wind geschützt und richtig orientiert zu stehen kommt, so führe der Weg zu derselben erst bergauf und bann wieder bergab, sei weiter, was bei dem Umstand, daß die Kranken etwa zur Hälfte auf Wagen geschoben werden müßten, sehr ins Gewicht falle.

Justizrat Hirschhorn wünscht zu wissen, ob Professor Poppert Auskunft darüber geben könne, ob die Absicht be­stehe, in absehbarer Zeit eine Verlegung der Anatomie vor­zunehmen, und ob er angeben könne, wie weit wohl der Weg von der Anatomie bis zur Frauenklinik sei. Der Sach­verständige bemerkt, daß er den Weg auf höchstens zehn Minuten schätze, und daß es wohl feststehe, daß die Anatomie verlegt werden solle; wann dies aber geschehen werde, könne er nicht sagen.

Regierungsbaumeister S a r d e m a n n-Marburg bemerkt, daß er ebenfalls der Ansicht sei, daß der Operationssaal für eine Chirurgische Klinik nach Norden liegen muffe. Das Pro­jekt Grünewald fei durchführbar; zwar biete die Fa^ade der Chirurgischen Klinik nach der vorgesehenen Verbindungsstraße zwischen Klinikstraße und der Straße an der Psychiatrischen Klinik einige Schwierigkeiten, aber ein Techniker wie der Herr Bauinspektor Becker werde eine ehrende und dankbare Auf­gabe darin suchen, eine geschickte Lösung dieser Aufgabe zu stnden. Regierungsbaumeister Sardemann hält es im In­teresse der Entwickelung unserer Stadt für schädlich, die Kliniken auf das beanspruchte Gelände links der Wilhelm- straße zu stellen. Entwickele sich die Stadt mehr, so werde für das ganze Terrain nach dem Bergwerkswalde zu eine direkte Verbindung zum Güterbahnhof nur durch die jetzige Klinikstraße gehen, und dies halte er im Interesse der dort,gen Institute für einen großen Mißstand. Es werde sich später das dringende Bedürfnis Herausstellen, zwischen der Klinik und Wilhelmstraße eine weitere Quer­straße von der Frankfurterstraße aus herzuslellen; das fei aber unmöglich, wenn man hier die Kliniken dazwischen schiebe. Bauinspektor Becker wies diesen Aussagen gegen­über darauf hin, daß der Verkehr seinen Weg immer bergab nehme und daß daher der Verkehr von dem Terrain, welches der Sachverständige erwähnte, nicht über die Höhe hinweg und durch die Klinikstraße, sondern durch die bergabführenden Straßen, wie Wilhelm- und Liebigstraße gehen werde. Bei dem Staatsprojekt werde die Klinikstraße sogar auch noch von dem Verkehr der chirurgischen und Augenklinik entlastet, der bei dem Grünewald'schen Projekt über diese Straße ge­führt werde. Damit ist die Verhandlung beendet. Der Vorsitzende, Provinzialdirektor Dr. Breidert, verkündet, daß diejenigen Mitglieder des Provinzial-Ausschuffes, welche das ftagliche Terrain noch nicht in Augenschein genommen haben, am Samstag den 14. d. M. Vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle sich zur Besichtigung einsinden werden. Er werde auch die auswärtigen Sachverständigen, damit diese die Situation kennen lernen, zu diesem Augenschein einladen, und bittet die Parteien sowie deren Vertreter ebenfalls zu erscheinen. Nach der Lotalbesichtigung soll dann die Verhandlung fortgesetzt werden.

Aus Ztadl und Land.

Gießen, 3. März 1903.

** Postalisches. In Jtschang (China) ist eine deutsche Postanstall eingerichtet worden, deren Tätigkeit sich auf den Briefpost-, Zeitungs- und Postanweisungsdienst so­wie auf die Annahme und Ausgabe von gewöhnlichen Pa­keten mit oder ohne Nachnahme und von Briefen, Kästchen, und Paketen mit Wertangabe und mit oder ohne Nachnahme erstreckt, lieber die Taxen und Versendungsbedingungen geben die Postanstalten auf Verlangen Auskunft.

1. Garbenteich, 1. März. Die hiesige Spar - und Darlehenskasse hielt am Samstag Abend ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Aus der Verlesung der Jahresrechnung ging hervor, daß auch im verftossenen Ge­schäftsjahre die Beteiligung an der Kasse eine recht rege war. Der Gesamtkaffenumsatz belief sich auf etwas über 122 000 Mark. Da sich die Kasse nur auf Garbenteich und Hausen erstreckt, so ist dies schon eine ganz stattliche Summe. Tas Geschäftserträgnis war demzufolge auch ein recht günstiges. Es konnten wiederum 4 pCt. Dividende zur Verteilung ge­langen und außerdem mit den vorjährigen Gewinnresten dem Reservefond 318 Mk. und der Betriebsrücklage 255 Mk. überwiesen werden. Die Kasse besteht vier Jahre. Während dieser Zeit sind annähernd 90000 Mk. gespart worden.

L. Darmstadt, 2. März. Der Evangelische Bund, Zweigverein Darmstadt, erzielt mit seinen m diesem Winter veranstalteten allgemeinen Familienabenden einen höchst erfreulichen Erfolg. Auch der gestrige dieser Familien­abende war wieder so zahlreich besucht, daß die großen Räume des städtischen Saalbaus kaum imstande waren, alle Teil­nehmer zu fasten. Der Abend bot aber auch wiederum zwei ganz besondere Genüsse dar, einen Vortrag des von früher hier im besten Andenken stehenden Stadtpfarrers, jetzigen Professors Karl Pahnke in Schulpforta über Rafael und seine Kunst und als zweiten Teil eine große musikalische Auf­führung, Rombergs Komposition von Schillers Glocke. Prof. Pahnke hat kürzlich selber eine Reise nach Italien unter­nommen und dabei vor allem den herrlichen Kunstschätzen Roms feine ganze Aufmerksamkeit gewidmet. Rafael Santi hat, wie Luther, im Jahre 1483 das Licht der Welt erblickt und wie für Luther das Jahr 1508 durch fein Erscheinen in Wittenberg, so erschloß sich in demselben Jahre für Rafael eine neue Welt bei seiner Ankunft in Rom. Der geschätzte Redner gab eine kurze interessante Schilderung von dem da­maligen Blühen der italienischen Renaistance und besprach dann in geistvoller Weise die drei Hauptperioden in dem Kunstschaffen Rafaels und die drei Typen seiner Madonnen­bilder, die Redner in die kirchlich-traditionelle, die huma­nistische und die biblische einteilt. Was Luther in der Welt des Glaubens, Bismarck in der Welt der Politik, Goethe in der klassischen Litteratur, das war Rafael in der Welt der Kunst: ein König der Könige. Nach dieser mit warmer poesievoller Empfindung vorgetragenen Kunstbetrachtung brachte der durch befreundete evangelische Kirchenchöre ver­stärkte Gesangschor des Evangelischen Arbeiter- und Hand­werkeroereins unter Leitung des Stadtorganisten Stumpf mll vollständiger Orchestermusik die Romdergsche Komposition des »Liedes von der Glocke" zur Aufführung. Die Chöre waren gut abgetönt und kamen sehr exakt zum Vortrag und auch die Solisten, Herr Arnold (Baß), Herr Grüntz (Tenor), Frl. Müller (Sopran) und Frl. Weiler (Alt) erledigten ihre Aufgabe zur vollen Zufriedenheit. Es steht außer Frage, daß durch die Abhaltung solcher Familienabende die evangelische Sache sehr gefördert werden kann.

Worms, 2. März. Die hiesige Bürgermeisterei bezahlt für jede in der Gemarkung Worms gefangene Wespe drei Pfennig. (Woran erkennt man die in der Gemarkung Worms gefangenen Wespen? D. Red.)

Frozcß tzrner.

Leipzig, 2. Mürz.

Mährend der heutigen Verhandlung kommt es wiederum zu längeren Auseinanoersetzungen zwischen den Sachver­ständigen und den Verteidigern Exners über die Zulässigkeit von Rückdatierungen. Dann wird als Zeuge Kaufmann Renner-Hamburg vernommen. Renner bekundet, er hätte in Hamburg eine Gerb- und Farbstoffextraktfabrik. Obwohl diese 11 bis 12 Proz. Reingewinn gegeben habe, fei von seiner nachträglich in ein Aktienunternehmen umgewandelten Ge­sellschaft auf seinen Antrag die Fusion mit der Treber- gesellschaft beschlossen worden, weil deren vorzüglich ein­gerichtetes Werk in Glückstadt, welches die gleichen Artikel produzierte, die Preise maßlos drückte. Auf Befragen des Verteidigers Gordon erklärt Renner, Schmidt machte keines­wegs den Eindruck eines Mannes mit bösen Absichten. Auf Befragen des Staatsanwalts erklärt der Zeuge, Schmidt gab ihm ein Obligo der Trebergesellschaft bei der Leipziger Bank auf drei bis vier Millionen. Der Zeuge Kaufmann Rothe aus Hamburg berichtet über von ihm für die Treber- gesellschaft vermlltelte Aktienverkäufe, die stets vorher von oer Leipziger Bank genehmigt worden seien.

In oer Nachmittagssitzung wurde das Protokoll der Obligo-Kommissionssitzung vom 8. Febr. 1901 verlesen, in der beschlossen wurde, den Kredit der Trebergesellschaft um eine Million zu erhöhen. Ferner wurde das Protokoll der Sitzung des Aufsichtsrates der Leipziger Bank vom 21. Februar 1901 verlesen. In dieser Sitzung wurde beschlossen, aus dem erhielten Reingewinn von 0V2 Mlllionen 9 Proz. Dividende zu verteilen. Dann wurden Briefe von (Spier und Gentzsch an Schmidt verlesen, in denen diese drohen, sofort die Verbindung abzubrechen, wenn sie erfahren sollten, daß Schmidt an der Berliner Börse Jnterventions- täufe in Treber-Attien vornehme. In einem anderen Schreiben wurde Schmidt von Exner mitgeteilt, daß ihm, nacydem jetzt die Fusion zustandegetommen fei, weitere Geld­mittel nicht gewährt werden könnten. In der Antwort erklärte Schmidt, wenn ihm weitere Hilfe verweigert werde, fei der Ruin der Trebergesellschaft und der Leipziger Bank unausbleiblich.

Im weiteren Verlaufe der Nachmittagsfitzung werden die Bilanz Der Leipziger Bank pro 1900, ferner der in der Generalversammlung vom 28. März 1901 erstattete Rechen- schaftsbericytZur Aufklärung über die Beziehungen zu Der viel angefeinöeten Trebergesellschaft verlesen. In einem Bericht heißt es: Die Engagements mit Der Trebergesell- ichaft seien allerdings ziemlich hoch, aber zumeist gedeckt. Wir haben weder alle noch junge Treber-Attien im Besitz. Rur einen großen Posten russische und italienische und einen

kleinen Posten ftanzösii^-e Tochteraktien, die aber bei uns mit Null zu Buche stehen. Alsdann wird die Weiteroer­handlung auf Dienstag vormittag 9 Uhr vertagt.

Aon dec KeuStrmee.

William Booth, der Gründer der Heilsarmee, war zuerst Methodistenprediger. Wahrscheinlich wäre er dies sein Leben lang geblieben, und Die Welt hülle nichts von chm gehört. Aber er hatte eine Iran von einer Tatkraft, mit Der man zehn tüchtige Männer hätte ausstatten können. Sie hatte ihren Mann kennen gelernt in einer Gesellschaft, Der Die methodistische Gemeinschaft schal und absterbend erschien. Die eineneue Welle" anregen wollte. Es ist sehr bezeich- nenD, das; die erste Ansicht, von der sie ihren Mann hellte, diejenige von der natürlichen Ueberlegenheit des Mannes war. William Booth mußte es wohl glauben, daß die Frau dem Manne von Natur an geistiger Tüchtigkeit ebenbürtig ist, Katharina Booth war selbst eine allzu beweis­kräftige Illustration zu ihrer Lehre. Sie war nicht nur ihrem Manne, sondern auch den meisten Menschen ihrer Zeit an Energie überlegen. Kennzeichnend für diese Frau ist neben der gleich zu erwähnenden Konferenzfzene der Umstand, daß sie, wie ihren Mann, so auch den Apostel Paulus meisterte. Diesem Apostel wird belannllich das Wort zugeschrieben, daß die Frau in der Gemeinde schweigen solle. Frau Booth bekümmerte sich darum nicht, sondern bewies mit haarscharfer Logik, daß Paulus nach seinen sonst geäußerten christlichen Grundsätzen als Vorkämpfer des Predigeramts Der Fran in Anspruch zu nehmen und jede andere Meinung heidnisch sei. So ist Frau Booth auf ihrem Gebiete eine erfolgreiche Frauenrechtlerin gewesen.

Frau Booth betrieb mit ihrem Manne Den Antrag an die Sei hing ihrer Kirchengememschast, daß William Booll) aus der Enge eines Pfarrbezirks an das ganze Landver­setzt werde. Er wollte, sollte ein Reifeprediger werden. An der Konferenz, Die über den Antrag beriet, nahm Frau Booth als Zuhörerin auf der Galleric teil. Die Kon-^ serenz war geneigt, den Antrag zu bewilligen, aber unter Bedingungen. Ehe noch ihr Mann dazu ja oder nein sagen konnte, rief sie von der Tribüne herunter:Niemals!" Booth eilte auf das Kommando aus dem Saale, und von diesem Augenblicke an war er Prophet auf eigene Faust, vielmehr der Inspirierte seiner Frau. Er ellte nach London im Jahre 1865 und das Ehepaar schuf hier nach und nach jene große Organisation, Die Heilsarmee.

Zwanzig Jahre, nachdem Booll) in London angefangen hatte, wurde Die Aufmerksamkeit Der englischen LrauptstaDt, Des »Landes und fast der Welt auf einige dunkle Bezirke des großstädtischen Lebens gelentt. Jack, Der Auffchlitzer, Die Enthüllungen StuaDs über Den Mädchenhandel und andere Vorgänge zeigten Die Nachbarschaft und Die Bezieh ungen Des reichen Genußlebens und Der Not, Des lLei> kommens. Tiefe Enthüllungen tarnen Den Anstrengungen Des Ehepaares Booth, das sich inmitten Der Not von Ost LonDon niedergelassen Halle, zu gute. Als Frau Booth auf Dem Sterbebette lag, sie starb 1890 war das Buch ihres Mannes nahezu fertig, von dem die religiös-soziale Praxis Der Heilsarmee ihren Anfang genommen hat:Im Dunkelsten (Snglanb und der Ausweg aus ihm." Booch forderte 20 Millionen für eine Deportation Des EtenDs, für Ansiedlung Der Armen von London in Australien. Er hatte sich etwas viel zugemutet. Immerhin hat er einige Millionen flüssig gemach, und Anstalten geschaffen, die zweck- mäßig organi;iert und, wenn auch nicht das Elend aus Der Welt zu f chaffen, so Doch im stanDe find, viele Schiffbrüchige zu retten.

®ertd)tslaaL

R. B. Darmstadt, 2.März. Die erste diesjährige S ch wür­ge r i ch t s p e r i 0 d e hat heute unter Vorsitz des Landgerichtsrat Sander ihren Anfang genommen. Zur Verhandlung tarn eine Anklage wegen versuchter Notzucht, deren der 19 jährige Schuh­macher Fabricius aus Frankjurt a. 9)L angeklagt war. Tie An­klage sand unter Ausschluß der Oeffentlichkett statt. Fabricius, der durch Geh. Justizrat Osann verteidigt wurde, ivar der Tat geständig und wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

et. Marburg, 2. März. Das Schwurgericht sprach heute den Schuhmachermeister N o l l, der am 18. Oktober v. I. in Ernst Hausen den Schremermeister Kronau In i t einem Schnaps­kruge erschlug, frei. Es wurde Notwehr angenommen.

Handel uni) Verkehr. Volkswirtschaft.

Berlin, 2. März. In der heutigen Aussichtsraissitzung oer BcgiverksgejetlschastH ibernia" wurde die auf den Bericht Der Rechnungsreoisoren vorgelegte Bilanz für 1902 festgestellt und be schlossen, von dem abzüglich aller lausenden und außergewöhnlichen Betriebsausgaben sowie 'Anleihezinsen voll 441 680 Mk. verbleibenden Bruttogeivinn von 7 862 753 Alk. (einschließlich des Borrrages von 1901 von 189 373 Mk.) zu Abschreibungen auf Invenlarkonlo 3 496 946 Mk. zu verivenden und von dem Rest 10 pCt Divi­dende aus das Aktienkapital von 39 400000 Mk., gleich 3 940 000 Mk., unter Vortrag von 217 772 Mk. auf neue Rechnung der Ge­neralversammlung am 28. März in Düsseldorf vorzuschlagen. Ueber das Geschäft im Januar und Februar 1903 wurde initgcicilt, daß dasselbe lebhafter sei als m derselben Zeil des Voriahres, und demnach in mäßigerem Umfange eine Belebung der Industrie, insbesondere der zuerst in Frage tommenden Eisenindustrie andeitte.

Bremen, 2. März Wie dieWeserztg." erfährt, machen das Wachstum und die Ausdehnung des Betriebes der Deuychen Dampf schiffahrtsgejellfchaftH a n s a" eine Erhöhung des Kapitals dieser Gesellschaft erforderlich. Außer den schon bestellten, bereits im Bau befindlichen sechs Dampfern beab|id)tigt die Gesellschaft noch weitere Dampfer in Auftrag zu geben, deren Zahl sich vorläusig auf fünf belaufen wird.

Mannheim, 2. März. Die Inhaber der -ll/zproz. Schuld- Verschreibungen vom Jahre 1899 der Akt.-Ges. für chemische Iiidu ft r i e Maimheun-Rheinau in Konkurs, beschlossen heute, die Obligationen.- die auf das Anwestm der Gesellschaft hypotekarisch eingetragen sind, auch nach dem Uebergang des gejammten Fabrlk- Etäblifsements an die Berüner Firma Kunheim und Co. unter den gleicher: Bedingungen wie bisher auf dem Aiiwesen ruhen zu lassen, sodaß also der Berliner Firma, die die Fabrik um den Betrag von I'/, Mill. Mk. für Weiterführung des Betriebes erwerben wird, an Stelle der falliten Gejellfchaft als Schuldnerin der Obligationäre tritt. Die 1899er Obligationen sind Die einzigen Schuldver­schreibungen der falliten Aknen Geselljchaft.

München, 2. Marz. Kommerzienrat A u au st F i nck, Teil­haber des Bankhauses Merck, Finck und Co. m München ist infolge Schlaganfalles gestorben.

Budapest, 2. Marz. Ter Minister erklärte den Beschluß der Budapester Stadtverlretung, betreffend die K 0 nve rji 0 n der hauptstädtischen 4 /.proz. K 0 m m uua l-Obligalioneu Formfehler halber für ungültig. Er wies den Magistrat an, eine neuerliche Beschlußfassung über die Angelegenheit herbeizuführen. Aufgesprungene Hände m W. schreibt: Habe perba-seife (Obermeyers- in meiner eigenen Familie in Gebrauch genommen und kann mich über deren prompte Wirk­samkeit bet aufgesprungenen und rauhen Händen mir lobend aus- sprechen". Zu haben m allen Apotheken und Trogerien p. Stück . 75 Via. und Mk. 1,26. Fabr. I. Gtoth, Hanau.